Buchrezicenter.de

neuauflage

Der Glanz des Mondes

Erstellt von Werner Karl am 29. Juli 2011

Lian Hearn
Der Glanz des Mondes
Der Clan der Otori 3

Tales of the Otori – Book 3: Brilliance of the Moon, Australien, 2004
Ullstein Verlag, Berlin, 1. Auflage: 06/2007
© dt. Ausgabe: Carlsen Verlag, Hamburg, 2005
TB, Belletristik, historischer Roman, Fantasy
ISBN 978-3-548-26324-3
Aus dem Australischen von Salah Naoura
Titelgestaltung von Büro Hamburg unter Verwendung eines Motivs von Ellie Exarchos/Getty Images
Abbildung, Vignetten und Karte im Innenteil von N. N.

www.ullstein-taschenbuch.de
www.lianhearn.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Takeo Otori muss sich mit Verbündeten einlassen, die weit unter seinem Stand stehen, aber er hat keine Wahl, denn der Gegner ist sein eigener Clan, dessen Stärke die seiner Getreuen weit übersteigt. Zunächst ist ihm das Schlachtenglück hold, so dass er hoffen darf, seine Führungsansprüche durchzusetzen, dann jedoch wird, dank der Hilfe von Verrätern, seine Gemahlin Kaede Shirakawa von Lord Fujiwara, dem sie einst versprochen war, gefangen genommen und gezwungen, seine Frau zu werden.

Takeo kann es nicht wagen, Kaede zu befreien, denn ihre Schwestern wurden einem Kriegsherrn als Geiseln übergeben. Notgedrungen unterwirft er sich dessen Gnade, während einige seiner Gefolgsleute die Wirren eines Erdbebens nutzen, um Kaede zu retten. Plötzlich fängt das Haar den jungen Frau Feuer …

Obwohl „Der Glanz des Mondes“, der dritte Band aus der Reihe „Der Clan der Otori“, relativ in sich abgeschlossen ist, sollte man „Das Schwert in der Stille“ und „Der Pfad im Schnee“ gelesen haben, um mit der Geschichte der Hauptfiguren und den vielen Nebencharakteren vertraut zu sein. Regelmäßig wird Bezug auf Vergangenes genommen, dessen Auswirkungen jetzt unmittelbar spürbar sind oder bereits einen Schatten auf die Zukunft werfen, die in „Der Ruf des Reihers“ (Bd. 4) geschildert wird. Zudem wurde ein Prolog, „Die Weite des Himmels“ (Bd. 0), der Geschichte voran gestellt.

Interessiert man sich für das historische Japan und nimmt vage Fantasy-Elemente nicht übel, bekommt man mit „Der Clan der Otori“ eine fünfteilige spannende Saga, die durchaus mit James Clavells „Shogun“ vergleichbar ist. Neben den persönlichen Dramen wird auch den Kämpfen und Intrigen viel Platz eingeräumt, und regelmäßig verlieren Personen, die Takeo und Kaede nahe stehen, ihr Leben. Auch die Hauptakteure bleiben nicht ungeschoren, wodurch die Handlung äußerst realistisch wirkt.

Die Autorin beschreibt in einem angenehmen Stil die Geschehnisse aus Takeos Perspektive bzw. als neutrale Erzählerin, wenn die Handlungsebene an andere Orte zu den übrigen Figuren wechselt. Man kann sich leicht mit ihm und den anderen sympathischen Figuren identifizieren, die Kinder ihrer Zeit sind, sich verhalten, wie man es von ihnen erwartet, mitunter aber auch moderne Ansichten vertreten, die mit ihrer besonderen Erziehung begründet werden. „Der Clan der Otori“ ist eine faszinierende Saga, die Einblicke in die Kultur des mittelalterlichen Japans gewährt, aufgepeppt durch einige phantastische Elemente. Die Freunde des historischen Romans werden bestens unterhalten, und auch die Manga-Fans, deren Interessen sich nicht nur auf Comics aus Fernost beschränken, sollten der Serie eine Chance geben.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Belletristik, Fantasy, Historisch | Keine Kommentare »

Tam Lin – Im Bann der Elfen

Erstellt von Werner Karl am 27. Juli 2011

Janet McNaughton
Tam Lin – Im Bann der Elfen

(sfbentry)
An Earthly Knight, USA, 2003
Carlsen Verlag, Hamburg, 12/2010, © dt. Ausgabe: Patmos Verlag, Mannheim, 2005
TB, Jugendbuch, History, Fantasy, Romance
ISBN 978-3-551-37588-9
Aus dem Amerikanischen von Petra Koob-Pawis
Titelgestaltung von formlabor unter Verwendung eines Motivs von iStockphoto.com/© Thomas Brill
Autorenfoto von N. N.

www.carlsen.de
www.janetmcnaughton.ca/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Durch ihre Liaison mit dem Ritter Bleddri brachte Isabel Schande über ihre Familie und will sich in ein Kloster zurückziehen. In Folge wird nun ihre jüngere Schwester Jenny in die nutzbringenden Heiratspläne ihres Vaters einbezogen. Sie kommt einer Einladung an den Hof von Earl William, den Bruder des jungen Königs, nach, kann aber keinen großen Eindruck auf ihn machen. Viel mehr interessiert der Earl sich für die hübsche Magd, die Jenny beim Singen und Tanzen begleitet. Trotzdem darf sie – zusammen mit anderen jungen Mädchen, die vermählt werden sollen – nach Roxburg reisen. Der geheimnisvolle Ritter Tam Lin, der sich auf Carter Hall herumtreibt, dem Anwesen, das einst seiner Familie gehörte, nun aber Jennys Mitgift ist, schenkt ihr ein wunderbares Kleid (Covermotiv!), damit sie sich nicht neben ihren vermögenden Konkurrentinnen schämen muss.

