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neuauflage

Knochenjob

Erstellt von Werner Karl am 12. August 2011

Katherine V. Forrest
Knochenjob
Kate Delafield 7

Sleeping Bones, USA, 1999
Argument Verlag, Hamburg, dt. Erstausgabe: 06/2000
TB, ariadne krimi 1125
ISBN 978-3-88619-855-9
Aus dem Amerikanischen von Britta Dutke
Titelgestaltung von Martin Grundmann

www.argument.de
www.ariadnekrimi.de
www.katherinevforrest.com
www.martingrundmann.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Detective Kate Delafield vom LAPD und ihr neuer Partner Joe Cameron werden zu den La Brea Teergruben gerufen. Touristen entdeckten die seltsam verkrümmte Leiche eines alten Mannes, der durch einen Stich in die Nieren ermordet wurde. Sein Tod scheint im Zusammenhang mit einem Unterkieferknochen zu stehen, der am selben Tag im Museum auftauchte, da aber gar nicht hingehört, denn er ist erheblich älter als die anderen Funde. Paläoanthropologen identifizieren ihn als Teil des Schädels eines Pekingmenschen und sind davon überzeugt, dass es sich um eines jener Relikte handelt, die während der Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gingen. Unverhofft schaltet sich die CIA ein, um den Verbleib der übrigen wertvollen Skelett-Teile aufzuklären und stören dabei empfindlich die Ermittlungen der Polizei.

Kate glaubt, den Täter entlarven zu können, und ausgerechnet im entscheidenden Moment kommen ihr die Agenten in die Quere. Daneben muss sie sich mit persönlichen Problemen auseinandersetzen:
Inwieweit kann sie Joe, der selber Geheimnisse zu hüten scheint, vertrauen? Ahnt er, dass sie eine lesbische Beziehung unterhält und kann sich damit arrangieren?
Wie soll sie mit ihrem Bruder umgehen, von dessen Existenz sie nicht wusste und der sie gern kennen lernen möchte?
Wie kann sie einer Bekannten, die von ihrem Ex-Mann bedroht wird, helfen, ohne das Gesetz zu brechen und alles noch schlimmer zu machen?
Und wohin steuert ihre Lebensgemeinschaft mit Aimee, insbesondere seit die attraktive Peri Kate Avancen macht?

Jeder „Kate Delafield“-Krimi ist in sich abgeschlossen, so dass man die Romane in beliebiger Reihenfolge lesen kann, wenngleich kleine Details (z. B. die wechselnden Beziehungen und Kollegen der Hauptfigur) auf die Chronologie verweisen. „Knochenjob“ ist bereits der siebte Band, der einen Fall der lesbischen LAPD-Detective schildert. Diesmal geht die Autorin weit in die Vergangenheit zurück, denn die Ursachen für den Mord, den Kate und ihr Partner Joe aufklären sollen, haben ihre Wurzeln im Zweiten Weltkrieg. Die Amerikaner versuchten, die Relikte des Pekingmenschen in Sicherheit zu bringen, doch gingen sie verloren. Vergeblich bemühten sich die Nationen, die sich um die Besitzrechte streiten, durch jene, die involviert waren und überlebt haben, eine Spur zu finden.

Erst als schon keiner mehr damit rechnete, wird ein Teil des Skeletts gefunden, und ausgerechnet derjenige, der die Wahrheit kannte, ermordet. Warum und wer dahinter steckt, wird erst am Schluss nach einer spannenden Schnitzeljagd enthüllt. Dabei spart die Autorin nicht mit ihrer Kritik am Verhalten vieler Nationen, die sich weigern, erbeutete Kunstschätze den Ländern zurückzugeben, denen sie gehören, an der unglücklichen Einmischung der Amerikaner in die Konflikte anderer, an der zwielichtigen Rolle der CIA in vielen heiklen Angelegenheiten – doch fließt dies nebenbei ein, so dass man nie das Gefühl hat, eine Lektion in Geschichte von einem Mahner mit erhobenem Zeigefinger erteilt zu bekommen. Die Ermittlungen wirken durch die Einbindung der privaten Probleme, denen sich die Protagonisten stellen müssen, sehr realistisch.

Auch hier wird nicht mit dem Finger auf Missstände gezeigt wie beispielsweise die Intoleranz, die homosexuellen Paaren entgegengebracht wird, die Lücken im Gesetz, die es Stalkern ermöglichen, ihre Opfer so lange zu bedrängen, bis etwas Schlimmes passiert, die gesellschaftliche Ächtung unverheirateter Mütter, die notgedrungen ihre Kinder allein bekommen und weggeben mussten/müssen.

So überzeugt „Knochenjob“ auf gleich zwei Ebenen durch die Verarbeitung unbequemer Themen. Die Protagonisten wirken glaubwürdig mit ihren Stärken und Schwächen und nachvollziehbaren Konflikten. Auch der flüssige Stil der Autorin gefällt. „Knochenjob“ ist ein sehr empfehlenswerter Titel für aufgeschlossene Krimi-Freunde, die kritische Themen und unkonventionelle Ermittler schätzen.

Copyright © 2011 Irene Salzmann (IS)

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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Katherine V. Forrest – Knochenjob. Kate Delafield 7 auf sfbasar.de!

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Herrgotts Bscheißerle

Erstellt von Werner Karl am 15. Juni 2011

Silvija Hinzmann (Hrsg.)
Herrgotts Bscheißerle

Argument Verlag, Hamburg, dt. Erstausgabe: 04/2011
TB, ariadne krimi 1196, Anthologie
ISBN 978-3-86754-196-1
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung eines Fotos von © blende40 – Fotolia.com
Illustrationen im Innenteil von Ingrid Beckmann und Martin Grundmann

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http://ingridbeckmann.com

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Nach „Mord isch hald a Gschäft“, „Tödlichs Blechle“ und „A Schwob, a Mord?“ von Lisa Kuppler (Hrsg.) ist mit „Herrgotts Bscheißerle“ die vierte Schwaben-Krimianthologie im Argument Verlag erschienen, für die Herausgeberin Silvija Hinzmann 15 renommierte Autorinnen, darunter Christine Lehmann, Frigga Haug und Else Laudan, gewinnen konnte. In 16 Kurzgeschichten werden kulinarische Morde und andere Verbrechen begangen oder durch die Macht der Küche verhindert. Es sind Geschehnisse, wie sie sich, ohne dass es jemand ahnt, bei der bieder wirkenden, aber rachsüchtigen Nachbarin gegenüber oder gar bei der eigenen nach Gerechtigkeit strebenden Tante abspielen könnten. Fast immer steht eine Frau im Mittelpunkt, die einen konkreten Grund hat, sich für eine Untat zu revanchieren, ein Unglück zu verhindern oder der Gerechtigkeit nachzuhelfen. Sie alle gehen dabei sehr geschickt vor, so dass keine Spuren bleiben – denn die Küche bietet so manche Möglichkeit. Werden die Geschehnisse aus der Perspektive eines Mannes geschildert, hat er stets Dreck am Stecken und bekommt die ihm gebührende Strafe.

