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neuauflage

Eine neue Ära

Erstellt von Werner Karl am 18. September 2011

Michael A. Martin/Andy Mangels
Eine neue Ära
Star Trek – TITAN 1

Star Trek – TITAN: Taking Wing, USA, 2008
Cross Cult, Asperg, 11/2008
TB, SF
ISBN 978-3-941248-01-4
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
Titelillustration von Cliff Nielsen
4 aufklappbare Farbillustrationen im Innenteil: Übersicht U.S.S. TITAN, entworfen von Sean Tourangeau

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.andymangels.com/
http://stourangeau.deviantart.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Will Riker und Diana Troi sind nach den Ereignissen um den Prätor Shinzon im Romulanischen Imperium endlich auf dem Raumschiff ‚Titan„ angekommen. Will ist stolzer Kapitän dieses Schiffes, und mit Ehrgeizig macht er sich an sein Projekt, so viele unterschiedliche Völker der Föderation an Bord aufzunehmen, wie es nur geht. Dabei gibt es so exotische Wesen wie den Chefarzt Dr. Ree, der stark an einen T-Rex erinnert. Gleichzeitig ist Will immer noch davon überzeugt, dass er es schaffen kann, Christine Vale zu überzeugen, als sein Erster Offizier an Bord zu kommen. Schließlich kann er sie umstimmen, und nun könnte es eigentlich losgehen in Regionen des Weltalls, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Leider machen ihm die Ereignisse im Romulanischen Imperium einen Strich durch die Rechnung. Durch den Tod Shinzons und der von ihm zuvor eingeleiteten Vernichtung des gesamten romulanischen Senats blieb ein gewaltiges Macht-Vakuum zurück. Seither gibt es verschiedene Gruppen auf Romulus, die dies auszunutzen gedenken. Durch die Uneinigkeit scheint ein Bürgerkrieg vorprogrammiert, der jene Welt in ein Chaos zu stürzen droht. Die Remaner melden sich ebenfalls und verlangen nach der Anerkennung und Hilfe, die ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Immerhin wurden sie über Generationen von den Rhiannsu versklavt.

Captain Picard wäre für die diplomatischen Verhandlungen hervorragen geeignet. Da aber Shinzon der Klon des Captains war, lehnen die Romulaner Verhandlungen mit dem Oberhaupt der Besatzung des Raumschiffs ‚Enterprise„ kategorisch ab. Admiral Akaar informiert Riker darüber, dass er ausgewählt wurde, die Besprechungen zu führen. Donatra, die romulanische Kapitänin der ‚Valdore„, ist damit mehr als einverstanden. Sie war dabei, als die ‚Enterprise„ Shinzon aufgehalten hat und der Androide Data sein Leben ließ, um Rhiannsu als Föderationsmitglieder und vor allem die Erde zu retten.

Als ob diese Situation für Will nicht schon verzwickt genug wäre, erfährt er, dass zwei Vulkanier auf Romulus verschwunden sind. Dabei handelt es sich um Botschafter Spock und Tuvok, dem ehemaligen Besatzungsmitglied der ‚Voyager„. Ein Glück, dass Riker ein gutes Händchen bei der Auswahl seiner Schiffsbesatzung hatte. So wagt er es, die ‚Titan„ mitten in ein Abenteuer zu stürzen, dessen Ausgang sehr ungewiss ist. Captain William Thomas Riker hat sich endlich für ein eigenes Kommando endschieden. Viele Jahre schien es so, als ob der mit allen Wassern gewaschene, smarte Mann die Seite als Erster Offizier von Picard und die ‚Enterprise„ mit all seinen Freunden nicht verlassen wolle. Vor allem seine Heirat mit Diana Troi, seiner großen Liebe, scheint bewirkt zu haben, dass er reifer und gesetzter wurde. Als Captain muss er meistens an Bord des Schiffes bleiben und kann sich nicht mehr einfach so in ein Abenteuer stürzen. Das Leiten der Außeneinsätze muss er nun seinem Ersten Offizier Christine Vale überlassen.

Seine Mannschaft besteht aus den vielfältigsten Bewohnern der zur Starfleet gehörenden Planeten. In einigen Fällen handelt es sich um Wesen, deren Sternensysteme der Starfleet noch skeptisch gegenüberstehen. Diese so unterschiedlichen Kreaturen müssen sich nun zusammenraufen und lernen, einander zu vertrauen. Nach den Ereignissen im Kinofilm „Nemesis“ ist es nur logisch, das romulanische Imperium endlich näher in Augenschein zu nehmen. Dabei wenden sich die Autoren nicht nur losen Fäden des „Star Trek“-Universums zu und weben sie in ihre Story ein. Populäre Protagonisten wie Botschafter Spock oder Tuvok sind das Salz in der Suppe.

Mit einem überraschenden Cliffhanger am Ende des Bandes gelingt den Autoren ein großartiger Schachzug. Damit wird gewährleistet, dass die ‚Titan„ endlich ihre Forschungsarbeit aufnehmen kann und dies in Welten, die wirklich nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Ein nettes Extra bekommen die Fans auch zu sehen: die Ausklappseiten, auf denen die ‚Titan„ in mehreren Ansichten zu sehen ist. Dieses neue Raumschiff wurde von Sean Tourangeau entworfen. Poket Book rief einen Wettbewerb aus, bei dem die Fans aufgefordert wurden, die neue ‚Titan„ zu entwerfen. Die Entwürfe mussten dann bis zum 15.08.2005 an den Verlag Simon & Schuster geschickt werden. Leider durften nur US-Amerikaner und Kanadier teilnehmen.

Alt-Fans und Neugierige können sich beruhigt auf diesen Band einlassen, fährt er doch dank der guten Recherchearbeit der Autoren wunderbar im Fahrwasser des „Star Trek“-Styles. Action ist reichlich vorhanden, und auch das Miteinander der Besatzungsmitglieder und ihrer Familien an Bord der ‚Titan„ wird nicht außer Acht gelassen worden. Ein rundum gelungener Spaß für alle, die es lieben, die Weiten des Alls zu erforschen – und das ist ja bekanntlich endlos.

Copyright © 2011 by Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Deimos

Erstellt von Günther Lietz am 27. Juni 2011

Mike Grell
Deimos
The Warlord, Band #2

(sfbentry)

OT: Showcase Presents: Warlord Volume One
Autor & Zeichnungen: Mike Grell
Tusche: Mike Grell, Joe Rubinstein, Vincew Colletta
Ü: Christian Langhagen
Lettering: Rowan Rüster / Amigo Grafik
Ausstattung: HC, 17×26 cm, sw, 208 Seiten
ISBN: 978-3-941248-88-5
Verlag: CrossCult, 2010

Der zweite Hardcoversammelband aus Cross Cults Warlord-Reihe enthält neben einem redaktionellen Teil – eine Galerie der Original-Cover sowie den ersten Teil eines umfangreichen Interviews mit Mike Grell – die Hefte #11 bis #21, wie gehabt als Schwarzweiß-Edition.

Den Auftakt dieser Ausgabe bildet eine Geschichte, in der Morgan Travis’ Mitstreiter – die russische Ex-Wissenschaftlerin Mariah sowie der ehemalige Gladiator und Herrscher Machiste – über den Charakter des Warlord sinnieren, indem sie gemeinsame Erlebnisse Revue passieren lassen.