Zu ihrer Überraschung zieht Jenny in diesem Gewand nicht nur die begehrlichen Blicke des Earls, sondern auch die des Königs und anderer Ritter auf sich. Einerseits fühlt sie sich geschmeichelt, andererseits aber auch beschämt, als ihr klar wird, dass ihr Kleid Blendwerk ist – Elfenzauber. Also stimmt es, was man munkelt: Tam Lin wurde als Kind von den Elfen geholt und ist kein richtiger Mensch mehr. Eigentlich will sie ihm nach ihrer Rückkehr Vorwürfe machen, aber längst hat sie sich in ihn verliebt und sieht der Vermählung mit dem egoistischen William, die ihren Vater in hohe Schulden stürzen wird, mit Grauen entgegen. Wenigstens einmal möchte Jenny in den Armen eines Mannes liegen, den sie selber erwählte und der ihre Gefühle teilt. Ohne an das bittere Schicksal ihrer Schwester zu denken, gibt sie sich Tam Lin hin und wird prompt schwanger.

Jenny muss sich entscheiden: Entweder heiratet sie den Earl, der jedoch keinerlei Eile hat und ihr Geheimnis zweifellos entdecken wird, oder sie findet einen Weg, Tam Lin von seinem Fluch zu erlösen, selbst wenn der Preis ihres und das Leben ihres ungeborenen Kindes sein sollte …

Die Kanadierin Janet McNaughton hat mit „Tam Lin“ ein spannendes Jugendbuch verfasst, welches auch das reifere Publikum anspricht, das Freude an dem Mix aus historischem Roman, märchenhafter Fantasy und Romantik hat. Es gelingt der Autorin vortrefflich, die Protagonisten als Kinder ihrer Zeit (Schottland um 1100) zu beschreiben: Jeder Mensch hat seinen bestimmten Platz in der strengen Hierarchie. Das Sagen haben die Männer, und Frauen sind lediglich Heiratsware, um Vätern und sonstigen Verwandten zu einer besseren Position zu verhelfen. Verliebt sich ein Mädchen, durchkreuzt es damit die Pläne ihres Vormunds und fällt in Ungnade. Hat sie sich gar mit dem Falschen eingelassen, bleibt ihr nur noch der Gang ins Kloster, wo sie den Rest ihres Lebens verbüßen muss. Isabel, die Hoffnungsträgerin ihrer Familie, erleidet ein typisches Schicksal, und auch Jenny, der Hauptfigur, ergeht es nicht viel anders.

Man leidet mit den Mädchen, die Opfer eines grausamen Gesellschaftssystems werden, das den Männern viele, den Frauen hingegen gar keine Freiheiten einräumt, in denen man den Lügen der Männer Glauben schenkt und eine entjungferte Frau zur Verführerin und Hure erniedrigt wird. Mädchen und Frauen werden von der eigenen Familie und der Kirche unterdrückt, und brechen sie aus, müssen sie die Konsequenzen erdulden.

In „Tam Lin“ wird jedoch nicht mit moralisch erhobenem Zeigefinger auf diese Ungerechtigkeiten gezeigt, sie liefern lediglich den Rahmen für zwei bzw. drei Romanzen, die ‚nicht schicklich„ sind. Trotzdem gibt es ein versöhnliches Ende, das die Leser zufriedenstellt nach all dem Leid und einer mutigen Tat, die nicht ganz unerwartet kommt, sofern man mit Sagen, die ähnliche Themen behandeln, vertraut ist. Überzeugend und in einem mitreißenden Stil erzählt die Autorin die Geschehnisse aus der Perspektive von Jenny, die sich vom launischen Wildfang zu einer jungen, liebenden Frau entwickelt, die ihre Eifersucht, die Aussicht auf Macht und andere persönliche Wünsche zurückstellen kann zum Wohle anderer. „Tam Lin“ ist ein spannender All Age-Roman, der vor allem die weiblichen Leser von romantischer Fantasy und History anspricht.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Fantasy, Historisch, Kinder & Jugend, Liebe & Romantik | Keine Kommentare »

Arkadien brennt

Erstellt von Werner Karl am 20. März 2011

Kai Meyer
Arkadien brennt

(sfbentry)
Carlsen
ISBN 978-3551582027
Fantasy
deutsche Erstausgabe 2010
Umschlaggestaltung unimak, Hamburg
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 400 Seiten

www.carlsen.de
www.kaimeyer.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor

Der 1969 geborene, im Rheinland aufgewachsene Kai Meyer ist auf dem deutschen Buchmarkt längst nicht mehr wegzudenken und – da seine Bücher in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt werden – auch international kein Unbekannter. Bevor er hauptberuflich mit Schreiben begann, studierte er mehrere Semester Film, Philosophie und Theater und arbeitete als Journalist und Filmkritiker. Seit 1995 ist er als freier Autor tätig.

Nachdem er sein erstes Buch im Alter von 23 Jahren veröffentlichte, erscheinen spätestens seit 1993 jährlich mindestens eine, meist aber mehrere Veröffentlichungen. Ein Teil davon kam unter dem Pseudonym Alexander Nix auf den Markt. Zählt man alles zusammen, kommt man bis Anfang 2011 auf über 50 bekanntere Titel. Er wurde für diverse Preise nominiert und erhielt mehrere Auszeichnungen. Auf seinen Büchern basierend gibt es auch Comics, Filme oder Hörspiele.

Zum Buch / Meine Meinung

Arkadien brennt ist der zweite Band einer Reihe. Der erste heißt „Arkadien erwacht“, der dritte soll im Sommer 2011 folgen. Ob es danach weiter geht, ist derzeit anscheinend noch offen.

Der Schutzumschlag zeigt einen brennenden Himmel, die Skyline einer Großstadt und als eher dunkle Schatten mehrere Raubkatzen und eine Schlange sowie ein paar Bäume. Einige Ranken sind eingefügt (die sich innen auf der Titelseite wiederholen). Die Schrift des Titels ist in Hochglanz und erhaben gedruckt. Dazu passend bietet der Band neben orangefarbenen Vorsatzseiten auch ein gleichfarbiges Lesebändchen. Die Geschichte selbst ist in kurze Kapitel gegliedert, wobei jeder Kapitelanfang wieder mit den Ranken des Umschlagmotivs verziert ist.

Obwohl es sich eindeutig um eine Fortsetzung handelt, könnte man rein theoretisch auch mit Band 2 beginnen, da dort genügend Informationen zum bisherigen Geschehen zusammenfasst eingeflochten sind.

Inhaltlich lebt der im ersten Band erwachte Arkadienmythos weiter.