Eigentlich wurde Nele in Tatjana Kruses „Pulp-Kitchen“ angeheuert, um einen Star-Koch aus dem Weg zu räumen. Als jedoch einige Kollegen auftauchen, die dafür sorgen sollen, dass alles glatt geht, wechselt sie spontan die Seiten, denn die Maultaschen des Opfers sind diesen Schritt wahrlich wert …

In der Titelgeschichte „Herrgotts Bscheißerle“ von Sybille Baecker soll die Privatermittlerin Samira einen attraktiven jungen Mann, der seine Opfer – ausnahmslos verheiratete Frauen, die viel zu verlieren haben – nach einem One-Night-Stand mit pikanten Fotos erpresst, damit sie ihm Schweigegeld zahlen und seine sexuellen Bedürfnisse befriedigen, auf diskrete Weise um die peinlichen Beweismittel bringen. Beate Rygierts „Amazing Grace“ ist Käthes überraschender Weihnachtsgast. Die junge Frau stammt aus Afrika, wurde durch ein Eheversprechen nach Deutschland gelockt und von ihrem Mann mehrmals misshandelt, so dass sie in ein Frauenhaus floh. Sie ahnt nicht, dass er ihr in der Weihnachtsnacht auflauern und sie umbringen würde. Die Polizei hat nichts gegen ihn in die Hand, und so wird Käthe, die Grace sehr gern hatte, aktiv.

Ulrike Wanners „Neckar-Chutney“ ist himmlisch und schickt den untreuen Ehemann in die Hölle, aber nicht durch Arsen, wie er glaubte. Dafür ist seine Frau, die mehr als nur die Scheidung will, viel zu gewitzt. Das sind bloß vier Beispiele für die vielseitigen ‚Schwabenmorde„, die auf pfiffige oder drastische Weise durchgeführt werden und beim Leser ein zufriedenes Recht so! bewirken, denn die Opfer sind niemals unschuldig und haben ihr Schicksal verdient, denn sie schlüpften durch die Maschen des Gesetzes, und hätten nicht die Protagonistinnen Eigeninitiative entwickelt, wären die Täter ungestraft davon gekommen. Man solidarisiert sich mit den Frauen, die für Gerechtigkeit sorgen, auch wenn man in der Realität die Maßnahmen eher nicht für gut heißen würde – aber es sind Geschichten, die unterhalten wollen und diesen Anspruch bestens erfüllen. Abgerundet wird mit den Rezepten, die in den Storys erwähnt oder innerhalb dieser beschrieben werden, und passenden Abbildungen. Die Rezepte laden zum Nachkochen ein – man muss ja nicht unbedingt das Arsen hinzufügen …

„Herrgotts Bscheißerle“ ist wieder eine großartige Schwaben-Krimianthologie aus dem Argument Verlag, die man allen Freunden von lukullischen Krimis mit Lokalkolorit wärmstens empfehlen kann.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Silvija Hinzmann (Hrsg.) – Herrgotts Bscheißerle.

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Das Leben ist schmutzig

Erstellt von Werner Karl am 13. Mai 2011

Anne Goldmann
Das Leben ist schmutzig

Argument Verlag, Hamburg, 03/2011
TB, ariadne Krimi 1194
Milieu-Studie, Drama
ISBN 978-3-86754-194-7
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung eines Fotos von Dream-Emotion, Fotolia.com

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Sie alle wohnen in einem Mehrfamilienhaus, das um 1870 gebaut wurde und irgendwo im modernen Wien steht: die Hausmeisterin Julia Wawerka und ihr Sohn Markus, für die ein neues Leben beginnt, nachdem der gewalttätige Ehemann und Vater verschwand; der ältere, wortkarge Beamte Sedlak; der freundliche, aber auf seine Weise eigentümliche Briefträger Wagner; der neugierige, ewig schlecht gelaunte Pensionär Herr Pöhz; die Langzeitstudentin Mona Bergmann, die ihr Leben endlich in den Griff bekommen möchte, als sie ihrem ‚Mr. Right„ begegnet; der ‚coole„ Bernhard Färber, der sich anscheinend für etwas Besseres hält und geheime Pläne verfolgt; die charmante Lehrerin Daniela Brandlhofer, die mit praktisch jedem zurechtkommt; die alte Frau Novak und ihr Hund Wastl; die fast immer abwesende Hausbesitzerin Frau Radl; die psychisch instabile Arbeitslose Marie Berger.

Durch das Haus kommen sie immer wieder zusammen, ob sie wollen oder nicht. Gleichgültigkeit und Neugierde, Besserwisserei und Schikanen, peinliche Geheimnisse und ihre Enthüllung, Freundschaften und Streitigkeiten sind an der Tagesordnung. Hin und wieder springt jemand über seinen Schatten und sorgt für eine Überraschung. Womit jedoch keiner gerechnet hat, das ist die Leiche, die die Reinigungskraft von Herrn Pöhz im Keller entdeckt – zwei Wochen alt, kaum noch zu identifizieren. Aber Julia erkennt in ihr eine Hausbewohnerin, die vor einiger Zeit verreisen wollte. Mit Hilfe der Mieter, die etwas beobachtet haben, wird der Exfreund der Toten festgenommen, doch weisen die Indizien auf einen anderen Täter hin. Marie Berger hat einen begründeten Verdacht, doch keiner will ihr Gehör schenken, als sie von einem Mörder mitten unter ihnen spricht. Julia Wawerka stößt auf den entscheidenden Hinweis und damit auf eine Person, die niemand verdächtigt hätte, und gerät dadurch selbst in Gefahr …

„Das Leben ist schmutzig“ ist praktisch die subtile Wiener Version der „Lindenstraße“ und ähnlicher Dramen, die sich in einem Haus abspielen, das zum Heim von vielen grundverschiedenen Menschen wurde. Wer selbst einmal in einem Mehrfamilienhaus wohnte, kennt all die Typen, die hier auftauchen, und ihre Verhaltensweisen. Obwohl lange Zeit nichts Aufregendes passiert, liest und liest man, ohne zu bemerken, wie die Seiten verfliegen, da die realistischen Schilderungen in den Bann ziehen. Man lernt die glaubwürdig beschriebenen Protagonisten und ihre nachvollziehbaren Probleme kennen, die teils klein und nichtig (wie die Feindschaft von Herrn Pöhz und dem Briefträger Wagner, für die es keine konkrete Ursache gibt), teils gravierend (wie die familiäre Situation der Wawerkas vor der Scheidung und die schlechte Gesellschaft, in die Markus gerät) sind. Während die einen gar nichts verändern wollen, weil sie bequem geworden sind oder weil sie den Ärger genießen, mit dem sie sich auseinandersetzen müssen, bemühen sich die anderen voranzukommen, was oft mit Skepsis beobachtet, sogar mit Kritik bedacht wird.

