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neuauflage

Pippilothek ??? – Eine Bibliothek wirkt Wunder

Erstellt von Werner Karl am 26. August 2011

Lorenz Pauli
Pippilothek ??? – Eine Bibliothek wirkt Wunder

(sfbentry)
Atlantis Verlag, 2011
ISBN 978-3-7152-0620-2
Bilderbuch
Kinder; Erstlesealter
Illustrationen Kathrin Schärer
Umfang 32 Seiten

www.ofv.ch/index.php?&ID=verlage_atlantis

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Vorwort

Das Buch entstand in einer Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken (SAB). Diese Zusammenarbeit spiegelt sich im Bilderbuch wieder.

Zum Buch

Der Fuchs jagt eine Maus und landet dabei an einem recht wunderlichen Ort. Die Maus nennt ihn eine Bibliothek. Er ist von oben bis unten vollgestellt mit sogenannten Büchern. Diese erzählen manchmal in Bildern aber auch in Buchstaben Geschichten und entführen einen in fremde Welten. Manche dieser Bücher kann man sogar anhören, aber leider nicht alle. Die Geschichten bringen einen auf neue Ideen. So möchte der Fuchs nun unbedingt ein Huhn fangen und lässt die Maus in Ruhe. Als der Fuchs ein Huhn fängt, das zufällig lesen kann, schließen die beiden einen Pakt…

Fazit

Dieses Buch führt wirklich zauberhaft in die Welt der Bibliothek ein. Es wird hierbei nicht nur erklärt, was eine Bibliothek überhaupt ist, sondern auch, dass es dort mehr gibt als Bücher. Auch das Ausleihverfahren und die Regeln, die in einer Bibliothek gelten werden auf eine kindgerechte Art erläutert. Das Lesen an sich wird den Kindern wirklich schmackhaft gemacht und es wird deutlich, dass Bücher ganz unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen haben. Die Geschichte ist auch für Erstleser angemessen erzählt. Die Sätze sind zum größten Teil kurz und bei längeren Sätzen wurde beim Zeilenumbruch darauf geachtet, dass Sinneinheiten zusammenbleiben. Die Schrift an sich war angemessen groß und gut von den Illustrationen abgegrenzt. Die Illustrationen unterstützten hervorragend den dargebotenen Text.

Insgesamt ein rund um gelungenes Bilderbuch, an dem auch Erstleser ihre Freude haben werden.

Copyright © 2011 by Yvonne Rheinganz

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Die Schwestern

Erstellt von Michael Drewniok am 13. März 2011

Jack Ketchum
Die Schwestern

Originaltitel: The Crossings (Forest Hills/Maryland : Cemetery Dance Publications 2003)
Deutsche Erstausgabe (Paperback): Oktober 2010 (Atlantis Verlag)
Übersetzung: Ben Sonntag
Cover: Timo Kümmel
99 S.
ISBN-13: 978-3-941258-24-2

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Das geschieht:

Arizona 1848: Der Westen der noch jungen USA ist nicht nur wild, sondern auch kaum erschlossen. Die schier unendlich weite Landschaft steckt voller Gefahren und Geheimnisse, bietet aber denen, die sich diesen Herausforderungen stellen, viele Möglichkeiten, zu Geld oder Ruhm zu kommen.

Marion T. Bell ist ein Reporter, der nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg (1846-48) in Arizona gestrandet ist und die Erinnerung an erlebte Gräuel im Alkohol ertränkt, bis er sich mit dem Revolvermann John Charles Hart anfreundet. Dieser nimmt den jungen Mann unter seine Fittiche und überredet ihn, mit ihm und seinem Partner Mother Knuckles Mustangs zu fangen.

Der harte aber ruhige Alltag des Trios findet ein Ende, als sie in der Prärie die junge Mexikanerin Elena finden. Sie wurde zusammen mit ihrer Schwester Celina von Paddy Ryan und seinen Spießgesellen entführt und ins geheime Lager der grausamen Valenzura-Schwestern verschleppt. Eva, Maria und Luzia lassen im Grenzraum der USA und Mexiko junge Frauen entführen, um sie als Liebessklaven zu verkaufen. Wer nicht spurt, stirbt als Menschenopfer zu Ehren jener alten Dämonengötter, zu deren Dienerinnen sich die Schwestern ernannt haben.

Elena konnte flüchten, musste aber Celina zurücklassen. Als sie wieder zu Kräften gekommen ist, will sie zurückkehren, um ihre Schwester zu befreien. Hart, Bell und Mother wollen ihr helfen – und geraten in einen nur zu realen, blutigen Höllenpfuhl …

Cowboys gegen böse Geister?

Warum sollte ausgerechnet der US-Westen des 19. Jahrhunderts eine geisterfreie Zone (gewesen) sein? An allen möglichen und auch unmöglichen Orten dieser Welt sowie zu allen Zeiten trieben Spukgestalten ihr Unwesen. Da außerdem gewaltsam zu Tode gekommene Zeitgenossen sichere Brutstätten für rachsüchtige Gespenster sind, ist besagter Westen gerade prädestiniert für zünftige Gruselgeschichten. In der Tat schrieb bereits Ambrose Bierce (1842-1913/14), der die große oder zumindest turbulente Zeit des Wilden Westens selbst miterlebt hatte, spannende, stimmungsvolle und vor allem unheimliche Storys, die in dieser Zeit und Landschaft spielen.

Trotzdem stutzt nicht nur der europäische Leser, wenn es um Cowboys phantastisch wird. Ist es der Schatten von John Wayne, der noch heute von Wolke 7 auf die Reinheit des Western-Genres pocht und nur die bekannten Geschichten von Viehzüchtern, Revolvermännern, Bardamen und natürlich Indianern gestattet? Eine offizielle Vorschrift ist dies nicht, aber der Western wird doch vergleichsweise selten spielerisch mit anderen Genres gemischt.

Nichts ist bösartiger als der Mensch

Auch Jack Ketchum bleibt mit seiner ‚Geisterwestern-Novelle‘ zurückhaltend. Ihm geht es ohnehin höchstens marginal um Dämonen oder andere übernatürliche Gestalten. In erster Linie spielt sich der Horror – typisch für Ketchum – ungeachtet der historischen Kulissen nicht nur im Diesseits ab, sondern wird von den Menschen selbst entfacht.

