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neuauflage

Von Arsen bis Zielfahndung

Erstellt von Werner Karl am 11. Juli 2010

Manfred Büttner und Christine Lehmann
Von Arsen bis Zielfahndung
Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige

Ariadne bei Argument, Hamburg, 10/2009
TB, Sachbuch, Krimi
ISBN 978-3-88619-720-0
Titelbildgestaltung von Martin Grundmann

www.argument.de
www.ariadnekrimis.de
www.lehmann-christine.de
www.vermoegensabschoepfung.de
www.martingrundmann.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wenn ein Mord geschieht und die Polizei die Ermittlungen übernimmt, glauben viele Menschen zu wissen, was dann geschieht, denn sie bekommen die Arbeit der Behörden ja tagtäglich im Fernsehen zu sehen, sei es nun in Serien oder aber dem derzeit so beliebten Dokutainment. Möchte man aber selbst eine Kriminalgeschichte schreiben, stellt man sehr schnell fest, dass die Fiktion so gut wie gar nichts mit der Realität zu tun hat. Gerade die alltägliche Wirklichkeit in Deutschland sieht ganz anders aus, als man sie sich vorstellt. Um diesem Mangel abzuhelfen und jungen Autoren – aber auch allen Lesern, die es interessiert – einen Überblick zu geben, haben sich die bekannte Krimiautorin Christine Lehmann („Lisa Nerz“-Krimis) und der Fahnder Manfred Büttner zusammen getan. Sie präsentieren in „Von Arsen bis Zielfahndung“ interessante Fakten zum Thema Mord, Mörder und Aufklärung der Tat, die in dieser Form noch nie an einem Ort versammelt waren.

Das Buch ist in einzelne Teile aufgegliedert. Interessant ist zunächst einmal das „Mordmotiv“: Wer neigt überhaupt dazu, jemand anderen umzubringen? Welche Gründe kann er dafür haben – ist er vielleicht von dem anderen über Jahre gedemütigt und gequält worden? Geschieht die Tat im Affekt? Oder liegen sie in psychischen Defekten begründet? Geht es um Rache, Herrschsucht und Ohnmacht des Unterlegenen? Wie hoch ist die Frauenquote im Vergleich zur Anzahl der Morde eigentlich, und wer neigt eher dazu, tödliche Gewalt anzuwenden? Wie sieht es mit Triebtätern aus? Wie entwickeln sich diese und wann handeln sie?

Der „Mord“ selbst kann auf vielerlei Arten erfolgen. Die Autoren nennen einige Möglichkeiten, deuten an, wie der perfekte Mord aussehen kann, wie man einen Selbstmord von der Tat eines Fremden unterscheiden kann, welche Arten des gewaltsamen Todes es gibt. Dazu kommt ein Exkurs über Giftmorde und Giftarten. Alle weiteren Teile beschäftigen sich dann mit dem, was danach folgt: Wer nimmt die Ermittlungen auf? Darf wirklich nichts an einem Tatort verändert werden? Welche ersten Schritte werden in Wirklichkeit unternommen und von wem. Ist wirklich immer sofort die Kripo zur Stelle? Wie sieht es mit der Kriminaltechnik und Spurensicherung aus? Welchen Einfluss und welche Aufgaben haben diese? Auch der „Leiche“ wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Wie stellt man eigentlich den Tod fest? Wie lange lebt der Körper noch, nachdem das Herz seine Funktion eingestellt hat? Kann man dann vielleicht noch jemanden wieder beleben? Wie sieht eine Obduktion aus, und welche Aufgaben hat der Gerichtsmediziner?

Liegen alle Fakten vor, beginnt die „Fallanalyse“. Man wertet die Aussage der Zeugen und Verdächtigen aus, die Untersuchungsergebnisse der Spurensicherung, Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik und zieht daraus seine Schlüsse. Interessant ist dabei, dass gerade das deutsche Recht Regeln hat, die man deutlich einhalten sollte und die nicht überschritten werden dürfen. Weitere Kapitel beschreiben die Ermittler und ihre Aufgaben, erklären, dass der eigentliche Berufsjargon ganz anders aussieht, als man es gewohnt ist, und erklären, dass gerade die Rolle der Gerichtsmediziner, Kriminaltechniker und auch der Staatsanwaltschaft ganz anders ist, als man denkt, und auch die Rolle der Bürger nicht immer nur passiv ist. Auch den Themen „Wirtschaftsverbrechen“ und „Zwangsmaßnahmen“ sind eigene Abschnitte gewidmet.

