Buchrezicenter.de

neuauflage

Das Tal – Das Spiel

Erstellt von Werner Karl am 9. Januar 2011

Krystyna Kuhn
Das Tal – Das Spiel
Band 1

(sfbentry)
Arena Verlag
ISBN 978-3-401-06472-7
Jugendbuch
1. Auflage 2010
Covergestaltung: Frauke Schneider
Klappenbroschur, 304 Seiten

www.das-tal.com
www.das-tal-lesen.de
www.arena-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Würzburg und Göttingen. Mitte der 80er hielt sie sich im Rahmen ihres Studiums länger in Moskau und Krakau auf. Sie arbeitete als Redakteurin und Herausgeberin. Seit 998 ist sie freischaffende Schriftstellerin. Durch ein Stipendium am Literaturhaus München wurde die Entstehung des ersten Romans „Fische können schweigen“ gefördert, der 2001 erschien.

Zum Buch:

Das Grace-College inmitten der Rocky Mountains, weit abgelegen von der nächsten Ortschaft und inmitten eines Waldgebietes an einem See gelegen, ist das Ziel von Robert und Julia. Die zwei jungen Menschen kommen dort eine Woche nach dem offiziellen Semesterbeginn an. Ein Geheimnis umgibt sie, das mit ihrer Familie zusammenhängt und das niemand erfahren darf. So hofft Julia am Grace College endlich Ruhe zu finden, aber es soll anders kommen.

Ihr Bruder Robert scheint sich an diesem Ort keineswegs wohl zu fühlen. Schlimme Träume plagen ihn und das gesamte Gebäude flößt ihm Angst ein. Mit dem Grundriss und den Wänden und allen Zahlen, die mit dem Gebäude in Zusammenhang stehen, scheint etwas nicht zu stimmen. Außerdem ist das Grace College über Google Earth nicht zu finden. Wie kann das sein? Im Gegensatz zu Robert gewöhnt Julia sich etwas leichter an das Leben im College und findet schnell Anschluss. So besuchen die Geschwister auch die geplante Einweihungsparty für die Freshman, die am Bootshaus stattfinden soll. Bei dieser Party jedoch beobachtet Robert ein Mädchen, das von den Klippen ins Wasser stürzt. Er versucht sie zu retten und gerät selbst in Gefahr. Das Mädchen ist fortan verschwunden. Wie kann das sein? Hat der See, der Julia bereits gleich zu Beginn sonderbar erschien, etwas damit zu tun? Warum ist das Wasser manchmal so ruhig und dann wieder unberechenbar?

Das Buch „Das Tal – Das Spiel“ ist der Beginn einer Reihe und das wird hier auch sehr deutlich. Sehr viele Fragen bleiben unbeantwortet, sehr viele Möglichkeiten werden eröffnet und nicht weiter gesponnen. Die Handlung des ersten Bandes kommt zwar an sich zu einem Abschluss, lässt den Leser aber nicht vollkommen befriedigt zurück. Es gibt hier noch so viel mehr, was an die Oberfläche drängt und nicht aufgeklärt wird. Viele Charaktere werden nur angerissen und auch am Ende des Buches ist unklar wer sie wirklich sind und wie sie sind. Mit dieser Taktik baut die Autorin zwar eine enorme Spannung auf, muss diese aber nun in die Folgebände hinüber retten um dort vielleicht mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

Dieser Auftaktband lässt mich zwiegespalten zurück. Die grundlegende Idee ist gut, Spannung wird erzeugt, es gibt Geheimnisse, eine Tote und ungewöhnliche Ereignisse, aber zu wenig Fragen werden beantwortet. Zeitweilig habe ich das Gefühl gehabt überhaupt nicht voranzukommen, weil sich der Berg der Fragen immer mehr erweitert hat.

Diese Geschichte liebt man, weil sie so geheimnisvoll ist oder man hasst sie, weil sie so offen ist. Dazwischen gibt es nichts. Wer nun mehr erfahren will, der sollte die nächsten Bände der Reihe lesen.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Kinder & Jugend | Keine Kommentare »

Der Pate von Florenz

Erstellt von Werner Karl am 21. Dezember 2010

Rainer M. Schröder
Der Pate von Florenz
Die Medici-Chroniken 2

(sfbentry)
Arena Verlag, Würzburg, 07/2010
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch 06199, Historischer Thriller
ISBN 978-3-401-06199-3
Titelillustration von Klaus Steffens

www.arena-verlag.de
www.rainermschroeder.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der neuste Streich von Rainer M. Schröder führt in das Italien der Renaissance zurück. Er widmet sich in seiner Trilogie „Die Medici-Chroniken“ einer der schillerndsten Familien dieser Zeit und Region, die wie keine andere den Geist dieser Epoche des Aufbruchs verkörperte und lebte. Stand im ersten Buch noch der Mann im Mittelpunkt, der die unumschränkte Macht seines Geschlechts begründete, so ist es in „Der Pate von Florenz“ Lorenzo de Medici, den man bereits zu Lebzeiten den ‚Prächtigen„ nannte. Unter seiner Führung erreichte die Machtfülle der Familie ihren Höhepunkt, aber das kostete auch seinen Preis.

Auch nach fast fünfzig Jahren liegt die Macht in Florenz immer noch in den Händen der Medici. Der junge Lorenzo de Medici herrscht unangefochten über seine Familie und diejenigen, die sich ihm angeschlossen haben. Er scheint in politischem Geschick, Weitsicht und List noch seinen Vorfahren Cosimo zu übertreffen. Aber er hat auch eine Schwäche: seinen jüngeren Zwillingsbruder Giuliano, dem er zwar keine Macht zugesteht, aber in Liebe zugetan ist. Lorenzo ist klar, dass er Feinde unter den anderen Mächtigen der Stadt und der Kirche hat, aber auch er ist nicht allwissend. Obwohl er ahnt, dass ständig Intrigen gegen ihn geschmiedet werden, kann er doch nicht sagen, wer die Verschwörer sind und wann sie zuschlagen werden. So ist er immer auf der Hut und vertraut nur wenigen.

