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Das Janus-Elixier

Erstellt von Werner Karl am 6. Dezember 2009

das-janus-elixierSylke Brandt, Irene Salzmann, Dirk van den Boom
Das Janus-Elixier
Rettungskreuzer Ikarus Sammelband 3

(7: Netzvirus / 8: Das Janus-Elixier / 9: Seer’Tak City-Blues)
Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2008
PB, Science Fiction
ISBN 9783941258020
Titelillustration von Klaus G. Schimanski

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Die Ikarus 2 ist endlich fertig. Bevor die Crew ihr neues Schiff einweihen kann, überschlagen sich die Ereignisse auf Vortex Outpost. Zwei Ingenieure, die im Cyberspace für die Datenkontrolle verantwortlich sind, fallen ins Koma und können nicht mehr geweckt werden. Darius Weenderveen und sein ‚Ziehsohn’, der von ihm geschaffene Androide Arthur Trooid entschließen sich, das Bewusstsein der Koma-Patienten zu finden und linken sich über eine Schnittstelle ebenfalls ins System ein. Derweil häufen sich die Anzeichen, dass auf die Station ein Terrorangriff verübt werden soll.

Auf Cerios III herrscht eine Epidemie, die sich rasend schnell ausbreitet. Das Immun-System der Menschen versagt, und sie sterben. Je nach gesundheitlicher Verfassung geht es mal schneller oder langsamer von statten. Doch erst einmal muss der Auslöser der Krankheit gefunden werden. Der Rettungskreuzer Ikarus unter dem Kommando von Captain Sentenza bricht ins Cerios-System auf, um zu helfen. Doch die Lebensspender Inc. ist nicht unbedingt daran interessiert, dass die Krankheit in der Galaxis bekannt wird. Sie fürchten den Imageschaden. So staunt die Crew der Ikarus nicht schlecht, als sie ohne Vorwarnung ins Kreuzfeuer mehrerer Einheiten gerät. Doch auch hier findet die Besatzung einen Ausweg – nicht zuletzt dank der Hilfe ihres alten ‚Freundes’ Jason Knight und seiner telepathisch begabten Verbündeten, der Vizianerin Shilla.

Doch die Crew findet keine Ruhe. Da sie mutig und einsatzfreudig ist, schickt Sally McLennane die Ikarus auf eine weitere heikle Mission ins System der Seer’Tak-Ringsonne. Dort sind mehrere Agenten, Freunde, Bekannte und Mitarbeiter spurlos verschwunden. Nun soll die Crew eine Havarie vortäuschen, um sich dort umzusehen. Wie es der Zufall will, sind auch Jason Knight und Shilla im System anwesend. Werden sie wie schon so oft gemeinsam erfolgreich zusammenarbeiten – oder kocht doch lieber jeder sein eigenes Süppchen? Die Abenteuer der Ikarus-Crew lesen sich flüssig, und ein Abenteuer greift nahtlos ins andere über. Die lebendig geschriebene Geschichte lässt keine Langeweile aufkommen. Selbst wenn man die ersten Bände nicht gelesen hat, kommt man doch ganz gut mit, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind. Zwischendurch gibt es kleine Rückblicke, und häppchenweise werden die einzelnen Personen mit immer neuen Details beschrieben, so dass dem Leser diese schon nach kurzer Zeit ans Herz wachsen. Einige der interessantesten Protagonisten dürften Jason Knight und seine Freundin Shilla sein.

Es gibt leichte Parallelen zu Filmen wie „Star Trek“ oder „Matrix“. Zahlreiche andere kleine Hommagen an verschiedene Genres der Science Fiction und Fantasy lassen diese Geschichten zu etwas Besonderem werden. Den Autoren des „Rettungskreuzer Ikarus“ gelingt es, ein eigenes Universum zu erschaffen. Für alle Liebhaber von intelligenter Science Fiction sind diese Abenteuer ein großartiges Geschenk. Diese Storys sind für jedes Alter von 8 bis 80 Jahren empfehlenswert. Weiter so!

