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neuauflage

Holmes und der Kannibale

Erstellt von Michael Drewniok am 6. September 2011

Roman Sander (Hg.)
Holmes und der Kannibale

(sfbentry)
Originalausgabe = dt. Erstausgabe (Paperback): Juni 2005 (Blitz Verlag/Sherlock Holmes Criminal Bibliothek 2)
189 S.
Übersetzer: Martin Baresch, J. Eden
ISBN-13: 978-3-89840-212-5

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Inhalt

Fünf moderne Erzählungen um das klassische Gespann Sherlock Holmes und Dr. Watson:

- Gary Lovisi: Holmes und der Kannibale (The Loss of the British Bark Sophy Anderson, 1992), S. 7-57: Im winterlichen London des Jahres 1887 verfolgen Holmes & Watson einen Menschen fressenden Serienmörder, der als Schiffbrüchiger auf den Geschmack gekommen ist.

- Gary Lovisi: Mycrofts großes Spiel (Mycroft’s Great Game, 2003), S. 59-95: Im Frühjahr des Jahres 1891 sieht sich Mycroft Holmes zum Wohle des britischen Empire gezwungen, seinen Bruder Sherlock auf eine falsche Fährte zu locken, die diesen ausgerechnet in die Arme seiner Erzfeinde laufen lässt.

- Barrie Roberts: Das Rätsel des Addleton-Fluches (The Mystery of the Addleton Curse, 1997), S. 97-129: Ein altes Grab birgt ein wahrlich strahlendes Geheimnis, das Unglück und Tod über den bringt, der es aufzudecken wagt; erst Sherlock Holmes, der nicht an das Übernatürliche glaubt, kommt dem Rätsel auf die Spur.

- Martin Baresch: Das späte Geständnis im Mordfall Mary Watson (2003), S. 131-157: Im Frühsommer des Jahres 1912 wird Sherlock Holmes in seinem Altersruhesitz in Sussex von der lange verdrängten Wahrheit überfallen, dass die Mary, die geliebte Gattin seines Gefährten Dr. Watson von zwanzig Jahren einem Mord zum Opfer fiel, in den beide Freunde verwickelt sein könnten.

- Geoffrey Landis: Die einzigartigen Verhaltensmuster der Wespen (The Singular Habits of Wasps, 1994), S. 159-186: Im Frühjahr 1888 treibt in den Gassen von Whitechapel Jack the Ripper sein Unwesen, den Sherlock Holmes als wahrlich unmenschliche Geißel der Menschheit entlarvt.

(Storynachweis: S. 187; Die Autoren: S. 188/89)

Sherlock Holmes reloaded

Arthur Conan Doyle hätte sich gewundert – und geärgert. In einer der hier versammelten ‚neuen‘ Geschichten lässt ihn der Verfasser persönlich auftreten und erklären, ihm seien seine historischen Werke stets wichtiger gewesen als die Holmes-Storys, die er eher als (einträgliche) Gedankenspielereien betrachte. Dies entspricht der Wirklichkeit, doch leider (oder glücklicherweise) war und ist das Publikum störrisch und urteilt nach eigenem Ermessen. So liest heute kaum mehr jemand Doyles Lieblingsbücher, während Sherlock Holmes triumphiert.

Er ist ohnehin auf seinen geistigen Vater schon lange nicht mehr angewiesen. Noch zu Doyles Lebzeiten entstanden die ersten Holmes-Pastichés im Stil des Meisters. Nach 1930 nahm deren Zahl beständig zu. Doyles Geschichten vom Meisterdetektiv sind formal wie inhaltlich recht einfach strukturiert und leicht nachzuahmen (oder zu parodieren). Ehrfürchtig oder spottlustig versuchten sich auf der ganzen Welt Autoren an Sherlock Holmes. Bemerkenswertes und Eigenartiges entstand dabei – Holmes-Geschichten, die das Original übertrafen, es geschickt oder plump imitierten, mit ihm spielten und den starren Formeln neues Leben einhauchten.

Nur keine falsche Ehrfurcht vor dem Original!

