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Von Arsen bis Zielfahndung

Erstellt von Werner Karl am 11. Juli 2010

Manfred Büttner und Christine Lehmann
Von Arsen bis Zielfahndung
Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige

Ariadne bei Argument, Hamburg, 10/2009
TB, Sachbuch, Krimi
ISBN 978-3-88619-720-0
Titelbildgestaltung von Martin Grundmann

www.argument.de
www.ariadnekrimis.de
www.lehmann-christine.de
www.vermoegensabschoepfung.de
www.martingrundmann.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wenn ein Mord geschieht und die Polizei die Ermittlungen übernimmt, glauben viele Menschen zu wissen, was dann geschieht, denn sie bekommen die Arbeit der Behörden ja tagtäglich im Fernsehen zu sehen, sei es nun in Serien oder aber dem derzeit so beliebten Dokutainment. Möchte man aber selbst eine Kriminalgeschichte schreiben, stellt man sehr schnell fest, dass die Fiktion so gut wie gar nichts mit der Realität zu tun hat. Gerade die alltägliche Wirklichkeit in Deutschland sieht ganz anders aus, als man sie sich vorstellt. Um diesem Mangel abzuhelfen und jungen Autoren – aber auch allen Lesern, die es interessiert – einen Überblick zu geben, haben sich die bekannte Krimiautorin Christine Lehmann („Lisa Nerz“-Krimis) und der Fahnder Manfred Büttner zusammen getan. Sie präsentieren in „Von Arsen bis Zielfahndung“ interessante Fakten zum Thema Mord, Mörder und Aufklärung der Tat, die in dieser Form noch nie an einem Ort versammelt waren.

Das Buch ist in einzelne Teile aufgegliedert. Interessant ist zunächst einmal das „Mordmotiv“: Wer neigt überhaupt dazu, jemand anderen umzubringen? Welche Gründe kann er dafür haben – ist er vielleicht von dem anderen über Jahre gedemütigt und gequält worden? Geschieht die Tat im Affekt? Oder liegen sie in psychischen Defekten begründet? Geht es um Rache, Herrschsucht und Ohnmacht des Unterlegenen? Wie hoch ist die Frauenquote im Vergleich zur Anzahl der Morde eigentlich, und wer neigt eher dazu, tödliche Gewalt anzuwenden? Wie sieht es mit Triebtätern aus? Wie entwickeln sich diese und wann handeln sie?

Der „Mord“ selbst kann auf vielerlei Arten erfolgen. Die Autoren nennen einige Möglichkeiten, deuten an, wie der perfekte Mord aussehen kann, wie man einen Selbstmord von der Tat eines Fremden unterscheiden kann, welche Arten des gewaltsamen Todes es gibt. Dazu kommt ein Exkurs über Giftmorde und Giftarten. Alle weiteren Teile beschäftigen sich dann mit dem, was danach folgt: Wer nimmt die Ermittlungen auf? Darf wirklich nichts an einem Tatort verändert werden? Welche ersten Schritte werden in Wirklichkeit unternommen und von wem. Ist wirklich immer sofort die Kripo zur Stelle? Wie sieht es mit der Kriminaltechnik und Spurensicherung aus? Welchen Einfluss und welche Aufgaben haben diese? Auch der „Leiche“ wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Wie stellt man eigentlich den Tod fest? Wie lange lebt der Körper noch, nachdem das Herz seine Funktion eingestellt hat? Kann man dann vielleicht noch jemanden wieder beleben? Wie sieht eine Obduktion aus, und welche Aufgaben hat der Gerichtsmediziner?

Liegen alle Fakten vor, beginnt die „Fallanalyse“. Man wertet die Aussage der Zeugen und Verdächtigen aus, die Untersuchungsergebnisse der Spurensicherung, Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik und zieht daraus seine Schlüsse. Interessant ist dabei, dass gerade das deutsche Recht Regeln hat, die man deutlich einhalten sollte und die nicht überschritten werden dürfen. Weitere Kapitel beschreiben die Ermittler und ihre Aufgaben, erklären, dass der eigentliche Berufsjargon ganz anders aussieht, als man es gewohnt ist, und erklären, dass gerade die Rolle der Gerichtsmediziner, Kriminaltechniker und auch der Staatsanwaltschaft ganz anders ist, als man denkt, und auch die Rolle der Bürger nicht immer nur passiv ist. Auch den Themen „Wirtschaftsverbrechen“ und „Zwangsmaßnahmen“ sind eigene Abschnitte gewidmet.

Die Autoren betonen schon in ihrem Vorwort, dass sie weder Lesern noch Autoren Krimis madig machen sondern mit ihren Informationen nur deren Bild ergänzen wollen, um ein wenig mehr Vielfalt zu erreichen. Es geht ihnen darum zu zeigen, wie sehr die Schere zwischen Realität – dem was wirklich geschieht – und Fiktion – das, was den Lesern und Zuschauern in Büchern und Filmen erzählt wird – auseinanderklafft und junge Autoren genau diese Zone für sich nutzen können. Die Hinweise und Anregungen sind als Hilfe gedacht, eigene und frische Ideen zu entwickeln, die zwar fiktional bleiben, aber den gängigen Handlungsmustern ein wenig mehr Facettenreichtum hinzufügen, denn man muss jetzt auch nicht krampfhaft darum bemüht sein, absolut realistisch zu werden. Sie plädieren dafür, die Informationen immer noch der Geschichte unterzuordnen, wenn es wichtig wird – aber auch, gewisse Grenzen im Auge zu behalten, denn das deutsche Rechtssystem erlaubt nicht unbedingt die Willkür, die man vielleicht schon gelesen hat.