Kein Wunder, dass einige sich lieber aus allem raushalten und nichts über sich preisgeben wollen! Anne Goldmann schildert die kleinen Szenen und die jeweiligen Akteure in kurzer, präziser Sprache, die das Wesentliche auf den Punkt bringt. Man nimmt ihr auch die plötzlichen Perspektivenwechsel innerhalb einer Szene nicht übel. Gemäß ihrer Charaktereigenschaften dürfen die Figuren ihre Mitmenschen und die Geschehnisse kommentieren, wobei man zu einigen Mietern eine Beziehung zu knüpfen beginnt (Julia und Markus Wawerka, Daniela Brandlhofer, Mona Bergmann), zu anderen hingegen aus unterschiedlichen Gründen Distanz wahrt (Frau Radl, Sedlak, Bernhard Färber, Marie Berger), wie es wohl auch im ‚wahren„ Leben wäre.

„Das Leben ist schmutzig“ ist in erster Linie eine gelungene Milieu-Studie, in die die Autorin ihre Erfahrungen aus verschiedenen Berufen (sie ist ausgebildete Sozialarbeiterin und arbeitet bereits seit Jahren in der Straffälligenhilfe) einfließen ließ, und nur ganz nebenbei auch ein Krimi, durch einen Mordfall, wie er sich in der Nachbarschaft jederzeit abspielen könnte: ungeplant und unbemerkt, eigentlich ein tragisches Unglück, das zufällig ans Licht kommt. Mit diesem Titel bleibt sich der Argument Verlag selbst treu, denn das Buch ist ein kleines Juwel, das man erst nach der letzten Seite aus der Hand legt und nicht so schnell vergisst, denn Vergleichbares findet man selten im Krimi-Bereich.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Anne Goldmann – Das Leben ist schmutzig.

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Das Kommunistische Manifest

Erstellt von Werner Karl am 17. April 2011

Karl Marx und Friedrich Engels
Das Kommunistische Manifest / 150 Jahre Kommunistisches Manifest

GB, 1948/1998
Nach „Das Kommunistische Manifest – Eine moderne Edition“
mit einer Einleitung von Eric J. Hobsbawm
Argument Verlag, Hamburg, 1998, 7. Auflage: 01/2010
Argument Verlag, Hamburg, 2. Auflage: 09/2005
2 Audio-CDs im Juwel-Case
Hörbuch, Sachbuch, Politik, Geschichte, Sozialwissenschaften, Wirtschaft
ISBN 978-3-88619-463-6
Laufzeit: ca. 133 Min.
Gelesen von Rolf Becker
Titelgestaltung von Martin Grundmann

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Karl Marx und Friedrich Engels formulierten um 1948 in London „Das Kommunistische Manifest“ im Auftrag des Bundes der Kommunisten. Die ersten Worte „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“ treffen hinsichtlich der politischen Situation in Europa den Nagel auf den Kopf. Die Monarchien, der Adel und das Besitzbürgertum, die über Generationen hinweg das Volk unterdrückten und ausbeuteten, fürchteten seit der Französischen Revolution Aufstände und eine Neuordnung der bestehenden Herrschaftsstrukturen.

Die Kommunisten wurden zum Angstgegner stilisiert, dabei waren die Reaktionen auf „Das Kommunistische Manifest“, welches das Gedankengut und die Ziele seiner Anhänger – die klassenlose Gesellschaft und die gerechte Verteilung aller Ressourcen – in konkrete Worte fasste, in Europa und der übrigen Welt sehr verschieden und fielen meist auf weniger fruchtbaren Boden, als angenommen (das belegen auch die Auflageziffern der Übersetzungen).

Basierend auf der bekannten Geschichte erläuterten Marx und Engels ihre Theorie von der Dynamik des Klassenkampfs, der aus Unterdrückten die nächste Schicht der Unterdrücker macht, bis der Kapitalismus zugrunde geht und der Kommunismus, den bereits die Urgesellschaft kannte, alle gleich stellt. Dabei wird auch berücksichtigt, dass das Zusammenspiel verschiedener Faktoren eine Realisierung des Kommunismus verhindern kann.

Lauscht man den Ausführungen, so stellt man fest, dass viele der geschilderten Probleme tatsächlich – noch immer – existieren, wenngleich die Dynamik, die eine Revolution zur Folge haben sollte, in der modernen Gesellschaft kaum noch zu finden ist, so dass auch die Revolution ausbleibt. Die beschriebenen Konflikte sind trotzdem real und nachvollziehbar. Damit und auch mit den weiteren Phänomenen, die den Kommunismus begleiten, setzt sich der britische Sozial- und Wirtschaftshistoriker Eric J. Hobsbawm auseinander und führt die Geschichte des Kommunismus in den folgenden 150 Jahren näher aus. Vorurteile, die man aufgrund von Falschinformationen bislang hegte, werden aus dem Weg geräumt. Das Hörbuch besteht aus zwei CDs. Auf einer wird „Das Kommunistische Manifest“ vorgetragen, auf der anderen werden die Erläuterungen von Eric J. Hobsbawm gelesen. Der Vortrag von Rolf Becker zieht den Zuhörer in den Bann, obwohl es sich um hochtheoretischen Stoff handelt.

Tatsächlich erlaubt das Hörbuch auch Personen, denen „Das Kommunistische Manifest“ als Text zu trocken ist, sich einen Eindruck von den Theorien zu machen, die Marx und Engels niederschrieben, und darüber hinaus zusätzliche Informationen aus der neuzeitlichen Perspektive zu ziehen. „Das Kommunistische Manifest“ in der Hörbuch-Version ist eine sehr empfehlenswerte Möglichkeit, eine der wichtigsten Lehren, die die vergangenen rund 200 Jahre mit prägten, kennen zu lernen.

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Die Herzen aller Mädchen

Erstellt von Werner Karl am 17. März 2011

Monika Geier
Die Herzen aller Mädchen
Bettina Boll 5

Argument Verlag, Hamburg, dt. Originalausgabe: 03/2009
TB, ariadne krimi
ISBN 978-3-86754-184-8
Titelgestaltung von Martin Grundmann, Hamburg unter Verwendung eines Fotos von collective nouns

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Durch eine Briefbombenexplosion wird eine ältere Frau schwer verletzt. Die Ermittlungen ergeben, dass sie die Witwe eines bekannten Autors ist, der erst vor kurzem in einer Talkshow vehement angegriffen wurde. Hat Anna Oberhuber, eine Wahrsagerin, etwas mit dem Verbrechen zu tun? Oder steckt der Sohn des Opfers, Gregor Krampe, ein Literatur-Experte, dahinter? Kriminalkommissarin Bettina Boll brilliert durch überraschende Kenntnisse und wird daraufhin von der Einsatzleiterin des BKAs für ihr Team angefordert. Bettina schwankt zwischen Freude, denn dies könnte ein Sprung auf der Karriereleiter nach oben bedeuten, und der Sorge, wie sie die beruflichen Anforderungen und die Erziehung ihrer Adoptiv-Kinder (die Kinder ihrer verstorbenen Schwester) unter einen Hut bringen soll.