In „Holmes und der Kannibale“ finden wir sämtliche Varianten. Gary Lovisi belegt mit den beiden ersten Storys das Wider und Für einer Holmes-Nachschöpfung. Die Titelgeschichte ist Doyle pur: die fast ängstliche Rekonstruktion einer Erzählung à la „Der Vampir von Sussex“, die Holmes auf das (vermeintlich) Übernatürliche, auf jeden Fall aber viktorianisch Erschröckliche treffen lassen. „Holmes und der Kannibale“ soll wirken wie Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben. Ob dies Lovisi, dem Verfasser, gelungen ist, muss offen bleiben. Der Übersetzer war seiner Aufgabe jedenfalls nur zum Teil gewachsen – das Bemühen ums nostalgisch Altmodische bleibt allzu spürbar in der steifen Mischung aus Altem und Neuem.

Lovisi selbst belegt, wie man es besser macht: „Mycrofts großes Spiel“, einerseits die flotte und gelungene Neuinterpretation einiger zentraler Holmes-Klassiker, ist andererseits keine Geschichte, die Doyle selbst hätte schreiben können und wollen. Sie entstand in wissender Rückschau auf die historischen Verhältnisse um 1890. Doyle hätte Mycroft niemals als skrupellosen Zweckpolitiker dargestellt, der planmäßig illegale und unehrenhafte Methoden zur Sicherung des Empires einsetzt und sogar seinen Bruder betrügt. Doyle glaubte fest an die Rechtmäßigkeit des Systems (dessen Schattenseiten ihm freilich nicht fremd waren).

Ungewohnte Töne im Holmes-Kanon

Außerdem hielt sich Doyle an einen strengen moralischen Kodex. Nicht von ungefähr ließ er Holmes nie gegen Jack the Ripper antreten, obwohl die beiden schließlich Zeitgenossen waren. Dies blieb Doyles Nachfolgern überlassen. In diesem Band ist es Geoffrey Landis, der sich des Ripper-Motivs bedient – freilich auf recht unerwartete Weise. (Michael Dibdin zeigte da 1978 weniger Zurückhaltung und identifizierte in „The Last Sherlock Holmes Story“ – dt. „Der letzte Sherlock-Holmes-Roman“ – den völlig wahnsinnig gewordenen Meisterdetektiv selbst als Ripper …)

Auch „Das Rätsel des Addleton-Fluches“ würde ohne die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft als Story nicht funktionieren. Der Leser der Jetztzeit kennt schon nach wenigen Seiten die Lösung des Rätsels. Nun liegt der eigentliche Reiz darin zu beobachten, wie Sherlock Holmes in Unkenntnis der Fakten die Indizien zu einem Bild zusammensetzt, das ihn nachvollziehbar logisch darauf schließen lässt, was sich in dem alten Grab verbirgt. Darüber hinaus wartet „Das Rätsel des Addleton-Fluches“ mit einer hübschen Schaueratmosphäre in winterlicher Mooreinöde auf, die schon den „Hund der Baskervilles“ eindrucksvoll zur Geltung brachte.

Meisterdetektiv in erstaunlichen Begegnungen

Mit Martin Baresch (der auch zwei der hier besprochenen Geschichten übersetzte) versuchte sich ein deutscher Autor an Sherlock Holmes. „Das späte Geständnis im Mordfall Mary Watson“ kann sich sehen bzw. lesen lassen, auch wenn die Auflösung der (unnötig) kompliziert verschachtelten Handlung nur bedingt gerecht wird. Schon die Prämisse stimmt nachdenklich: Ausgerechnet Sherlock Holmes soll einen Nervenschock erlitten haben, der sich erst nach zwei Jahrzehnten zu lösen beginnt? Zwar geht es um den Mord an Watsons Ehefrau, den unter anderen Verdächtigen auch Holmes selbst begangen haben könnte. Dennoch ist ihm in seiner wechselvollen Karriere wesentlich Schlimmeres ohne gravierende Folgen zugestoßen. Mycroft Holmes und Arthur Conan Doyle werden eher schlecht als recht in den Plot gezwungen. Und schließlich: Ist Watson wirklich so tumb, dass er sich beim Anblick seiner von Bienen zerstochenen Gattin mit der Diagnose „Lungenkollaps“ zufrieden gegeben hätte?

