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Im Schatten des Elfenmonds

Erstellt von Werner Karl am 1. Juni 2010

im-schatten-des-elfenmondsO. R. Melling
Im Schatten des Elfenmonds

(sfbentry)
The Hunter’s Moon, USA, 2005
cbt-Verlag, München, dt. Erstausgabe: 2/2008
TB, Jugendbuch, Fantasy, Romance
ISBN 978-3-570-30445-7
Aus dem Amerikanischen von Anne Brauner
Titelgestaltung von init.büro für gestaltung, Bielefeld unter Verwendung einer Illustration von Cliff Nielsen
Karte von N. N.
Autorenfoto von privat
Zitate aus diversen Quellen

www.cbj-verlag.de
www.ormelling.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die 16-jährige Amerikanerin Gwen ist zu Besuch bei ihrer gleichaltrigen Cousine Findabhair in Irland. Die beiden Mädchen wollen während der Ferien das Land erkunden und vor allem nach mythischen Plätzen suchen. Als sie in einem Elfengrab übernachten, passiert etwas, womit sie niemals gerechnet hätten: Der attraktive Elfenkönig Finvarra erhebt Anspruch auf sie beide. Findabhair erliegt seinem Charme und folgt ihm in die Elfenwelt; Gwen hingegen weist ihn zurück. Am anderen Morgen erwacht Gwen allein – es war kein Traum. Quer durch Irland folgt sie den Elfen, um ihre Cousine zu befreien. Dabei wird sie immer wieder auf die Probe gestellt und fällt auf so manche List Finvarras herein. Nachdem sie die Speisen der Elfen trotz aller Warnungen kostete, ist sie schon zur Hälfte sein, und jetzt noch Findabhair retten zu wollen, scheint aussichtslos, vor allem da diese sich in ihr Schicksal fügen will, das sie als Opfer für den Crom Cruac ausersehen hat. Unerwartet bekommt Gwen Hilfe: Eine Elfenheilerin und ihr Sohn sowie zwei Reisebekanntschaften wollen gemeinsam mit ihr um Findabhairs Leben kämpfen. Aber sie müssen sieben sein, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben…

O. R. Melling alias G. V. Whelan ist Autorin zahlreicher Fantasy-Romane, die sich in erster Linie an Teenager wenden. Sie wurde in Irland geboren, wuchs in Kanada auf, trampte als 18-jährige bis nach Kalifornien und unternahm viele Reisen. Inzwischen lebt sie wieder in ihrem Geburtsort Bray und hat eine Tochter namens Findabhair. In ihren Erzählungen verarbeitet sie häufig die Mythen und Legenden ihrer Heimat. Cliff Nielsen illustriert häufig Kinder- und Jugendbücher, darunter finden sich auch zahlreiche „Star Wars“-Abenteuer. „Im Schatten des Elfenmonds“ ist ein spannender Fantasy-Roman, der vor allem Leserinnen ab 13 Jahren gefallen dürfte, der aber auch ein reiferes Publikum gut unterhält. Er entführt die Leserschaft nach Irland an reale Orte und in die Welt der keltischen Sagen und Märchen, Anspielungen auf den „Herrn der Ringe“, den „Wurm Ouroboros“ u. a. Motive inklusive. Im Mittelpunkt der Handlung scheint zunächst die wagemutige und aktive Findabhair zu stehen, die früh unter den Bann des Elfenkönigs gerät, dadurch jedoch drastisch an Handlungsanteilen einbüßt. Gwen, die eher als typische Heldenbegleiterin aufgebaut wurde, mausert sich zur eigentlichen Hauptfigur, die von ihrem Wunsch, die Cousine zu retten, angetrieben wird und über sich hinaus wächst.

Ob diese Entwicklung von der Autorin geplant war oder nicht, ist spekulativ: Die Eingangsszene ist Findabhair gewidmet, doch nach ihrer Entführung verschwindet sie fast sang- und klanglos. Die kurze Zeit, in der sie und Gwen gemeinsam reisen, geht mit einem zunehmenden Schwenk auf Gwens Sichtweise einher und wirkt nachträglich angepasst. Das stört jedoch nicht weiter, denn schon nach den ersten Seiten befindet man sich mitten im Abenteuer und will wissen, was Finvarra mit den beiden Mädchen vorhat und ob es Gwen gelingen wird, dem Elfenkönig einen Strich durch die Rechnung zu machen. Immer wieder findet sie Helfer, wenn sie nicht mehr weiter weiß. Erst ist es ein Gnom, der kryptische Bemerkungen von sich gibt, dann sind es immer wieder Rotschöpfe, die sich als vertrauenswürdig erweisen, so manchen Tipp geben oder gar aktiv eingreifen. Hin und wieder kommt die Unterstützung sogar von Personen, von denen man es nicht erwartet hätte. Geradlinig spult die Autorin ihre Handlung ab und sorgt durch die Hürden, die Gwen immer wieder nehmen muss, für Spannung, durch das Eingreifen ihrer Freunde für überraschende Wendungen.

Die Charaktere sind sympathisch, aber nicht näher ausgeführte Archetypen, die ihre Rollen so erfüllen, wie man es von ihnen erwartet. Die Handlung pendelt zwischen Gegenwart und Märchenland hin und her und lässt die Grenzen schließlich ganz verwischen. Man fühlt mit den Protagonistinnen, denen es schwer fällt, sich für eine der Welten zu entscheiden, würden sie doch in der einen viel zurücklassen, und in der anderen ist trotz aller phantastischer Möglichkeiten nicht alles Gold, was glänzt. Schließlich gibt die Liebe den Ausschlag. Das Ende überrascht, erscheint es doch recht grausam, gerade für junge, romantische Leserinnen, doch dann ereignet sich noch etwas, das versöhnt und alle zufrieden stimmt. Man sollte dennoch auf Einiges gefasst sein, denn das Reich der Elfen ist gefährlich, und die Protagonisten bekommen das auch zu spüren.

Es erscheint etwas ungewöhnlich, dass zwei Sechzehnjährige ohne Aufsicht eines Erwachsenen durchs Land touren und sich nicht zwischendurch bei der Familie melden müssen bzw. später eine davon ohne Angst um ihre Sicherheit allein umherzieht. Zwar hat die Autorin auf ihren Rucksackreisen offenbar überwiegend positive Erfahrungen gesammelt, die hier mit eingeflossen sind, doch ob jeder das Glück hat, nur auf ehrliche Menschen zu treffen, sei dahin gestellt. Die möglichen Gefahren werden gar nicht angesprochen und lassen naive Leser an eine heile Welt glauben, die es nicht gibt. Davon abgesehen bietet das Buch gute, auf die Zielgruppe abgestimmte Unterhaltung mit dem richtigen Maß Romantik und viel Spannung.