Den Kollegen sind Bettinas Probleme völlig egal. Als Frau und alleinerziehende Mutter, dazu noch als Halbtagskraft hat sie einen schweren Stand. Dass sie nun auch noch den Hauptverdächtigen beschatten – genauer: umgarnen soll, um ihm wichtige Informationen zu entlocken, durch die er vielleicht überführt werden kann, während sie sich aus allen anderen Ermittlungstätigkeiten herauszuhalten hat, ist nicht das, was sie sich erhofft hatte. Obendrein zweifelt sie an Gregors Schuld und verliebt sich. Allerdings hat auch er seine Geheimnisse – und Bettina als Alibi, als ein wertvolles Palimpsest gestohlen wird …

„Die Herzen aller Mädchen“ ist bereits der fünfte in sich abgeschlossen Band der „Bettina Boll“-Reihe. Man kann jedes Buch für sich lesen, doch empfiehlt es sich, die chronologische Reihenfolge zu beachten. Monika Geier entführt einmal mehr ihre Leser in die Pfalz und an Schauplätze nachvollziehbarer Verbrechen. Im Mittelpunkt steht eine junge Kommissarin, die realistisch geschildert und dadurch zur Anti-Heldin wird:
Bettina ist nicht unfehlbar, sondern eine Frau aus Fleisch und Blut, die sich größte Mühe gibt, oft zurücksteckt, Träume hat und Enttäuschungen erlebt. Mit ihr, der alleinerziehenden Mutter, die ihre häuslichen Pflichten mit den gnadenlosen Anforderungen ihres Berufs vereinen muss, dabei von ihrem Umfeld immer wieder Steine in den Weg gelegt und dumme Sprüche zu hören bekommt, können sich vor allem Leserinnen bestens identifizieren. Wer sich in einer ähnlichen Situation befindet, kennt das – die Szenen im Büro und in der Schule – und weiß, dass die Autorin nicht übertreibt.

Diese alltäglichen Kümmernisse verleihen einer Handlung Authentizität, die aufgrund der vielfältigen Konflikte und einer keimenden Romanze keineswegs in den Hintergrund tritt, sondern sich zu einem komplexen, faszinierenden Kriminalfall entwickelt. Man kann das gestohlene Ovid-Palimpsest als Metapher verstehen: Genauso, wie der vordergründige, neue Text das darunter liegende, ältere Manuskript verbirgt, halten die Protagonisten ihr wahres Wesen, ihre eigentlichen Absichten geheim, und auch hinter dem Anschlag mit der Briefbombe und dem Diebstahl steckt sehr viel mehr. Monika Geier hat ihre spannende, zum Ende hin immer weiter eskalierende Geschichte und den Aufbau ihrer Charaktere äußerst geschickt um dieses Motiv der Doppeldeutigkeit bzw. des verborgenen ursprünglichen Wesens angelegt – und ihr ist ein Meisterstück gelungen! Auch sprachlich ist der Roman, wie man es von der Autorin gewohnt ist, anspruchsvoll. Man kann alle Titel von Monika Geier Krimi-Freunden, die höhere Ansprüche an ihre Lektüren stellen, wärmstens empfehlen – wobei die ersten vier Romane nun im Schatten von „Die Herzen aller Mädchen“ stehen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Immer Ärger mit den lieben Verwandten – Kurzkrimis aus Ost und West

Erstellt von Werner Karl am 20. Januar 2011

Silvija Hinzmann & Ruth Borcherding-Witzke (Hrsg.)
Immer Ärger mit den lieben Verwandten – Kurzkrimis aus Ost und West

Argument Verlag, Hamburg, 1. Auflage: 10/2009
TB, ariadne Krimi 1186
ISBN 978-3-86754-186-2
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung eines Fotos
von Victor Grigas (© Victorgrigas, East Side Gallery 2005),
Mauergemälde von Dmitry Vrubel: „God! Help me survive amid this mortal love“, 1989

www.argument.de
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www.ruth-borcherding-witzke.de
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Zum 20. Jahrestag nach dem Mauerfall ist im Argument Verlag die Anthologie „Immer Ärger mit den lieben Verwandten“ erschienen, welche 14 Kurz-Krimis von ebenso vielen Autorinnen und Autoren präsentiert, die sich auf humorige, satirische, skurrile, nachdenkliche oder böse Weise mit dem Thema beschäftigten. Dabei bemühen sie sich, selber nicht zu werten, sondern erlebte Geschichte und all das einzubinden, was man von den Menschen in Ost und West immer wieder zu hören bekommt, fragt man sie, wie es früher war und was die Wiedervereinigung ihnen brachte. Auch nach all den Jahren gibt es immer noch eine Mauer – und zwar in vielen Köpfen.

Im Westen schaut man argwöhnisch nach drüben, ob dort gar nichts vorangeht und warum man immer noch den Soli zahlen muss, während man vielleicht selbst in einer armen Region wohnt, die eine Unterstützung bitter nötig hätte; und im Osten denkt so mancher, dass es im anderen Teil Deutschlands den Menschen besser geht und man auf sie als ‚arme Verwandte„ herab sieht. Erst jene, die im wiedervereinten Deutschland geboren und aufgewachsen sind, werden wohl diese Hürden überwinden können. Geschickt platziert wurde die Titel-Story „Immer Ärger mit den lieben Verwandten“ von Herausgeberin Ruth Borcherding-Witzke an erster Stelle, denn die schwarz-humorige Auseinandersetzung mit einem tödlichen Unglück stimmt auf den Band ein und macht neugierig auf die weiteren Geschichten. Christian bekommt Besuch von seinem Erbonkel aus dem Osten. Dieser stürzt – und ist tot. Was nun? Die Leiche muss verschwinden, denn wer würde unter den gegebenen Umständen an einen Unfall glauben?

Man kommt nicht aus dem Schmunzeln heraus angesichts der Tücken des Alltags, die eine Entdeckung mehr als wahrscheinlich machen. Geschickt spielt die Autorin mit bekannten Klischees, die in diesem Fall überhaupt nicht klischeehaft wirken, sondern gerade das Lachen provozieren. Am Schluss gibt es sogar noch eine Überraschung. Martin Conrath schildert in „Mauerengel“, wie ein Polizeibeamter einen alten Fall aufrollt und dabei an Dingen rührt, die er zu seinem eigenen Wohl besser hätte ruhen lassen sollen. Thematisiert werden die Gefahren, denen sich Flüchtlinge aus der DDR aussetzten, wenn sie versuchten, den Grenzstreifen zu überqueren. Viele wurden erschossen, andere zu speziellen Dienstleistungen gezwungen. Niemand weiß, wie viele solche Verbrechen sich ereignet haben, und so mancher Täter mag ungestraft davon gekommen sein. In der Geschichte wird literarische Rache an allen genommen, die Schuld auf sich luden.