>>Menschen, die sich in Raubtiere verwandeln. Blutfehden zwischen Mafiaclans. Die verbotene Liebe zu Alessandro …
Rosa braucht dringend Abstand zu den Ereignissen auf Sizilien. Auf den Spuren ihres alten Lebens reist sie zurück nach New York. Aber auch dort kommt sie nicht zur Ruhe. Die mächtigen Stellvertreter der amerikanischen Clans machen Jagd auf sie. Dann findet Rosa beunruhigende Details über ihre Vergangenheit heraus. Und über ihren toten Vater. Aber warum spielt dabei immer wieder Alessandro eine Rolle? In Rosa keimt ein schrecklicher Verdacht …<<

In mir auch … Obwohl ich ja eindeutig nicht mehr in die anvisierte Zielgruppe passe und Meyers Erzählstil im ersten Band die eine oder andere Länge für mich barg – hege ich den Verdacht, dass ich auch um den dritten Arkadienteil nicht herumkomme. So simpel die Geschichte auf den ersten Blick wirkte, so spannend und abwechslungsreich setzt Meyer sie um. Seine Charaktere sind gewachsen und glaubwürdig, der rote Faden, der sich durch seine Arkadien-Reihe zieht, ist auffällig und interessant, die Atmosphäre so dicht, dass man leicht eintauchen kann – sowohl in das „reale“ wie auch das „fantastische“ Geschehen.

Arkadien brennt schließt unmittelbar an „Arkadien erwacht“ an, dennoch wirken Rosa und Alessandro etwas erwachsener als im ersten Band. Auch jetzt wird alles aus Rosas Sicht erzählt., allerdings nicht von ihr selbst. Sie steht im Vordergrund bzw. um sie herum geschieht alles.

Man erfährt nicht nur Neues über die bereits bekannten oder dazukommenden Charaktere, über die man sich recht schnell ein klares Bild machen kann. Sie haben Fehler und Schwächen und sind nicht einfach nur gut oder nur böse. Man dringt darüber hinaus tiefer in das Geheimnis ein, das Rosas Leben für sie bereithält. Und wird immer wieder auf das aus Band eins bekannte Trauma gelenkt. Dies alles geschieht peu au peu und man wird dadurch automatisch weiter durch die Geschichte gelockt, ohne je alles zu erfahren. Wenn man glaubt, ein Geheimnis gelöst zu sehen, stellt man schnell fest, dass sich ein anderes auftut. Statt Licht ins Dunkel zu bringen, bläst auf einmal ein scharfer Wind, der die Kerze der Erleuchtung verlöschen lässt. Weitere Komplikationen tauchen auf und das Netz aus Intrigen, Geheimnissen und Verrat scheint dichter und dichter. All das sorgt dafür, dass die Spannung unausweichlich steigt.

Ein gut verwobener, sich jedoch nicht in den Vordergrund drängender Handlungsstrang, ist die Verbindung von Rosa und Alessandro. Die Szenen, die sie als Paar betreffen, sind eher kurz, dafür aber innig gehalten. Von allen Seiten schlagen ihnen Probleme entgegenschlagen und sie müssen sogar umeinander fürchten. Dass Alessandro etwas vor ihr verbergen könnte, erleichtert die Sache auch nicht gerade. Doch macht Meyer kein üblicherweise gezeichnetes Drama daraus, er lässt Rosa und Alessandro diese Situation stark er- und durchleben.

Dass er mit seinen Figuren nicht sehr zimperlich umgeht, hat er bereits im ersten Band bewiesen. Dass er das, was er seinem jugendlichen Zielpublikum zumutet, gut umsetzt, allerdings auch. Er erzählt die Geschichte und geht auf die Gefühle seiner Charaktere ein, liefert Denkanstöße, ohne zu belehren und schafft es gleichzeitig, die Geschichte nicht daran hängen bleiben zu lassen. Meyer schafft es, brutale Szenen zu beschreiben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.

Arkadien brennt beinhaltet Gewalt und Verrat, Geheimnisse und Intrigen, und ist damit trotz der Liebesgeschichte kein Friede-Freude-Eierkuchen-Jugendbuch. Aber eines, in dem der Autor seinen Figuren so viel Leben eingehaucht hat, dass man automatisch mit ihnen mitfiebert, -leidet und –denkt. Obwohl dieser zweite Band etwas düsterer als der erste ausgelegt ist, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Und zusammen mit Rosas Beziehung zu Alessandro hat der Roman damit alles, was ein gutes (Jugend-)Buch braucht.

Fazit

Gelungene Fortsetzung, die eindeutig Lust auf den Folgeband macht. Meyer fesselt nicht nur durch eine interessante Idee, er setzt sie auch überaus wortgewandt und spannend um, weshalb ich fünf von fünf Punkten vergeben möchte.

Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Fantasy | Keine Kommentare »

Der Fluch von Crowfield

Erstellt von Werner Karl am 8. Januar 2011

Pat Walsh
Der Fluch von Crowfield

(sfbentry)
Originaltitel: The Crowfield Curse
Chicken House
Verlagsgruppe Carlsen
ISBN 978-3-551-52011-1
Kinder- und Jugendbuch / Fantasy
Deutsche Erstausgabe 2010
Aus dem Englischen von Gerald Jung und Katharina Orgaß
Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie, Vivien Heinz
Umschlagbild: Trevillion Images / Yolande de Kort, Andy & Michelle Kerry
Hardcover, 284 Seiten

www.chickenhouse.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Pat Walsh verbrachte ihre Kindheit in Westafrika und Irland, bevor ihre Familie nach Leicestershire zog. Bereits mit neun wollte sie Archäologin werden und ging drei Jahre später schon zu ihrer ersten Ausgrabung. Mittlerweile ist Pat Walsh studierte Archäologin und gräbt noch immer. Das Schreiben ist ihre andere große Leidenschaft. Und die Mythologie und der Reichtum der englischen Kultur und Geschichte sind ihre Inspiration. Pat Walsh lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Bedfordshire.

