Buchrezicenter.de

neuauflage

Illusionen

Erstellt von Werner Karl am 18. März 2012

Sigrid Lenz
Illusionen

(sfbentry)
AAVAA Verlag, Berlin, 1. Auflage: 07/2010
PB, Mystery-Thriller, Gay Romance
ISBN 978-3-86254-213-0
Titelgestaltung von Tatjana Meletzky
Autorenfoto von N. N.

www.aavaa.de
www.sigridlenz.de
www.imprindesign.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Samuel und der zehn Jahre jüngere Cem waren nicht nur Kollegen, angestellt beim gleichen Sicherheitsdienst, sondern auch ein Paar – bis Cem getötet wurde, als er Juwelendiebe aufzuhalten versuchte. Über diesen Verlust kommt Samuel einfach nicht hinweg, was auch daran liegt, dass ihm Cems Geist regelmäßig erscheint und mit ihm spricht. Daran ändert sich auch nichts, als Samuel seinem neuen Partner Antonio näher kommt. Samuel ist verwirrt, denn er fühlt sich noch nicht bereit für eine neue Liebe – und ist der attraktive Latino wirklich interessiert? Oder ist das bloß ein Missverständnis, und es geht ihm um etwas völlig anderes?

Die Geschichte, die Antonio schließlich erzählt, handelt von seiner Frau Alexandra, die sich immer mehr dem Okkulten hingab und nach einem Überfall tot – und ohne einen Tropfen Blut im Körper – aufgefunden wurde. Antonio ist davon überzeugt, dass es Parallelen bei beiden Fällen gibt. Samuel hingegen sieht keinerlei Zusammenhänge, aber seine Zweifel sind geweckt, und er folgt einer vagen Spur bis zu einer Bar mit sehr seltsamen Gästen und einem noch seltsameren Besitzer. Von da an wird es für Samuel immer schwieriger, zwischen der Realität und seinen Träumen zu trennen, und er beginnt sich selbst und seine Identität zu verlieren …

„Illusionen“ ist kein Mystery- oder Vampir-Roman wie die meisten anderen Titel, die innerhalb dieses Genres erscheinen. Das liegt allerdings nicht an der greifbaren, wenn auch vorsichtig beschriebenen Homo-Erotik, die ohne deftige Schilderungen und Worte auskommt, sondern an der Handlung und an den Charakteren. Die Geschichte beginnt zunächst wie ein bodenständiger Thriller: Ein Sicherheitsbeamter hat seinen Partner und Lover verloren, die Täter sind entkommen, Fall abgeschlossen – und er ist untröstlich. Dann fließen bereits die Mystery-Elemente hinein, und es werden stetig mehr, denn Samuel erscheint regelmäßig Cems Geist, die blutleere Leiche einer angeblichen Hexe wird gefunden, die Personen, die mit der Toten zu tun hatten, scheinen mehr zu wissen, als sie verraten, und Samuel rutscht immer tiefer in deren mysteriöses Milieu hinein und verliert sich zunehmend. Was ist real, was sind „Illusionen“? Das fragen sich Samuel und auch der Leser. Die Autorin bietet keine Patentlösung, sondern überlässt es dem Einzelnen, sich einen Reim auf die bizarre Handlung zu machen, deren Schluss noch einmal überrascht.

Sigrid Lenz‘ Stil ist angenehm; man merkt ihr die Routine an, denn sie veröffentlichte bereits mehrere Romane in den Bereichen Phantastik und Homo-Erotik mit fließenden Grenzen. Dank eines Lektors (Hans Lebek, Berlin) ist der Roman fehlerfrei. Layout und Satz sind gefällig. Der AAVAA Verlag bietet den Titel als Paperback mit normaler und extra großer Schrift, als Mini-Buch und als Ebook an. Schätzt man die Kombination von Mystery und Gay Romance, sollte man dem Titel eine Chance geben. Anders als die populäre japanische Spielart Boys Love und der westliche Shlash, die überwiegend an ein weibliches Publikum adressiert sind, spricht Sigrid Lenz auch die männliche Leserschaft an, die dem Thema nicht abgeneigt ist.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Erotik & Sexualität, Krimi & Thriller, Mystery | Keine Kommentare »