Zu diesen gehört Sandro Fontana, der den Medici schon seit fünfzig Jahren treu dient. Er hat nach dem Tod seiner ersten Frau Tessa wieder geheiratet. Seine Zwillingssöhne Marcello und Alessio sind als Spielgefährten der Medici-Brüder aufgewachsen. Doch da ist auch noch Silvio, der Sohn seines ersten Kindes Jacopo. Im Gegensatz zu den beiden anderen Jungen ist dieser zu einem haltlosen Spieler und Verführer geworden, der den Ärger förmlich anzieht. Während hinter den Kulissen die Verschwörer ihre Messer zu wetzen beginnen, verliebt sich Marcello in Fiora Bellisario, die Tochter eines Goldschmiedes, die eigentlich unter seinem Stand ist. Sie ist nicht nur schön, sondern auch selbstbewusst, ganz anders als die Frauen, die sein Vater ihm vorschlägt. Noch ahnt er nicht, dass genau diese Liebe die Verbindungen knüpft, die einige Feinde der Medici noch brauchen, um näher an Giuliano und Lorenzo heran zu kommen. Denn da sind einige, die für Geld alles tun würden – aber nicht über die Folgen nachdenken.

Wie im ersten Band nutzt Rainer M. Schröder die Handlungsebene um die Medici, um die politischen Entwicklungen und Intrigen im Staat in Worte zu fassen, während die Haupthandlung wieder einmal ein junges Paar in den Mittelpunkt stellt, das aufgrund seiner Abstammung eigentlich nicht zusammen kommen dürfte. Durch Fiora lernt der Leser ein wenig mehr von dem Florenz der einfachen Leute aus der Handwerker-Schicht kennen. Auch hier nimmt die Heldin eine besondere Stellung ein, ist sie doch zur geheimen Gehilfin ihres Vaters geworden, der aufgrund seiner zitternden Hände eigentlich nicht mehr arbeiten kann, obwohl Frauen in diesem Handwerk nichts zu suchen haben. Durch die Familie Fontana erfährt man mehr über die Strukturen, die die Gefolgschaft der Medici zusammen halten – und tatsächlich erinnert dies an das Verhältnis von Treue und Fürsorge, das heute noch in den Mafia-Clans zu finden ist.

Die Figuren selbst sind vielschichtig. Lorenzo de Medici wird weder glorifiziert noch als Monster dargestellt. Er hat seine konsequent skrupellosen Seiten, ist aber auch ein fühlender Mensch, der zu denen steht, die ihm vertrauen. Man merkt ihm und den anderen Helden durchaus das Dilemma an, in dem sie stecken, auch wenn sie oft nicht viel anders handeln als ihre Widersacher. Doch im Gegensatz zu diesen opfern sie keine Unschuldigen. Was den Verlauf der Romanze angeht, so gleich das Buch seinem Vorgänger. Auch diesmal wird das Mädchen zum Spielball zwischen den Medici und ihren Feinden. Der einzige Unterschied ist, dass die Heldin nicht nur mit ihrem Geliebten zu tun hat sondern auch mit dessen bestem Freund. Alles in allem erfährt man aber einiges über das Leben der Menschen und die politischen Intrigen und Machenschaften der mächtigen Familien im Florenz der Medici und der näheren Umgebung der Stadt.

Der Roman ist nicht ganz so dramatisch wie der erste, aber durchaus spannend, da man nie weiß, inwieweit die Liebenden sich bereits in das Netz der Verschwörer verstrickt haben. „Der Pate von Florenz“ verknüpft einmal mehr historische Ereignisse mit einer abwechslungsreichen Geschichte, die auch das Leben zu dieser Zeit plastisch darstellt. Darüber hinaus vergisst der Autor nicht, seine spannende Handlung voran zu treiben, so dass es keine Längen gibt und es bis zum Ende dramatisch bleibt.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Historisch, Kinder & Jugend, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

In die Tiefe

Erstellt von Werner Karl am 20. Dezember 2010

Roderick Gordon & Brian Williams
In die Tiefe
Tunnel 3

(sfbentry)
Free Fall, GB, 2009
Arena Verlag, Würzburg, 08/2010
HC mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Jugendbuch 6515, Mystery
ISBN 978-3-401-06515-1
Aus dem Englischen von Franca Fritz und Heinrich Koop
Titelbild von David Wyatt

www.arena-verlag.de
www.tunnelsthebook.com/
www.tunnel-das-buch.de
www.david.wyatt.btinternet.co.uk/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wer sagt, dass in den Tiefen der Erde nur Stein und Magma ist oder ein glühender Kern? Will Burrows und sein Vater wissen es inzwischen besser, denn sie haben tief unter London und Südengland eine Welt entdeckt, die es eigentlich nicht geben dürfte, aber doch existiert. Vor allem der Junge hat mehr damit zu tun, als er zunächst ahnt. Als sein Vater verschwindet, macht sich Will zusammen mit seinem Freund Chester auf die Suche nach ihm. Sie entdecken nicht nur eine in einer großen Höhle befindliche Stadt, sondern müssen auch erkennen, dass sich hier Unheil für die Oberflächenwelt anbahnt.

Will erfährt, dass er durch seine leibliche Mutter Sarah selbst Teil der Gesellschaft ist, die hier lebt und sich seit Jahrhunderten an sehr strenge Traditionen hält. Während Chester im Kerker landet, wird er von seiner eigentlichen Familie aufgenommen und muss lernen, sich ohne Wenn und Aber einzufügen. Er stellt aber recht schnell fest, dass das friedliche Leben nur eine Illusion ist und die Menschen in Wahrheit von einer anderen Art beherrscht werden: den Styx. Diese sind den Menschen sehr ähnlich, dulden aber keinen Widerspruch und wollen sich die Erde Untertan machen.

So hält Will es nicht lange aus und versucht zu fliehen. Dabei lernt er den Widerstand kennen, der schon lange etwas gegen die Styx zu unternehmen versucht. Mit ihnen befreit er Chester und versucht, gegen die Herren der Unterwelt anzukämpfen, bis zu dem Moment, in dem er erfährt, dass seine eigene Schwester Rebecca zu den Feindengehört und ihn all die Jahre überwachte, um ihn nun zu einem willfährigen Werkzeug zu machen. Doch der Junge spielt nicht mit. Am Ende stürzen alle – Freunde und Gegner – nach einem dramatischen Kampf in die Tiefe.