Um den Boden für seinen Historien-Horror zu bereiten, öffnet Ketchum mit „Die Schwestern“ zunächst die Augen für die ‚Vorgeschichte‘ der USA. Bevor diese 1776 unabhängig wurden, erforschten, besiedelten und beraubten europäische Siedler Nordamerika (und den Südkontinent natürlich ebenfalls) bereits seit über 250 Jahren. Die Ureinwohner beider Amerikas blickten auf eine Geschichte zurück, die viele Jahrtausende in die Vergangenheit reichte – Raum und Zeit für eigenständige und üppige Dämonen-, Geister- und Monster-Dynastien gab es also mehr als genug.

Damit verbanden sich Erinnerungen an Menschenopfer, Kriegsgräuel und andere Grausamkeiten, die sich die Menschen gegenseitig antun. Folgerichtig fällt es Ketchum leicht, die phantastischen Elemente zu dämpfen. Er erspart uns Quetzalcoatl & Co., die aus dem Götterhimmel springen und von unseren Cowboys mit einem Kugelhagel empfangen werden. Ketchum geht viel einfacher, raffinierter und heimtückischer vor. In dieser bizarren Geschichte stecken durchaus übernatürliche Aspekte. Der Autor lässt sie jedoch wie nebenbei einfließen, wodurch sie wesentlich eindringlicher wirken.

Überforderte Gringos in feindlicher Fremde

Ketchum hat das Terrain für sein Garn nicht nur gut gewählt, sondern auch perfekt vorbereitet. Das mexikanisch-amerikanische Grenzland lag 1848 noch jenseits einer „american frontier“, die in voller Bewegung war. Obwohl Siedler von Osten und Westen in den Kontinent vordrangen, gab es weiterhin Regionen, die völlig unerschlossen waren. Recht und Gesetz blieben fromme Wünsche.

Mehr als einmal nimmt Ketchum Bezug auf den Krieg zwischen Mexiko und den USA, eine erbitterte, auf beiden Seiten von Brutalität und Unmenschlichkeiten geprägte Auseinandersetzung. Sie bereitet den Boden für den ‚realen Horror‘, dem Ketchum den Vorzug gibt. Wenn die Valenzura-Schwestern die phantastische Seite der Furcht verkörpern, ist Paddy Ryan das Produkt einer grausamen Wirklichkeit.

Erbarmen ist Schwäche

Auf ihre Weise sind auch John Charles Hart und William T. Bell Opfer. Beide haben sie am Krieg teilgenommen, haben Opfer bringen müssen und leiden unter den Folgen. Anders als Ryan haben sie das Grauen nicht angenommen und verinnerlicht. Zumindest Hart ist genretypisch jedoch tiefer gezeichnet, als der verschlossene Mann sich anmerken lässt: Sein finaler Amoklauf wirkt kaum überraschend.

Zu den bitteren Zutaten, aus denen Ketchum seine Horror-Suppe bereitet, gehört der allgegenwärtige Rassismus. Zwar rettet Hart die den Valenzuras entflohene Elena, aber er achtet sie nicht oder verachtet sie sogar. Als ‚Begründung‘ nennt er einmal seine Kriegserlebnisse, was Elena nicht gelten lässt. Sie dringt zum Kern unter den Ausflüchten durch: Mexiko ist die Beute dessen, der sie sich nehmen kann. Das schließt nicht nur das Land und seine Bodenschätze, sondern auch seine Bewohner und hier vor allem die Frauen ein. Nicht nur die USA mischen – mal verschämt, mal verlogen – in diesem schmutzigen Spiel mit. Die mexikanische Regierung ist korrupt und macht gemeinsame Sache mit denen, vor denen sie ihre Bürger schützen sollte. Ketchums scheinbar simple Story beinhaltet eine Menge Subtext.

Novelle oder Luftballon?

Was seine Novelle freilich nicht hergibt, ist ihre Erhöhung zum ‚richtigen‘ Buch. Die literarische Form und der Seitenumfang verhindern es. Das eine lässt sich ignorieren, das andere buchstäblich bemänteln: Der eigentliche, an sich schon durch großzügige Absätze und Leerseiten in die Länge gezogenen Haupttext umfasst gerade 75 Seiten. Hinzu kommen ein Vorwort des Verfassers, ein Interview, das Christian Endres mit Ketchum geführt hat, und ein Nachwort, in dem ebenfalls Endres über Jack Ketchum und sein Werk informiert.

Dieses Beiwerk ist interessant für Leser, die gern einen Blick hinter die Kulissen der gerade gelesenen Geschichte werfen und ihren Verfasser besser kennenlernen wollen. Dennoch bleibt die Tatsache, dass „Die Schwestern“ ein kaum hundertseitiges Büchlein ergeben. Hier gilt es an den alten aber weisen Spruch „Klasse statt Masse“ zu erinnern.

Die dicken Ketchum-Brocken – seine Romane – hat sich der Heyne-Verlag geschnappt. Für die ‚Kleinen‘ bleiben die Brosamen. Ein „Ketchum“ ziert derzeit jedes Verlagsprogramm. „Die Schwestern“ stellen ganz sicher kein Abfallprodukt dar. Den Leser erwartet ein ‚echter‘ Ketchum. Dafür muss er jedoch einen Preis entrichten, für den er sonst ein ‚richtiges‘ Buch erwerben kann. Bleibt zu hoffen, dass es über den Unterhaltungswert der Geschichte und die zugelieferten Infos hinaus mit ihren weiteren Pfunden wuchern kann: der sorgfältigen und lesenswerten Übersetzung und dem schlichten aber ‚handgemachten‘ Cover eines handwerklich hochwertigen Paperbacks.

Autor

Dass „Jack Ketchum“ ein Pseudonym ist, daraus machte Dallas William Mayr (geb. 1946) nie ein Geheimnis. Er wählte es nach eigener Auskunft nach dem Vorbild des Wildwest-Outlaws Thomas „Black Jack“ Ketchum, der es Ende des 19. Jahrhunderts sogar zum Anführer einer eigenen Bande – der „Black Jack Ketchum Gang“ brachte, letztlich jedoch gefangen und gehängt wurde. „Jack Ketch“ lautete zudem in England der Spitzname für den Henker.