Zudem behaupten sie auch nicht, in allem absolut korrekt zu sein – in einigen Jahren können sich auch Details schon wieder überholt haben. Alles in allem ist das Buch aber trotzdem sein Geld wert. Es ist unterhaltsam geschrieben, lässt sich auch in den etwas trockeneren Parts flüssig lesen und unterhält durch den lockeren, etwas sarkastischen Stil ungemein. Die Informationen sind in angenehme Bissen aufgeteilt und gut zu verinnerlichen; sie gehen zwar nicht ins Detail, geben aber erste Richtlinien, die man gegebenenfalls auch noch weiter recherchieren kann, wenn man möchte. Gerade weil der Text auch so populärwissenschaftlich geschrieben ist, werden nicht nur Autoren sondern auch einfache Leser ihren Spaß an der Sammlung von Fakten zum Thema Mord haben. Wer also mehr zum Thema „Mord und Mörder“, „Leiche und Ermittler“ etc. wissen möchte, ohne erst Dutzende von Fachbüchern wälzen zu müssen, kann ruhig nach „Von Arsen bis Zielfahndung“ greifen, denn das Buch ist durch seinen Informationsgehalt sein Geld wert.
 
Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Freitags isst man Fisch

Erstellt von Werner Karl am 28. März 2010

freitags-isst-man-fischBohnet Pleitgen
Freitags isst man Fisch

Argument Verlag
Ariadne Kriminalroman 1177
ISBN 9783867541770
Taschenbuch, Krimi
Deutsche Originalausgabe 2009
Umschlaggestaltung: Martin Grundmann
Foto: Vangardiner
Umfang: 248 Seiten

http://www.argument-verlag.de
http://www.stiftungzurrettungderwelt.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zu den Autoren:

Bohnet Pleitgen steht für das AutorInnengespann Ann-Monika Pleitgen und Ilja Bohnet, seit knapp vierzig Jahren Mutter und Sohn. Ann-Monika Pleitgen schrieb schon als Kind Kurzgeschichten und ging mit 16 zur Schauspielschule. Dort traf sie ihren ersten Mann Folker Bohnet, mit dem sie Sohn Ilja bekam. In zweiter Ehe lebt sie seit langem mit dem Schauspieler Ulrich Pleitgen zusammen, ist seine Managerin und an seinen textlichen Arbeiten beteiligt. Der Physiker Dr. Ilja Bohnet trat als Kind am Theater und im Kinderfernsehen auf. Er arbeitet am Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY). Ihre Kriminalromane schreiben Mutter und Sohn gemeinsam, wobei sie gelegentlich die Rollen tauschen. Weitere Nikola Rührmann Krimis folgen bald.

Zum Buch:

Freitags isst man Fisch ist der erste Fall für die junge Physikstudentin und Spezialistin für Stehgreif-Zitate Nicola Rührmann.

Der Kriminalroman spielt in Hamburg. Wir befinden uns im Sommer des Jahres 1989. Ein junger Student namens Kai Orn wird in der Hafenrandstraße tot aufgefunden, überfahren, der Fahrer geflüchtet. Nicola, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, trifft zufällig auf  Julia, in die sie sich auf Anhieb verliebt. Nicola ist nämlich lesbisch. Julia jedoch ist rein zufällig die Freundin des verstorbenen Kai. Auf der Suche nach Annäherungsmöglichkeiten kommt Nikola da auf die Idee ein wenig Detektivin zu spielen um so eventuell das Herz der schönen Julia im Sturm zu erobern. Zur Bewerkstelligung dieses Planes bewegt sich Nikola in so manch abenteuerlicher Kneipe, bittet Freunde um Hilfe, deren Namen „Taxi-Christian“ und „Asphalt-Wilfried“ doch sehr merkwürdig anmuten. Dennoch sind sie hilfsbereit und stehen Gewehr bei Fuß, sobald Nikola um Hilfe bittet.

Ein Großteil der Handlung spielt in der studentischen Szene, was für das Jahr 1989 natürlich Hausbesetzungen, Demos, linke Szene bedeutet. Nikola hat damit nicht unbedingt etwas am Hut, bewegt sich nur in diesen Kreisen, da sie sich Details rund um Kais Tod erhofft. Bei Ihren Ermittlungen kommt sie einer großen Sache auf die Spur, die sie selbst in Gefahr bringt. Aber Nikola weiß sich zu helfen und so gibt es zumindest in puncto Ermittlungsarbeit ein offenes Happy-End.

Ein wenig gestört hat mich im ersten Drittel des Buches mein Gefühl nicht mit Sicherheit zu wissen, ob Nik, Niko, Nikola oder Nikolaus nun männlich oder weiblich ist. Auch wenn dies aus dem Klappentext eindeutig hervorgeht, so hatte ich doch zu Beginn des Buches mehr als einmal das Gefühl diesbezüglich vor eine Art Rätsel gestellt zu werden. Dies mag beabsichtigt sein um Nikolas sexuelle Neigung in den Vordergrund zu stellen, mutet aber etwas merkwürdig an. Dennoch ist diese Mischung aus Krimi, Liebesroman und gesellschaftspolitischer Meinung gut gelungen. Es kommt auf  keiner Seite des Buches Langeweile auf.

