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Die Pforte des Magiers

Erstellt von Werner Karl am 13. August 2010

Jonathan Stroud
Bartimäus – Die Pforte des Magiers
Band III

(sfbentry)
Originaltitel: The Bartimäus Trilogy – Ptolemy´s Gate (2005)
by Random House Children´s Books, London
Verlag der deutschen Ausgabe: cbj Verlag in der Verlagsgruppe Random House, München
ISBN: 9783570219577
Genre: Fantasy (All-Age-Fantasy)
Erschienen: 2006 (deutsche Fassung)
Übersetzung: Katharina Orgaß und Gerhard Jung
Umschlaggestaltung: Atelier Langenfass, Ismaning
Umschlagbild: David Wyatt
Taschenbuch, 600 Seiten

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Bartimäus – Die Pforte des Magiers ist der letzte Teil der Trilogie
Ein weiterer  Band soll im Herbst 2010 erscheinen.

Zum Buch:

War das ein Finale. In diesem Buch ist alles enthalten: Witz, Charme, Spannung und zu guter letzt, auch etwas Liebe. Ein grandioses Ende einer fantastischen Trilogie.

England, regiert von Magiern ist im Krieg mit Amerika. Durch eine groß angelegte Kriegspropaganda, geführt von unserem bereits bekannten Magier Nathanael alias John Mandrake, zwischenzeitlich beruflich aufgestiegen als Informationsminister, versucht England den Krieg in Amerika durch Freiwillige irgendwie zu gewinnen.

In England selbst, welches bekanntlich von den selbstherrlichen und machthungrigen Magiern regiert wird, bildet sich durch die Gewöhnlichen (nicht Magie begabten) immer mehr Groll und Verachtung gegen die Magier. Denn es gibt immer mehr Gewöhnliche, die Magie erkennen können oder spüren und somit eine gewisse Unempfindlichkeit gegen Zauberei haben. Insbesondere eine unserer Hauptprotagonistin aus dem zweiten Band: Kitty Jones. Unter falschen Namen hilft sie einem alten Zauberer bei der Erstellung und Pflege seiner riesigen Magiebuchsammlung und bildet sich dadurch im Verborgenen etwas in der Magie aus. Für ihren Lebensunterhalt kellnert sie in einem Magierpub und bekommt somit auch einiges aus der Welt der Magier und ihren Problemen mit.

Die Gewöhnlichen stellen die regierenden Magier aufgrund ihrer neu gewonnen Eigenschaften vor ein riesiges Problem, denn die Regierungsherrschaft will man nicht aufgeben. Hinzu kommen die Probleme im Ausland. So kommt es, dass der spitzzüngige und schlagfertige Dschinn Bartimäus bereits über 600 Tagen ununterbrochen in den Diensten seines Meisters Nathanael steht. Dies zehrt natürlich immens an seinen Kräften und er wird auch von Tag zu Tag schwächer. Aber Nathanael denkt nicht an seine Entlassung zwecks Auffrischung seiner Kräfte, auch als Bartimäus bei der Erledigung eines wichtigen Auftrages von Nathanael ein riesiges Chaos veranstaltet. Er (ver-)braucht ihn weiterhin, da die Regierung keine richtigen Maßnahmen gegen die Entwicklung der Gewöhnlichen ergreifen kann. Sie ist dagegen machtlos. Erst recht wird sie machtlos und vor allem Handlungsunfähig, als eines Tages die gefährlichsten Dämonen beschworen werden und London in das reinste Chaos verwandeln.

Helfen könnte hier nur noch ein extrem riskantes und gefährliches magisches Experiment. Die Beschwörung des Tors des Ptolemäus. Aber dies ist absolut riskant und gefährlich, da es seit über 2000 Jahren keinem mehr gelungen ist, dies zu beschwören und zu durchschreiten. Wie kommt London aus dem Chaos?

Jonathan Stroud hat es wieder einmal verstanden, den Leser in den Bann des Buches zu ziehen. Mit feinfühlig gespitzter Feder läuft er in Hochform auf, entführt den Leser in ein anderes, detailreich und gekonnt gezeichnetes London, mit gefühl- und phantasievollen Schilderungen, aber auch erbitternden Kämpfen. Das alles unterlegt mit den bereits bekannten bissigen und witzigen Kommentaren von Bartimäus als letzte Würze. Auch unsere Hauptprotagonisten kommen so richtig toll daher. Ein zwischenzeitlich zum positiven herangereifter Nathanael mit seinem Dschinn Bartimäus und seinen fantastischen  Kommentaren, und eine erwachsen gewordene liebe- und gefühlvolle Kitty. Bei diesen Personen hat der Autor sehr viel Gefühl eingebracht, was dem Buch einen zusätzlichen Kick gibt.

Sehr interessant war, dass endlich auch Bartimäus einiges von seinem früheren Leben  preisgab, von seiner Welt und vor allem, warum er so häufig und vor allem auch gerne in der Gestalt des Ptolemäus erscheint. Dieses Buch ist ein fantastisch gelungener Trilogieabschluss mit einem absolut interessanten und krönenden Abschluss. Der Lesespaß ist auch schon für jüngere Leser geeignet.

Copyright by Walter Gasper 2010

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Das Auge des Golem

Erstellt von Werner Karl am 11. August 2010

Jonathan Stroud
Das Auge des Golem
Bartimäus Band II

Originaltitel: The Bartimäus Trilogy ? The GolemŽs Eye (2004)
by Random House ChildrenŽs Books, London
Verlag der deutschen Ausgabe: cbj Verlag in der Verlagsgruppe Random House, München
ISBN: 9783570218532
Genre: Fantasy (All-Age-Fantasy)
Erschienen: 2005 (deutsche Fassung)
Übersetzung: Katharina Orgaß und Gerhard Jung
Umschlaggestaltung: Atelier Langenfass, Ismaning
Umschlagbild: David Wyatt
Taschenbuch, 670 Seiten

www.randomhouse.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Bartimäus – Das Auge des Golem ist der zweite Teil einer Reihe.
Der vierte Band soll im Herbst 2010 erscheinen.