Die Nürnbergerin

Erstellt von Werner Karl am 12. Februar 2012

Ursula Schmid-Spreer
Die Nürnbergerin

(sfbentry)
AAVAA Verlag, Berlin, 1. Auflage: 04/2011
PB mit extra großer Schrift, Lokal-Krimi
ISBN 978-3-86254-246-8
Titelgestaltung von Yvonne Ludwig, Giengen unter Verwendung
eines Fotos von Medienintegration/Tamara Kohl, Nürnberg
Autorenfoto von N. N.

www.aavaa.de
www.wordart-nuernberg.de/Home/Uschi.htm

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Eine junge Frau fragt sich, wann man sie wegen des Mordes an einem Mann verhaften wird, an dem sie sich nach Jahren, in denen die Erinnerungen sie quälten, endlich gerächt hat. Dass sie ungestraft davon kommen würde, bezweifelt sie. Und so wartet sie und grübelt …

Unterdessen hat die Polizei die Ermittlungen in dem Fall bereits aufgenommen. Hauptkommissarin Belu Nürnberger, die an die Farbenlehre glaubt, Gummibärchen und saure Brause liebt, findet über die Farbe Gelb und Sonnensymbole in der Wohnung des Opfers zum ‚Schrein Deva der Sonne‘, eine dubiose Sekte. Kurz darauf wird eine weitere Leiche gefunden, diesmal die eines Sektenmitglieds. Das Pikante daran: Das Mädchen hatte Belu einen Zettel mit einem Hilferuf zugesteckt! Aber diese Spur scheint nicht weiterzuführen. Interessant sind hingegen die Anwesenden auf der Beerdigung des Toten und eine Beobachtung im Haus gegenüber …

Das Buch beginnt mit dem Bekenntnis einer Mörderin, deren Gedanken immer wieder in die laufende Handlung eingeschoben werden: Eigentlich wollte sie den Mann nicht töten, es ist einfach passiert. Sie wünschte sich, ihn leiden sehen, so wie sie selber gelitten hat, aber er erinnerte sich zunächst nicht einmal. Zwar findet sie, dass er es verdient habe, doch sie hatte die Tat nicht geplant. Nun wartet sie auf die Festnahme durch die Polizei. Da die Protagonistin ihre Identität bis zum Schluss nicht preisgibt, ihre Gedanken jedoch die Ermittlungen an spannenden Stellen unterbrechen und das Finale hinauszögern sollen, beginnt sie schon früh, sich zu wiederholen, sogar wortwörtlich.

In der zweiten Handlungsebene recherchieren Belu Nürnberger und ihr Team, das jedoch mehr kalauert, als tatsächliche Polizeiarbeit leistet. Meist sind es zufällige Beobachtungen, aber keine Indizien oder konkrete Hinweise, die den Fall voran bringen. Man hat das Gefühl, als habe sich die Autorin von diversen TV-Sendungen und Büchern inspirieren lassen, in denen das persönliche Drumherum – die Animositäten und Liebeleien – wichtiger sind als die eigentliche Krimihandlung und spannende Höhepunkte.

Dabei geht sie diesbezüglich kaum ins Detail; man erfährt wenig über die Beteiligten, so dass keine Beziehung zum Leser aufgebaut wird. Sie bleiben farblos, trotz Begeisterung für Farbenlehre und kleiner Marotten, wirken auch nicht sonderlich sympathisch und glaubwürdig, denn welche Kommissarin wünscht sich einen Mord, weil sie keine Lust auf liegen gebliebene Schreibarbeit hat? Zudem vergisst sie ein wichtiges Beweisstück – den Hilferuf des Sektenmitglieds -, tappt lange im Dunkeln und bohrt immer wieder hingebungsvoll in der Nase.