Als Jack Ketchum durchlief Mayr diverse ‚Karrieren‘ als Schauspieler, Sänger, Lehrer, Literaturagent, Handlungsvertreter usw.: die typische Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Laufbahn à la USA, nur dass Mayr nie wirklich seinen Durchbruch schaffte, da er sich als reichlich sperriger Schriftsteller erwies, der lieber im Taschenbuch-Ghetto verharrte als der Bestsellerszene Mainstream-Zugeständnisse zu machen. Noch heute ist der Autor stolz auf eine Kritik der „Village Voice“, die sein Romandebüt „Off Season“ (dt. „Beutezeit“) 1980 als „Gewaltpornografie“ verdammte.

Die Literaturkritik musste Mayr alias Ketchum inzwischen als unkonventionellen aber fähigen Schriftsteller zur Kenntnis nehmen. 1994 gewann seine Story „The Box“ einen „Bram Stoker Award“, was Ketchum 2000 mit „Gone“ wiederholen konnte. Zudem wurde Ketchum mehrfach nominiert. Längst wurde auch Hollywood aufmerksam auf sein Roman- und Kurzgeschichtenwerk, das ob seiner Kompromisslosigkeit vor allem im plakativ Sexuellen dem prüden US-Amerika Problemen bereitet.

Über sein Werk informiert Mayr auf dieser Website.

[md]

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Im Jahre Ragnarök

Erstellt von Werner Karl am 14. August 2010

Oliver Henkel
Im Jahre Ragnarök

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, Originalausgabe: 06/2009
PB, Science Fiction
ISBN 978-3-941258-05-1
Titelgestaltung von Timo Kümmel

www.atlantis-verlag.de
www.oliver-henkel.com
www.fantasyguide.de/3430.0.html

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

„Im Jahre Ragnarök“ ist nach „Die Zeitmaschine Karls des Großen“ (Accra, 2001) und „Kaisertag“ (Accra, 2002) der dritte Alternativwelt-Roman Oliver Henkels. Für die ersten zwei Romane erhielt der Autor den ‚Deutschen Science Fiction Preis‘ des SFCD.

Der neue Roman des Autors schildert ein Deutschland, das sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges anders entwickelte als in unserer Realität. Stalin verstarb vor dem Ende des Krieges, Ostdeutschland wurde nicht von den Russen besetzt. Stattdessen wurde der Morgenthau-Plan verwirklicht. Deutschland ist wirtschaftlich bedeutungslos und ein politischer Flickenteppich, aufgeteilt in eine britische und in eine amerikanische Besatzungszone. Westlich des Rheins existiert die Rheinische Republik von Frankreichs Gnaden.

John Tubber ist ein drittklassiger britischer Geheimagent, der nach einem verpatzten Auftrag nach Deutschland geschickt wird, um einen Fall von Kunstschmuggel aufzuklären. Tubbers Weg führt zunächst von Hamburg nach Kassel, wo er meint, einer Verschwörung einer getarnt agierten Nazi-Organisation auf die Spur gekommen zu sein, die sich durch den Verkauf von Kunstwerken finanziert. Gegen den Widerstand seiner Vorgesetzten und eines klischeehaft gezeichneten US-amerikanischen Agenten gelangt Tubber über Potsdam, Dresden und Pirna in das Erzgebirge, wo er tatsächlich einen Nazi-Stützpunkt entdeckt.

„Im Jahre Ragnarök“ ist routiniert geschrieben; die Welt, die Oliver Henkel schildert, wirkt authentisch. Ein vom Morgenthau-Plan gezeichnetes Deutschland hat Thomas Ziegler bereits in seinem Roman „Die Stimmen der Nacht“ (Ullstein, 1984) geschildert. Das ist freilich die einzige Parallele zu „Im Jahre Ragnarök“, da „Die Stimmen der Nacht“ einen gänzlichen anderen Plot aufweist. Der Alternativwelt-Entwurf ist nicht der einzige Inhalt des Romans, mindestens genauso gewichtig die Aufdeckung der Nazi-Verschwörung in Form eines Agenten-Thrillers. Oliver Henkel gelingen einige Gags, indem er diverse, Kultur schaffende Personen unserer Realität, wie z. B. Jack Kerouac, in einem anderen Kontext auftreten lässt, andere wiederum, historische Personen vor allem, werden karikiert.

Es überrascht natürlich nicht, dass die Nazis ihren Plan zur Übernahme der Weltherrschaft verfolgen. Das Mittel, das sie dazu einsetzen, ist probat und dem klassischen Repertoire der SF entlehnt. Es belastet die Plausibilität des Romans, dass es Mitte der vierziger Jahre theoretisch erkannt und zur Zeit der Handlung, zu Beginn der sechziger Jahre, einsatzfertig gebaut wurde. Thomas Ziegler ist in „Die Stimmen der Nacht“ nicht diesen einfachen Weg gegangen und hat die Grenzen der SF überschritten (zumindest in ihrem klassischen Verständnis).

„Im Jahre Ragnarök“ ist auch der dritte Alternativwelt-Roman, den der Atlantis Verlag bislang publizierte und der die nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands variiert: Der Parodie „Und morgen der ganze Weltenraum!“ (2007) von Stefan Pinternagel und dem ambitionierten, aber nicht völlig logischen Roman „Alles wird anders“ (2008) von Siegfried Langer folgt mit „Im Jahre Ragnarök“ von Oliver Henkel nun die Action-Variante.

Copyright © 2010 by Armin Möhle (armö)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

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Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes

Erstellt von Werner Karl am 6. Juli 2010

sherlock-holmes-und-das-uhrwerk-des-todesChristian Endres
Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2009
PB, Mystery-Thriller
ISBN 978-3-941258-16-7
Titelillustration von Timo Kümmel

www.atlantis-verlag.de
www.christianendres.de
www.fantasyguide.de/3430.0.html

Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der Kurzgeschichtenband rund um das Gespann Sherlock Holmes und Dr. Watson beginnt mit einem Vorwort von Win Scott Eckert und bietet danach die unterschiedlichsten „Holmes“-Storys verquickt mit phantastischen Plots und Settings.

