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neuauflage

Deimos

Erstellt von Thomas Hofmann am 10. Dezember 2010

Warlord 2: Deimos
von Mike Grell
US-Format, Hardcover, sw + 16 Farbseiten, 192 Seiten
ISBN 978-3-941248-88-5

www.cross-cult.de
www.thewarlord.ca

Travis Morgan ist inzwischen gut etabliert in der Hohlwelt im Innern unserer Erde; einer Welt, in der sich Atavismen aller Art toll erhalten haben: Urzeittiere und wahrlich prähistorische Verhaltensweisen der Menschen: Es wird gerne zuerst gehauen, dann gefragt.

Der Held ist zumindest äußerlich auch wirklich ein Held. Im Ersten Kapitel dieses zweiten Buches gibt es auch sehr erhabene Statements in Sachen Freiheit und Gerechtigkeit. Allerdings zeigt der Warlord immer wieder, dass ihm das Zuhauen auch so was wie Spaß bereitet. Schön ist, dass dies zum Teil vom Autor auch ironisch gebrochen wird, er seine Figuren nicht zu ernst nimmt.

Der geneigte Leser und Betrachter wird ansonsten wie im ersten Band wieder in eine sehr exotische, wilde und gefährliche Welt geworfen. Die Handlung ist ordentlich straff, nicht sehr anspruchsvoll, aber spannend und bewegt sich auch auf einen Höhepunkt zu.

Travis ist nämlich Vater geworden und der eigentlich besiegte, tot geglaubte Bösewicht Deimos erfreut sich seiner Rachegelüste, die er auslebt, indem er den Sohn des Warlord entführt.

Bei der Reise durch die exotischen Gefilde Skartaris’ erleben der Warlord, seine russische Begleiterin und sein Freund mit der Morgensternhand so einige Abenteuer.

So begegnet unser Held dem Tod persönlich – dieser tritt ihm aber in Form einer schönen Frau entgegen; na , das ist doch mal was!

Interessant, dass der Autor hier eine besondere Gestaltungsweise wählt: alle Penales sind gleich große Hälften einer Seite, längs aufgeteilt. In dieser Geschichte wird The Warlord fast philosophisch.

Erwähnenswert ist da noch eine sehr klassische UFO-Story: Aliens als letzte Überlebende ihres durch eine Supernova zerstörten Planeten suchen geeignete Menschendamen zum Erhalt ihrer Art.

Es gibt auch einen lustig anzuschauenden Mini-Magier, der über die Zeiten hinweg seinen Zauber auf die Abenteurergemeischaft ausübt.

Er findet seinen Sohn, der magisch gealtert ist und von Deimos als Waffe gegen seinen Vater eingesetzt wird. Hier gewinnt die Geschichte eine deutlich tragische Note.

Insgesamt machte die Lektüre wieder Laune; die Schwarz-Weiß-Zeichnungen zwingen zum genauen Betrachten, was sich durchaus lohnt, denn Grell kann zeichnen, das steht nun mal fest. Auch wenn die Posen seiner Figuren – wie schon zum ersten Band bemerkt – ziemlich theatralisch und überzogen wirken. Dazu, neben mitunter platten Wendungen, auch wieder flotte und ein wenig zynisch wirkende Sprüche.

Was Grell hier als Weltbild vermittelt, hat er sich im Vietnamkrieg angeeignet; aus dem Interview, der diesem Band angefügt ist, geht dies deutlich hervor; sicher ist es für den Leser nicht unwichtig zu wissen, was hinter dem Warlord steckt.

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Warlord 1: Skartasis

Erstellt von Thomas Hofmann am 21. November 2010

Warlord 1: SkartasisCover zu Warlord Band 1
von Mike Grell
Cross Cult
US-Format, Hardcover, sw + 16 Farbseiten, 192 Seiten
ISBN 978-3-941248-87-8

www.cross-cult.de
www.thewarlord.ca

The seventies rules!

Habe mich wie ein Kind auf die Lektüre gefreut und gestürzt. Selber habe ich diese Hefte natürlich nicht gelesen – damals. Das wäre ja unter „Schmutz und Schund“ aus dem „Westen“ streng verboten; daher wurde ich als DDR-Comic-Leser mit Mosaik, Fix und Fax, Antomino und Erich Schmitt sozialisiert. Na, auch nicht übel, aber…

Ja, die 70er und 80er. Habe mir beim Lesen gleich Platten von E.L.O. aufgelegt. Das waren noch Zeiten, als so ein Album eine knappe Dreiviertelstunde lief. Und ähnlich ist es mit dem Comic: Kurz und knackig, rasant, auf den Punkt gebracht. Tatsächlich – um mal Äpfel mit Birnen zu vergleichen – wenn ich mir da z.B.die aktuellen Superhelden-Comics ansehen: Viele bunte Seiten, viel Getöse, aber was passiert da eigentlich?

Nun, The Warlord ist zunächst mal nicht in Farbe. Die Herausgeber entschieden sich für eine „edle Schwarz-Weiß-Edition“. Das fordert dem Leser / Betrachter mehr Aufmerksamkeit ab. Ansonsten lässt die Ausstattung nichts zu wünschen übrig: Sehr fester Hardcover-Einband im Leder-Look, satte 200 Seiten, ein ordentlich großes Format, eine farbige Cover-Galerie und eine sehr gute Vorstellung des Autors und Zeichners, Mike Grell. Die ist sicher auch notwendig, denn der Stoff ist nicht ganz unproblematisch. So ein bisschen kann ich die Bedenken der Jugendschützer damals schon verstehen, wenn sie bei solchen Geschichten die Lippen verziehen würden (und warum so etwas bei „uns“ nicht erscheinen konnte…). In der Form, wie der Verlag mit dem Stoff umgeht (Nachwort, Präsentation) steht aber fest, an wen sie sich wenden.

Worum geht es?

Der US-Air Force Pilot Travis Morgan wird bei einem Spionageflug über der UdSSR von einer Abwehrrakete getroffen und flüchtet über den Nordpol. Leider stürzt er irgendwo im Norden Kanadas ab – denkt er zumindest. Komisch nur, dass da Palmen wachsen und es auch ziemlich heiß ist..

