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Im Jahre Ragnarök

Erstellt von Werner Karl am 14. August 2010

Oliver Henkel
Im Jahre Ragnarök

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, Originalausgabe: 06/2009
PB, Science Fiction
ISBN 978-3-941258-05-1
Titelgestaltung von Timo Kümmel

www.atlantis-verlag.de
www.oliver-henkel.com
www.fantasyguide.de/3430.0.html

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

„Im Jahre Ragnarök“ ist nach „Die Zeitmaschine Karls des Großen“ (Accra, 2001) und „Kaisertag“ (Accra, 2002) der dritte Alternativwelt-Roman Oliver Henkels. Für die ersten zwei Romane erhielt der Autor den ‚Deutschen Science Fiction Preis‘ des SFCD.

Der neue Roman des Autors schildert ein Deutschland, das sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges anders entwickelte als in unserer Realität. Stalin verstarb vor dem Ende des Krieges, Ostdeutschland wurde nicht von den Russen besetzt. Stattdessen wurde der Morgenthau-Plan verwirklicht. Deutschland ist wirtschaftlich bedeutungslos und ein politischer Flickenteppich, aufgeteilt in eine britische und in eine amerikanische Besatzungszone. Westlich des Rheins existiert die Rheinische Republik von Frankreichs Gnaden.

John Tubber ist ein drittklassiger britischer Geheimagent, der nach einem verpatzten Auftrag nach Deutschland geschickt wird, um einen Fall von Kunstschmuggel aufzuklären. Tubbers Weg führt zunächst von Hamburg nach Kassel, wo er meint, einer Verschwörung einer getarnt agierten Nazi-Organisation auf die Spur gekommen zu sein, die sich durch den Verkauf von Kunstwerken finanziert. Gegen den Widerstand seiner Vorgesetzten und eines klischeehaft gezeichneten US-amerikanischen Agenten gelangt Tubber über Potsdam, Dresden und Pirna in das Erzgebirge, wo er tatsächlich einen Nazi-Stützpunkt entdeckt.

„Im Jahre Ragnarök“ ist routiniert geschrieben; die Welt, die Oliver Henkel schildert, wirkt authentisch. Ein vom Morgenthau-Plan gezeichnetes Deutschland hat Thomas Ziegler bereits in seinem Roman „Die Stimmen der Nacht“ (Ullstein, 1984) geschildert. Das ist freilich die einzige Parallele zu „Im Jahre Ragnarök“, da „Die Stimmen der Nacht“ einen gänzlichen anderen Plot aufweist. Der Alternativwelt-Entwurf ist nicht der einzige Inhalt des Romans, mindestens genauso gewichtig die Aufdeckung der Nazi-Verschwörung in Form eines Agenten-Thrillers. Oliver Henkel gelingen einige Gags, indem er diverse, Kultur schaffende Personen unserer Realität, wie z. B. Jack Kerouac, in einem anderen Kontext auftreten lässt, andere wiederum, historische Personen vor allem, werden karikiert.

Es überrascht natürlich nicht, dass die Nazis ihren Plan zur Übernahme der Weltherrschaft verfolgen. Das Mittel, das sie dazu einsetzen, ist probat und dem klassischen Repertoire der SF entlehnt. Es belastet die Plausibilität des Romans, dass es Mitte der vierziger Jahre theoretisch erkannt und zur Zeit der Handlung, zu Beginn der sechziger Jahre, einsatzfertig gebaut wurde. Thomas Ziegler ist in „Die Stimmen der Nacht“ nicht diesen einfachen Weg gegangen und hat die Grenzen der SF überschritten (zumindest in ihrem klassischen Verständnis).

„Im Jahre Ragnarök“ ist auch der dritte Alternativwelt-Roman, den der Atlantis Verlag bislang publizierte und der die nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands variiert: Der Parodie „Und morgen der ganze Weltenraum!“ (2007) von Stefan Pinternagel und dem ambitionierten, aber nicht völlig logischen Roman „Alles wird anders“ (2008) von Siegfried Langer folgt mit „Im Jahre Ragnarök“ von Oliver Henkel nun die Action-Variante.

Copyright © 2010 by Armin Möhle (armö)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

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Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes

Erstellt von Werner Karl am 6. Juli 2010

sherlock-holmes-und-das-uhrwerk-des-todesChristian Endres
Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2009
PB, Mystery-Thriller
ISBN 978-3-941258-16-7
Titelillustration von Timo Kümmel

www.atlantis-verlag.de
www.christianendres.de
www.fantasyguide.de/3430.0.html

Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der Kurzgeschichtenband rund um das Gespann Sherlock Holmes und Dr. Watson beginnt mit einem Vorwort von Win Scott Eckert und bietet danach die unterschiedlichsten „Holmes“-Storys verquickt mit phantastischen Plots und Settings.

„Londons verlorene Kinder“:
James MacPerson, ein junger Reporter aus Schottland, der sich um verschwundene Kinder in London sorgt (jüngst verschwand sogar eine Bande von 5 oder 6 Kindern), sucht Sherlock Holmes auf. Der Meisterdetektiv verspricht herauszufinden, was mit den Kindern geschehen ist und geht mit seinem Freund Watson in das heruntergekommene Theater ‚Neverland´ …

„Rigor Mortis“:
Eine mysteriöse Ballonfahrerin, die Botschafterin Gate, in Begleitung eines sprechenden Löwen sucht Holmes auf – auf Geheiß des Königs von Oz, da es einen Anschlag auf den Herzog von Winkus gegeben hat. Holmes soll die Hintergründe aufklären. So fliegt er mit Watson in Begleitung der Botschafterin nach Oz – und der Leser wird für kurze Zeit in ein fantastisches Abenteuer entführt.