In Folge schleppt sich die Handlung träge dahin. Die bemüht lustigen Dialoge der Polizisten nerven bald genauso wie der Running Gag mit den Gummibärchen. Erst am Schluss nimmt das Tempo zu, plötzlich geht alles ganz schnell, die Zusammenhänge werden aufgedeckt, und der Täter gibt sich zu erkennen. Natürlich ist alles anders, als man dachte, aber die Überraschung ist kleiner, als erhofft. Immerhin bleiben keine Fragen offen. Der Lokalkolorit kommt hauptsächlich durch die Nennung von Straßennamen und Plätzen in Nürnberg zum Tragen, sowie durch fränkische Dialogstellen, die den Lesefluss hemmen. Die Kulisse und die Lebensart der Franken werden dadurch jedoch nicht veranschaulicht. Es springt leider kein Funke über.

Sehr schön ist, dass der AAVVAA Verlag seine Bücher auf die Bedürfnisse des modernen Lesers abstimmt: Man kann wählen zwischen Paperbacks in normaler und extra großer Schrift bzw. dem Ebook. Das Titelbild ist ansprechend; Papier, Satz und Layout sind in Ordnung. Die gelegentlichen Tipp- und Kommafehler halten sich in Grenzen und dürften nur wenigen Lesern auffallen.

Alles in allem ist „Die Nürnbergerin“ ein eher durchschnittlicher Lokalkrimi, der auch irgendwo anders hätte spielen können, da der Stadt Nürnberg als Hintergrund keine Bedeutung zukommt. Die Autorin bemüht sich, eine Menge in die Geschichte hineinzupacken (Gewalt gegenüber Frauen, Prostitution, Sektierer etc.), aber weniger, und das ausführlicher beleuchtet, wäre mehr gewesen. Das gleiche gilt für die Protagonisten, die man lieber bei ihren Recherchen begleitet, als im Büro beim Gummibärchenfuttern und Nasebohren beobachtet hätte.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Illusionen

Erstellt von Werner Karl am 11. Februar 2012

Sigrid Lenz
Illusionen

(sfbentry)
AAVAA Verlag, Berlin, 1. Auflage: 07/2010
PB, Mystery-Thriller, Gay Romance
ISBN 978-3-86254-213-0
Titelgestaltung von Tatjana Meletzky
Autorenfoto von N. N.

www.aavaa.de
www.sigridlenz.de
www.imprindesign.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Samuel und der zehn Jahre jüngere Cem waren nicht nur Kollegen, angestellt beim gleichen Sicherheitsdienst, sondern auch ein Paar – bis Cem getötet wurde, als er Juwelendiebe aufzuhalten versuchte. Über diesen Verlust kommt Samuel einfach nicht hinweg, was auch daran liegt, dass ihm Cems Geist regelmäßig erscheint und mit ihm spricht. Daran ändert sich auch nichts, als Samuel seinem neuen Partner Antonio näher kommt. Samuel ist verwirrt, denn er fühlt sich noch nicht bereit für eine neue Liebe – und ist der attraktive Latino wirklich interessiert? Oder ist das bloß ein Missverständnis, und es geht ihm um etwas völlig anderes?

Die Geschichte, die Antonio schließlich erzählt, handelt von seiner Frau Alexandra, die sich immer mehr dem Okkulten hingab und nach einem Überfall tot – und ohne einen Tropfen Blut im Körper – aufgefunden wurde. Antonio ist davon überzeugt, dass es Parallelen bei beiden Fällen gibt. Samuel hingegen sieht keinerlei Zusammenhänge, aber seine Zweifel sind geweckt, und er folgt einer vagen Spur bis zu einer Bar mit sehr seltsamen Gästen und einem noch seltsameren Besitzer. Von da an wird es für Samuel immer schwieriger, zwischen der Realität und seinen Träumen zu trennen, und er beginnt sich selbst und seine Identität zu verlieren …

