Kampf um die Siddarmark / Der Kriegermönch

David Weber
Kampf um die Siddarmark / Der Kriegermönch
Nimue Alban Band 11 und 12

Bastei Lübbe, 2014
Science-Fiction
Taschenbuch, 577, bzw. 605 Seiten
Übersetzer: Dr. Ulf Ritgen
Titelbild: Arndt Drechsler
Lektorat: Ruggero Leò

www.luebbe.de

Originaltitel: „Midst Toil and Tribulation” (Teil 1), ISBN 978-3-404-20744-2
Titel erhältlich bei Amazon.de
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Titel erhältlich bei eBook.de

Originaltitel: „Midst Toil and Tribulation” (Teil 2), ISBN 978-3-404-20748-0
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Vorwort

Das Sternenreich der Menschheit wurde einst von den mysteriösen Ghaba überrannt und vernichtet. Lieutenant Commander Nimue Alban starb in einer der letzten Schlachten … und erwachte über 900 Jahre später als Cyborg-Avatar auf dem fernen Planeten Safehold, wohin sich die letzten Menschen gerettet hatten. Die damaligen Offiziere waren der Ansicht, dass dieser spärliche Rest der Menschheit nur dann eine Chance auf Überleben hätte, würde man jeglicher verräterischer Technik abschwören. Und so verhängten sie über den Planeten die „Ächtungen der Jwo-Jeng“, welche besagen, dass nur solche Technik erlaubt ist, welche auf Wind, Wasser oder Muskelkraft basiert. So hoffte man, der Aufmerksamkeit der Ghaba zu entgehen.

Natürlich kann die „wiedererwachte“ Nimue Alban dieser Denkweise nicht folgen, denn früher oder später werden die Ghaba trotzdem die letzte menschliche Zuflucht finden und vernichten. Also beginnt Nimue eine gefährliche Mission: Sie muss die Menschheit aus dem Zivilisationsstand einer mittelalterlichen Kultur in die Moderne führen. Schritt für Schritt gibt sie kleine oder größere Hinweise, wie man Waffen verbessert und Produktionsverfahren voranbringt. Sie findet in dem Königreich Charis eine zwar kleine, aber aufgeschlossene Gesellschaft, die ihr am besten dafür geeignet scheint. In der Rolle eines der legendären Seijins – und unter dem Namen Merlin Athrawes – hilft sie dem Königreich Charis gegen die Kirche der Verheißenen, der Charis schon immer ein Dorn im Auge ist.

Zum Buch

Die Republik Siddarmark ist eine der großen Landnationen auf Safehold. Deren Führung hat längst Verdacht geschöpft, daß die gegen das Kaiserreich Charis aufgestellten Behauptungen und Anklagen der Kirche der Verheißenen nur auf Lügen beruhen. Man liebäugelt mit einem Anschluß an das Kaiserreich Charis. Der „Vierer-Gruppe“ der Tempellande entgehen diese Überlegungen nicht und man ist dazu übergegangen, durch Terroranschläge und inszenierte Aufstände Unruhe in die Republik zu tragen. Außerdem wurden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion landesweit große Nahrungslager vernichtet. Eine hungernde Nation wird mit sich selbst beschäftigt sein, glaubt man in Kirchenkreisen … und irrt gewaltig.

Das Kaiserpaar Cayleb und Sharleyan von Charis können und wollen hier nicht untätig daneben stehen und entsenden ganze Flotten mit Hilfsgütern und Nahrungsmitteln, um die hungernde Bevölkerung der Siddarmark vor der Eiseskälte des Winters und dem Hungertod zu retten. Des Weiteren werden massive Truppenkontingente auf dem Kontinent angelandet, um eine drohende Invasion seitens der kirchentreuen Truppen zu verhindern. Mehr als 80.000 charisianische Soldaten werden in die Siddarmark und vor allem in die Hauptstadt geschickt.

Von allen Seiten strömen die vereinten Heere der „Armee Gottes“ gegen die gebeutelte Republik Siddarmark. Auch wenn diese Heere zum großen Teil nur mit Piken, Vorderladern und einer überschaubaren Anzahl handwerklich schlechter Kopien charisianischer Hinterlader ausgerüstet sind, ist ihre Gesamtzahl einfach nur erdrückend zu nennen: Nicht weniger als 1 Million fanatisierter Soldaten stehen gegen die 80.000 kaiserlichen Charisianer. Doch die haben nicht nur die besseren Waffen und eine hervorragende Disziplin und Taktik: sie haben auch einige gepanzerte Dampfschiffe …

Währenddessen treibt der Cyborg-Avatar Nimue Alban geschickt die Entwicklung neuer Techniken und Waffen voran. Seine dezenten „Hinweise/Visionen“ sind Auslöser für fast schon inflationäre Ideen in den Köpfen der fähigsten charisianischen Handwerker, Techniker und deren Verbündeten … immer hart an der Grenze der „Ächtungen des Jwo-Jeng“. Dazu „holt“ er einen verlorenen Mann wieder, den man einfach nicht dem Totenreich überlassen kann.

Fazit

Ich habe mich entschlossen, beide Teile von „Midst Toil and Tribulation” in einer einzigen Rezension vorzustellen; mit der Gefahr, eben für Teil 1 zeitlich nicht ganz aktuell zu sein. In der Bewertung für den Gesamttitel ist es aber fairer.