„Ratten im Gemäuer“:
Der Ex-Seemann Steven Bissette, seit acht Wochen verheiratet, arbeitet als Wachmann in einem Lagerhaus an den Docks. Dort haben Ratten eine ganze Ladung vernichtet. Der Erpresserbrief eines Jack Black (königlicher Rattenfänger, der aber als tot gilt) liegt vor, und Holmes soll dem nachgehen – was nicht ohne Folge bleibt, denn auch der Meisterdetektiv und sein Freund Watson werden nachts in ihrer Wohnung von Ratten angegriffen …

„Das Geschenk der Freiheit“:
1897 ist das diamantene Thronjubiläum des Königs. Mr John J. Mallory (arbeitet für den Prinz von Thule) sucht Holmes in der Baker Street auf und bittet ihn, ein entlaufenes Einhorn zu finden, das als Geschenk für den König bei den anstehenden Feierlichkeiten dienen soll.

„Muse mit sieben Prozent „:
Watson kämpft mit einer Schreibblockade, seine Muse ist entschwunden – Holmes versucht Abhilfe zu schaffen!

„Regenfall“:
1988, Anfang November: Seit Tagen herrscht Dauerregen über London. Mycroft Holmes erscheint in der Baker Street und sprich seinen Bruder Sherlock darauf an, dass der Regen keine natürliche Ursache haben kann und präsentiert einen Erpresserbrief, der ankündigt, dass es eine regelrechte Sintflut geben wird. Um diese zu verhindert, fordert der Erpresser die Kronjuwelen…

„Der Fall der verschwundenen Katzen“:
Merlin, Watsons Kater, ist seit vier Tagen verschwunden, und Holmes und Watson suchen ihn natürlich. Dabei hören sie, dass etliche Katzen in London von ihren Besitzern vermisst werden. Als Holmes und Watson dem nachgehen, geraten sie – und somit auch der Leser – in ein Abenteuer, das in einer Begegnung mit dem König der Ghule gipfelt.

„Pelz und Kokain“:
In dieser Story gelangen Holmes und Watson durch ein Portal aus Feenstaub in Oberons (König vom Elfenland) magisches Reich. Rätselhafte Todesfälle in London haben hier scheinbar ihren Ursprung, bedingt durch ein Rauschmittel (ähnlich dem irdischen Kokain), das aus Oberons Reich in die Realwelt gelangt und für Menschen tödlich ist …

„Schatten aus dem Meer“:
Prinz Dakkar ist bei Holmes zu Besuch und erzählt ihm von seinen Entdeckungen in ‚Atlantis‟ – Prinz Dakkar, der als ‚tot‟ gilt und eine Zeitung aus der Zukunft mit sich trägt und sich als Kapitän Nemo entpuppt. Er bittet Holmes um Hilfe, brisante Aufzeichnungen, die gestohlen wurden, wiederzubeschaffen, damit sie nicht in falsche Hände gelangen. Holmes und Watson geraten auf die Spur eines Schriftstellers und seines Manuskriptes – H.G. Wells – „ Die Zeitmaschine“…

„Verschollen in den Weiden“:
Sprechende Tiere suchen Holmes auf – ein Dachs, eine Wasserratte und ein Maulwurf –, die Wintermäntel tragen und aufrecht auf zwei Beinen gehen. Sie benötigen Hilfe, da ihr Freund verschwunden ist …

„Stille Brunnen sind tief“:
In der Baker Street taucht Besuch aus Rom auf: Lorenzo Bernini, ein Detektiv, der der italienischen Polizei als Berater dient, zurzeit in einem besonders kniffligen Fall von fünfzehn Morden in Brunnen. Alle Opfer wiesen seltsame Würgemale auf, und allen fehlten Augen, Finger- und Zehnägel. Holmes und Watson reisen nach Rom und bekommen es mit seltsamen Kreaturen zu tun.

„Der Schrecken der Mancha“:
Holmes und Watson machen Urlaub in Spanien und kämpfen mit einem Mühlen-Monster – oder ist alles nur Watsons Traum?

„Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“:
Dezember 1804: Watson verkauft seine Arztpraxis und zieht wieder in der Baker Street ein. Inspektor Lestrade bittet Holmes um Hilfe, als im Schnee die Leiche eines Mannes gefunden wird, dessen Extremitäten mit Schnitt- und Stichwunden übersät sind und dessen Kleidung zerrissen und Blut besudelt ist. Der Tote ist ein harmloser Ganove. Holmes vermutet angesichts der Verletzungen, dass das Opfer mit kleinen Schwertern, Äxten und einem Morgenstern traktiert wurde. Holmes und Watson bekommen es mit irdischen Kobolden der besonderen Art zu tun. Weitere brutale Morde geschehen, und immer werden den Opfern Uhren aller Art gestohlen. Dann findet Watson auf den Stufen der Baker Street 221 einen blutenden Mann vor, der sich als sein Freund Sherlock entpuppt, und dieser berichtet, was er inkognito erfahren hat … Der Autor verquickt in der Titelstory geschickt und auf sehr anschauliche Weise das ‚Golem´-Thema neu.