In „Die Blutnacht von Uhlbach“ verknüpft Christine Lehrmann alte und jüngere Verbrechen, die mit Ausnahme von einer Untat aufgeklärt wurden. Schwabenreporterin Lisa Nerz wird prompt neugierig und stellt Fragen, die zu des Rätsels Lösung führen. Die Kurzgeschichte ist außerdem in „Notorisch Nerz“ zu finden, einer Sammlung mit acht „Lisa Nerz“-Krimis. Wie immer gelingt es der Autorin, eine niveauvolle Story zu erzählen, die auf Recherchen basiert und mit Wortspielen und Sprachexperimenten nicht geizt. Tatsächlich passiert nicht viel, aber die Dialoge haben es in sich. „Der Pass des Vergessens“ erlaubt es dem Protagnisten in Matthias Biskupeks Krimi, auf seinem Besuch im Westen unterzutauchen. Womit er nicht gerechnet hat, ist, dass der Bekannte, der sich mit den DDR-Papieren im Osten umsehen wollte, zu Tode kommt und postum literarische Lorbeeren erntet, die ihm gar nicht zustehen. Anschaulich beschreibt der Autor, welche haarsträubenden Auflagen Schriftsteller aus dem Osten hinnehmen mussten, wollten sie publizieren und die Erlaubnis erhalten, eine Einladung in den Westen annehmen zu dürfen. Viele ergriffen diese Chance und kehrten nicht mehr zurück, wobei sie vieles aufgeben mussten: Familie, Freunde, ihre ganze Habe – hier sogar die eigene Existenz.

Dies sind nur ein paar Beispiele für die vielen Themen, die in den Storys aufgegriffen werden. Überwiegend wird erlebte Geschichte verarbeitet – schlimme Dinge, von denen man früher nur ahnte, die oft tot geschwiegen wurden. Nun spricht man darüber und bindet sie in kurze Krimis ein, um den Geschehnissen die Bitterkeit und das Reale etwas zu nehmen, denn letztlich sind es Fiktionen, aber der wahre Kern lässt sich nicht verleugnen, und so wirken die meisten Geschichten eher düster und hinterlassen den Leser nachdenklich. „Immer Ärger mit den lieben Verwandten“ ist eine interessante Anthologie mit vielfältigen Beiträgen, die belegen, dass die Vergangenheit noch immer lebendig ist, dass sie die Menschen berührt und nicht so schnell vergessen wird.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Notorisch Nerz – Acht Eskapaden mit Lisa Nerz

Erstellt von Werner Karl am 9. Dezember 2010

Christine Lehmann
Notorisch Nerz – Acht Eskapaden mit Lisa Nerz

Argument, Hamburg, 03/2010
TB, ariadne krimi
ISBN 978-3-86754-181-7
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung einer Skulptur von Wolfgang Thiel

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www.lehmann-christine.de
www.martingrundmann.de
www.atelier-thiel.de

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„Notorisch Nerz“ beinhaltet „Acht kurze Nerze“, so der Argument Verlag auf dem Backcover-Text. Automatisch denkt man an die possierlichen Tiere, an wertvollen Pelz – und an die ‚Schwabenreporterin„ Lisa Nerz. Dem Krimi-Freund ist klar: Lisa Nerz ist auf jeden Fall drin, ihre unkonventionelle Art ist amüsant, aber sie kann auch so bissig sein wie das kleine Raubtier, und die Geschichten, die sich um sie ranken, sind wahre Perlen des Genres. Christine Lehmann verfasste bereits acht Romane mit Lisa Nerz in der Hauptrolle, außerdem acht Kurzgeschichten, von denen drei in Anthologien des Argument Verlags und die übrigen in anderen, zumeist kleinen Publikationen erschienen sind. Dank der vorliegenden Sammlung kann man nun auch die weniger bekannten und nur noch schwer zu findenden Erzählungen genießen.

In „Rotkuss“ begleitet Lisa Nerz ihren Freund, den Staatsanwalt Richard Weber, zu einer Kapitelsitzung der Weinbruderschaft. Obwohl in dieser Runde keine Frauen zugelassen sind, nimmt die androgyne Lisa, die sich gern als Mann ausgibt, an der Weinprobe teil. Dabei findet sie auf unangenehme Weise heraus, wir vor Kurzem eine Frau durch den Genuss des titelgebenden Weines zu Tode kam. „Der Spuk von Jena“ konfrontiert Richard mit einem Kapitel seiner Vergangenheit, über das er bisher mit niemandem gesprochen hat, da die Erinnerung ausgesprochen unschön ist. Zusammen mit einem Pfarrer aus dem Osten half er Ausreisewilligen, die DDR zu verlassen. Doch dann ging etwas schief, die Grenzer unterzogen Richard einem Verhör und drohten ihm mit jahrelanger Haft. Die Frage, ob der Pfarrer ihn damals verraten hat, belastet ihn noch immer.

„Lisa Nerz fährt Fahrrad“ in Stuttgart und ärgert sich wie so viele andere über rücksichtslose Autofahrer, die nicht auf die übrigen Verkehrsteilnehmer achten und einfach die Türen aufreißen oder anderen die Vorfahrt nehmen (dass es die Radfahrer nicht anders machen, findet keine Erwähnung …). Nach einer kleinen Tour durch Stuttgart, einem fiesen Porsche-Fahrer immer hinterher, stößt Lisa auf eine Leiche – und kennt auch den Mörder. „Der Engel von Ostheim“ findet die Beute eines Raubüberfalls und sinnt darüber nach, wie viel Gutes man mit dem Geld tun könnte. Interessiert schließt sich Lisa den Überlegungen der alten Frau an. „Der Zahlendolch“ ist im übertragenen Sinne die Mordwaffe, der ein genialer Mathematiker zum Opfer fällt, der seine Entlohnung vor der offiziellen Ehrung zu bekommen wünschte und sich dafür den falschen Partner suchte.