Die Autoren betonen schon in ihrem Vorwort, dass sie weder Lesern noch Autoren Krimis madig machen sondern mit ihren Informationen nur deren Bild ergänzen wollen, um ein wenig mehr Vielfalt zu erreichen. Es geht ihnen darum zu zeigen, wie sehr die Schere zwischen Realität – dem was wirklich geschieht – und Fiktion – das, was den Lesern und Zuschauern in Büchern und Filmen erzählt wird – auseinanderklafft und junge Autoren genau diese Zone für sich nutzen können. Die Hinweise und Anregungen sind als Hilfe gedacht, eigene und frische Ideen zu entwickeln, die zwar fiktional bleiben, aber den gängigen Handlungsmustern ein wenig mehr Facettenreichtum hinzufügen, denn man muss jetzt auch nicht krampfhaft darum bemüht sein, absolut realistisch zu werden. Sie plädieren dafür, die Informationen immer noch der Geschichte unterzuordnen, wenn es wichtig wird – aber auch, gewisse Grenzen im Auge zu behalten, denn das deutsche Rechtssystem erlaubt nicht unbedingt die Willkür, die man vielleicht schon gelesen hat.

Zudem behaupten sie auch nicht, in allem absolut korrekt zu sein – in einigen Jahren können sich auch Details schon wieder überholt haben. Alles in allem ist das Buch aber trotzdem sein Geld wert. Es ist unterhaltsam geschrieben, lässt sich auch in den etwas trockeneren Parts flüssig lesen und unterhält durch den lockeren, etwas sarkastischen Stil ungemein. Die Informationen sind in angenehme Bissen aufgeteilt und gut zu verinnerlichen; sie gehen zwar nicht ins Detail, geben aber erste Richtlinien, die man gegebenenfalls auch noch weiter recherchieren kann, wenn man möchte. Gerade weil der Text auch so populärwissenschaftlich geschrieben ist, werden nicht nur Autoren sondern auch einfache Leser ihren Spaß an der Sammlung von Fakten zum Thema Mord haben. Wer also mehr zum Thema „Mord und Mörder“, „Leiche und Ermittler“ etc. wissen möchte, ohne erst Dutzende von Fachbüchern wälzen zu müssen, kann ruhig nach „Von Arsen bis Zielfahndung“ greifen, denn das Buch ist durch seinen Informationsgehalt sein Geld wert. (3xPRT)

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Freitags isst man Fisch

Erstellt von Werner Karl am 28. März 2010

freitags-isst-man-fischBohnet Pleitgen
Freitags isst man Fisch

Argument Verlag
Ariadne Kriminalroman 1177
ISBN 9783867541770
Taschenbuch, Krimi
Deutsche Originalausgabe 2009
Umschlaggestaltung: Martin Grundmann
Foto: Vangardiner
Umfang: 248 Seiten

http://www.argument-verlag.de
http://www.stiftungzurrettungderwelt.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zu den Autoren:

Bohnet Pleitgen steht für das AutorInnengespann Ann-Monika Pleitgen und Ilja Bohnet, seit knapp vierzig Jahren Mutter und Sohn. Ann-Monika Pleitgen schrieb schon als Kind Kurzgeschichten und ging mit 16 zur Schauspielschule. Dort traf sie ihren ersten Mann Folker Bohnet, mit dem sie Sohn Ilja bekam. In zweiter Ehe lebt sie seit langem mit dem Schauspieler Ulrich Pleitgen zusammen, ist seine Managerin und an seinen textlichen Arbeiten beteiligt. Der Physiker Dr. Ilja Bohnet trat als Kind am Theater und im Kinderfernsehen auf. Er arbeitet am Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY). Ihre Kriminalromane schreiben Mutter und Sohn gemeinsam, wobei sie gelegentlich die Rollen tauschen. Weitere Nikola Rührmann Krimis folgen bald.

Zum Buch:

Freitags isst man Fisch ist der erste Fall für die junge Physikstudentin und Spezialistin für Stehgreif-Zitate Nicola Rührmann.