Zum Buch:

London steht Kopf. Ein magisches Wesen treibt die Bewohner an den Rand des Wahnsinns und zerstört viele publikumsträchtige Gebäude. Sowohl die Magiergilde als auch die Gewöhnlichen (die nicht magiefähigen Einwohner) sind geschockt. Ganze Geschäftsstrassen wurden zerstört. Der Widerstandsbewegung, welche aus Gewöhnlichen besteht und gegen die Magiergilde arbeitet, wurden zuerst diese Anschläge zugeordnet. Nathanel alias John Mandrake, uns bislang als schüchterner, lehrfähiger und gehorsamer Zauberlehrling aus dem ersten Teil bekannt, zwischenzeitlich ein modischer, selbstbewusster und arroganter Assistent des Ministers für innere Angelegenheiten, wurde mit der Bekämpfung der Widerstandsbewegung und somit dem hoffentlichen Ende der Anschläge, beauftragt. Bis dann erkannt wird, dass ein größeres und vor allem mächtigeres Wesen hinter diesen Verwüstungen steckt.

Auf Nathanel kommt nun eine Bewährungsprobe zu. So soll er nach Prag reisen, um wichtige Informationen über einen Golem erhalten. Mit diesem Auftrag setzt er sich selbst unter Druck, da er hiermit seine Befähigung für höher gestellte Ministeriumsposten unterstreichen möchte. Da er dieser Sache alleine aber nicht gewachsen ist, sucht er tatkräftige Unterstützung bei einem Dschinn. Wer könnte dies sein? Natürlich der eigensinnige und spitzzüngige Bartimäus. Dieser lässt sich aber nur ungern und absolut widerwillig von Nathanel beschwören. Gemeinsam tauchen die Beiden in ein neues Abenteuer.

In dem zweiten Teil der Bartimäus Trilogie kommt der Dschinn Bartimäus, wie schon aus dem ersten Teil bekannt, auch wieder witzig und spritzig hervor. Seine spitzzüngigen Dialoge sowie seine Lebenserfahrung von gut 5000 Jahren machen aus diesem Buch wieder einen kleinen Genuss. Aber unsere zwei Hauptprotagonisten erhalten eine dritte, wichtige Person hinzu: Kitty, die  energische und selbstbewusste Person aus der Widerstandsbewegung. Der Leser erfährt in diesem Buch viele Dinge über das vergangene Leben von ihr, über ihre Gedanken und Gefühle und wie Sie in die Widerstandsbewegung kam. Dies bringt dem Leser näher, wieso aus einem unbedeuteten Mädchen eine so resolute und freche Person wurde. Sie erzielt sich somit große Sympathien, die Nathanel  etwas in den Hintergrund rutschen lässt, was aber der Story eine gewisse Art von zusätzlicher Spannung bringt.

Durch die zusätzliche Hauptrolle wird die Story aus drei interessanten Perspektiven dargestellt:
die witzige und humorvolle Seite von Bartimäus,
die arrogante, selbstsichere Seite von Nathanel und
die gefühlvolle, empfindungsreiche und liebevolle Seite von Kitty.
Dieser Mix erzeugt immer wieder tolle abwechslungsreiche und unterschiedlich große interessante Spannungen in den jeweiligen Kapiteln, sodass ein zuklappen des Buches so gut wie unmöglich ist. Irgendwie ließ mich das Gefühl nicht los, das sich zwischen Nathanel und Kitty so eine Art geheime Liebschaft entwickelt, es lag irgendwie ein gewisses Knistern in der Luft bzw. in den Seiten, aber der Autor lässt den Leser wohl noch etwas im dunkeln. Auch das Hinzufügen weiterer Schauplätze mit den immer wieder hochinteressanten Lebensweisen und Erfahrungen von Bartimäus geben der Story noch weitere Würze.

Fazit:

Auch dieses Buch ist spannungsgeladen, mit humoristischen Kommentaren versehen, aber auch leicht gruselig. Der Autor versteht es, den Leser mit Worten zu bannen und in das Buch zu ziehen. Detailreich, geschichtlich lustig (jetzt weiß der Leser auch, wer für die Entstehung bzw. teilweise Zerstörung verschiedener Weltwunder verantwortlich war und ist) und vor allem spannend präsentiert uns Jonathan Stroud sein zweites Bartimäuswerk.

Erwähnenswert finde ich, dass Jonathan Stroud am Anfang des Buches eine Auflistung der Hauptpersonen gemacht hat. Dies erleichtert den Einstieg in das Buch, ohne das man sich lange mit den unterschiedlichen Charakteren wieder auseinander setzen muss. Da hier allerdings inhaltlich viel Tod und Verderben aufgezeigt wird, würde ich im Gegensatz zum ersten Teil hier das Lesealter auf die älteren Jugendlichen und darüber einschränken.

Copyright by Walter Gasper 2010

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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The Forest – Wald der tausend Augen

Erstellt von Werner Karl am 4. August 2010

Carrie Ryan
The Forest – Wald der tausend Augen

The Forest of Hands and Teeth, USA, 2009
cbj-Verlag, München, 08/2009
HC mit Schutzumschlag, Jugendbuch, Horror, Romantic Mystery
ISBN 978-3-570-16049-7
Aus dem Amerikanischen von Catrin Frischer
Titelgestaltung von Emilie Leger unter Verwendung von Fotos von Istockphoto und Shutterstock

www.cbt-jugendbuch.de
www.carrieryan.com
www.shutterstock.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Schon seit ihrer Kindheit hat Mary nur einen Wunsch: Sie möchte das Meer sehen, von dem ihre Mutter ihr so viel erzählt hat. Sie möchte das Rauschen der Wellen hören und wie einst ihre Großmutter an seiner Küste entlanglaufen. Doch dieser Traum ist unerfüllbar; denn Marys Dorf liegt im „Wald der tausend Augen“, und nur die hohen Zäune außen herum und die Regeln der heiligen Schwesternschaft schützen seine Bewohner vor den Ungeweihten, die draußen lauern: schreckliche, todlose Wiedergänger, die sich vom Fleisch der Lebenden ernähren und deren Biss ihren schrecklichen Fluch überträgt.