„Londons verlorene Kinder“:
James MacPerson, ein junger Reporter aus Schottland, der sich um verschwundene Kinder in London sorgt (jüngst verschwand sogar eine Bande von 5 oder 6 Kindern), sucht Sherlock Holmes auf. Der Meisterdetektiv verspricht herauszufinden, was mit den Kindern geschehen ist und geht mit seinem Freund Watson in das heruntergekommene Theater ‚Neverland´ …

„Rigor Mortis“:
Eine mysteriöse Ballonfahrerin, die Botschafterin Gate, in Begleitung eines sprechenden Löwen sucht Holmes auf – auf Geheiß des Königs von Oz, da es einen Anschlag auf den Herzog von Winkus gegeben hat. Holmes soll die Hintergründe aufklären. So fliegt er mit Watson in Begleitung der Botschafterin nach Oz – und der Leser wird für kurze Zeit in ein fantastisches Abenteuer entführt.

„Ratten im Gemäuer“:
Der Ex-Seemann Steven Bissette, seit acht Wochen verheiratet, arbeitet als Wachmann in einem Lagerhaus an den Docks. Dort haben Ratten eine ganze Ladung vernichtet. Der Erpresserbrief eines Jack Black (königlicher Rattenfänger, der aber als tot gilt) liegt vor, und Holmes soll dem nachgehen – was nicht ohne Folge bleibt, denn auch der Meisterdetektiv und sein Freund Watson werden nachts in ihrer Wohnung von Ratten angegriffen …

„Das Geschenk der Freiheit“:
1897 ist das diamantene Thronjubiläum des Königs. Mr John J. Mallory (arbeitet für den Prinz von Thule) sucht Holmes in der Baker Street auf und bittet ihn, ein entlaufenes Einhorn zu finden, das als Geschenk für den König bei den anstehenden Feierlichkeiten dienen soll.

„Muse mit sieben Prozent „:
Watson kämpft mit einer Schreibblockade, seine Muse ist entschwunden – Holmes versucht Abhilfe zu schaffen!

„Regenfall“:
1988, Anfang November: Seit Tagen herrscht Dauerregen über London. Mycroft Holmes erscheint in der Baker Street und sprich seinen Bruder Sherlock darauf an, dass der Regen keine natürliche Ursache haben kann und präsentiert einen Erpresserbrief, der ankündigt, dass es eine regelrechte Sintflut geben wird. Um diese zu verhindert, fordert der Erpresser die Kronjuwelen…

„Der Fall der verschwundenen Katzen“:
Merlin, Watsons Kater, ist seit vier Tagen verschwunden, und Holmes und Watson suchen ihn natürlich. Dabei hören sie, dass etliche Katzen in London von ihren Besitzern vermisst werden. Als Holmes und Watson dem nachgehen, geraten sie – und somit auch der Leser – in ein Abenteuer, das in einer Begegnung mit dem König der Ghule gipfelt.

„Pelz und Kokain“:
In dieser Story gelangen Holmes und Watson durch ein Portal aus Feenstaub in Oberons (König vom Elfenland) magisches Reich. Rätselhafte Todesfälle in London haben hier scheinbar ihren Ursprung, bedingt durch ein Rauschmittel (ähnlich dem irdischen Kokain), das aus Oberons Reich in die Realwelt gelangt und für Menschen tödlich ist …

„Schatten aus dem Meer“:
Prinz Dakkar ist bei Holmes zu Besuch und erzählt ihm von seinen Entdeckungen in ‚Atlantis‟ – Prinz Dakkar, der als ‚tot‟ gilt und eine Zeitung aus der Zukunft mit sich trägt und sich als Kapitän Nemo entpuppt. Er bittet Holmes um Hilfe, brisante Aufzeichnungen, die gestohlen wurden, wiederzubeschaffen, damit sie nicht in falsche Hände gelangen. Holmes und Watson geraten auf die Spur eines Schriftstellers und seines Manuskriptes – H.G. Wells – „ Die Zeitmaschine“…

„Verschollen in den Weiden“:
Sprechende Tiere suchen Holmes auf – ein Dachs, eine Wasserratte und ein Maulwurf –, die Wintermäntel tragen und aufrecht auf zwei Beinen gehen. Sie benötigen Hilfe, da ihr Freund verschwunden ist …

„Stille Brunnen sind tief“:
In der Baker Street taucht Besuch aus Rom auf: Lorenzo Bernini, ein Detektiv, der der italienischen Polizei als Berater dient, zurzeit in einem besonders kniffligen Fall von fünfzehn Morden in Brunnen. Alle Opfer wiesen seltsame Würgemale auf, und allen fehlten Augen, Finger- und Zehnägel. Holmes und Watson reisen nach Rom und bekommen es mit seltsamen Kreaturen zu tun.

„Der Schrecken der Mancha“:
Holmes und Watson machen Urlaub in Spanien und kämpfen mit einem Mühlen-Monster – oder ist alles nur Watsons Traum?

„Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“:
Dezember 1804: Watson verkauft seine Arztpraxis und zieht wieder in der Baker Street ein. Inspektor Lestrade bittet Holmes um Hilfe, als im Schnee die Leiche eines Mannes gefunden wird, dessen Extremitäten mit Schnitt- und Stichwunden übersät sind und dessen Kleidung zerrissen und Blut besudelt ist. Der Tote ist ein harmloser Ganove. Holmes vermutet angesichts der Verletzungen, dass das Opfer mit kleinen Schwertern, Äxten und einem Morgenstern traktiert wurde. Holmes und Watson bekommen es mit irdischen Kobolden der besonderen Art zu tun. Weitere brutale Morde geschehen, und immer werden den Opfern Uhren aller Art gestohlen. Dann findet Watson auf den Stufen der Baker Street 221 einen blutenden Mann vor, der sich als sein Freund Sherlock entpuppt, und dieser berichtet, was er inkognito erfahren hat … Der Autor verquickt in der Titelstory geschickt und auf sehr anschauliche Weise das ‚Golem´-Thema neu.

„Eisige Verlockung“:
Watson erinnert sich an eine transatlantische Reise im Winter 1897 und an eine Begebenheit um verschwundene Schiffe im Atlantik. Auch die ‚HMS Victoria‟, ein besonderes Schiff, das Mycroft seinem Bruder gegenüber erwähnt, gilt als verschollen und weckt somit natürlich die Neugier des Detektivs, was es damit auf sich hat …

„Der Rabe“:
Watson wird von einem alten Mann mit Augenklappe gefragt, ob er einen guten Detektiv kenne, und so nimmt Watson den Greis mit in die Baker Street. Mr North, so der Name des Alten, bittet Holmes um Hilfe, seinen entflogenen Raben wieder zu finden … und schon bald stellt sich heraus, dass Mr North, nicht irgendein alter Mann ist.