„Illusionen“ ist kein Mystery- oder Vampir-Roman wie die meisten anderen Titel, die innerhalb dieses Genres erscheinen. Das liegt allerdings nicht an der greifbaren, wenn auch vorsichtig beschriebenen Homo-Erotik, die ohne deftige Schilderungen und Worte auskommt, sondern an der Handlung und an den Charakteren. Die Geschichte beginnt zunächst wie ein bodenständiger Thriller: Ein Sicherheitsbeamter hat seinen Partner und Lover verloren, die Täter sind entkommen, Fall abgeschlossen – und er ist untröstlich. Dann fließen bereits die Mystery-Elemente hinein, und es werden stetig mehr, denn Samuel erscheint regelmäßig Cems Geist, die blutleere Leiche einer angeblichen Hexe wird gefunden, die Personen, die mit der Toten zu tun hatten, scheinen mehr zu wissen, als sie verraten, und Samuel rutscht immer tiefer in deren mysteriöses Milieu hinein und verliert sich zunehmend. Was ist real, was sind „Illusionen“? Das fragen sich Samuel und auch der Leser. Die Autorin bietet keine Patentlösung, sondern überlässt es dem Einzelnen, sich einen Reim auf die bizarre Handlung zu machen, deren Schluss noch einmal überrascht.

Sigrid Lenz‘ Stil ist angenehm; man merkt ihr die Routine an, denn sie veröffentlichte bereits mehrere Romane in den Bereichen Phantastik und Homo-Erotik mit fließenden Grenzen. Dank eines Lektors (Hans Lebek, Berlin) ist der Roman fehlerfrei. Layout und Satz sind gefällig. Der AAVAA Verlag bietet den Titel als Paperback mit normaler und extra großer Schrift, als Mini-Buch und als Ebook an.

Schätzt man die Kombination von Mystery und Gay Romance, sollte man dem Titel eine Chance geben. Anders als die populäre japanische Spielart Boys Love und der westliche Shlash, die überwiegend an ein weibliches Publikum adressiert sind, spricht Sigrid Lenz auch die männliche Leserschaft an, die dem Thema nicht abgeneigt ist. (IS)

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Erotik & Sexualität, Krimi & Thriller, Mystery | Keine Kommentare »

Dorian – Tränen eines Vampirs 1

Erstellt von Werner Karl am 15. Januar 2012

K. C. Hayes
Dorian – Tränen eines Vampirs 1

freie edition im AAVAA Verlag, Berlin
1. Auflage: 07/2011
PB mit extra großer Schrift
Horror, Romantic Mystery, Urban Fantasy, Krimi
ISBN 978-3-86254-410-3
Titelgestaltung von K. C. Hayes in Zusammenarbeit mit:

www.fotolia.de und Fotograf Ivan Bliznetsov
www.aavaa.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Seit ihre Eltern gestorben sind, versucht Tess O‟Connell, sich allein durchzuschlagen. Eigentlich hatte sie eine glänzende Zukunft vor sich: Bestnoten in der Schule, ein Stipendium fürs College, einen Job als Innenarchitektin …, doch um der Erinnerungen willen kündigt sie und führt die Kneipe weiter, die ihrem Vater und einem Freund der Familie gehörte. Durch Brandstiftung verliert sie ihre karge Einkommensquelle und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Wieder aus dem Krankenhaus heraus will sie einen Schlussstrich ziehen und mit dem Mann abrechnen, der ihr schlimmste Dinge angetan hat.

Dorian St. Clair und sein Partner Kyle Logan sind Detectives des NYPD. Niemand weiß, dass die hohe Aufklärungsquote des Teams auf dem Umstand beruht, dass Dorian ein Vampir ist und seine besonderen Fähigkeiten einsetzt. Selbst Kyle hat keine Ahnung. Sie glauben, es sei reine Schikane ihres Chefs, als dieser Dorian vom Dienst suspendiert, nachdem sie den Brandstifter fassten. Tatsächlich steht der Vorgesetzte unter der Kontrolle des Vampirs, den Dorian seit Jahrhunderten vernichten will. Als sich Tess und Dorian begegnen, ist die junge Frau zunächst alles andere als angetan von dem gutaussehenden Cop, der sich sehr seltsam benimmt. Er hingegen hat sich sogleich in Tess verliebt – und erkannt, dass sie von einem Vampir markiert wurde …

K. C. Hayes schwimmt mit „Dorian – Tränen eines Vampirs“ auf der noch immer populären Welle der romantischen Vampir-Romane mit, leider ohne dem Thema eine neue Facette hinzufügen zu können. Ihr Roman (Bd. 1 von vermutlich 2) fußt vielmehr auf bekannten Klischees: der ‚böse„ Vampir, der sich die Welt Untertan machen will und vom ‚guten„ Vampir gejagt wird; die Schöne mit der tragischen Vergangenheit, die auf Rache sinnt und unverhofft einen Beschützer findet; das Milieu der harten, oft korrupten Cops und ihrer skrupellosen Widersacher, darunter die ‚bösen„ Vampire.