Doch Mary empfindet die Sicherheit der Zäune nur als erdrückenden Käfig, der sie selbst und ihr ganzes Leben klein hält; sie erhofft sich, eines Tages das Dorf verlassen und die Welt erkunden zu können. Als ihre Mutter dann mit der schrecklichen Seuche der Ungeweihten infiziert und in den Wald geschickt wird, zerbricht dies ihre Welt. Denn ihr Bruder verstößt sie daraufhin und lässt ihr nur die Wahl, fortan entweder bei den Schwestern im Münster zu leben und sich deren Gebräuchen und Regeln zu unterwerfen, oder einen Mann zu heiraten und ihm Kinder zu schenken. Doch Mary mag sich nicht entscheiden oder gar anpassen. Eines Nachts taucht dann plötzlich eine Fremde im Münster auf, die offensichtlich aus einem anderen Dorf im Wald stammt, und Mary wird klar, dass es tatsächlich andere überlebende Menschen und Städte außerhalb des Dorfes gibt. Ihr Traum könnte wahr werden. Doch die Schwestern verheimlichen den Neuzugang und lassen das rätselhafte Mädchen verschwinden, so dass niemand Mary die Geschichte glaubt. Dann gibt es einen Durchbruch, und das Dorf wird überrannt. Jetzt bleibt Mary und ihren Freunden nur noch ein Ausweg: ein alter, von den Schwestern verbotener und ungenutzter Pfad, von dem niemand mehr weiß, wo er hinführt.

„The Forest – der Wald der tausend Augen“ ist der erste Roman der amerikanischen Staatsanwältin und Autorin Carrie Ryan, die mit ihrem Freund und zwei Katzen in North Carolina lebt. Zu Beginn der Geschichte fühlt man sich an M. Night Shyamalan: „The Village – Das Dorf“ und Juan Carlos Fresnadillos „28 Weeks later“ erinnert: das altertümliche Dorf inmitten eines Waldes, der von Monstern bevölkert ist, und die unaufhaltsamen, durch eine Seuche hervorgebrachten, Heerscharen von Zombies scheinen direkt aus den Filmen übernommen und jugendbuchgerecht aufbereitet zu sein. Obwohl also nicht neu ist die Geschichten dennoch recht spannend zu lesen, da die Autorin auf oberflächlichen Horror und Splatter verzichtet und sich auf die Gedanken und Gefühle der Ich-Erzählerin Mary konzentriert. Denn diese fügt sich nicht einfach wie die anderen Dorfbewohner in ihr Schicksal, sondern hinterfragt ihre Welt und die Regeln, nach denen sie ihr Leben richten soll. Und ganz im Gegensatz zu den anderen denkt sie auch darüber nach, ob ein Leben ohne Freiheit und ohne jede Zukunft überhaupt lohnt, oder ob es im Endeffekt nicht genauso gut wäre, sich den Zombies, die nicht denken, nicht fühlen und nicht entscheiden müssen, anzuschließen und damit alle Sorgen hinter sich zu lassen.

Ein spannender Ansatz, der leider ein wenig in der etwas künstlich kompliziert gehaltenen Liebesgeschichte zwischen Mary, den Brüdern Travis und Harry und ihrer besten Freundin Cass untergeht. Denn Mary ist weder in der Lage mit ihren Gefühlen noch mit der ganzen Situation und der Bedrohung durch die Ungeweihten umzugehen, so dass sie ständig ein wenig zu überfordert und zu unentschlossen wirkt, als dass man sich guten Gewissens mit ihr als ‚Heldin‘ identifizieren mag. Hinzu kommt, dass durch die sehr eingeschränkte Sicht Marys viele Fragen zu Hintergründen und Schicksalen offen bleiben (z. B. über die Hintergründe der geheimnisvollen Schwesternschaft oder die anderen Pfade der Wächter), so dass man am Ende das Buch beiseitelegen und sich dann die ganze Geschichte möglichst noch einmal aus einem anderen Blickwinkel und mit dem Wissen eines anderen Charakters erlesen möchte. Insgesamt ist „The Forest – Wald der Tausend Augen“ eine spannende Zombie-Endzeit-Liebesgeschichte für junge Erwachsene, die leider ein wenig unter ihrer schwachen Heldin leidet. Dennoch lässt sie sich, dank des nüchternen klaren Schreibstils Carrie Ryans, recht unterhaltsam lesen und dürfte allen gefallen, die den Film „The Village – Das Dorf“ mochten.

Copyright 2010 by Birgit Scherpe (BS)

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Titel erhältlich bei booklooker.de

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Der Krieger der Nacht

Erstellt von Werner Karl am 4. August 2010

John Flanagan
Der Krieger der Nacht
Die Chroniken von Araluen 5

Ranger´s Apprentice – The Sorcerer in the North, AUS, 2006
cbj-Verlag, München, 05/2009
TB, Jugendbuch, Fantasy
ISBN 978-3-570-22066-5
Aus dem Australischen von Angelika Eisold-Viebig
Titelbild von John Blackford

www.cbj-verlag.de
www.rangersapprentice.com/
http://john-cartunemansdoodles.blogspot.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Drehten sich die ersten vier Bände von „Die Chroniken von Araluen“ um die Aufnahme des jungen Will in den Bund der Waldläufer und die Ausbildung durch den erfahrenen Wart, so schlägt der fünfte Band, „Der Krieger der Nacht“, ein neues Kapitel in der Geschichte auf. Fünf Jahre sind vergangen. Will hat seine Ausbildung endlich abgeschlossen und ist nun ein vollwertiger Waldläufer, der wie die anderen einen festen Posten auf einer Burg übernehmen soll. Er trägt nun auch einen Nachnamen, der ihm durch seine Verdienste gegenüber Araluen vom König selbst verliehen wurde: Hallas. Zunächst wird er auf Burg Seacliff geschickt. Dort führt der ein wenig verweichlichte Baron Ergell zusammen mit seinem Heermeister Norris ein eher lockeres Regiment, das den nun zwanzig Jahre alten Will etwas irritiert, weil er einige Verhaltensweisen einfach zu nachlässig und ungeschickt findet. Das Leben verläuft ansonsten ruhig, nur einmal muss er bei einem Tierquäler hart durchgreifen.