Was er bald heraus bekommt: Er ist über ein riesiges Loch ins Innere der Erde geflogen. Auf der Innenseite der Erdkugel gibt es eine andere Welt: Skataris, bevölkert von Sauriern, Säbelzahntigern und Menschen, die wie eine Mischung aus Wikingern und Römern wirken und sich ebenso wild gebärden wie die Urzeittiere.

In dieser Welt ist es immer Mittag, eine Sonne steht immer am Zenit. Es gibt auch keinen Horizont. Wie sich herausstellt, stimmt auch so einiges andere nicht, so zum Beispiel mit dem Ablauf der Zeit. Zeitmessung scheint überhaupt nicht zu gehen, was dem Autor freie Hand beim Timing seiner Abenteuer gewährt. Zeit sei relativ, kann man da lesen, das sie aber auf eine irrwitzige Weise verläuft, hat Einstein so sicher nicht formuliert. Die damit verbundenen Ungereimtheiten nimmt er auch in Kauf, fördert sie sogar und bietet sie sozusagen rotzfrech seinen Lesern an: Da legt sich unser Bruchpilot zum Beispiel das erste Mal schlafen und wacht mit einem Vollbart auf.

Es gibt eine Meta-Story: Die Völker dieser Innenwelt sind die Nachfahren der Flüchtlinge des untergegangenen Atlantis, leider gab es wohl auch atomare Vernichtungskriege, in deren Folge einige Menschen degenerierten. Halbwesen (Mensch, Tier) entstanden. Mit den Überresten, auch Robotern, einem kanibalistischen Cyborg, einer fliegenden Stadt usw. sieht sich der Held konfrontiert.

Travis Morgan kommt sehr schnell mit dieser ihm fremden Welt zurecht. Er wird zum mörderischen Barbaren, der Probleme mit dem Schwert löst, zum Spartakus wird, einen Tyrannen besiegt, der aber am Ende doch wieder auftaucht, natürlich vollbusige Damen an seiner Seite weiß und Krieger und Monstren meuchelt. Natürlich: Die Frauen haben hier nicht viel an; die Männer übrigens auch nicht. Als eine Frau in die Welt kam, hat sie sich auch so einen Fummel angezogen. Allerdings hat der Autor dies begründet; denn ihre moderne Kleidung aus dem XX. Jh. fällt in dieser archaischen Welt mehr auf; sie muss sich halt anapassen.

Die Stories halten sich nicht mit langen Reden um den hießen Brei auf. Sie kommen schnell zur Sache, was meist rasante Kämpfe bedeutet. Die Plots sind daher sicher nicht sehr raffiniert, aber Langweile kommt nicht auf.

Die einfachen Geschichten transportieren eine Ideologie, die allerdings mit einem Augenzwinkern präsentiert wird; zumindest möchte ich da so herauslesen. Mitunter ist das Pathos einfach überzogen, in der Mitte dieses Bandes schien mir auch eine deutliche selbst-ironische Note hinzuzukommen, dazu die schon angedeuteten logischen Ungereimtheiten, die hier im vollen Bewusstsein eingebaut werden. Die Sprüche sind teilweise echter Wahnsinn, in einer Weise überzogen, dass sie unmöglich ernst gemeint sein können.

Mike Grell präsentiert hier einen Haudrauf, der sich seiner Männlichkeit und Körperkraft erfreut, der nie lange fackelt (wobei diese „Erst Hauen, dann Fragen“-Mentalität sich an einer Stelle als eindeutig falsch erweist und den Helden und seine Freunde in eine Falle tappen lässt – ich vermute aber, das tut der Einfalt keinen Abbruch…), der bewusst das Recht des Stärkeren propagiert. Er entwickelt in der Urwald-Hitze der Welt des ewigen Mittags einen Hang zum Spaß am Töten. Das ist sicher befremdlich. Aber auch Freiheit und Selbstbestimmung, auch der mitkämpfenden Frauen sind Ideale. Der US-Pilot spricht Russisch; eine russische Wissenschaftlerin rettet er vor seinen eigenen Landsleuten; es gibt ganz klare antirassistische Statements; all das dürfte in der Hochzeit des Kalten Krieges für diesen Rahmen mutig gewesen sein.

Die Posen sind oft theatralisch überzogen: Männer scheinen grundsätzlich Bärte zu haben und immer sehr breitbeinig dazustehen. Die Kämpfe sind zwar kraftvoll, wirken aber eher wie ausgefeilte Choreografien.

Ist man sich der diversen Überreizungen bewusst, und auch in der richtigen Stimmung, kann man diese alten Geschichten einfach nur genießen. Ich habe es getan und freue mich schon sehr auf den nächsten Band.

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Mehr als die Summe

Erstellt von Werner Karl am 7. November 2010

Christopher L. Bennett
Mehr als die Summe
Star Trek – The Next Generation 5

Star Trek – The Next Generation: Greater Than the Sum, USA, 2008
Cross Cult, Asperg, 05/2010
TB, Science Fiction
ISBN 978-3-941248-65-6
Aus dem Amerikanischen von Bernd Perplies
Titelbild von Paramount Pictures Corporation

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.fantasticfiction.co.uk/b/christopher-l-bennett/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Mit dem vierten Band der „Star Trek – The Next Generation”-Buchreihe hat sich der bisher gefährlichste Feind der Föderation zurück gemeldet: die Borg. Zwar gelang es mit vereinten Anstrengungen und dem Einsatz einer alten Waffe aus Captain Kirks Zeiten, dem Planetenkiller, den Kubus zu zerstören, wirklich vernichtet hat man die Borg allerdings nicht, denn es sind genug Drohnen entkommen, die andere Schiffe und Orte assimiliert haben. Wie bedrohlich sie sind, bekommt das Raumschiff Rhea zu spüren, das eine Reihe von Kohlenstoffplaneten entdeckt hat, von denen Quantenenergie ausgeht. Gerade als sie dem Geheimnis auf die Spur kommen und Kontakt mit der unbekannten Spezies, die dahinter steckt, aufnehmen, taucht die Einstein auf, ein von den Borg besetztes Schiff. Ohne Rücksicht auf Verluste wird die Besatzung der Rhea infiziert, und das ist nur der Anfang, denn weitere Schiffe folgen.