„Nemesis“:
Der Text dient als Entry für die nächste Story und schildert Irene Adler als Vampirin.

„Der Fluch“:
Mrs Ackroyd (Mrs Hudsons Schwägerin) berichtet Holmes und Watson von merkwürdigen Geräuschen und zerborstenen Fensterscheiben in der Wohnung ihres Untermieters. Schon der letzte Bewohner der Räume verschwand spurlos. Nun lebt Mr Lupescu, ein junger Mann aus Rumänien, dort. Als Holmes die Wohnung in Augenschein nimmt, herrscht dort ein wahres Chaos – und schon sind Holmes und Watson im nächsten Abenteuer, in dem sie es mit einem Werwolf zu tun bekommen, der ihnen von einem Fluch erzählt, den ihm seine Meisterin – eine Vampirin – auferlegt hat. Keine Unbekannte, wie sich bald herausstellen soll …

„Abschied aus London“ schließt den Band ab:
Sherlock Holmes verlässt nach dem Tod von Irene Adler als gebrochener Mann Ende 1903 London.

In „Entfallene Szenen“ fasst Christian Endres eben jene zusammen. Abgerundet wird die Kurzgeschichtensammlung durch ein „Nachwort“ des Autors, seiner „Vita“ (mit einem illustrierten Konterfei) und einer „Danksagung“. Christian Endres hat den Meisterdetektiv der Leserherzen zusammen mit seinem Freund von einem phantastischen Fall in den nächsten geschickt. Dabei hat es ihm weder an Phantasie noch an Recherche gemangelt, wofür ihm schon mal ein Lob gebührt. Die phantastischen, geschichtlichen und literarischen Ansätze sind allesamt interessant gewählt – besonders in der Titelgeschichte.

Dadurch wird dem Leser eine breite Palette neuer Sherlock Holmes-Geschichten präsentiert, von der die eine oder andere aber textlich etwas mehr Länge und somit Tiefe hätte vertragen können. Wem nach kurzweiliger Unterhaltung mit einer Prise Sherlock Holmes und einer gesegneten Phantasie der Sinn steht, ist bei diesem Band an der richtigen Adresse. Die Aufmachung des Titels ist ansprechend, das Papier erstklassig und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt auf jeden Fall. Sherlock Holmes und sein Freund Dr. Watson erleben in der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung ein phantastisches Krimi-Abenteuer nach dem anderen. Kurzweiliger Lesespaß garantiert!

Copyright © 2010 by Alisha Bionda (AB)

Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Die Verschwörer

Erstellt von Werner Karl am 24. Februar 2010

die-verschworerIrene Salzmann
Die Verschwörer
Rettungskreuzer Ikarus 34

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 5/2008
PB, Science Ficiton
ISBN 9783936742480
Titelillustration von Ernst Wurdack

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-ikarus.de
www.wurdackverlag.de/

Die Mannschaft der Ikarus hat alle Hände voll zu tun. Die Outsider aus dem Nexoversum stehen kurz davor, mit ihrer gewaltigen Armada in die Milchstraße einzudringen und die Völker zu unterwerfen. Septimus Julius Cornelius pflegt derweil seine Freundschaft mit dem Vizianer Pakcheon. Als dieser sich brüsk von ihm abwendet und seine Freundschaft ins Gegenteil umschlägt, gibt Cornelius alles, um herauszufinden, was diesen Stimmungsumschwung herbeigeführt hat.

Sally McLennane beauftragt Captain Roderick Sentenza, die Botschafter auszuspionieren, denn jemand hat sich an den geheimen Datenbanken zu schaffen gemacht und wichtige Informationen des Geheimdienstes abgerufen. Diese Daten wurden weitergegeben, und leider konnte der Schuldige nicht gefunden werden. Old Sally verdächtig vor allem den Vizianer, obwohl dieser für Sentenza als Kandidat nie in Frage kommen würde. Er gehorcht jedoch seinen Befehlen, auch wenn sie ihm manchmal zuwider sind, da die Ikarus nun offiziell dem Geheimdienst des Corps unterstellt wurde.

Jason Knight und Shilla versuchen immer noch verzweifelt, einen Weg aus dem Nexoversum in die heimatliche Milchstraße zu finden. Mit dem lebenden Raumschiff, der Celestine 2, und einigen Verbündeten setzten sie alles daran, ihre Heimat von der drohenden Gefahr zu unterrichten. Jasons Misstrauen gegenüber Celeste wird immer größer. Bei Shilla, die nun eine Krone trägt, um nicht länger der Beeinflussung durch die Outsider ausgesetzt zu sein, scheint das Gegenteil der Fall zu sein. So vertrauensselig hat Jason die plötzlich leicht naiv wirkende Vizianerin noch nie erlebt. Er will um jeden Preis seine alte Kampfgefährtin zurückzubekommen.

Irene Salzmann zeigt wieder einmal, dass gerade deutsche Science Fiktion-Serien eine Bereicherung darstellen. Seit „Perry Rhodan“ ist viel Zeit vergangen, doch die Geschichten um den Rettungskreuzer Ikarus sind sehr wohl in der Lage, dieser Institution standzuhalten. Gerade weibliche Autoren werden immer wieder unterschätzt, wenn es um SF geht, doch auch hier beweist die Autorin wieder ihr Talent. Sie hat ein Gespür dafür, ihre Leser bei der Stange zu halten. Wer einmal Blut geleckt hat, kommt von dieser Serie nicht mehr so leicht los. Für wahre Fans dieses Genres sind die Geschichten ein absolutes Muss – man sollte sie einfach gelesen haben.