Der Kriminalroman spielt in Hamburg. Wir befinden uns im Sommer des Jahres 1989. Ein junger Student namens Kai Orn wird in der Hafenrandstraße tot aufgefunden, überfahren, der Fahrer geflüchtet. Nicola, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, trifft zufällig auf  Julia, in die sie sich auf Anhieb verliebt. Nicola ist nämlich lesbisch. Julia jedoch ist rein zufällig die Freundin des verstorbenen Kai. Auf der Suche nach Annäherungsmöglichkeiten kommt Nikola da auf die Idee ein wenig Detektivin zu spielen um so eventuell das Herz der schönen Julia im Sturm zu erobern. Zur Bewerkstelligung dieses Planes bewegt sich Nikola in so manch abenteuerlicher Kneipe, bittet Freunde um Hilfe, deren Namen „Taxi-Christian“ und „Asphalt-Wilfried“ doch sehr merkwürdig anmuten. Dennoch sind sie hilfsbereit und stehen Gewehr bei Fuß, sobald Nikola um Hilfe bittet.

Ein Großteil der Handlung spielt in der studentischen Szene, was für das Jahr 1989 natürlich Hausbesetzungen, Demos, linke Szene bedeutet. Nikola hat damit nicht unbedingt etwas am Hut, bewegt sich nur in diesen Kreisen, da sie sich Details rund um Kais Tod erhofft. Bei Ihren Ermittlungen kommt sie einer großen Sache auf die Spur, die sie selbst in Gefahr bringt. Aber Nikola weiß sich zu helfen und so gibt es zumindest in puncto Ermittlungsarbeit ein offenes Happy-End.

Ein wenig gestört hat mich im ersten Drittel des Buches mein Gefühl nicht mit Sicherheit zu wissen, ob Nik, Niko, Nikola oder Nikolaus nun männlich oder weiblich ist. Auch wenn dies aus dem Klappentext eindeutig hervorgeht, so hatte ich doch zu Beginn des Buches mehr als einmal das Gefühl diesbezüglich vor eine Art Rätsel gestellt zu werden. Dies mag beabsichtigt sein um Nikolas sexuelle Neigung in den Vordergrund zu stellen, mutet aber etwas merkwürdig an. Dennoch ist diese Mischung aus Krimi, Liebesroman und gesellschaftspolitischer Meinung gut gelungen. Es kommt auf  keiner Seite des Buches Langeweile auf.

Nikola Rührmann macht sich als Ermittlerin ganz gut, so dass der Leser sich auf weitere interessante Fälle mit ihr freuen darf. Und vielleicht auf mehr Müll und /oder mehr Geld.

Copyright © 2010 by Iris Gasper


Anmerkung der Redaktion:

Der Kriminalroman „Freitags isst man Fisch“ von Ann-Monika Pleitgen und Ilja Bohnet ist von der Jury des Syndikats für den diesjährigen Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie „Debütroman“ nominiert worden. Es wurden nur 5 von 64 Kriminalromanen ausgewählt!

Zur Glauser-Nominierung.
Zu den Autoren.


Titel erhältlich bei Buch24.de

Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Mit Teufelsg’walt

Erstellt von Werner Karl am 14. Februar 2010

mit-teufelsgwaltChristine Lehmann
Mit Teufelsg’walt

Argument Verlag 2009
Ariadne Kriminalroman 1179
Krimi, Zeitkritik, Gesellschaft

Umfang 285 Seiten
Cover „noras sehnsüchte“ (Teil eines Bühnenbildes) von Wolfgang Thiel
ISBN 9783867541794

http://www.argument-verlag.de

Zur Autorin:

Dr. Christine Lehmann, geboren 1958, lebt in Stuttgart und Wangen (Allgäu) und ist als Nachrichten- und Aktuellredakteurin beim SWR tätig. Sie schreibt Romane und Kurzkrimis, Kriminalhörspiele (Radio Tatort), Glossen und Artikel und verfasste mit Fahnder Manfred Büttner “Von Arsen bis Zielfahndung – ein Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige”.