Doch Skataris bietet wenig Raum für Kontemplation; schon bald steht den drei Freunden ein Feind gegenüber, der von der Oberwelt kommt, mit modernsten Waffen ausgerüstet ist und der Travis aus persönlichen Gründen den Tod geschworen hat. Und in der Tat gelingt es dem Eindringling um den Preis seines eigenen Lebens, den Warlord an die Schwelle und in das Reich des Todes zu führen, in ein Reich, in dem nur Morgans Willenskraft den Unterschied zwischen Leben und endgültigem Vergessen ausmacht.

Sobald der Held aus dem imaginären Reich zurückgekehrt ist, begibt er sich in Begleitung Mariahs und Machistes in die Stadt Shamballah, wo er seine Geliebte, Tara, vermutet, nicht ahnend, dass er damit das Herz der Russin bricht, die sich in heimlicher Liebe zu ihm verzehrt. Kaum dass sie die Stadt erreicht haben und er Tara in seine Arme schließen will, entbrennt zwischen den beiden Frauen zwar ein hitziger Kampf, doch erst als Machiste sich von ihm lossagt erkennt Travis – zu spät – die Gefühle Marahs. Doch die unerwiderte Liebe ist nicht die eigentliche Überraschung, die Shamballa für ihn bereit hält: es ist ein Baby, ein Sohn, den er gemeinsam mit Tara hat.

Das Familienglück ist jedoch von nur kurzer Dauer: nicht nur, dass eine unbekannte energetische Kraft die Stadt aus dem Untergrund zu bedrohen scheint, auch der totgeglaubte Erzmagier Deimos ist zurückgekehrt und entführt das Baby, um die Eltern zu treffen. Für Tara und Travis beginnt damit eine Quest, die sie zu gefährlichen Orten führt, die sie auf unbekannte und tödliche Gegner treffen lässt und die schlussendlich in einem Kampf auf Leben und Tod zwischen dem Warlord und seinem magisch gealterten Kind gipfelt.

Auch der zweite Sammelband präsentiert einen munteren Genre-Mix aus Fantasy, SF, klassischer Abenteuer-Story und Superhelden-Comic, wobei die Geschichten und insbesondere die Figuren einen anachronistischen, angestaubten Charme versprühen. Handeln und – übertriebenes – Posing in Rollenbildern und -stereotypen, die in modernen Comics in der hier dargestellten Vordergründigkeit zu einer echten Rarität geworden sind, lassen Gedanken an “Das Lied von der Glocke” von Friedrich Schiller aufkommen: … Der Mann muß hinaus ins feindliche Leben, muß wirken und streben und pflanzen und schaffen, erlisten, erraffen, muß wetten und wagen, das Glück zu erjagen …..  Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau, die Mutter der Kinder, und herrschet weise im häuslichen Kreise, und lehret die Mädchen und wehret den Knaben, und reget ohn Ende die fleißigen Hände, und mehrt den Gewinn mit ordnendem Sinn …

Zwar versucht Grell, in der ersten Geschichte seinem Helden einen Hauch von Softness zu verleihen, indem er ihn beim Anblick eines getöteten Einhorns in Tränen ausbrechen lässt, doch – abgesehen davon, dass diese Szene für sich genommen deutlich zu dick aufgetragen und fast schon bizarr wirkt – stützt die Behauptung heldischen Sanftmutes spätestens ab der zweiten Story wieder haltlos in sich zusammen, wenn es für Travis Morgan heißt: Brust raus, Bauch rein, aufrechte Haltung, das Kinn kühn nach vorne gereckt, den Blick in weite Fernen schweifen lassen.

Womit wir beim Artwork wären: nach wie vor leidet diese Edition am Fehlen von Koloration. Die hochdynamischen Zeichnungen und Seiten-Layouts, die die klassischen Paneleinteilungen regelmäßig sprengen, sind zu filigran, zu überfrachtet – und das nicht nur mit Schraffuren – und oftmals zu kontrastarm, als dass sie ohne farbliche Ausdifferenzierung den Blick zu führen oder hinreichend lange zu halten vermögen

Leichte, lockere Abenteuer-Comics, die zwar inhaltlich nicht mehr ganz zeitgemäß sind, die aber dennoch unangestrengte Unterhaltung bieten und noch unterhaltsamer sein würden, hätten man ihnen etwas Farbe spendiert.

Copyright (c) 2011 by Frank Drehmel

Bei Buch24.de

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The Warlord 3: Odyssee

Erstellt von Thomas Hofmann am 1. Mai 2011

Warlord 3: Odyssee
von Mike Grell
US-Format, Hardcover, sw, 168 Seiten
ISBN 978-3-941248-89-2

www.cross-cult.de

Mehr als sonst gilt hier – sozusagen als Motto vom Ganzen – „Erwarte immer das Unerwartete!“ In einigen Geschichten werden bekannte phantastische Topoi regelrecht umgekehrt. Auch hier wird bei der Lektüre keine intellektuelle Brillanz vorausgesetzt. Die Stories sind wieder richtig schöne Hau-Drauf-Geschichten im Stile alten phantastischen Abenteuergarns der Pulp-Ära.

Ich habe in letzter Zeit ein wenig Robert E. Howard genossen und viel darin wieder gefunden, was Grells Warlord, Travis Morgan, so alles erlebt und durchmacht.

Als Referenz für die Figur fällt mit auch Royce aus „Predators“ ein, ein tatsächlich, auch charakterliches Ebenbild Morgans.

Von wem ich hier schreibe? Nun, da war einst ein amerikanischer Pilot auf Spionagemission und wurde über dem Nordpol abgeschossen. Er konnte notlanden, allerdings verschlug es ihn ins Innere der Erde. Dort hat sich in der Hohlwelt eine urtümliche Flora und Fauna erhalten, neben Saurier, klassischen Märchendrachen begegnen wir auch Eiszeit-Kreaturen. Dort leben auch Menschen, Nachkommen der atlantischen Zivilisation. Die Regeln des Zusammenleben sind ebenso archaisch wie ihre Umwelt, es geht rau und grausam zu. Irgendwie steckte was in dem Piloten Travis Morgan drin, denn er passte sich schnell an und wurde zum … WARLORD!

Der Autor wird nicht müde, die besondere Charaktertemperatur seines Helden zu beschreiben, der sich der Tragik seines Handelns (erst mal Kopp ab, dann drüber nachdenken), seiner Blutgier und Mordlust bewusst ist, aber auch nichts dagegen unternimmt. Er wird oft genug zum Berserker, aber auch zum Rächer und Beschützer, also so ein bisschen Robin Hood-mäßig.

Bei den Auseinandersetzungen verlor er dann auch seinen Sohn, den er selbst umbrachte. Das nun warf ihn aus der Bahn. Gerade hier in den vorliegenden Stories bedrückt ihn dies enorm; Todessehnsucht bricht durch.

Grell konfrontiert seinen Superhelden weder mit diversen Supermonstern, die aber mitunter (Erwarte immer das Unerwartete) sozusagen im Schafspelz daherkommen.

So will er einer von Soldaten verfolgten Schönen helfen, die sich als Werwolf entpuppt. Eloy-gleiche Geschöpfe werden von den unterirdisch lebenden, Neandertalern und den Wells’schen Morlocks gleichenden Wilden bedroht, aber die „Eloy“ entpuppen sich als Kannibalen.

Der Warlord irrt durch die unterirdische, ständig von einem Zentralgestirn erhellte Welt; seine Geliebte verfolgt ihn in Träumen und Gedanken. Er flüchtet sich in Kämpfe z.B. mit Piraten und Fischmenschen.