Copyright © 2010 Petra Weddehage (PW)
 
Titel bei Amazon.de:
Die Verschwörer

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Ehrliche Geschäfte

Erstellt von Werner Karl am 13. Januar 2010

ehrliche-geschafteIrene Salzmann
Ehrliche Geschäfte
Rettungskreuzer Ikarus 39

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 9/2009
PB, Science Fiction
ISBN 9783941258181
Titelillustration von Charly Friedhoff

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-Ikarus.de

Eine seltsame Grippe, die auf Shahazan schon ausgebrochen war und nun die Bevölkerung von Tirlath VII befällt, führt zu sehr merkwürdigen Verhaltensänderungen. Ein rätselhafter Mann, der Septimus Junius Cornelius einen Kristall zuspielt. Auffälliges Verhalten der Oberen in der Organisation der ‚Schwarze Flamme’, das nicht nur Jason Knight und Taisho verwirrt sondern sogar die eigenen Mitglieder. All dies kumuliert zu einem wahnwitzigen Abenteuer, in dem Cornelius seinen ganzen Verstand, all sein Kampfgeschick und jede Menge Glück braucht, um zu überleben und diejenigen zu schützen, die ihm am Herzen liegen…

Man erfährt so einiges über die ‚Schwarze Flamme’, und noch mehr Fragen ergeben sich über den wahren Hintergrund einiger scheinbar wohlbekannter Charaktere. Auch Cornelius‘ Vergangenheit wird teilweise enthüllt, und natürlich ist seine Freundschaft zu dem Vizianer Pakcheon ein weiteres Mal von großer Bedeutung in dieser unterhaltsamen Geschichte, die sich in einem Zug lesen lässt.

Wie man es von der Autorin gewohnt ist, sind technische Details oder hochwissenschaftliche Besonderheiten kaum zu finden, dafür aber starke Charaktere, Witz und abwechslungsreiche Spannung. Nicht nur Cornelius muss leiden, auch wenn ihm am übelsten mitgespielt wird. Man darf sich schon auf die Fortsetzung freuen, in der die rätselhafte Seuche gewiss noch mehr in den Vordergrund treten wird…

Ein gelungenes Exemplar der Serie, möge die Ikarus noch lange fliegen!

Alexandra Balzer (alea)
 
Titel bei Amazon.de:
Ehrliche Geschäfte

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Aufstand der Toten

Erstellt von Werner Karl am 23. Dezember 2009

aufstand-der-totenDirk van den Boom, Martin Kay, Irene Salzmann
Aufstand der Toten
Rettungskreuzer Ikarus Sammelband 4
(10: Aufstand der Toten/11: Die Erleuchteten/12: Verschollen im Nexoversum)

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 8/200
PB, Science Fiction
ISBN 9783941258082
Titelillustration von Klaus G. Schimanski

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-ikarus.de
www.sf-boom.de/blog/
http://martinkay.spaces.live.com/
www.sam-smiley.net/

Die Ikarus ist im Seer´Tak-System eingetroffen, um herauszufinden, warum so viele Menschen aus Seer´Tak City spurlos verschwinden. Captain Sentenza vom Rettungskreuzer Ikarus und Jason Knight, Besitzer der Celestine, sind sich endlich einmal einig. Prinz Joran hat den Bogen endgültig überspannt. Er ließ Shilla, die Partnerin von Jason und Sonia DiMerci, in die Sentenza schon lange verliebt ist, entführen. Der irre Prinz gibt Sentenza die Schuld daran, dass sein vorher angenehmes Äußeres zerstört wurde. Da er eine Implantat-Unverträglichkeit hat, ähnelt sein Spiegelbild nun sehr seinen inneren Werten. Während er Sonia und Shilla aufs brutalste foltert, leiden Sentenza und Knight Höllenqualen. Sie setzten alles daran, ihre Gefährtinnen zu befreien.

Dabei hilft ihnen ein Kirchenschiff. Das neue Besatzungsmitglied, eine Grey namens An´ta, entwickelt sich nach einem aufklärenden ‚vier Augen Gespräch’ mit Sentenza zu einem hoch motiviertem Mitglied der Ikarus. Auch eine freie Mitarbeiterin der Schwarzen Flamme, einer Söldnerorganisation, die den Ruf hat, immer ihre Aufträge erfolgreich zu erledigen, schließt sich ihnen an. Auch diese Gruppe möchte Prinz Jorans Kopf. Dieser tötet seinen Verbündeten Hammet in einem seiner Wutanfälle und zerstört damit das schon lange existierende Gleichgewicht in der Unterwelt von Seer´Tak City. Sofort beginnen die großen und kleinen Gangster der Stadt, die Ressourcen untereinander aufzuteilen.

Joran bleibt nur die Flucht. Der Wissenschaftler Botero, ein Mann ohne Skrupel der seine Forschungen über alles stellt, begleitet ihn. Sie haben einen geschäftlichen Vertrag mit den geheimnisvollen Wesen der Hierarchie, die im Nexoversum leben. Diese planen eine Invasion auf die freien Menschen mit Individualwissen. Dabei spielt die Ringsonnen-Anomalie im Seer´Tak-System eine große Rolle. Sie soll zu einem Tor werden, um die Kriegsschiffe der Hierarchie schneller in die andere Galaxis zu bringen. Doch auch auf dieser Seite der Galaxis gibt es Gegner der Hierarchie. Der Beobachter Lear verfolgt seit Äonen das Schicksal der Milchstraße und fungiert auch als Wächter. Nun sieht er die herannahende Gefahr und versucht, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Bedrohung abzuwenden oder wenigstens hinauszuzögern. Doch seine schwindenden Ressourcen lassen ihm kaum Zeit, alles zu veranlassen. So sucht er nun selber nach Verbündeten, die ihm helfen, die Bedrohung aufzuhalten. Sein besonderes Interesse erwecken dabei die Ikarus und die Wesen, deren Schicksalsfäden sich mit dem Rettungskreuzer verbunden haben.

Wieder einmal beweisen die Autoren, was in ihnen steckt. Der Rettungskreuzer Ikarus jagt von einem Abenteuer zum nächsten und es kann keine Langeweile aufkommen. Die einzelnen Figuren erscheinen einem immer lebendiger, je mehr man über sie erfährt. Diese Geschichten sind für alle wahren SF-Fans ein absolutes Muss. Für alle Leser von 8 – 80 Jahre und darüber hinaus sind diese Storys absolut einzigartig.