Zum Buch:

Will lebt in einem Kloster seit seine gesamte Familie vor einigen Jahren bei einem Brand in der heimischen Mühle ums Leben kam. Die restlichen Dorfbewohner fürchteten Will fortan und so wurde das Kloster sein zu Hause. Das Leben im Klostert ist hart und schwer erkämpft aber Will klagt nicht. Eines Tages trifft er beim Holz sammeln im nahe gelegenen Wald auf einen verletzten Kobold, der in eine Falle getreten ist. Will hilft ihm und bringt ihn in die Obhut von Bruder Schnecke, von dem er glaubt, dass ihm ein solches magisches Wesen keine Angst einjagen wird. Schließlich hat auch Will zuvor noch nie einen Kobold gesehen und die Mönche des Klosters sicher auch nicht. Die Tierfalle entsorgt Will im nahe gelegenen pfeifenden Weiher, einem Ort an dem es seit Jahren merkwürdig zugehen soll und an den sich keiner der Dorf–, und Waldbewohner mehr herantraut. Auch Will fühlt sich in der Nähe des Weihers keineswegs wohl.

Mit dem kleinen Kobold, der von Bruder Schnecke und Will fortan Bruder Walter genannt wird, kommt in die düstere Geschichte ein wenig Heiterkeit. Der kleine Kobold ist freundlich und liebenswert und man muss ihn als Leser einfach ins Herz schließen. Hierzu trägt nicht zuletzt der „Nängel“ bei, der ihm mehr als einmal über die Lippen kommt. Alles scheint wunderbar, bis im Kloster Crowfield zwei merkwürdige Gestalten auftauchen: Der scheinbar aussätzige Master Bone und sein merkwürdiger Diener Shadlock. Will weiß nicht was er von diesen Herren halten soll und seine Furcht steigert sich noch als er von Bruder Walter erfährt, dass sie wohl etwas mit dem Tod eines Engels zu tun haben, der im nahe gelegenen Wald begraben sein soll. Will hat Angst und dann soll er die zwei Männer auch noch in den Wald begleiten. Was haben sie mit ihm vor und wie kann die Geschichte mit dem Engel überhaupt wahr sein? Engel können doch nicht sterben, oder?

„Der Fluch von Crowfield“ ist eine spannende Geschichte, die im historischen England spielt. Neben der eigentlich fantastischen Geschichte für das junge Lesepublikum ab ca. 12 Jahren, wird hier auch das Leben in einem Kloster zur damaligen Zeit eindringlich beschrieben. Die Pflichten der Bewohner und der Tagesablauf, sowie der Kampf ums Überleben werden geschildert und fließen so locker in die eigentliche Geschichte ein, dass der junge Leser einfach nicht umhin kann diese Tatsachen in sich aufzunehmen.

Eine rundum gelungenes Fantasybuch, welches nun auf seine Fortsetzung wartet.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Fantasy, Kinder & Jugend | Keine Kommentare »

Ein Lied für den König

Erstellt von Werner Karl am 21. Dezember 2010

Rebecca Tingle
Ein Lied für den König

(sfbentry)
Far Traveler, USA, 2005
Carlsen Verlag, Hamburg, 08/2009
TB, Jugendbuch, Adventure, History
ISBN 978-3-551-35576-8
Aus dem Amerikanischen von Anja Malich
Titelgestaltung von formalabor unter Verwendung einer Illustration von Anne Bernhardi

www.carlsen.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wyn lebt friedlich in der Abgeschiedenheit Merciens bei ihrer Mutter AEthalflaed. Diese ist die Herrscherin Merciens und die Schwester von König Edward. Ihr Leben dreht sich um Bücher, Lernen und um die Musik. Allein ihr Cousin AEthelstan, der Sohn König Edwards, schafft es, sie aus ihrem Einsiedlerdasein herauszuholen. Er überredet sie zu heimlichen Ausritten und dazu, einfach mal die eine oder andere Unterrichtsstunde zu schwänzen.

Ihr beschauliches Leben ändert sich radikal. Ihre Mutter stirbt überraschend, ihr Cousin wird an die Seite seines Vaters berufen, um als Nachfolger ausgebildet zu werden, und Wyn selber soll heiraten. Einen alten Mann zu ehelichen, der ihr Vater hätte sein können, nein, das hat sich Wyn selbst in ihren schlimmsten Alpträumen nicht auszumalen gewagt. Sie beschließt, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen. Verkleidet als junger Barde versucht sie, dem ihr zugedachten Schicksal zu entfliehen. Dabei trifft sie immer wieder mit Wilfried, dem jungen König von Northumbrien, zusammen. Bald schon hat sie sich in den stolzen Mann verliebt, doch wagt sie es nicht, ihm ihr Geheimnis zu offenbaren. In einer schicksalhaften Nacht muss Wyn sich entscheiden. Soll sie den Mann unterstützen, den sie liebt, oder gehört ihre Loyalität doch ihrem Onkel, König Edward?

Keine leichte Entscheidung für eine Frau, die nur eines will: ihr Leben leben. Die Geschichte der jungen Wyn wird interessant und glaubhaft erzählt. Die Autorin schafft es, den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zu ziehen. Den Mut, den das junge Mädchen aufbringen muss, um seinem Schicksal zu entfliehen, und die Gefahren und Strapazen, die sie auf sich zu nehmen hat, lassen erahnen, wie schwer es damals war, als Frau zu leben und zu überleben. Immer wieder trifft sie auf hilfreiche Menschen, die sich nicht von Macht und Reichtum anderer korrumpieren lassen.

Die aufkeimende Liebe zu Will verleiht der Story einen romantischen Touch, ohne ins Kitschige abzugleiten. Wer historische Geschichten mit glaubhaftem, gut recherchiertem Hintergrund liebt, wird diese Geschichte in einem Rutsch durchlesen wollen. Die Erzählung geht ans Herz und berührt die Seele. Auf weitere Bücher der Autorin darf man gespannt sein.