Petra Weddehage (PW)

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Das Janus-Elixier

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Alles bleibt anders

Erstellt von Werner Karl am 4. November 2009

alles-bleibt-andersSiegfried Langer
Alles bleibt anders

Atlantis Verlag, Stolberg, Originalausgabe: 12/2008
PB, Science Fiction
ISBN 9783936742954
Titelillustration von Timo Kümmel

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Der eng gesetzte Roman „Alles bleibt anders“ ist das Debüt von Siegfried Langer, mit dem sich der Autor gleichzeitig an zwei anspruchsvolle Themen wagt: zum einen an die Schilderung von Parallelwelten, zum anderen an die der Auswirkungen der Quantenphysik. Frank Miller findet sich unvermittelt in einer fremden Welt wieder. Der Ort ist Berlin, aber die Stadt ist nicht die, die er kennt. Er irrt durch die Straßen und kehrt dabei mehr oder minder zufällig an seinen früheren Wohnort zurück. Frank erfährt, dass er seit drei Jahren als tot gilt. Er sucht seine Mutter auf, seine ehemalige Verlobte, deren jetzigen Ehemann, der ein falsches Spiel mit ihm zu treiben scheint. Es ist das Jahr 2008, und die Wilhelminische Epoche in Deutschland dauert an.

Szenenwechsel: Frank Miller nimmt 2004 sein Studium an der Universität von Oxford auf, nach vier Jahren Dienst in der Wehrmacht. Die Nazis haben den Krieg gewonnen und auch England unterworfen. Frank trifft seine Jugendfreundin Karen Degner wieder, die ihn in den Kreis um Professor Robert Gothaer einführt. Gothaer hat eine sensationelle Entdeckung gemacht, und zwar die Existenz von Parallelwelten nachgewiesen, die bislang nur theoretisch postuliert wurden. Gothaer ist ein Gegner der Nazis. Er entwickelt den Plan, eine alternative Welt zu entdecken, in der die Nazis den Zweiten Weltkrieg nicht gewonnen haben, und seine Welt durch eine Zeitreise entsprechend zu verändern.

Siegfried Langer gelingen sehr authentische Schilderungen seiner Alternativwelten, sowohl der des Deutschen Kaiserreichs, das im 21. Jahrhundert noch existiert, als auch der nationalsozialistischen Albtraumwelt, die ebenfalls diese Epoche erreicht hat, mit ihren Gräueltaten, mit ihrer alle Lebensbereiche durchdringenden Ideologie und der allgegenwärtigen Verfolgung Oppositioneller, Andersdenkender und Andersartiger. Das Problem des Romans ist die Auslegung der Quantenphysik, d. h. der Quantenmechanik, durch den Autor. Immerhin erkennt Professor Gothaer, dass die Anzahl der alternativen Welten unendlich sein muss. Er kann aber nur einen begrenzten Teil der Parallelwelten anmessen, und diese haben alle ihren Ursprung in dem Tag, an dem er die erste Alternativwelt entdeckte. Doch Professor Gothaers Forschungen schreiten voran: Er findet zwei Zeitpunkte, von denen alternative historische Entwicklungen ausgehen. Einer ist der 05.06.1944, der Tag der Landung der Alliierten in der Normandie – in der Welt Frank Millers, Karin Degners und Professor Gothaers.

Das sind sehr freizügige Interpretationen, Da die Anzahl der verschiedenen Paralleluniversen unendlich ist, spalten sich in jedem Augenblick unendlich viele Alternativwelten von unserer ab. Es ist absurd abzunehmen, eine gewisse Anzahl von Paralleluniversen könnte auf der Abweichung eines historischen Faktes beruhen. Gegen Ende des Romans führt der Autor eine Wende in seiner Logik der Quantenmechanik durch (nach diversen Verwicklungen mit der Gestapo und einem Verräter, wodurch der erste Teil des Romans erklärt wird). Frank Miller und Professor Gothaer gelingt die Reise in die Vergangenheit, und sie können die Alliierten überzeugen, ihre Pläne in einem entscheidenden Punkt zu ändern. Nach ihrer Rückkehr sind sie sehr überrascht, ihre Welt unverändert vorzufinden, erkennen jedoch schnell die Wahrheit: Sie haben ‚nur’ ein weiteres Paralleluniversum erschaffen. (Was im Übrigen zahlreiche Zeitreiseromane und -storys des Genres ad absurdum führt.) Warum haben sie das nicht bereits zuvor erkannt?! Die Unendlichkeit der Alternativuniversen war ihnen doch klar!