Geoffrey Landis lässt jede Ehrfurcht vor den alten Formen fahren. „Die einzigartigen Verhaltensmuster der Wespen“ ist pure Spielerei, welche die Regeln der kriminalistischen Deduktion außen vor lässt und Holmes & Watson in eine Science-Fiction-Invasion außerirdischer „Schlupfwespen“ geraten lässt. Bei der wilden, blutigen Jagd, in der Holmes unfreiwillig die Rolle von Jack the Ripper übernehmen muss, werden unsere Helden von einem angehenden jungen Schriftsteller namens H. G. Wells unterstützt, der seine Erfahrungen 1897 in einen Romanbestseller namens „Krieg der Welten“ einfließen lassen wird – ein hübscher Gag am Rande, der die pseudohistorische Relevanz, die vielen Neo-Doyles sehr wichtig ist, zusätzlich ad absurdum führt.

Anmerkung

Normalerweise versorgt der Blitz Verlag ein einschlägiges Publikum mit SF- und Horrortrash, Zwischen diesem liebenswerten Unfug verstecken sich einige Reihen, die nicht nur anspruchsvoller wirken, sondern es sogar sind. Die „Sherlock Holmes Criminal Bibliothek“ bzw. „Sherlock Holmes Hardcover“ präsentieren ausschließlich neue Holmes-Romane und Story-Sammlungen. Das Layout ist hübsch nostalgisch, der Kaufpreis beläuft günstig. Unter diesen Umständen kann der Sherlock-Holmes-Fan praktisch nichts falsch machen, wenn er hier zugreift.

[md]

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Gargoyle

Erstellt von Werner Karl am 11. August 2011

Susanne Wilhelm
Gargoyle
Dan Schockers Larry Brent – Neue Fälle: Die geheimen X-Akten der PSA 4

(sfbentry)
BLITZ-Verlag, Windeck, 03/2011
HC mit Schutzumschlag
Mystery, Horror
ISBN 978-3-8984-0317-7
Titelgestaltung von Mark Freier unter Verwendung einer Illustration von Rudolf Sieber-Lonati
Illustrationen im Innenteil von Ralph G. Kretschmann

www.BLITZ-Verlag.de
www.freierstein.de/
www.rs-lonati.de/
www.ralph-kretschmann.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
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In Rouen, Frankreich, geschehen grauenvolle Dinge. Kleine, fliegende Monster, Drachen nicht unähnlich, dringen in Häuser ein und entführen Kinder. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Und auch Larry Brent und sein Kollege Iwan Kunaritschew – alias X-RAY 3 und X-RAY 7 – wissen erst einmal nicht weiter. Hängen die Entführungen und Sichtungen der Bestien mit dem Verschwinden von Gargoyles zusammen, die eigentlich am Turm der Kirche befestigt sein sollten?

Larry macht eine besorgniserregende Entdeckung. Aber bevor er der Sache auf den Grund gehen kann, wird auf ihn geschossen. Offenbar hat auch eine zweite, ihm noch unbekannte Gruppe ein Interesse an den fliegenden Ungeheuern. Wer sind sie, was wollen sie – und vor allem: Wie können er und sein Kollege das Grauen stoppen?

Nach dem voll gepackten Roman von Christian Montillon ist es diesmal Susanne Wilhelm, die der berühmten Figur von Dan Shocker Leben einhaucht. Und sie macht das durchaus gekonnt, auch wenn sie den Roman anders angeht als ihr Vorgänger. Sie lässt sich mehr Zeit für Beschreibungen, ohne dabei aber Plot und Spannung aus den Augen zu verlieren. Es ist ein anderes ‚Lesegefühl„, nicht aber ein schlechteres. Die Story kommt durchdacht daher, die Beschreibungen der Gargoyles sind gut.

Der Plot weist keine Längen auf und wird flott erzählt. Schon die ersten Seiten ziehen einen in die Geschichte hinein. Zudem hat die Autorin auch einige Wendungen eingebaut, so dass die Story nicht als vorhersehbar abgestempelt werden kann. Gleichzeitig weist auch dieser Roman den modernen, zeitgemäßen Touch auf, den die neuen Bände der Serie auszeichnen. Auch sind die Ereignisse aus den Vorgängerbänden nicht vergessen, so dass der Leser durchaus das Gefühl hat, hier in einen kleinen Serien-Kosmos eintauchen zu können – selbst dann, wenn er die Klassik-Bände nicht kennt. Und das dürfte für jeden Neueinsteiger ein wichtiger Punkt sein.