Copyright © 2010 by Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Abenteuer, Historisch, Kinder & Jugend | Keine Kommentare »

Seelen

Erstellt von Werner Karl am 28. Oktober 2010

Seelen
Stephenie Meyer

(sfbentry)
ISBN–13: 978-3-551-58190-7
Genre: Science Fiction/Fantasy, Jugendbücher
Erschienen bei Carlsen Verlag GmbH 2008
Gebundene Ausgabe
Umfang 864 Seiten
Titel der amerikanischen Originalausgabe „The Host“
Übersetzt von Katharina Diestelmeier

www.carlsen.de
www.stepheniemeyer.com

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zur Autorin

Die 1973 in Connecticut geborene Jugendbuchautorin wuchs in Arizona auf und lebt auch heute noch dort. Meyer ist verheiratet und hat drei Söhne. Bereits ihr erster Roman wurde zum internationalen Bestseller. Die Geschichte um Bella und Edward war wohl auch in den Biss-Folgebänden einer der Faktoren für den weltweiten Hype auf Vampirgeschichten. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen dafür. Meyer wird als Thronfolgerin von J.K.Rowlings gehandelt. Zu Recht oder nicht mag dahingestellt sein. Aber: Meyer hat knapp sieben Millionen Bücher verkauft und mit vier Titeln vier Mal die amerikanischen Bestsellerlisten erobert.

Zum Buch

Zitat des Inhalts: >>Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig – nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält – und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat. Bis sie sich in Ian verliebt … Der ungewöhnliche Kampf zweier Frauen, die sich einen Körper teilen müssen, eine hinreißende Liebesgeschichte und die wohl erste Dreiecksgeschichte mit nur zwei Körpern. <<Zitatende

Meine Meinung

Diese Inhaltsangabe gibt schon mal sehr gut das wieder, was in 864 Seiten ausführlicher verpackt ist. Das Cover mit dem kleinen Hologramm ist schlicht, wirkt aber gut. Den ersten Romanen der Autorin bin ich lange aus dem Weg gegangen. Nachdem ich einige Leseproben des ersten Biss-Bandes gelesen hatte, war ich etwas erstaunt über den Hype, den die Bücher auslösten. Aber da Geschmäcker verschieden sind, fand ich das nicht weiter tragisch. Als meine Nichten sich jedoch für die Biss-Reihe zu interessieren begannen, habe ich dann alle vier Bände gelesen und war – beim vierten Band definitiv – der Meinung, dass das nichts für 12 oder 13jährige Mädchen ist. Als besagte Nichten jetzt Interesse an „Seelen“ bekundeten, machte ich mich deshalb sofort ans Lesen des Buches. Immerhin erinnerte mich die kurze Inhaltsangabe doch sehr stark an einen Film und mir kam augenblicklich Donald Sutherlands Lockenkopf mit aufgerissenem Mund und das schweineartige Gequieke daraus in den Sinn.

Gleich vorab. „Seelen“ und die „Biss“-Reihe sind (glücklicherweise) unterschiedlich. Man erkennt Meyer hinter beiden Geschichten, aber in „Seelen“ hat mich so gut wie alles von und um Wanderer bzw. Melanie mehr angesprochen, als irgendetwas der im seltenen Sonnenlicht glitzernden Vampire aus Forks. Die Grundidee zu Seelen ist ja wie gesagt nicht neu, etwas daran erinnerte mich an den Film die Körperfresser. Allerdings setzte Meyer sie jugendfreundlicher um. Obwohl ich stellenweise Passagen fand, die mir überflüssig vorkamen und die m. E. durchaus gestrichen hätten werden können, hätte ich andererseits am Ende der Geschichte gerne mehr Seiten gehabt. Meyers „Seelen“ lesen sich trotz der eben erwähnten etwas schwächeren Passagen und ein, zwei kleineren Ungereimtheiten sehr flüssig. Ihr Schreibstil hat mich recht schnell in diesen Roman eintauchen lassen. Besonders gefallen hat mir der Anfang, als Wanderer in Melanies wieder zusammengeflickten Körper transplantiert wird und sie sich gezwungenermaßen, mit mehr oder weniger Schwierigkeiten, aneinander gewöhnen, weil Melanie sich nicht so einfach aus ihrem Körper verdrängen lassen möchte.

Gefühlvolle Passagen – die eine ganze Bandbreite an Emotionen beinhalten – lassen den Leser an Wanderers eigentlich unerträglichen Zustand teilhaben. Obwohl sie im Grunde unmöglich sympathisch sein kann, weil sie Melanies Körper wider deren Willen besetzt (ebenso wie Millionen anderer Seelen das tun), kommt man nicht umhin, Mitgefühl mit ihr zu empfinden. Genau wie mit Melanie, die sich mehr und mehr ihren Körper zurückerobert. Und dann mit beiden. Weil die eine immer bei der anderen ist. Weil neue Gefühle und gefühlte Erinnerungen ebenso geteilt werden wie Berührungen. Was der einen gefällt, stört die andere und doch weiß jede von ihnen, dass alles ohne die andere nicht machbar wäre. Vielleicht klingt es etwas seltsam, aber beim Lesen hatte ich immer wieder das Bild von siamesischen Zwillingen vor Augen. Untrennbar verbunden und doch eigenständig, mit eigenen Ängsten, Wünschen und Hoffnungen.

Während der Aufenthalt Wanderer, die sich nach einiger Zeit Wanda nennt, vor Augen führt, wie falsch das Verhalten der Seelen ist, lernen die „unbeseelten“ Menschen von ihr, wie brutal sie selbst sich gegenüber „beseelten“ Menschen und den darin enthaltenen Seelen verhalten. Ein Lernprozess setzt ein, der dazu führt, dass Wanderer sich bei aller Zugehörigkeit immer einsamer fühlt.

In einigen Kritiken habe ich gelesen, dass Wanderer bzw. Melanie und die beiden Männer um sie herum ein sehr konservatives Männer-Frauen-Bild zeichnen. Dann, dass wenig Spannung und keine Romantik im Buch sind. Es gibt tatsächlich keine großen Crash-Boom-Bang-Effekte. Fehlen sie? Ich denke nicht, schon gar nicht in einem Jugendbuch. Und was die Romantik betrifft – nun ja, die hätte ich persönlich etwas unpassend empfunden, angesichts der Lebensumstände der noch nicht „beseelten“ freien Menschen, bei denen Wanderer bzw. Melanie Unterschlupf gefunden haben. Außerdem wird ja schon in der Inhaltsangabe auf eine Liebesgeschichte verwiesen. Und dass eine an sich friedliebende, wenn auch Körper okupierende Seele nicht ständig Amok läuft, wenn sie in einem fremden Körper steckt, war für mich auch von vornherein relativ klar. Dass Wanderer Menschen retten will, als sie erkennt, wie falsch das Verhalten der Seelen ist, ist eine logisch nachvollziehbare Schlussfolgerung. Umso mehr hat mir das bereits erwähnte, größtenteils emphatisch und gefühlvoll beschriebene Gefühlsdilemma gefallen in dem Wanderer/Wanda und Melanie sich befinden. Was mir etwas weniger gefallen hat, war der Schluss. Der passte zwar genau genommen auch zur Geschichte und zum Jugendbuch. Dennoch erschien er mir persönlich etwas zu schöngefärbt.