Neben den erdigen, geradlinigen Kampfstories gibt es aber auch eine interessante – tja, wie kann man es nennen – Traumstory, in der Morgan in die Vergangenheit geschleudert wird. Eigentlich wollte er einen Chance für einen Neubeginn bekommen, um z.B. Den Totschlag an seinen eigenen Sohn rückgängig zu machen. Doch er wird in seine Inkarnationen in der Menschheitsgeschichte zurück geschleudert. Nun, da schimmert sicher etwas Moorcock durch, Elric ist mit Sicherheit neben Conan auch ein Ahne Morgans. Die Zeitreise beginnt in der Eiszeit, zeigt den Untergang von Atlantis. Dann ist er auch mal D’Artagnan – na bitte… Aber der „Ausflug“ bringt nichts, dem Leser nur die Antwort auf die Frage, weshalb Atlantis in der Urzeit eine so hohe Zivilisation haben konnte und warum es unterging. Das erledigt der Autor auf wenigen Seiten, knackig und nicht mal unklug. Hat mit gefallen.

Insgesamt hat mir der Band wieder gefallen, auch wenn er diesmal etwas weniger Seiten waren und als Schmankerl einfach nur der Rest des Interviews mit dem Autor angeheftet wurde.

Ist damit die Serie passé? Wir finden auch ein paar Bilder aus der neuen Serie; ja, der Warlord erfreute sich wohl einer Wiedergeburt in 2009/2010. Das wäre doch mal was!

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Vor dem Fall

Erstellt von Werner Karl am 6. Dezember 2010

David Mack
Vor dem Fall
Star Trek Vanguard 5

Star Trek Vanguard: Precipice, USA, 2009
Cross Cult, Asperg, 02/2010
Taschenbuch, Science Fiction
ISBN 978-3-941248-09-0
Aus dem Amerikanischen von Stephanie Pannen
Titelbild von Dough Drexler

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.infinitydog.com
http://drexfiles.wordpress.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der „Vanguard“-Zyklus spielt in jener Zeit, in der Captain James T. Kirk gerade das Kommando über die U.S.S. Enterprise übernommen hat und die ersten Abenteuer seiner legendären Fünf-Jahres-Mission erlebt.

Vanguard liegt nahe am Rande der Taurus-Ausdehnung, die eigentlich von den Tholianern und anderen Völkern beansprucht wird, denn auch die Föderation will bei der Jagd nach Sternensystemen und Ressourcen nicht leer ausgehen. Doch inzwischen ist es anders gekommen, als gedacht, denn eine uralte Rasse ist in den Sektor zurückgekehrt. Die Shedai sind allen übrigen Völkern überlegen und nicht gewillt, den Bereich mit anderen zu teilen, so dass es bereits Angriffe gegeben hat. Zwar kann Commodore Diego Reyes durch die Zerstörung eines Planeten verhindern, dass die Situation eskaliert, aber er verliert daraufhin sein Kommando. In „Vor dem Fall“ soll er nach seiner Gerichtsverhandlung auf eine Strafkolonie gebracht werden, aber das Schiff wird von Piraten aufgebracht und zerstört. Für die Föderation gilt er ab da als tot.

Doch ein klingonischer Auftraggeber, der erst auf der Heimatwelt seine Identität verrät, hat noch etwas mit ihm vor. Ratsmitglied Gorkon ist, anders als viele seiner Volksgenossen, ein vorausschauender Mann. Er begreift sehr wohl, dass der Schlag gegen die Shedai die schwelenden Konflikte nicht beendet sondern nur verschlimmert hat. Die drei Sternenreiche der Tholianer, der Klingonen und der Menschen stehen immer noch dicht vor einem Krieg. Zusammen mit Reyes und einem Tholianer, den er ebenfalls hat entführen lassen, will er an einem Plan arbeiten, damit die Situation nicht wieder eskaliert. Doch das erweist sich als schwieriges Unterfangen. Und auf Vulkan geht der Reporter Pennington, der den ganzen Stein erst ins Rollen gebracht hat, einem geheimnisvollen Hilferuf nach. Er trifft dabei auf T‟Prynn, die Vulkanierin, die inzwischen von ihrem Wahnsinn geheilt ist und nun ganz sachlich – aber immer noch auf ihre eigene Art – einen Weg sucht, um dem drohenden Verfahren der Sternenflotte wegen ihrer Verbrechen auf Vanguard zu entgehen.

Derweil geht auch die Erforschung des Taurus-Sektors weiter, und die Wissenschaftler kommen einen Schritt voran, denn ihnen gelingt ein unerwarteter Coup. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist „Vor dem Fall“ wieder sehr spannend, auch wenn David Mack mit Helden aus den Filmen und den Serien diesmal sehr sparsam umgeht; es ist gerade einmal Gorkon, der hier noch weit von seiner Kanzler-Rolle entfernt ist. Der Autor greift vor allem offene Fäden aus dem letzten Band auf und bringt die Figuren wieder in eine Position, von der aus sie handeln können, auch wenn sie nicht mehr auf Vanguard selbst sind. So kommt die Geschichte ein Stück weiter, da die Konflikte gelungen und logisch fortgesponnen und variiert werden. Zugleich fängt sie ein wenig den Geist der Serie ein, in der es eigentlich nicht in erster Linie um dem Kampf sondern eher um die Schaffung von Frieden geht.

So ist schon der junge Gorkon eher ein Klingone, der Bündnisse schätzt und von Säbelrasseln nicht viel hält. David Mack gelingt es damit, nicht nur die Fans zufriedenzustellen, die bereits die Serie interessiert verfolgt haben, sondern auch neue Leser zu faszinieren, denn er macht den Einstieg erstaunlich leicht. Da er immer wieder geschickt springt und Hinweise gibt, ohne diese aufzulösen, bleibt die Spannung über das ganze Buch hinweg sehr hoch. Dazu kommt ein gefälliger und flüssiger Stil, der das Lesen leicht macht. „Vor dem Fall“ ist so spannend wie die ersten Romane der „Vanguard“-Serie und eröffnet ein neues Kapitel in der Geschichte um die Raumstation und den Taurus-Sektor, das nicht nur die Atmosphäre des „Star Trek“-Universums gelungen einfängt, sondern auch eine Geschichte erzählt, die Lust macht, die Geschehnisse weiter zu verfolgen, denn Längen gibt es diesmal keine.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Warlord 1: Skartasis

Erstellt von Thomas Hofmann am 21. November 2010

Warlord 1: SkartasisCover zu Warlord Band 1
von Mike Grell
Cross Cult
US-Format, Hardcover, sw + 16 Farbseiten, 192 Seiten
ISBN 978-3-941248-87-8

www.cross-cult.de
www.thewarlord.ca

The seventies rules!

Habe mich wie ein Kind auf die Lektüre gefreut und gestürzt. Selber habe ich diese Hefte natürlich nicht gelesen – damals. Das wäre ja unter „Schmutz und Schund“ aus dem „Westen“ streng verboten; daher wurde ich als DDR-Comic-Leser mit Mosaik, Fix und Fax, Antomino und Erich Schmitt sozialisiert. Na, auch nicht übel, aber…

Ja, die 70er und 80er. Habe mir beim Lesen gleich Platten von E.L.O. aufgelegt. Das waren noch Zeiten, als so ein Album eine knappe Dreiviertelstunde lief. Und ähnlich ist es mit dem Comic: Kurz und knackig, rasant, auf den Punkt gebracht. Tatsächlich – um mal Äpfel mit Birnen zu vergleichen – wenn ich mir da z.B.die aktuellen Superhelden-Comics ansehen: Viele bunte Seiten, viel Getöse, aber was passiert da eigentlich?

