DuMont

Der Mordfall Skarabäus

In einem Privatmuseum wird ein Mann erschlagen; alle Spuren weisen auf den gelehrten Hausherrn hin, was in dieser übertriebenen Klarheit den skeptischen Privatdetektiv Philo Vance auf den Plan ruft … – Der fünfte Band der Vance-Serie ist ein höchst komplexer, beinahe abstrakter Rätsel-Krimi, der dennoch (und trotz des unsympathischen Helden) genrereinen, nostalgisch unterhaltsamen Lesestoff bietet.

Der Mordfall Benson

Als ein reicher Spekulant und Frauenheld ermordet wird, ist aufgrund der Indizien für die Polizei der Fall rasch klar. Feingeist Philo Vance schaltet sich als Hobby-Detektiv ein, hinterfragt die Fakten und stellt klar, dass sie keine Beweise sein müssen, sondern manipuliert sein können … – Der erste Band der Vance-Serie ist hartes Brot für heutige Leser: Unerbittlich langsam entwickelt ein zudem impertinent seine Überlegenheit zelebrierender Detektiv seine Schlussfolgerungen, bis sie endlich in einem „grande finale“ aufgelöst werden: vor allem aus literaturhistorischer Sicht interessanter, auf seine gründliche Art durchaus spannender Rätsel-Krimi.

Scarface

Mit der Geschichte des Gangsters Tony Camonte zeichnet Verfasser Trail den Aufstieg des modernen organisierten Verbrechens in den USA nach. Die recht akkurate Rekonstruktion der dem zugrundeliegenden Mechanismen gefällt, doch der in der Übersetzung gewahrte Trivialstil und unzählige zeitgenössische Moralismen verderben den Lektürespaß an diesem unvorteilhaft gealterten Klassiker der Kriminalliteratur.

Schneeblind

In einem abgelegenen Berghaus wird ein heikler Deal besprochen. Der Gastgeber wird umgebracht, der Mörder/die Mörderin muss sich unter den Anwesenden befinden, weshalb der ebenfalls anwesende ‚Problemlöser‘ Matt Cobb provisorisch ermittelt … – Mit dem sechsten Roman der Cobb-Serie beweist Autor DeAndrea, dass sich der klassische Whodunit mit der Krimi-Gegenwart verknüpfen lässt. Das Ergebnis ist genrefest aber letztlich doch ein wenig kalkuliert und arm an Spannung.

2016 – Köln wie es war – Kalender 2016

Dieser Kalender zeigt monatlich sehr interessante und schöne schwarz-weiß Aufnahmen von Köln, bevor große Teile im 2.Weltkrieg zerstört wurden. Hierzu bewahrt das Kölnische Stadtmuseum im Zeughaus unter anderem eine bedeutsame Fotosammlung auf, die nicht nur Abzüge aus der Frühzeit der Fotografie aufweist, sondern auch zahlreiche Werke von den Kölner Fotografen August Sander, Karl Hugo Schmölz und Henry Maitek. Die meisten Fotografien sind sehr detailliert und für die Zeit der Aufnahme gestochen scharf entwickelt. Viele vermitteln herbstliche oder winterliche Stimmungen, die durch das Monochrome der schwarz-weißen Aufnahmen noch unterstützt werden.

Das ägyptische Kreuz

Eine uralte Familienfehde, begonnen im alten Europa, lässt im modernen Amerika Köpfe rollen; Amateur-Detektiv Ellery Queen bemüht sich im Bund mit der notorisch denkfaulen Polizei weitere Morde zu verhindern und den Täter zu entlarven … – Das blutrünstige Ambiente enthüllt einen Rätselkrimi der ganz alten und gediegenen Schule; langsam, umsichtig und bei stetig steigender Spannungskurve wird der Leser herausgefordert, selbst als Detektiv tätig zu werden, aber das bedarf einiger Kopfarbeit!

Appleby’s End

Inspector Appleby ermittelt auf dem Land gegen einen Straftäter, der sich in seinen Taten durch eine Sammlung örtlicher Geistergeschichten inspirieren lässt. Aus Spaß wird Ernst, als ein auf bizarre Weise zu Tode gekommener Mann gefunden wird. Die Schar der Verdächtigen besteht aus exzentrischen Sonderlingen, was die Klärung des Falles enorm erschwert … – Herrlich nostalgisch, witzig, gespickt mit literarischen Zitaten und Anspielungen, trotzdem spannend und stimmungsvoll, ist dies einer der besten Krimis der legendären Appleby-Serie.

Der Aufbruch

In der US-Kleinstadt Niceville steuert der Kampf mit einer urzeitlichen Dämonen-Kreatur auf den Höhepunkt zu. Auf den Straßen treiben besessene Killer, Gespenster und Untote ihr Unwesen. Außerdem mischt die Mafia mit. … – Ausgerechnet im Auflösungs-Band seiner „Niceville“-Trilogie verliert Autor Stroud den Faden und die Lust. Fabulierkunst und Hochspannung versanden in Routine und der lustlosen Abhandlung aufgeworfener Rätsel: immer noch besser als die übliche Abverkaufs-Ware aus dem Buch-Supermarkt aber angesichts der grandiosen Vorläuferbände eine Enttäuschung.

Die Rückkehr

In der US-Kleinstadt Niceville geht der Krieg mit den Mächten des Bösen in die nächste Runde, gleichzeitig spielen Gesetzeshüter und Kapitalverbrecher Katz und Maus miteinander; sie ahnen nicht, dass sie alle Spielbälle in einem gespenstischen Krieg sind, der vor mehr als anderthalb Jahrhunderten ausgebrochen ist … – Die furios gestartete Trilogie verliert im Mittelteil keineswegs an Schwung oder Spannung. Das Gewirr bisher rätselhafter Ereignisse bekommt allmählich Struktur, dahinter wird eine neue Dimension des Schreckens sichtbar: ein „pageturner“ der Sonderklasse!

Niceville

Das düstere Geheimnis einer kleinen Stadt führt zu einer verhängnisvollen Verquickung von Spuk und Schwerkriminalität … – Mystery-Thriller im Stil von Stephen King und Lee Child; Realität und Spuk werden nüchtern aber atmosphärisch dargeboten, der Plot ist verzwickt und beeindruckt durch unerwartete Verknüpfungen, das Tempo ist jederzeit hoch, die Figurenzeichnung stimmig, und über schwarzen Humor verfügt der Verfasser auch: Das Ergebnis ist eine zwar (noch) sinnarm um sich selbst kreisende Geschichte, die jedoch zunehmend in ihren Bann zieht und ausgezeichnet unterhält.