Dort unten erwarten sie nicht nur viele tödliche Gefahren – denn dort halten sich Spinnen und andere Monster der Tiefe verborgen, die nach frischem Fleisch gieren, ferner undurchsichtige Einzelgänger, die nicht wirklich die Wahrheit sagen, Artefakte, die sie nicht hier vermutet hätten –, sondern neben Rebecca überraschender Weise auch noch Wills Vater, der inzwischen viele Wunder und einen anderen Weg in die Freiheit gefunden zu haben scheint. Das ist auch gut so, denn die Zeit drängt, weil die Styx einen gefährlichen Virus in der Oberflächenwelt freilassen wollen …

Roderick Gordon und Brian Williams bleiben ihrer Linie treu, denn die Handlung von „In die Tiefe“ bleibt weiterhin sehr einfach und geradlinig, ist aber auch mit vielen abgedrehten Details gespickt. Anders als im letzten Band geht es nicht nur um die Intrigen der Styx, sondern auch um das reine Überleben in der unterirdischen Welt jenseits der Stadt und der großen Höhlen, denn das Erdinnere bietet noch so manche unangenehme Überraschung für die jungen Helden. Alles in allem gibt es weitere Hommagen an Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, auch wenn diese sich auf die Tierwelt beschränken. Dazu gemischt wurde der Wettlauf gegen die Zeit und die Styx, die besonders passend durch die skrupellose Rebecca (in zweifacher Ausführung) vertreten werden. Immerhin findet Will seinen Vater wieder, während man auch an der Oberfläche nicht ganz untätig bleibt und Mr. Burrows mit einbezieht.

Wieder gefallen sich die Autoren darin, wissenschaftliche und fiktive Thesen mit einzubringen, die Forscher und Schriftsteller in den letzten hundertundfünfzig Jahren zum Thema ‚unterirdische Welt„ gemacht haben. Zwar gibt es auch einen roten Faden, aber der wird nicht immer aufgegriffen. Sie setzen mehr auf kleinere Abenteuer in der Unterwelt und später auf der Erde, so dass der Showdown nur sehr schwach ausgeprägt ist – wenn auch recht actionreich dargestellt und man das Gefühl nicht los wird, dass die ursprüngliche Trilogie durchaus noch Fortsetzungen erhalten könnte. Leider sind auch die Figuren nicht mehr so facettenreich wie in den ersten Bänden, vor allem die Styx – in erster Linie die Rebeccas – sind nur noch auf ihren Wahnsinn und Sadismus reduziert. Will und Chester zeigen auch keine weiteren Charakterzüge und Entwicklungen, genau so wenig wie die anderen Figuren, so dass man dort keine Überraschungen erwarten sollte.

Alles in allem ist „In die Tiefe“, der dritte Band der „Tunnel“-Reihe, immer noch spannend genug, um junge Leser zu unterhalten, da Action und Abenteuer vorhanden sind. Erfahrene Leser werden eher enttäuscht sein, da die Figuren zum Stillstand gekommen sind und die Handlung trotzdem in der Spannung ausbremsen.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Kinder & Jugend, Mystery | Keine Kommentare »

Hüter der Macht

Erstellt von Werner Karl am 6. November 2010

Rainer M. Schröder
Hüter der Macht
Die Medici-Chroniken 1

Arena Verlag, Würzburg, 01/2010
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch, Thriller 6350
ISBN 978-3-401-06350-8
Titelillustration von Klaus Steffens

www.arena-verlag.de
www.rainermschroeder.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Die Leidenschaft des 1951 geborenen Rainer M. Schröder gehört den historischen Romanen für Jugendliche und Erwachsene. Und so hat er sich diesmal dem Florenz der Renaissance zugewandt und damit den Medici. „Hüter der Macht“ ist der Auftakt einer Trilogie um das berühmte Kaufherren-, Bankier- und Fürstengeschlecht, das genügend Spuren in der Geschichte hinterlassen hat.

Im Jahr 1427 ist der junge und begabte, aber mittellose Sandro auf dem Weg nach Florenz. Er hofft, dort in einem der großen Häuser unterzukommen, als was, das weiß er nicht, da er sowohl rechnen, lesen und schreiben als auch leidlich kämpfen kann. In seinen Träumen hofft er, bei den Medici unterzukommen, aber noch ist er diesem Ziel entfernter als je zuvor. Kurz vor der Stadt beschützt er eine Sklavin namens Tessa vor der Brutalität und Willkür einiger Männer. Noch ahnt er nicht, dass dies eine schicksalhafte Begegnung ist. Zunächst einmal nimmt er allerdings einen Auftrag an, der ihn auf das Land der Medici führt. Da Sandro dabei ein Attentat auf Cosimo di Medici verhindert und diesem auch noch glaubhaft erklären kann, dass er den Medici bereits seit seiner Geburt verbunden ist, wird sein Traum schneller wahr, als er dachte.

Zunächst dient er als Lehrling in einer Woll-Bottega in der Stadt. Das gibt ihm die Gelegenheit, sich nach Tessa umzusehen, die mittlerweile die Zofe der Tochter einer anderen wohlhabenden Familie geworden ist. Im Schatten der Intrigen und politischen Wirren, die Florenz zwischen 1427 und 1434 heimsuchen und den Grundstein für die spätere Macht der Medici legen, wächst ihre Liebe zueinander, und sie versuchen, sich so oft zu sehen, wie sie können. Das wird jedoch schwerer, als Tessas Herrin die Gemahlin eines Parteigängers der mächtigsten Medici-Feinde wird und dieser irgendwann erkennt, wie er die Gefühle Sandros ausnutzen kann, um seine Intrigen gegen Cosimo di Medici zum Erfolg zu bringen …