Petra Weddehage (PW)

Titel bei Amazon.de:
Aufstand der Toten

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Das Janus-Elixier

Erstellt von Werner Karl am 6. Dezember 2009

das-janus-elixierSylke Brandt, Irene Salzmann, Dirk van den Boom
Das Janus-Elixier
Rettungskreuzer Ikarus Sammelband 3

(7: Netzvirus / 8: Das Janus-Elixier / 9: Seer’Tak City-Blues)
Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2008
PB, Science Fiction
ISBN 9783941258020
Titelillustration von Klaus G. Schimanski

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-ikarus.de
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Die Ikarus 2 ist endlich fertig. Bevor die Crew ihr neues Schiff einweihen kann, überschlagen sich die Ereignisse auf Vortex Outpost. Zwei Ingenieure, die im Cyberspace für die Datenkontrolle verantwortlich sind, fallen ins Koma und können nicht mehr geweckt werden. Darius Weenderveen und sein ‚Ziehsohn’, der von ihm geschaffene Androide Arthur Trooid entschließen sich, das Bewusstsein der Koma-Patienten zu finden und linken sich über eine Schnittstelle ebenfalls ins System ein. Derweil häufen sich die Anzeichen, dass auf die Station ein Terrorangriff verübt werden soll.

Auf Cerios III herrscht eine Epidemie, die sich rasend schnell ausbreitet. Das Immun-System der Menschen versagt, und sie sterben. Je nach gesundheitlicher Verfassung geht es mal schneller oder langsamer von statten. Doch erst einmal muss der Auslöser der Krankheit gefunden werden. Der Rettungskreuzer Ikarus unter dem Kommando von Captain Sentenza bricht ins Cerios-System auf, um zu helfen. Doch die Lebensspender Inc. ist nicht unbedingt daran interessiert, dass die Krankheit in der Galaxis bekannt wird. Sie fürchten den Imageschaden. So staunt die Crew der Ikarus nicht schlecht, als sie ohne Vorwarnung ins Kreuzfeuer mehrerer Einheiten gerät. Doch auch hier findet die Besatzung einen Ausweg – nicht zuletzt dank der Hilfe ihres alten ‚Freundes’ Jason Knight und seiner telepathisch begabten Verbündeten, der Vizianerin Shilla.

Doch die Crew findet keine Ruhe. Da sie mutig und einsatzfreudig ist, schickt Sally McLennane die Ikarus auf eine weitere heikle Mission ins System der Seer’Tak-Ringsonne. Dort sind mehrere Agenten, Freunde, Bekannte und Mitarbeiter spurlos verschwunden. Nun soll die Crew eine Havarie vortäuschen, um sich dort umzusehen. Wie es der Zufall will, sind auch Jason Knight und Shilla im System anwesend. Werden sie wie schon so oft gemeinsam erfolgreich zusammenarbeiten – oder kocht doch lieber jeder sein eigenes Süppchen? Die Abenteuer der Ikarus-Crew lesen sich flüssig, und ein Abenteuer greift nahtlos ins andere über. Die lebendig geschriebene Geschichte lässt keine Langeweile aufkommen. Selbst wenn man die ersten Bände nicht gelesen hat, kommt man doch ganz gut mit, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind. Zwischendurch gibt es kleine Rückblicke, und häppchenweise werden die einzelnen Personen mit immer neuen Details beschrieben, so dass dem Leser diese schon nach kurzer Zeit ans Herz wachsen. Einige der interessantesten Protagonisten dürften Jason Knight und seine Freundin Shilla sein.

Es gibt leichte Parallelen zu Filmen wie „Star Trek“ oder „Matrix“. Zahlreiche andere kleine Hommagen an verschiedene Genres der Science Fiction und Fantasy lassen diese Geschichten zu etwas Besonderem werden. Den Autoren des „Rettungskreuzer Ikarus“ gelingt es, ein eigenes Universum zu erschaffen. Für alle Liebhaber von intelligenter Science Fiction sind diese Abenteuer ein großartiges Geschenk. Diese Storys sind für jedes Alter von 8 bis 80 Jahren empfehlenswert. Weiter so!

Petra Weddehage (PW)

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Das Janus-Elixier

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Alles bleibt anders

Erstellt von Werner Karl am 4. November 2009

alles-bleibt-andersSiegfried Langer
Alles bleibt anders

Atlantis Verlag, Stolberg, Originalausgabe: 12/2008
PB, Science Fiction
ISBN 9783936742954
Titelillustration von Timo Kümmel

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www.fantasyguide.de/3430.0.html

Der eng gesetzte Roman „Alles bleibt anders“ ist das Debüt von Siegfried Langer, mit dem sich der Autor gleichzeitig an zwei anspruchsvolle Themen wagt: zum einen an die Schilderung von Parallelwelten, zum anderen an die der Auswirkungen der Quantenphysik. Frank Miller findet sich unvermittelt in einer fremden Welt wieder. Der Ort ist Berlin, aber die Stadt ist nicht die, die er kennt. Er irrt durch die Straßen und kehrt dabei mehr oder minder zufällig an seinen früheren Wohnort zurück. Frank erfährt, dass er seit drei Jahren als tot gilt. Er sucht seine Mutter auf, seine ehemalige Verlobte, deren jetzigen Ehemann, der ein falsches Spiel mit ihm zu treiben scheint. Es ist das Jahr 2008, und die Wilhelminische Epoche in Deutschland dauert an.

Szenenwechsel: Frank Miller nimmt 2004 sein Studium an der Universität von Oxford auf, nach vier Jahren Dienst in der Wehrmacht. Die Nazis haben den Krieg gewonnen und auch England unterworfen. Frank trifft seine Jugendfreundin Karen Degner wieder, die ihn in den Kreis um Professor Robert Gothaer einführt. Gothaer hat eine sensationelle Entdeckung gemacht, und zwar die Existenz von Parallelwelten nachgewiesen, die bislang nur theoretisch postuliert wurden. Gothaer ist ein Gegner der Nazis. Er entwickelt den Plan, eine alternative Welt zu entdecken, in der die Nazis den Zweiten Weltkrieg nicht gewonnen haben, und seine Welt durch eine Zeitreise entsprechend zu verändern.