In „Alles bleibt anders“ ist die Logik der Handlung mitunter sehr gebogen. Der Autor hätte das wohl nur vermeiden können, wenn er einen gänzlich anderen Konflikt etabliert hätte: Frank Miller, Karin Degner, Professor Gothaer sind in der Lage, in ihre ‚Resonanzkörper’ in den Parallelwelten einzudringen. Warum bleiben sie nicht in ihren Alter Egos, die in einer Welt leben, in der die Nazis besiegt wurden?! Was würde den Ausschlag geben?! Ihre Überzeugungen oder die Gewissheit, von den Nazis nicht mehr verfolgt zu werden?! (armö)

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Alles bleibt anders

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Saramee 08 – Die Grube

Erstellt von Werner Karl am 24. Oktober 2009

saramee-08-die-grubeChristian Endres
Saramee 08 – Die Grube

Atlantis Verlag, Stolberg, 4/2006
PB, Fantasy
ISBN
9783936742701
Titelillustration und Karten von Chris Schlicht

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Alinae, Tochter des reichen Salzhändlers Tisgo, arrogant und verwöhnt, beauftragt Argus Panoptes, einen angesehenen Ermittler, ihren verschwundenen Bruder Nitsua, den besten Schüler des Schwertkampfmeisters Dencan, zu suchen. Argus’ erster Weg führt ihn in das ‚Haus der Blüte’ (Bordell) und dort zu Candra, der Herrin des Hauses (dunkelhaarig, hat die besten Jahre bereits hinter sich, besitzt aber immer noch eine erotische Ausstrahlung). Candra fühlt sich in Argus’ Schuld, weil er einst ihre Schwester gerettet hat, und versorgt ihn seither mit Informationen. Doch auch sie weiß nichts über Nitsuas Verbleib.

Nitsua, der ‚der Löwe’ genannt wird, kämpft regelmäßig in der Grube der Schenke des Pajus’, der ein schlechtes Gewissen hat, weil er an den Kämpfen verdient. Seine Tochter Janim liebt Nitsua und hat ein Verhältnis mit ihm. Nitsua gewinnt jeden Kampf, verschont aber seine besiegten Gegner, was das Publikum, das jedes Mal den Tod der Unterlegenen fordert, immer unzufriedener stimmt. Nitsua wird von Harvas, dem Buchmacher, angesprochen. Dieser schlägt ihm einen Kampf gegen Cowax, einem seit einem halben Jahr ungeschlagenen Kämpfer, vor.

Derweil hat Candra Erkundigungen eingezogen und informiert Argus über Nitsua, in dem sie den Gesuchten vermutet. Von Janim wiederum erfährt Argus, dass Nitsuas Kampf gegen Cowax am Hafen stattfinden soll. Volgath ist der ominöse Veranstalter des ‚Festes’, bei dem der Kampf der beiden besten Grubenkämpfer der Stadt der Höhepunkt sein soll. In einem Lagerhaus spitzen sich die Geschehnisse dieses Serienbandes dann immer mehr zu. Und es stellen sich dem Leser Fragen: Wer ist Volgath, der sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt? Wird Nitsua den Kampf gewinnen? Trifft Argus zur rechten Zeit ein?

Im Anschluss an den Text gibt ein kurzes Glossar mit den Hauptcharakteren des Romans und einer hübschen Illustration von einer Raubkatze. Christian Endres und Chris Schlicht werden in Kurz-Vitae vorgestellt. Leider ist in diesem Band das Lektorat wieder beklagenswert. Neben den Fehlern, die sich durch den gesamten Text ziehen, gibt es z. B. auf Seite 12/13 einen dicken Fauxpas, sprich Teile eines Satzes sind doppelt. Das schmälert aber dennoch den Unterhaltungswert des Titels nicht, da Christian Endres seine Sache gut gemacht hat! Denn man verspürt Lust auf mehr, nach Lesen dieses Bandes. Und man will wissen wie es weitergeht.