Zum Buch:

Lisa Nerz, Journalistin und wohnhaft in Stuttgart, hört eines Nachts in der Wohnung über ihr lautstarkes Geschrei und Rumoren. Lisa, ganz und gar Journalistin und von Berufs wegen immer neugierig, trifft in der oberen Wohnung auf drei Damen vom Jugendamt und eine verstörte Familie. Das Jugendamt plant die Inobhutnahme von Tobias Habergeis, dem fünfjährigen Sohn der Familie. Dies kann Lisa Nerz, zumindest für den Moment, verhindern. Kurz darauf macht Lisa die Bekanntschaft der Familienrichterin Sonja Depper, die sich in Begleitung von Lisas „Lebensabschnittsirrtum“ Herrn Staatsanwalt Dr. Richard Weber befindet. Damit nicht genug, taucht Frau Depper plötzlich als Leiche in einem Waldstück wieder auf. Gefunden wird sie natürlich von Herrn Weber in Begleitung von Lisa. Bei der Richterin wird ein Säugling gefunden, lebend, wohlgemerkt.

Im Folgenden findet Lisa bei der Untersuchung der Hintergründe des Todes der Richterin immer mehr Hinweise auf ein nicht gerade rechtmäßiges Verhalten von Jugendämtern, Richtern, Stiftungen und anderen Organisationen, die allesamt nur ein Interesse zu haben scheinen: Am Leid der Kinder Geld zu verdienen und für die eigenen Interessen Vorteile herauszuschlagen. Hier stehen nicht mehr die Kinder selbst und deren Wohl im Vordergrund, sondern ganz andere Dinge. Die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund und die Staatsgewalt damit ganz heftig auf die Schippe. Aber auch chaotische Familienverhältnisse und überforderte Eltern werden unter die Lupe genommen.

Etwas überzogen für meinen Geschmack ist das Verhalten des Staatsanwaltes Dr. Weber zu werten, der seit dem Auffinden des Säuglings seine sämtlichen übrigen Interessen und Verpflichtungen vergessen zu haben scheint. Ein Mann, der sich in meinen Augen total verrennt und die Realität aus den Augen verliert. Das Lisa Nerz das so mitmacht, passt dann eigentlich nicht zu ihr und ihrem Charakter. Die ganze Situation, vor allem der Besuch bei Lisas Mutter so als Art heile Familie, wirkt auf mich etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen und konstruiert.

Dennoch bleibe ich als Leserin nach diesem Buch mit einem unguten Gefühl zurück. Kann es sein, dass Ämter tatsächlich so mit Familien und Kindern umgehen? Das Grübeln über diese Frage ist mir jedenfalls gewiss. Und das wollte die Autorin wohl bewirken: Ein Wachrütteln für eine Problematik unserer Zeit. (7xPRT)

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel bei Buch24.de:
8. Fall: Mit Teufelsg’walt

Von Christine Lehmann sind bereits folgende Bücher rund um die Reporterin Lisa Nerz im Ariadne Verlag erschienen:

1. Fall Vergeltung am Degerloch (Ariadne Krimi 1165)
2. Fall Gaisburger Schlachthof  (Ariadne Krimi 1167)
3. Fall Pferdekuss (Ariadne Krimi 1171)
4. Fall Harte Schule (Ariadne Krimi 1157)
5. Fall Höhlenangst (Ariadne Krimi 1161)
6. Fall Allmachtsdackel (Ariadne Krimi 1169)
7. Fall Nachtkrater (Ariadne Krimi 1179)

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Der Gewinner der sieben Preisrätseltitel:
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1.Hermann Regn
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Die Herzen aller Mädchen

Erstellt von Werner Karl am 26. Januar 2010

herzen-madchenMonika Geier
Die Herzen aller Mädchen
Bettina Boll 5. Fall

Argument Verlag 2009
Ariadne Kriminalroman 1184
ISBN 9783867541848

www.argument-verlag.de
www.geiers-mor.de

Zur Autorin:

Monika Geier, Jahrgang 1970, wurde in Ludwigshafen geboren. Nach dem Abitur folgte eine Ausbildung zur Bauzeichnerin. Für ihr Debüt wurde Frau Geier mit dem Marlowe geehrt. Inzwischen ist sie Diplomingenieurin für Architektur, Mutter von drei Jungs, freie Künstlerin und Schriftstellerin. Die Herzen aller Mädchen der Autorin Monika Geier ist der fünfte Band einer Reihe rund um die Kriminalkommissarin Bettina Boll. Alle 5 Bücher sind beim Argument Verlag in der Reihe Ariadne Kriminalrom erschienen.