Was man aus dem TV und einschlägigen Romanen kennt, findet sich auch hier. Der Background ist Standard, die Charaktere bleiben Archetypen, die keinerlei Individualität entwickeln. Bei der Lektüre hat man den Eindruck, als habe die Autorin ohne konkretes Konzept ‚einfach drauf los geschrieben„, denn sie verstrickt sich in Widersprüche (z. B. muss Dorian töten, um seinen Hunger zu stillen, dann wieder kontrolliert er sich und lässt die Prostituierte, die er regelmäßig besucht, am Leben) und versieht ihre Figuren nach und nach mit immer mehr Details (Tess„ Markierung durch einen Vampir, ihr Kontakt zum Brandstifter), um Konflikte zu erzeugen, die die Handlung spannender gestalten und in die gewünschten Bahnen lenken sollen.

Darüber und aufgrund von unwesentlichen Informationen verliert man jedoch den roten Faden aus den Augen – Dorians Suche nach Laskar -, an die oft nur die Flashbacks erinnern, welche schildern, was vor Generationen geschah, bevor am Ende des Buchs die Fäden wieder zusammengefügt werden, Cliffhanger inklusive. Weniger wäre mehr gewesen. Das gleiche gilt für die ‚romantischen„ Momente. Fakt ist: Es gibt keine! Alle Figuren haben Beziehungsprobleme, die von Gefühlskälte über Gewaltausbrüche bis hin zu perversen Praktiken reichen. Zwar gibt es keine wirklich explizite Szenen (andere Autorinnen gehen sehr viel weiter), aber die Beschreibungen sind so derb wie die Dialoge der Cops, der Verbrecher und der lower classes. Die ‚Bösen„ sind ‚böse und pervers„, die ‚Guten„ sind … kaum besser und darum auch nicht sonderlich sympathisch.

Vielleicht ändert sich das alles in Bd. 2, schließlich bleiben noch zahlreiche Fragen, die einer Antwort harren, aber nachdem man sich durch diesen Teil mühte, ist man skeptisch, denn es fallen außerdem formale Fehler auf: Die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler, fehlende und doppelte Wörter, unpassend und falsch gewählte Ausdrücke werfen die Frage auf, ob überhaupt ein Lektor das Manuskript gesichtet hat. Über den einen oder anderen Tippfehler sieht man stillschweigend hinweg, aber hier sind die Fehler Legion und wirken auf Dauer störend.

„Dorian – Tränen eines Vampirs“ wendet sich an die eingefleischten Fans der Romantic Mystery, kann jedoch nicht wirklich deren Erwartungen erfüllen, da derbe Worte keine romantischen Szenen ersetzen. Stattdessen gibt es Action und Blut, aber daraus ergeben sich keine Entwicklungen, die den Leser packen. Die Location und die Protagonisten sind austauschbar und vermögen nicht zu überzeugen. Ein großes Manko sind zudem die vielen Rechtschreibfehler. Schade!

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Fantasy, Horror, Mystery | Keine Kommentare »

Galgenmännchen

Erstellt von Werner Karl am 5. Dezember 2011

Sigrid Lenz
Galgenmännchen

AAVAA Verlag, Berlin, 06/2010
TB, Horror
ISBN 978-3-8625-4109-6
Titelgestaltung von Tatjana Meletzky

www.aavaa.de
www.sigridlenz.de
www.imprintdesign.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Als Kristen in tiefer Dunkelheit erwacht, dauert es etwas, bis sie sich ihrer Situation bewusst wird. Das, was als Schulübernachtung begann, nimmt plötzlich groteske Züge an. Warum liegt sie allein im dunklen Keller der Schule, wo sind die anderen, und was ist geschehen? Nach und nach findet sich die Klasse, aber die seltsamen Begebenheiten sind noch lange nicht zu Ende. Alle Türen sind verschlossen, die Lehrerin ist verschwunden.