Der achte Band bietet ein weiteres gelungenes Abenteuer aus „Saramee“, der Stadt der Verlorenen, in der man sich immer mehr zu Hause fühlt! (AB)

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Die Ankunft

Erstellt von Werner Karl am 13. Oktober 2009

die-ankunft1Martin Hoyer & Markus K. Korb
Die Ankunft
Saramee 7

Atlantis Verlag, Stolberg, 6/2005
PB, Fantasy
ISBN 9783936742695
Titelillustration und Karten von Chris Schlicht

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Erstmalig weicht dieser Band von der Tradition ab, dass Redakteur Christoph Weidler das Entry bestreitet. Der Opener ist dieses Mal ein Auszug aus „Spuren im Meer“, verfasst von dem letzten Gouverneur des Küstenreiches Azachet – womit wohl eine neue „Saeamee“-Facette geschaffen werden soll. Ein weiteres Novum stellt das Autoren-Duo dar, welches diesen Band bestreitet.

Die Handlung beginnt mit der Ankunft der ‚Donnerkind’, die in der Hafenbucht der Stadt einläuft und einen Charakter aus den Vorbänden nach Saramee bringt: Ralec, der Honorarkonsul in Begleitung seines Adjutanten Tarun, ausgesandt von seiner Majestät Lukoan, dem Herrscher des Westlichen Imperiums. Ralec soll das Gesuch seines Gebieters überbringen, eine diplomatische Vertretung in Saramee zu errichten, um die Beziehungen zwischen den beiden Völkern zu verbessern. Vennas, der Ratsherr, begrüßt mit einer Delegation Ralec, und sie begegnen ihm als Nicht-Menschen distanziert und akzeptieren ihn nicht vollends als Würdenträger. Ralec wiederum bemerkt, dass ihn ein Mann beobachtet. Er schickt Tarun aus, um den Fremden zu beschatten.

Auch Kronn, der Söldner, taucht wieder im Geschehen auf, und es wird bald klar, dass er der Mann ist, der Ralec beobachtet hat. Kronn hat auch noch Jossef Akrikka, im Auge, einen der reichsten Sklavenhändler der Stadt, einen verfetteten Fleischberg, der von seinen Sklaven herumgetragen wird und dem man nachsagt, dass er an dem Komplott mit dem Alten Volk beteiligt ist. Kronn beschließt, diesem Komplott auf die Spur zu gehen, um Beweise zu sammeln, und hält sich zuerst an Garakkas Mott, der rechten Hand von Akrikka, und dringt in das Haus des Sklavenhändlers ein. Dort trifft er auf die schöne Sklavin Aureola, die ihm verrät, wo Akkrikas Schlafgemach liegt. Kronn belauscht ein geheimes Treffen zwischen Akkrika und einem Boten des Alten Volkes und erfährt etwas von einer geheimnisvollen Lieferung, die Akkrika im Dschungel zu erbringen hat.

Kronn und sein Kamerad Harrak begeben sich in den unterirdischen Felsendom mit dem Wasserbecken, aus dem Saramee den Großteil seines Trinkwassers bezieht. Dort beobachten die beiden Freunde Söldner und Sklaven von Akkrika mit der geforderten ‚Lieferung’. Was ist in den Kisten? Was erbringt Akkrika dem Alten Volk als Gegenleistung für die Vergiftung des sarameeischen Trinkwassers? Als Kronn und Harrak merken, dass auch die Sklaven geopfert werden sollen, greifen sie ein. Ralec hingegen tritt vor den Rat der Stadt, aber die Einrichtung eines Konsulats wird abgelehnt. Längst verfolgt Ralec eigene Pläne und schreckt auch nicht vor Mord zurück, um diese zu verwirklichen…

Die Stile der beiden Autoren fügen sich harmonisch ineinander. Es bleibt zu vermuten, dass Markus K. Korb den Handlungsstrang um Kronn weiterführt und Martin Hoyer den um Ralec bestreitet – womit „Saramee“ immer bildhafter und lebendiger für den Leser wird. Auch das Alte Volk nimmt ein wenig mehr an ‚Gestalt’ an. An den Romantext schließen sich die Kurz-Vitae der beiden Autoren an. Chris Schlicht drückte mit ihrem Covermotiv der Serie wieder ihren künstlerischen Fingerabdruck auf.