„Eisige Verlockung“:
Watson erinnert sich an eine transatlantische Reise im Winter 1897 und an eine Begebenheit um verschwundene Schiffe im Atlantik. Auch die ‚HMS Victoria‟, ein besonderes Schiff, das Mycroft seinem Bruder gegenüber erwähnt, gilt als verschollen und weckt somit natürlich die Neugier des Detektivs, was es damit auf sich hat …

„Der Rabe“:
Watson wird von einem alten Mann mit Augenklappe gefragt, ob er einen guten Detektiv kenne, und so nimmt Watson den Greis mit in die Baker Street. Mr North, so der Name des Alten, bittet Holmes um Hilfe, seinen entflogenen Raben wieder zu finden … und schon bald stellt sich heraus, dass Mr North, nicht irgendein alter Mann ist.

„Nemesis“:
Der Text dient als Entry für die nächste Story und schildert Irene Adler als Vampirin.

„Der Fluch“:
Mrs Ackroyd (Mrs Hudsons Schwägerin) berichtet Holmes und Watson von merkwürdigen Geräuschen und zerborstenen Fensterscheiben in der Wohnung ihres Untermieters. Schon der letzte Bewohner der Räume verschwand spurlos. Nun lebt Mr Lupescu, ein junger Mann aus Rumänien, dort. Als Holmes die Wohnung in Augenschein nimmt, herrscht dort ein wahres Chaos – und schon sind Holmes und Watson im nächsten Abenteuer, in dem sie es mit einem Werwolf zu tun bekommen, der ihnen von einem Fluch erzählt, den ihm seine Meisterin – eine Vampirin – auferlegt hat. Keine Unbekannte, wie sich bald herausstellen soll …

„Abschied aus London“ schließt den Band ab:
Sherlock Holmes verlässt nach dem Tod von Irene Adler als gebrochener Mann Ende 1903 London.

In „Entfallene Szenen“ fasst Christian Endres eben jene zusammen. Abgerundet wird die Kurzgeschichtensammlung durch ein „Nachwort“ des Autors, seiner „Vita“ (mit einem illustrierten Konterfei) und einer „Danksagung“. Christian Endres hat den Meisterdetektiv der Leserherzen zusammen mit seinem Freund von einem phantastischen Fall in den nächsten geschickt. Dabei hat es ihm weder an Phantasie noch an Recherche gemangelt, wofür ihm schon mal ein Lob gebührt. Die phantastischen, geschichtlichen und literarischen Ansätze sind allesamt interessant gewählt – besonders in der Titelgeschichte.

Dadurch wird dem Leser eine breite Palette neuer Sherlock Holmes-Geschichten präsentiert, von der die eine oder andere aber textlich etwas mehr Länge und somit Tiefe hätte vertragen können. Wem nach kurzweiliger Unterhaltung mit einer Prise Sherlock Holmes und einer gesegneten Phantasie der Sinn steht, ist bei diesem Band an der richtigen Adresse. Die Aufmachung des Titels ist ansprechend, das Papier erstklassig und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt auf jeden Fall. Sherlock Holmes und sein Freund Dr. Watson erleben in der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung ein phantastisches Krimi-Abenteuer nach dem anderen. Kurzweiliger Lesespaß garantiert!

Copyright © 2010 by Alisha Bionda (AB)

Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Die Verschwörer

Erstellt von Werner Karl am 24. Februar 2010

die-verschworerIrene Salzmann
Die Verschwörer
Rettungskreuzer Ikarus 34

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 5/2008
PB, Science Ficiton
ISBN 9783936742480
Titelillustration von Ernst Wurdack

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-ikarus.de
www.wurdackverlag.de/

Die Mannschaft der Ikarus hat alle Hände voll zu tun. Die Outsider aus dem Nexoversum stehen kurz davor, mit ihrer gewaltigen Armada in die Milchstraße einzudringen und die Völker zu unterwerfen. Septimus Julius Cornelius pflegt derweil seine Freundschaft mit dem Vizianer Pakcheon. Als dieser sich brüsk von ihm abwendet und seine Freundschaft ins Gegenteil umschlägt, gibt Cornelius alles, um herauszufinden, was diesen Stimmungsumschwung herbeigeführt hat.

Sally McLennane beauftragt Captain Roderick Sentenza, die Botschafter auszuspionieren, denn jemand hat sich an den geheimen Datenbanken zu schaffen gemacht und wichtige Informationen des Geheimdienstes abgerufen. Diese Daten wurden weitergegeben, und leider konnte der Schuldige nicht gefunden werden. Old Sally verdächtig vor allem den Vizianer, obwohl dieser für Sentenza als Kandidat nie in Frage kommen würde. Er gehorcht jedoch seinen Befehlen, auch wenn sie ihm manchmal zuwider sind, da die Ikarus nun offiziell dem Geheimdienst des Corps unterstellt wurde.

Jason Knight und Shilla versuchen immer noch verzweifelt, einen Weg aus dem Nexoversum in die heimatliche Milchstraße zu finden. Mit dem lebenden Raumschiff, der Celestine 2, und einigen Verbündeten setzten sie alles daran, ihre Heimat von der drohenden Gefahr zu unterrichten. Jasons Misstrauen gegenüber Celeste wird immer größer. Bei Shilla, die nun eine Krone trägt, um nicht länger der Beeinflussung durch die Outsider ausgesetzt zu sein, scheint das Gegenteil der Fall zu sein. So vertrauensselig hat Jason die plötzlich leicht naiv wirkende Vizianerin noch nie erlebt. Er will um jeden Preis seine alte Kampfgefährtin zurückzubekommen.