Nun, The Warlord ist zunächst mal nicht in Farbe. Die Herausgeber entschieden sich für eine „edle Schwarz-Weiß-Edition“. Das fordert dem Leser / Betrachter mehr Aufmerksamkeit ab. Ansonsten lässt die Ausstattung nichts zu wünschen übrig: Sehr fester Hardcover-Einband im Leder-Look, satte 200 Seiten, ein ordentlich großes Format, eine farbige Cover-Galerie und eine sehr gute Vorstellung des Autors und Zeichners, Mike Grell. Die ist sicher auch notwendig, denn der Stoff ist nicht ganz unproblematisch. So ein bisschen kann ich die Bedenken der Jugendschützer damals schon verstehen, wenn sie bei solchen Geschichten die Lippen verziehen würden (und warum so etwas bei „uns“ nicht erscheinen konnte…). In der Form, wie der Verlag mit dem Stoff umgeht (Nachwort, Präsentation) steht aber fest, an wen sie sich wenden.

Worum geht es?

Der US-Air Force Pilot Travis Morgan wird bei einem Spionageflug über der UdSSR von einer Abwehrrakete getroffen und flüchtet über den Nordpol. Leider stürzt er irgendwo im Norden Kanadas ab – denkt er zumindest. Komisch nur, dass da Palmen wachsen und es auch ziemlich heiß ist..

Was er bald heraus bekommt: Er ist über ein riesiges Loch ins Innere der Erde geflogen. Auf der Innenseite der Erdkugel gibt es eine andere Welt: Skataris, bevölkert von Sauriern, Säbelzahntigern und Menschen, die wie eine Mischung aus Wikingern und Römern wirken und sich ebenso wild gebärden wie die Urzeittiere.

In dieser Welt ist es immer Mittag, eine Sonne steht immer am Zenit. Es gibt auch keinen Horizont. Wie sich herausstellt, stimmt auch so einiges andere nicht, so zum Beispiel mit dem Ablauf der Zeit. Zeitmessung scheint überhaupt nicht zu gehen, was dem Autor freie Hand beim Timing seiner Abenteuer gewährt. Zeit sei relativ, kann man da lesen, das sie aber auf eine irrwitzige Weise verläuft, hat Einstein so sicher nicht formuliert. Die damit verbundenen Ungereimtheiten nimmt er auch in Kauf, fördert sie sogar und bietet sie sozusagen rotzfrech seinen Lesern an: Da legt sich unser Bruchpilot zum Beispiel das erste Mal schlafen und wacht mit einem Vollbart auf.

Es gibt eine Meta-Story: Die Völker dieser Innenwelt sind die Nachfahren der Flüchtlinge des untergegangenen Atlantis, leider gab es wohl auch atomare Vernichtungskriege, in deren Folge einige Menschen degenerierten. Halbwesen (Mensch, Tier) entstanden. Mit den Überresten, auch Robotern, einem kanibalistischen Cyborg, einer fliegenden Stadt usw. sieht sich der Held konfrontiert.

Travis Morgan kommt sehr schnell mit dieser ihm fremden Welt zurecht. Er wird zum mörderischen Barbaren, der Probleme mit dem Schwert löst, zum Spartakus wird, einen Tyrannen besiegt, der aber am Ende doch wieder auftaucht, natürlich vollbusige Damen an seiner Seite weiß und Krieger und Monstren meuchelt. Natürlich: Die Frauen haben hier nicht viel an; die Männer übrigens auch nicht. Als eine Frau in die Welt kam, hat sie sich auch so einen Fummel angezogen. Allerdings hat der Autor dies begründet; denn ihre moderne Kleidung aus dem XX. Jh. fällt in dieser archaischen Welt mehr auf; sie muss sich halt anapassen.

Die Stories halten sich nicht mit langen Reden um den hießen Brei auf. Sie kommen schnell zur Sache, was meist rasante Kämpfe bedeutet. Die Plots sind daher sicher nicht sehr raffiniert, aber Langweile kommt nicht auf.

Die einfachen Geschichten transportieren eine Ideologie, die allerdings mit einem Augenzwinkern präsentiert wird; zumindest möchte ich da so herauslesen. Mitunter ist das Pathos einfach überzogen, in der Mitte dieses Bandes schien mir auch eine deutliche selbst-ironische Note hinzuzukommen, dazu die schon angedeuteten logischen Ungereimtheiten, die hier im vollen Bewusstsein eingebaut werden. Die Sprüche sind teilweise echter Wahnsinn, in einer Weise überzogen, dass sie unmöglich ernst gemeint sein können.

Mike Grell präsentiert hier einen Haudrauf, der sich seiner Männlichkeit und Körperkraft erfreut, der nie lange fackelt (wobei diese „Erst Hauen, dann Fragen“-Mentalität sich an einer Stelle als eindeutig falsch erweist und den Helden und seine Freunde in eine Falle tappen lässt – ich vermute aber, das tut der Einfalt keinen Abbruch…), der bewusst das Recht des Stärkeren propagiert. Er entwickelt in der Urwald-Hitze der Welt des ewigen Mittags einen Hang zum Spaß am Töten. Das ist sicher befremdlich. Aber auch Freiheit und Selbstbestimmung, auch der mitkämpfenden Frauen sind Ideale. Der US-Pilot spricht Russisch; eine russische Wissenschaftlerin rettet er vor seinen eigenen Landsleuten; es gibt ganz klare antirassistische Statements; all das dürfte in der Hochzeit des Kalten Krieges für diesen Rahmen mutig gewesen sein.

Die Posen sind oft theatralisch überzogen: Männer scheinen grundsätzlich Bärte zu haben und immer sehr breitbeinig dazustehen. Die Kämpfe sind zwar kraftvoll, wirken aber eher wie ausgefeilte Choreografien.

Ist man sich der diversen Überreizungen bewusst, und auch in der richtigen Stimmung, kann man diese alten Geschichten einfach nur genießen. Ich habe es getan und freue mich schon sehr auf den nächsten Band.

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Star Trek – Destiny 1: Götter der Nacht

Erstellt von Michael Drewniok am 3. Oktober 2010

David Mack
Star Trek – Destiny 1: Götter der Nacht


Originaltitel: Star Trek – Destiny: Gods of Night (New York : Pocket Books 2008)
Dt. Erstausgabe: Juni 2010 (Cross-Cult Verlag/Star Trek – Destiny 1)
Übersetzung: Stephanie Pannen
421 S.
ISBN-13: 978-3-941248-83-0

Titel bei Buch24
Titel bei Booklooker.de

Das geschieht:

Im Jahr 2381 steht die Föderation vor einem neuen Krieg mit den Borg, die nicht mehr bestrebt sind, ihre Gegner in das Kollektiv aufzunehmen, sondern sie erbarmungslos vernichten wollen. Die ohnehin überlegene Borg-Technik hat weitere Fortschritte gemacht, sodass die Verteidigung gegen ihre Kampfschiffe einen gewaltigen Blutzoll fordert. An einen Gegenangriff ist überhaupt nicht zu denken.