Copyright © 2008 by Irene Salzmann (IS)
 
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Piratenbraut

Erstellt von Werner Karl am 11. Mai 2010

piratenbrautJessica Brandon
Piratenbraut

cbt-Verlag, München, 06/2009
TB, Jugendbuch, Abenteuer, Geschichte
ISBN 978-3-570-30603-1
Titelgestaltung von N. N.

www.cbt-jugendbuch.de

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Beim Stichwort ‚Piraten’ stellen sich die meisten eine verwegene Bande von schrulligen Chaoten vor, die mit Wein, Weib und Gesang magischen Schätzen hinterher jagt und gegen despotische Gesellschaften oder Gouverneure – manchmal gegen noch schurkischere Halsabschneider – kämpft. Dass die Wirklichkeit ganz anders ausgesehen hat und vor allem facettenreicher ist, als man denkt, verraten Sachbücher und Romane, die sich intensiv mit den Freibeutern der Meere beschäftigen und dabei nicht nur auf die gängigen Klischees zurückgreifen. Denn genau so unterschiedlich wie die Männer und Frauen waren, die zu Piraten wurden, sind auch der Umgang der Obrigkeit und der Handelsfahrer mit ihnen. Jessica Brandon entführt auf die kanarischen Inseln des 18. Jahrhunderts. Die Eilande vor der Küste Afrikas sind nicht nur von den Spaniern in Besitz genommen worden, sie dienen auch einem anderen Zweck: als Sprungbrett und Zwischenstation für alle, deren Ziel Amerika oder Asien ist.

Aus diesem Grunde haben die Bewohner auch eine Ahnung von den Gütern, die aus fremden Landen herbei geschafft werden. Und hier können auch diejenigen, die ihren Lebensunterhalt nicht mit ehrlicher Arbeit verdienen, wichtige Informationen sammeln. Davon weiß die junge Sancha allerdings nicht viel. Sie sieht nur, dass ihr glückliches Leben sich dem Ende zuneigt. Da ihre Eltern schon früh bei einem Piratenüberfall starben und sie bei einer verwitweten Tante aufwuchs, kann sie keine Mitgift aufweisen, für die sie ein Mann von besserem Stand heiraten würde. Zudem ist sie hoch gebildet und viel zu klug für eine Frau. Aus diesem Grunde bleibt ihr nur das Kloster. Doch Sancha weiß schon jetzt, dass sie die strenge Zucht und Ordnung nicht lange ertragen wird.

Deshalb erscheint es wie ein Wink des Himmels, als eines Tages ein junger Mann in ihrem Alter auftaucht. Er behauptet, für sich und seinen Kapitän einen Lehrer zu suchen. Sie beide wollen Lesen und Schreiben lernen. Das junge Mädchen ahnt, dass hier etwas nicht ganz stimmt, aber sie sagt trotzdem zu. Auch ihre Tante kann schnell überzeugt werden, denn diese ist selbst in Not, da ihr Mann hohe Schulden hinterlassen hat. Sie schließt sich ihrer Nichte und dem Schiffsjungen Manuel deshalb ebenfalls an. Als beide erkennen, dass sie auf einem Piratenschiff gelandet sind, gibt es leider kein Zurück mehr. So fügen sich die Frauen in ihr Schicksal; die Tante übernimmt die Rolle des Kochs, während Sancha, wie vereinbart, den Kapitän und Manuel unterrichtet. Nach und nach verschaffen sie sich den Respekt der meisten Seeleute und des Kapitäns und finden schließlich heraus, welche Rolle ‚El Moro’ für die kanarischen Inseln eigentlich spielt und warum. Und eines Tages entdeckt Sancha durch Zufall, was den Piratenkapitän antreibt, das Lesen zu lernen.

Eigentlich ist „Piratenbraut“ nicht der passende Titel, denn auch wenn sich eine Romanze zwischen Manuel und Sancha entwickelt, spielt die Liebe eine untergeordnete Rolle in der Geschichte. Stattdessen beschäftigt sich Jessica Brandon viel lieber mit der Schilderung des alltäglichen und nicht ganz so abenteuerlichen Lebens der Piraten, das nur wenigen bekannt ist und das eher belanglos verlief. El Moro macht vielleicht nicht so ertragreiche Beute wie seine Kollegen in der Karibik, aber seine Männer und er haben ein sicheres Auskommen, und die Gefahren beim Überfall auf Handelssegler aus Amerika hielten sich bisher in Grenzen. Um so mehr träumen die Männer natürlich von Goldschiffen und Schätzen, die andere Piraten verborgen haben.

Man erfährt viel vom alltäglichen Leben der Piraten, wie unterschiedlich diese in ihrem Wesen sind, und warum ein redlicher Mann sich dazu entscheidet, Pirat zu werden. Von brutalen Schurken und Halsabschneidern bis hin zu Seemännern, die einfach nur überleben wollen und von ihrem Gewissen gequält werden, gibt es alles. Dazu kommen natürlich ein Mädchen, das auf seine Weise auch eine Außenseiterin ist, und ihre Tante, die sich zwar in ihre Rolle gefügt hat, aber auch noch einmal ausbricht. Sie sind die Beobachter, die den Lesern helfen, sich in der fremden Welt dieser Piraten zurechtzufinden.

„Piratenbraut“ ist bis auf das Ende nicht unbedingt dramatisch oder spektakulär, aber dennoch liebevoll und warmherzig erzählt. Das Buch dürfte vor allem den Lesern gefallen, denen der geschichtliche Aspekt wichtig ist und weniger das Abenteuer oder eine Romanze.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)
 
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Susannah – Auch Geister haben hübsche Söhne

Erstellt von Werner Karl am 11. Mai 2010

susannah-auch-geister-haben-hubsche-sohneMeg Cabot
Susannah – Auch Geister haben hübsche Söhne
Susannah 2

The Mediator – Ninth Key, USA, 2001
cbt-Verlag, München, dt. Erstauflage: 05/2009
TB, Jugendbuch, Mystery, Horror, Romance
ISBN 978-3-570-30198-2
Aus dem Amerikanischen von Yvonne Hergane-Magholder
Titelgestaltung von Zeichenpool, München, unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock/Mirjana Banjac/Cindy Hughes
Autorenfoto von Ali Smith

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www.megcabot.com/
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Die 16-jährige Susannah konnte von je her Geister sehen. Immer wieder tauchen sie auf, oft mit einem Anliegen. Wenn möglich, erfüllt Susannah den letzten Wunsch des Verstorbenen, und klappt das nicht, wird der lästige Geist verscheucht. Das Mädchen kann sich niemandem anvertrauen: Es ist besser, man hält sie für ein schwieriges Kind, statt für verrückt. Als Susannahs Mutter wieder heiratet, ziehen die beiden von New York nach Kalifornien in ein großes, altes Haus zum neuen Ehemann und dessen drei Söhne. Wie nicht anders zu erwarten, ziehen die Probleme mit um. In Susannahs Zimmer wohnt der Geist des attraktiven Jesse, der vor über hundert Jahren erschossen wurde. Er ist etwas nervig, aber gar nicht so übel, nur bleibt er nicht der einzige nächtliche Besucher.