Etwas aus dem Rahmen fällt „Der Frauenkopfmord“, der sehr viel düsterer ist als die anderen Krimis mit ihrem vergnüglichen Augenzwinkern. Zudem scheint Lisa Nerz in diesem Fall keine große Rolle inne zu haben, bis sich das Verwirrspiel auflöst. „Die Blutnacht von Uhlbach“ verbindet mehrere Menschen. Nur ein Todesfall blieb bislang ohne Aufklärung – für Lisa ein Grund, unbequeme Fragen zu stellen. In „Das Vesperbrett“ helfen Lisa und Friederike einer alten Dame, ihre Einkäufe nach Hause zu bringen. Nebenbei erfahren die beiden eine Menge über die unkultivierten Ehemänner ihrer Bekanntschaft, die eines plötzlichen Todes starben. In Lisa und ihrer neuen Freundin keimt ein schrecklicher Verdacht …

In dem Nachwort, das auf jede Geschichte folgt, erklärt die Autorin, wo, wann und zu welchem Anlass die verschiedenen Erzählungen entstanden sind. Ihnen allen ist gemein, dass Lisa Nerz ihrer Rolle als neugierige, freche Reporterin gerecht wird und sie auf ungewöhnliche Weise zur Aufklärung der Fälle beiträgt. Die Handlung ist mit vorgegebenen Themen und aktuellen Anlässen wie dem Mauerfall verknüpft. Man merkt, dass den kurzen Geschichten genauso akribische Recherchen voraus gingen wie den Romanen. Zwar können sich die Charaktere auf den wenigen Seiten nicht im selben Maße entfalten, aber die Handlung ist komplex und atmosphärisch dicht, vor allem in „Der Zahlendolch“, der vielleicht besten und originellsten Story.

Schätzt man Spannung auf gehobenem Niveau, Lokalkolorit, eine wandelbare, gewitzte Heldin, ungewöhnliche Mordfälle und gelegentliche Sprachexperimente, wird man viel Freude an der „Lisa Nerz“-Reihe haben, die zu den Highlights des Argument Verlags zählt und vor allem Leserinnen, aber auch aufgeschlossene Leser anspricht.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Die dünne Frau

Erstellt von Werner Karl am 18. Oktober 2010

Dorothy Cannell
Die dünne Frau

The Thin Woman, USA, 1984
Argument Verlag, Hamburg, 10/2009, 1. Auflage: 1991
TB, ariadne Krimi
ISBN 978-3-88619-516-9
Aus dem Amerikanischen von Heidi Zerning
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung eines Fotos von Kimberly Jennery

www.argument.de
www.fantasticfiction.co.uk/c/dorothy-cannell/
www.martingrundmann.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die lieben Verwandten sind ein Kreuz für sich – das weiß die 1943 geborene Autorin Dorothy Cannell nur zu genau, da ihre eigenen immer wieder gerne in die Wohnung der zurückgezogenen Frau einfallen und dort Chaos anrichten. Die kleine Rache für dieses Verhalten ist wohl „Die dünne Frau“. Der Original-Roman erschien bereits 1984 und wurde seit 1991 mehrfach von Argument neu aufgelegt. Viele Elemente der Handlung sind auch heute immer noch aktuell.

Ellie Simmons ist Innenarchitektin und kommt ganz gut allein zurecht – bis zu dem Tag, an dem sie zu einem Familientreffen eingeladen wird. Auch wenn sie keine rechte Lust dazu hat, beschließt sie, ihre Pflicht zu tun. Damit man ihr keine dummen Fragen stellt, warum sie immer noch solo ist, engagiert sie für die Tage kurzerhand den jungen Bentley Haskel von einem Begleitservice. Allerdings erweist sich der Gute auch nicht als ganz so passend, aber es ist zu spät, noch einen anderen anzufordern. Auf dem Treffen nimmt alles erst einmal seinen erwarteten Lauf, bis zu dem Moment, in dem Erbonkel Merlin verscheidet. Sein Testament ist ausgerechnet für Ellie ein Schock, denn der alte Mann verdonnert sie dazu, in den nächsten Monaten mit Bentley in seinem Schloss zu leben, abzunehmen und einem Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen. Der junge Mann, den sie als ihren Verlobten ausgegeben hat, soll ein Buch schreiben.

So bleibt den beiden ungleichen Partnern, die eigentlich nur eine geschäftsmäßige Beziehung haben, nichts anderes übrig, als sich zusammenzuraufen und die Zähne zusammenzubeißen. Und da ist ja auch noch die Verwandtschaft, die zum großen Teil leer ausgegangen ist und das nicht auf sich sitzen lassen will.

Humorvoll und witzig beschreibt Dorothy Cannell die Ereignisse auf einem Schloss und gibt Einblicke in eine schrullige Familie, wie man sie wohl sonst nur aus den schwarzen Komödien Großbritanniens kennt. Dabei konzentriert sie sich sehr stark auf die Figuren, speziell Ellie und Bentley. Beide müssen über ihren Schatten springen und sich sehr verändern, und ob das zum Guten ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Autorin geht dabei sehr viele Kompromisse ein und unterwirft sich gängigen Handlungsmustern, die man bereits aus anderen Romanen kennt: Ellie wird schlank und passt sich an, anstatt die humorvolle Mollige zu bleiben. Auch steht die Romanze zwischen ihr und Bentley im Vordergrund und nicht das Verbrechen.

Dabei handelt es sich nicht, wie jeder denken mag, um den Tod des Erbonkels sondern um etwas, was bereits vor vielen Jahrzehnten passiert ist. Aber diese Tat scheint auch nur ein Aufhänger zu sein, um die Geschichte überhaupt dem Krimi-Genre zuzuordnen. Die Suche nach Hinweisen und Beweisen wirkt deshalb genauso halbherzig wie die spätere Auflösung des Ganzen. Deshalb sollten Krimi-Fans nicht all zu enttäuscht sein, wenn sie nicht das erhalten, was sie erwartet haben. Denn unterhaltsam zu lesen ist das Buch schon, gerade was die Darstellung der Figuren angeht. In manchen Szenen kommt man aus dem Schmunzeln nicht heraus.

Wer nicht gerade einen Krimi erwartet, sondern sich auch mit einer augenzwinkernd erzählten Liebesgeschichte mit vielen kauzigen Figuren zufrieden gibt, wird von „Die dünne Frau“ jedenfalls nicht enttäuscht. werden.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Wenn die grauen Falter fliegen

Erstellt von Werner Karl am 28. September 2010

Marion Foster
Wenn die grauen Falter fliegen

The Monarchs are Flying, USA, 1986
Argument Verlag, Hamburg, 06/2007
TB im Kleinformat, ariadne classic 001, Krimi
ISBN 978-3-86754-001-8
Aus dem Amerikanischen von Andrea Krug
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung eines Fotos von DLTbluefrog

www.argument.de
www.fantasticfiction.co.uk/s/shirley-shea/
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Nahezu jeder größere Verlag wartet mit einem Krimi-Programm auf. So auch Argument mit seinen ariadne Krimis. Das Besondere an diesen ist, dass sie nicht dem Mainstream folgen und darin auch keine coolen „James Bond“-Verschnitte an exotischen Schauplätzen die ganze Welt retten. Stattdessen handelt es sich bei den Ermittlern, egal ob sie beruflich an einen Schauplatz des Verbrechens gerufen werden oder zufällig in einen Konflikt hinein schliddern und aus Neugierde ein wenig schnüffeln, um Durchschnittstypen, mit denen sich der Leser leicht identifizieren kann. Entweder wühlen sie in der unmittelbaren Nachbarschaft im spießbürgerlichen Schmutz (Lisa Kuppler: „Tödlichs Blechle“), zeigen sich politisch und feministisch (Barbara Ahrens: „Operation Schönheit“) oder sind Außenseiter der Gesellschaft durch ihre sexuelle Orientierung (Joseph Hansen: „Nachtarbeit“, Christine Lehmann: „Teufelsg‟walt“) – oder alles zusammen.