Ehe sich Will aber wirklich langweilen kann, wird er urplötzlich abberufen und in den Norden geschickt. Als Spielmann verkleidet soll er herausfinden, ob die Gerüchte aus einer Burg wirklich stimmen und dort ein finsterer Zauberer sein Unwesen treibt. Zur Seite steht ihm eine junge Edeldame, die ebenfalls zu Gast auf der Burg weilt – eine gute alte Bekannte von ihm und Horace. Schon bald deckt er durch Beobachtung und Gespräche auf, dass zwar etwas an den Gerüchten um den Zauberer, einen Krieger der Nacht und monströse Gestalten, die sich im Wald verbergen, stimmt, aber die Wahrheit eigentlich eine ganz andere ist.

Wieder präsentiert John Flanagan einen solide geschriebenen Abenteuer-Roman, der sich an Jungen um die zwölf Jahre richtet. Vielleicht ist Will nun nicht mehr ganz so jung wie sie, aber er besitzt immer noch die Eigenschaften, die ihn bereits vorher ausgezeichnet haben: eine gesunde Portion Neugier, aber auch Misstrauen, eine gute Beobachtungsgabe und Mut, wenn es darauf ankommt. Wie immer steht vor allem die Freundschaft im Mittelpunkt; Romanzen haben weiterhin keinen Platz im Leben des jungen Waldläufers, obwohl er jetzt im richtigen Alter wäre und auch mit einer Frau zu tun hat, die viel eher von seinem Stand ist als die Prinzessin. Stattdessen setzt John Flanagan weiterhin auf Spannung und Action. Wirkt Wills erste Mission noch wie eine Aufwärmübung, so hat es die zweite schon mehr in sich, muss er doch wieder eine Geheimdienstaufgabe übernehmen.

Auch wenn er sehr schnell in ein Nest aus Intrigen gerät, so bleiben diese recht überschaubar. Alles in allem kann man sich aber auch als erwachsener Leser recht gut entspannen, da das mittelalterliche Ambiente stimmt und die Beschreibungen einen Film im Kopf ablaufen lassen. Daher sei „Der Krieger der Nacht“ allen empfohlen, die eine mittelalterliche Kulisse mit Rittern und Waldläufern, aber auch einem Hauch von Magie, der diesmal wieder vertreten ist, mögen.

Copyright 2010 by Christel Scheja (CS)

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Der Stein des Raben

Erstellt von Werner Karl am 26. Juni 2010

der-stein-des-rabenStephan M. Rother
Der Stein des Raben

cbj-Verlag, München, 02/2010
TB, Jugendbuch, Fantasy
ISBN 978-3-570-22110-5
Titelgestaltung von HildenDesign, München

www.cbj-verlag.de
www.magister-rother.de/
www.hildendesign.de

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Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der Junge Skagen aus einem winzigen Fischerdorf träumt davon, ein Barde zu sein. Sein Wunsch bekommt neue Nahrung, als der Herzog und sein Gefolge zusammen mit dem elfischen Barden Aventin an der Küste stranden und Skagen zum ersten Mal die wahre Kunst der Musik erlebt. Doch beschämt von seinen eigenen kläglichen Versuchen flieht er nach einem misslungenen Auftritt – und rettet im Wald einem Raben das Leben, ohne zu wissen, dass es sich bei dem vermeintlichen Tier um die Zauberin Ormuz handelt. Sie verspricht ihm für die Hilfe die Erfüllung von drei Wünschen, und so wird Skagen zu einem der berühmtesten Barden des Landes, der viel gerühmten ‚Stimme des Nordens‟, die sogar in den Hallen des Königs singt.

Doch der magische Bardenstein, der ihm diese Fertigkeiten verleiht, fordert dafür auch einen hohen Preis. Als die Trolle aus den Bergen wieder in das Land der Menschen einfallen und Tod und Vernichtung mit sich bringen, hat Skagen nur noch den Wunsch, seinen Leuten zur Seite zu stehen und für sie zu kämpfen. Doch letztlich spielen der Junge und der Bardenstein in diesem Krieg noch eine ganz andere Rolle, die über das Schicksal der Menschen entscheidet.

Die Grundgeschichte des Jugendbuches „Der Stein des Raben“ ist klar und überschaubar, in ihrer Entwicklung bis zum durchaus überraschenden Ende stellenweise fast schon etwas zu klassisch und linear. Doch die sehr angenehme, bildhafte, zudem auch witzige Schreibweise von Stephan Rother gleicht dies vollkommen aus. Die Charaktere weisen zwar keine besonderen Tiefen und Überraschungen auf und können damit stellenweise wie Archetypen wirken – gerade im Falle der Zauberer -, doch sie agieren lebhaft und nachvollziehbar. Vor allem auch Skagen, der als sehr junge Hauptfigur eine große Wandlung vom träumerischen Jungen hin zu einem durch seine Erlebnisse erfahrenen Jugendlichen macht, ist gut und sympathisch dargestellt, ohne Übertreibungen oder Unstimmigkeiten.

Mit einer Liebe zu Details, auch in der Beschreibung von Landschaften, außergewöhnlichen Gebäuden und Städten, füllt Rother seine kleine Welt anschaulich aus, ohne dabei langatmig zu werden. Somit ist „Der Stein des Raben“ ein rundum empfehlenswertes Fantasy-Werk für junge Leser, mit genau der richtigen Mischung aus Magie, Reisen, Mysterien, Freundschaften und Abenteuer.