Nikola Rührmann macht sich als Ermittlerin ganz gut, so dass der Leser sich auf weitere interessante Fälle mit ihr freuen darf. Und vielleicht auf mehr Müll und /oder mehr Geld.

Copyright © 2010 by Iris Gasper


Anmerkung der Redaktion:

Der Kriminalroman „Freitags isst man Fisch“ von Ann-Monika Pleitgen und Ilja Bohnet ist von der Jury des Syndikats für den diesjährigen Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie „Debütroman“ nominiert worden. Es wurden nur 5 von 64 Kriminalromanen ausgewählt!

Zur Glauser-Nominierung.
Zu den Autoren.


Titel erhältlich bei Buch24.de

Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Mit Teufelsg’walt

Erstellt von Werner Karl am 14. Februar 2010

mit-teufelsgwaltChristine Lehmann
Mit Teufelsg’walt

Argument Verlag 2009
Ariadne Kriminalroman 1179
Krimi, Zeitkritik, Gesellschaft

Umfang 285 Seiten
Cover „noras sehnsüchte“ (Teil eines Bühnenbildes) von Wolfgang Thiel
ISBN 9783867541794

http://www.argument-verlag.de

Zur Autorin:

Dr. Christine Lehmann, geboren 1958, lebt in Stuttgart und Wangen (Allgäu) und ist als Nachrichten- und Aktuellredakteurin beim SWR tätig. Sie schreibt Romane und Kurzkrimis, Kriminalhörspiele (Radio Tatort), Glossen und Artikel und verfasste mit Fahnder Manfred Büttner “Von Arsen bis Zielfahndung – ein Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige”.

Zum Buch:

Lisa Nerz, Journalistin und wohnhaft in Stuttgart, hört eines Nachts in der Wohnung über ihr lautstarkes Geschrei und Rumoren. Lisa, ganz und gar Journalistin und von Berufs wegen immer neugierig, trifft in der oberen Wohnung auf drei Damen vom Jugendamt und eine verstörte Familie. Das Jugendamt plant die Inobhutnahme von Tobias Habergeis, dem fünfjährigen Sohn der Familie. Dies kann Lisa Nerz, zumindest für den Moment, verhindern. Kurz darauf macht Lisa die Bekanntschaft der Familienrichterin Sonja Depper, die sich in Begleitung von Lisas „Lebensabschnittsirrtum“ Herrn Staatsanwalt Dr. Richard Weber befindet. Damit nicht genug, taucht Frau Depper plötzlich als Leiche in einem Waldstück wieder auf. Gefunden wird sie natürlich von Herrn Weber in Begleitung von Lisa. Bei der Richterin wird ein Säugling gefunden, lebend, wohlgemerkt.

Im Folgenden findet Lisa bei der Untersuchung der Hintergründe des Todes der Richterin immer mehr Hinweise auf ein nicht gerade rechtmäßiges Verhalten von Jugendämtern, Richtern, Stiftungen und anderen Organisationen, die allesamt nur ein Interesse zu haben scheinen: Am Leid der Kinder Geld zu verdienen und für die eigenen Interessen Vorteile herauszuschlagen. Hier stehen nicht mehr die Kinder selbst und deren Wohl im Vordergrund, sondern ganz andere Dinge. Die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund und die Staatsgewalt damit ganz heftig auf die Schippe. Aber auch chaotische Familienverhältnisse und überforderte Eltern werden unter die Lupe genommen.

Etwas überzogen für meinen Geschmack ist das Verhalten des Staatsanwaltes Dr. Weber zu werten, der seit dem Auffinden des Säuglings seine sämtlichen übrigen Interessen und Verpflichtungen vergessen zu haben scheint. Ein Mann, der sich in meinen Augen total verrennt und die Realität aus den Augen verliert. Das Lisa Nerz das so mitmacht, passt dann eigentlich nicht zu ihr und ihrem Charakter. Die ganze Situation, vor allem der Besuch bei Lisas Mutter so als Art heile Familie, wirkt auf mich etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen und konstruiert.

Dennoch bleibe ich als Leserin nach diesem Buch mit einem unguten Gefühl zurück. Kann es sein, dass Ämter tatsächlich so mit Familien und Kindern umgehen? Das Grübeln über diese Frage ist mir jedenfalls gewiss. Und das wollte die Autorin wohl bewirken: Ein Wachrütteln für eine Problematik unserer Zeit. (7xPRT)

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel bei Buch24.de:
8. Fall: Mit Teufelsg’walt

Von Christine Lehmann sind bereits folgende Bücher rund um die Reporterin Lisa Nerz im Ariadne Verlag erschienen:

1. Fall Vergeltung am Degerloch (Ariadne Krimi 1165)
2. Fall Gaisburger Schlachthof  (Ariadne Krimi 1167)
3. Fall Pferdekuss (Ariadne Krimi 1171)
4. Fall Harte Schule (Ariadne Krimi 1157)
5. Fall Höhlenangst (Ariadne Krimi 1161)
6. Fall Allmachtsdackel (Ariadne Krimi 1169)
7. Fall Nachtkrater (Ariadne Krimi 1179)

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Der Gewinner der sieben Preisrätseltitel:
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1.Hermann Regn
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Warten auf Poirot

Erstellt von Werner Karl am 1. Februar 2010

warten-auf-poirot1Nora Miedler
Warten auf Poirot

Argument Verlag 2009
Ariadne Kriminalroman 1182
Umfang 188 Seiten
ISBN 9783867541824

http://www.argument-verlag.de

Zur Autorin:

Nora Miedler, geboren 1977 in Wien, studierte Schauspiel am Konservatorium Wien und war bis zur Geburt ihrer Tochter als Schauspielerin tätig. Neben einer Episodenrolle in Kommissar Rex hatte sie Engagements an etlichen Theatern in Österreich und der Schweiz, sie spielte Molière und Shakespeare, Sartre, Neil Simon, Nestroy und Franz Lehar (Operette).