Die Autorinnen und Autoren vermeiden es, mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger auf Probleme und Tabus zu zeigen, vielmehr informieren sie im Rahmen einer spannenden, dramatischen Geschichte und fordern den Leser auf, nachzudenken und sich eine eigene Meinung zu bilden. Marion Foster ist das Pseudonym der kanadischen Autorin Shirley Shea (1924 – 1997). Ihr Krimi „Wenn die grauen Falter fliegen“ stammt von 1986, doch die Themen haben nichts an Aktualität eingebüßt, denn immer noch haben Frauen in vielen Regionen weniger Rechte als Männer, werden aufgrund ihres politischen und sozialen Engagements, ihrer sexuellen Orientierung etc. ausgegrenzt, sogar verfolgt und der Willkür einer reaktionären Gesellschaft und Justiz ausgeliefert. Die Journalistin Leslie Taylor wird eines Tages zu einer Routinebefragung auf die Polizeistation von Spruce Falls gebeten. Marcie Denton, eine ehemalige Geliebte, wurde in einem Motel misshandelt und ermordet aufgefunden, und die wenigen Hinweise lassen den Schluss zu, dass Leslie die Letzte war, die Marcie lebend gesehen hat. Obwohl es keine konkreten Beweise gibt, wird Leslie verhaftet.

Die Beamten spielen ‚guter Cop, böser Cop„, um sie zu zermürben und ihr Informationen zu entlocken, die sich gegen sie verwenden lassen. Der Verteidiger, der ihr empfohlen wurde, drängt sie, sich schuldig zu bekennen, um das Verfahren abzukürzen, die Staatskasse somit zu entlasten und ein saftiges Honorar für wenig Arbeit einzustreichen. Es kommt aber noch schlimmer: Marcies Mann will Leslie den Mord um jeden Preis in die Schuhe schieben und setzt eine ihm bekannte Staranwältin auf den Fall an. Harriet Fordham-Croft kann ihren Klienten nicht sonderlich leiden. Auch das miefige Spruce falls gefällt ihr überhaupt nicht. Schnell wird ihr klar, dass es nicht um Rechtsprechung geht, sondern eine Hexenjagd im Gang ist und das Opfer, das in der Vergangenheit durch ihre Recherchen einigen Leuten zu sehr auf die Zehen trat und nun auch noch als Lesbe geoutet wurde, keinerlei Chance auf einen fairen Prozess hat. Am Tatort entdeckt sie Spuren, die von der Polizei übersehen wurden. Plötzlich ist Harriets Gerechtigkeitssinn hellwach. Sie will die Wahrheit aufdecken und Leslie aus dem Gefängnis holen.

Schon nach wenigen Seiten ist man so von der Lektüre gefangen, dass man sie nicht mehr zur Seite legen will, bevor man die letzte Seite gelesen hat. Marion Foster schildert eindringlich und überzeugend einen wahren Albtraum, wie ihn keiner durchleiden möchte: Ohne genau zu wissen, worum es geht, begleitet eine junge Frau zwei Beamte und wird nach einem langwierigen Verhör, bei dem man ihr einen Mord unterstellt, um einen Zusammenbruch und ein Geständnis zu erzwingen, ins Gefängnis geworfen. Der angeblich verständnisvolle Beamte erweist sich als homophob und damit als noch gefährlicher als sein polternder, offen chauvinistischer Kollege. Im Frauengefängnis wird Leslie von der Wärterin bespitzelt und muss sich mit ihren rauen Mithäftlingen arrangieren, wobei sie Glück hat, dass sie von einer resoluten Frau unter die Fittiche genommen wird. Der Verteidiger, den Schuld und Unschuld gar nicht interessieren, steckt mit den Beamten unter einer Decke und erdreistet sich, Honorarforderungen für Leistungen, die er nicht erbrachte, an Leslies Eltern zu richten, nachdem sie ihn entlassen hatte.

Auch Marcies Mann, der seine ‚männliche Ehre„ verletzt sieht, weil die junge Frau ihn verlassen wollte und sich von ihrer Ex Hilfe erhoffte, will ein schnelles und hartes Urteil durchsetzen. Die Mittel, die er anwendet, erweisen sich als Leslies Glück, denn Harriet lässt sich nicht manipulieren und durchschaut das abgekartete Spiel. Es scheint, als gäbe es nun Hoffnung. Kann Harriet genug Beweise finden, die die Unschuld ihrer Mandantin belegen und den wahren Täter offenbaren? Man muss nicht einmal eine Feministin sein, um Sympathien für die beiden weiblichen Hauptfiguren zu entwickeln und die Männer als ‚die Bösen„ zu entlarven. Letzteres mag schon etwas plakativ erscheinen, aber wer kennt keine solchen Negativbeispiele, wer hat noch nicht durch die Medien von solchen Fällen gehört? Außerdem entdeckt man genügend männliche Charaktere, die es schaffen, sich von ihren überholten Denkschemata zu lösen (Leslies Vater), und die kein Problem damit haben, für eine Frau zu arbeiten (Clarence Crossley).

Vor allem als Leserin leidet man mit Leslie, die eine Menge durchmacht, und fiebert man mit Harriet, die systematische Recherchen anstellt und eine Strategie ausarbeitet, wie sie ihre Klientin vor Gericht vertreten will. Vorurteile, Homophobie und polizeiliche/juristische Willkür werden angeprangert, aber auf subtile Weise. Darüber wird der Mord von der Autorin bewusst in den Hintergrund gedrängt, um zu verdeutlichen, dass es den involvierten Personen weniger um die Aufklärung des Verbrechens geht als um die Verurteilung – um die Statuierung eines Exempels – einer unbequemen Person und die persönliche Befriedigung. „Wenn die grauen Falter fliegen“ ist ein Krimi, den man nicht so schnell vergisst. Der Roman beeindruckt durch realistische Charaktere und eine dramatische, glaubwürdige Handlung, in die die Gesellschaftskritik gelungen verpackt wurde. Zweifellos einer der Top-Titel von Argument, der zu Recht eine Neuauflage in der ariadne classic-Reihe erfuhr!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Von Arsen bis Zielfahndung