Siegfried Langer gelingen sehr authentische Schilderungen seiner Alternativwelten, sowohl der des Deutschen Kaiserreichs, das im 21. Jahrhundert noch existiert, als auch der nationalsozialistischen Albtraumwelt, die ebenfalls diese Epoche erreicht hat, mit ihren Gräueltaten, mit ihrer alle Lebensbereiche durchdringenden Ideologie und der allgegenwärtigen Verfolgung Oppositioneller, Andersdenkender und Andersartiger. Das Problem des Romans ist die Auslegung der Quantenphysik, d. h. der Quantenmechanik, durch den Autor. Immerhin erkennt Professor Gothaer, dass die Anzahl der alternativen Welten unendlich sein muss. Er kann aber nur einen begrenzten Teil der Parallelwelten anmessen, und diese haben alle ihren Ursprung in dem Tag, an dem er die erste Alternativwelt entdeckte. Doch Professor Gothaers Forschungen schreiten voran: Er findet zwei Zeitpunkte, von denen alternative historische Entwicklungen ausgehen. Einer ist der 05.06.1944, der Tag der Landung der Alliierten in der Normandie – in der Welt Frank Millers, Karin Degners und Professor Gothaers.

Das sind sehr freizügige Interpretationen, Da die Anzahl der verschiedenen Paralleluniversen unendlich ist, spalten sich in jedem Augenblick unendlich viele Alternativwelten von unserer ab. Es ist absurd abzunehmen, eine gewisse Anzahl von Paralleluniversen könnte auf der Abweichung eines historischen Faktes beruhen. Gegen Ende des Romans führt der Autor eine Wende in seiner Logik der Quantenmechanik durch (nach diversen Verwicklungen mit der Gestapo und einem Verräter, wodurch der erste Teil des Romans erklärt wird). Frank Miller und Professor Gothaer gelingt die Reise in die Vergangenheit, und sie können die Alliierten überzeugen, ihre Pläne in einem entscheidenden Punkt zu ändern. Nach ihrer Rückkehr sind sie sehr überrascht, ihre Welt unverändert vorzufinden, erkennen jedoch schnell die Wahrheit: Sie haben ‚nur’ ein weiteres Paralleluniversum erschaffen. (Was im Übrigen zahlreiche Zeitreiseromane und -storys des Genres ad absurdum führt.) Warum haben sie das nicht bereits zuvor erkannt?! Die Unendlichkeit der Alternativuniversen war ihnen doch klar!

In „Alles bleibt anders“ ist die Logik der Handlung mitunter sehr gebogen. Der Autor hätte das wohl nur vermeiden können, wenn er einen gänzlich anderen Konflikt etabliert hätte: Frank Miller, Karin Degner, Professor Gothaer sind in der Lage, in ihre ‚Resonanzkörper’ in den Parallelwelten einzudringen. Warum bleiben sie nicht in ihren Alter Egos, die in einer Welt leben, in der die Nazis besiegt wurden?! Was würde den Ausschlag geben?! Ihre Überzeugungen oder die Gewissheit, von den Nazis nicht mehr verfolgt zu werden?! (armö)

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Alles bleibt anders

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Saramee 08 – Die Grube

Erstellt von Werner Karl am 24. Oktober 2009

saramee-08-die-grubeChristian Endres
Saramee 08 – Die Grube

Atlantis Verlag, Stolberg, 4/2006
PB, Fantasy
ISBN
9783936742701
Titelillustration und Karten von Chris Schlicht

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Alinae, Tochter des reichen Salzhändlers Tisgo, arrogant und verwöhnt, beauftragt Argus Panoptes, einen angesehenen Ermittler, ihren verschwundenen Bruder Nitsua, den besten Schüler des Schwertkampfmeisters Dencan, zu suchen. Argus’ erster Weg führt ihn in das ‚Haus der Blüte’ (Bordell) und dort zu Candra, der Herrin des Hauses (dunkelhaarig, hat die besten Jahre bereits hinter sich, besitzt aber immer noch eine erotische Ausstrahlung). Candra fühlt sich in Argus’ Schuld, weil er einst ihre Schwester gerettet hat, und versorgt ihn seither mit Informationen. Doch auch sie weiß nichts über Nitsuas Verbleib.

Nitsua, der ‚der Löwe’ genannt wird, kämpft regelmäßig in der Grube der Schenke des Pajus’, der ein schlechtes Gewissen hat, weil er an den Kämpfen verdient. Seine Tochter Janim liebt Nitsua und hat ein Verhältnis mit ihm. Nitsua gewinnt jeden Kampf, verschont aber seine besiegten Gegner, was das Publikum, das jedes Mal den Tod der Unterlegenen fordert, immer unzufriedener stimmt. Nitsua wird von Harvas, dem Buchmacher, angesprochen. Dieser schlägt ihm einen Kampf gegen Cowax, einem seit einem halben Jahr ungeschlagenen Kämpfer, vor.

Derweil hat Candra Erkundigungen eingezogen und informiert Argus über Nitsua, in dem sie den Gesuchten vermutet. Von Janim wiederum erfährt Argus, dass Nitsuas Kampf gegen Cowax am Hafen stattfinden soll. Volgath ist der ominöse Veranstalter des ‚Festes’, bei dem der Kampf der beiden besten Grubenkämpfer der Stadt der Höhepunkt sein soll. In einem Lagerhaus spitzen sich die Geschehnisse dieses Serienbandes dann immer mehr zu. Und es stellen sich dem Leser Fragen: Wer ist Volgath, der sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt? Wird Nitsua den Kampf gewinnen? Trifft Argus zur rechten Zeit ein?

Im Anschluss an den Text gibt ein kurzes Glossar mit den Hauptcharakteren des Romans und einer hübschen Illustration von einer Raubkatze. Christian Endres und Chris Schlicht werden in Kurz-Vitae vorgestellt. Leider ist in diesem Band das Lektorat wieder beklagenswert. Neben den Fehlern, die sich durch den gesamten Text ziehen, gibt es z. B. auf Seite 12/13 einen dicken Fauxpas, sprich Teile eines Satzes sind doppelt. Das schmälert aber dennoch den Unterhaltungswert des Titels nicht, da Christian Endres seine Sache gut gemacht hat! Denn man verspürt Lust auf mehr, nach Lesen dieses Bandes. Und man will wissen wie es weitergeht.

Der achte Band bietet ein weiteres gelungenes Abenteuer aus „Saramee“, der Stadt der Verlorenen, in der man sich immer mehr zu Hause fühlt! (AB)

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