Zum Buch:

Warten auf Poirot ist der Debütroman der Autorin Nora Miedler. In diesem Kriminalroman entführt die Autorin die Leserschaft in die Welt von Charlie, einer jungen Frau, die außer einem Job in der Videothek und ihren paar Freundinnen aus Jugendtagen, kaum etwas hat. Sie ist ein Mensch, den man wohl als durchschnittlich bezeichnen dürfte, mit einem Leben ohne besondere Höhen und Tiefen. So bemitleidet sich Charlie auch oft selbst und lebt in ihrer eigenen, von chaotischen Gefühlen geplagten Welt. Aufgrund ihrer versteckten Ängste leidet sie häufig an Panikattacken und hat wohl auch schon einige Wochen in einer psychatrischen Anstalt verbracht. Nun jedoch soll sie ein Wochenende mit vier Freundinnen aus Jugendtagen verbringen. Begeistert ist sie im Vorfeld nicht, aber natürlich fährt Charlie mit auf die Berghütte.

Gleich zu Anfang wird Charlies Rolle unter den fünf Freundinnen mehr als deutlich, denn jeweils zwei Freundinnen teilen sich ein Zimmer, nur Charlie bleibt allein. Was dann jedoch geschieht ist unvorstellbar. Rita, eine der Freundinnen hat plötzlich ein Messer im Bauch und ist tot, was bedeutet, dass eine der vier Anderen eine Mörderin ist. Jede könnte es gewesen sein, doch der Leser des Buches weiß, das gerade Charlie sich den Tod von Rita vor Reiseantritt mehr als einmal gewünscht hat. Rita Juanez ist nämlich die Schwester von Marc Juanez und Marc ist der Mann, den Charlie schon seit Kindertagen begehrt. Erobert hat sie ihn bereits ein Mal, aber Rita hatte ihre Finger im Spiel um die Beiden wieder zu trennen. Aber war die Mörderin Charlie?

Die Frauen bleiben auf der Berghütte sich selbst überlassen, denn die Möglichkeit ins Tal hinab zu kommen, ist ihnen aufgrund heftiger Schneeschauer genommen. Auch ansonsten sind sie von der Außenwelt abgeschnitten, denn Telefon gibt es nicht und sämtliche Handys haben keinerlei Empfang. So allein verdächtigen sich die vier Damen jeweils selbst und erfahren in Gesprächen untereinander Geheimnisse, die bislang, zumindest teilweise, im Verborgenen lagen. Da gab es schon so einige Intrigen und jede der Frauen scheint ihre dunkle Seite zu haben. Schließlich stirbt eine weitere Frau und die drei restlichen: Charlie, Ingrid und Sonja bringen die Geschichte zu einem spannungsgeladenen Ende. Die Hintergründe des Mordes oder der Morde scheinen sich aufzuklären und die mutmaßliche Mörderin wird verhaftet. Aber war sie es wirklich?

Mit diesem kurzen, nur 188 Seiten langen, Kriminalroman, ist dem Leser ohne viel unnötiges Drumherum und nur durch die Protagonistinnen selbst und deren Gesprächen, Spannung pur garantiert. Man merkt dem Buch an, dass die Autorin aus dem Bereich des Theaters / Schauspiels kommt, denn die Geschichte mutet an wie ein Theaterstück. Mit wenig Kulisse wird hier viel Inhalt geschaffen. Ein interessanter Ansatz. (5xPRT)

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel bei Amazon.de:
Warten auf Poirot

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Davor Franke
2.Ursula Rossmann
3.Michael Lindau
4.Michael Helgert
5.Daniela Horn
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Die Herzen aller Mädchen

Erstellt von Werner Karl am 26. Januar 2010

herzen-madchenMonika Geier
Die Herzen aller Mädchen
Bettina Boll 5. Fall

Argument Verlag 2009
Ariadne Kriminalroman 1184
ISBN 9783867541848

www.argument-verlag.de
www.geiers-mor.de

Zur Autorin:

Monika Geier, Jahrgang 1970, wurde in Ludwigshafen geboren. Nach dem Abitur folgte eine Ausbildung zur Bauzeichnerin. Für ihr Debüt wurde Frau Geier mit dem Marlowe geehrt. Inzwischen ist sie Diplomingenieurin für Architektur, Mutter von drei Jungs, freie Künstlerin und Schriftstellerin. Die Herzen aller Mädchen der Autorin Monika Geier ist der fünfte Band einer Reihe rund um die Kriminalkommissarin Bettina Boll. Alle 5 Bücher sind beim Argument Verlag in der Reihe Ariadne Kriminalrom erschienen.