Irene Salzmann zeigt wieder einmal, dass gerade deutsche Science Fiktion-Serien eine Bereicherung darstellen. Seit „Perry Rhodan“ ist viel Zeit vergangen, doch die Geschichten um den Rettungskreuzer Ikarus sind sehr wohl in der Lage, dieser Institution standzuhalten. Gerade weibliche Autoren werden immer wieder unterschätzt, wenn es um SF geht, doch auch hier beweist die Autorin wieder ihr Talent. Sie hat ein Gespür dafür, ihre Leser bei der Stange zu halten. Wer einmal Blut geleckt hat, kommt von dieser Serie nicht mehr so leicht los. Für wahre Fans dieses Genres sind die Geschichten ein absolutes Muss – man sollte sie einfach gelesen haben.

Copyright © 2010 Petra Weddehage (PW)
 
Titel bei Amazon.de:
Die Verschwörer

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Ehrliche Geschäfte

Erstellt von Werner Karl am 13. Januar 2010

ehrliche-geschafteIrene Salzmann
Ehrliche Geschäfte
Rettungskreuzer Ikarus 39

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 9/2009
PB, Science Fiction
ISBN 9783941258181
Titelillustration von Charly Friedhoff

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-Ikarus.de

Eine seltsame Grippe, die auf Shahazan schon ausgebrochen war und nun die Bevölkerung von Tirlath VII befällt, führt zu sehr merkwürdigen Verhaltensänderungen. Ein rätselhafter Mann, der Septimus Junius Cornelius einen Kristall zuspielt. Auffälliges Verhalten der Oberen in der Organisation der ‚Schwarze Flamme’, das nicht nur Jason Knight und Taisho verwirrt sondern sogar die eigenen Mitglieder. All dies kumuliert zu einem wahnwitzigen Abenteuer, in dem Cornelius seinen ganzen Verstand, all sein Kampfgeschick und jede Menge Glück braucht, um zu überleben und diejenigen zu schützen, die ihm am Herzen liegen…

Man erfährt so einiges über die ‚Schwarze Flamme’, und noch mehr Fragen ergeben sich über den wahren Hintergrund einiger scheinbar wohlbekannter Charaktere. Auch Cornelius‘ Vergangenheit wird teilweise enthüllt, und natürlich ist seine Freundschaft zu dem Vizianer Pakcheon ein weiteres Mal von großer Bedeutung in dieser unterhaltsamen Geschichte, die sich in einem Zug lesen lässt.

Wie man es von der Autorin gewohnt ist, sind technische Details oder hochwissenschaftliche Besonderheiten kaum zu finden, dafür aber starke Charaktere, Witz und abwechslungsreiche Spannung. Nicht nur Cornelius muss leiden, auch wenn ihm am übelsten mitgespielt wird. Man darf sich schon auf die Fortsetzung freuen, in der die rätselhafte Seuche gewiss noch mehr in den Vordergrund treten wird…

Ein gelungenes Exemplar der Serie, möge die Ikarus noch lange fliegen!

Alexandra Balzer (alea)
 
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Ehrliche Geschäfte

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Aufstand der Toten

Erstellt von Werner Karl am 23. Dezember 2009

aufstand-der-totenDirk van den Boom, Martin Kay, Irene Salzmann
Aufstand der Toten
Rettungskreuzer Ikarus Sammelband 4
(10: Aufstand der Toten/11: Die Erleuchteten/12: Verschollen im Nexoversum)

(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 8/200
PB, Science Fiction
ISBN 9783941258082
Titelillustration von Klaus G. Schimanski

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-ikarus.de
www.sf-boom.de/blog/
http://martinkay.spaces.live.com/
www.sam-smiley.net/

Die Ikarus ist im Seer´Tak-System eingetroffen, um herauszufinden, warum so viele Menschen aus Seer´Tak City spurlos verschwinden. Captain Sentenza vom Rettungskreuzer Ikarus und Jason Knight, Besitzer der Celestine, sind sich endlich einmal einig. Prinz Joran hat den Bogen endgültig überspannt. Er ließ Shilla, die Partnerin von Jason und Sonia DiMerci, in die Sentenza schon lange verliebt ist, entführen. Der irre Prinz gibt Sentenza die Schuld daran, dass sein vorher angenehmes Äußeres zerstört wurde. Da er eine Implantat-Unverträglichkeit hat, ähnelt sein Spiegelbild nun sehr seinen inneren Werten. Während er Sonia und Shilla aufs brutalste foltert, leiden Sentenza und Knight Höllenqualen. Sie setzten alles daran, ihre Gefährtinnen zu befreien.

Dabei hilft ihnen ein Kirchenschiff. Das neue Besatzungsmitglied, eine Grey namens An´ta, entwickelt sich nach einem aufklärenden ‚vier Augen Gespräch’ mit Sentenza zu einem hoch motiviertem Mitglied der Ikarus. Auch eine freie Mitarbeiterin der Schwarzen Flamme, einer Söldnerorganisation, die den Ruf hat, immer ihre Aufträge erfolgreich zu erledigen, schließt sich ihnen an. Auch diese Gruppe möchte Prinz Jorans Kopf. Dieser tötet seinen Verbündeten Hammet in einem seiner Wutanfälle und zerstört damit das schon lange existierende Gleichgewicht in der Unterwelt von Seer´Tak City. Sofort beginnen die großen und kleinen Gangster der Stadt, die Ressourcen untereinander aufzuteilen.