Aus diesem Grund erhalten Picard und die Enterprise die Erlaubnis, alle Mittel zu nutzen, die sie finden können, um die verbliebenen Borg auszulöschen. So macht sich das Flaggschiff der Sternenflotte auf, um Waffen und Verbündete zu finden, die ihnen helfen können, da sich die Borg durch den letzten Kontakt und die Assimilierung von Vice-Admiral Janeway verändert haben. Unterstützung finden sie bei Hugh und anderen Drohnen, die sich schon vor vielen Jahren aus dem Kollektiv gelöst haben und eine neue, viel gerechtere Art zusammenzuleben praktizieren. Aber auch auf der Enterprise selbst geht das Leben weiter. Nun, da sie ein Paar sind, tragen sich Jean-Luc und Beverly mit dem Gedanken, selbst noch einmal Kinder zu haben. Doch ist es gerade jetzt ratsam, Nachwuchs in die Welt zu setzen? Und wenn nicht, wann ist dann der richtige Zeitpunkt?

Nach den eher düsteren und actionreichen Romanen bietet „Mehr als die Summe“ wieder ein wenig mehr von dem, was „Star Trek“ ausmacht: die Begegnung mit Lebensformen, die einmal nicht aggressiv sind, sondern so friedfertig, dass sie sogar Kämpfe verhindern, sowie die Entdeckung neuer Welten und der hoffnungsvolle Umgang mit der Zukunft, auch wenn sie finster aussehen mag. Dabei drückt Bennett ein wenig zu sehr auf den Gefühlsknopf, wenn es um das Thema ‚Familie„ geht. Hier bricht einer der klassischen amerikanischen Werte durch, die schon die Siedlermentalität prägten: Kinder und Familie sind alles, und ohne diese ist man nicht vollständig, auch wenn man nicht unbedingt weiß, ob man die nächsten Wochen überleben wird.

Dem Geheimnis der Borg kommt man wieder ein Stück auf die Spur, und weitere Figuren opfern sich, obwohl sie nicht ganz das erreichen können, was sie eigentlich wollten. Aber das wundert auch nicht, leitet doch dieser Roman in eine Trilogie über, die auch andere Helden aus dem Universum mit einbinden wird: „Star Trek Destiny“. Ansonsten legt der Autor einen routiniert geschriebenen Roman ab, der einen überraschen anspruchsvollen Inhalt bietet, der auch ein wenig vom sense of wonder der Serien einfängt. Die Figuren sind sehr lebendig beschrieben und passen zu dem, was man aus dem Fernsehen kennt, so dass es auch da keinen Bruch gibt. Aber nicht nur die absoluten Fans werden durch die vielen Anspielungen und Hinweise zufrieden gestellt, auch andere SF-Leser können der Handlung ohne größere Probleme folgen, wenn sie zumindest ein bisschen Bescheid wissen.

Alles in allem erweist sich „Mehr als die Summe“ als Highlight der „Star Trek – The Next Generation“-Reihe, das diesmal nicht nur die absoluten Fans zufrieden stellt, sondern auch die Leser verzaubern kann, die bisher nur wenig in das Universum hinein geschnuppert haben.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

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Heldentod

Erstellt von Werner Karl am 15. Oktober 2010

Peter David
Heldentod
Star Trek – The Next Generation 4

Star Trek – The Next Generation: Before Dishonor, USA, 2008
Cross Cult, Asperg, 03/2010
TB, Science Fiction
ISBN 978-3-941248-64-9
Aus dem Amerikanischen von Bernd Perplies
Titelbild von Paramount Pictures Corporation

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.peterdavid.net/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der dritte Band der „Star Trek – The Next Generation”-Buchreihe hat es bereits angekündigt und die Helden auf eine erste Probe gestellt: Die Borg sind zurück! Die alten Recken wissen, dass ein Kampf und große Verluste unvermeidbar sind.

Vice-Admiral Katryn Janeway ist auf den Weg zur Enterprise E, die auf den ersten Borg-Kubus nach zwanzig Jahren gestoßen ist. Dabei gilt Jean-Luc Picard als unberechenbar, wenn es um die Borg geht, schließlich war er einmal von diesen assimiliert worden. Die ehemalige Captain der Voyager ist nur froh, dass auch Seven of Nine, die noch länger und intensiver unter den Borg gelebt hat, vor Ort, aber zu einer guten Freundin geworden ist. Janeway will genau wissen, was eigentlich passiert ist, und wie es Picard gelang, den Kubus lahm zu legen. Doch die Vice-Admiral wird niemals ihren Bestimmungsort erreichen, denn das Forschungsschiff, auf dem sie reist, wird von einem Borg-Raumer aufgebracht, und alle Besatzungsmitglieder werden assimiliert oder getötet.

Janeway erleidet ein besonderes Schicksal. Der eigentlich von der Enterprise still gelegte Kubus ist wieder zum Leben erwacht und stößt unerbittlich auf das Herz der Föderation zu, dabei alles verschlingend, was auf seinem Weg liegt. Schließlich fordert man die Herausgabe von Seven of Nine und Captain Picard. Doch ausgerechnet der Chef über die Enterprise ist nicht dazu bereit, sich so einfach als Opferlamm und Sündenbock hinzugeben. Er hat noch einen letzten verzweifelten Plan, die Borg aufzuhalten, und legt sich deshalb mit den neuen Offizieren seiner Mannschaft an, während die altgedienten weiter zu ihm stehen. „Heldentod“ ist um einiges actionreicher als sein Vorgänger „Quintessenz“, bleibt aber dem neuen Stil der Geschichten recht treu und konzentriert sich nicht nur auf die Handlung sondern auch auf die Innenwelt der Figuren, so dass man ein wenig mehr über Janeway, Picard, Seven of Nine und einige der Nebenfiguren erfährt und versteht, warum sie so handeln.

