Kleine Helden – das Kartenspiel

Malte aus dem Siepen, Laura Balzer
Kleine Helden – das Kartenspiel

Pegasus Spiele
für 2-4 Personen
Spieldesign: Malte aus dem Siepen
Illustration: Laura Balzer
Inhalt: 162 Spielkarten, 1 Würfel, Anleitung
ISBN 9783939794127
www.pegasus.de
www.kleine-helden.de

Es ist an der Zeit die Schatzkammern zu plündern, sich auszurüsten und dann die anderen Helden zu verkloppen. Das gibt ziemlich deutlich das Spielziel von „Kleine Helden“ wieder, einem Kartenspiel für zwei bis vier Spieler. Dabei stammt die Grundthematik aus dem Tischrollenspiel, das hier ein wenig aufs Korn genommen wird.

Zu Beginn des Spiels zieht jeder Spieler einen normalen Helden und einen magisch begabten Helden, dann kommen vier Unterstützungskarten auf die Hand, die in drei Stapel gegliedert sind: Ausrüstung, Taktik und Magie.

Die Ausrüstungskarten enthalten alles, was man seinen kleinen Helden anziehen kann. Das reicht von einfachen Waffen, bis hin zu magischen Amuletten. Die Taktikkarten beinhalten dagegen Manöver, mit denen eindrucksvolle Aktionen durchgeführt werden können oder es findet ein schlimmes Ereignis statt – was glücklicherweise die gegnerischen Helden betrifft. Bei den Zauberkarten gibt es Material für Zauberbücher (angelegte Zauber) und Schriftrollen (Zauber auf der Hand), aber auch den ein oder anderen Trank. Glücklicherweise kann man viele der Karten miteinander verbinden und so mächtige Kombinationen entwickeln. Mit genug Karten kauft man sich auch mal einen neuen Helden oder tauscht wertlose Handkarten vielleicht gegen etwas Besseres ein.

Jeder Held kommt mit fünfzehn Trefferpunkten ins Spiel. Möchte man ein schnelleres Spiel, senkt man die Punkte auf zehn ab. Ist ein Held an der Reihe, steht ihm eine Aktion zu, mit der er Angreifen, Zaubern, sich ausrüsten oder eine Unterstützungskarte ziehen kann. Sämtliche Basisdaten befinden sich gut sichtbar auf den Karten und auch die Boni und Mali sind immer sehr gut zu erkennen. Wird man angegriffen, kann man darauf reagieren und auch parieren. Meistens ist jedoch nur eine Parade möglich und haben gegnerische Helden in Überzahl leichtes Spiel, da bei mehreren Angreifern irgend ein Angriff immer durchkommt. Glücklicherweise können sich Helden aber auch vor andere Helden werfen und sie beschützen – was aber wiederum mit einem Malus versehen ist.

Neben den Karten nutzt das Spiel einen sechsseitigen Würfel. Bei einem Angriff, einem Zauber oder einer Verteidigungsmaßnahme wird gewürfelt, der relevante Basiswert und sämtliche dazugehörigen Boni und Mali angerechnet. Jede Sechs darf nochmals gewürfelt werden und treibt gleichzeitig den Schaden weiter nach oben. Der Verteidiger muss nun mit seinem Wurf und den passenden Werten den Angriffswert mindestens erreichen, um dem Angriff zu entgehen. Ist ein Held auf null Trefferpunkte ist er aus dem Spiel und der Sieger darf sich eine der Karten schnappen, die der ausgeschaltete Held in seinem Besitz hatte. Der Spieler des letzten überlebenden Helden ist dann Sieger. Klingt einfach und birgt ein großes taktisches Potenzial.

Sobald man sich durch die Anleitung und ihre kleinen Tücken gekämpft hat – der Text ist etwas „wirr“ geschrieben und in die Anleitung haben sich zwei winzige Fehler eingeschlichen – kann es losgehen. Die Regeln sind schnell gelernt und nach der zweiten oder dritten Runde müssen die Spieler auch kaum noch nachlesen, was der Goblin, die Piratin, der Ork oder die Hexe so anstellen können, wenn sie mit einem Kamikazeangriff überraschend vorstürmen und der angegriffene Held einfach flieht. Manchmal braucht es auch keinen Angriff, sondern man stiehlt dem geschwächten Zwergen in seiner dicken Panzerdose einfach das magische Amulett, durch das er zusätzliche Trefferpunkte bekam – die er nun wieder verliert und somit vielleicht dahinscheidet.

Man kann in „Kleine Helden“ sehr viel anstellen und taktisch vorgehen, trotzdem ist der Glücksfaktor sehr hoch und kann zu Frust oder Glücksmomenten führen. Kommt man einfach nicht an die benötigte Ausrüstung, prügeln die Gegner schnell die eigenen Helden tot. Es kann aber auch passieren, dass man durch die richtigen Karten eine ausweglose Situation doch noch wendet. Auch der Würfel ist ein weiterer Glücksfaktor und Fortuna eine launische Dame. Man muss halt das Beste aus dem machen, das man bekommt. Klappt das nicht, gilt die ganze Hoffnung der nächsten Runde.  Eine echte Chancenkontrolle gibt es kaum.

Das Spiel macht trotz – und manchmal genau wegen –  seiner Unberechenbarkeit großen Spaß. Malte aus dem Siepen zeichnet sich für das Spieldessin verantwortlich und er hat großartige Arbeit geleistet. Die witzigen Illustrationen von Laura Balzer runden die Sache stimmig ab. „Kleine Helden“ ist ein spaßiges Kartenspiel, was große Laune macht und für sehr vergnügliche Spielabende  mit Freunden sorgt. Der Besitz des Spiels lohnt sich auf jeden Fall.
(Günther Lietz)

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