Joran bleibt nur die Flucht. Der Wissenschaftler Botero, ein Mann ohne Skrupel der seine Forschungen über alles stellt, begleitet ihn. Sie haben einen geschäftlichen Vertrag mit den geheimnisvollen Wesen der Hierarchie, die im Nexoversum leben. Diese planen eine Invasion auf die freien Menschen mit Individualwissen. Dabei spielt die Ringsonnen-Anomalie im Seer´Tak-System eine große Rolle. Sie soll zu einem Tor werden, um die Kriegsschiffe der Hierarchie schneller in die andere Galaxis zu bringen. Doch auch auf dieser Seite der Galaxis gibt es Gegner der Hierarchie. Der Beobachter Lear verfolgt seit Äonen das Schicksal der Milchstraße und fungiert auch als Wächter. Nun sieht er die herannahende Gefahr und versucht, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Bedrohung abzuwenden oder wenigstens hinauszuzögern. Doch seine schwindenden Ressourcen lassen ihm kaum Zeit, alles zu veranlassen. So sucht er nun selber nach Verbündeten, die ihm helfen, die Bedrohung aufzuhalten. Sein besonderes Interesse erwecken dabei die Ikarus und die Wesen, deren Schicksalsfäden sich mit dem Rettungskreuzer verbunden haben.

Wieder einmal beweisen die Autoren, was in ihnen steckt. Der Rettungskreuzer Ikarus jagt von einem Abenteuer zum nächsten und es kann keine Langeweile aufkommen. Die einzelnen Figuren erscheinen einem immer lebendiger, je mehr man über sie erfährt. Diese Geschichten sind für alle wahren SF-Fans ein absolutes Muss. Für alle Leser von 8 – 80 Jahre und darüber hinaus sind diese Storys absolut einzigartig.

Petra Weddehage (PW)

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Aufstand der Toten

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Das Janus-Elixier

Erstellt von Werner Karl am 6. Dezember 2009

das-janus-elixierSylke Brandt, Irene Salzmann, Dirk van den Boom
Das Janus-Elixier
Rettungskreuzer Ikarus Sammelband 3

(7: Netzvirus / 8: Das Janus-Elixier / 9: Seer’Tak City-Blues)
Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2008
PB, Science Fiction
ISBN 9783941258020
Titelillustration von Klaus G. Schimanski

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-ikarus.de
www.shei.de/
www.sf-boom.de/blog/
www.sam-smiley.net/

Die Ikarus 2 ist endlich fertig. Bevor die Crew ihr neues Schiff einweihen kann, überschlagen sich die Ereignisse auf Vortex Outpost. Zwei Ingenieure, die im Cyberspace für die Datenkontrolle verantwortlich sind, fallen ins Koma und können nicht mehr geweckt werden. Darius Weenderveen und sein ‚Ziehsohn’, der von ihm geschaffene Androide Arthur Trooid entschließen sich, das Bewusstsein der Koma-Patienten zu finden und linken sich über eine Schnittstelle ebenfalls ins System ein. Derweil häufen sich die Anzeichen, dass auf die Station ein Terrorangriff verübt werden soll.

Auf Cerios III herrscht eine Epidemie, die sich rasend schnell ausbreitet. Das Immun-System der Menschen versagt, und sie sterben. Je nach gesundheitlicher Verfassung geht es mal schneller oder langsamer von statten. Doch erst einmal muss der Auslöser der Krankheit gefunden werden. Der Rettungskreuzer Ikarus unter dem Kommando von Captain Sentenza bricht ins Cerios-System auf, um zu helfen. Doch die Lebensspender Inc. ist nicht unbedingt daran interessiert, dass die Krankheit in der Galaxis bekannt wird. Sie fürchten den Imageschaden. So staunt die Crew der Ikarus nicht schlecht, als sie ohne Vorwarnung ins Kreuzfeuer mehrerer Einheiten gerät. Doch auch hier findet die Besatzung einen Ausweg – nicht zuletzt dank der Hilfe ihres alten ‚Freundes’ Jason Knight und seiner telepathisch begabten Verbündeten, der Vizianerin Shilla.

Doch die Crew findet keine Ruhe. Da sie mutig und einsatzfreudig ist, schickt Sally McLennane die Ikarus auf eine weitere heikle Mission ins System der Seer’Tak-Ringsonne. Dort sind mehrere Agenten, Freunde, Bekannte und Mitarbeiter spurlos verschwunden. Nun soll die Crew eine Havarie vortäuschen, um sich dort umzusehen. Wie es der Zufall will, sind auch Jason Knight und Shilla im System anwesend. Werden sie wie schon so oft gemeinsam erfolgreich zusammenarbeiten – oder kocht doch lieber jeder sein eigenes Süppchen? Die Abenteuer der Ikarus-Crew lesen sich flüssig, und ein Abenteuer greift nahtlos ins andere über. Die lebendig geschriebene Geschichte lässt keine Langeweile aufkommen. Selbst wenn man die ersten Bände nicht gelesen hat, kommt man doch ganz gut mit, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind. Zwischendurch gibt es kleine Rückblicke, und häppchenweise werden die einzelnen Personen mit immer neuen Details beschrieben, so dass dem Leser diese schon nach kurzer Zeit ans Herz wachsen. Einige der interessantesten Protagonisten dürften Jason Knight und seine Freundin Shilla sein.

Es gibt leichte Parallelen zu Filmen wie „Star Trek“ oder „Matrix“. Zahlreiche andere kleine Hommagen an verschiedene Genres der Science Fiction und Fantasy lassen diese Geschichten zu etwas Besonderem werden. Den Autoren des „Rettungskreuzer Ikarus“ gelingt es, ein eigenes Universum zu erschaffen. Für alle Liebhaber von intelligenter Science Fiction sind diese Abenteuer ein großartiges Geschenk. Diese Storys sind für jedes Alter von 8 bis 80 Jahren empfehlenswert. Weiter so!