Zudem haben sich die Borg etwas verändert – sie sind nicht mehr ganz so vorhersehbar und eindimensional, wie man sie aus den Serienfolgen kennt –, haben sich nach den mit den Menschen gemachten unangenehmen Erfahrungen weiter entwickelt und sich auf deren unlogisches Verhalten eingestellt. Sehr viele Andeutungen und Hinweise auf frühere Geschehnisse sind eingearbeitet, die man glücklicherweise aber nicht alle kennen muss, da viele davon auch direkt im Text erklärt werden. Ansonsten vermischt der Autor Bekanntes mit eigenen Ideen, variiert gekonnt vertraute Verhaltensmuster und bietet somit auch dem „Star Trek“-Fan Überraschungen. Neu-Einsteiger werden allerdings eher überfordert sein. Verfasst ist dies in einem lockeren und unterhaltsamen Stil, der leicht zu lesen ist und auch keine hohen Anforderungen an das Verständnis stellt.

Alles in allem ist „Heldentod“ ein sehr dramatischer „Star Trek“-Roman, der sehr viel von der düsteren Seite der Serien einfängt. Gerade wenn man die Borg für den faszinierendsten Gegner der Menschheit hält, wird man sehr zufrieden gestellt, da die Gegenspieler neue Facetten zeigen und so nicht nur einfach ein Abklatsch dessen sind, was man schon kennt.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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B.U.A.P Die Warnung

Erstellt von Thomas Hofmann am 13. Oktober 2010

Mike Mignola, John Arcudi, Guy Davis
B.U.A.P. – Band 8 – Die Warnung

Cross Cult Verlag, 2010
ISBN 9783941248946
Comic, Hardcover, deutschsprachig
Originaltitel: B.P.R.D. : The Warning, 2009, 2010
Übersetzer: Frank Neubauer
Story: Mike Mignola, John Arcudi
Zeichnungen: Guy Davis
Farben: Dave Stewart
Umfang: 152 Seiten

www.cross-cult.de

Ein B.U.A.P.-Band pro Jahr, darauf muss man sich als Fan und Leser wohl nun einstellen.Also gut. Allerdings wird nun das Warten doppelt schwer, denn dieser neue Band ist der Beginn einer Trilogie.

Muss ich Welt und Figuren vorstellen? Hmm, wahrscheinlich würde dies nicht viel bringen, denn wie ich schon zu Band 7 feststellte: Quereinsteigern wird es relativ schwer gemacht sich einzulesen. Zu viele Bezüge, zu viele Anknüpfungspunkte aus vorherigen Teilen werden aufgegriffen. Nur der Umstand, dass es tatsächlich sozusagen der Beginn eines Mini-Zyklus ist, könnte auch Interessierten Zugang zum Hellboy-Universum gewähren, die bisher nichts davon kannten. Aber gibt es solche Leute überhaupt? – Andererseits: Wer die Hellboy-Filme kennt, wird erst Recht in die Irre geleitet, denn die Figuren der Graphic Novels sind doch anders angelegt, als im Film. Den gravierendsten Unterschied stellt Ape Sapiens dar, der im Film eher der zurückhaltende Intellektuelle, in den gezeichneten Abenteuern aber immer mehr der harte Durchgreifer ist. Ape ist hier auch der Chef, nicht Johann Kraus, wie im Film.

Weil ich gerade bei den Parallelen bin: Natürlich ist ein Generalthema des Hellboy / B.U.A.P.-Universums der Umstand, dass die Protagonisten, also die Mitglieder der Behörde, die paranormale Phänomene aufklärt und bekämpft, selber solche „paranormalen Phänomene“ verkörpern, also Teil des Problems sind, das sie bekämpfen. Hellboy war immer der größte Kämpfer – und das größte Problem. Nunmehr kommt dieser Part Liz Sherman zu, die in ihren Träumen einem Magier begegnet, der ihr eine bestimmte Rolle im Fortlauf des Weltgeschehens offeriert. So wie einst Rasputin bei Hellboy; auch sie wehrt sich natürlich dagegen, doch am Ende dieses neuen Bandes sehen wir, was auf sie, auf alle, zukommen kann. Die Bilder gleichen sich; vielleicht ist dieses retardierende Moment nicht unbedingt eine richtig gute Idee, um das Leseinteresse wach zu halten, konsequent ist es allemal.

Band 8 setzt dort fort, wo Band 7 endete. Johann Kraus, der ja aus Indonesien einen seelenlosen menschlichen Körper mitbrachte und diesen gerne in Besitzt genommen hätte, um sein Dasein als ektoplasmische Projektion zu beenden, kann den Körper erst mal nicht benutzten, da er Unzulänglichkeiten aufweist. Der knallharte Zombie-Offizier Ben Daimio entpuppte sich als Wer-Tier, der in der Schneewüste Colorados einem Wendigo folgte. Die Suche nach ihm wird fort gesetzt. Der Geist des Lobster Johnson ergriff Besitz von Johann Kraus; in einer Seance, geführt von der wiederbelebten ägyptischen Mumien-Dame Panya, enthüllt der Geist den Namen des Magiers, der Liz peinigt. Und natürlich: Panya kennt ihn. Dieser mysteriöse Kerl hat was von Dr. Fu Manchu, das war von den Machern durchaus beabsichtigt, wenn man dem Nachwort Glauben darf.

In der ersten Hälfte des achten Bandes wird sehr dicht, Schlag auf Schlag erzählt. Die Schauplätze und Zeitebenen wechseln sich schnell ab. In der zweiten Hälfte dagegen wird ein infernalisches Schlachtengemälde ausgebreitet, eigentlich passiert da nicht mehr viel, dafür wird der Leser und Betrachter förmlich mit Farben und Formen erschlagen.

Die Agenten trage allesamt ihre eigenen Geister-Welten, ihre Geheimnisse aus vormaligen Leben mit sich, in die nun ihre Kollegen mit hineingezogen werden. Im Falle von Liz wird es richtig brenzlig. Die Spur führt nach Deutschland, München, in die nicht vollendeten U-Bahn-Tunnel. Dort treffen wir Wesen aus den ersten Bänden der Serie wieder, den Proto-Menschen aus der Hohlen Erde.Sie sehen sich einer riesigen Armee gegenüber, die ihr unseliges Tun zunächst in München entfesselt.