Fazit: Eine routiniert geschriebene weitere „Saramee“-Episode. (AB)

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Der Preis des Lebens

Erstellt von Werner Karl am 13. Oktober 2009

der-preis-des-lebensChristian Endres
Der Preis des Lebens
Lorn und Visco 1

Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2008
PB mit Klappbroschur, Fantasy
ISBN 9783941258044
Titelgestaltung und Vignetten von Thomas Kümmel

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Visco DeRául ist ein Vampir, der sich seine Opfer nach strikten Regeln aussucht: Nur die schönsten Frauen verlieren Blut und Leben an ihn, nachdem er zuvor mit ihnen die Nacht verbracht hat. Doch sowohl das Morden als auch sein Dasein als solches widern ihn an, und so beschließt er, sich einem riskanten Ritual zu unterwerfen. Ein Zauberer schafft es, Visco zumindest teilweise von seinem Vampirfluch zu befreien. Fortan muss er kein Blut mehr trinken und kann im hellen Sonnenschein überleben. Das Wichtigste für ihn ist aber, dass er nun tatsächlich ein Leben führt, das diese Bezeichnung auch verdient hat. Der Preis für dieses sterbliche Sein ist hoch…

Gerade in jener Nacht, als der Vampir geläutert wird, findet ihn sein Häscher: Lorn ist ein Jagam, ein Nachtjäger, der den finsteren Kreaturen den Kampf angesagt hat. Allerdings gehört Lorn nicht mehr zum Kirchenorden und führt ein einsames Leben, getrieben von dem Wunsch nach Rache. Der Zauberer verhindert, dass Visco getötet wird, und das Unglaubliche geschieht: Der einstige Vampir und der verstoßene Jagam ziehen gemeinsam durch die Lande, stolpern von einem Abenteuer in das nächste, immer auf der Suche nach Sinn, Erlösung und ein bisschen Geld für die Reisekasse.

Auch wenn der Autor noch kein Meister der Schriftstellerkunst ist, die Sprache deswegen stellenweise holpert, bietet dieser Kurzroman lesenswerte Unterhaltung. Die Anachronismen, die sich immer wieder in Dialoge und Erzähltext einschleichen, schaden dem Vergnügen nicht, auch die Adjektivflut ist verzeihlich. Wichtig ist und bleibt der Inhalt, und der ist angenehm. Die kurzen Episoden, die sowohl von den Abenteuern des ungewöhnlichen Duos erzählen als auch Hintergrundwissen zu der Vergangenheit der Helden vermitteln, lesen sich leicht, originell und halten die Spannung bis zuletzt aufrecht. Schön vor allem, dass nicht die üblichen Schubladen aufgezogen werden; Christian Endres hat einige interessante Ideen umsetzen können.

Die Charaktere sind gut angelegt. Sowohl Visco als auch Lorn besitzen Tiefgang und Persönlichkeit, ihre Gegner sind nicht einfach nur bösartige Monster. Die Geschichte endet offen, man darf sich also auf den nächsten Teil freuen und abwarten, ob Lorn seiner Rache näher kommen wird und ob die Freundschaft dieser beiden so gegensätzlichen Wesen Bestand haben wird. Ein interessanter Fantasy-Roman, der Appetit auf mehr macht! (alea)

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Schattenspiele

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Juli 2009

Michael Schmidt
Schattenspiele

Saramee 5
Atlantis Verlag, Stolberg, 5/2005
PB, Fantasy, 978-3-936742-55-8, 72/490
Titelillustration und Karten von Chris Schlicht

www.atlantis-verlag.de
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Nach bereits bestehender Tradition beginnt der Band mit der von Redakteur Christoph Weidler verfassten ‚Einleitung’ in der ‚Nassen Feder’. Dort gibt der Geschichtenerzähler Kara dem Wirt Morgan gegenüber eine Begebenheit zum Besten, in der sich ein Junge Fragen über das Schicksal und die Götter stellt.

Naarson ist jener Junge, Schuhmacherlehrling bei seinem Ziehvater Ponrolf Methader, aber da sind auch noch Gaarson, Naarsons Bruder und Mitglied des Kultes der Turas-Wächter, ferner Amata, das blonde, blauäugige Mädchen, das die ungleichen Brüder begehren. Und schon ist man mittendrin im Geschehen!