Petra Weddehage (PW)

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Das Janus-Elixier

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Alles bleibt anders

Erstellt von Werner Karl am 4. November 2009

alles-bleibt-andersSiegfried Langer
Alles bleibt anders

Atlantis Verlag, Stolberg, Originalausgabe: 12/2008
PB, Science Fiction
ISBN 9783936742954
Titelillustration von Timo Kümmel

www.atlantis-verlag.de
www.siegfriedlanger.de
www.fantasyguide.de/3430.0.html

Der eng gesetzte Roman „Alles bleibt anders“ ist das Debüt von Siegfried Langer, mit dem sich der Autor gleichzeitig an zwei anspruchsvolle Themen wagt: zum einen an die Schilderung von Parallelwelten, zum anderen an die der Auswirkungen der Quantenphysik. Frank Miller findet sich unvermittelt in einer fremden Welt wieder. Der Ort ist Berlin, aber die Stadt ist nicht die, die er kennt. Er irrt durch die Straßen und kehrt dabei mehr oder minder zufällig an seinen früheren Wohnort zurück. Frank erfährt, dass er seit drei Jahren als tot gilt. Er sucht seine Mutter auf, seine ehemalige Verlobte, deren jetzigen Ehemann, der ein falsches Spiel mit ihm zu treiben scheint. Es ist das Jahr 2008, und die Wilhelminische Epoche in Deutschland dauert an.

Szenenwechsel: Frank Miller nimmt 2004 sein Studium an der Universität von Oxford auf, nach vier Jahren Dienst in der Wehrmacht. Die Nazis haben den Krieg gewonnen und auch England unterworfen. Frank trifft seine Jugendfreundin Karen Degner wieder, die ihn in den Kreis um Professor Robert Gothaer einführt. Gothaer hat eine sensationelle Entdeckung gemacht, und zwar die Existenz von Parallelwelten nachgewiesen, die bislang nur theoretisch postuliert wurden. Gothaer ist ein Gegner der Nazis. Er entwickelt den Plan, eine alternative Welt zu entdecken, in der die Nazis den Zweiten Weltkrieg nicht gewonnen haben, und seine Welt durch eine Zeitreise entsprechend zu verändern.

Siegfried Langer gelingen sehr authentische Schilderungen seiner Alternativwelten, sowohl der des Deutschen Kaiserreichs, das im 21. Jahrhundert noch existiert, als auch der nationalsozialistischen Albtraumwelt, die ebenfalls diese Epoche erreicht hat, mit ihren Gräueltaten, mit ihrer alle Lebensbereiche durchdringenden Ideologie und der allgegenwärtigen Verfolgung Oppositioneller, Andersdenkender und Andersartiger. Das Problem des Romans ist die Auslegung der Quantenphysik, d. h. der Quantenmechanik, durch den Autor. Immerhin erkennt Professor Gothaer, dass die Anzahl der alternativen Welten unendlich sein muss. Er kann aber nur einen begrenzten Teil der Parallelwelten anmessen, und diese haben alle ihren Ursprung in dem Tag, an dem er die erste Alternativwelt entdeckte. Doch Professor Gothaers Forschungen schreiten voran: Er findet zwei Zeitpunkte, von denen alternative historische Entwicklungen ausgehen. Einer ist der 05.06.1944, der Tag der Landung der Alliierten in der Normandie – in der Welt Frank Millers, Karin Degners und Professor Gothaers.

Das sind sehr freizügige Interpretationen, Da die Anzahl der verschiedenen Paralleluniversen unendlich ist, spalten sich in jedem Augenblick unendlich viele Alternativwelten von unserer ab. Es ist absurd abzunehmen, eine gewisse Anzahl von Paralleluniversen könnte auf der Abweichung eines historischen Faktes beruhen. Gegen Ende des Romans führt der Autor eine Wende in seiner Logik der Quantenmechanik durch (nach diversen Verwicklungen mit der Gestapo und einem Verräter, wodurch der erste Teil des Romans erklärt wird). Frank Miller und Professor Gothaer gelingt die Reise in die Vergangenheit, und sie können die Alliierten überzeugen, ihre Pläne in einem entscheidenden Punkt zu ändern. Nach ihrer Rückkehr sind sie sehr überrascht, ihre Welt unverändert vorzufinden, erkennen jedoch schnell die Wahrheit: Sie haben ‚nur’ ein weiteres Paralleluniversum erschaffen. (Was im Übrigen zahlreiche Zeitreiseromane und -storys des Genres ad absurdum führt.) Warum haben sie das nicht bereits zuvor erkannt?! Die Unendlichkeit der Alternativuniversen war ihnen doch klar!

