Blanvalet

Kalt wie Blut

Während einer Kältewelle sterben zwei Männer auf bizarre Weise. Ein misstrauischer Reporter glaubt nicht an Zufall und enthüllt nicht nur eine mörderische Intrige, sondern muss auch noch feststellen, dass er selbst darin verwickelt ist … – Sehr britischer Krimi der modernen Art, d. h. unter Einsatz diverser ablenkender „red herrings“ geplottet, mit gesellschaftskritischen Untertönen ausgestattet und mit zwar intensiven Seifenoper-Elementen versehen, die aber durch trockenen Humor und einen gesunden Sinn fürs Absurde angenehm gemildert werden; anders ausgedrückt: Lektürevergnügen für den leicht gehobenen aber nie behaupteten Anspruch.

Ein Dorf zum Verlieben

Wanda ist Yogalehrerin und lebt seit ihrer Kindheit in Osterbüren, dem Dorf, in dem sie sich einst in den jungen Richard verliebte, der dann plötzlich fortzog und an dem ihr Herz immer noch hängt, obwohl sie nie wieder etwas von ihm gehört hat. Richard ist Arzt, lebt in München und steht dank seiner Verlobten Janine und deren bekanntem Vater vor einer großen Karriere als Schönheitschrirurg. Als er aber an seiner alten Universität einen Aushang des Dorfarztes von Osterbüren für eine Urlaubsvertretung und einen Nachfolger entdeckt, werden alte Heimatgefühle in ihm wach.

Tod im Moor

In der englischen Provinz tauchen die bizarr zugerichteten Leichen nie gefasster Krimineller auf. Ein vom Leben gebeutelter Journalist und ein überforderter Polizeibeamter stoßen auf die Spur eines alten, nie geklärten Verbrechens, das zu neuem, gewalttätigem Leben erwacht … – Ausgezeichnetes Krimi-Debüt eines neuen Autoren; spannend und düster aber mit trockenem Witz erzählt und mit sympathischen, einprägsamen Figuren besetzt: ein Lese-Spaß ohne gravierende Einschränkungen.

Der Sommer der Sternschnuppen

Grace Hammond hat großes schriftstellerisches Talent, konnte dies in ihrem Leben aber bislang nicht nutzen. So hat sie es nur zu einem Job geschafft, in dem sie Übersetzungen auf stilistische Fehler überprüft und entsprechend korrigiert. Doch dann verliert sie Job, Freund und vorübergehend auch die Wohnung und sieht zunächst einmal nur den Ausweg der Stadt vorerst den Rücken zu kehren und in ihre alte Heimat nach Dorset zu gehen um bei den Eltern Unterschlupf zu suchen. In Dorset scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

Die Gerechte

Der reiche Unternehmer Ted wartet in der Flughafenbar auf seinen verspäteten Rückflug nach Boston.
Eine junge hübsche Frau setzt sich zu ihm und beginnt mit ihm eine Unterhaltung. Nach einigen Drinks erzählt Ted ihr von allen seinen Sorgen, die ihn beschäftigen, insbesondere dass seine Frau Miranda ihn betrügt. Sie lassen ein Haus an der Küste errichten und Miranda leitet den Neubau. Sie verbringt sehr viel Zeit dort und hat ein Verhältnis mit dem beauftragten Bauunternehmer. Fast im Scherz äußert Ted den Wunsch, seine Frau dafür umbringen zu können. Seiner neue Bekanntschaft Lily scheint dieser Ausbruch jedoch keinesfalls abwegig …

Das Teufelsspiel

Hartnäckig und höchst einfallsreich verfolgt ein Mietkiller eine junge Schülerin, die einem historischen Rätsel von hoher politischer Brisanz auf die Spur gekommen zu sein scheint, und liefert sich ein mörderisches Wettrennen mit einem genialen aber körperbehinderten Detektiv … – Der sechste Lincoln Rhyme/Amelia Sachs-Thriller liefert die deavertypische Mischung aus rasanter Action und penibel geschilderter Ermittlungsarbeit im CSI-Stil. Gleich vier Finallösungen sollen Originalität erzwingen, doch der Leser bemerkt Unstimmigkeiten. Trotzdem gehört dieses kriminalistische Abenteuer zu den gelungeneren Bänden der Erfolgsserie.

Neun Tage und ein Jahr

Elsie weiß: Ben ist ihre große Liebe, und so sagt sie Ja, als er nur ein halbes Jahr nach der ersten Begegnung um ihre Hand anhält. Doch neun Tage nach der Hochzeit kommt Ben bei einem Unfall ums Leben. Erschüttert von ihrem Verlust steht Elsie im Krankenhaus Bens Mutter Susan gegenüber – die bisher nichts von ihrer Schwiegertochter wusste. Was mit einem Zusammentreffen voller Ablehnung beginnt, wird die beiden ungleichen Frauen für immer verändern. Autor Taylor Jenkins Reid wurde in Massachusetts geboren und studierte am Emerson College in Boston. Bevor sie ihren ersten Roman schrieb, war sie für verschiedene Zeitungen tätig. Sie lebt mit ihrem Mann in Los Angeles.

Tauchstation

Eine Forschungsexpedition stößt tief unter dem Grund der Tiefsee auf ein „vergessenes Reich“, das die hochtechnisierten und friedlichen aber erdmenschenfeindlichen „Interterraner“ bevölkern. Es kommt zum Konflikt, sodass die Besucher ihr Heil in der Flucht suchen müssen … – Die Mischung aus Abenteuer und (wissenschaftlichem) Thriller ist ein Desaster und inhaltlich Robin Cooks Offenbarungseid als Schriftsteller: ein Buch, dessen Manuskript eigentlich eingestampft gehört aber möglicherweise aufgrund bestehender Verträge veröffentlicht werden musste.

In der Schwebe

Als in einer um die Erde kreisenden Raumstation versehentlich Mikroorganismen freikommen, erweisen sie sich als mutiert und lebensgefährlich. Während an Bord fieberhaft nach einem Gegenmittel gesucht wird, werden ‚unten‘ schon Raketen in Stellung gebracht … – Schwammige Mischung aus (Medizin-) Thriller und Science Fiction, wobei ersterer unter zu vielen zwischenmenschlichen Problemchen und letzte unter sichtlicher Genre-Unsicherheiten leidet: wohl eher ein Werk für die Leser/innen von „Lady-Thrillern“.

Anders

Für die niederländische Familie Meester ändert sich von heute auf morgen das ganze Leben, als der Sohn Sander im Alter von 11 Jahren auf einer Ferienfreizeit spurlos verschwindet. Während sein Freund Maarten tot aufgefunden wird, verliert sich Sanders Spur. Sechs Jahre später meldet sich auf einer deutschen Polizeiwache ein junger Mann, der vorgibt Sander zu sein. Die Mutter Alma ist überglücklich, die Schwester Iris verwirrt und misstrauisch, aber alles deutet darauf hin, dass tatsächlich Sander zurückgekehrt ist. Fortan lebt er mit in der Familie, die sich seit seinem Verschwinden stark verändert hat. Alma und ihr Mann Linc haben sich getrennt, Iris ist ausgezogen, bleibt aber nun vorerst gemeinsam mit Mutter Alma und Sander im Elternhaus …