Zwar spielen auch die politischen Ereignisse und Winkelzüge eine wichtige Rolle in „Hüter der Macht“, aber mindestens genauso viel Raum wendet Rainer M. Schröder auf, um das Leben im Florenz des 15. Jahrhunderts zu schildern. Sandro, Tessa und die einfachen Leute um sie herum stehen beispielhaft für die Möglichkeiten, die junge Männer ohne Familie und gerade Frauen damals hatten und wie sehr sie der Willkür ihrer Herren ausgesetzt waren, vor allem die Mädchen. Die Protagonisten erleben auch die Intrigen und Machenschaften der Oberschicht hinter den Kulissen mit. Hin und wieder schimmert zwar modernes Denken dabei durch, aber der Autor achtet sehr genau darauf, dass die Figuren im Rahmen ihrer Möglichkeiten bleiben. Die wenigsten Charaktere sind weder nur gut oder nur böse. Cosimo di Medici und seine Feinde schenken sich nichts, wenn es um das Erreichen der Ziele geht – man hat manchmal das Gefühl, dass die Methoden der italienischen Mafia, was die Einschüchterung von Leuten und die Bestrafung von Verrätern angeht, hier ihren Anfang nahmen. Daher geht es manchmal recht brutal im Roman zu. Auch sind die Intrigen und Machenschaften sehr komplex geschildert, so dass sich das Buch an eher ältere Jugendliche und Erwachsene richtet.

Alles in allem ist „Hüter der Macht“ ein sehr gelungener Roman, der die geschichtlichen Ereignisse nicht nur verständlich und nachvollziehbar aufbereitet, sondern auch dem Florenz des frühen 15. Jahrhunderts Leben und Farbe verleiht. Dabei vergisst der Autor nicht, eine spannende und abwechslungsreiche Handlung zu erzählen, die hin und wieder für eine Überraschung gut ist, so dass man das Buch nur ungern aus den Händen legt, hat man erst einmal angefangen zu lesen.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Abgelegt unter Historisch, Kinder & Jugend, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Sommernachtsschrei

Erstellt von Werner Karl am 24. Oktober 2010

Manuela Martini
Sommernachtsschrei

Arena Verlag, Würzburg, 01/2010
TB, Jugendbuch, Thriller
ISBN 978-3-401-06418-5
Titelgestaltung von Frauke Schneider

www.arena-verlag.de
www.manuela-martini.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Ein Jahr ist es her, seit Franziskas Welt in tausend Scherben zersprang. Sie soll den Jungen, dem ihr Herz gehörte, im Affekt getötet haben. Aber da, wo ihre Erinnerung sein sollte, klafft nur ein großes schwarzes Loch. Franziska fehlen mindestens 10 Minuten ihres Lebens. Sie beschreibt es folgendermaßen: „Es ist so, wie wenn man Fotos von einer Geburtstagsparty sieht, sich aber an die Party nicht erinnern kann.“ Durch diese Erinnerungslücke wird sie aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Nun, ein Jahr später kann sich Franziska immer noch nicht daran erinnern, was in jener Nacht geschah. So beschließt sie, den Ort des grausamen Geschehens aufzusuchen, in der Hoffnung, sich endlich daran erinnern zu können, was wirklich passierte. Selbst wenn das bedeuten sollte, dass sie es war, die Maurice getötet hat. Diesen Thriller sollten sich Liebhaber von intelligent gemachten Krimis nicht entgehen lassen. Die Autorin setzt ihre Figuren toll in Szene. Die Leidensfähigkeit ihrer Protagonistin ist extrem hoch.

Mutig setzt diese sich mit ihrer Vergangenheit auseinander. Trotz derber Rückschläge gibt Franziska nicht auf. Überraschende Wendungen und ein neugieriger Reporter sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Diesen Thriller können Leseratten nicht mehr aus der Hand legen. Wer erst einmal mit der Lektüre beginnt, stellt diesen Band erst ins Bücherregal, wenn auch die letzte Seite genüsslich aufgesogen wurde.

Dieser Krimi wurde speziell für Mädchen und junge Frauen ab 14 Jahre geschrieben. Im Arena Verlag gibt es noch viele weitere Bücher, die dieses Genre bedienen. Wer einmal Blut geleckt hat, sollte sich auf gar keinen Fall „Sommernachtsfrost“, einen weiteren Titel der Autorin, entgehen lassen. Ebenso mitreißend ist der Thriller von Susanne Mischke, „Zickenjagd“. Auf, auf zum großen Rätselraten! Es darf von der ersten bis zur letzten Seite mit geraten werden, und da gibt es einige Verdächtige.

„Sommernachtsschrei“ sollte sich kein Liebhaber guter Thriller entgehen lassen. Achtung: Suchtgefahr!

Copyright © 2010 by Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Kinder & Jugend, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Ramses II und die Tauben des Friedens

Erstellt von Werner Karl am 24. Oktober 2010

Maria Regina Kaiser
Ramses II und die Tauben des Friedens

Arena Bibliothek des Wissens: Lebendige Geschichte
Arena Verlag, Würzburg, 06/2010
TB mit Klappbroschur, Jugendbuch, Sachbuch, Geschichte
ISBN 978-3-401-06500-7
Titelbild und Zeichnungen von Klaus Puth

www.arena-verlag.de
www.klausputh.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Ramses II. und die Tauben des Friedens“ ist nach „Alexander der Große und die Grenzen der Welt“ der zweite Band aus der Feder von Maria Regina Kaiser, die nach ihrem Studium der Alten Geschichte, Archäologie und Hispanistik erst in der Forschung arbeitete und dann freie Autorin wurde. Auch diesmal versucht sie, den jungen Lesern anschaulich nahe zu bringen, wie die Menschen in der Blütezeit des ägyptischen Reiches lebten und der erste niedergeschriebene und erhaltene Friedensvertrag der Weltgeschichte zustande kam.

Gut zwanzig Jahre nach der Schlacht von Kadesch, die militärisch eher als Patt endete, von Ramses II. aber als großer Sieg propagiert wurde, schickt der hethitische König Hattuschili III. zwei Gesandte nach Ägypten. Sie sollen dem Pharao seinen Wunsch nach einem Friedensvertrag und den entsprechenden Entwurf überbringen. Für diese wichtige Ausgabe ausgewählt werden Tili-Teschub und der Schreiber Schubili – Letzterer, weil er während der Schlacht schon einmal mit Ramses in Kontakt kam. Sie nehmen sieben Tauben mit sich, die entsprechende Botschaften an den König in Hattuscha überbringen sollen. Die Briefe berichten nicht nur von den Verhandlungen sondern auch von der Ankunft der beiden Gesandten in Ägypten, ihren Beobachtungen, was die Verehrung des Herrschers durch das Volk, die Götter und die Lebensweise im Land am Nil angeht. Vor allem Schubili, aus dessen Sicht alles erzählt wird, bekommt eine Menge mit und macht interessante – wenn auch nicht immer angenehme – Erfahrungen.