Glücklicherweise gibt sich Pater Dominic, der Direktor der Schule, als Mittler zu erkennen – er kann ebenfalls Geister sehen und zeigt sich sehr verständnisvoll. Er möchte mit Susannah zusammenarbeiten und all den umher wandernden Seelen den Weg zur ewigen Ruhe weisen. Davon ist Susannah wenig begeistert, da sie lieber all das tun möchte, woran Teenager Spaß haben – und das ist nicht Geisterjagen. Trotzdem kann sie nicht anders, als nachzuforschen, wer der mysteriöse Red ist, der keine Schuld am Tod der Frau trägt, die nun ständig in Susannahs Zimmer heult. Die Spur führt zu einem reichen Unternehmer, der offenbar über Leichen geht. Susannahs Entsetzen wächst, als er sich als Vampir outet …

Der zweite „Susannah“-Band ist sehr unterhaltsam, aber nicht so spritzig wie „Auch Geister können küssen“. Dieser profitierte von der Einführung schrulliger Figuren sowie einer Handlung, die sich an der TV-Serie „Buffy – The Vampire-Slayer“ orientiert und doch ein wenig anders ist. Mittlerweile ist man mit dem Hintergrund und den Akteuren vertraut, das Überraschungsmoment ist folglich weniger ausgeprägt, die Kommentare von Hauptfigur Susannah wirken zu sehr auf ‚cooler Teenie’ getrimmt. Die Geschehnisse im ersten Buch werden kurz erwähnt, sind aber nicht relevant für den aktuellen Plot, da jede Geschichte in sich abgeschlossen ist. Zwar bleiben stets einige Fragen offen, aber sie betreffen lediglich die wiederkehrenden Nebenfiguren und schaffen das rote Band, welches die einzelnen Teile verbindet. Die Hauptproblematik wird restlos aufgeklärt – und natürlich ist alles anders, als Susannah dachte.

Prompt gerät sie in Lebensgefahr, weil sie an gefährlichen Dingen rührt, die sie erst durchschaut, als es bereits zu spät ist. Zwar wurde sie von ihren Geisterfreunden gewarnt, aber diese drücken sich stets kryptisch aus und sind keine wirkliche Hilfe, ausgenommen Jesse. Das Verhältnis zu ihm beginnt, sich zu verändern, aber auch das ist ein Thema für spätere Bände, genauso wie die Umstände seines Todes. Die Weichen werden gestellt für den Besuch einer New Yorker Freundin – vielleicht gibt es dann nicht nur Geisterspuk sondern auch neue Informationen? Und einen festen Freund hat Susannah auch noch nicht. Alle Jungen, die sich mehr oder weniger für sie interessieren, werden durch die Umstände vergrault. Das alles macht neugierig auf das Kommende.

Die Charaktere sind sympathisch und witzig, die Story ist spannend und überrascht mit mehr unerwarteten Wendungen, als man vermutet hat – und das spricht Mädchen ab 13 Jahre an, die keine tief schürfenden Lektüren sondern leichte, zeitgenössische Unterhaltung wünschen. Mag man „Buffy“, „Bella & Edward“, die „Vampire Diaries“ u. ä. Reihen, dann hat man auch Spaß an den „Susannah“-Bänden.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Der leuchtende Stein

Erstellt von Werner Karl am 21. März 2010

der-leuchtende-steinJoanne Harris
Der leuchtende Stein

Runemark, GB, 2007
cbt-Verlag, München, 04/2009
TB, Jugendbuch, Fantasy
ISBN 9783570305157
Aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung
Titelgestaltung von istockphoto/Lukasz Laska/Christopher O Driscoll

www.cbt-jugendbuch.de
www.joanne-harris.co.uk/

Jahrhunderte sind seit Ragnarök, dem großen Krieg, in dem die alten Götter starben oder verschwanden, vergangen. Die Welt von Maddy in dem kleinen Dorf Malbry ist geordnet und überschaubar, folgt den Gesetzen des neuen namenlosen Gottes, der die Ordnung predigt und jede Art von Phantasterei, von Übersinnlichem und sogar Träume verbietet. Doch während alle zufrieden damit sind, Teil dieser neuen Welt zu sein, kann das Maddy nicht gelingen. Sie trägt von Geburt an ein Runenmal auf der Hand und kann Magie wirken, die Kobolde aus dem nahe gelegenen Hexenhügel vertreiben, und sie hat einen sonderbaren Freund, den einäugigen Wanderer, der ihr die verbotenen alten Legenden erzählt und sie in der Runenkunst unterrichtet.

Bald muss Maddy feststellen, dass niemand und nichts wirklich genau so ist, wie es zu sein scheint – nicht einmal sie selber. Denn die verloren gegangene Vergangenheit ist sehr viel näher, als jeder denkt, und rasch findet sich Maddy mitten in ihrer eigenen Sage voller Asen, Wanen, Dämonen, Geister, Orakel und den fanatischen Anhängern der neuen Ordnung wieder. Und die Rolle, die sie bei der Frage spielt, ob die Welt diesmal wirklich unter geht oder ein neues Zeitalter beginnt, ist sehr viel größer, als sie sich je hätte träumen lassen. Joanne Harris spinnt in ihrem ersten Jugendbuch eine wunderbare Geschichte, die im Kleinen beginnt und auf den über 500 Seiten rasch zu einer großen Sage heran wächst, in der einem die jugendliche Heldin Maddy genauso nahe steht wie die Götter der alten Zeit, die sich meistens erstaunlich menschlich geben.

Dabei entfernen sich die Protagonisten nie weiter als ein paar Tagesmärsche um das verschlafene Malbry herum – oder eher: darunter, denn wie bei einem großen, aufwändig geknüpften Spinnennetz führen letztlich die Wege aller in die Unterwelt Hel und an die Gestade des Traumflusses. Während die Welt Maddys an der Oberfläche trotz Runenmagie und Kobolden vertraut wirkt, bekommt sie in der Tiefe – gerade im rasanten letzten Teil – etwas Surrealistisches, so dass Handlung und Umgebung zeitweise gleichermaßen verworren wirken, ohne dass man als Leser jedoch darin verloren gehen kann.