In dieser Situation erinnert sich Trill-Symbiont Ezri Dax an eine Expedition, die ihn – damals noch im Leib der später im Dominion-Krieg gefallenen Jadzia – auf einen öden, namenlosen Planeten des Gamma-Quadranten geführt hatte. Dort lag das Wrack des Föderations-Raumschiffes „Columbia“, das vor mehr als zwei Jahrhunderten verschwunden war. Technisch war das alte Schiff außer Stande, diesen Planeten zu erreichen. Ließe sich feststellen, wie die „Columbia“ dorthin kam, hat man womöglich eine Waffe gefunden, mit denen den Borg Paroli geboten werden kann. An Bord des Forschungsschiffes „Aventine“ stößt Ezri erneut zum Wrack vor, um das Logbuch zu bergen. Doch die Besucher wecken dabei eine unsichtbare Macht, die sich an Bord der „Aventine“ schleicht und die Besatzung zu massakrieren beginnt …

Im Alpha-Quadranten kann mit vereinten Föderations-Kräften ein Vorstoß der Borg aufgehalten werden. Die Verluste sind erneut schrecklich, aber die Klingonen und andere Verbündete haben den Ernst der Lage endgültig erfasst. Sie ziehen mit in einen Krieg, in dem Captain Jean-Luc Picard und die „Enterprise“ an vorderster Front stehen werden …

Viele Lichtjahre entfernt stößt das Forschungsschiff „Titan“ unter Captain Will Riker auf eine seltsame, fremddimensionale und offensichtlich künstliche Struktur, die exakt auf die zentralen Welten der Föderations-Völker zielt. Die Raumfahrer fürchten eine Geheimwaffe der Borg und machen sich daran, dem Phänomen auf den Grund zu gehen …

„Star Trek“ von der Leine

Neue Besen kehren gut. Dies gilt auch für das „Star-Trek“-Franchise. In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts sah es noch so aus, als sei die „ST“-Chronik unter dem Gewicht der in vier Jahrzehnten allzu oft erzählten Geschichten zusammengebrochen, aber dann gelang J. J. Abrams mit „Star Trek“, dem elften Kinofilm, ein erfolgreicher Neubeginn, der mit einem Befreiungsschlag einherging: Nach einer Reise in die Vergangenheit entsteht ein neuer Zeitstrang, und ein juveniler Captain Kirk und seine ebenso verjüngte Mannschaft dürfen neue Abenteuer erleben, ohne sich um die besagte Chronik kümmern zu müssen. Picard, Sisko, Janeway & Co. wurden abgekoppelt und auf ein temporales Nebengleis abgeschoben. Zumindest das für die „Star-Trek“-Filme zuständige Segment des Franchises hat kein Interesse mehr an ihnen.

Ist dieser Neubeginn gut? Ist er schlecht? Darüber mögen sich die Hardcore-Trekkies die Köpfe zerbrechen. Es ist jedenfalls geschehen. Zumindest in Buch und Comic gibt es aber reichlich Nachschub an Abenteuern sämtlicher bekannter und beliebter „ST“-Haudegen. Dabei lässt sich feststellen, dass die Grenzen zwischen den Serien aufgehoben sind. Früher mussten sie nach dem Willen des Franchises recht strikt gewahrt bleiben, um den aus Film und Fernsehen bekannten Kanon nicht zu verwirren. Dies ist nun gleichgültig geworden, weshalb die Autoren der neuen Romane die Figuren des alten „Star-Trek“-Universums munter mischen. In „Götter der Nacht“ treten deshalb gemeinsam auf: Jean-Luc Picard („Enterprise-E“), Tom Paris („Voyager“) und Ezri Dax („Deep Space Nine“) – und dies ist nur eine kleine Auswahl!

Auch sonst ist erlaubt, was Leser anlockt und die Verkaufszahlen in die Höhe treibt. Papier ist billig, sodass gewaltige Raumschlachten und der Sprung von Quadrant zu Quadrant und Schauplatz zu Schauplatz bereits Stilmittel der neuen „ST“-Romane geworden sind. Heilige Kühe dürfen geschlachtet werden (auch wenn dieser Vergleich hier etwas doppeldeutig wirkt …), weshalb Cathryn Janeway inzwischen einen Heldentod gestorben ist.

Das Pferd von Kopf und Schwanz her aufzäumen

Zumindest für den Leser ist das „Star-Trek“-Universum keineswegs übersichtlicher geworden. Die neuen Abenteuer kommen als Trilogien und Mini-Serien daher, doch die Ereignisse bleiben deutlich enger verzahnt als früher. Doppelungen werden dabei in Kauf genommen. So dürfen wir Picards Seelenqualen in Erinnerung an seine Zeit als Borg-Drohne Locutus sowohl in der neuen „Next-Generation“-Serie als auch im „Destiny-Dreiteiler“ mitfühlen. Wie Serien, Mehrteiler und Einzelbände zusammengehören, belegt eine „Timeline“, die im vorliegenden Roman auf den Seiten 420/21 zu finden ist. Demnach füllen die Ereignisse nur dreier Jahren bereits 16 volumenstarke Bände, und ein Ende ist keinesfalls abzusehen.

Durch stetige Perspektivenwechsel versuchen die Autoren Dynamik in die Handlung/en zu bringen. David Mack springt in „Götter der Nacht“ zusätzlich in die Zeit zurück. Die Borg sind plötzlich wutschnaubende Mordmaschinen, die Föderation und ihre Verbündeten reiben sich in politischen Querelen auf, Planeten bersten und Dr. Crusher bekommt ein Kind von Picard, während eine Galaxis weiter den Imzadis Riker und Troi genau dies nicht gelingen will.

Große und private Dramen: So war und ist „Star Trek“. Neben das Abenteuer der Zukunft soll gleichberechtigt der Mensch mit seinen Alltagsproblemen treten. Dies ist einer der alten Roddenberry-Zöpfe, die noch nicht abgeschnitten wurden – leider, muss man sagen, denn während Mack sehr spannend erzählt, wenn wirklich etwas geschieht, tritt er seifenschaumig auf der Stelle, wenn sich unsere Helden die Herzen ausschütten oder über Vergangenes reflektieren, was sie gern und seitenlang tun.

Die Macht der Gewohnheit

Überhaupt hat sich eines nicht geändert: „Star Trek“ will mehr denn je kontextstark die Probleme der realen Gegenwart vor dem Hintergrund einer spannend gezeichneten Zukunft durchspielen. Die dabei beanspruchte Relevanz bleibt jedoch Behauptung; „Star Trek“ ist Trivial-Science-Fiction, die ungeachtet des Neubeginns ausgetretenen Mustern verhaftet ist. Trennt man die (eher hektisch als kunstvoll) verflochtenen Handlungsstränge voneinander, bieten sie konventionelle „ST“-Kost.

Was dort in Ordnung geht, wo diese Strukturen zuverlässig wirken. So ist ein Monster im isolierten Raumschiff immer unterhaltsam. Auch das kunstvoll hergerichtete Weltraum-Rätsel sorgt für Spannung. Dagegen beginnt sich die Borg-Krise bereits in die Länge zu ziehen. Die Menschmaschinen müssen bereits zum dritten Mal als Nemesis herhalten. Dass sie sich nunmehr als Killer gebärden, macht sie nicht interessanter: Aus den Borg wurde herausgequetscht, was an ihnen ursprünglich faszinierte. Sie sind wie rauflustige Klingonen oder hinterlistige Romulaner zum „ST“-Klischee herabgesunken.

Für die etwas langatmig gestartete „Destiny“-Story ist außerdem die Trilogie-Vorgabe verantwortlich. Mack muss mit seinem Pulver haushalten, denn es hat für zwei weitere 400-Seiten auszureichen. Die vielen Fäden werden sich erst in Band 2 und vor allem 3 allmählich schürzen – und sogleich wieder verwirren, um weitere Fortsetzungen und Parallel-Geschehnisse einzuleiten. Dieses In-die-Breite- statt In-die-Tiefe-gehen ist ein riskantes Spiel mit dem Publikum, das sich mit immer neuen Andeutungen und Rätseln anfüttern lässt – bis ihm womöglich eines Tages der Geduldsfaden reißt, weil der an sich wohlschmeckende Quark allzu breitgetreten wird.

