When the music´s over

Myra Çakan
When the music´s over

Argument/Ariadne Verlag, Hamburg, 1999
Reihe „SF Social Fantasies“
Science-Fiction
Taschenbuch
Umfang 272 Seiten
ISBN 978-3-88619-945-7

www.argument.de
http://cakan.eu

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Vorbemerkung zur Reihe „SF Social Fantasies“ des Ariadne/Argument-Verlages:

Es ist eine Tatsache, das über Jahrzehnte hinweg, Science-Fiction den Stempel Trivialliteratur aufgedrückt bekommen hatte. Von wem? Von Vertretern der Hochliteratur und vor allem von Leuten, die keine Ahnung hatten und wahrscheinlich immer noch keine haben und sicher nicht mehr als zwei oder drei Bücher aus diesem Genre wirklich gelesen haben. Zugegeben gab und gibt es auch heute immer noch Texte – quer durch alle Genre -, die man mit diesem abwertenden Begriff bezeichnen kann und darf, aber längst gibt es nicht nur Hunderte, sondern nach Tausenden zählende Science-Fiction Bücher, die diesen Makel nicht tragen.

Zwischen den Jahren 1997 und 2004 hatte es sich der Ariadne/Argument-Verlag auf die Fahnen geschrieben, gegen das auch damals – trotz aller Erfolge im Buch- und vor allem im Filmbereich – hartnäckig existierende Vorurteil ein Gegengewicht zu setzen: Die Reihe „SF Social Fantasies“. Mit der Publikation längst vergriffener Juwelen des Genres in ungekürzten und überarbeiteten Neufassungen präsentierte man Fans und Kritikern (s. o.) des Genres Titel, die zeigten, dass es sehr wohl gute, nein sehr gute SF-Literatur gab und gibt. Welchen Gesetzen des gnadenlosen Buchmarktes es anzulasten ist, dass die Reihe nach rund 30 Titeln eingestellt wurde, kann ich natürlich nicht sagen. Aber die Reihe hätte ein längeres Leben – und die Fans weiterhin Zugang zu längst vergriffenen Titeln – absolut verdient.

Gerade in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts war es in vielen Verlagen Usus, Texte auf ein vorgegebenes Maß, das der Stärke und damit dem Standardpreis einer Reihe entsprach, ohne große Rücksicht zu kürzen. Ich denke da mit Grausen an die erste Auflage von „Dune – Der Wüstenplanet“; gekürzt von rund 650 Seiten auf 320! Die Zeit schien – zumindest bei den Verlagen – noch nicht reif zu sein, für dicke Bücher mit 500, 700 oder gar 1.000 Seiten. Bei vielen Fans führte das zu massiven Protesten und erst in späteren Jahren wagten – mit Erfolg – viele Verlage, die Originaltexte ungekürzt und mit variablen Taschenbuchpreisen auf den Markt zu bringen. Oft sind hier die 2. Auflagen das begehrte Objekt des Fans.

Und so zählt dann also diese kleine Reihe „SF Social Fantasies“ zu den Highlights dessen, was Verlage auf den SF-Markt gebracht haben. Wir werden hier an dieser Stelle immer wieder Rezensionen zu Titeln aus dieser Reihe bringen.

Zur Autorin:

… kann ich nur dringend deren – für eine weibliche Autorin überraschend spacige – Website empfehlen. Dort finden sich auch zwei Interviews, die viel über die Autorin verraten. Hier noch mal der Link: http://cakan.eu

Zum Buch/Klappentext:

Hier kommt die Flut … In Europa sind ganze Länder überschwemmt, der Katastrophentourismus blüht. Crack war Popcorn gegen die neuen Alien-Drogen. Das World Wide Web ist längst abgeschaltet. In Hamburg setzt eine junge Reisende den Fuß an Land: Skadi aus dem Reich des ewigen Eises, randvoll mit Neugier und stillem Charisma. Ihre Töne sind hell, voller Fragen – nicht wund und düster wie die Songs von Blue, schwermütiger Gitarrist der Rockband Bladerunner. Nicht hart und grimmig wie Sunshine, Anführerin der Berliner Tunnel-Soldaten. Nicht zynisch-überdreht wie der straßenschlaue Nachwuchshacker Wiesel. Skadi, Blue, Sunshine und die anderen – niemand von ihnen hat eine Mission, alle wollen bloß überleben und gelegentlich die abscheulichen Vierfinger ärgern, die sich auf der Erde breit machen …

Fazit:

Den Titel des Buches hat sich Myra Çakan von der Band „The Doors“ geliehen (Album „Strange Days“, 1967). Und der Titel passt mit seinem düsteren und psychedelischem Ton perfekt zur Geschichte; sehr gut ausgewählt. Songtextzitat: „Music is your only friend, until the end … before I sink into the big sleep, I want to hear the scream of the butterfly”. Doch Schmetterlinge schreien nicht. Die Stimmung des Romans ist Cyperpunk pur: Durchgeknallt, düster, realitätsnah bis auf die nackte Haut. Dazu Aliens, die sich anfangs wie die lange erhofften Freunde aus dem All (ähnlich wie in „V – Die Besucher“) gebärden und doch in Wahrheit eine Invasion betreiben, die der Menschheit nur nach und nach bewusst wird. Bis es zu spät ist.

Copyright © 2011 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Weitere Titel der Autorin:
Begegnung in der High Sierra, Argument/Ariadne-Verlag, ISBN 978-3-88619-982-2
Downtown Blues, Argument/Ariadne-Verlag, ISBN 978-3-88619-965-5
Dreimal Proxima Centauri und zurück, Edition Phantasia, ISBN 978-3-93789-747-9
Zwischenfall an einem regnerischen Nachmittag, Argument/Ariadne-Verlag, ISBN 978-3-88619-988-4

Comments

  1. Ich versteh´ die Software nicht: Warum generiert sie einen im Grunde nichtssagenden Kommentar aus dem Blog Archiv? Da sieht ja so aus, als wollte ich hier mich produzieren. Und nichts hasse ich mehr als Arroganz. Und erst recht, wenn man sie mir vorwirft. Ergo reagiere ich sehr sensibel auf alles, was diesen Eindruck erwecken könnte.

    Kann mir mal einer der Datenzauberer erklären, warum o.g. automatische Kommentare hier erscheinen? Ich merke an solchen Dingen, dass ich ein Dinosaurier bin; zumindest computermäßig … seufz!

    mgg
    galaxykarl 😉

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