In „Alles bleibt anders“ ist die Logik der Handlung mitunter sehr gebogen. Der Autor hätte das wohl nur vermeiden können, wenn er einen gänzlich anderen Konflikt etabliert hätte: Frank Miller, Karin Degner, Professor Gothaer sind in der Lage, in ihre ‚Resonanzkörper’ in den Parallelwelten einzudringen. Warum bleiben sie nicht in ihren Alter Egos, die in einer Welt leben, in der die Nazis besiegt wurden?! Was würde den Ausschlag geben?! Ihre Überzeugungen oder die Gewissheit, von den Nazis nicht mehr verfolgt zu werden?! (armö)

Titel bei Amazon.de:
Alles bleibt anders

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Saramee 08 – Die Grube

Erstellt von Werner Karl am 24. Oktober 2009

saramee-08-die-grubeChristian Endres
Saramee 08 – Die Grube

Atlantis Verlag, Stolberg, 4/2006
PB, Fantasy
ISBN
9783936742701
Titelillustration und Karten von Chris Schlicht

www.atlantis-verlag.de
www.saramee.de
www.christianendres.de
www.dreamspiral.de

Alinae, Tochter des reichen Salzhändlers Tisgo, arrogant und verwöhnt, beauftragt Argus Panoptes, einen angesehenen Ermittler, ihren verschwundenen Bruder Nitsua, den besten Schüler des Schwertkampfmeisters Dencan, zu suchen. Argus’ erster Weg führt ihn in das ‚Haus der Blüte’ (Bordell) und dort zu Candra, der Herrin des Hauses (dunkelhaarig, hat die besten Jahre bereits hinter sich, besitzt aber immer noch eine erotische Ausstrahlung). Candra fühlt sich in Argus’ Schuld, weil er einst ihre Schwester gerettet hat, und versorgt ihn seither mit Informationen. Doch auch sie weiß nichts über Nitsuas Verbleib.

Nitsua, der ‚der Löwe’ genannt wird, kämpft regelmäßig in der Grube der Schenke des Pajus’, der ein schlechtes Gewissen hat, weil er an den Kämpfen verdient. Seine Tochter Janim liebt Nitsua und hat ein Verhältnis mit ihm. Nitsua gewinnt jeden Kampf, verschont aber seine besiegten Gegner, was das Publikum, das jedes Mal den Tod der Unterlegenen fordert, immer unzufriedener stimmt. Nitsua wird von Harvas, dem Buchmacher, angesprochen. Dieser schlägt ihm einen Kampf gegen Cowax, einem seit einem halben Jahr ungeschlagenen Kämpfer, vor.

Derweil hat Candra Erkundigungen eingezogen und informiert Argus über Nitsua, in dem sie den Gesuchten vermutet. Von Janim wiederum erfährt Argus, dass Nitsuas Kampf gegen Cowax am Hafen stattfinden soll. Volgath ist der ominöse Veranstalter des ‚Festes’, bei dem der Kampf der beiden besten Grubenkämpfer der Stadt der Höhepunkt sein soll. In einem Lagerhaus spitzen sich die Geschehnisse dieses Serienbandes dann immer mehr zu. Und es stellen sich dem Leser Fragen: Wer ist Volgath, der sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt? Wird Nitsua den Kampf gewinnen? Trifft Argus zur rechten Zeit ein?

Im Anschluss an den Text gibt ein kurzes Glossar mit den Hauptcharakteren des Romans und einer hübschen Illustration von einer Raubkatze. Christian Endres und Chris Schlicht werden in Kurz-Vitae vorgestellt. Leider ist in diesem Band das Lektorat wieder beklagenswert. Neben den Fehlern, die sich durch den gesamten Text ziehen, gibt es z. B. auf Seite 12/13 einen dicken Fauxpas, sprich Teile eines Satzes sind doppelt. Das schmälert aber dennoch den Unterhaltungswert des Titels nicht, da Christian Endres seine Sache gut gemacht hat! Denn man verspürt Lust auf mehr, nach Lesen dieses Bandes. Und man will wissen wie es weitergeht.

Der achte Band bietet ein weiteres gelungenes Abenteuer aus „Saramee“, der Stadt der Verlorenen, in der man sich immer mehr zu Hause fühlt! (AB)

Titel bei Amazon.de: Saramee 08 – Die Grube

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Die Ankunft

Erstellt von Werner Karl am 13. Oktober 2009

die-ankunft1Martin Hoyer & Markus K. Korb
Die Ankunft
Saramee 7

Atlantis Verlag, Stolberg, 6/2005
PB, Fantasy
ISBN 9783936742695
Titelillustration und Karten von Chris Schlicht

www.atlantis-verlag.de
www.saramee.de
www.martin-hoyer.de
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Erstmalig weicht dieser Band von der Tradition ab, dass Redakteur Christoph Weidler das Entry bestreitet. Der Opener ist dieses Mal ein Auszug aus „Spuren im Meer“, verfasst von dem letzten Gouverneur des Küstenreiches Azachet – womit wohl eine neue „Saeamee“-Facette geschaffen werden soll. Ein weiteres Novum stellt das Autoren-Duo dar, welches diesen Band bestreitet.

Die Handlung beginnt mit der Ankunft der ‚Donnerkind’, die in der Hafenbucht der Stadt einläuft und einen Charakter aus den Vorbänden nach Saramee bringt: Ralec, der Honorarkonsul in Begleitung seines Adjutanten Tarun, ausgesandt von seiner Majestät Lukoan, dem Herrscher des Westlichen Imperiums. Ralec soll das Gesuch seines Gebieters überbringen, eine diplomatische Vertretung in Saramee zu errichten, um die Beziehungen zwischen den beiden Völkern zu verbessern. Vennas, der Ratsherr, begrüßt mit einer Delegation Ralec, und sie begegnen ihm als Nicht-Menschen distanziert und akzeptieren ihn nicht vollends als Würdenträger. Ralec wiederum bemerkt, dass ihn ein Mann beobachtet. Er schickt Tarun aus, um den Fremden zu beschatten.