Autor

David Alan Mack, geboren in New York City, besuchte ab 1987 die Tisch School of the Arts (auch bekannt als NYU Film School) der University of New York. Nach seinem Abschluss übernahm er die Herausgeberschaft diverser Magazine und schrieb selbst Artikel. Mitte der 1990er Jahre kam er in Kontakt mit John J. Ordover, der für das „Star-Trek“-Fanchise arbeitete. Das Duo schrieb ein Drehbuch („Starship Down“, dt. „Das Wagnis“, Staffel 4, Ep. 79) und lieferte eine Drehbuchvorlage („It’s Only a Papermoom“, dt. „Leben in der Holosuite“, Staffel 7, Ep. 160) zur TV-Serie „Deep Space Nine“. Mack hatte seinen Fuß in der Tür und dehnte seine Aktivitäten für das Franchise aus. Er stellte Datenblätter für die „Star-Trek“-Autoren zusammen, kreierte mit Ordover das Comic-Crossover DS9/Next Generation „Divided We Fall“ und arbeitete an „Star-Trek“-Computerspielen wie „Starship Creator“, „The Fallen“ und „Dominion Wars“ mit.

Auch für das Marvel-Franchise ist Mack tätig; er schrieb einen Roman zur „Wolverine“-Serie (scriptete aber weder für die „Kabuki“- noch die „Daredevil“-Comic-Reihe – für diese zeichnet der Zeichner David W. Mack verantwortlich, mit dem David A. ständig verwechselt wird). In den 1990er Jahren drehte Mack diverse Kurzfilme. Ab 2000 schrieb er selbst „Star-Trek“-Romane und ist inzwischen Vollzeit-Autor. David Mack ist verheiratet; er lebt und arbeitet in New York City. Über seine Arbeit informiert er auf dieser Website.

[md]

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Aliens. Nekropolis

Erstellt von Thomas Hofmann am 12. September 2010

Aliens: Nekropolis
von John Arcudi und Zach Howard

US-Format, Softcover, vierfarbig, 104 Seiten
ISBN: 978-3-941248-80-9

www.cross-cult.de

Kaum säuselt es Gerüchte über einen neuen Alien-Film, da kommt schon ein neuer Comic-Band. Gut so! Cross-Cult bringt ja Highlights aus dem Hause Dark Horse und da war das fremde bösartige Wesen halt mal wieder Mode. Kann meinetwegen ein Dauerthema werden.

Aber nicht unbedingt so.

Die moderaten Hardcoverbände, wenn auch in Schwarz-Weiß, kamen bei mir besser an. Dieser neue Band, „Nekropolis“, erschine mir relativ beliebig. Auch wenn die Ausstattung nicht übel ist, jetzt z.B. vierfarbig, das (US) Format leserfreundlich. Wer möchte, kann den Band auch als Hardcover haben; mir liegt er als Softcover vor. Das Titelbild der Hardcover-Ausgabe ist absolut besser – malerischer.

Die Geschichte wartet mit den Alien-Steeotypen auf, die man gewohnt ist und sicher auch erwartet. Es gibt einen Prolog, in dem angedeutet wird, dass die Fremdwesen inzwischen die Erde erreicht haben. Es gibt eine quasi-philosophische Abhandlung über biologische und Evolutionsfragen; genau das, weshalb ALIEN immer mehr als ein 08/15-Monsterfilm war und ist.

Die Haupthandlung beginnt mit einer archäologischen Expedition zu einer fremden Welt, auf der menschliche Siedler eine uralte, riesige, beängstigend riesige Ruinen-Stadt fanden. Nun dürfte natürlich klar sein, wer da inzwischen sich eingenistet hat.

Die Nekropole scheint aber auch auf die Menschen einen bösen Einfluss auszuüben. Nur ein Androide kann sich sowohl dem Einfluss, als auch der erwachten Mordgier der Menschen entziehen.

Nun, wer dies hier liest, wird sicher denken: hey, das kenne ich doch schon. Genau das ist das Problem: So richtig innovativ ist das gut 100 Seiten starke Heft leider nicht. Die Zeichnungen sind klar und aktionsbetont. Teilweise richtig ausdrucksstark, aber nicht super-detailverliebt, um es mal so auszudrücken. Da wäre für meine Begriffe auch mehr drin.

Ist dies vielleicht der Auftakt zu einer neuen Serie? Vielleicht steigert sich das Schöpfer-Team noch? Ich würde es mir sehr wünschen!

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Gewöhnliche Sterbliche

Erstellt von Werner Karl am 3. September 2010

David Mack
Gewöhnliche Sterbliche
Star Trek Destiny 2 (von 3)

Cross Cult Verlag, 2010
Originaltitel: Star Trek – Destiny: Mere Mortials (2008)
Science Fiction, Taschenbuch
ISBN 978-3-941248-84-7
Umfang: 418 Seiten
Übersetzerin: Stephanie Pannen
Cover Artwork: Martin Frei (und schon wieder sieht mein Rezi-Exemplar anders aus)

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Vorwort:

„Gewöhnliche Sterbliche“ ist der zweite Teil der Trilogie „Destiny“. Teil 1 siehe:
http://buchrezicenter.filmbesprechungen.de/genres/science/gotter-der-nacht/
Teil 3 und Abschluss der Miniserie „Verlorene Seelen“ demnächst bei Cross Cult.

Die Borg haben ihr Dogma Assimilation – zumindest gegenüber der Menschheit – aufgegeben und streben die radikale Vernichtung der Föderation und ihrer Verbündeten an. Und wenn der Krieg so weiter geht, werden sie ihr Ziel mehr oder weniger problemlos erreichen. Denn bis jetzt haben einzelne Borg-Kuben durchaus genügt, um Welten zu verbrennen, ganze Zivilisationen zu zerstören und jegliche Abwehr mühelos auszulöschen. Nur Kamikaze-Einsätze der Verteidiger haben den einen oder anderen Kubus abwehren und ausschalten können.

Zum Buch:

Doch wer sollte dies besser wissen als Captain Jean-Luc Picard, dem unaufhörlich die Stimme des Borg-Kollektivs und der Königin in seinen Gedanken dröhnen? Seit seiner Gefangennahme vor vielen Jahren besitzt und leidet er unter dieser besonderen Verbindung und das Grauen vor dem Untergang lässt ihn das Unvermeidliche ahnen. Mit seiner ENTERPRISE und der AVENTINE, dem Schiff seiner Kollegin Captain Ezri Dax, versucht er, den geheimnisvollen Knotenpunkt im Azurnebel zu erforschen. Dieser Knotenpunkt aus Dutzenden Wurmlochtunneln ist der Eintrittspunkt für die angreifenden Borg-Schiffe. Doch welcher? Einen nach dem anderen müssen die beiden reparaturanfälligen Schiffe erforschen und hoffen, den zu finden und wenn möglich zu schließen, der den Borg als Hintertür in den Alpha-Quadranten dient.

Föderations-Präsidentin Nanietta Bacco indes ist verzweifelt bemüht, alle verfügbaren Kräfte zu bündeln und eine Schlachtflotte aufzustellen, welche der zu erwartenden Borg-Flotte entgegentritt. Doch dabei darf sie den Schutz der Heimatsysteme nicht entblößen; schließlich gibt es im All keine starren Grenzen. Mit diplomatischen Geschick und noch mehr Tricks, allerlei Zugeständnissen und Finessen gelingt es ihr, die zum großen Teil zerstrittenen Völker der Milchstraße zu einer Flotten-Aufstellung zu bewegen. Mehr als 350 Schiffe machen sie endlich auf den Weg zum Azurnebel und sollen Picard und Dax im Kampf zur Seite stehen.