Erstellt von Werner Karl am 11. Juli 2010

Manfred Büttner und Christine Lehmann
Von Arsen bis Zielfahndung
Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige

Ariadne bei Argument, Hamburg, 10/2009
TB, Sachbuch, Krimi
ISBN 978-3-88619-720-0
Titelbildgestaltung von Martin Grundmann

www.argument.de
www.ariadnekrimis.de
www.lehmann-christine.de
www.vermoegensabschoepfung.de
www.martingrundmann.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wenn ein Mord geschieht und die Polizei die Ermittlungen übernimmt, glauben viele Menschen zu wissen, was dann geschieht, denn sie bekommen die Arbeit der Behörden ja tagtäglich im Fernsehen zu sehen, sei es nun in Serien oder aber dem derzeit so beliebten Dokutainment. Möchte man aber selbst eine Kriminalgeschichte schreiben, stellt man sehr schnell fest, dass die Fiktion so gut wie gar nichts mit der Realität zu tun hat. Gerade die alltägliche Wirklichkeit in Deutschland sieht ganz anders aus, als man sie sich vorstellt. Um diesem Mangel abzuhelfen und jungen Autoren – aber auch allen Lesern, die es interessiert – einen Überblick zu geben, haben sich die bekannte Krimiautorin Christine Lehmann („Lisa Nerz“-Krimis) und der Fahnder Manfred Büttner zusammen getan. Sie präsentieren in „Von Arsen bis Zielfahndung“ interessante Fakten zum Thema Mord, Mörder und Aufklärung der Tat, die in dieser Form noch nie an einem Ort versammelt waren.

Das Buch ist in einzelne Teile aufgegliedert. Interessant ist zunächst einmal das „Mordmotiv“: Wer neigt überhaupt dazu, jemand anderen umzubringen? Welche Gründe kann er dafür haben – ist er vielleicht von dem anderen über Jahre gedemütigt und gequält worden? Geschieht die Tat im Affekt? Oder liegen sie in psychischen Defekten begründet? Geht es um Rache, Herrschsucht und Ohnmacht des Unterlegenen? Wie hoch ist die Frauenquote im Vergleich zur Anzahl der Morde eigentlich, und wer neigt eher dazu, tödliche Gewalt anzuwenden? Wie sieht es mit Triebtätern aus? Wie entwickeln sich diese und wann handeln sie?

Der „Mord“ selbst kann auf vielerlei Arten erfolgen. Die Autoren nennen einige Möglichkeiten, deuten an, wie der perfekte Mord aussehen kann, wie man einen Selbstmord von der Tat eines Fremden unterscheiden kann, welche Arten des gewaltsamen Todes es gibt. Dazu kommt ein Exkurs über Giftmorde und Giftarten. Alle weiteren Teile beschäftigen sich dann mit dem, was danach folgt: Wer nimmt die Ermittlungen auf? Darf wirklich nichts an einem Tatort verändert werden? Welche ersten Schritte werden in Wirklichkeit unternommen und von wem. Ist wirklich immer sofort die Kripo zur Stelle? Wie sieht es mit der Kriminaltechnik und Spurensicherung aus? Welchen Einfluss und welche Aufgaben haben diese? Auch der „Leiche“ wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Wie stellt man eigentlich den Tod fest? Wie lange lebt der Körper noch, nachdem das Herz seine Funktion eingestellt hat? Kann man dann vielleicht noch jemanden wieder beleben? Wie sieht eine Obduktion aus, und welche Aufgaben hat der Gerichtsmediziner?

Liegen alle Fakten vor, beginnt die „Fallanalyse“. Man wertet die Aussage der Zeugen und Verdächtigen aus, die Untersuchungsergebnisse der Spurensicherung, Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik und zieht daraus seine Schlüsse. Interessant ist dabei, dass gerade das deutsche Recht Regeln hat, die man deutlich einhalten sollte und die nicht überschritten werden dürfen. Weitere Kapitel beschreiben die Ermittler und ihre Aufgaben, erklären, dass der eigentliche Berufsjargon ganz anders aussieht, als man es gewohnt ist, und erklären, dass gerade die Rolle der Gerichtsmediziner, Kriminaltechniker und auch der Staatsanwaltschaft ganz anders ist, als man denkt, und auch die Rolle der Bürger nicht immer nur passiv ist. Auch den Themen „Wirtschaftsverbrechen“ und „Zwangsmaßnahmen“ sind eigene Abschnitte gewidmet.

Die Autoren betonen schon in ihrem Vorwort, dass sie weder Lesern noch Autoren Krimis madig machen sondern mit ihren Informationen nur deren Bild ergänzen wollen, um ein wenig mehr Vielfalt zu erreichen. Es geht ihnen darum zu zeigen, wie sehr die Schere zwischen Realität – dem was wirklich geschieht – und Fiktion – das, was den Lesern und Zuschauern in Büchern und Filmen erzählt wird – auseinanderklafft und junge Autoren genau diese Zone für sich nutzen können. Die Hinweise und Anregungen sind als Hilfe gedacht, eigene und frische Ideen zu entwickeln, die zwar fiktional bleiben, aber den gängigen Handlungsmustern ein wenig mehr Facettenreichtum hinzufügen, denn man muss jetzt auch nicht krampfhaft darum bemüht sein, absolut realistisch zu werden. Sie plädieren dafür, die Informationen immer noch der Geschichte unterzuordnen, wenn es wichtig wird – aber auch, gewisse Grenzen im Auge zu behalten, denn das deutsche Rechtssystem erlaubt nicht unbedingt die Willkür, die man vielleicht schon gelesen hat.

Zudem behaupten sie auch nicht, in allem absolut korrekt zu sein – in einigen Jahren können sich auch Details schon wieder überholt haben. Alles in allem ist das Buch aber trotzdem sein Geld wert. Es ist unterhaltsam geschrieben, lässt sich auch in den etwas trockeneren Parts flüssig lesen und unterhält durch den lockeren, etwas sarkastischen Stil ungemein. Die Informationen sind in angenehme Bissen aufgeteilt und gut zu verinnerlichen; sie gehen zwar nicht ins Detail, geben aber erste Richtlinien, die man gegebenenfalls auch noch weiter recherchieren kann, wenn man möchte. Gerade weil der Text auch so populärwissenschaftlich geschrieben ist, werden nicht nur Autoren sondern auch einfache Leser ihren Spaß an der Sammlung von Fakten zum Thema Mord haben. Wer also mehr zum Thema „Mord und Mörder“, „Leiche und Ermittler“ etc. wissen möchte, ohne erst Dutzende von Fachbüchern wälzen zu müssen, kann ruhig nach „Von Arsen bis Zielfahndung“ greifen, denn das Buch ist durch seinen Informationsgehalt sein Geld wert. (3xPRT)

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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