Copyright © 2010 by Britta van den Boom (BvdB)

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Der Angriff der Temujai-Reiter

Erstellt von Werner Karl am 25. Juni 2010

der-angriff-der-temujai-reiterJohn Flanagan
Der Angriff der Temujai-Reiter
Die Chroniken von Araluen 4

Ranger’s Apprentice – Oakleaf Bearer’s, AUS, 2006
cbj-Verlag, München, 04/2009
TB, Jugendbuch, Fantasy
ISBN 978-3-570-22065-8
Aus dem Australischen von Angelika Eisold-Viebig
Titelillustration von John Blackford

www.cbj-verlag.de
www.rangersapprentice.com/
http://john-cartunemansdoodles.blogspot.com/

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Im vierten Band der „Chroniken von Araluen“ setzt John Flanagan die Abenteuer seiner jungen Helden im Nordland fort. Man sollte also zumindest den Vorgängerband „Der eiserne Ritter“ kennen, um die Handlung zu verstehen und zu wissen, warum die Helden sich in dieser Gegend aufhalten.

Will, der Lehrling des Waldläufers Wart, hat sich in den Kämpfen gegen den abtrünnigen Baron Morgarath bereits bewiesen. Doch es zeigt sich, dass der Verräter sich nicht nur mit den Mächten des Bösen sondern auch den Nordleuten verbündet hat. Es gelingt Will zwar zusammen mit dem Mädchen Evanlyn, eine wichtige Brücke in Brand zu stecken, um so die heimliche Invasion aufzuhalten. Allerdings geraten die beiden in Gefangenschaft und werden verschleppt. Sie sollen als Sklaven im Nordland leben. Wart indes beschließt, seinem Lehrling und dem Mädchen, das keine andere als Cassandra, die Tochter König Duncans ist, zu retten. Zusammen mit Wills Freund Horace bricht er Befehle und nimmt die Verbannung auf sich, um den beiden Jugendlichen zu helfen.

Derweil ist es Evanlyn und Will gelungen, ihrem Herren nach vielen Schwierigkeiten zu entkommen, den Winter über in einer abgelegenen Hütte zu überlebe und sich von den Strapazen zu erholen. Doch sie bleiben nicht unentdeckt. Andere Nordleute spüren sie auf und versuchen herauszufinden, wer die beiden sind. Glücklicherweise sind nun auch Wart und Horace zur Stelle, die eigene Abenteuer erlebt haben. Doch dann ändert sich die Situation. Wieder wird Evanlyn entführt, diesmal aber von wild und barbarisch aussehenden Reitern. Natürlich ziehen die Waldläufer und der junge Horace aus, sie zu retten. Wie sich heraus stellt, sind die Männer nur ein Spähtrupp einer Invasionsmacht aus dem Osten. Nun ist guter Rat teuer und vielleicht auch die Zeit gekommen, mit den alten Feinden Frieden zu schließen, denn allein können die Nordleute das Reitervolk, das an ihren Grenzen steht nicht besiegen …

Auch „Der Angriff der Temujai-Reiter“ ist ein solide geschriebener Abenteuerroman, der all das miteinander vereint, was junge Leser in dem Alter mögen – junge Helden, die gut kämpfen können, auch wenn sie nicht einmal ganz ausgewachsen sind, einen weisen Lehrer im Hintergrund, kernige Gefährten an der Seite und eine ganze Menge Gefahren, Schlachten und Auseinandersetzungen. Charakterentwicklungen oder gar eine Romanze gibt es nicht, auch wenn mit Evanlyn ein viel versprechendes Mädchen an der Seite der Helden ist. Aber sie wird erst einmal eher als Kampfgefährtin und Freundin gesehen, nicht als mögliche spätere Liebesbeziehung.

Die Handlung ist actionreich aber auch sehr geradlinig. Sie spielt wie immer mit Versatzstücken aus dem Abenteuergenre und benutzt irdische Kulturen als Hintergrund. Nach dem mittelalterlichen England und dem Skandinavien der Wikinger ist nun eine Mischung aus verschiedenen Steppenvölkern mit einem Schwerpunkt auf den Mongolen des Dschingis-Khan an der Reihe. So gibt es für erfahrene Leser zwar keine besonderen Überraschungen, aber die vielen Abenteuer bescheren dennoch ein angenehmes Lesevergnügen, wenn man sich entspannen möchte. Wer eine mittelalterliche Kulisse, Ritter, Waldläufer und Wikinger mag, wird sehr gut bedient. Echte phantastische Elemente spielen in „Der Angriff der Temujai-Reiter“ allerdings keine Rolle; sie fehlen diesmal ganz.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Fashionistas – Vier auf dem Laufsteg

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2010

vier-auf-dem-laufstegSara Manning
Fashionistas – Vier auf dem Laufsteg
Fashionistas 1

(sfbentry)
Fashionistas – Laura, GB, 2007
cbj-Verlag, München, 1. Auflage: 9/2008
PB, Jugendbuch, Drama
ISBN 978-3-570-16004-6
Aus dem Englischen von Nina Schindler
Titelgestaltung von N. N.
Autorenfoto von Hachette Children’s Book

www.cbj-verlag.de
http://sarramanning.blogspot.com/
www.myspace.com/sarramanning
www.hodderkidsauthors.com/manning/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die 17-jährige Laura glaubt, dass sie es geschafft hat: Aus einem Model-Wettbewerb geht sie als Siegerin hervor und zieht in eine Londoner Wohnung, die sie sich mit drei weiteren Sternchen teilt. Es dauert eine Weile, bis sie mit der lauten Candy, der flatterhaften Holly und der raffinierten Irina warm wird. Und noch länger dauert es, bis Laura von ihrem hohen Ross herunter steigt und begreift, dass sie noch ganz, ganz unten auf der Erfolgsleiter steht und das Modeln ein harter Job ist. Sie lernt andere Mädchen kennen, die weit mehr Erfahrung haben und über ihre zu üppigen Rundungen spotten, Fotografen, die ihr eindeutige Angebote machen, Agenten, von denen sie schmerzhafte Kritik einstecken muss, und all die anderen Mitarbeiter hinter den Kulissen, die mal mehr, mal weniger nett sind. Obendrein entfremdet sich Laura von ihren alten Freundinnen, und Tom lässt sich mit einer anderen ein. Erst als sich Laura der Wahrheit nicht länger verschließt, die Ratschläfe ernst nimmt und an sich zu arbeiten beginnt, bekommt sie eine wirkliche Chance. Dadurch zieht sie sich jedoch Irinas Feindschaft zu…