Tja, das war auch erst die Warnung; was wird nun aus unserer Welt? Welche Rolle spielt Liz Sherman dabei? Der Gegner scheint übermächtig zu sein, kann er aufgehalten werden? Die Antworten kriegen wir wohl erst nach 2 Jahren.

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Skartaris

Erstellt von Werner Karl am 2. Oktober 2010

Mike Grell
Skartaris
The Warlord 1

The Warlord 1 – 10. 1st Issue Special 8, USA, 1975 – 1977
Cross Cult, Ludwigsburg, 06/2010
HC, Comic, Fantasy, Action
ISBN 978-3-941248-87-8
Aus dem Amerikanischen von Christian Langenhagen
Titelillustration und Zeichnungen von Mike Grell

www.cross-cult.de
www.mikegrell.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Mike Grell gehört zu den Künstlerpersönlichkeiten der 1970er Jahre, die nicht nur an einer der gängigen Comic-Serien, in diesem Fall „Green Arrow“, mitarbeiteten, sondern später auch eigene Konzepte und Ideen umsetzen durften. So entstand Mitte der 1970er Jahre seine Serie „The Warlord“. Ein Teil davon erschien auch im Verlauf der 1980er Jahre bei Ehapa in großformatigen und farbigen Alben. Cross Cult legt die Serie nun wieder auf – allerdings nicht in Farbe sondern in Schwarzweiß und dem originalen Heftformat.

Erzählt wird die abenteuerliche Geschichte des Air-Force Piloten Travis Morgan. Bei einem geheimen Einsatz über Russland wird er abgeschossen und stürzt mit seinem Jet ab. Doch die Welt, in der er zu sich kommt, hat nicht viel mit den ostasiatischen Dschungeln zu tun. Hier trifft er schon bald auf Urzeit-Säugetiere, die obligatorischen Dinosaurier und Echsenwesen, leicht geschürzte Kriegerinnen, die sehr geschickt mit dem Schwert umgehen können, aber auch schurkische Zauberer. Zunächst wird er sehr freundlich empfangen und hat Zeit, die Sprache der Welt zu lernen und ein wenig über ihre Kulturen zu erfahren. Er realisiert, dass er sich nicht mehr auf sondern in der Erde befindet.

Skartaris ist eine Hohlwelt, die von einem riesigen Gasball beschienen wird. Dass auch noch die Zeit anders verläuft als auf der Oberfläche, das erfährt er erst später. Zunächst entgeht er einem schweren Verrat, schlägt sich mit der Barbarin Tara, die schnell zu mehr als nur einer Kampfgefährtin geworden ist, durch eine lebensfeindliche Welt, erliegt fast Kultisten und muss in der Arena kämpfen. Schließlich deckt er das große Geheimnis von Skartaris auf, als er auf die Geheimnisse der Atlanter stößt und diese entschlüsselt. Das macht den „Warlord“, der sich inzwischen für viele Menschen zu einer Führerpersönlichkeit entwickelt hat, zu einer großen Gefahr für Deimos, dessen Magie sich allein auf die Artefakte der Atlanter stützt, und so beginnt die grausame Jagd auf Travis …

Vergessene Welten gibt es schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Die Idee von Sir Arthur Conan Doyle wurde nicht nur von Edgar Rice Burroughs aufgegriffen, sondern später auch von vielen anderen Autoren der Pulp-Romane, denn sie ermöglichten es, einen Mensch aus der Jetztzeit in eine archaische Welt zu versetzen, in die man neben fantastischen Kreaturen auch noch alle möglichen Versatzstücke aus der irdischen Geschichte oder alten Mythen unterbringen konnte. Und gerade in den 1970er Jahren erschienen auch sehr viele Fantasy-Romane mit ähnlichen Konstellationen, wenn auch anderen Welten, man denke nur an „Jandar von Callisto“ von Lin Carter oder die „Dray Prescott“-Saga von Alan Burt Akers. Gerade mit letzterem hat Travis Morgan eine gewisse Ähnlichkeit, speziell den Charakterzug, alles ein wenig offener und lockerer zu sehen, auch sich selbst. Die Abenteuer entsprechen natürlich dem, was man in der Sword & Sorcery jener Zeit so sehr geschätzt hat: der Kampf gegen böse Magier und Priester, Echsenwesen und Monster, die Rettung schöner Frauen und die Vermittlung amerikanischer Werte an die unterdrückten Massen dekadenter Reiche.

Dennoch macht es nicht viel aus, diese Klischees wieder und wieder zu lesen, denn Mike Grell verpackt sie in eine spannende und lebendige Handlung und erlaubt sich auch manchmal ein wenig Systemkritik, denn Travis Morgan ist kein strahlender sonder eher gebrochener Held, den die Kriegsjahre in Vietnam gezeichnet haben. So bricht auch immer wieder ein gewisser Zynismus bei ihm durch. Er ist kein Idealist, und das hebt ihn ein wenig aus der Masse der anderen Comic-Helden heraus. Die detailreichen und dynamischen Zeichnungen von Grell kommen erst jetzt durch den Abdruck der reinen Grafiken richtig zur Geltung. Man kann erkennen, wie ausgereift seine Kunst ist – hier stimmt in so gut wie jedem Panel die Anatomie, und die Figuren besitzen auch mehr als nur eine Regung im Gesicht. All das macht „Skartaris“, den ersten Band der „The Warlord“-Reihe, zu einem lesenswerten Comic für alle Fans handfester Fantasy, die zudem hochwertige Zeichnungen schätzen. Das bekommen sie in der edel aufbereiteten Ausgabe geboten, die auch noch mit einer interessanten Covergalerie und einem Essay über das Werk Grells neben „Green Arrow“ und „The Warlord“ aufwartet.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Aliens. Nekropolis

Erstellt von Thomas Hofmann am 12. September 2010

Aliens: Nekropolis
von John Arcudi und Zach Howard

US-Format, Softcover, vierfarbig, 104 Seiten
ISBN: 978-3-941248-80-9

www.cross-cult.de

Kaum säuselt es Gerüchte über einen neuen Alien-Film, da kommt schon ein neuer Comic-Band. Gut so! Cross-Cult bringt ja Highlights aus dem Hause Dark Horse und da war das fremde bösartige Wesen halt mal wieder Mode. Kann meinetwegen ein Dauerthema werden.