Wie immer wurde der Originaltitel von Bastei Lübbe in zwei deutsche Taschenbuchausgaben getrennt. Würden beide zeitgleich erscheinen, würde zumindest ein wachsender Mißstand entfallen: Webers typisch langwieriges Positionieren seiner Schachfiguren/Protagonisten und die Zuspitzung mehrerer Handlungsfäden nehmen fast den ganzen ersten Teil ein und lassen die Leser am Ende oft frustriert zurück. Die Aussicht auf wirkliche Fortschritte und Höhepunkte der Handlung im zweiten Teil wird durch die Wartezeit auf diesen auf eine harte Probe gestellt. Gottseidank findet der Leser dann im zweiten Teil das, was er sucht: den wahren Weber, bzw. sehr gute Unterhaltung. Leider nicht in allen Bänden.

Dazu kommt: Wenn der Verlag (auch der Autor?) sich in Teil 1 zusammen 54 und in Teil 2 sogar 67 Seiten für das immense Personenregister und Glossar leisten können, wären doch auch ein paar Seiten für die dringend notwendigen – und im englischen Original vorhandenen(!) – Landkarten drin. Warum das nicht schon längst oder gerne auch von Anfang an stattgefunden hat, kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Am Papier und den Kosten für die paar Seiten kann es wohl nicht liegen. Sehr bedauerlich. So mancher Leser – mich eingeschlossen – hätte hier mehr als einen Blick darauf werfen wollen, um den immer mehr verstrickten Handlungsabläufen und strategischen Überlegungen noch folgen zu können.

Copyright © 2014 by Werner Karl
www.wernerkarl.org

Alle Titel der Reihe Nimue Alban:
Band 1: 978-3-404-23322-9 Operation Arche („Off Armageddon Reef” Teil 1)
Band 2: 978-3-404-23324-3 Der Krieg der Ketzer („Off Armageddon Reef” Teil 2)
Band 3: 978-3-404-23331-1 Codename: Merlin (By Schism Rent Asunder” Teil 1)
Band 4: 978-3-404-23332-8 Die Flotte von Charis (By Schism Rent Asunder” Teil 2)
Band 5: 978-3-404-23348-9 Die Invasion („By Heresis Distressed” Teil 1)
Band 6: 978-3-404-23349-6 Caylebs Plan („By Heresis Distressed” Teil 2)
Band 7: 978-3-404-20233-1 Die Eiserne Festung („A Mighty Fortress” Teil 1)
Band 8: 978-3-404-20643-8 Haus der Lügen („A Mighty Fortress” Teil 2)
Band 9: 978-3-404-20661-2 Die Übermacht („How Firm a Foundation“ Teil 1)
Band 10: 978-3-404-20707-7 Der Verrat („How Firm a Foundation“ Teil 2)
Band 11: 978-3-404-20744-2 Kampf um die Siddarmark (“Midst Toil and Tribulation” Teil 1)
Band 12: 978-3-404-20748-0 Der Kriegermönch (“Midst Toil and Tribulation” Teil 2)

Comments

  1. Würde mich mal interessieren, warum, zumindest auf dem ersten Band (Kampf um die Siddarmark) auf dem Titelbild sf-mässige Technik zu sehen ist, obwohl doch die Technik laut Rezi dem nicht entspricht. Weiß der Rezensent was dazu?

  2. Es gibt eingestreut – leider viel zu wenig, wie ich meine – Szenen, in denen Nimue Alban/Merlin Athrawes sich mit einer Art Aufklärer im Tarnmodus auf Safehold in vorsichtige Einsätze begibt. Hier steckt m.M. nach eine gewisse Unlogik in Webers Plot: wenn die von Nimue/Merlin gefürchtete „Rakurai-Automatik“ wirklich permanent über Satelliten moderne Techniken sucht (siehe „Ächtungen des Jwo-Jeng“), müßte es auch diesen Aufklärer anpeilen können … und konsequenterweise vernichten.

    Die von dir angesprochenen SciFi-Elemente in vielen Covern der Serie sollen halt das SciFi-Publikum bei der Stange halten; eigentlich ist die Serie – sparsam – ein Gerne-Mix, mit deutlichem Schwerpunkt Mittelalter/Entdeckungen/Entwicklung und Politik/Strategie für diese Epoche, und sehr dünnen SciFi-Teilen.

    Wie in der Rezi erwähnt, nähert man sich nun dem Dampfzeitalter und halbautomatischen Waffen.

    mgg
    Werner 😉

  3. Ach ja, auf dem Cover „Kampf um die Siddarmark“ sind zwei von Nimues/Merlins eigenen Sonden zu sehen.
    Auch auf die müsste die „Rakurai-Automatik“ anspringen … tut sie aber nicht.

    mgg
    Werner 😉

  4. Ich hatte die drei ersten Bände ja auch gelesen, aber mir waren die dann zu wenig SF, daher habe ich die Serie nicht mehr weitergelesen. Scheint ja aus meiner Sicht, der mit Fantasy und Historim nicht wirklich viel anfangen kann, die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Sozusgen im Nachhinein betrachtet! 🙂

  5. da fand ich die Atlanabenteuer schon besser, wenn dieser ab und an aus seiner Kuppel herauskam, um die entwiklung voranzutreiben und dabei spannende Abenter zu erleben.

    Obwohl: vielleicht sind diese ja historisch verklärt und würde ich die heute lesen würd ich mich schütteln!, denke ich! 🙁

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