Fazit

Ich werde das Buch noch mal lesen – falls es tatsächlich eine Fortsetzung gibt, werde ich auch die weiterverfolgen. Und ich kann „Seelen“ getrost meinen Nichten überlassen – zumindest denen die älter als 14 sind …

Copyright © 2010 Antje Jürgens (AJ)

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Abgelegt unter Fantasy, Kinder & Jugend, Science Fiction | Keine Kommentare »

Der Clan der Wolfen

Erstellt von Werner Karl am 23. August 2010

Di Toft
Der Clan der Wolfen
Band 1

(sfbentry)
Originaltitel: Wolfen
Chicken House
Verlagsgruppe Carlsen
ISBN 978-3-551-52009-8
Kinder- und Jugendbuch / Fantasy
Deutsche Erstausgabe August 2010
Aus dem Englischen von Ilse Rothfuss
Umschlaggestaltung: Steve Wells
Umschlagbild: Martin Simpson
Hardcover, 344 Seiten

www.chickenhouse.de

Titel erhältlich by Buch24.de
Titel erhältlich by Booklooker.de

Zur Autorin:

Di Toft hatte schon die verschiedensten Jobs. Sie verkaufte sehr noble Häuser an Fußballer, beobachtete Männer, die tiefe Löcher in die Straße gruben, schrieb Dienstvorschriften und Werbetexte. Heute arbeitet sie in der neuen Bibliothek ihrer alten Schule. “Der Clan der Wolfen” ist ihr erstes Buch – und der Auftakt zu einer Trilogie. Di lebt mit ihrer Familie und einem Hund namens Dave in Portishead, England. Dave ist riesengroß. Man kann ihn auf Google Earth sogar aus dem All erkennen.

Zum Buch:

Nat wünscht sich einen Hund. Also machen sein Großvater Mick und seine Mutter Jude sich gemeinsam mit ihm auf den Weg zum Hof von Alec Tate, der angeblich einen jungen Welpen abzugeben hat. Aber dort erwartet sie eine Überraschung: Der angebliche Welpe ist schon etwas älter, sieht aus wie ein Monsterhund, ist ganz weiß und hat merkwürdige bernsteinfarbene Augen. Dennoch fühlt sich Nat auf eine seltsame Art und Weise zu dem Hund hingezogen und spätestens als dieser ihm auf sonderbarem Weg zu verstehen gibt, dass er sterben wird, wenn Nat in nicht mit nimmt, ist der Grundstein zur Freundschaft zwischen Nat und dem Hund Woody gelegt.

Nach und nach fallen Nat mehr Merkwürdigkeiten an seinem Hund auf. Woody bellt nicht, nein er heult wie ein Wolf und hat eine seltsame Tätowierung in seinem Fell: Proteus. Eines Nachts ist Woody verschwunden und an Stelle des Hundes findet Nat, geweckt durch einen fürchterlichen Albtraum, in der Waschküche des Hauses einen Jungen, nackt, mit glühenden Augen. Der Junge ist Woody und Woody ist ein Gestaltenwandler. Nat kann es kaum fassen. Mit der Zeit erfährt Nat die ganze Geschichte um Woodys Vergangenheit. Woody, dessen Ursprünge wohl bis in die Zeit der Kreuzzüge zurückgehen, ist auf der Flucht vor seinen Verfolgern, die mit ihm nur Böses im Sinn haben. Sie wollen Woody zu Forschungszwecken nutzen und hierzu sind Ihnen alle Mittel recht.

Also kommt es wohl nicht von ungefähr, dass die Bewohner der umliegenden Dörfer und Höfe in der Vergangenheit oft von merkwürdigen Gestalten im nahe gelegenen Wald gesprochen haben. Sogar Kinder sollen verschwunden sein. Hat das alles etwas mit dem nahe gelegenen Höllensteinruh zu tun? Nat und Woody werden das Geheimnis wohl lösen müssen.

Mit diesem Buch gelingt der Autorin ein spannendes Fantasyabenteuer für jugendliche Leser ab 11 Jahren. Die Hauptcharaktere Nat und Woody sind liebenswert und abenteuerlustig, aber auch ihrem Alter entsprechend manchmal leichtsinnig beschrieben. Die jungen Leser sollten schon etwas unerschrocken sein um eine solche Lektüre genießen zu können. Bereits das Cover des Buches ist witzig gestaltet und zeigt uns Woody, den Gestaltenwandler, mal als Junge und mal als Wolfen.

Der Clan der Wolfen ist der Auftakt zu einer Trilogie. Auf die weiteren Abenteuer von Woody und Nat darf man jetzt schon gespannt sein.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel erhältlich by Buch24.de
Titel erhältlich by Booklooker.de

Abgelegt unter Fantasy, Kinder & Jugend | Keine Kommentare »

Die Beschenkte

Erstellt von Werner Karl am 3. August 2010

Kristin Cashore
Die Beschenkte
Die sieben Königreiche 1

(sfbentry)
Graceling, USA, 2008
Carlsen Verlag, Hamburg, 09/2009
HC mit Schutzumschlag und Lesebändchen, Jugendbuch, Fantasy
ISBN 978-3-551-58210-2
Aus dem Amerikanischen von Irmela Brender
Titelfoto von Matthew Alan/Corbis
Karte von N. N.