Nicht nur ist die Erzählung gut geschrieben, sie bleibt auch dadurch spannend, dass stets unerwartete Dinge passieren und die meisten Personen ein Geheimnis mit sich tragen, das auch dem Leser erst nach und nach enthüllt wird. Auf diese Weise hat Joanne Harris ein sehr unterhaltsames Werk geschaffen, in dem sie alte Sagen mit moderner Fantasy mischt, und das trotz der Einordnung in die Jugendbuchreihe von cbt auch für andere Altersgruppen interessant ist, mit runden Charakteren, vielen Überraschungen und sehr bildhaften Beschreibungen.

Auffällig vom Stil her sind allein zwei Dinge: Erstens schlagen auch die Götter einen teilweise nahezu flapsigen Ton an, der oft sehr gut passt, zuweilen aber schon an Anachronismen grenzt, und zweitens hat die Autorin eine Vorliebe für lange Aufzählungen, die einem immer wieder und unnötigerweise begegnen. „Der leuchtende Stein“ ist in sich abgeschlossen, wenngleich es zum Schluss auch Ausblicke auf weitere Ereignisse – vielleicht für einen Folgeband? – gibt, und verspricht einige Stunden phantastischen Lesevergnügens.
 
Copyright © 2010 by Britta van den Boom (BvdB)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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In der Schattenwelt

Erstellt von Werner Karl am 14. März 2010

in-der-schattenweltLisa J. Smith
In der Schattenwelt
Tagebuch eines Vampirs 4

Dark Reunion – The Vampire Diaries 4, USA, 1992
cbt-Verlag, München, 1. Auflage: 12/2008
dt. Erstausgabe: „Die Rache“, CORA Verlag, Hamburg, 2002
TB, Jugendbuch 30500, Romantic Mystery, Horror
ISBN 9783570305003
Aus dem Amerikanischen von Ingrid Gross, neu bearbeitet von Kerstin Windisch
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung
eines Motivs von Shutterstock/Alexandra Igolkin
Autorenfoto von privat

www.cbt-jugendbuch.de
www.hildendesign.de
www.shutterstock.com

Von dem großen Erfolg der „Bis(s)“-Romane profitieren mittlerweile auch ältere Einzeltitel und Serien, so dass sie neu aufgelegt werden. Die Reihe „Tagebuch eines Vampirs“ wird außerdem durch die Verfilmung (die TV- Serie läuft seit Januar 2010 auf Pro7) viele Fans hinzu gewinnen können.

Highschool-Queen Elena verliebt sich in Stefano, den attraktiven neuen Schüler. Daran ändert sich auch nichts, als sie herausfindet, dass er ein Vampir ist. Allerdings neidet ihr so mancher dieses Glück, darunter ihre Freundin Caroline und Damon, Stefanos düsterer Bruder. Aber nicht diese beiden bedrohen die kleine Gemeinde Fell’s Church, sondern ein Gespenst aus der Vergangenheit der jungen Männer. Elena, die einen Angriff nur dadurch überlebte, in dem sie selber zum Vampir wurde, opfert sich, um ihre Freunde und die ahnungslosen Menschen zu retten. Seiher ist fast ein Jahr vergangen. Bonnie ahnt als Erste, dass erneut das Böse in Fell’s Church Einzug gehalten hat. Es gelingt ihr, Elenas Geist zu beschwören, der sie warnt und ihr rät, Hilfe zu rufen. Tatsächlich kehren Stefano und Damon zurück und beginnen zusammen mit Bonnie, Meredith und Matt, Nachforschungen anzustellen. Trotzdem können sie nicht verhindern, dass zwei Mädchen sterben – und es scheint, als wären die Vampire sogar mit vereinten Kräften machtlos, denn ihr Gegner ist ein Uralter …

Wer hätte das zu Beginn der Serie gedacht, dass Hauptfigur Elena tatsächlich sterben würde! Ihren Platz nimmt nun Bonnie ein, die ihr am nächsten gestanden hat und sensibel auf übersinnliche Phänomene reagiert. Nachdem sie ihre Fähigkeiten anfangs eher spielerisch und unter dem Lächeln der anderen einsetzte, um kindlich-naive Schwüre zu besiegeln oder kryptische Informationen zu beschaffen, sind sie jetzt Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, denn Bonnie bemerkt das Böse zuerst, sie ruft die Helfer und ahnt auch später immer, wann Gefahr droht. Obwohl sie stets etwas ängstlich war, hat sie sich notgedrungen zu einer Kämpferin entwickelt.

Merediths Rolle ist kleiner, aber auch sie beweist regelmäßig ihren Mut. Dasselbe gilt für Matt, der jedoch über lange Passagen hinweg eher wie ein Hemmschuh wirkt, da er Elenas Tod immer noch nicht verkraftet hat und regelmäßig daran zweifelt, dass ihre Aktionen in dieser schlechten Welt gegen das übermächtige Böse überhaupt einen Sinn haben. Die Streitigkeiten zwischen Stefano und Damon gehen weiter, wie gehabt, auch wenn sich Elena gewünscht hatte, dass sich die Brüder vertragen. Damons Provokationen lassen das Misstrauen der anderen nicht geringer werden, doch schließlich verblüfft er alle, und die Autorin versäumt nicht, die entsprechenden Erklärungen nachzuliefern, die sein Image aufbessern.

Und es gibt noch mehr Überraschungen: Einer der Mitschüler, die Elena und Stefano immer wieder Schwierigkeiten bereitet haben, tritt das Erbe eines Ahnen an, aber er ist nur der Handlanger des wahren Feindes. Dass dieser ein Uralter ist, dürfte das lese-erfahrene Publikum sicher anhand der Hinweise schnell erraten haben. Leider wird er als eindimensional Böser geschildert, als schmuddelig und mit psychopathischen Zügen, damit man seine Geschichte und sein Wesen gar nicht erst faszinierend findet. Abschließend folgt die größte Überraschung, die etwas versäuert wird durch das Eingreifen von Deus ex Machina. Das Finale wirkt darum etwas dick aufgetragen, ist aber genau das, was Fans, die noch bunte Träume in Technicolor haben, lesen wollten.