Zum Buch:

Bettina Boll wird bereits im Vorfeld ihrer Ermittlungen mit einem der Hauptverdächtigen, Gregor Krampe, konfrontiert. Diesen sieht sie in einer Fernsehsendung und findet ihn auf Anhieb sympathisch. Zumindest Bettinas Herz schlägt, von diesem Zeitpunkt an, schon einmal höher. Kurz darauf bekommt sie die Chance das BKA bei einer Ermittlung zu unterstützen, die in engem Zusammenhang mit Gregor Krampe und dessen Umfeld steht. Krampes Mutter wird Opfer eines Brandanschlages, sie überlebt, liegt jedoch im Koma.

Darüber hinaus geht es um ein wertvolles Buch, den Ovid, der für viel Wirbel  sorgt. Dieses Buch wurde gespendet, anonym. Es soll nun, auch hinsichtlich seiner Herkunft und seines angeblichen Alters von über 1000 Jahren, wissenschaftlich anaylisiert werden. An dieser Arbeit ist Gregor Krampe als Bibliothekar und Kurator der Ritter-Sammlung maßgeblich beteiligt. Bei ihren Ermittlungen leidet Bettina Boll mehr und mehr darunter nicht mit ihrem alten Polizeikollegen gemeinsam ermitteln zu können, sondern als Mitarbeiterin der Soko nun mit einer Chefin zu arbeiten, die sehr distanziert und kurz angebunden ist, und mehr als einmal den Eindruck erweckt, keinerlei Verständnis für Bettinas familiäre Situation aufbringen zu können. Bettina, die sich nach dem Tod ihrer Schwester um die Erziehung der Nichte und des Neffen kümmert, hat ihre Arbeitszeit reduziert und übt jetzt einen Teilzeitjob aus.

Dieser Kriminalroman ist nicht blutrünstig, sondern mitten aus dem Leben gegriffen. Schön sind die verschiedenen Personen und ihre charakterlichen Eigenschaften beschrieben, so dass auch jeder, der die vorangegangenen Krimis nicht kennt, sich ins Geschehen einfinden kann. Der Leser kann hier erleben welchen Schwierigkeiten eine alleinerziehende Kriminalkommissarin mit zwei Kindern und einem Halbtagsjob ausgesetzt ist und welche Probleme sie neben ihrem Job noch zu meistern hat. Man leidet mit ihr, wenn Sie von Ihrer Vorgesetzten Syra, einer starken Persönlichkeit, wieder einmal kritisiert wird. Und man freut sich mit ihr, wenn sie zu guten Lösungsansätzen im Fall beitragen kann. Der Roman spiegelt so ein Leben wieder, welches aus dem Alltag gegriffen ist. Vielen von uns mag es im Leben ähnlich und vergleichbar ergehen und das macht das Schöne an diesem Buch aus. Es ist so nah am Leben dran. Auch die Nebencharaktere laufen nicht einfach so am Rande mit, sondern bleiben aufgrund ihrer detaillierten Beschreibungen im Gedächtnis des Lesers haften. Sehr genau beschreibt Monika Geier die Wesenszüge eines jeden Einzelnen und so werden auch die verschiedenen Babysitter, eine Wahrsagerin und weitere Randfiguren ein Stück weit zur Hauptfigur.

Der Kriminalfall an sich ist anders als gewöhnlich. Hier geht es eben nicht von Anfang an um ein Opfer bzw. eine/n Tote/n. Hier geht es mehr um den Ovid und um alles was mit ihm zusammenhängt. Die SOKO hat zunächst einmal beobachtende Funktion. Bettina Boll jedoch lässt sich mehr durch ihre Gefühle leiten und wird schnell hineingezogen in Gregor Krampes Welt. Sie liefert ihm sogar ein Alibi und gibt gegenüber den Kollegen/innen mehr als einmal ein schlechtes Ermittlerbild ab. Dennoch gelingt es ihr immer einen Schritt voraus zu sein und irgendwie den Überblick zu bewahren.

Ein lesenswertes Buch, ein etwas anderer Krimi, nicht nur für das weibliche Geschlecht gedacht, auch wenn dies anhand des Titels auf den ersten Blick so scheinen mag.

Copyright © 2010 by Iris Gasper
 
Titel bei Amazon.de:
Bettina Boll 1: Wie könnt ihr schlafen
Bettina Boll 2: Neapel sehen
Bettina Boll 3: Stein sei ewig
Bettina Boll 4: Schwarzwild
Bettina Boll 5: Die Herzen aller Mädchen

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Stoner McTavish

Erstellt von Werner Karl am 16. Januar 2010

stoner-mctavishSarah Dreher
Stoner McTavish
Stoner McTavish 1

Stoner McTavish, USA, 1985
Argument Verlag, Hamburg, 5/2008,
TB, Ariadne-Krimi
ISBN 9783867540124
Aus dem Englischen von Else Laudan und Martin Grundmann
Titelbildgestaltung von Martin Grundmann
Neuauflage in kleinerem Format

www.argument.de
www.angelfire.com/sd/stonermom/
www.martingrundmann.de

„Stoner McTavish“ war einer der ersten Kriminalromane mit einer bewusst lesbisch dargestellten Hauptfigur, der 1990 auf dem deutschen Markt erschien und nicht auf männlich geprägten Klischees herum ritt, sondern aus einer feministisch-weiblichen Sicht erzählt. Sarah Dreher führte damit ihre Heldin ein, die sie noch in über fünf weiteren Romanen begleiten sollte. Stoner führt zusammen mit ihrer Freundin Marylou ein Reisebüro in Boston. Aber die Geschäfte laufen schlecht, und auch in der bisher innigen Beziehung kriselt es gehörig, denn die beiden Frauen, die seit Jahren eine eingefahrene lesbischen Beziehung führen, geraten immer öfter in Streit. Da kommt Tante Hermione auf eine Idee, um ihre gelangweilte Nichte auf andere Gedanken zu bringen. Sie bittet Stoner, sich um die Enkelin einer Bekannten zu kümmern und sie notfalls zu beschützen, denn die hübsche Gwen könnte unter Umständen einem Heiratsschwindler aufgesessen sein, der auch vor Mord nicht zurück schreckt.

