Der Fall PEGGY – Die Geschichte eines Skandals

Ina Jung / Christoph Lemmer
Der Fall PEGGY
Die Geschichte eines Skandals

Droemer Knaur
ISBN13: 978-3-426-27611-2
Reportagen
1. Auflage 05/2013
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: picture-allianz|dpa
Hardcover, 328 Seiten

www.droemer-knaur.de

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Die Autoren Christoph Lemmert und Ina Jung rollen einen Fall auf, der ganz Deutschland bewegt. Die kleine Peggy Knobloch verschwindet spurlos. Ermittlungen ergeben lange Zeit keine verwertbaren Spuren. Auf einmal wird der breiten Öffentlichkeit der mutmaßliche Täter präsentiert. Hierbei handelt es sich um einen geistig zurückgebliebenen Mann. Er wird zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.

Es gibt allerdings keine Zeugen, keine verwertbaren DNA- oder Blutspuren, keinerlei konkrete Beweise und bis heute keine Leiche. Die Autoren recherchieren, warum ein vermutlich unschuldiger Mann im Gefängnis sitzt, während der wahre Täter mit hoher Wahrscheinlichkeit noch frei herumläuft. Sie decken auf, wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Politik den Fall abwickelten. Dem Leser öffnen sich Abgründe und nach dem Ende der Lektüre bekommt man richtiggehend Angst, ebenfalls in die Mühlen der Justiz zu geraten.

Die Autoren zeigen an Fakten auf, wie die Ermittler heiße Spuren außer Acht ließen. Sie befragen Nachbarn und Freunde sowie die Verwandten. Vor allem eines scheint dabei immer klarer zu Tage zu treten: Es gab Anzeichen dafür, dass Peggy misshandelt wurde. Von „Striemen auf ihrem Rücken“ wird erzählt. Die Mutter hat wechselnde Partner und scheint nicht gerade sehr darauf geachtet zu haben, wie diese ihre Tochter behandelten. Da muss sich der Leser fragen, warum dies nie dem Jugendamt gemeldet wurde. Oder war diesem die häusliche Situation bekannt? Eines kristallisiert sich sehr deutlich heraus: Niemand scheint der Meinung zu sein, dass der junge Mann, der nun im Gefängnis sitzt, der wahre Täter ist.

Ina Jung arbeitet als Journalistin und ist auch als Regisseurin und Filmbuchautorin tätig. Christoph Lemmer arbeitet als Journalist für den Hörfunk und die Printmedien. Gemeinsam gelingt es ihnen eine furchtbare Tragödie zu durchleuchten und dafür zu sorgen, dass „Der Fall PEGGY“ wieder neu aufgerollt wird. Ihrer Courage und ihrem Einsatz für die Wahrheit kann man nur großen Respekt zollen.

Leser, die Geschichten mögen, die das Leben schreibt, werden mit einem Buch belohnt, das informativ und gleichzeitig mit sehr viel Einfühlungsvermögen entstanden ist. Die Geschichte macht einen sehr betroffen und lässt Zweifel an unserem Justizsystem entstehen. Immerhin scheint hier der Spruch: „Im Zweifel für den Angeklagten“ – leider – (Einf. d. Red.) nicht wirksam geworden zu sein. Den Autoren wünschen wir an dieser Stelle auch weiterhin viel Glück und Mut, um für die Gerechtigkeit einzustehen und zu kämpfen.

Copyright by 2013 © Petra Weddehage (PW)

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Comments

  1. FRISCH AUFGENOMMEN: sfbasar.de » Blog Archiv » SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Tabu-Brecher” sagt:
    Dienstag 9. Juli 2013 um 18:37

    […] DER FALL PEGGY – DIE GESCHICHTE EINES SKANDALS – Rezension von Petra Weddehage DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN (Urfassung) – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf […]

  2. FRISCH AUFGENOMMEN: sfbasar.de » Blog Archiv » SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Die frühen Fälle der Milena Himiko Komore” sagt:
    Dienstag 9. Juli 2013 um 18:40 e

    […] BUCHBESPRECHUNG: DER FALL PEGGY – DIE GESCHICHTE EINES SKANDALS – Rezension von Petra Weddehage […]

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