Was ist hier los? Und warum fühlt sich Kristen zu der schüchternen Adriana hingezogen? Als die ersten Schüler auf grausame Weise ermordet werden, beginnt für die anderen ein Wettlauf gegen den Tod. Sie müssen ergründen, was hier gespielt wird. Und die Wahrheit ist schlimmer, als sie es sich vorstellen können …

Mit „Galgenmännchen“ legt Autorin Sigrid Lenz einen Roman vor, der von Jugendlichen handelt, nicht aber für Jugendliche gedacht ist. Das Thema und die Szenen richten sich an erwachsene Leser, die mit Horror und Blut umgehen können. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite. Und gerade, wenn der Leser denkt, hinter die geschickt ausgedachte Story gekommen zu sein, wird er eines Besseren belehrt, und neuer Schrecken wartet auf ihn. Die Autorin versteht es, die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Die zarte Liebesgeschichte zwischen Kristen und ihrer Mitschülerin ist dabei sehr viel mehr als schmückendes Beiwerk, wie man im Verlauf des Romans erkennt.

Auch hier zeigt die Autorin, dass sie einen guten Plot zu spinnen versteht. Ein Plot, der vom Ende durchaus abgerundet wird. Doch bei recht viel Licht muss auch ein wenig Schatten angesprochen werden – das Lektorat hält leider nicht immer mit der gut gestrickten Story Schritt. Da als Rezensionsexemplar das eBook vorlag, kann zur Ausstattung des Taschenbuchs nichts Näheres gesagt werden. Das eBook – als ePub bestellt – ließ sich jedoch sowohl auf dem iPad als auch auf dem iPhone und unter Adobe Digital Editions auf dem MacBook sehr gut lesen. Einzig das Bild der Autorin auf der letzten Seite wirkte verzerrt.

„Galgenmännchen“ ist ein Horror-Roman, der Spaß macht und bis zum Ende spannend bleibt – und daher empfohlen werden kann.

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen (GA)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Horror | Keine Kommentare »

Der Mitternachtsdom

Erstellt von Werner Karl am 30. Juli 2011

Peter Nathschläger
Der Mitternachtsdom

AAVAA Verlag UG, Berlin, 1. Auflage: 10/2010
PB, Drama, Mystery
ISBN 978-3-86254-117-1
Titelgestaltung von Tatjana Meletzky

www.aavaa-verlag.de
http://nathschlaeger.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Der Dachstein ist der Hauptgipfel des Dachsteinmassivs. Er hat die Form eines Doppelgipfels: Der Hohe Dachstein ist mit 2.995 m. ü. A. der höchste Gipfel des Dachsteingebirges und gleichzeitig der höchste Gipfel der österreichischen Bundesländer Oberösterreich und Steiermark. Diesem ist nördlich in 400 m Entfernung der Niedere Dachstein mit einer Höhe von 2.934 m. ü. A. vorgelagert.“

Das – und manches mehr – verrät die Wikipedia, wenn man Näheres über den Ort erfahren möchte, an dem der Wiener Autor Peter Nathschläger sein Mystery-Drama spielen lässt. Sucht man nach Hinweisen, ob der Geschichte wahre Begebenheiten zugrunde liegen, wird es schon schwieriger, denn Unglücksfälle, bei denen Bergsteiger verletzt wurden oder gar ums Leben kamen, gibt es so einige, und natürlich auch mutige Bergretter, deren Arbeit das Fernsehen dokumentierte. Im Gedenken an eine Schulklasse und deren Lehrer, die bei einer Bergwanderung auf dem Dachstein ums Leben kamen, beschließen die Schüler Martin Thaler und Andreas Seiler, dieselbe Tour zu machen.