Captain Riker und die Besatzung der TITAN haben dagegen ganz andere Sorgen. Sie werden von den gottgleichen Caeliar festgehalten und das Außenteam – darunter die schwangere Frau Rikers, Deanna Troi – sitzen auf Neu Erigol fest. Ihnen droht das gleiche Schicksal wie Jahrhunderte zuvor dem Außenteam der COLUMBIA unter dem Kommando von Captain Erika Hernandez: Lebenslange Gefangenschaft… oder sogar noch länger.

Die ENTERPRISE und die AVENTINE leisten gute Arbeit bei der Erforschung des Wurmlochknotens. Doch dann trifft am Ende eines Wurmlochtunnels, den die beiden Schiffe gerade gemeinsam erkunden, ein Jagdgeschwader von Hirogen-Schiffen ein und ein gnadenloser Kampf im All und in den Schiffen beginnt. Und als wäre das nicht schon genug, sieht sich die mittlerweile im Azurnebel eingetroffene Föderationsflotte der Invasion der Borg ausgesetzt. Und es sind nicht Dutzende Schiffe, sondern Tausende…

Fazit:

Das alles hört sich spannender an, als es geschrieben ist oder wie es sein könnte. Denn der Autor nutzt diesen zweiten Teil hauptsächlich für die Sicht auf die Caeliar, ihr großes Projekt, auf die Rückschau in vergangene Jahrhunderte der Gefangenschaft Hernandez´, ihre Tragik und Entwicklung. Die Seiten mit o.g. Handlung sind leider der kleinere Teil des Romans. Doch diese machen für mich trotzdem den Gewinn aus. Eine Lösung ist für den regelmäßigen SF-Konsumenten durchaus in Sicht. Doch ob es so kommt…?

Schlussbemerkung allgemeiner Art zum Star-Trek-Universum in Film und Buch:

Man muss in der Realität keine vergleichbare Raumfahrttechnologie besitzen, um schon heute zu wissen, dass manche Regeln für Gefahren im All – erst recht im Raumkampf – auf der Hand liegen. Leider wird dies in einem solchen Maß in den kompletten ST-Serien ignoriert, dass ich mich – wahrscheinlich nicht als Einziger – daran massiv störe:

Es wird allenthalben auf das Anlegen von Raumanzügen oder massiven schweren Kampfanzügen verzichtet. Es vergeht nicht ein Film oder ein Buch, in dem nicht reihenweise Besatzungsmitglieder bei Kämpfen durch die Abteilungen geschleudert, verletzt und getötet werden. Seit Jahrzehnten ist es als nützlich und überlebenswichtig in der SF anerkannt, dass solche Vorkehrungen vorhanden sein müssen. Sicher mag es Kollisionen geben, bei denen die Besatzung als rotbrauner Matsch von den Wänden tropft, aber die in ST zigfach beschriebenen „leichteren“ Kollisionen zeitigen nur unnötige Opfer. Kein Schiffsausrüster, General oder Vorgesetzter würde so leichtsinnig die Überlebenschancen – und die weitere Kampffähigkeit! – seiner Truppe aufs Spiel setzen. Natürlich sieht es effektvoll aus, wenn allerlei Mensch und Alien durch die Luft fliegen.

Auch die Haare sind dann ergo militärtauglich kurz geschnitten, damit sich das eingeschränkte Sichtfeld Kämpfender – und erst Recht in einem geschlossenen Raumhelm – nicht als tödlich erweist. Dies alles mit irgendwelchen Schutzschirmen abzutun, ist fadenscheinig, da es ja schon zum Standard gehört, dass ebendiese i.d.R. ausfallen oder technisch bekämpft werden können (siehe hier z.B. aktuell die Energiedämpfer der Hirogen-Entertruppe).

Apropos Hirogen: Ein schönes Beispiel wie Elektronik-Geraffel (Lasergewehre, Tricorder usw. usw.) damit elegant ausgeschaltet werden und die fast waffenlosen Menschen plötzlich Schwerter schwingenden Killern gegenübertreten müssen. Einzig Worf hat sein klingonisches batleth. Jeder dämliche Taucher (nichts gegen Taucher) hat sein Tauchermesser dabei, warum also sollte eine Raumschiffsbesatzung nicht energieunabhängige Waffen in ausreichender Stückzahl an Bord haben.

Sicher gäbe es zu diesem Thema noch mehr zu sagen, aber dafür ist hier nicht der Raum. Doch sicher müsste ein Autor wie David Mack, und zig-andere, ihre Romanhandlung anders verlaufen lassen, wenn sie sich an diese m.M nach zwingenden Vorkehrungen halten würden. Vielleicht sollten Mack und Kollegen aus dem ST-Autoren-Team mal eine militärische Grundausbildung und einen Besuch im Kennedy-Space-Center absolvieren. Oder schlicht David Webers „Honor-Harrington“-Reihe lesen. Das ist Military-SF vom Feinsten. Und auch in zukünftigen Raumfahrtzeitaltern wird jeder Vorgesetzte darauf achten, dass seine Truppe mehr kann, als auf einen Knopf zu drücken!

Copyright © 2010 by Werner Karl (WK)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

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Star Trek: Nero

Erstellt von Werner Karl am 31. August 2010

Robert Orci, Alex Kurtzman, Mike Johnson, Tim Jones
Star Trek: Nero

Star Trek: Nero, Paramount, USA, 2009
Cross Cult, Ludwigsburg, 05/2010
SC, Comic, SF, Action
ISBN 978-3-941248-48-9
Aus dem Amerikanischen von Christian Langenhagen
Titelillustration und Zeichnungen von David Messina

www.cross-cult.de
www.startrek.com
http://davidmessinart.blogspot.com/

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Begleitend zum neuen „Star Trek“-Film, der das Franchise nachhaltig verändern sollte, sind auch eine ganze Reihe von Comics erschienen. Während „Countdown“ die Vorgeschichte erzählt, widmete sich „Spock“ den letzten Jahren des Halbvulkaniers, der noch einmal aktiv in die Geschichte eingriff. „Nero“ beschäftigt sich nun mit der Zeit, die der Romulaner zusammen mit seiner Besatzung in der Vergangenheit verbrachte, um auf die Rückkehr von Spock zu erwarten.

Nach dem Kampf mit der U.S.S. Kelvin und dem Kamikazeflug von George Kirk hat auch Neros Schiff schwere Schäden davon getragen. Die Überlegung ist nun, den Racheplan weiter zu verfolgen oder aufzugeben und nach Romulus zurückzukehren, um dort im Verborgenen die Katastrophe aufzuhalten. Zum Reparieren des Schiffes kommen sie allerdings nicht, da kurz nach der Schlacht bereits Klingonen-Kreuzer auftauchen und das kampf- und relativ manövrierunfähige Schiff aufbringen. Auch Gegenwehr nutzt nicht viel, da die Männer viel zu geschwächt und geschockt von dem sind, was sie durchgemacht haben. Nero und seine Crew werden nach Rura Penthe gebracht. Man foltert sie, um mehr über die Geheimnisse des weit fortentwickelten Schiffes zu erfahren, doch niemand verrät wirklich etwas, vor allem nicht der Kommandant. Mehr als zwanzig Jahre werden die Romulaner gefoltert und gedemütigt. Aber getreu dem Sprichwort, dass alles, was einen nicht umbringt, umso stärker macht, geben sie sich nicht auf. Schließlich gelingt ihnen mit einem menschlichen Gefangenen die Flucht auf ihr Schiff. Doch können sie wirklich entkommen …?