So reist sie in ein Landhotel in Wyoming, das inmitten der Rockies liegt und muss feststellen, dass an den Vermutungen etwas Wahres sein könnte, denn Gwen gerät mehrfach in Gefahr. So beginnen aufregende Tage für Stoner, denn auf der einen Seite darf ihre Tarnung nicht auffliegen, damit der Ehemann nicht misstrauisch wird, zum anderen verliebt sie sich in die muntere junge Frau, die frischen Wind in ihr angestaubtes Leben bringt. Der Roman ist ein handfester Krimi, bei dem es darum geht, einen Verdächtigen zu überführen, bevor er eine weitere Tat begehen kann, aber auch eine romantische Liebesgeschichte, denn die Gefühle die Stoner für Gwen entwickelt, nehmen fast so viel Raum ein wie die dramatischen Ereignisse, die sich während der Flitterwochen des jungen Paares ereignen.

Spannend verweben sich die beiden Handlungsstränge immer wieder miteinander und führen schließlich zu einem dramatischen Höhepunkt, den sich erfahrene Leser zwar schon denken können, der aber sehr logisch und plausibel wirkt. Angenehmerweise schenkt sich Sarah Dreher jeglichen Kitsch, die Gedanken und Gefühle ihrer Heldin sind eher deftig und handfest. So kann man durchaus die eine oder andere leidenschaftliche Szene erwarten. Da sie darüber die Handlung nicht vergisst, fiebert man bis zum Ende mit, da einem die Figuren niemals unsympathisch werden, zumindest die Frauen nicht. Alles in allem ist „Stoner McTavish“ ein Klassiker der lesbischen Kriminalliteratur, der bis auf einige Kleinigkeiten sehr zeitlos ist und auch noch heute spannendes Lesevergnügen bietet. (5xPRT)

Christel Scheja (CS)

Titel bei Amazon.de:
Stoner McTavish

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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.André Stimpfle
2.Georg Lanser
3.Martin Hadlaczki
4.Jörg Maurer
5.Markus Pfeifer
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
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Verbotene Stadt

Erstellt von Werner Karl am 3. November 2009

dagmar-scharsischDagmar Scharsisch
Verbotene Stadt

Argument Verlag, Hamburg, 9/2002
TB, Ariadne Krimi 1142
ISBN 9783886198726
Titelgestaltung von Martin Grundmann

www.argument.de
www.martingrundmann.de

Lilli Lukas, eine junge Frau Anfang 30, will es noch einmal wissen. Nachdem sie fünf Jahre lang ausschließlich für ihre Zwillinge da war, möchte sie zurück ins Arbeitsleben – genauer gesagt: in den Buchhandel, in dem sie schon zusammen mit ihrer besten Freundin Lisa gearbeitet hatte, bevor Lillis späterer Ehemann ihn kaufte. Was so banal und alltäglich erscheint, entwickelt sich aber mit jedem Tag mehr zum Albtraum: Lillis Mutter Mathilde sorgt zwar nachmittags für die Kinder, benimmt sich aber extrem merkwürdig. Ein Fremder taucht überall auf; er scheint Lilli zu beobachten. Und die unerträglichen Migräneanfälle, von denen Lilli jahrelang verschont geblieben war, überrollen sie nun auch wieder mit Macht.
Als Lilli und Lisa gemeinsam ein Antiquariat in der Bücherstadt Wünsdorf eröffnen, gerät plötzlich alles außer Kontrolle…

Die Geschichte beginnt ziemlich langatmig und zäh. Es werden zwar einige dunkle Geschehnisse angedeutet, z. B. weiß man schon nach dem ersten Satz, dass Lillis Mutter sterben wird. Nur langsam entwickelt sich der Plot, gewinnt irgendwann an Tempo und wird dann durchaus fesselnd bis zum Finale, bis endlich alle Geheimnisse aufgelöst sind – oder zumindest doch die meisten. In Sachen Spannung gibt es eigentlich nichts zu meckern, wenn man die ruhige Erzählweise mag und einen Krimi/Thriller auch dann noch gut findet, wenn das Blut nicht aus jeder Seite tropft und die armen Opfer auch nicht grausam zerstückelt werden. Der Plot ist gut durchdacht und schlägt einen Bogen über 40 Jahre Familiendrama, Neid, Gier und Unglück.

Auch die Charaktere sind allesamt lebendig und dreidimensional gestaltet, mit viel Hintergrund und jeweils originellen Verhaltensmustern bestückt. Trotzdem fehlt es immer mal wieder an Logik und psychologischer Genauigkeit. Welcher Ehemann schickt seine über alles geliebte Frau mitsamt seinen über alles geliebten Kindern freudestrahlend in die Ferne und akzeptiert eine Wochenendbeziehung, wenn es doch wirklich keine zwingenden wirtschaftlichen Gründe dafür gibt? Konkurrenzfähigkeit eines Antiquariats hin oder her, es gibt keinen nachvollziehbaren Grund dafür. Warum meldet sich die allerbeste Freundin fünf Jahre lang nicht? Selbst wenn Lilli nach Hochzeit und Geburt der Kinder den Anschluss verloren hat, Lisa hätte sich selbst mal ans Telefon werfen oder an der Tür klingeln können.