Enoch, Naarsons kleiner Mong, entwischt, und Naarson folgt dem possierlichen Tierchen in ein unterirdisches Höhlenlabyrinth, fühlt sich beobachtet, kann aber außer Schatten nichts entdecken – und findet einen magischen Stein, den er mitnimmt.

Der Plot dieses Serienromans dreht sich um drei magische Artefakte, die die einzelnen Handlungsstränge bestimmen, denn einige Bewohner und Gruppierungen von Saramee wollen eben jene Artefakte an sich bringen.

Balduin Baal, der Geldwechsler erwirbt von einem vogelgesichtigen Fremden das erste Artefakt: eine Münze (Rhad). Irrid versucht – auf Geheiß von Balduin –, von Arun Beran, dem Harus (oberster Richter der Stadt und Meister der Gelehrtengilde) etwas über die drei magischen Artefakte zu erfahren, die in der Lage sein sollen, das Alte Volk zu erwecken.

Arun Beran hat, wie die beiden Brüder, ein Auge auf Amata geworfen, über die der Leser wieder ein wenig mehr erfährt. Amata – kokett, freizügig gekleidet und provokant – ist im Besitz des zweiten Artefakts: der Ring (der auch in den vorherigen Bänden schon eine Rolle spielte).

Ragun, Naarsons Freund, entdeckt, dass der Junge eines der drei magischen Artefakte (drittes Artefakt = magischer Stein) besitzt. Da auch die Schattengilde, der Ragun gerne angehören möchte, die Artefakte haben will, verrät Ragun seinen Freund an sie, wird aber dann von seinem schlechten Gewissen geplagt, rettet Naarson, gesteht ihm alles und erzählt ihm von den drei Artefakten. Die beiden Jungen fassen den Plan, denjenigen von der Schattengilde, von denen sie verfolgt werden, in der ‚Nassen Feder’ eine Falle zu stellen. Doch sie werden auf dem Weg dorthin verfolgt.

Alle Fäden scheinen in der ‚Nassen Feder’ bei einem Kampf in der Grube (Kampfplatz für Gladiatoren) zusammenzufinden – und dort treffen die beiden auf ihn, den berühmtesten aller Schatten, der geheimnisvolle Nachtschatten… Ant, der Dunkle, der nur als Schatten zu sehen ist und dessen Gesicht niemand kennt, will ebenfalls an die drei Artefakte gelangen, um durch sie die Kontrolle über die ‚Portale’ zu bekommen. Somit wäre er der mächtigste Schatten…

So gieren mehrere Seiten nach den Artefakten und verfolgen jene, in deren Besitz die Objekte sind – eine rasante Episode nimmt ihren Lauf.

Michael Schmidt hat seine Sache gut gemacht! Er fügt in seiner neuen Handlung weitere Puzzleteile über Saramee und seine Bewohner ein und führt einige feine Fäden der Vorbände weiter. So erhalten die Charaktere immer mehr Profil, und allmählich fühlt man sich in der Stadt der Vertriebenen, auf ihren Märkten, in ihren Tavernen und Stuben heimisch – und wird mehr und mehr Bestandteil dessen.

Wie in jedem Band werden nach dem Romantext der Autor, die Künstlerin Chris Schlicht und Redakteur Chris Weidler vorgestellt. Chris Schlicht haucht der Serie mit ihrem Titelbild wieder ihre spezielle Note ein, nur das Lektorat könnte besser sein.

Fazit: Flott geschriebene Abenteuer-Phantastik um eine interessante Stadt und ihre Bewohner. Eine Serie, die wirklich unterhält und Lust auf mehr macht! (AB)

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Saramee 5: Schattenspiele

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Und morgen der ganze Weltenraum!

Erstellt von Detlef Hedderich am 13. März 2009

Stefan T. Pinternagel
Und morgen der ganze Weltenraum!

Atlantis Verlag, Stollberg, Nachdruck: 9/2007
PB, SF, 978-3-936742-79-4, 134/890
Titelillustration von Emmanuel Henné

www.atlantis-verlag.de
www.stefan-t-pinternagel.de/

„Und morgen der ganze Weltenraum!“ wurde erstmals in der Edition SOLAR-X veröffentlicht. Der Herausgeber der Edition SOLAR-X, Wilko Müller jr., wird im Nachwort als Lektor der Neuausgabe im Atlantis Verlag erwähnt.

