Labyrinth der Sterne

labyrinth-der-sterneJohn Brunner
Labyrinth der Sterne

(sfbentry)
Heyne
Science Fiction & Fantasy
Buch-Nr.: 4909
ISBN 9783453058323
Umfang: 555 Seiten
Originaltitel: A maze of stars (1991)
Erschienen: 1992
Übersetzer: Horst Pukallus
Titelbild: Michael Hasted

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Titel erhältlich bei Booklooker.de

John Brunner ist zurück. Er ist zurück von einem kleinen, verschmutzten, in einem unbedeutenden Sonnensystem gelegenen Planeten namens Erde, dessen „vernunftbegabte“ Bewohner keinen größeren Fez kennen, als sich gegenseitig das Leben schwer zu machen und zu diesem Behufe Vernichtungswerkzeuge jeder nur denkbaren Art ersinnen   kurz, er ist zurück von einem Planten, dessen Existenz und dessen Bewohner vielerlei kritikwürdige Probleme aufwerfen. Wenn Brunners neuer Roman nicht mehr auf der Erde, sondern in den Weiten unserer Galaxis handelt, heißt das, dass er auf unserem Heimatplaneten nichts mehr findet, vor dessen Folgen die Menschheit gewarnt werden muss?

Mitnichten, bloß werden die Probleme der Menschheit sozusagen in den Weltraum verlagert. Auf höchstem technischen Niveau stehend, haben die Menschen einer geeinten Erde, obwohl sie untereinander immer noch zerstritten sind, ihre Ressourcen zusammen geschmissen und ein gigantisches „Saatschiff“ gebaut, alle jene an Bord gesteckt, die mit den Zuständen auf der Erde immer noch nicht zufrieden sind, (es müssen wirklich viele gewesen sein) und sie mit dem Auftrag ins All geschickt, dieses abzuklappern und passende Planeten nach Lust und Laune zu kolonisieren. Das allerdings passierte schon vor langer Zeit, und nun schickt sich das vernunftbegabte High Tech Saatschiff an, den Spiralarm erneut zu durchqueren um zu sehen, was aus seinen „Setzlingen“ geworden ist. Nicht überraschend für mich   denn ich kenne schon mehrere Werke Brunners   muss das Saatschiff jede Mengen Pleiten konstatieren, anstatt aufblühende Kolonien ausmachen zu können.

Die Gründe für das jeweilige Scheitern kann man hier nicht alle aufzählen, einen Großteil machen jedoch alle die Fehler aus, die die Menschen schon auf der Erde beginnen. Und, reden wir nicht drum herum, das mit Bewusstsein ausgestattete Gehirn des Saatschiffes hat einen Sprung in der Schüssel, was sich so äußert, dass das Schiff sich partout nicht daran erinnern kann, zu welcher Zeit es im jeweils zu erforschenden Planetensystem ankommt. War es eventuell schon mal hier? Hat es vielleicht Überlebende gerettet? Manchmal, denn es fühlt sich so allein doch ziemlich einsam, sammelt es einen oder mehrere Passagiere ein, die auf den Planeten, von denen sie stammen, von der jeweiligen Administratur in den Tod getrieben worden wären, die es also gefahrlos retten kann, ohne sich in die Weiterentwicklung des örtlichen Zweiges der Menschheit einzumischen. Mit diesen Leuten kann dann das Schiff vor allen Dingen seine Macken diskutieren. Obwohl viele der angelegten Kolonien auf die eine oder andere Weise früher oder später scheitern, betont Brunner im vorliegenden Werk deutlich wie in keinem anderen, was für eine zähe Rasse die Menschheit ist, wie beharrlich, trotz aller Rückschläge, sie um ihr Überleben und für eine vermeintlich bessere Zukunft kämpft.

Irgendwann merkt der Leser auch, dass dem Saatschiff die Fähigkeit abhanden gekommen ist, zwischen einzelnen Ereignissen eine zeitliche Reihenfolge zu erkennen, was zunächst sehr verwirrend ist, aber sich schließlich für das Verständnis der letzten Pointe des Romans als notwendig erweist. Den Anfang von Brunners Werk fand ich ziemlich schleppend und irritierend, aber mit fortschreitender Lesedauer stellten sich Spannung und Verständnis ein, so dass „Labyrinth der Sterne“ doch ein fesselndes und unterhaltsames Lesevergnügen für viele SF Fans sein dürfte. Und vielleicht gibt’s ja auch nicht so viele Leser, die sich etwas gründlicher mit Frank Herbert beschäftigt haben.

Aber denen, die das doch getan haben, wird ganz sicher, wie auch mir, sauer aufstoßen, dass Brunner von seiner Superrakete nicht als vom Schiff redet, sondern von „Schiff“ (Schiff überlegte, Schiff musste handeln, Schiff…)!

Copyright © 2009 by Norbert Danziger

Titel erhältlich bei Booklooker.de

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