Der Text ist mit entsprechenden Einschüben durchsetzt, die in sachlicher Form weitere Infos zu den bereits in den Geschichten angesprochenen Themen und auch Fotos bieten. Diese vertiefen die verschiedenen Aspekte, die mit der Zeit, dem Ereignis und den Personen einher gehen. Das einzige Manko der Story ist, dass sie sich wieder all zu sehr auf die Ägypter konzentriert und weniger auf die Hethiter, die gerade weil sie so unbekannt sind, das interessantere Volk sind. Ansonsten vermittelt die Autorin das Wissen sehr unterhaltsam und lebendig, führt gerade Kinder und Jugendliche geschickt an das Leben in dieser archaischen Zeit heran und macht damit deutlich, dass Geschichte nicht nur aus politischen Entwicklungen und nackten Zahlen besteht, sondern auch über das Leben vieler unterschiedlicher Menschen erzählt, die in ihrem Wesen nicht viel anders waren als jene der Moderne. Der Text ist mit einem Augenzwinkern abgefasst; immer wieder gibt es auch etwas zu schmunzeln, wenn der Schreiber in ein Fettnäpfchen tappt oder es zwar gut meint, dann aber einen schweren Fehler macht. Allein eine Erfahrung aus seiner Feder ist sehr bitter und auch ein wenig beängstigend. Die frechen Zeichnungen von Klaus Puth tun ihr übriges, um der Geschichte die Schwere zu nehmen.

„Ramses II. und die Tauben des Friedens“ vermittelt ein Stück alter Geschichte sehr anschaulich und lebendig, so dass auch schon junge Leser ab acht Jahren ihren Spaß an dem Sachbuch haben werden, das eine Zeit betrachtet, die bisher nur wenige Bücher genauer unter die Lupe genommen haben.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Historisch, Kinder & Jugend, Sachbuch | Keine Kommentare »

Rendezvous mit einem Unbekannten

Erstellt von Werner Karl am 23. Oktober 2010

Rachel Caine
Rendezvous mit einem Unbekannten
Haus der Vampire 3

The Morganville Vampires 3: Midnight Alley, USA, 2007
Arena Verlag, Würzburg, 01/2010
TB mit Klappbroschur, Jugendbuch, Mystery, Drama
ISBN 978-3-401-06362-1
Aus dem Amerikanischen von Sonja Häußler
Titelgestaltung von Frauke Schneider mit einem Motiv von Shutterstock

www.arena-verlag.de
www.rachelcaine.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Reihe „Haus der Vampire“, im Original „The Morganville Vampires“, umfasst bereits acht Bände in der Heimat der Autorin Rache Caine. Bei Arena ist nun das dritte Buch mit dem Titel „Rendezvous mit einem Unbekannten“ erschienen.

Noch immer dreht sich alles um die sechzehnjährige Claire, die dank eines Stipendiums auf der Texas Prairie University studiert. Nachdem sie im Wohnheim von einer Mädchenclique gemobbt wurde, ist sie in ein Haus zu drei anderen Teenagern gezogen, die zwar zwei bis drei Jahre älter, aber im Gegenzug dazu nett sind. Gerade weil sie diesen Schritt gegangen ist, hat Claire schon bald das Geheimnis ihrer Mitbewohner und des Ortes Morganville heraus gefunden: Hier leben Vampire und kontrollieren das tägliche Leben. Die normalen Menschen dienen ihnen als Blutspender, werden aber ansonsten weitestgehend in Ruhe gelassen, wenn sie das Geheimnis wahren.

Michael, dem das Haus gehört, in dem Claire lebt, ist eigentlich ein Geist. Doch dann entscheidet er sich, weil er es nicht mehr aushält, ans Haus gebunden zu sein, zu einem Vampir zu werden. Und damit fangen die Probleme erst an. Denn Shane stammt aus einer Familie fanatischer Vampirjäger und kann auch nicht so richtig aus seiner Haut. Nun, da sein Vater erst vor kurzem in der Stadt auftauchte und ziemlichen Ärger machte, behalten ihn nicht nur die Vampire genauer im Augen, auch er selber hadert mit seinen Gefühlen, was immer wieder zu Spannungen zwischen ihm und Michael führt.

Letzterer hat ohnehin Stress, da ein örtlicher Vampirfeind namens ‚Captain Durchblick„ auf ihn aufmerksam geworden ist und seine Identität in der Öffentlichkeit breittritt, so dass er als jüngster und verletzlichster Vampir durchaus zum Ziel von Jägern werden könnte. Claire, die Shane liebt und Michael vertraut, steht zwischen den Stühlen. Sie möchte vermitteln, aber sie weiß nicht wie. Deshalb wendet sie sich an Amelie, die Älteste der Vampire, mit der sie bereits einen Vertrag geschlossen hat, um Shane zu retten, und bittet sie um einen weiteren Rat und Gefallen. Doch das geschieht nicht ohne Gegenleistung. Claire soll Amelie und einem alten Wissenschaftler dabei helfen, eine Lösung für ein schwerwiegendes Problem zu finden. Und so erfährt das Mädchen etwas, was nicht einmal alle Blutsauger wissen …

„Haus der Vampire“ ist eine erfrischend andere Reihe, die sich nicht als weitere romantische Kopie an den allgemeinen „Twilight“-Hype anhängt, sondern die Versatzstücke ‚Liebe„ und ‚Vampire„ gelungen variiert. Zwar ist auch hier die Romanze zwischen Shane und Claire ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, aber nicht der einzige. Dazu kommt eine interessante Mystery-Handlung um die Vampire von Morganville, die ihre ganz eigene Gesellschaftsstruktur, Regeln und Kultur haben. Auch von ihnen erfährt man von Band zu Band mehr, ohne dass die Heldin und ihr Love-Interest wirklich dazu gehören. Die Figuren sind Menschen mit Stärken und Schwächen, auch wenn sie bereits Hunderte von Jahren alt und untot sind.