www.carlsen.de
http://kristincashore.blogspot.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Die sieben Königreiche werden von Monarchen regiert, denen, von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, Macht und Reichtum wichtiger als das Wohl des Volkes ist. Sie umgeben sich mit den ‚Beschenkten‘, Männern und Frauen, deren Augen verschiedene Farben haben und sie dadurch als Personen mit einer besonderen Gabe kenntlich machen. Nicht alle diese Talente sind nützlich, aber wer ein Beschenkter ist, wird fast immer gemieden und gefürchtet. Das trifft vor allem auf Lady Katsa zu, die für ihren Onkel, König Randa von den Middluns, als Vollstreckerin und Mörderin arbeitet. Insgeheim hasst sie diese Missionen, und sofern es ihr möglich ist, mildert sie seine Befehle ab. Außerdem ist sie die Initiatorin des ‚Rates‘, einer Untergrundbewegung, der sich immer mehr Menschen aus allen Reichen anschließen, die unzufrieden sind mit ihren Herrschern. In ihrer Eigenschaft als Ratsmitglied befreit Katsa Tealiff, den Vater des Monarchen von Lienid, welcher vom König von Sunder gefangen gehalten wurde. Offenbar hat dieser die Entführung nicht veranlasst und nur Geld dafür bekommen, dass er den alten Mann verbirgt. Die Aktion verläuft jedoch nicht glatt, denn Katsa begegnet Bo, Tealiffs jüngstem Enkel, der ebenfalls ein Beschenkter ist und ihrer Spur bis zu Randas Schloss folgt.

Es gelingt Bo, Katsas Vertrauen zu gewinnen und Kontakt zu weiteren Ratsmitgliedern aufzunehmen. Sie alle stehen vor einem Rätsel: Wer hat Tealiff entführt und warum? Alle Indizien weisen auf König Leck von Monsea hin, aber das kann nicht sein, zählt er doch zu den wenigen Monarchen, die von ihrem Volk geliebt werden und über die nur Gutes erzählt wird. Nachdem Katsa einen Befehl von König Rand verweigerte, ist sie nun frei, mit Bo nach Monsea zu reisen, um dort Nachforschungen anzustellen. Was sie dort erfahren, stellt alles auf den Kopf, was sie bisher geglaubt haben und bringt sie in große Gefahr. Aber auch das Vertrauen ineinander wird schwer erschüttert, denn Bo hat etwas Wichtiges vor Katsa geheim gehalten …

„Die Beschenkte“ ist der erste in sich abgeschlossene Band einer bislang aus drei Romanen bestehenden Saga, die in der Welt der sieben Königreiche spielt. Das zweite Buch, „Fire“ befasst sich mit so genannten Monstern, die östlich jener Reiche leben, während „Bitterblue“ wieder das vertraute Setting einschließlich der bekannten Charaktere aufgreift. Kristin Cashores Debut-Roman entführt in eine mittelalterlich anmutende Fantasy-Welt, in der ungerechte Könige ihre Völker knechten, aber ein Rat aus Hoffnungsträgern das Leid zu mindern versucht. Neben den ‚normalen‘ Menschen agieren die ‚Beschenkten‘, die über spezielle Gaben verfügen, z. B. dass sie hervorragende Baumeister, Bogenschützen, Schwimmer oder Schwertkämpfer sind. Anerkennung erfahren sie allerdings nur in Lienid; in den anderen Reichen sind sie Außenseiter und werden gemieden. Katsa, die Titelheldin, ist bekannt für ihre Gabe des Tötens. Die Angst, mit der man der Handlangerin von König Randa begegnet, hat sie hart und wild werden lassen, doch in Wahrheit verabscheut sie die Aufgaben, die man ihr überträgt. Insgeheim begehrt sie auf und gründet mit Gleichgesinnten den ‚Rat‘.

Seine Mitglieder sammeln und tauschen Informationen aus und versuchen, das Unrecht einzudämmen, das die eigensüchtigen Könige begehen. Dass diese Organisation ohne Leitung funktioniert, sie nicht unterwandert wird und ihre Angehörigen entdeckt werden, ist schon sehr blauäugig, aber notwendig, um Katsa trotz ihres Hintergrunds positiv darzustellen, die Hauptfiguren zusammenzubringen und sie am selben Strang ziehen zu lassen. Wie Katsa ist auch Bo ein Beschenkter. Zunächst wissen beide nicht, wie sie einander einschätzen sollen, dann begegnen sie einander in freundlicher Rivalität als Trainingspartner, werden zu Vertrauten und Liebenden. Allerdings hütet Bo so manches Geheimnis und enttäuscht Katsa dadurch schwer, und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem sie aufeinander angewiesen sind und Vertrauen über ihr und das Überleben von Bitterblue, Bos Cousine und Tochter von König Leck, entscheiden könnte: Die drei erkennen den wahren Feind, der ihnen durch seine Gabe haushoch überlegen und bar jeglichen Skrupels ist.

So kommt es zu einer abenteuerlichen Flucht, die über der zarten Romanze dominiert. Auch die angedeutete Dreiecksbeziehung wird nicht ausgebaut, sondern sehr schnell abgehakt, denn die Autorin legt großen Wert auf die Beschreibungen ihrer Welt, die Weiterentwicklung ihrer Charaktere hinsichtlich ihrer Gaben und die Bemühungen der Guten, die Ungerechtigkeit zu bekämpfen, und da bleibt für ein Beziehungsdrama, das zudem altersgerecht sein soll, wenig Platz. Alles läuft schließlich auf den Showdown hinaus, als der Feind erneut überrascht und Katsa Hilfe braucht, um die Gefahr zu bannen. Damit sind aber noch nicht alle Fragen beantwortet, was einen weiteren kleinen Höhepunkt nach sich zieht, der dann auch das erhoffte Quasi-Happy End offeriert. „Die Beschenkte“ ist ein unterhaltsamer Fantasy-Roman, der insbesondere Leserinnen zwischen 13 und 16 Jahre gefallen dürfte, da die Hauptfiguren jung und unkonventionell agieren, die Handlung nicht zu kompliziert sondern sehr geradlinig ist, es ein überraschendes und zugleich gefälliges Ende gibt.

Die Autorin schreibt flüssig und vermag es, ihr Publikum zu fesseln. Über die kleinen Anfänger-Schwächen – eindimensional gute oder böse Genre-Archetypen, einfache Konflikte, Strategien und Auflösungen – sieht man dennoch gern hinweg, da das Gesamtbild passt und der Titel die Zielgruppe überzeugen kann.