1940 stürzt ein UFO auf dem Gebiet des Deutschen Reichs ab. Es war von dem Lichtdom des Nürnberger NSDAP-Parteitages 1938 angelockt und von der englischen Flugabwehr abgeschossen worden, weil der Pilot ein Hakenkreuz auf den Rumpf gemalt hatte (sic!). Bereits diese Passage macht deutlich, dass der Roman nicht sehr ernst gemeint ist… Die Nazis bringen das UFO in ihre Gewalt, kopieren es und unterjochen mit den nachgebauten Flugscheiben Europa und die übrige Welt.

1942 wird im Weltraum ein fremdes, mehrere hundert Meter durchmessendes Raumschiff geortet, das Kurs auf die Erde hält. Die Flugscheiben der Nazis steigen auf, um es abzufangen.

„Und morgen der ganze Weltenraum!“ ist weniger eine Satire auf den NS-Staat als vielmehr eine Parodie auf die UFO-‚Theorien’, die eine Unterstützung der Nationalsozialisten, aber auch der Alliierten im Zweiten Weltkrieg durch Außerirdische propagierten. Was selbst ohne das erklärende Nachwort erkennbar wäre: Stefan T. Pinternagels abgestürzte Aliens sind Naivlinge, die die Nazis widerstandslos an ihrer Technologie teilhaben lassen. Die nationalsozialistischen Protagonisten wiederum entpuppen sich als Schwule (was nicht diskriminierend ist, da auch Homosexuelle vom NS-Staat verfolgt wurden), Mörder, Feiglinge und Psychopathen. Die Handlung wird mit ihrem Fortschreiten stetig absurder.

Einige undurchdachte Details passen freilich auch nicht in den Rahmen einer Satire:

Mit einer Nachbauzeit von drei Monaten für die UFOs strapaziert der Autor sehr stark seine dramaturgische Freiheit, wenn man die Entwicklungszeiten realer militärischer Projekte (auch die der Nazis) als Maßstab nimmt. Die Handlung hätte durchaus funktioniert, wenn die Flugscheiben erst zwei oder drei Jahre nach dem Absturz der Außerirdischen verfügbar gewesen wären. Das große außerirdische Raumschiff hätte entsprechend später im Sonnensystem auftauchen können, nur die Bezugnahme auf diverse militärhistorische Ereignisse wäre nicht mehr möglich gewesen. Stefan T. Pinternagel verwechselt außerdem Taktik mit Strategie (Seite 66/67) und lässt einen SS-Mann von einem Wehrmachtsoffizier befördern (Seite 56).

Sowohl dem Autor als dem Lektor scheinen des Weiteren entgangen zu sein, dass zu Anfang des Romans von der Erde als ‚siebenter Planet’ (Seite 17) die Rede ist und in einem späteren Dialog ein abrupter Personen-, besser: Namenswechsel stattfindet (Seite 53/54), obwohl keine weitere Person die Szene verlässt oder betritt. Ebenso, dass der Verzicht auf eine Reihe von ‚und’-Konjunktionen den Lesefluss gefördert hätte. Der eher unbekannte, weil nur viermal vergebene Rang des ‚Oberstgruppenführers’ hat dagegen in der SS tatsächlich existiert.

Wenn man über die im Grunde überflüssigen, vermeidbaren Fehler hinwegsieht, bietet „Und morgen der ganze Weltenraum!“ eine vergnügliche Lektüre. Der Leser muss aber bereit sein zu akzeptieren, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur auch auf humoristische, ironische und satirische Art und Weise erfolgen kann. Denn das ist „Und morgen der ganze Weltenraum!“ auch, selbst wenn der Aufhänger für den Roman die einschlägigen UFO-‚Theorien’ waren und der Völkermord der Nazis ausgeklammert wurde (in dem Roman vernichten sie ‚nur’ kulturelle Stätten und Bauten, die nicht in ihr Weltbild passen).