Aber das macht sie nicht zu unfehlbaren und damit berechenbaren Überwesen, die alles mit einem Augenzwinkern kontrollieren, sondern zu Kreaturen, die vielleicht ein paar übermenschliche Kräfte haben, aber genauso mit sich hadern und nicht weiter wissen wie die Lebenden. Das gibt ihnen wie den menschlichen Charakteren Tiefe, und sie lassen sich nicht ganz so einfach einschätzen. Viel von der Spannung resultiert aus dieser abwechslungsreichen Darstellung und gibt auch der Handlung immer wieder eine unerwartete Wendung. So auch in dieser Geschichte, wo manchmal nicht ganz klar ist, wer Freund und wer Feind ist oder an wen sich Claire und ihre Freunde überhaupt wenden können. Das hebt gerade auch den dritten Band der Serie ein wenig aus den für das Genre so beliebten Klischees heraus und macht ihn für ältere Leser sehr interessant.

Alles in allem steigert „Rendezvous mit einem Unbekannten“ die Spannung und Qualität der Serie, denn wieder gibt Rachel Caine ihrer Geschichte um das „Haus der Vampire“ eine neue Richtung, die die Serie deutlich aus dem romantisch verklärten Einheitsbrei, den es sonst auf dem Markt gibt, heraushebt.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Drama, Kinder & Jugend, Mystery | Keine Kommentare »

Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät

Erstellt von Werner Karl am 28. Juni 2010

wenn-du-dieses-buch-liest-ist-alles-zu-spatPseudonymous Bosch
Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät
Mitternachtsonne 2

(sfbentry)
If you’re reading this it’s to late, USA, 2008
Arena Verlag, Würzburg, 01/2010
HC, Kinderbuch, Adventure, Fantasy
ISBN 978-3-401-06257-0
Aus dem Amerikanischen von Petra Koob-Pavis
Titelgestaltung von Frauke Schneider

www.arena-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wie auch schon in „Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis“ macht der Autor auch in „Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät“ deutlich, dass er die Geschichte ja eigentlich gar nicht erzählen wolle, und der Leser es lieber ganz schnell wieder zurücklegen solle. Aber die menschliche Neugier ist wieder größer, und so wird der junge – und auch ältere – Leser sicherlich den Teufel tun und auf jeden Fall weiter lesen. Die Helden der Geschichte sind wieder die Elfjährigen Kassandra und Max-Ernest. Seitdem es ihnen gelungen ist, das Geheimnis eines verschwundenen Magiers zu lösen und ihn auch noch zu retten, sind sie Mitglieder der Mieheg-Gesellschaft, die als Zeichen die Mitternachtssonne tragen. Da sie sich bereits in ihrem ersten Fall als fähige Ermittler erwiesen haben, dürfen die Kinder sich diesmal hochoffiziell auf die Suche nach dem Grab des ‚Pharao‟ machen, einem der größten Alchimisten der Welt, denn er hat ein großes Geheimnis mit in den Tod genommen, das mehr als nur große Macht verspricht.

Den Ort des Grabes kennt allerdings nur einer: der seit Hunderten von Jahren verschollene Homunculus, der künstliche Mensch, der einst von dem ‚Pharao‟ geschaffen wurde. Um ihn zu finden, müssen die Kinder das Klangprisma einsetzen. Doch sie merken schnell, dass sie nicht die Einzigen sind, die der schwachen Spur folgen. Auch ihre Feinde aus dem ersten Band, die düstere und alterslose Mauvaise und ihr Begleiter Dr. L., sind dem Homunculus auf der Spur. Und so beginnt ein Wettrennen um das Grab, das für Kassandra noch erschwert wird, weil sich Max-Ernest ihr gegenüber unverständlicherweise sehr eifersüchtig benimmt und dabei die Konzentration auf die Sache gestört wird. Aber immerhin haben sie diesmal auch freundliche Helfer und Beschützer, wie den Magier Pietro, dem sie das Leben gerettet haben, und die ihnen bei manch einer Gefahr – wie etwa gegen die Menschenfresser – beistehen.

„Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät“ kann wie schon sein Vorgänger in erster Linie durch den abgedrehten und ungewöhnlichen Stil punkten, weniger durch die Geschichte. Die Abenteuerhandlung ist eher schlicht und übersichtlich; das ganze Drumherum macht eigentlich erst den Reiz aus. Skurrile Ideen mischen sich mit den durchweg kauzigen Figuren aus dem Alltag der Kinder – man denke nur an Max-Ernests Eltern, die nicht nur das Haus geteilt haben, sondern auch die stündliche Zeit ihres Kindes, um jeder etwas von dem Jungen zu haben – und natürlich den entsprechenden Gestalten in ihren Abenteuern. Dazu kommt die betont deutliche und fast schon übertriebene Geheimniskrämerei. Je mehr der Autor betont, dass er ja eigentlich nichts verraten dürfte desto neugieriger liest man weiter und ist so gesehen selbst schuld, wenn es einen schließlich packt.