Die Verarbeitung des Buchs ist wie immer anstandslos. Dank Schutzumschlag und Klaue auf dem Rücken macht sich das Buch gut im Regel, vor allem zwischen seinen Vorgängern und kommenden Nachfolgern … Susanne Wilhelm liefert mit „Gargoyle“ moderne, solide, spannende Unterhaltung. Ein Roman, der die Serie gekonnt fortsetzt und ohne Schwächen daherkommt.

Copyright © 2011 Gunter Arentzen (GA)

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Das Geheimnis des Geigers

Erstellt von Werner Karl am 19. Juni 2010

das-geheimnis-des-geigersAlisha Bionda (Hrsg.)
Das Geheimnis des Geigers

(sfbentry)
Sherlock Holmes Criminal Bibliothek 4
BLITZ Verlag, Windeck, 10/2006
PB, Mystery-Krimi-Anthologie
ISBN 978-3-89840-214-9
Titelbild von Mark Freier
Innenillustrationen von Andreas Gerdes

www.blitz-verlag.de
www.alisha-bionda.net/
www.freierstein.de
www.grafikdesigh-gerdes.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Siebzig Jahre nach dem Tod eines Autors ist sein Copyright auf eine literarische Figur ausgelaufen, es sei denn seinen Erben gelingt es irgendwie, eine Fristverlängerung zu erwirken oder aber dafür zu sorgen, dass jedem anderen Schriftsteller die Benutzung eines Hintergrunds oder einer Person vergällt wird. Da das bei „Sherlock Holmes“ von Sir Arthur Conan Doyle nicht der Fall ist, greifen seit Anfang des Jahrtausends immer wieder neue Autoren auf den Hintergrund zurück und schreiben weitere Geschichten um die Figur, die zweifelsohne mittlerweile in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Der scharfsinnige Detektiv mit der ausgeprägten Kombinationsgabe wurde zum Wegweiser für den Kriminalroman, und manch einem fällt es heute schwer zu glauben, dass Sherlock Holmes eigentlich nur eine literarische Person ist. Auch die Anthologie „Das Geheimnis des Geigers“ greift Themen, Figuren und Mythen aus dem Umkreis von Sherlock Holmes auf. Die insgesamt sechzehn Geschichten zeigen die Bandbreite dessen, was man mit dem Meisterdetektiv alles anstellen kann.

Andreas Gruber entführt mit „Glauben sie mir, mein Name ist Dr. Watson!“ in die Nähe des Phantastischen. Alles beginnt mit einem Mann, der verwirrt herumirrend in London aufgegriffen wird und behauptet, ein anerkannter Amerikaner namens Jack London zu sein. Doch weder Holmes noch Watson ist dieser Name geläufig, auch Nachforschungen ergeben nichts. Dennoch gehen sie der Sache nach und stoßen auf ein Geheimnis, das es in sich hat und einen von ihnen in größte Schwierigkeiten bringt. Auch „Die brennende Leiche“ von Markus Kastenholz nutzt ein Thema, dass eher dem Horror-Genre entlehnt scheint, als der Detektiv den Tod einer überraschend bis zur Unkenntlichkeit verkohlten Frau aufklären will. Eher klassisch ist die Geschichte „Der Henker“ von Christian Endes. Ein Mann wird erhängt in einem Lagerhaus vorgefunden. Da es überhaupt keine Spuren zu geben scheint, bittet Inspektor Lestrade Holmes um Hilfe, weil er sich eine mühevolle Suche ersparen will.

Ähnlich sieht es mit „Das Geheimnis des Geigers“ von Matthias Heyen aus, der Titel gebenden Geschichte. Ein bekannter russischer Musiker verletzt sich überraschend und muss das schon lange erwartete Konzert absagen. Der Meisterdetektiv nimmt den Vorfall genauer unter die Lupe, weil er sich geprellt fühlt, und entdeckt an einem winzigen Detail, dass ein Verbrechen vorliegt. „Ein Fall von Nekrophilie“ macht Holmes schwer zu schaffen. Stephan Peters zeichnet hier das Bild eines anderen Holmes, der nicht mehr länger der selbstsichere Zyniker und Logiker ist, sondern immer mehr unter Depressionen leidet und diese mit Kokain zu betäuben versucht. Ähnlich sieht es bei Arthur Gordon Wolfs „Die Blaue Taube“ aus. Auch sein Meisterdetektiv ist nicht länger die starke Figur der frühen Romane, die ihre Meinung selbstbewusst vertrat. Sein Holmes ist ein gebrochener und kraftloser Mann, dem der Ruhm schwer zu schaffen macht und der sich von seinem eigenen Ruf erdrückt fühlt, da er lange nicht so unfehlbar ist, wie die anderen glauben. Umso schwerer tut er sich dann mit dem Lösen eines simpel scheinenden Falls.