„Und morgen der ganze Weltenraum!“ ist selbstverständlich nicht mit der bitterbösen Satire „Wenn das der Führer wüsste“ von Otto Basil (u. a. Moewig SFTB 3534, 1981), die ein von den Nazis beherrschtes, irrationales Nachkriegseuropa schildert, oder Philip K. Dicks Meisterwerk „Das Orakel vom Berge“ (u. a. Heyne TB 16411, 2004), in dem die USA zwischen den Deutschen und den Japanern aufgeteilt sind, vergleichbar. Diesen Romanen nachzueifern lag wohl nicht in den Absichten des Autors. Obwohl: Ein ernsthafter Roman, in dem eine Welt geschildert wird, die die Nazis mit Hilfe außerirdischer Technologie besiegte…?! (armö)

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Und morgen der ganze Weltenraum

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Die Verschwörer

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Irene Salzmann
Die Verschwörer

Rettungskreuzer Ikarus, 34
Atlantis Verlag, Stolberg, 5/2008
PB, SF, 978-3-936742-48-0, 132/690
Titelillustration von Ernst Wurdack

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www.wurdackverlag.de/

Die Invasion der Outsider steht bevor. Vortex Outpost wird nach und nach von Zivilisten geräumt, während weiterhin fieberhaft an der ultimativen Waffe gebaut wird. Captain Sentenza und seine Frau durchleben eine schwere Zeit – ihr ungeborener Sohn Freddy befindet sich in einem Stasisfeld; es ist ungewiss, ob sie ihn jemals in die Arme schließen können. Denn selbst, wenn die Bedrohung durch die Outsider abgewehrt werden kann, werden Sentenza und Sonja DiMersi vielleicht den Kampf nicht überleben.

Septimus Junius Cornelius befindet sich ebenfalls in einer Krise. Erstens gibt es nur noch pinkfarbene Haarbänder zu kaufen, und zweitens kommt Pakcheon nach Vortex Outpost. Er ist sich immer noch sehr unsicher in Bezug auf seine Gefühle für den Vizianer, fürchtet sich vor weiterem Klatsch…

Aber dennoch, er freut sich auf seinen Freund. Dann kommt jedoch die Ernüchterung: Pakcheon ist nicht nur distanziert, er reagiert regelrecht feindselig auf Cornelius, der von dieser Zurückweisung schwer getroffen ist. Der Telepath scheint ein vollkommen anderer Mann zu sein – hart, berechnend -, und umgibt sich ausgerechnet mit Cornelius’ politischen Gegnern.

Im Nexoversum kämpfen derweil Shilla und Jason Knight verzweifelt um ihr Überleben. Ihr Freund Taisho liegt nach wie vor im Koma, und das biologische Kampfschiff Celestine II erweist sich als schwierige Verbündete…

Gerade im Krieg sind Vertrauen und Freundschaft, Einigkeit und Frieden zwischen den Verbündeten elementar, doch natürlich sind dies die Werte, die als erstes verloren gehen. Die Botschafter aller vertretenen Welten der Allianz kämpfen nur für ihre eigenen Vorteile, und der Streit zwischen Pakcheon und Cornelius, der zu jeder anderen Zeit allenfalls ein amüsantes Gesprächsthema gewesen wäre, bedroht möglicherweise die Sicherheit aller. Es gibt Verräter, Verschwörer in den eigenen Reihen, und überall ist der lange Arm der Outsider spürbar.

Irene Salzmann schafft es ein weiteres Mal, Spannung, Emotionen, persönliches Drama und Humor so miteinander zu mischen, dass die Seiten sich ganz von allein drehen. Ihre brillanten Charaktere tragen die Geschichte, mit bildreicher Sprache erschafft sie dichte Szenerien. Man leidet mit den Helden, vor allem mit Cornelius, den es diesmal am härtesten trifft. Man watet mit Jason Knight und Shilla durch faulendes Gestrüpp. Man sucht, hofft und wartet auf die Lösung des Rätsels oder wenigstens Erlösung in irgendeiner Form.

Am Ende des Bandes weiß man zumindest ein wenig mehr, aber der Cliffhanger ist wirklich hart, die Geschichte endet offen, das Überleben einiger lieb gewonnener Charaktere hängt in der Schwebe. Fortsetzung und Erlösung gibt es dann in Band 35: „Kontakt“, ebenfalls von Irene Salzmann.

Fazit: Für jeden Anhänger des „Ikarus“-Universums ein Volltreffer! (alea)

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Rettungskreuzer Ikarus 34: Die Verschwörer

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