Man nimmt dem Autor dieses Stilmittel noch einmal gerne ab, aber die ersten Gags wiederholen und die Seltsamkeiten beginnen, sich zu wiederholen. Dennoch können auch erfahrene Leser jetzt noch Spaß an der Geschichte haben, die in erster Linie an Kinder ab zehn Jahren gerichtet ist. Wer in seinem Herzen jung geblieben ist und solche abgedrehten Geschichten mag, kann auch noch im vorgerückten Alter nach „Wenn du dieses Buch liest, ist alles zu spät“ greifen. Ansonsten werden Eltern eine ebenso spannende wie humorvolle Abenteuerlektüre für ihre Kinder vorfinden.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Abenteuer, Fantasy, Kinder & Jugend | Keine Kommentare »

Sayuri

Erstellt von Werner Karl am 28. Juni 2010

sayuri1Carina Bargmann
Sayuri

(sfbentry)
Arena Verlag, Würzburg, 01/2010
HC mit Schutzumschlag, Jugendbuch, Fantasy
ISBN 978-3-401-06446-8
Umschlagillustrationen von Frauke Schneider

www.arena-verlag.de
www.sayuri-lesen.de/index.html

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Sayuri kann sich ihrer Umwelt nur mit Gesten verständlich machen. Da ihre Mutter an einer geheimnisvollen Krankheit verstarb, kümmern sich nun ihre Freunde um das Mädchen, allen voran Marje, deren Bruder Milan der unerschrockene Anführer einer Diebesgilde ist. Doch das Leben aller Bewohner der Stadt ist bedroht. Der Wasserstand des Flusses Shanu sinkt immer mehr. So werden die Kosten für das Leben spendende Nass immer größer. Eines Tages drehen die hochwohlgeborenen Oberstädter den Leuten aus der Unterstadt den Hahn zu. Um nicht zu verdursten, setzten Marje und Milan einen tollkühnen Plan in die Tat um. Dabei wird Marje von einem Wachmann entdeckt, den sie lebensgefährlich verletzt, ohne dass sie ahnt, dass es sich hierbei um Kiyoshi, den Neffen und Erben des verhassten Königs, handelt. Dieser überlebt, aber er empfindet keinen Hass für das Mädchen. Er denkt nur noch an ihre wunderschönen Augen, in denen er zu versinken drohte.

Dann überschlagen sich die Ereignisse, als der König befiehlt, ausnahmslos alle Kinder im Alter von sechzehn Jahren aus der Stadt zu verbannen. Kiyoshi kann diese Ungerechtigkeit nicht ertragen. Eine alte Prophezeiung veranlasst ihn, den Palast und die sichere Umgebung der Stadt aufzugeben. Dabei kreuzen sich seine und Marjes Wege erneut. Sayuri will eigentlich mit Marje zusammen aus der Stadt fliehen, aber die beiden werden getrennt. Da begegnet ihr ein geheimnisvoller junger Mann, der sie vor den Soldaten rettet und sich um sie kümmert. Sayuri weiß nicht, dass sie ein ganz besonderer Mensch ist. Erstaunt erkennt das Mädchen, dass sich nur eines wünscht: endlich eine Stimme zu haben, und dass die Erfüllung dieses Wunsches näher ist, als sie je zu hoffen wagte. Doch auch ihr Retter ist etwas Besonderes.

Mehr soll über die Protagonisten und ihre Abenteuer nicht verraten werden, da sonst die Spannung schwindet. Carina Bargmann erzählt eine Geschichte von einer Welt voller Wunder. Da gibt es die tapferen Freunde, die durch ihren Mut, ihre Hingabe und ihre Liebe alle Widrigkeiten, denen sie begegnen, überstehen. Die einzelnen Protagonisten werden im Laufe der Erzählung näher beleuchtet, und der Leser erfährt, welche Gründe der eine oder die andere hat, um so und nicht anders zu agieren. Damit wird den Figuren eine Tiefe verliehen, die so nicht immer selbstverständlich ist. Leider schwächelt die gut erzählte Geschichte auf den letzten Seiten, und das abrupte Ende lässt den Verdacht aufkommen, dass die Autorin die Lust an ihren Figuren verloren oder ihr Seitensoll erfüllt hat. Vielleicht entsteht ja noch eine Fortsetzung, in der sich einiges wieder gerade biegen lässt. Der Schutzumschlag ist von mitternachtsblauer Farbe. Darauf sieht man die Schatten von drei Gestalten. Umrahmt sind diese von etlichen Ranken mit Blüten und Blättern. Diese Pflanzen sind in der Farbe von Veilchen gehalten, während die Blüten weiß und rosa schimmern. Regentropfen gleich finden sich glitzernde blaue Streifen auf dem Umschlag, die diesen Band ungemein veredeln.

Alles in allem ist hier eine wunderschöne und unterhaltsame Geschichte für Kinder und junge Erwachsene entstanden, die ihresgleichen suchen dürfte.

Copyright © 2010 by Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Fantasy, Kinder & Jugend | Keine Kommentare »

Leonardo der Meisterdetektiv von Florenz

Erstellt von Werner Karl am 20. Juni 2010

leonardo-der-meisterdetektiv-von-florenzAlfred Bekker
Leonardo der Meisterdetektiv von Florenz
Sammelband / Abenteuer 1 und 2 in einem Band

(sfbentry)
Arena Verlag
ISBN 978-3-401-50014-0
Kinderbuch, ab 10 Jahren
Erschienen: 2009 als Sammelband
Umschlagillustration: Frauke Schneider unter Verwendung
von Illustrationen von Heibert Schulmeyer
Taschenbuch, 284 Seiten

www.arena-verlag.de
www.alfredbekker.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Alfred Bekker wurde 1964 in Borghorst geboren und verfasste zahlreiche Romane und Erzählungen, die immer wieder neu aufgelegt und in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Er war dreizehn Jahre Grundschullehrer und lebt heute mit seiner Frau und seinem Sohn als freier Schriftsteller im Münsterland.

Zum Buch:

Das Buch beinhaltet die ersten beiden Bände rund um Leonardos Abenteuer.

Band 1
Leonardo und das Geheimnis der Villa Medici

Die Geschichte spielt im Jahre 1462 in einem kleinen Dorf namens Vinci nahe Florenz. Dort leben die Kinder Leonardo, Carlo und Gianna, die miteinander befreundet sind. Leonardo wohnt im Hause seines Großvaters. Er ist ein nichteheliches Kind. Seine Mutter ist inzwischen im Dorf mit einem Bauern verheiratet und sein Vater ist viel auf Reisen, so dass sich die Eltern nicht um ihren Sohn kümmern können. Leonardo ist ein vielseitig interessierter Junge, der immer gerne experimentiert und dabei auch oft genug in gefährliche Situationen gerät. So fängt ein Seil in seinem Zimmer Feuer als er versucht Tierblut in seine festen Bestandteile zu zerlegen. Dies bringt ihm eine Menge Ärger mit seinem Großvater ein und das Verbot weiterer Experimente. So kommt es Leonardo ganz gelegen, dass seine Freundin Gianna ihn um Mithilfe in einer außergewöhnlichen Angelegenheit bittet: Giannas Eltern führen das Gasthaus im Dorf Vinci und beherbergen dort seit einiger Zeit einen Portugiesen, von dem Gianna glaubt, dass er etwas mit Hexerei zu tun hat. Dies könnte auch für ihre Eltern gefährlich werden. Mit Begeisterung stürzen sich Leonardo, Carlo und Gianna in die Detektivarbeit. Leonardo und Carlo folgen sogar einem Reiter nach Florenz, der den merkwürdigen Portugiesen im Wirtshaus häufiger besucht hat. Stück für Stück erschließt sich den Kindern die ganze Wahrheit rund um die Person des Portugiesen.