Wieder zeigt Lisa J. Smith, dass ihr alle Figuren ans Herz gewachsen sind und sie jede davon gut in Szene setzen kann. Ihre kleinen Tricks, die Handlung stets in die gewünschte Richtung zu lenken oder Entwicklungen, die ursprünglich vielleicht anders geplant waren, zu korrigieren, fallen nur reiferen Lesern auf. Mit ihrem angenehmen Erzählstil zieht sie das Publikum in die dramatische Story hinein und führt es bis zum fulminanten Höhepunkt, der alle Hoffnungen der Fans erfüllt. Wer bereits mit Vergnügen die ersten drei Bände der Reihe „Tagebuch eines Vampirs“ verfolgte, wird den vierten Teil nicht missen wollen und mit den neuen Ereignissen vollauf zufrieden sein. Die Fortsetzung folgt bald …, und bis dahin tröstet die TV-Serie über die Wartezeit hinwegunterhält.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Knochenkälte

Erstellt von Werner Karl am 12. März 2010

knochenkalteGraham McNamee
Knochenkälte

Bonechiller, USA, 2008
cbt-Verlag, München, 1. Auflage: 12/2009
TB, Jugendbuch, Mystery-Thriller, Horror
ISBN 9783570306093
Aus dem Amerikanischen von Yvonne Hergane-Magholder
Titelgestaltung von init.büro für gestaltung, Bielefeld unter Verwendung eines Motivs von:
Jon Helgason, Anssi Ruuska, Aleksandar Velaseric Istockphoto
Autorenfoto von Random House US

www.cbt-jugendbuch.de

Seit dem tragischen Tod der Mutter sind Danny und sein Vater auf der Flucht vor ihren Erinnerungen und dem Leben. Vor kurzem haben sie sich in Harvest Cove, Kanada niedergelassen – aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Unrast sie weiter treibt. Danny hat sich mit seinen Mitschülern Pike, Howie und Ash – echten military brats – angefreundet. Vor allem die toughe Ash hat es ihm angetan, und es scheint, als wäre sie auch nicht völlig desinteressiert, wenngleich sie, wie ihm sehr wohl bewusst ist, mehr Mann ist als er.

Auf dem Heimweg wird Danny von einem mysteriösen Monster angefallen. Nur knapp kann er entkommen, aber das Wesen hat ihn verletzt: Ein winziger blauer Punkt, wie von einem Füllerstich, befindet sich auf seinem Handrücken. Plötzlich wird Danny von Albträumen heimgesucht, er ist nicht mehr kälteempfindlich und vermag im Dunkeln zu sehen. Genau dasselbe passiert wenige Tage später Howie, aber er hat nicht gar so viel Glück und wird ins Krankenhaus gebracht, wo man ihm, der sich ebenfalls langsam verändert, nicht helfen kann. Der intelligente Junge beginnt zu recherchieren und findet heraus, dass in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Teenager unter seltsamen Umständen verschwanden – und zuvor zeigten sie ähnliche Symptome.

So verrückt es auch klingen mag, es scheint, als wären an den Legenden vom Windigo, einer Menschen fressenden Bestie, mehr dran, als jeder auch nur vermutet hätte. Ein alter Mann, der ebenfalls als Jugendlicher gezeichnet wurde, rät Danny, schleunigst zu verschwinden, so weit weg, wie nur möglich, denn es gibt kein Entkommen. Aber Danny bleibt. Er will nicht schon wieder davon laufen. Außerdem kann er Howie nicht im Stich lassen. Zusammen mit Ash und Pike will er das gefährliche Wesen unschädlich machen. Aber was haben vier Teens und ein alter Mann einer Kreatur aus der Mythologie schon entgegenzusetzen? Es steht zwar „Thriller“ auf dem Cover, aber „Knochenkälte“ ist eher dem Horror-Genre zuzuordnen, denn es gibt keine Verbrechen und Ermittlungen, wie man sie aus Krimis kennt, dafür treibt jedoch ein mythisches Monster sein Unwesen und zieht junge Menschen in seinen Bann.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen vier Teens, von denen zwei als Opfer ausgewählt werden. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern schaffen sie es jedoch, Informationen zu sammeln, und erkennen, womit sie es zu tun haben. Zwar können sie sich niemandem anvertrauen, da die Wahrheit zu phantastisch ist, aber das Wissen reicht, um Gegenmaßnahmen einzuleiten. Danny, aus dessen Sicht die Ereignisse geschildert werden, findet dank seiner Freunde die Kraft, sich dem Feind zu stellen. Das mit dem Tod seiner Mutter verbundene Trauma und die Liebe zu Ash sind die wichtigsten Triebfedern. Zwar wahren die ‚cool Kids’ eine gewisse Distanz zum Leser, da sie einem Milieu entstammen, das einem fremd ist, aber gerade dieser Punkt erweist sich als Zünglein an der Waage.

Der Autor zieht durch seinen flüssigen Stil, der die jungen Protagonisten glaubhaft in Szene setzt, in den Bann. Man fiebert richtig mit, während die Puzzlestücke zusammengetragen werden, und das Finale überzeugt. „Knochenkälte“ ist ein spannender Horror-Roman, der an ein All Age-Publikum adressiert ist und von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhält. (3xPRT)

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei: Buch24.de
Titel erhältlich bei: Booklooker.de

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Thomas Dommasch
2.Christian Sauer
3.Ingolf Dörge
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Das Haus der kalten Herzen

Erstellt von Werner Karl am 6. März 2010

das-haus-der-kalten-herzenSarah Singleton
Das Haus der kalten Herzen

Century, GB, 2005
cbt-Verlag, München, 1. Auflage: 2/2010
TB, Jugendbuch, Mystery, Gothic, Drama
ISBN 9783570306475
Aus dem Englischen von Catrin Frischer
Titelgestaltung von Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, München – Züric
unter Verwendung eines Motivs von Maja Homen (Mädchen) und Gleb Vinnikov/Shutterstock (Eisenornament)
Autorenfoto von Martin Phelps

www.cbt-jugendbuch.de
www.crowmaiden.plus.com/
www.haka.com/
www.majahomen.com/
http://astralwind.deviantart.com/
www.shutterstock.com/

Für die Schwestern Mercy und Charity Verga, 12 und 10 Jahre alt, gleicht ein Tag dem anderen, d. h., sie stehen auf, sobald es dunkel wird, essen, werden unterrichtet, spielen und legen sich schlafen, wenn der Morgen anbricht. Dann entdeckt Mercy, die Geister sehen kann, eine junge Frau im See, die sie nicht kennt. Unverhofft bringt das Unruhe nach „Century – Das Haus der kalten Herzen“, und Trajan, der Vater der Mädchen, lässt sich dazu herab, mit ihnen zu speisen und zu mahnen, denn Veränderungen sind unerwünscht. Von nun an werden die Kinder von ihrer Gouvernante Galatea auf den Spaziergängen begleitet. Dennoch gelingt es Mercy, der Obhut kurz zu entwischen. In der Kapelle trifft sie auf Claudius, einen jungen Mann, der sie bittet, den Zauber zu brechen, den Trajan, sein Bruder, über Century geworfen hat. Mercys Neugierde ist geweckt: Ist dieses eintönige, einsame Leben wirklich alles, was ihnen vergönnt ist? Und was stieß ihrer Mutter, die angeblich tot ist, zu? Claudius lässt die Hoffnung keimen, Mercy könne Thekla begegnen.