Schon immer träumten junge Mädchen davon, ein Filmstar, ein Pop-Idol oder ein Model zu werden. Die derzeit populären Casting-Shows gaukeln den Zwölf- bis Zwanzigjährigen vor, dass das Märchen mit ihnen als Cinderella wahr werden könnte. Auch die Jugendbuch-Autoren greifen zunehmend dieses Thema auf. Sara Manning kennt als Mitherausgeberin der britischen Zeitschrift „ELLEgirl“ und als Autorin, die in verschiedenen weiteren Magazinen publiziert, die Szene bestens und möchte mit ihrem Buch „Fashionistas“ zwar nicht gerade die naiven Träume zerstören, doch aber die Träumerinnen auf den Boden der Realität zurück holen. In Folge ist Laura, der Hauptcharakter des ersten Bandes der Serie „Fashionistas“ (Bd. 2 über Holly ist ebenfalls für September 2009 angekündigt), die typische Identifikationsfigur für alle Leserinnen, denn als Teilnehmerin an einer Casting-Show hat sie etwas erreicht, was realisierbar scheint. Da sie sich jedoch zu viel von ihrem kleinen Erfolg verspricht und sich schon als halber Profi sieht, kann das Karrierestreben zunächst nur schief gehen. Sie ignoriert alle wohl meinenden Hinweise und macht sich durch ihr divenhaftes Verhalten unbeliebt. Prompt bleiben die Buchungen aus, die alten Freunde ziehen sich zurück, und der bigotte Tom gibt den Avancen einer anderen nach.

Der Sturz ist tief, und Laura muss sich der bitteren Wahrheit stellen: Sie ist kein Star, sie hat fast alle Menschen ihres Umfelds durch Egoismus und Angeberei verärgert, und Toms Liebe war doch nicht so groß, wie sie geglaubt hatte. Überraschenderweise sind es ausgerechnet jene, von denen sie es am wenigsten erwartet hat, die zu ihr halten: ihre drei Mitbewohnerinnen, die zwei Agenten des Magazins ‚Fierce’ und zwei Schulfreundinnen. Auch die Eltern haben stets ein offenes Ohr für Lauras Nöte. Das gibt ihr die Kraft weiterzumachen. Zurück kann und will sie nicht mehr, denn sie hat den Anschluss in der Schule durch die Pause verloren, Tom ist mit einer anderen zusammen, und sie möchte nicht als Loser dastehen. Laura akzeptiert, dass ihr gutes Aussehen eine Ware ist, die optimiert werden muss, damit sie verkauft werden kann. Sie ist gezwungen, eine strenge Diät zu halten und Sport zu treiben, um die überflüssigen Pfunde loszuwerden. Von den Stars lernt sie, ihre Schokoladenseite zu entdecken, zu posieren und sich durch Spontaneität in Szene zu setzen. Die Foto-Termine sind harte, ermüdende Arbeit und verlangen ihr alles ab.

Laura zahlt den Preis – Verzicht auf ein ruhiges, gesundes Leben und das persönliche Glück (relativ gesehen, denn von dem Chauvinist Tom hätte sie sich früher oder später garantiert getrennt) -, und schließlich kommt sie ihrem Ziel näher und näher. Sie ist davon überzeugt, dass es das alles wert ist; ohne diesen Glauben hätte sie es niemals schaffen können. Allein Irina könnte ihr den großen Erfolg noch vor der Nase weg schnappen, und die Rivalin kämpft mit allen fiesen Tricks. Erfahrene Leser wird es nicht wundern, dass das Märchen gut endet. Die Autorin erlaubt zwar Blicke hinter die Fassade des Model-Biz, aber letztlich will sie mit ihrem Buch doch unterhalten und das Publikum nicht durch zu viel Realismus enttäuschen. Die Models sind sympathisch und/oder zickig, die Fotografen schräg, die Agenten knallhart – ganz Klischee. Ob die Protagonisten reale Vorbilder haben, sei dahin gestellt. Wer sich für das Thema interessiert und die diversen Magazine liest, mag wohl die eine oder andere Parallele entdecken, z. B. könnten für den Hintergrund von Candy und ihrer Familie Ozzy Ozzborns Clan Pate gestanden haben, für Holly Paris Hilton, für Irina Naomi Campbell.

Die ernsten Fakten werden in eine gefällige Geschichte eingebunden und nicht zu sehr ausgewalzt (Bulemie, überehrgeizige Eltern, Mobbing, Alkohol-/Drogenprobleme, Stress, Entfremdung von Familie und Freunden, kein Schulabschluss usw.). Die Stichworte sollen auf die Schattenseiten aufmerksam machen, ohne zu erschrecken. Wer immer noch eine solche Karriere für sich wünscht, wird aufgefordert, darüber nachzudenken, ob er wirklich bereit ist, all die Qualen und Enttäuschungen auf sich zu nehmen für – vielleicht – zwei, drei Jahre, die den meisten bloß bescheidene Erfolge bescheren, wenn überhaupt, bis man zu alt oder als Typ nicht mehr angesagt ist.

„Fashionistas“ ist ein spannender Roman für Mädchen im Teenager-Alter, die gern in Lauras Fußstapfen treten würden und hier ein wenig mehr über die Abläufe hinter den Kulissen erfahren können – und vor allem, dass Modeln kein Zuckerschlecken ist und jeder einen hohen Preis für den vergänglichen Erfolg genauso wie für den Misserfolg zahlen muss.

Copyright © 2008 by Irene Salzmann (IS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Der geheime Schlüssel zum Universum

Erstellt von Werner Karl am 18. Mai 2010

schlussel_universumLucy & Stephen Hawking
Der geheime Schlüssel zum Universum

(sfbentry)
George’s Secret Key to the Universe (2007)
Verlag cbj
ISBN 978-3570138366
Sachbuch (Astrophysik) & Fantasy ab 10 Jahren
Erschienen: 2009
Übersetzer: Irene Rumler
Seiten: 288 Seiten

www.randomhouse.de
www.cbj.de

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zu den Autoren

Lucy Hawking:
Die 1970 geborene Tochter von Stephen Hawking studierte in Oxford zunächst französische und russische Literatur, bevor sie als freiberufliche Journalistin für diverse bekannte englische Tageszeitungen tätig wurde. Nach der Veröffentlichung von zwei (Erwachsenen-)Romanen begann sie, zusammen mit ihrem Vater an einem Kinderbuch zu arbeiten.