Band 2
Leonardo und die Verschwörer von Florenz

Dieses zweite Abenteuer des jungen Leonardo da Vinci spielt erneut im Jahre 1462. Leonardo und Carlo befinden sich in der Nähe des Waldrandes und wollen dort ein Experiment durchführen. Hierzu bringt Leonardo eine alte Brille zum Einsatz und entzündet mit Hilfe eines Brillenglases und der Sonnenstrahlung ein Feuer. Leider kommt es zu einem Waldbrand. Den Jungen ist der Fluchtweg in Richtung des Dorfes Vinci versperrt. Dann tauchen maskierte Männer auf, die die beiden Jungen mitnehmen und zu einem weiteren Jungen namens Luca in eine Grube stecken. Die Entführer wollen von den Eltern der Kinder Lösegeld erpressen. Luca ist der Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie aus Florenz und auf den ersten Blick auch etwas verwöhnt. Dennoch freunden die Jungen sich an und ihnen gelingt, nach einem tollen Einfall von Leonardo, die Flucht aus der Gefangenschaft. Zurück in Vinci beschließen sie gemeinsam mit Leonardos Vater Ser Piero nach Florenz zu reisen, Luca in seinem Elternhaus abzuliefern und dort nach den Hintergründen der Entführung und den Drahtziehern zu suchen. Alle sind davon überzeugt, dass hinter der Entführung von Luca noch mehr steckt als eine bloße Lösegelderpressung. Leonardo lässt wieder einmal nichts unversucht um das Geheimnis zu lüften und taucht hierfür auch mehr als einmal in einen unterirdischen Kanal ab. Er ist einfach furchtlos und ein wahrer Meisterdetektiv. So bleiben auch der Entführer und seine Hintermänner nicht lange unentdeckt.

Der Autor Alfred Bekker präsentiert hier eine Reihe mit historischen Abenteuergeschichten für das junge Lesepublikum. Ganz nebenbei werden Sehenswürdigkeiten und Landschaften beschrieben und dem Leser werden das Leben und die Gepflogenheiten der damaligen Zeit näher gebracht. Vielleicht macht dieser neugierige Leonardo auch so manche Leserin oder manchen Leser neugierig auf die Dinge, die vielen von uns schon selbstverständlich erscheinen. Die Charaktere sind auf die jungen Leser abgestimmt und erwecken auf Anhieb Sympathien. Gerade die Neugier und Abenteuerlust des Protagonisten Leonardo ist etwas, was Kindern auf Anhieb gefallen dürfte.

Eventuell hat der junge Leonardo da Vinci ja tatsächlich so oder so ähnlich gelebt. Auf die weiteren Abenteuer des Jungen und seiner Freunde darf man jedenfalls gespannt sein.

Copyright 2010 by Iris Gasper

….und eine weitere Rezension zum gleichen Buch:

Von Daniel, 10 Jahre, zu Leonardo und das Geheimnis der Villa Medici:

Dieses Buch fängt sehr genau an. Ein Junge namens Leonardo wohnt bei seinem Großvater in dem kleinen Dorf Vinci in Italien. Ich wusste sofort, dass es sich um niemand Geringeren als Leonardo da Vinci handelt, der mit seinen Freunden Carlo und Gianna versucht das Geheimnis des Portugiesen zu lüften. Dieser findet im Gasthof von Giannas Eltern Unterschlupf. Dieses Buch ist ein Jungenbuch. Die Schrift ist für Leser ab 10 Jahre. In jedem Kapitel ist der erste Buchstabe immer dick geschrieben. Das Buch fängt für mich zu langweilig an. Erst ab Seite 40 wird es spannend. Was mir nicht so gut gefallen hat waren die Verdächtigungen gegenüber dem Portugiesen. Da ich mich sehr vor den Wörtern Hexer und Teufel fürchte, war das für mich das Schlimmste im Buch.

Von Marcel, 12 Jahre zu Leonardo und die Verschwörer von Florenz:

In diesem Buch experimentieren Leonardo und sein Freund Carlo am Waldrand des Ortes Vinci mit Feuer. Leider gerät dabei der Wald in Brand und nicht nur das. Die beiden Jungen geraten in Gefangenschaft und müssen sich gemeinsam mit einem weiteren Jungen zunächst aus einer Höhle befreien. Doch dann beginnt das Abenteuer erst wirklich. Der neu gewonnene Freund, Luca, ist adeliger Herkunft und lebt in Florenz. Dorthin reisen nun auch Leonardo und sein Vater sowie Leonardos Freund Carlo. Mich hat es besonders fasziniert welche Einfälle Leonardo immer wieder hat. Er traut sich sehr viele Sachen zu und schafft es, natürlich mit Hilfe von Erwachsenen, so nach und nach die Bösewichte zu enttarnen. Nebenbei habe ich beim Lesen auch noch etwas über die damalige Zeit und über Florenz erfahren. Das hat wirklich Spaß gemacht.

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Als Einzelbände der Reihe sind erschienen:
Band 1: Leonardo und das Geheimnis der Villa Medici
Band 2: Leonardo und die Verschwörer von Florenz
Band 3: Leonardo und das Rätsel des Alchimisten
Band 4: Leonardo und das Verlies der schwarzen Reiter
Band 5: Leonardo und der Fluch des schwarzen Todes
Band 6: Leonardo und die Bruderschaft des heiligen Schwerts

Abgelegt unter Kinder & Jugend | Keine Kommentare »