Auch Kronn, der Söldner, taucht wieder im Geschehen auf, und es wird bald klar, dass er der Mann ist, der Ralec beobachtet hat. Kronn hat auch noch Jossef Akrikka, im Auge, einen der reichsten Sklavenhändler der Stadt, einen verfetteten Fleischberg, der von seinen Sklaven herumgetragen wird und dem man nachsagt, dass er an dem Komplott mit dem Alten Volk beteiligt ist. Kronn beschließt, diesem Komplott auf die Spur zu gehen, um Beweise zu sammeln, und hält sich zuerst an Garakkas Mott, der rechten Hand von Akrikka, und dringt in das Haus des Sklavenhändlers ein. Dort trifft er auf die schöne Sklavin Aureola, die ihm verrät, wo Akkrikas Schlafgemach liegt. Kronn belauscht ein geheimes Treffen zwischen Akkrika und einem Boten des Alten Volkes und erfährt etwas von einer geheimnisvollen Lieferung, die Akkrika im Dschungel zu erbringen hat.

Kronn und sein Kamerad Harrak begeben sich in den unterirdischen Felsendom mit dem Wasserbecken, aus dem Saramee den Großteil seines Trinkwassers bezieht. Dort beobachten die beiden Freunde Söldner und Sklaven von Akkrika mit der geforderten ‚Lieferung’. Was ist in den Kisten? Was erbringt Akkrika dem Alten Volk als Gegenleistung für die Vergiftung des sarameeischen Trinkwassers? Als Kronn und Harrak merken, dass auch die Sklaven geopfert werden sollen, greifen sie ein. Ralec hingegen tritt vor den Rat der Stadt, aber die Einrichtung eines Konsulats wird abgelehnt. Längst verfolgt Ralec eigene Pläne und schreckt auch nicht vor Mord zurück, um diese zu verwirklichen…

Die Stile der beiden Autoren fügen sich harmonisch ineinander. Es bleibt zu vermuten, dass Markus K. Korb den Handlungsstrang um Kronn weiterführt und Martin Hoyer den um Ralec bestreitet – womit „Saramee“ immer bildhafter und lebendiger für den Leser wird. Auch das Alte Volk nimmt ein wenig mehr an ‚Gestalt’ an. An den Romantext schließen sich die Kurz-Vitae der beiden Autoren an. Chris Schlicht drückte mit ihrem Covermotiv der Serie wieder ihren künstlerischen Fingerabdruck auf.

Fazit: Eine routiniert geschriebene weitere „Saramee“-Episode. (AB)

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Der Preis des Lebens

Erstellt von Werner Karl am 13. Oktober 2009

der-preis-des-lebensChristian Endres
Der Preis des Lebens
Lorn und Visco 1

Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2008
PB mit Klappbroschur, Fantasy
ISBN 9783941258044
Titelgestaltung und Vignetten von Thomas Kümmel

www.atlantis-verlag.de
www.christianendres.de
www.fantasyguide.de/300.0.html
www.fantasyguide.de/3430.0.html

Visco DeRául ist ein Vampir, der sich seine Opfer nach strikten Regeln aussucht: Nur die schönsten Frauen verlieren Blut und Leben an ihn, nachdem er zuvor mit ihnen die Nacht verbracht hat. Doch sowohl das Morden als auch sein Dasein als solches widern ihn an, und so beschließt er, sich einem riskanten Ritual zu unterwerfen. Ein Zauberer schafft es, Visco zumindest teilweise von seinem Vampirfluch zu befreien. Fortan muss er kein Blut mehr trinken und kann im hellen Sonnenschein überleben. Das Wichtigste für ihn ist aber, dass er nun tatsächlich ein Leben führt, das diese Bezeichnung auch verdient hat. Der Preis für dieses sterbliche Sein ist hoch…

Gerade in jener Nacht, als der Vampir geläutert wird, findet ihn sein Häscher: Lorn ist ein Jagam, ein Nachtjäger, der den finsteren Kreaturen den Kampf angesagt hat. Allerdings gehört Lorn nicht mehr zum Kirchenorden und führt ein einsames Leben, getrieben von dem Wunsch nach Rache. Der Zauberer verhindert, dass Visco getötet wird, und das Unglaubliche geschieht: Der einstige Vampir und der verstoßene Jagam ziehen gemeinsam durch die Lande, stolpern von einem Abenteuer in das nächste, immer auf der Suche nach Sinn, Erlösung und ein bisschen Geld für die Reisekasse.

Auch wenn der Autor noch kein Meister der Schriftstellerkunst ist, die Sprache deswegen stellenweise holpert, bietet dieser Kurzroman lesenswerte Unterhaltung. Die Anachronismen, die sich immer wieder in Dialoge und Erzähltext einschleichen, schaden dem Vergnügen nicht, auch die Adjektivflut ist verzeihlich. Wichtig ist und bleibt der Inhalt, und der ist angenehm. Die kurzen Episoden, die sowohl von den Abenteuern des ungewöhnlichen Duos erzählen als auch Hintergrundwissen zu der Vergangenheit der Helden vermitteln, lesen sich leicht, originell und halten die Spannung bis zuletzt aufrecht. Schön vor allem, dass nicht die üblichen Schubladen aufgezogen werden; Christian Endres hat einige interessante Ideen umsetzen können.

Die Charaktere sind gut angelegt. Sowohl Visco als auch Lorn besitzen Tiefgang und Persönlichkeit, ihre Gegner sind nicht einfach nur bösartige Monster. Die Geschichte endet offen, man darf sich also auf den nächsten Teil freuen und abwarten, ob Lorn seiner Rache näher kommen wird und ob die Freundschaft dieser beiden so gegensätzlichen Wesen Bestand haben wird. Ein interessanter Fantasy-Roman, der Appetit auf mehr macht! (alea)

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