Aber nicht unbedingt so.

Die moderaten Hardcoverbände, wenn auch in Schwarz-Weiß, kamen bei mir besser an. Dieser neue Band, „Nekropolis“, erschine mir relativ beliebig. Auch wenn die Ausstattung nicht übel ist, jetzt z.B. vierfarbig, das (US) Format leserfreundlich. Wer möchte, kann den Band auch als Hardcover haben; mir liegt er als Softcover vor. Das Titelbild der Hardcover-Ausgabe ist absolut besser – malerischer.

Die Geschichte wartet mit den Alien-Steeotypen auf, die man gewohnt ist und sicher auch erwartet. Es gibt einen Prolog, in dem angedeutet wird, dass die Fremdwesen inzwischen die Erde erreicht haben. Es gibt eine quasi-philosophische Abhandlung über biologische und Evolutionsfragen; genau das, weshalb ALIEN immer mehr als ein 08/15-Monsterfilm war und ist.

Die Haupthandlung beginnt mit einer archäologischen Expedition zu einer fremden Welt, auf der menschliche Siedler eine uralte, riesige, beängstigend riesige Ruinen-Stadt fanden. Nun dürfte natürlich klar sein, wer da inzwischen sich eingenistet hat.

Die Nekropole scheint aber auch auf die Menschen einen bösen Einfluss auszuüben. Nur ein Androide kann sich sowohl dem Einfluss, als auch der erwachten Mordgier der Menschen entziehen.

Nun, wer dies hier liest, wird sicher denken: hey, das kenne ich doch schon. Genau das ist das Problem: So richtig innovativ ist das gut 100 Seiten starke Heft leider nicht. Die Zeichnungen sind klar und aktionsbetont. Teilweise richtig ausdrucksstark, aber nicht super-detailverliebt, um es mal so auszudrücken. Da wäre für meine Begriffe auch mehr drin.

Ist dies vielleicht der Auftakt zu einer neuen Serie? Vielleicht steigert sich das Schöpfer-Team noch? Ich würde es mir sehr wünschen!

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Offenbarung – Buch 2

Erstellt von Günther Lietz am 26. Juli 2010

S. D. Perry
Offenbarung – Buch 2
Star Trek – Deep Space Nine 8.02
(sfbentry)

Cross Cult Taschenbuch (2009)
236 Seiten, ISBN 978-3941248526
OT: Star Trek – Deep Space Nine: Avatar Book 2
Ü: Christian Humberg

http://www.cross-cult.de

Nach dem Angriff durch das Dominion werden die Reparaturen an der Raumstation Deep Space Nine mit großem Eifer vorangetrieben und Schiffe entsandt, um einen erneuten Angriff abzuwehren. Währenddessen ermittelt Ro Laren noch immer in einem mysteriösen Mordfall. Ihre Ergebnisse sorgen für eine Überraschung und stürzen Kira Nerys in einen Gewissenskonflikt. Und was hat es nun genau mit dem Jem’Hadar auf sich, der behauptet ein Abgesandter Odos zu sein …?

Die Fortsetzung von „Offenbarung – Buch 1“ knüpft nahtlos an dem vorherigen Roman der Reihe an und weist die gleichen Schwächen auf. Stephani Danielle Perry beschreibt flache Figuren und setzt voraus, dass der Leser gut über das Star-Trek-Universum informiert ist. Einzig die Andorianer erhalten diesmal ein wenig mehr Raum.

S. D. Perry weist in dem im Buch enthaltenen Interview darauf hin, dass Konzept, Figuren und Kleinigkeiten bereits im Vorfeld festgelegt wurden. Das erklärt den strikten Aufbau, der sich am offiziellen Kanon der alten Star-Trek-Serien hält und keine Ausbrüche erlaubt. Am Ende steht alles wieder auf Null und hat es keine großartige Entwicklung gegeben. Der Stab an etablierter Figuren nimmt zu keinem Zeitpunkt echten Schaden und Konflikte lösen sich in Wohlgefallen auf.

Das ist sehr schade, denn der Roman besitzt viele Möglichkeiten. Frau Perry reißt diese oft kurz an und spendiert einen Ausblick auf das was vielleicht sein könnte, aber dann rudert sie eilig zurück. Das scheint ihr zu liegen, denn die meisten ihrer Auftragsarbeiten sehen so aus. Auch darauf geht Perry in dem Interview ein und erklärt, sie schreibe gerne Lizenzromane. Kein Wunder, denn so vermeidet sie den kräftezehrenden Einsatz von Kreativität und Innovation.

Da der Leser schnell merkt, dass den Hauptfiguren kein Leid geschieht, wird der Roman ebenso schnell langweilig. Selbst die bahnbrechende Prophezeiung entpuppt sich – zum Ende hin – als Luftblase ohne Konsequenzen. Und der äußerst spannend gestartete Handlungsbogen mit Jake Sisko wird nur am Rande behandelt und dient als großer Aufhänger für den nächsten Roman. Das die Romane eine fortlaufende Story erzählen sollen ist löblich, aber einen dermaßen Cliffhanger in solch kurzen Büchern (die man getrost hätte zusammenfassen können) entbehrt jeglicher Leserfreundlichkeit und ist nur ärgerlich.

Trotz allem gelingt es der Autorin die Spannung ein wenig zu steigern, in dem sie sich auf den inneren Konflikt von Ro Laren und Kira Nerys konzentriert. Das ist stellenweise gut geschrieben und lässt hoffen, dass Perry diese Idee in späteren Romanen noch vertieft. Es ist allerdings fraglich, wie weit sie sich mit diesen Gestaltungsmöglichkeiten hinauswagt, bevor sie alles wieder auf Anfang setzt.