Am Ziel hat Martin seltsame Visionen, als würden die Geister der Verstorbenen nach ihm rufen und ihn bitten, ihnen endlich zur ewigen Ruhe zu verhelfen. Am nächsten Morgen glaubt er, geträumt zu haben. Das ergreifende Erlebnis veranlasst die beiden, sich für die Bergwacht zu melden. Mit gerade mal 18 Jahren sind sie die jüngsten Mitglieder. Bei einer groß angelegten Feier mit Pressepräsenz sollen an ihrer Stelle jedoch zwei Politikersöhne auf den Dachstein fahren. Der Leiter der Bergwacht durchkreuzt diese Pläne und schickt stattdessen Andreas und Martin hinauf. Wenig später kommt es zur Tragödie: Ein Hubschrauber stürzt ab, und mehrere Bergführer werden in die Tiefe gerissen, darunter auch Martin. Schwer verletzt quert er den Dachstein und wird in einer Mammuthöhle gefunden. Keiner kann sich erklären, was ihn in seinem Zustand zu dieser Anstrengung bewog, auch nicht Andreas …

„Der Mitternachtsdom“ ist in erster Linie ein Bergsteigerdrama, das anhand zweier junger Männer zu erklären versucht, was jemanden motiviert, gefährliche Gipfel zu erklimmen bzw. sich zum Bergretter ausbilden zu lassen: sportlicher Ehrgeiz, die Erhabenheit der Berge, religiöse Gefühle, der Wunsch, Menschen in Not zu helfen. Obwohl die Mitglieder der Bergwacht eine umfassende Ausbildung durchlaufen, sind auch sie nicht vor Unglücksfällen gefeit. Ein kleiner Fehler, menschliches Versagen, ein unvorhersehbares Ereignis genügt schon, um eine Tragödie nach sich zu ziehen, so auch hier. Martin überlebt zwar den Absturz, doch bis der Bergungstrupp ihn findet, passiert noch etwas anderes, etwas Mystisches, was nur der Leser erfährt. Er darf selbst entscheiden, ob der sensible und trotz seiner Zweifel gläubige Junge etwas hörte und sah, was sich anderen nicht offenbarte, oder ob seine Visionen dem Delirium zuzuschreiben sind. Wie auch immer, der Protagonist schafft in diesen Stunden das, was er sich immer gewünscht hatte, nämlich durch die Vergangenheit zu greifen und die Seelen der Toten ‚heimzubringen„.

Tatsächlich findet er sich selber und kommt mit Gott und der Welt ins Reine. Seine Probleme – das Elternhaus, die Beziehung zu Andreas, der ihn liebt und für den er ebenfalls mehr empfindet, als er es sich aufgrund seiner konservativen Erziehung bisher eingestehen konnte – sind nun nicht mehr von Bedeutung. Er reißt die Mauern nieder, die die Gesellschaft und er selber um sich errichteten. Ob ihm die Geister dabei halfen oder sich seine Sichtweise veränderte durch das Begreifen, wie klein der Mensch im Rahmen von Gottes Schöpfung ist, ist eine Frage der Interpretation. Die homoerotische Beziehung zwischen Martin und Andreas, die aus Freundschaft und gegenseitigem Verstehen erwuchs, sich aber nicht entwickelt, ist kein großes Thema. Zum einen wird sie durch die gesellschaftlichen Zwänge im Keim erstickt, zum anderen ist sie für die Handlung nicht relevant. Freundschaft und Liebe sind ein zwischenmenschlicher Aspekt, unabhängig von der sexuellen Orientierung. Der Autor bleibt sich damit selber treu, denn auch seine anderen Bücher haben diese Ausrichtung.

Dennoch ist „Der Mitternachtsdom“ nicht das, was man gemeinhin erwartet, wenn von ‚Schwulen-Literatur„ die Rede ist. Deftige Momente sucht man vergeblich; nur eine Szene fällt etwas deutlicher aus. Der Roman ist ein Mystery-Bergsteiger-Drama mit religiös-philosophischer Tendenz – und nichts anderes. In Folge wendet er sich in erster Linie an Leser, die sich für das Thema interessieren, und erst in zweiter Linie an jene, die gezielt nach Büchern mit homosexueller Orientierung suchen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Drama, Mystery | Keine Kommentare »