Dies sind nur einige der Erzählungen, die von durchweg guter bis ausgezeichneter Qualität sind und ein entspannendes Lesevergnügen für jeden Fan des Meisterdetektivs bieten. Die Autoren versuchen bewusst, Stil und Atmosphäre der Originalgeschichten zu bewahren; nur selten gibt es Brüche mit dem Bild, das Sir Arthur Conan Doyle geschaffen hat. Auch die Themen sind abwechslungsreich. Der eine lässt andere beliebte Figuren wie Professor Moriarty oder Irene Adler auftreten, der andere verlässt sich ganz auf dramatische und unvergessene Ereignisse der spätviktorianischen Epoche oder bewegt sich völlig frei in einem eigenen Universum. Heraus kommt eine Sammlung, die sich sehen lassen kann, da jeder Leser sicherlich mehr als nur eine Lieblingsgeschichte finden wird. Das macht „Das Geheimnis des Geigers“ zu einem Geheimtipp für alle Freunde des Meisterdetektivs, die von Sherlock Holmes, seinen Freunden und Feinden noch nicht genug bekommen können.

Copyright © 2008 by Christel Scheja (CS)

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Das Eulentor

Erstellt von Werner Karl am 25. Februar 2010

das-eulentorAndreas Gruber
Das Eulentor

Allgemeine Reihe Band 1
BLITZ-Verlag, Windeck, 11/2007
HC mit Schutzumschlag, Mystery/Horror
ISBN 9783898402736
Umschlaggestaltung und Illustration von Mark Freier

www.BLITZ-Verlag.de
www.agruber.com
www.freierstein.de

Der 1968 in Wien geborene Andreas Gruber lebt heute zusammen mit seiner Familie im niederösterreichischen Grillenberg. Er hat schon einige phantastische Romane veröffentlicht, die wie viele Werke Lovecrafts der düsteren Phantastik angehören und das Übernatürliche mit der Wissenschaft verbinden.

Im Winter 1911 reist eine aus dem deutschen Kartographen Hansen, dem Expeditionsleiter Berger und einer Handvoll Norwegern bestehende Mannschaft per Schiff in den hohen Norden, um die Grenzen der Arktis zu erkunden. Das Wagnis fordert schnell Opfer. Einer nach dem anderen stirbt durch die erbarmungslose Kälte, stürzt in bodenlose Gletscherspalten oder verschwindet in den heftigen Eisstürmen, welche die zerklüftete Landschaft aus Schnee und gefrorenem Wasser durchziehen.

Doch noch sind die Deutschen nicht bereit, den Kampf aufzugeben. Sie wollen die Kartografierung der Arktis zu Ende bringen. Kurz bevor es nicht mehr weiter geht, machen sie im ewigen Eis jedoch eine folgenschwere Entdeckung. Sie finden einen Schacht, der keinen Boden zu besitzen scheint und schnurgerade nach unten führt. Außerdem ist sein Umfang ein Vielfaches der Zahl Pi. Sie markieren den Ort und kehren zurück, als die Witterungsverhältnisse wieder besser sind. Dank neuer Geldgeber beginnen sie, den Schacht zu erforschen und wundern sich, dass er irgendwann nicht mehr den physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu entsprechen scheint. Und schließlich drängt sich der Verdacht auf, dass ihn weder Menschen noch die Natur geschaffen haben können. Doch als sie dem Geheimnis auf die Spur kommen, schlägt das Grauen gnadenlos zu.