„Nero“ ist der Versuch, auch dem Bösewicht des Films einen Hintergrund zu geben und damit seine Handlungsweise plausibler zu machen. Allerdings gelingt das nur bedingt. Man kann zwar seinen Schmerz über den Verlust von Frau und Kind nachempfinden und die unbändige Wut verstehen, die ihn am Leben erhält, aber das ganze bleibt recht oberflächlich und wirkt ziemlich aufgesetzt. Die Autoren gehen bei der ganzen Sache nicht über gängige Klischees hinaus und füllen die Seiten lieber mit fruchtlosen Drohungen seitens der Klingonen, um wenigstens etwas Spannung in die Geschichte zu bringen. Letztendlich ist man nach der Lektüre nur in einem schlauer und versteht nun, warum die Romulaner nicht schon früher die Macht ihres Schiffes eingesetzt und sich so lange still verhalten haben und warum sie nur noch Rache und Vergeltung wollen, aber im Grunde dann doch nicht mehr weiter leben.

„Nero“ füllt damit zwar einige Lücken aus dem Film, aber wirklich befriedigend ist die Geschichte nicht, zumal es auch einige kleine Logikfehler gibt. Wenn die Klingonen das Schiff gut zwanzig Jahre in ihren Klauen hatten, warum sind dann keine Spuren von ihnen auf dem Schiff zu finden? Warum haben sie nicht alles, was nicht niet- und nagelfest war, entfernt?

Insgesamt erweist sich „Nero“ als wenig überzeugender Zusatz zum Film. Dem Comic fehlt es vor allem an Tiefe, an weiteren Hintergründen, die man sich nicht schon selbst denken kann, und lässt zudem auch ein wenig Spannung vermissen. Eingefleischte Fans werden sich sicherlich freuen, viele andere aber enttäuscht sein, dass der Band nicht wirklich neue Informationen enthüllt.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei buch24.de
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Götter der Nacht

Erstellt von Werner Karl am 30. August 2010

David Mack
Götter der Nacht
Star Trek Destiny 1

Cross Cult Verlag, 2010
Originaltitel: Star Trek – Destiny: Gods of night (2008)
Science Fiction, Taschenbuch
ISBN 978-3-941248-83-0
Umfang: 418 Seiten
Übersetzerin: Stephanie Pannen
Cover Artwork: Martin Freitag

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Vorwort:

Star-Trek-Romane gibt es mittlerweile in einer Vielzahl, welche es selbst eingefleischten Fans schwer macht, da den Überblick zu behalten. Da auch noch die Buchrechte zu einem Wanderpokal geworden sind, sei hier – zumindest für den Verlag Cross Cult – eine kleine Übersicht gestattet:
Star Trek – The Next Generation: aktuell 5 Romane; ab Band 1: „Tod im Winter“
Star Trek – Deep Space Nine: aktuell 5 Romane; ab Band 1: „Offenbarung, Buch I“
Star Trek – Vanguard: aktuell 5 Romane; ab Band 1: „Der Vorbote“
Star Trek – Titan: aktuell 4 Romane; ab Band 1: „Eine neue Ära“
…und schließlich nun: Star Trek – Destiny startet mit diesem Roman. (Esri Dax hat seltsamerweise auf meinem Buch eine andere Frisur?!)

Entgegen anderen Verlagen prangt auf dem Buchrücken deutlich eine 1 und der Klappentext weist ebenfalls auf die Minireihe und die Bandnummer hin. Dafür schon mal vielen Dank. Die Vorgehensweise anderer Verlage solche Serien-Bezeichnungen schon fast schamhaft zu verschweigen, gar zu verstecken, gründet auf der Angst, der ratlose Buchkäufer würde sich durch eben dieser Bezeichnung vom Kauf abhalten lassen. Ich sage: Das Gegenteil ist der Fall (siehe hierzu auch). Doch was tun, wenn Langzeitserien – eben wie Star Trek – Seiteneinsteiger überfordern? Cross Cult liefert hier anschaulich – und angenehm – die Antwort: Miniserien. Destiny ist als Trilogie konzipiert, zumindest behauptet das der Autor in seiner Danksagung und ich hoffe, es bleibt auch dabei. Nicht wegen der Qualität der Geschichte – die ist gut, so viel sei schon vorweg genommen -, sondern wegen eben o.g. Unübersichtlichkeit und erschwertem Einstieg.

Zum Buch:

Im Jahr 2381 steht die Föderation im Krieg. Eine neue Invasion des Borg-Kollektivs rollt an und noch immer hat die Menschheit als Gesamtes keine wirksame Abwehr gegen die riesigen Borg-Kuben, die eine Welt nach der anderen ansteuern und vernichten. Einzig die ENTERPRISE unter dem Kommando von Jean-Luc Picard verfügt über Transphasentorpedos, welche die mittlerweile verstorbene Admiralin Kathrin Janeway aus einer alternativen Zukunft der Föderation zugänglich gemacht hatte.

Doch die Führung der Sternenflotte hat allergrößte Bedenken, diese Technologie in allen Kampfschiffen der Föderation zu installieren. Die erschreckende und rasend schnelle Fähigkeit der Borg zur Assimilation fremder Technologie, würde diese einzig erfolgreiche Waffe rasch stumpf machen. Und so fällt eine Welt nach der anderen, Föderationsschiffe begehen verzweifelt Selbstmord, um wenigstens mit einem Kamikazemanöver das eine oder andere Borgschiff zu vernichten.

Über 200 Jahre zuvor – im Jahr 2156 – hat das Raumschiff COLUMBIA unter dem Kommando von Captain Erika Hernandez einen ganz anderen Kampf zu bestehen. Ein halbes Dutzend romulanischer Kriegsschiffe bedroht einen Konvoi, dessen einziger Schutz die COLUMBIA ist. Doch gleich zu Beginn wird die COLUMBIA durch ein romulanisches Computervirus dazu gebracht, den eigenen Konvoi samt hunderten Besatzungsmitgliedern vollständig zu vernichten. Die einzige Möglichkeit, der eigenen Zerstörung zu entgehen, ist ein unkontrollierter Warpsprung, der sie nur 1 Lichtjahr vom Kampfplatz wegbringen soll. Doch der Sprung schlägt fehl und die COLUMBIA landet in einer ganz anderen Region des Universums…

Und dort stoßen sie auf eine Welt mit einer haushoch überlegenen Intelligenz. Diese Caeliar beherrschen die Transwarptechnologie in einem Maße, wie die Menschheit es sich nicht vorstellen kann. Dumm nur, dass die Caeliar überhaupt nichts mit den jungen, barbarischen Völkern zu tun haben wollen, die gerade erst seit einigen Jahrhunderten Raumfahrt betreiben.

Picard, Riker, Hernandez und Ezri Dax, die Kommandantin der AVENTINE, kämpfen jeder in seiner Zeit gegen die Vernichtung der Menschheit durch die Borg. Und die Caeliar haben allen Grund, aggressive Primitivvölker zu meiden. Doch ein Teil eines Außenteams der COLUMBIA meutert und beschwört eine wirklich stellare Katastrophe herauf…

Fazit:

Mittlerweile sind auch bei Star Trek Zeitreisen und verschiedene Zeitebenen fester Bestandteil der Handlungen. Und gerade das ist ein weiterer Grund, solche Romane in der richtigen Reihefolge zu lesen. Ich habe „Götter der Nacht“ fast in einem Rutsch gelesen und es genossen.

Copyright © 2010 by Werner Karl (WK)

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