Copyright 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Abgelegt unter Fantasy | Keine Kommentare »

Das Leben ist kein Klavier

Erstellt von Werner Karl am 10. Mai 2010

das-leben-ist-kein-klavierLinda Urban
Das Leben ist kein Klavier

(sfbentry)
Originaltitel: A Crooked Kind of Perfect
Carlsen Verlag
ISBN 978-3-551-55504-5
Kinder- und Jugendbuch
Erschienen 2010
Aus dem Englischen von Gerda Bean
Umschlagbild © Martin Wellermann
Umschlaggestaltung und –typografie: Kerstin Schürmann, formlabor
Umfang: 208 Seiten

www.carlsen.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Linda Urban hat schon als Kind gerne Geschichten geschrieben. Sie war zehn Jahre lang Marketing- und Veranstaltungsmanagerin in einer Buchhandlung und hat sich bei den Schreibseminaren heimlich Notizen gemacht. Linda Urban mag auch Literatur für Erwachsene, aber eigentlich schlägt ihr Herz ganz und gar für Kinderbücher.

Zum Buch:

Zoe ist 10 Jahre alt, fast elf, und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Klavier zu besitzen und eines Tages – wie ihr großes Vorbild Wladimir Horrowitz – in der Carnegie Hall einen großen Auftritt als Pianistin zu haben. Als eine Art Wunderkind fühlt sie sich schon und ihre Gedanken kreisen immer wieder zu diesem großen Wunschauftritt.

Aber, wie der Titel des Buches schon sagt: Das Leben ist kein Klavier und so kommt alles anders. Zoes Vater erwirbt im Geschäft anstelle des gewünschten Klaviers eine Heimorgel der Marke Perfectone D-60 mit ganz vielen Rhythmusknöpfen und Pedalen. Damit kann man zwar ganz viele aktuelle Hits spielen, aber weniger die klassische Musik, von der Zoe immer träumt. Aber so ist Zoes Vater nun einmal. Immer auf der Suche nach Schnäppchen, erwirbt dieser alle möglichen Sonderangebote, die ihm begegnen, und so kommt es, dass im Keller der Familie bereits 432 Rollen Klopapier lagern. Aufgrund seiner menschenscheuen Art ist er auch nicht gerne unterwegs und absolviert ein merkwürdiges Fernstudium nach dem anderen zu Hause. Zoes Mutter ist als Finanzprüferin in ihrem Beruf stark eingespannt und hat für das Familienleben zu Hause kaum Zeit.

Auch in der Schule läuft es für Zoe nicht immer rund. So wendet sich ihre beste Freundin Emma von ihr ab und viele Klassenkameraden belächeln sie wegen ihrer Mutter und der Tatsache, dass sie nicht immer die aktuellsten Klamotten trägt. Erst als Zoe in der Schule näheren Kontakt zu ihrem Mitschüler Wheeler Diggs aufbaut wird alles besser und das nicht nur für Zoe selbst.

Und dann schafft Zoe es doch tatsächlich, mit Unterstützung Ihrer Lehrerin Mabelline Person und durch viel Fleiß und Übung an ihrer Heimorgel Perfectone D-60, an einem Orgelwettbewerb teilzunehmen.

Dieses Buch wird für Leser ab 10 Jahren empfohlen. Durch die kurzen Kapitel ist es aber auch schon für jüngere Leser geeignet. Die Beschreibung der außergewöhnlichen Charaktere und ihrer besonderen Eigenarten mag jedoch auch einen erwachsenen Leser durchaus zum Schmunzeln bringen. Für die jüngere Leserschaft wird hier sehr schön deutlich, dass das Leben den Menschen auch verantwortungsvolles Handeln und Einsatz abverlangt. Es fällt einem nicht alles zu und man muss dafür auch etwas tun. Freundschaften gründen nicht auf Äußerlichkeiten, sondern gehen tiefer. Und vielleicht ist das Leben dann doch irgendwie ein Klavier.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

…und eine weitere Rezension zum gleichen Buch:

von Sarah, 9 Jahre

In der Geschichte gibt es ein Mädchen, das 10 Jahre alt ist und Zoe heißt. Zoe will unbedingt Klavier spielen. Sie sagt es ihrer Mutter. Die Mutter sagt, dass sie das ihrem Vater sagen soll. Zoe bekommt von ihrem Vater ein Keyboard. Das Keyboard heißt Perfectone D-60. Zoe hat eine beste Freundin, die Emma heißt und in der Schule neben ihr sitzt. Im Verlauf der Geschichte findet Emma eine andere Freundin und setzt sich von Zoe weg. Als Emma Geburtstag hat, liegt im Briefkasten von Zoe eine Einladung. In der Einladung steht, dass Zoe zu den besten Freundinnen von Emma gehört. Als Zoe aber liest, dass es eine Überraschungsparty wird und die Einladung von Emmas Mutter gemacht ist, weiß Zoe nicht so recht, ob sie wirklich zu den besten Freundinnen gehört. Sie geht aber trotzdem zu der Party. Was dann passiert sollte man selbst lesen.

Zoe geht auch zum Keyboardunterricht. Jede Woche kommt eine Frau und unterrichtet Zoe. Zoe will unbedingt ein Wunderkind sein, aber die Frau vom Keyboardunterricht kritzelt immer etwas auf einen gelben Zettel und meint Zoe sei noch kein Wunderkind und ein normales Kind sei ihr auch lieber als ein Wunderkind. Der Vater von Zoe ist sehr schüchtern und spricht nur mit bestimmten Leuten. Im Buch geht es also um die Probleme eines Mädchens. Das Mädchen möchte Klavier spielen hat aber nur ein Keyboard. Außerdem verliert sie ihre beste Freundin. Ihr Vater ist schüchtern und spricht mit fast niemandem.

Was mir gut gefallen hat:
Zoes Vater, die Perfectone D-60 und der Geburtstagskuchen

Was mir nicht gefallen hat:
Die Geburtstagsparty, die bösen Pfadfinder und dass die Kapitel so kurz waren

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Kinder & Jugend | Keine Kommentare »