Stephen Hawking:
Der 1942 in Oxford geborene, englische Astrophysiker erkrankte bereits im Alter von 21 Jahren an ALS, einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems, die sein Nervensystem zerstört. 1968 zwang ihn diese Krankheit in den Rollstuhl, 1985 kostete sie ihn, nach einem Luftröhrenschnitt, die Fähigkeit zu sprechen. Hawking war fortan auf die Benutzung eines Sprachcomputers angewiesen, den er zwischenzeitlich mit seinem rechten Wangenmuskel steuert. Trotz seiner Erkrankung war er von 1979 bis ins Jahr 2009 Inhaber des Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge, forschte im Bereich Physik (Schwarze Löcher) und lieferte neben bedeutenden Arbeiten zur Kosmologie auch populärwissenschaftliche Werke und Bücher über moderne Physik ab. Dadurch wurde er einem breiten Publikum außerhalb der Fachwelt bekannt und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Zum Buch:

„Willkommen im Universum“. Es sind verheißungsvolle Worte, mit denen der futuristische Sprachcomputer Cosmos, den kleinen George im Wohnzimmer seiner neuen Nachbarn zu einer virtuellen Reise in die unendlichen Weiten des Weltalls einlädt. Dort ist er eigentlich nur gelandet, weil er sein ausgerissenes Schwein Freddy sucht. Mit Hilfe von Cosmos zeigen Eric, ein Wissenschaftler, und dessen Tochter Annie dem 12jähigen George völlig neue Welten. Er sieht nicht nur leuchtende Gaswolken, sondern wird auch Zeuge von Sternengeburten. Klar, dass er begeistert ist. Dass Cosmos Annie und ihre Familie aber auch richtig ins Weltall bringen kann, will er nicht glauben. Weshalb Annie ihn in einen Raumanzug steckt und Cosmos als Portal nutzt. Die beiden reisen auf einem rasenden Kometen, was nicht ganz ungefährlich wird.

Meine Meinung:

Die Begleitgeschichte ist liebenswert kindlich aufgebaut und auch ideal zum Vorlesen geeignet. Eine dümmliche Schülergang, ein Schwein namens Freddy, ein Umweltschützer, ein Ausbeuter sowie ein verkannter Wissenschaftler bestimmen neben dem „besten Computer der Welt“ größtenteils das Geschehen. Ganz nebenbei erfahren nicht nur Kinder, sondern auch eventuelle (erwachsene) Vorleser, was Gravitationslinsen, Schwarze Löcher oder Supernovae sind oder wie Sternengeburten ablaufen. Stephen Hawkings Wissen ist leicht verständlich in die spannende Begleitgeschichte für Kinder verpackt und wird durch zahlreiche, in die Geschichte eingepackte Informationsblöcke über Grundlagen der Weltraumforschung ergänzt. Diese Informationsblöcke heben sich deutlich von der Geschichte ab, ohne sie zu unterbrechen oder zu stören. Auch kleine Zeichnungen sind dort eingearbeitet. Weltraum-Fotos runden die illustrierte Ausgabe gekonnt ab.

Fazit:
Empfehlenswert. Astrophysik im Abenteuerformat. „Der geheime Schlüssel zum Universum“ ist ein Beweis, dass naturwissenschaftliche Themen spannend und unterhaltsam vermittelt werden können.

Copyright © 2010 by Antje Jürgens

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

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Eona Drachentochter

Erstellt von Werner Karl am 1. Mai 2010

eona-drachentochterAlison Goodman
Eona Drachentochter

Originaltitel: Eon-Dragoneye Reborn (2008)
Verlag: cbj-Verlag
ISBN: 9783570135655
Genre: Fantasy (All-Age-Fantasy)
Erschienen: 22.02.2010
Aus dem Englischen von Andreas Heckmann
Umschlaggestaltung: HildenDesign, München
Umschlagillustration: Iacopo Bruno
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 512 Seiten
Originalverlag: Penguin US (Viking)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

www.randomhouse.de

EONA – Drachentochter ist der erste Teil einer Trilogie

Auszeichnungen: Aurealis Award 2008 für den besten Fantasyroman.

Zum Buch:

Eona Drachentochter spielt in einer Fantasiewelt, welche sich an den alten chinesischen und japanischen Kulturen anlehnt. Es spielt in einer Zeit, wo neben dem Kaiser noch die Drachenaugen, von den magischen Drachen Auserwählte und Träger ihrer Macht, über das Reich herrschen und bewachen. Eona, ein 16 jähriges gehbehindertes Mädchen, wird von dem Meister Lord Brannan aus den Salzminen geholt, um für die Auswahlzeremonien der magischen Drachenaugen ausgebildet zu werden. Eona verfügt wohl über die seltene Gabe, die eigentlich nur den männlichen Vertretern vorbehalten ist. Sie kann die mystischen Drachen sehen.

Aber Eonas Traum, Drachenanwärterin zu werden, könnte für sie tödlich enden. Ist es doch nur männlichen Bewerbern gestattet, Drachenmagie zu erwirken. Somit wird aus Eona ein 12 jähriger Eon, welcher es auch noch schafft, die Magie eines seit 500 Jahren verschollenen Spiegeldrachen zu erwirken. Nur einer der insgesamt 12 Drachenaugen, der machthungrige Lord Ido, mächtigster und Erstes Drachenauge, kommt hinter ihr Geheimnis und versucht ihre Magie für seinen schmutzigen Plan zu missbrauchen.