Zum Buch:

Bettina Boll wird bereits im Vorfeld ihrer Ermittlungen mit einem der Hauptverdächtigen, Gregor Krampe, konfrontiert. Diesen sieht sie in einer Fernsehsendung und findet ihn auf Anhieb sympathisch. Zumindest Bettinas Herz schlägt, von diesem Zeitpunkt an, schon einmal höher. Kurz darauf bekommt sie die Chance das BKA bei einer Ermittlung zu unterstützen, die in engem Zusammenhang mit Gregor Krampe und dessen Umfeld steht. Krampes Mutter wird Opfer eines Brandanschlages, sie überlebt, liegt jedoch im Koma.

Darüber hinaus geht es um ein wertvolles Buch, den Ovid, der für viel Wirbel  sorgt. Dieses Buch wurde gespendet, anonym. Es soll nun, auch hinsichtlich seiner Herkunft und seines angeblichen Alters von über 1000 Jahren, wissenschaftlich anaylisiert werden. An dieser Arbeit ist Gregor Krampe als Bibliothekar und Kurator der Ritter-Sammlung maßgeblich beteiligt. Bei ihren Ermittlungen leidet Bettina Boll mehr und mehr darunter nicht mit ihrem alten Polizeikollegen gemeinsam ermitteln zu können, sondern als Mitarbeiterin der Soko nun mit einer Chefin zu arbeiten, die sehr distanziert und kurz angebunden ist, und mehr als einmal den Eindruck erweckt, keinerlei Verständnis für Bettinas familiäre Situation aufbringen zu können. Bettina, die sich nach dem Tod ihrer Schwester um die Erziehung der Nichte und des Neffen kümmert, hat ihre Arbeitszeit reduziert und übt jetzt einen Teilzeitjob aus.

Dieser Kriminalroman ist nicht blutrünstig, sondern mitten aus dem Leben gegriffen. Schön sind die verschiedenen Personen und ihre charakterlichen Eigenschaften beschrieben, so dass auch jeder, der die vorangegangenen Krimis nicht kennt, sich ins Geschehen einfinden kann. Der Leser kann hier erleben welchen Schwierigkeiten eine alleinerziehende Kriminalkommissarin mit zwei Kindern und einem Halbtagsjob ausgesetzt ist und welche Probleme sie neben ihrem Job noch zu meistern hat. Man leidet mit ihr, wenn Sie von Ihrer Vorgesetzten Syra, einer starken Persönlichkeit, wieder einmal kritisiert wird. Und man freut sich mit ihr, wenn sie zu guten Lösungsansätzen im Fall beitragen kann. Der Roman spiegelt so ein Leben wieder, welches aus dem Alltag gegriffen ist. Vielen von uns mag es im Leben ähnlich und vergleichbar ergehen und das macht das Schöne an diesem Buch aus. Es ist so nah am Leben dran. Auch die Nebencharaktere laufen nicht einfach so am Rande mit, sondern bleiben aufgrund ihrer detaillierten Beschreibungen im Gedächtnis des Lesers haften. Sehr genau beschreibt Monika Geier die Wesenszüge eines jeden Einzelnen und so werden auch die verschiedenen Babysitter, eine Wahrsagerin und weitere Randfiguren ein Stück weit zur Hauptfigur.

Der Kriminalfall an sich ist anders als gewöhnlich. Hier geht es eben nicht von Anfang an um ein Opfer bzw. eine/n Tote/n. Hier geht es mehr um den Ovid und um alles was mit ihm zusammenhängt. Die SOKO hat zunächst einmal beobachtende Funktion. Bettina Boll jedoch lässt sich mehr durch ihre Gefühle leiten und wird schnell hineingezogen in Gregor Krampes Welt. Sie liefert ihm sogar ein Alibi und gibt gegenüber den Kollegen/innen mehr als einmal ein schlechtes Ermittlerbild ab. Dennoch gelingt es ihr immer einen Schritt voraus zu sein und irgendwie den Überblick zu bewahren.

Ein lesenswertes Buch, ein etwas anderer Krimi, nicht nur für das weibliche Geschlecht gedacht, auch wenn dies anhand des Titels auf den ersten Blick so scheinen mag.

Copyright © 2010 by Iris Gasper
 
Titel bei Amazon.de:
Bettina Boll 1: Wie könnt ihr schlafen
Bettina Boll 2: Neapel sehen
Bettina Boll 3: Stein sei ewig
Bettina Boll 4: Schwarzwild
Bettina Boll 5: Die Herzen aller Mädchen

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