Solche Kleinigkeiten stören den Lesefluss zwar nicht vehement und haben auch keinen Einfluss auf die Geschichte – schade ist es aber trotzdem. Auch sprachlich wäre mehr möglich gewesen. Die Sätze wirken oft abgehackt, alles hätte etwas straffer erzählt werden können. Es gibt kleine Schönheitsfehlerchen in „Verbotene Stadt“. Insgesamt ist es aber ein spannendes, ruhig erzähltes Buch, mit dem man es sich unbesorgt abends gemütlich machen kann. (alea) (3xPRT)

Titel bei Amazon.de:
Verbotene Stadt

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Katrin Weber
2. Jörg Feller
3. Nicole Schietzel
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
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Stirb, Jokaste!

Erstellt von Günther Lietz am 2. März 2009

J. M. Redmann
Stirb, Jokaste!

Deaths of Jocasta,USA, 1992
Argument Verlag, Hamburg, 10/2007
TB im Kleinformat, ariadne classic 008, Krimi, Erotik, 978-3-86754-008-7, 534/750
Aus dem Amerikanischen von Monika Brinkmann
Umschlaggestaltung von Martin Grundmann
www.argument.de
http://hometown.aol.com/amaginit/JMRHomepage
www.martingrundmann.de

J. M. Redmann hat ein bewegtes Leben hinter sich. Sie wuchs in der Kleinstadt Ocean Springs in Mississippi auf, studierte die Schauspielkunst und arbeitete auf verschiedenen Bühnen, u. a. sogar im Playboy-Club in New York, bis sie 1988 ihren ersten Kriminalroman verfasste, der als „Mississippi“ bei Argument/ariadne erschien. 1989 zog es sie zurück in die Südstaaten, wo sie seither als Beraterin und Koordinatorin der größten Aidshilfeorganisation in Louisiana arbeitet.

Michele Knight schlägt sich als Privatdetektivin gerade eben so durch. Sie kämpft wieder einmal mit ihrem schlechten Ruf und ständiger Ebbe in der Kasse, als sie den Auftrag erhält, bei einer opulenten Südstaatengala einer Freundin die Augen ein wenig offen zu halten und für die Sicherheit der Gäste zu sorgen.

Während des Events hat Michele auch keine Probleme und folgt lieber den Wirrungen und Irrungen ihres eigenen Herzens, das nach heimeliger Zweisamkeit sucht. Erst am nächsten Morgen wird sie unsanft in die Wirklichkeit zurückgeholt. Bei einem Spaziergang im Wald findet ein Gast eine Frauenleiche – Todesursache scheint eine verpfuschte Abtreibung zu sein. Die Spur führt nach New Orleans. Und dort gerät ausgerechnet eine Ex-Freundin, die eine gynäkologische Praxis betreibt, unter Mordverdacht.

Umso mehr ist Michele Knight daran interessiert, den wirklichen Täter zu finden. Und vielleicht haben mit dem ganzen Fall auch die Droh- und Hassbriefe zu tun, die eine Frauenklinik von Abtreibungsgegnern erhält. Schließlich gibt es sogar ein Kesseltreiben und Bombenanschläge.

Selbst wenn sie im Privatleben nicht so recht weiß, was sie will, beruflich kennt sie ihre Prämissen. Sich der Gefahr bewusst, stürzt sich Michele, ohne zu zögern, in den Kampf, nicht bereit, gegen Engstirnigkeit und konservative Kräfte klein bei zu geben. Dabei muss sie sich stellenweise sogar den Verletzungen in ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

J. M. Redmann versteht es zu erzählen, ist aber auch sehr redselig. In „Stirb, Jokaste!“ arbeitet sie gleich auf zwei Ebenen.

Zum einen beschäftigt sie sich mit dem Kriminalfall, der wieder einmal deutlich macht, wie bigott die feine Gesellschaft des Südens doch sein kann, wenn einerseits legale Abtreibungen bekämpft werden, andererseits aber auch die Engelmacher weiterhin aktiv sind, weil junge und ältere Frauen und ihre Familien nicht mit der vermeintlichen Schande leben können. Der Täter hinterlässt eine deutliche Spur, ist aber auch nicht zu unterschätzen. Zum Ende hin wird es sogar sehr bedrohlich für die Heldin – sie findet sogar mehr als nur den Schuldigen.

Auf der anderen Seite ist aber auch das Liebesleben von Michele Knight ein Thema. Wie ein Schmetterling, der sich nicht entscheiden kann, welche Blume denn süßer ist, flattert sie im Buch von Freundin zu Freundin und genießt auch ihre Affäre. Dieser Anteil ist nicht unerheblich und nimmt genau so viel Raum ein wie der eigentliche Fall. Deshalb sollte man nicht unbedingt nur auf die Kriminalgeschichte erpicht sein, sondern sich auch mit homoerotischen – in diesem Fall: lesbischen – Themen beschäftigen wollen. Nur dann kann man sich an dem unterhaltsamen und spannenden Roman mit dem überraschenden Ende auch wirklich erfreuen.