Fazit:

Eona Drachentochter ist spannend und fesselnd für Leser ab 12 Jahren geschrieben. Ein Buch in der Zeit der fernöstlichen Mythologie, aus dem Land der Drachen. Alison Goodman beschreibt die einzelnen Szenen und Ereignisse so detailliert, dass der Leser in dem Glauben ist, dass diese sich so zugetragen haben könnten. Farben, unterschiedliche Gerüche und die Drachen aus Energie lassen den Leser in eine fast unbekannte Kultur eintauchen. Mit den Buchhelden Eon(a) und eine männliche Lady Dela schafft die Autorin sympathische und ehrgeizige Charaktere, denn das geschlechtliche Versteckspiel ist spannend und auch vergnüglich witzig. Durch die Anleihen der fernöstlichen Mythologie bietet Alison Goodman auch einen tollen Einblick in die asiatische Kultur. (3xPRT)

Copyright by Walter Gasper 2010

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Auf der Suche nach dem Stein der Macht

Erstellt von Werner Karl am 25. April 2010

auf-der-jagd-nach-dem-stein-der-machtSarah Prineas
Auf der Suche nach dem Stein der Macht
Der Magische Dieb 1

The Magic Thief – Book One, USA, 2008
cbj-Verlag, München, 08/2009
TB, Jugendbuch, Fantasy, Abenteuer
ISBN 978-3-570-13561-7
Aus dem Englischen von Knut Krüger
Titelbild und Innenillustrationen von Antonio Javier Caparo

www.cbj-verlag.de
www.der-magische-dieb.de
www.sarah-prineas.com/
www.antoniocaparo.com/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Die mit ihrer Familie in Iowa-City lebende Sarah Prineas unterrichtet eigentlich Literatur und Kreatives Schreiben an der dortigen Universität. So blieb es vermutlich nicht aus, dass sie sich selbst daran machte, ein Buch zu verfassen und zu veröffentlichen. 2008 erschien ihr Debütroman „Auf der Suche nach dem Stein der Macht“, der erste Band der Reihe „Der Magische Dieb“. Die Geschichte wird liebevoll illustriert von Antonio Javier Caparo. Es ist eigentlich nichts Außergewöhnliches an Wellmet festzustellen. Eine Fürstin regiert mit fester Hand über die Stadt, ihre Soldaten sorgen für Ordnung auf den Straßen und beschützen die Bürger vor Gefahren von Außen. Magier und Kaufleute gehen ihren Geschäften nach. Und doch liegt eine seltsame Spannung über der Stadt, denn ausgerechnet die zauberkundigen Männer und Frauen, die in der Stadt ihren Nachwuchs unterrichten, haben festgestellt, das die Magie schwindet, von irgendetwas aufgesogen wird, das sie nicht lokalisieren können. Aus diesem Grunde rufen einige von ihnen ihren Kollegen Nevery zurück, einen brillanten, wenn auch ein wenig kauzigen und verrückten Kopf. Er soll das Rätsel lösen, das sie vor große Probleme stellte.

Kurz nach seiner Ankunft wird Nevery bestohlen. Doch der Junge, der ihm seinen ‚Locus Magicalicus’ gestohlen hat, das Artefakt, dass seine Kraft erst bündelt und verstärkt, fällt nicht tot um, wie es eigentlich sein müsste – er empfindet nur ein Brennen und Kribbeln. Das macht den Zauberer neugierig und er nimmt Connwaer, kurz Conn, mit sich, um ihn eine Weile zu beobachten. Kann es sein, dass der in Lumpen gekleidete und abgemagerte Junge magisches Talent hat? Doch zunächst soll er nur als Laufbursche arbeiten. Dann aber wird immer klarer, dass Nevery den richtigen Riecher hatte: Conn nimmt nicht nur immer wieder Dinge wahr, die einem Unbegabten entgehen müssten, er lernt auch überraschend schnell und zeigt eine besondere Affinität zu magischen Geschehnissen in seinem Umfeld. So wird der Junge vom Dieb zum Lehrling.

Zunächst allerdings soll er die Schule der Magier besuchen, um sich Grundwissen wie das Lesen und Schreiben anzueignen, etwas, was bei seiner Herkunft Probleme macht. Und da er selbst noch keinen ‚Locus Magicalicus’ besitzt, soll er ihn innerhalb der nächsten dreißig Tage finden, was sich als schwierigeres und gefährlicheres Unterfangen erweist, als Conn denkt, zumal er dabei auch noch dem Geheimnis auf die Spur kommt, das Nevery eigentlich lösen soll. Auch wenn einem eifrigen Leser vieles vertraut vorkommen mag, da es schon in Dutzenden anderer Bücher zu finden ist – das Kind aus niederen Verhältnissen erweist sich als mächtigster Magier seiner Zeit und muss dennoch für seine Anerkennung kämpfen -, so begeht die Autorin jedoch nicht den Fehler, bekannte Versatzstücke zu kopieren, sondern umkleidet sie mit einer eigenständigen Handlung und vielen überraschenden Ideen. Obwohl die Handlung auf Kinder ab zehn Jahren ausgerichtet ist und auf deren Wünsche und Bedürfnisse eingeht, können auch ältere Leser ihren Spaß an der Geschichte haben.

Dafür sorgen nicht nur die arg verschrobenen Charaktere, die sich nicht ganz so verhalten, wie man es gewohnt ist, sondern auch der interessante Hintergrund, der sich irgendwo zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert bewegt, wenn auch nicht genau zu fassen ist. Es gibt aber genug Andeutungen, um Lust auf mehr zu machen, denn selbst wenn die Gefahr in dem in sich geschlossenen Abenteuer gebannt wird, so bleiben am Ende doch einige Fragen offen, die eine Antwort verlangen und Lust auf mehr machen. Zwar spielt die Autorin mit nicht wenigen Klischees, aber sie verfremdet sie oder stellt sie munter auf den Kopf, gerade was die Magie und die Magier angeht.

So erweist sich „Auf der Jagd nach dem Stein der Macht“ als überraschend spannendes und abwechslungsreiches Abenteuer für Jung und Alt, so dass man die ganze Reihe um den „Magischen Dieb“ ruhig im Auge behalten sollte.

Copyright 2010 © by Christel Scheja (CS)

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