In Folge setzt sich Mercy über das Verbot des Vaters hinweg und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Es gelingt ihr sogar, ein Portal zu öffnen und das Sonnenlicht zu sehen! Mercy ist fasziniert und weiht Charity ein, die ihre geheime Verbündete wird. Aber Trajan, Galatea und die Haushälterin Aurelia sind auf der Hut und versuchen zu verhindern, dass Mercy erneut den Durchgang öffnet. Als man sie einsperrt, bleibt ihr keine andere Wahl als die Flucht in die Vergangenheit, um das Rätsel zu lösen. Aber tut sie das Richtige? Weder Trajan noch Claudius spielen mit offenen Karten oder beantworten alle Fragen. Schon bald wird Mercy klar, dass ihr Onkel eine schreckliche Tat begangen und Trajan durch seinen Zauber den Bruder eingesperrt hat – und mit ihm alle anderen Familienmitglieder. Was wird passieren, wenn Claudius frei kommt? Ist das nächste Unheil vorprogrammiert, oder wird sich das Leben von allen zum Besseren wenden? Für Zweifel ist es längst zu spät, denn Mercy hat durch ihre Besuche in der Vergangenheit schon zu viele Lücken in den Zauber gerissen und angefangen, Trajans Buch über das Haus Century neu zu schreiben …

Nach den ersten Seiten glaubt man, einen Roman in der Tradition der Gothic Novel in Händen zu halten, der das Motiv des haunted manor in Verbindung mit Vampiren aufgreift, aber im Laufe der Handlung erfährt man die wahren Wurzeln, die sogar beim Namen genannt werden. Die Vergas sind nicht wie andere Menschen, doch was der Vater Mercy und Charity sowie den weitläufigeren Verwandten, die in Century den Status von Bediensteten innehaben, abverlangt, scheint grausam. Keiner darf das Tageslicht sehen, sie sind in im ewigen Winter gefangen und vorzeitig gealtert. Und schlimmer noch: Die Erinnerungen an sonnige, warme und glückliche Tage wurden gelöscht – und die an die Mutter! Ein Zufall bringt jedoch die Veränderungen, die nie hätten auftreten dürfen. Aber können diese wirklich alles zum Guten wenden? Mercy muss das Puzzle Stück für Stück zusammensetzen, um die Wahrheit zu erfahren, aber bis zum Schluss weiß sie nicht, ob ihr Handeln richtig oder falsch ist.

Als Leser fiebert man mit der jungen Hauptfigur, vor allem nachdem klar ist, dass man es nicht mit einem konventionellen Vampir-Roman zu tun hat. Die Autorin bedient sich populärer Versatzstücke, macht daraus jedoch etwas Neues und Eigentümliches, das bis zum Schluss fesselt – und nicht nur junge Leser sondern auch das reifere Publikum, das dankbar ist für alle guten Titel abseits von eintöniger Romantic Mystery und Splatter. Sarah Singleton liefert einen soliden, unheimlichen Gruselroman, der trotz junger Protagonisten ein All Age-Publikum zu fesseln weiß und dem Genre unter Verwendung bekannter Motive doch einige neue Facetten hinzuzufügen vermag. Ein klasse Buch für Leser und vor allem Leserinnen ab 12 Jahre! (3xPRT)

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel bei Buch24.de:
Das Haus der kalten Herzen

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Frank Holtmannspört
2.Martin Westphal
3.Helmut Schneider
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Teufelsengel

Erstellt von Werner Karl am 9. Februar 2010

teufelsengelMonika Feth
Teufelsengel

cbt Verlag 2009
Hardcover
Umfang: 416 Seiten
Umschlagbild: F. B. Regös
ISBN 9783570160459

www.cbt-jugendbuch.de
www.monikafeth-thriller.de

Zur Autorin:
Monika Feth wurde in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von Köln. Durch den sensationellen Erfolg der Erdbeerpflücker-Thriller wurde Monika Feth weit über die Grenzen des Jugendbuchs hinaus bekannt. Ihre Bücher wurden in 19 Sprachen übersetzt.

Zum Buch:
Romy lebt in Köln. Dort hat sie eine Volontärstelle beim Köln Journal ergattert. Sie ist sehr ehrgeizig und ihr Chef Greg setzt große Stücke auf sie. Als sich in Köln mehrere Morde hintereinander ereignen, wittert Romy einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen. Bei der Polizei sieht man das scheinbar anders, denn jeder Mordfall wird von einem anderen Kommissar und seinem Team bearbeitet, wohl auch deshalb, weil man an allen Tatorten unterschiedliche DNA gefunden hat. Im letzten Mordfall, dem Mord an einem jungen Mann, ermittelt Kommissar Bert Melzig, den alle Leser von Monika Feths Büchern wohl schon kennen dürften. Bert hat sich nach der Trennung von seiner Frau nach Köln versetzen lassen und versucht nun dort ein neues Leben anzufangen.

Auch in ihm keimt der Verdacht eines Zusammenhangs zwischen den Taten. Nur die Verbindung ist weder für Romy noch für Bert auf den ersten Blick erkennbar. So ermittelt jeder für sich, wie das im Innenverhältnis zwischen Polizei und Presse auch sein muss. Zwischendrin erfährt der Leser noch einiges über Romys Beziehung zu ihrem Freund Calypso mit all ihren Höhen und Tiefen und über den Journalisten Ingo vom Kölner Anzeiger, der wohl in der gleichen Sache recherchiert und ein gespaltenes Verhältnis zu Romy hat.

Die Fäden laufen in einem Kloster zusammen. Bei Vero, dem Oberhaupt der Getreuen, einer religiösen Gemeinschaft. Vero, der ein asketisches Leben führt und noch an Dämonen und Teufelsaustreibungen glaubt, gibt diesem Buch eine ganz besondere Richtung. Sehr schön wird die Handlung immer aus unterschiedlichen Perspektiven fortgeführt. Mal wird die Geschichte aus der Perspektive von Vero erzählt, mal aus Sicht von Romy, Bert, Calypso oder auch aus Sicht von Pia, die in die Fänge der Gemeinschaft geraten ist.

Dem Leser ist relativ schnell klar, wer für die Morde verantwortlich ist, aber die Hintergründe erschließen sich erst nach und nach. Die Spannung im Buch wird daher eigentlich nicht aufgebaut durch die Suche nach dem Täter an sich, sondern durch die Frage was als nächstes passieren mag. Das hat die Autorin wohl auch so beabsichtigt und es ist ihr sehr gut gelungen. Als erwachsener Leser sollte man nicht aus dem Auge verlieren, dass das Buch Teufelsengel von Monika Feth sich an Jugendliche in der Altersgruppe ab ca. 14 Jahren richtet. Es ist von seiner Aufmachung und seinem Schreibstil her natürlich auch auf dieses potentielle Leserpublikum zugeschnitten.

