AC/DC – Maximum Rock ’n‘ Roll

Mehr als 40 Jahre Geschichte einer dem Zeitgeist den Stinkefinger zeigenden Rockband werden auf mehr als 600 opulent gestalteten Seiten aufgeblättert. Den Schwerpunkt bilden die aufregenden Anfänge, wobei neben grundsätzlichen Fakten unwichtige Kleinigkeiten aufgegriffen werden, die den Lesern ‚beweisen‘ sollen, dass AC/DC unkonventionelle Teufelskerle sind. „Maximum Rock ’n‘ Roll“ ist stattdessen das erschreckend beliebige Porträt einer aufregenden Band, deren Werdegang ebenso ehrfürchtig wie unkritisch nacherzählt und mit langweiligen Fotos illustriert wird.

Das Erbe von Spiro Mound

1934 wird aus der Suche nach einem Mörder in einer kleinen Wüstenstadt eine Schatzsuche. Ein halbindianischer Gesetzesmann und eine junge Archäologin stellen sich gierigen Schurken in den Weg und geraten genretypisch in akute Lebensgefahr … – Der Plot von der Jagd auf einen alten Indianerschatz wird schlüssig und spannend entwickelt sowie zusätzlich geschickt mit dem Rückblick auf ein schwieriges Kapitel der jüngeren US-Geschichte kombiniert.

Eiskalt ist die Totenhand

Zwar sammelt diese zudem willkürlich zusammengestoppelte Sammlung Horrorgeschichten der Qualitätsstufen 2 und 3, die jedoch zügig zur unheimlichen Sache kommen und von ihrem Alter bzw. ihrer nostalgischen Verbrämung profitieren: Hier wird noch stimmungsvoll statt metzelstark gespukt, weshalb die autorenseitig gewünschte Gruselwirkung weitgehend erhalten blieb.

Das Moor von Baskerville

Unterstützt von Mary, seiner jungen Gattin, kehrt Meisterdetektiv i. R. Sherlock Holmes ins Dartmoor zurück, wo erneut ein Geisterhund sein Unwesen treibt … – Stimmungsvolle aber arg in die Länge gezogene und als Kriminalroman schlecht funktionierende Neuauflage der um Klassen besseren Originalgeschichte, der die Verfremdung der männlichen Hauptfigur erst recht nicht bekommt.

Das Licht der letzten Tage

Zwanzig Jahre nach der globalen Apokalypse versuchen die wenigen Überlebenden Fuß in einer zivilisationslosen Welt zu fassen, was vor allem denen Probleme bereitet, die sich an die Zeit vor dem Tag Null erinnern, wobei sie verdrängen, dass sie auch damals mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten … – Die Autorin verzichtet weitgehend auf die typischen „Post-Doomsday“-Elemente, sondern beschwört eine Stimmung des Verlustes. der Trauer und der Hoffnung herauf. Vergangenheit und Gegenwart wechseln einander ab, um zu unterstreichen, was sich geändert hat und was erhalten blieb.

Der Hund der Baskervilles

Für ein vor Jahrhunderten begangenes Unrecht wird das Geschlecht der Baskervilles von einem mörderischen Geisterhund gejagt. Nun soll der berühmte Detektiv Sherlock Holmes den Spuk bannen. Mit seinem treuen Gefährten Dr. Watson macht er sich auf in das Moor von Devonshire, wo des Nachts freilich nicht nur der Hund umgeht … – Berühmtester und mit Abstand bester der vier Holmes-Romane, gelungen in der Handlung, spannend, atmosphärisch unerhört dicht: jede Zeile mit Recht ein Klassiker des Kriminalromans.

Tödliche Geschenke

Als der vor Jahren verschollene jüngere Sohn knochenstückweise auf der Veranda des Elternhauses auftaucht, versucht sein Bruder die Lösung des makabren Rätsels und lüftet dabei gleich mehrere sorgfältig vertuschte Familien- und Ortsgeheimnisse … – Mit dem üblichen Sinn für das Absurde entwirft die Autorin ein klassisches Krimi-Rätsel, das nach vielversprechendem Auftakt zähflüssig wird und bis ins theatralische Finale bleibt: Jenseits ihrer „Mallory“-Serie liefert O‘Connell hier nur Durchschnitt ab.

Vielleicht mag ich dich morgen

Aureliana hat als Schülerin viele Jahre unter ihren Klassenkameraden gelitten. Sie war dick, trug auffällige Klamotten und war eher scheu. Nun, viele Jahre später, ist sie eine gestandene, sehr attraktive Frau. Niemand würde sie wohl mehr mit dem Mädchen in Verbindung bringen, das sie einst war. Doch alte Wunden drohen wieder aufzureißen als Aureliana, die sich nun Anna nennt, eine Einladung zum Klassentreffen erhält. Ihre Freunde raten ihr teilzunehmen um endlich über die Vergangenheit hinwegzukommen…

Die Sekte

Auf einer einsamen Insel realisiert ein fundamentalreligiöser Fanatiker groteske ‚Auslegungen‘ der Bibel, bis ihn ein neugieriger Reporter aufstört, endgültig in den Wahnsinn treibt und den Plan eingibt, durch ein furioses Finale unvergesslich zu werden … – Der vierte Roman der für ihre bizarren, meist sexuell unterfütterten Mordszenarien bekannten Autorin ist ein gut erzähltes Garn mit deutlichen Horror-Anleihen, das in seiner zweiten Hälfte auszufransen beginnt aber gute Unterhaltung bietet.

Wenn ich dich hole

Insa Stensen ist mit Ihrem Sohn Lewe zu Besuch bei der Schwiegermutter in Norddeutschland. Nach einem Einkauf haben die beiden Frauen einen Autounfall und tauchen im Anschluss daran nicht mehr zu Hause auf. Dort aber wartet der neunjährige Lewe auf ihre Rückkehr und hat Angst. Er kontaktiert seinen Vater Bendix Stensen, der sich auf dem Rückweg von einer Geschäftsreise befindet, aber wegen schlechten Wetters in Heathrow am Flughafen festsitzt. Bendix versucht aus der Ferne seinem Sohn zu helfen und setzt sich auch mit der örtlichen Polizei, einem Dorfpolizisten, in Verbindung…