Ebenso wie „Offenbarung – Buch 1“ kann „Offenbarung – Buch 2“ nur einem Fan ans Herz gelegt werden. Die Beschreibungen sind zu limitiert und zu dürftig, als dass sich ein Neueinsteiger zurechtfinden würde. Gerade hier hätte die Romanreihe wunderbar eigene Wege gehen können. Schade um die vergebene Möglichkeit.

Die deutsche Übersetzung und Umsetzung des Romans ist sehr gelungen und lässt keine Fehler erkennen. Das Schriftbild ist angenehm und schnell zu lesen, was das Buch subjektiv betrachtet weiterhin verkürzt. Mehr als zwei Leseabende wird wohl niemand brauchen, um die Geschichte durchzuarbeiten.

Unter dem Strich ist der Auftakt zur Serie misslungen. Die Figuren operieren in ihren serientypischen Verhaltensweisen, die Handlung ist langweilig, die Konflikte haben keine echten Konsequenten und es gibt keine Neuentwicklung, sondern Stillstand. Sehr Schade.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Titel bei Buch24.de

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Offenbarung – Buch 1

Erstellt von Günther Lietz am 26. Juli 2010

S. D. Perry
Offenbarung – Buch 1
Star Trek – Deep Space Nine 8.01

(sfbentry)

CrossCult Taschenbuch (2009)
282 Seiten, ISBN 978-3-941248-51-9
OT: Star Trek – Deep Space Nine: Avatar Book 1
Ü: Christian Humberg

http://www.cross-cult.de

Der Krieg gegen das Dominion endete in einem unsicheren Frieden und einer der größten Männer der Föderation ist gegangen. In den Nachkriegswirren versucht die Mannschaft der Raumstation Deep Space Nine sich neu zu ordnen, die Schäden zu reparieren und das Erlebte zu verarbeiten. Da öffnet sich erneut das Wurmloch zum Gamma-Quadranten und Schiffe der Jem’Hadar kommen hindurch.

Dieses Ereignis scheint mit einer Prophezeiung in Verbindung zu stehen, die Jake Sisko erhielt und die einen kühnen Plan in ihm reifen lässt. Und scheinbar steht diese Prophezeiung mit einer Bajoranerin in Verbindung, die auf Deep Space Nine ermordet wurde. Ein Fall für Ro Laren, die neue Sicherheitsoffizierin an Bord der Station …

Mit „Offenbarung – Buch 1“ kommt der Auftakt der „Deep Space Nine“-Reihe bei Cross Cult daher. Als Autorin zeigt sich Stephani Danielle Perry verantwortlich, die ziemlich talentfrei stets neue Romane verfasst. Das bedeutet im Grunde reine Auftragsarbeiten, ohne einen Hauch von Charme oder Liebe zum Thema. Das ist auch im vorliegenden Roman der Fall, der viele Möglichkeiten bietet, von denen aber keine genutzt wird.

Der Roman knüpft zeitlich an das Ende der TV-Serie an. Um den Einstieg zu finden gibt es eine umfassende Zeitleiste, die alle wichtigen Ereignisse zusammenfasst. Im Anhang wird sogar im Detail auf den Konflikt mit dem Dominion eingegangen. Das war leider schon alles an Einsteigerfreundlichkeit. Der gesamte Rest richtet sich an den Star-Trek-Kenner – und der sollte sich im Bereich Deep Space Nine ebenfalls gut auskennen.

Bei der Thematik gibt es keine Neuerungen. Es geht um Prophezeiungen, den Abgesandten, Drehkörper, Jem’Hadar und die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren. Und die sind auch fast alle mit dabei, vorausgesetzt es gab für sie kein Ende in der Serie. Die Charaktere werden sehr selten beschrieben und so muss die geneigte Leserschaft raten, wie denn der ein oder andere Außerirdische ausschaut. Frau Perry setzt dieses Wissen scheinbar als gegeben voraus. Wenigstens auf die Antennen der Andorianer wird ein wenig eingegangen.

Mit einer Flotte an bekannten Charakteren überschwemmt, kommt nun auch noch eine Flut an neuen Figuren hinzu. Wer davon tatsächlich von Bedeutung ist, wird selten an die Oberfläche geschwemmt. Denn leider neigt S. D. Perry dazu, auch unwichtige Rollen in den Hafen einlaufen zu lassen. Ein großes Übel, denn die Dame setzt so viele Segel, dass sich sich selber den Wind wegnimmt.

Trotzdem ist der Roman – überraschenderweise – halbwegs unterhaltsam geraten. Er hat wenig Seiten und liest sich schnell weg, zudem kommt es für Fans zu einem Wiedersehen mit bekannten Figuren. Die bleiben zwar blass oder werden gar nervig, aber immerhin tauchen sie auf. Dabei wäre weniger vielleicht mehr gewesen. So verliert Perry vollständig den Fokus, befindet sich auf mehreren Baustellen gleichzeitig und lässt am Ende wenigstens erahnen, wohin die Fäden alle laufen. Sie hält sich eindeutig an eine ausgemachte Route und weicht keinen Deut davon ab. Das scheint ihr zu liegen, denn viele ihrer Romane sind ohne jegliche Inspiration.

So tröpfelt eine Geschichte dahin, die spannend hätte sein können. Deswegen schmerzen die vertanen Möglichkeiten besonders. Handwerklich ist die deutsche Ausgabe von Cross Cult gut gemacht. Vor allem die Übersetzung ist passend und auch das Layout kommt angenehm daher. Von der Seite aus gibt es keine Meckereien.

Wer eine unterdurchschnittlich geschriebene und flott gelesene Massenware möchte, ein Liebhaber der alten Star-Trek-Historie ist und sich zudem gut mit der Deep-Space-Nine-Materie auskennt, der kann ruhig zugreifen und ein oder zwei Abende Lesezeit investieren. Alle anderen sollten sich eine andere Ecke literarischen Weltraums suchen.