Das Buch besteht aus 28 Kapiteln und jedes einzelne Kapitel beginnt mit einem Eintrag aus Romys „Schmuddelbuch“. Das ist das Notizbuch, in dem Romy alles aufschreibt, was mit ihren Recherchen zu tun hat. Dies finde ich eine ganz tolle Idee. Gerade junge Leute schreiben noch häufig Tagebuch und haben gerade zu solchen Einträgen eine ganz besondere Beziehung. Das Schmuddelbuch verdeutlicht dem Leser auch sehr gut Romys Gefühlszustand, der sich von Kapitel zu Kapitel und von Recherche zu Recherche verändert, vor allem natürlich gegen Ende des Buches.

Dieses Buch ist mehr als nur ein Thriller, es ist auch ein Gedankenanstoß. Man sollte mit offenen Augen durchs Leben gehen und sich nicht von anderen so beeinflussen lassen, dass man nicht mehr man selbst ist.
 
Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel bei Amazon.de:
Teufelsengel

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Herzensjunge

Erstellt von Werner Karl am 7. Januar 2010

herzensjungeCarmen Korn
Herzensjunge

cbt-Verlag, München, Originalausgabe: 12/2009
TB, Jugendbuch, Drama, Romance
ISBN 9783570306505
Titelgestaltung von Zeichenpool, München unter Verwendung eines Motivs von Corbis/Sutterstock
Autorenfoto von Foto DIVA

www.cbt-jugendbuch.de
www.shutterstock.com

Die 13-jährige Antonia fühlt sich wohl im Kreis ihrer Lieben, bei denen es immer turbulent zugeht. Zwar ist der Vater, ein Grundschullehrer, ein Kontrollfreak und Gesundheitsfanatiker und die Mutter als Klatsch-Journalistin ständig auf Achse, Adrian nervt wie alle kleinen Brüder, aber der etwas ältere Andreas und die lebenslustige Großmutter sind immer zuverlässige Verbündete, wenn es darum geht, die Grenzen der familiären Regeln aufzuweichen oder auch mal ein Alibi zu bekommen, nachdem die Grenzen stärker perforiert wurden, als die Eltern hinnehmen würden.

Etwas Kummer hat Antonia wegen ihrer Freundin Hanna, die kaum noch Zeit für sie hat und immer ihre ‚Erfahrungen’ raushängen lässt, seit sie mit Kalli zusammen ist. Antonia hätte auch gern einen Freund, aber mit 176 cm ist sie den Jungen in ihrer Klasse zu groß, und außerdem interessieren sich die Spätentwickler bloß für das neueste Egoshooter-Game. Unverhofft trifft dann doch Amors Pfeil: Jan, ein neuer Freund von Andreas, gefällt ihr auf Anhieb. Aber wieso sollte sich ein Sechzehnjähriger mit ihr abgeben? Und doch wird sie von Jan bemerkt, und es dauert nicht lange, bis er sie fragt, ob sie mit ihm gehen möchte. Antonia schwebt im siebten Himmel, und das Glück scheint perfekt, als die Oma für die Zeit ihres Krankenhausaufenthalts den beiden den Wohnungsschlüssel übergibt. Allerdings muss Antonia versprechen, nichts Unüberlegtes zu tun und den Eltern keine Sorgen zu bereiten.

Natürlich läuft dann doch nichts so, wie Antonia es sich ausgemalt hat. In der Ehe der Eltern scheint es zu kriseln, und während sich die Mutter neue Freiheiten erkämpft, kontrolliert der Vater die Familie umso strenger. Auch die Oma gibt Anlass zur Sorge, da sie sich von der Operation nicht so schnell erholt, wie erhofft. Jan möchte weder über die Narbe an seinem Kopf sprechen, die er meist unter einer Mütze verbirgt, noch über den tragischen Tod seiner Mutter, bis er zusammen mit seinem Vater vor Gericht geladen wird…

Dank des lebhaften, lockeren Tons zieht Carmen Korn Leserinnen ab 13 Jahren schnell in die Geschichte hinein. Fast jedes Mädchen kann sich in Antonias Denken, in ihre Sorgen und Träume hineinversetzen, wenngleich sie eine Bilderbuchfamilie und keine Schwierigkeiten in der Schule hat, ihre Figurprobleme gar keine sind und die Romanze trotz einiger Geheimnisse glatt und glücklich verläuft. Es ist eigentlich alles viel zu schön, um wahr zu sein – und doch hat man Spaß an der Erzählung, vielleicht gerade weil die Konflikte klein gehalten werden, alles von selber seinen Gang geht und nicht dieses ganze unterhaltsame Drumherum den Schwerpunkt ausmacht sondern das Verhalten der Protagonisten. Antonia, Andreas und Jan zeigen, dass auch schon Kinder und Teenager verantwortungsbewusst handeln können und dabei nicht nur ihre eigenen Interessen verfolgen, sondern ebenso das Wohl anderer berücksichtigen.

Tatsächlich steckt Andreas so manches Mal zurück, um Antonia ihre Dates mit Jan zu ermöglichen, und als dieser spurlos verschwindet, setzt er alle Hebel in Bewegung, um eine Spur zu finden und Antonia beruhigen zu können. Jan gibt Antonia zwar anfangs einige Rätsel auf, aber häppchenweise gibt er ‚die Geheimnisse’, die ihn und seinen Vater belasten, preis. Obwohl er seiner Freundin näher kommen möchte, nimmt er Rücksicht auf ihr Alter und drängt nicht. Auch um seinen Vater kümmert er sich aufopferungsvoll, obwohl er selber Hilfe bräuchte. Antonia zeigt sich dankbar für jedes Entgegenkommen und missbraucht nicht das Vertrauen, das die Oma und Andreas in sie setzen, und auch als sich die Situation zuspitzt, lässt sie Jan nicht fallen.Anders sieht es bei Hanna aus, die ihrem Kalli gefallen und ihn an sich binden will, egal zu welchem Preis. Als per Handy ein Video von ihnen die Runde macht, bekommen sie nicht nur Ärger mit den Eltern, und ihre Beziehung droht darüber zu zerbrechen, sondern sie erfahren auch, was Mobbing bedeutet. Andere Schüler nehmen sich eine Menge heraus, und sogar Lehrer vergreifen sich im Ton – auch das ist ein trauriger Alltag, der vielen Lesern bekannt sein dürfte. Allerdings kommen die beiden noch einmal mit einem blauen Auge davon, und für die Lehrerin hat das beleidigende Fehlverhalten Konsequenzen, so dass die heile Welt des Buchs wieder hergestellt ist.