„Stirb, Jokaste!“ ist damit ein waschechter Lesben-Krimi, der all das enthält, was man von ihm erwartet: einen spannenden Fall, Action, Beziehungen und einen Hauch Erotik. (CS)

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Stirb, Jokaste!

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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!

Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!

Die Gewinner der Preisrätseltitel:

1. Katrin Lotcin
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Nachtkrater

Erstellt von Günther Lietz am 19. Februar 2009

Christine Lehmann
Nachtkrater

Ariadne Krimi 1173
Lisa Nerz’ 7. Fall
Argument Verlag 2008
TB, 472 Seiten
ISBN 978-3-86754-173-2
www.argument.de
www.lehmann-christine.de
(sfbentry)

Als Lisa Nerz wieder klar denken kann, befindet sie sich auf dem Weg zur Mondstation Artemis, trägt einen falschen Namen und wird für einen Experten zum Thema Schwarmbewusstsein gehalten. Dabei muss Lisa selbst erst einmal herausfinden, dass sie eine schwäbische Journalistin ist und keine Ahnung von der Raumfahrt oder gar Ameisen hat. Eine vertrackte Situation.

Doch kaum auf dem Mond angekommen, nimmt Lisas kriminalistische Spürnase die Fährte auf. Klar, es geht um den Mord an Astronaut Torsten Veith. Angeblich ein Unfall auf dem Mond, doch Lisa mag nicht so recht daran glauben. Und nach den ersten Stunden wird ihr klar, vom Alien bis hin zu intergalaktischen Geiselnahme ist alles möglich. Doch wer – zum Henker – ist der Mörder …?

Lisa Nerz kann es nicht lassen. Ihre Beziehung mit Staatsanwalt Richard Weber steht auf wackligen Beinen, da wird sie von Autorin Christine Lehmann erneut auf einen Mörder angesetzt. In ihrem nun mehr siebten Fall. Dabei verlässt Frau Lehmann mit einem Kunstgriff die Bodenständigkeit der Erde und schießt Heldin Lisa hinauf auf den Mond – gespickt mit Zitaten der Mondliteratur.

Was nun erst einmal wie Science Fiction oder nach einem verrückten Traum klingt, ist handfeste Lese- und Krimikost mit einem Schuss Action. Dabei ist der Roman auch noch witzig und mit einem Hauch Schwabenkultur versehen. Eine spannende Mischung.

Christine Lehmann lässt ihren Roman auf zwei Stützpfeilern ruhen. Da wäre erst einmal die fiktive internationale Raumstation Artemis, die in dieser Art durchaus vorstellbar ist. Die Autorin hat exzellent recherchiert und penibel auf wissenschaftliche Details geachtet. Manchmal kommt sie bei technischen Dingen etwas ins schweifen, findet aber stets zügig den Weg zurück zur Handlung. Überhaupt mutet vieles auf den ersten Blick unfassbar und an den Haare herbeigezogen an. Doch durch die Brille des Lesers wird die ausgesuchte Kulisse immer glaubhafter und gewinnt an Atmosphäre.

Der zweite Stützpfeiler sind die gut ausgearbeiteten Charaktere die im Roman erscheinen. Auf der Erde noch alles schön ländlich, auf dem Mond dann international. Dadurch sind viele Konflikte vorprogrammiert und Frau Lehmann kann genüsslich den ein oder anderen Verdächtigen präsentieren. Irgendwie haben sie doch alle Dreck am Stecken und an Zufall mag niemand mehr glauben. Nun ja, es ist ja auch ein Roman.

Die Figuren des Romans entwickeln sich zu lebendigen Persönlichkeiten, mit Stärken und – vor allem – Schwächen. Das Ganze ist gespickt mit Rückblenden zur Erde, denn dort hat alles seinen Anfang genommen. Und es ist Teil des Puzzles.

„Mondkrater“ folgt in seinem Aufbau dabei weitgehend dem Whodunnit-Konzep. Weitgehend. Ebenso wie Lisa der ein oder anderen falschen Spur hinterherjagt, ebenso wird der Leser von Christine Lehmann am Ende ein wenig an der Nase herumgeführt. Aha, hier kann bis zum Schluss und darüber hinaus mitgerätselt werden. Eine gelungene Idee. Somit beginnt und endet der Krimi also auf der Erde – und der kriminalistische Ausflug auf den Mond verblasst langsam zu einem Traum.

Handlung und Charaktere wären allerdings ein Nichts ohne den Mörtel, der alles zusammenhält: Lisa Nerz! Christine Lehmann porträtiert gelungen die scheinbar launisch zickige Journalistin, die von einem Trauma ins nächste rauscht und keine Pause zum Luft holen bekommt. Alles fein gewürzt mit einer direkten, aus dem Leben gegriffenen Sprache, die auch mal was derbe wird und dadurch um so realer wirkt. Erotische Szenen gibt es ebenfalls, lässt sich Lisa gar auf eine lesbische Liebschaft ein. Hier wird also für die gesamte Leserschaft etwas geboten. Obwohl „Nachtkrater“ vorrangig als Frauenkrimi einzustufen ist, können auch Männer gefahrlos zugreifen, ohne gleich ihr Augenlicht zu riskieren. Spannende Unterhaltung ist eben Geschlechter übergreifend.

Christine Lehmanns „Mondkrater“ ist jedenfalls ein klasse Krimi. Spannend geschrieben und trotz der Thematik glaubhaft. Wunderbar!
(Günther Lietz)

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Nachtkrater: Lisa Nerz -ihr siebter Fall

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