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Hellboy 10, Die wilde Jagd

Erstellt von Thomas Hofmann am 22. Juli 2010

HELLBOY 10: WILDE JAGD
von Mike Mignola und Duncan Fegredo

A5, Hardcover, vierfarbig, ca. 210 Seiten
ISBN: 978-3-941248-81-6

www.cross-cult.de

Happy Birthday, dear Hellboy!

Seit 20 Jahren jagt er nun schon paranormale Erscheinungen, Ungeheuer, Monstren, Geister der Weltgeschichte und bereichert damit die US-amerikanische Comic-Kultur. Und seit 10 Jahren widmet sich der rührige deutsche Verlag Cross Cult dem sympathischen Dämon.

Anlässlich des Jubiläums erschien die Tage der 10. Band bei Cross Cult. – Wer jetzt mitrechnet, sieht, dass immer nur ein Band pro Jahr im Durchschnitt erschienen ist. Das ist für Fans schon eine schwierige Situation; ich persönlich hätte mir da eine höhere Erscheinungsfrequenz gewünscht. Doch will ich mal nicht undankbar sein, zumal gerade dieser neue Band meine große Erwartungshaltung voll und ganz erfüllte!

Es gibt ein kleines Interview mit dem Schöpfer der Figur, Mike Mignola. Darin deutet er an, dass es bereits eine Idee für das Ende der großen Geschichte um Hellboy gibt; es ist aber noch nicht absehbar, wann das passiert. Fest steht aber, dass es große Veränderungen geben wird.

Nun ja, ich denke, die Veränderungen deuten sich nunmehr schon an. Der neue Band erzählt eine durchgehende Geschichte, ähnlich wie der vorherige. Die Macher, als Autor Mignola und nunmehr hauptamtlicher Zeichner Fegredo, konzentrieren sich sozusagen auf die „Meta-Geschichte“ um die Rolle Hellboys für die Geschichte seiner Welt.

Das war von Anfang an so: Hellboy ist eine Ausgeburt der Hölle, da beißt die Maus keinen Faden ab. Er will das nicht sein, und sägte sich seine teuflischen Hörner ab. Aber immer wieder deutet sich an, dass er Teil des Problems ist, das er bekämpft. (Eine Plot-Tradition, die sich auch in der B.U.A.P.-Reihe fortsetzt.)

Die finsteren Mächte, Typen aus der Mythenweltgeschichte (Griechenland, Russland, Japan, Irland…) suchen einen Weg, Hellboy auf ihren Weg zu bringen; er soll der Herrscher der Welt nach ihrem Untergang sein. Nunmehr – im 10. Band – konzentrieren sich die Erzähler und ihre Figuren darauf, die End-Schlacht vorzubereiten. Dazu wird auf Material aus den vorherigen Bänden zurück gegriffen, Hekate steht wieder auf als Kriegsgöttin; Hellboy trifft alte Bekannte wieder; es gibt immer wieder Bezüge zu Stories vor allem der (deutschen) Bände 4 und 7.

Riesen suchen England heim. Hellboy wird in einen Kampf mit ihnen hineingezogen und flippt dabei aus. Diese Schlacht entpuppt sich im Laufe der Erzählung als Knackpunkt für die Entwicklung des Plots. Hier wissen die Erzähler geschickt ihr Garn zu spinnen.

Eine sehr interessante Nebenfigur, die bereits zuvor (Band 9) auftrat, wird hier näher vorgestellt: Eine Art Wildschwein, mit bürgerlichem Namen: Gruagach von Lough Leane; auch bei solchen Nebenfiguren machen sich die Autoren die Mühe, sie interessant und vielschichtig zu schildern hier: eine tragische Gestalt.

Und es gibt Enthüllungen – die ich hier nicht verrate. Hellboy hat interessante Ahnen… Mignola schreckt vor nichts zurück, wenn es darum geht, Mythen und Sagen zu verarbeiten. Und das tut gut; er kann dies nämlich auf eine Art und Weise, die nicht nervt. – Mal ehrlich, wer will schon noch einmal den x-ten Band über Trolle und Zwerge, oder Artus‘ Tafelrunde lesen? Ja, ich weiß, es gibt da Interessenten; zu denen gehöre ich aber nicht. Aber in diesem Rahmen nehme ich auch die klassischen Stoffe gerne an.

Der „neue“ Hellboy-Zeichner hat sich etabliert. Das ist gut so; schon Band 9 war ja ein Augenschmaus. Fegredo kombiniert hervorragend seinen mit dem Stil Mignolas. Er kann sich anpassen, ohne sich zu verleugnen. Ich kannte den Zeichner vorher nicht; lediglich eine Hellboy-Zeichnung in einer Galerie in einem Vorgängerband stammte von ihm. Da sah „sein“ Hellboy ganz anders aus als jetzt. In den Galerien, die zunächst in den HB-Bänden am Ende angehängt waren, durften internationale und deutsche Zeichner ihre Version des großen roten Jungen präsentieren. Da sah er dann entsprechend auch jedes Mal anders aus; halt auch der von Fegredo.

Mignola ist jedenfalls sehr zufrieden mit Fegredos Arbeit. Und ich auch! Seine Figuren sind auf jedenfalls dynamischer als die von Mignola, aber der leicht reduzierte, auf das Wesentliche konzentrierte Stil wird gekonnt fortgeführt. Einen Kritikpunkt hätte dann doch: Mehr als sonst gibt es Wiederholungen, zumeist zu Kapitelangfang. Diese sind sicher dem Umstand geschuldet, dass die Kapitel ursprünglich eigenständige Hefteditionen waren, zwischen deren Erscheinungen einige Zeit lag. Den Heft-Lesern wird dadurch der gedankliche Anschluss erleichtert, aber in diesem Kompendium wirkt diese Verfahrensweise redundant.

Der 10. Band könnte ein Wendepunkt sein. Hellboy kommt seiner höllischen Mission näher; alles ist wieder offen. Ich habe auch den Eindruck, dass die Erzählung düsterer wird(mitunter wirken die Bilder fast zu dunkel). Leider werden nur neue Knoten geknüpft, aber kaum welche gelöst; es bleibt also spannend. Insofern ist es Schade, dass man jetzt wohl wieder ein Jahr warten muss…

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