Überdies wird daran erinnert, dass auch die Erwachsenen Probleme haben und Fehler begehen, die sich später nur schwer korrigieren lassen. So nimmt die Oma die Schuld auf sich, dass Antonias Vater extrem überkorrekt geworden ist, die Mutter gibt schließlich ihre geheimen Sehnsüchte preis und arbeitet auf einen Kompromiss hin, und auch Jans Vater hat etwas zu bereuen. Eigentlich wollen die Eltern ihren Kindern nur unschöne Erfahrungen ersparen, die sie einst machen mussten, und schießen dabei über das Ziel hinaus, denn manche Einsichten kann ein junger Mensch nur selber erlangen, auch wenn es schmerzhaft ist.

Allen Protagonisten ist gemein, dass sie sehr genau wissen, was sie aneinander haben, wie viel ihnen das Glück der Familie bedeutet, das auch ihr eigenes ist – und wie furchtbar es ist, dieses zu verlieren. Die Autorin wirbt für Verständnis in beide Richtungen: Kinder müssen begreifen, dass auch Eltern Menschen sind, die sich irren können und die noch immer Träume haben. Nur weil man eine Familie gegründet hat oder in Rente geht, ist das Leben noch lange nicht vorbei. Die Eltern wiederum sollten lernen loszulassen, wenn ihre Kinder langsam erwachsen werden, und Vertrauen zu haben.

„Herzensjunge“ ist eine schon fast märchenhafte Romanze, die trotz des Heile-Welt-Hintergrundes, des Happy Ends und den deutlichen Messages nicht in den Kitsch abgleitet, da die Geschichte unterhaltsam und schlüssig erzählt wird, sich die Autorin eines für Jugendliche überzeugenden Stils bedient, ohne in einen künstlich wirkenden Jargon abzugleiten – und man gern auch mal ein Buch in Händen hält, das nicht in den finstersten Farben Schreckensszenarien malt.

Irene Salzmann (IS)
 
Titel bei Amazon.de:
Herzensjunge

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Der gebrochene Schwur

Erstellt von Werner Karl am 8. Dezember 2009

der-gebrochene-schwurHolly Black & Ted Naifeh
Der gebrochene Schwur
Feenland 1

The Good Neighbours – Book One: Kin, USA, 2008
cbt-Verlag, München, 10/2009
PB mit Klappbroschur, Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier
Urban Fantasy
ISBN 9783570306215

Aus dem Amerikanischen von Anne Brauner
Titelgestaltung von init.büro für gestaltung, Bielefeld unter Verwendung einer Illustration von Ted Naifeh

www.cbj-verlag.de
www.blackholly.com/
www.tednaifeh.com/

Wer Fantasy und Comics mag, für den werden Holly Black, die Autorin der „Spiderwick-Chroniken“, und Ted Naifeh, der Zeichner von „Polly und die Piraten“ vermutlich keine Unbekannten sein. „Feenland 1: Der gebrochene Schwur“ ist nun ihr erstes gemeinsames Werk, eine Graphic-Novel in Schwarz-Weiß. In den USA ist bereits ein weiterer Band erschienen und ein dritter für 2010 angekündigt.

Rue Silvers Leben ist alles andere als leicht. Ihre exzentrische Mutter ist urplötzlich verschwunden. Dem Vater, ein Dozent, wird der Mord an einer seiner Studentinnen angelastet, und nun glaubt die Polizei, er könne auch seine Frau getötet haben. Rue, die mit ihren Freunden gern durch die Straßen der Stadt zieht und aus Spaß in leer stehende Häuser einbricht, sieht zudem bizarre Wesen, die für andere unsichtbar sind. Ist sie dabei, verrückt zu werden? Da sie nicht an die Schuld ihres Vaters glaubt, beginnt Rue, Nachforschungen anzustellen. Dabei entdeckt sie auch das Geheimnis ihrer Familie: Ihre Mutter Nia ist eine Fee, und ihr Vater brach einen Schwur, so dass sie nicht länger bei ihm bleiben durfte. Obendrein hat er durch seine Tat etwas in Gang gesetzt, das die Stadt und seine Bewohner langsam verändert.

Unerwartet taucht Rues Großvater Aubrey auf und will sie mit in sein Reich nehmen, ist sie doch eine der ihren. Rue weigert sich, aber so leicht gibt Aubrey nicht auf. Plötzlich ist auch Nia wieder da, sie kränkelt und stirbt. Die Anklagepunkte gegen den Vater werden fallen gelassen, da er ein Alibi hat, doch mit seinem Leben kommt er nicht mehr zurecht. Amanda, eine alte Freundin der Familie, tut für Rue und ihren Vater, was sie nur kann – zu viel, wie Rue meint. Was haben Amanda und der Vater Nia angetan? Und ist sie wirklich tot? Das Bild der schönen und freundlichen Feen wurde vor allem von Märchen, Illustrationen im Jugendstil und auch von alten Stammbuchbildern geprägt. In anderen Regionen kennt man aber auch boshafte und gefährliche Feen, die durchaus unheimlich anmuten, sogar hässlich sein können.

Die Geschöpfe von Holly Black gehören nicht zu der harmlosen Sorte – das stellt auch Rue, die Hauptfigur, aus deren Sicht die Geschehnisse in einer altersgerechten, zeitgenössischen Sprache geschildert werden, fest. Noch beobachten sie nur, mit einigen kann Rue auch reden, Aubrey und Tam scheinen immer in ihrer Nähe zu sein. Aber was wollen sie? Weshalb soll Rue mit ihnen gehen? Und welche Pläne schmieden sie gegen die Menschen? Stück für Stück setzt das Mädchen die Puzzleteile zusammen und kann zumindest einige Antworten erhalten. Doch wem darf sie vertrauen? Ihre Freunde sind zunächst skeptisch, stehen ihr dann aber bei, als Rue die Leiche ihrer Mutter ausgraben will, nur nicht Dale, auf dessen Hilfe sie am meisten gehofft hatte. Und inwieweit darf sie den oft kryptischen Worten der Feen Glauben schenken? Rue findet sehr schnell in diese neue Welt hinein, und diese Akzeptanz ist ihr von großem Nutzen. Trotzdem wäre sie lieber ein normales Mädchen mit einem einfachen, langweiligen Leben, das nicht von den Feen verfolgt würde. Weder gehört sie richtig zu diesen noch zu den Menschen, von denen sie sich zunehmend entfremdet.

Das alles wird in realistischen Bildern erzählt, die durch die vielen Grau-Nuancen düster wirken und eine bedrohliche Atmosphäre vermitteln. Auch wenn „Feenland“ bei einem Jugendbuch-Verlag erscheint, ist die Geschichte überhaupt nicht kindlich und kann erwachsene Comic-Fans, die das Thema mögen, ebenfalls überzeugen. Man darf wirklich gespannt sein, wie es weiter gehen und welche Entdeckungen die Protagonistin noch machen wird.

Irene Salzmann (IS)

Titel bei Amazon.de:
Der gebrochene Schwur

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