Man merkt schon, dass Andreas Gruber mit seinem Roman Lovecraft’schen Traditionen folgt. Die Schilderungen erinnern an ähnliche Schilderungen des amerikanischen Autors aus der Antarktis, in denen er auch die Kälte und Einsamkeit, die Bösartigkeit der Natur und das unheimliche Wesen der Entdeckung hervorhob. Gruber nimmt sich sehr viel Zeit, die zentralen Figuren einzuführen und die Expeditionsteilnehmer zu dezimieren. Dabei bleiben trotz aller Beschreibungen selbst die Hauptpersonen sehr blass. Der phantastische Anteil der Geschichte ist eher gering und kommt erst zum Ende des Bandes hin zum Tragen.

Der Roman besitzt ohne Zweifel Atmosphäre, leider aber auch Längen, da das Buch am Anfang überhaupt nicht in die Gänge kommt und erst ab der Mitte in der Spannung und im Tempo anzieht Auch das Ende kommt nicht ganz so überraschend, wie man es sich erhofft, da es doch mehr eingefahrenen Mustern folgt. Wer Lovecraft mag, der wird auch „Das Eulentor“ genießen können. Allerdings sollte man keine all zu großen Ansprüche an Spannung und Charaktertiefe haben; beides findet man hier leider nicht.

Copyright © 2010 Petra Weddehage (PW)
 
Titel bei Amazon.de:
Das Eulentor

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Necrologio

Erstellt von Werner Karl am 18. Februar 2010

necrologioJörg Kleudgen (Hrsg.)
Necrologio

Deutsche Phantastik der Gegenwart 4
BLITZ-Verlag, Windeck, 1. Auflage: 11/2009
HC mit Schutzumschlag, Horror, Dark Fantasy
ISBN 9783898402859
Titelgestaltung von Mark Freier
Illustrationen von Jörg Kleudgen

www.blitz-verlag.de
www.freierstein.de

Edgar Allan Poes düstere Geschichten faszinieren bereits Generationen von Lesern. Jörg Kleudgen hat befreundete Autoren wie Christian von Aster und Heiko Haas gebeten, ihm Geschichten zu schreiben die in der Tradition der Edgar Allen Poe-Werke begründet sind. Er bezieht sich vor allem auf dessen Story „Der Untergang des Hauses Usher.“ Dabei sind sehr düstere Geschichten entstanden, die einem einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen.

Michael Knokes „Schattenlieder“ erzählt von einem jungen Adeligen, der an seiner Faszination für das Düstere und Morbide zugrunde geht und einem Freund ein grässliches Erbe hinterlässt. Walter Diociaiuti erzählt in „Necrologio“ von einer Band, die für ihren Erfolg weit mehr opfert, als ihren Mitgliedern bewusst ist. Solche und ähnliche Geschichten machen diese Anthologie zu einem einzigartigen Lesespaß. Die Autoren verbeugen sich vor dem großen Edgar Allen Poe und setzten ihm mit diesen wirklich außergewöhnlichen Erzählungen ein einzigartiges Denkmal.

Das Titelbild von Mark Freier veredelt diesen Band mit seinem düsteren Schutzumschlag, auf dem eine gruselige Gestalt zu sehen ist, noch einmal um ein Vielfaches. Die Licht und Schattenspiele des Covers bringen den dunklen Charakter dieses Buches hervorragend zur Geltung. Wer den Band besitzen möchte, sollte sich beeilen. Die exklusive Sammlerausgabe wurde auf 888 Exemplare limitiert. Für alle Fans düsterer und unglaublicher Geschichten im Stil von Edgar allen Poe ist diese Story-Sammlung ein absolutes must have.

Die grausigen Einzelheiten mit dem dieser Titel aufwartet sind allerdings nur bedingt für Jugendliche unter 18 Jahren geeignet. Ansonsten besitzt dieser außergewöhnliche Sammelband wirklich alles, was gute Phantastik ausmacht. Die Autoren hatten einen wahnsinnigen Spaß dabei, ihre Storys zu schreiben und mit den Ängsten, die in uns allen stecken, zu spielen. Alle Liebhaber düsterer Geschichten sollten sich diesen Band unbedingt zulegen. (2xPRT)

Copyright (C) 2010 by Petra Weddehage

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Necrologio

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Lars Müller
2.Vanessa Dangel
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Sherlock Holmes im Reich des Cthulhu

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Klaus-Peter Walter
Sherlock Holmes im Reich des Cthulhu

Blitz-Verlag, Windeck, 1/2008
HC, Krimi, Horror, Fantasy, 978-3-89840-274-3, 252/1795
Titelillustration von Mark Freier

www.BLITZ-verlag.de
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Seit das Copyright des Autors erloschen ist, taucht der berühmte Detektiv aus der Baker-Street immer wieder in Romanen und Kurzgeschichten auf, die nicht mehr viel mit den Originalerzählungen zu tun haben müssen.

