Paul Atreides

paul-atreidesBrian Herbert und Kevin J. Anderson
Paul Atreides
Wüstenplanet-Roman

Originaltitel „Paul of Dune” (2008)
Heyne, Buch-Nr. 52332, Magische Bestseller (2010)
ISBN 9783453523326
Taschenbuch, Science Fiction
Übersetzer: Jakob Schmidt
Titelbild: Nele Schütz Design
Umfang: 684 Seiten

www.heyne-magsiche-bestseller.de
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Vorwort
Es gibt in der Science Fiction – wie in jedem anderen Genre – eine überschaubare Anzahl Bücher, welche das Attribut Kult wirklich verdienen. Dune – Der Wüstenplanet – von Frank Herbert ist das Paradebeispiel dafür, an dem sich jedes andere Buch messen lassen muss. Die ersten sechs Bände des Wüstenplanet-Zyklus wurden noch von Frank Herbert geschrieben. Jahre nach seinem Tod setzte sein Sohn Brian – in Kooperation mit Kevin J. Anderson – den Zyklus fort. Es folgten Prequels wie „Die frühen Chroniken“, welche sich mit den Hohen Häusern der Atreides, Harkonnen und Corrinos befassten. „Die Legende“, welche den Zeitraum von Butlers Djihad aufarbeitete und Fortsetzungen, alle mit jeweils 3 Bänden. Nun füllt sich mit „Paul Atreides“ die Zeitspanne zwischen dem allerersten und dem zweiten Band.

Zum Buch
Ein Jahr ist vergangen, seit dem Paul Muad´dib mit Hilfe der Fremen den Imperator Shaddam IV und seine Sardaukar-Legionen in der Schlacht von Arrakeen auf Arrakis, dem Wüstenplaneten, besiegt hat. Und ebenso lange rast ein Sturm fanatischer Fremen-Krieger von Planet zu Planet und vernichtet jeden, der sich dem neuen – in ihren gewürz-blauen Augen gottgleichem – Imperator nicht sofort unterwirft. Paul ist sich dieser schrecklichen Tatsache bewusst und bedauert sie sehr, doch aufhalten kann oder will er es anscheinend nicht. Es zeichnet sich in seinen Visionen der „Goldene Pfad“ ab, den zu verlassen er nicht wagen kann, will er nicht noch Schlimmeres über das Universum bringen, dessen Herrscher er nun ist.

Doch was soll noch schlimmer sein, als die Gräuel, die seine Fremen anrichten? Sie morden, plündern, metzeln nieder, brandschatzen, machen alles dem Erdboden gleich. Selbst vor Frauen und Kindern schrecken sie nicht zurück. Sie sind keinen Deut besser als die früher verteufelten Harkonnen. Frei nach dem Motto „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein“, ziehen sie wie der millionenfach personifizierte Tod durchs All. Das Motto ist hier wortwörtlich zu nehmen. Paul ekelt sich vor dem, was er ausgelöst hat und trotzdem schürt er sogar noch die Kampfeslust seiner Fremen, in der Hoffnung, dass je schneller sie auf allen Widerstand leistenden Planeten siegen, der Krieg umso schneller beendet ist. Doch hier irrt er, wie wir aus den anderen Romanen wissen.

Selbst in seinen diplomatischen Versuchen scheitert er kläglich, findet nicht die richtigen Worte, sondern vergrämt selbst sympathisierende Völker. Er distanziert sich von seinem Heimatplaneten Caladan, setzt dort seine Mutter Jessica als Herzogin ein, da er glaubt, nur auf Arrakis am richtigen Platz zu sein. Die Wurzeln für seine spätere Tyrannei und Jahrtausende ausgeübter Macht durch ihn und seine Nachkommen werden bereits hier gelegt. Er verpasst die einmalige Chance, den das Imperium überziehenden Krieg mit einem – göttlichen – Machtwort ein Ende zu setzen. Ja, er versucht es nicht einmal.

Das ist der Punkt, der mir an diesem Roman am besten gefallen hat. Ein Rebell – ein erfolgreicher Rebell – ist noch lange nicht ein guter Führer, wie wir auf unserem Planeten bis in die heutigen Tage erleben müssen. Eigentlich ist es frustrierend – aber höchst wahrscheinlich eine unumstößliche Erkenntnis – dass der Mensch auch in 11.000 Jahren in der Zukunft die gleichen Fehler machen wird wie heute. Für Fans sicher ersehntes Lesefutter. Allerdings kann das Autorengespann die Brillianz des Vaters nicht erreichen. Es fehlt die Detailbeobachtung der Bene-Gesserit-Hexen, die Subtilität der Raumfahrergilde und der MAFEA, die versponnenen Intrigen der Besiegten und die Heimtücke der Tleilaxu. Brian Herbert und Kevin J. Anderson versuchen es, aber gelingen tut es ihnen leider nicht.

Copyright © 2010 by Werner Karl
 
Titel erhältlich bei: Buch24.de
Titel erhältlich bei: Booklooker.de

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