Fassaden

Erstellt von Werner Karl am 5. Juni 2011

Susanne Sonntag
Fassaden

AAVAA Verlag
ISBN 978-3-86254-265-9
Thriller
1. Auflage 2010
Covergestaltung: Tatjana Meletzky, Berlin
Taschenbuch, 284 Seiten

www.aavaa.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Susanne Sonntag wurde 1975 im südbadischen Emmendingen geboren und verbrachte dort ihre Schulzeit. Nach dem Abitur arbeitete die Autorin unter anderem in Südafrika und den USA und fand schließlich als Flugbegleiterin einer internationalen Fluggesellschaft ihren Traumberuf, in dem sie bis heute arbeitet. Erst im Jahr 2004 setzte sie sich intensiv mit dem Schreiben auseinander. Es folgten zahlreiche Kurzgeschichten für Anthologien und Frauenzeitschriften. „Fassaden“ ist ihr erster Roman. Susanne Sonntag lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im grenznahen Frankreich.

Zum Buch:

Alexandra Hofer ist Flugbegleiterin und seit kurzem mit Thorsten verheiratet, der ein Kind aus erster Ehe hat. Das Mädchen, Lea, lebt abwechselnd bei ihrer Mutter und ihrem Vater und damit zwangsläufig auch in Alexandras Haushalt. Alexandras Beziehung zur Tochter ihres Mannes ist alles andere als gut und so ist sie recht verärgert als sie nach der Rückkehr von einem Flug den Anruf von Thorsten erhält, dass sie auf Lea aufpassen soll, weil diese plötzlich erkrankt ist und er selbst nicht abkömmlich ist. Merkwürdigerweise aber findet Alexandra ihren Wagen nicht auf Anhieb. Es stellt sich heraus, dass dieser abgeschleppt wurde, weil ihre Parkmarke nicht, wie eigentlich immer, an der Windschutzscheibe hing. Kurz darauf geschehen noch merkwürdigere Dinge, jemand scheint ins Haus eingebrochen zu sein und die Tapete in Leas Zimmer aufgeritzt zu haben usw. Thorsten ist hier nicht der fürsorgliche Ehemann, sondern ein unsympathischer Zeitgenosse, der jeden Fehler zunächst immer bei seiner Frau sucht.

Alexandra fühlt sich am Rande eines Zusammenbruches und lässt sich durch einige ihr nahe stehende Personen in ihrer Meinung bestärken, dass mit ihr selbst etwas nicht stimmen könnte. Diese Vermutung liegt doch nahe, wo bereits ihre Mutter in  psychiatrischer Behandlung war und schließlich Selbstmord beging. Alexandras Schwester Eva kommt auf die Idee Dr. Hagen aufzusuchen, den Arzt, der als Einziger auch die Vergangenheit ihrer gemeinsamen Mutter kannte. Doch damit werden Ereignisse in Gang gesetzt, die Alexandra nicht erahnen konnte.

Susanne Sonntag entführt uns in die Vergangenheit einer Familie, in der das Leben nicht immer ein leichtes war. Viele Charaktere, die hier nach und nach in den Vordergrund rücken, haben sich ihr Leben zu Recht gerückt, haben Fassaden aufgebaut, die die Wahrheit verdecken. Hier möchte ich vor allem den Titel des Buches als besonders gute Wahl bezeichnen.

In Rückblicken werden Ausschnitte aus der Vergangenheit präsentiert, die der Leser erst nach und nach bestimmten handelnden Personen zuordnen kann. Lange fragt sich der Leser, wer hinter allen diesen Geschehnissen stecken mag, aber die Wahrheit ist wohl völlig anders als erwartet. Für ihren ersten Roman präsentiert die Autorin hier ein wirklich gelungenes Werk mit schönen Ideen und interessanter Umsetzung. Ein großes Manko des Buches sind die vielen Fehler, die auf ein mangelhaftes Lektorat zurückgeführt werden müssen. Das Cover ist passend, leider nur ist der Einband nicht besonders gut, so dass das vordere Cover bereits nach einmaligem Öffnen des Buches immer leicht abgerundet in die Höhe steht.

Wer einmal einen Blick hinter so manche menschliche Fassade werfen möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Krimi & Thriller | 8 Kommentare »