Aber da einige seiner Romane durchaus das eine oder andere gruselige Element beinhalteten und in einer Zeit angesiedelt sind, in der Autoren besonders gerne Horror-Romane spielen lassen, bleibt es nicht aus, dass aus der Ikone des Krimi-Genres nun auch ein Held wird, der sich mit den übernatürlichen Schrecken der Unterwelt und des Bösen auseinander setzen muss.

Alles fängt damit an, dass ein Toter vor der Tür des Hauses, dass Sherlock Holmes noch immer bewohnt, gefunden wird und der auf seltsame Weise entstellt ist. Ein Journalist verfällt dem Wahnsinn, nachdem er eine Streichholzschachtel geöffnet hat, in dem angeblich ein abgetrenntes Fingerglied lag. Hängt es mit dem eingefrorenen Monster zusammen, das die Russen in einem abgelegenen Landstrich ihres Reiches gefunden haben?

Ein sechsbeiniger Laufapparat versetzt die Menschen in Sussex in Angst, und schließlich meldet sich bei dem Meisterdetektiv sogar ein Mann, der bis dahin für tot gehalten wurde. Nur um sich seinem Erzfeind Moriarty noch einmal zu stellen, nimmt Holmes den Auftrag an; er will herausfinden, was hinter der ganzen Sache steckt.

Schon bald erfährt er, dass ganz offensichtlich auch in anderen Ländern seltsame Dinge geschehen, die mit den Vorkommnissen in Verbindung stehen.
So ist der Forschungsreisende James Philimore verschwunden, hat aber in seinen Unterlagen das Foto eines grausigen Wesens hinterlassen, das nicht von dieser Welt stammt. Unbekannte versuchen, Marie Curie und ihrem Mann, die gerade erst den Nobelpreis erhalten haben, die Geheimnisse der Radioaktivität zu entreißen.

Hinter all dem scheint ein wahnsinniger Araber zu stecken, der die finsteren Götter aus ferner Vergangenheit wieder erwecken will, um die Erde zu zerstören. Und das ist etwas, das selbst ein zynischer Sherlock Holmes nicht zulassen kann und will. Deshalb nimmt er den Kampf gegen die uralten Schrecken auf.

Klaus-Peter Walter lässt es sich nicht nehmen, immer wieder Zeitgenossen von Sherlock Holmes zu nennen und auf andere Werke von Sir Arthur Conan Doyle oder der aus der phantastischen Weltliteratur zu verweisen. Selbst Edgar Wallace findet – wenn auch eher augenzwinkernd – Erwähnung.

Zunächst bewegt er sich in einem Rahmen, den viele andere Holmes-Erzählungen bereits abgesteckt haben – der Meisterdetektiv analysiert und kombiniert, wie man es gewohnt ist, danach gleitet das Werk allerdings immer mehr in phantastische Gefilde ab.

Die Charaktere sind immer weniger so, wie man sie kennt und werden für die Geschichte mehr oder minder zurecht gebogen; sie haben nicht mehr viel mit den Doyle’schen Figuren zu tun, was vor allem Fans des Meisterdetektivs übel aufstoßen dürfte. Trotz allen Schwächen in diesem Bereich ist der Roman leidlich spannend, actionreich und blutig, wie man es von Horror gewohnt ist.

Heraus kommt ein Roman, der sich leider nicht ganz entscheiden kann, was er sein will – eine Hommage an Sherlock Holmes oder eine an die Werke von H. P. Lovecraft. Denn beide Elemente kommen nicht ganz so zur Geltung, wie man es als Fan erwarten mag. Die Geschichte selbst bietet aber zumindest kurzweilige Unterhaltung, da die Fans von Action und Horror nicht zu kurz kommen. (CS)

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Sherlock Holmes im Reich des Cthulhu

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