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Die Maxiausgabe der Minimenschen 5

Erstellt von Werner Karl am 23. Mai 2010

die-minimenschen-maxiausgabe-05Pierre Seron & Mittéi (Jean Mariette)
Die Maxiausgabe der Minimenschen 5:
Gibt’s was zu feiern?/Das Glück der Engel/Liebesgrüße aus Nippon/Die grüne Hölle/
Das Dreieck des Teufels/Das Volk der Tiefsee

(sfbentry)
Les Petits Hommes 7, 9, 10, Les Petits Hommes et un coq, Le petit homme qui rit, Frankreich, 1976/77
Egmont Ehapa, Köln, 08/2009
HC-Album, Ehapa Comic Collection, SF, Funny, Abenteuer, Krimi
ISBN 978-3-7704-3312-4
Aus dem Französischen von Bernd Leibowitz
Titelillustration von Pierre Seron
Vorwort von Volker Harmann

www.ehapa-comic-collection.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Das fünfte HC-Album, das die gesammelten Abenteuer der „Minimenschen“ in chronologischer Reihenfolge fortsetzt, wartet mit sechs Storys (bei „Das Dreieck des Teufels“ und „Das Volk der Tiefsee“ handelt es sich um einen Zweiteiler) von unterschiedlicher Länge auf. Während sich „Das Glück der Engel“ auf 9 Seiten mit Weihnachten befasst und „Gibt’s was zu feiern?“ auf 7 Seiten das Erscheinen von „Spirou 2000“ mit zahlreichen Gaststars feiert, ist die Pointen-Story „Die grüne Hölle“ mit 6 Seiten noch kürzer. Hingegen bieten „Liebesgrüße aus Nippon“ und die zusammenhängenden Geschichten über „Das Dreieck des Teufels“ und „Das Volk der Tiefe“ spannende und futuristische Unterhaltung vom Feinsten auf vielen bunten Seiten.

So staunen die Minimenschen nicht schlecht, als plötzlich eine Ranke aus dem Meer wächst und sich in rasender Geschwindigkeit ausbreitet. Doktor Hundsecker glaubt, die Gefahr schneller bannen zu können, indem er das Wachstum beschleunigt. Tatsächlich bewirkt er einen Riesenwuchs, der nun mit verheerenden Folgen auf die Welt ‚der Großen’ übergreift. Das Militär ist machtlos, als ein Atomkraftwerk von der Pflanze attackiert wird. Renaud beschließt, den Ursprung des Übels zu suchen, und macht eine überraschende Entdeckung.

Auf mysteriöse Weise verschwinden Schiffe und unverhofft auch Freunde von Renaud. Als er den vagen Spuren nachgeht, entdeckt er eine Gruppe anderer Minimenschen und wird ins sagenhafte Atlantis mitgenommen. Seine Bewohner befürchten nicht nur die Entdeckung durch Fremde und nehmen darum lästige Zeugen mit, sondern sie liegen auch im Krieg mit den Fischmenschen, die überall ihre Spione haben und sehr viel aggressiver als die Atlanter sind. Renaud möchte helfen und gerät zwischen die Fronten.

Pierre Seron und Mittéi verarbeiten in ihren langen Erzählungen Themen, die in den 1970er Jahren aktuell waren: die Angst vor einem Atomkrieg, angefacht durch die Bemühungen vieler Nationen, eigene nukleare Waffen zu entwickeln, und das Bermuda-Dreieck in Verbindung mit dem Atlantis-Mythos. Man kennt die Motive, wurden sie doch vielfach von den Autoren der phantastischen Literatur aufgegriffen – und nun gibt es all das ‚en miniature’. Dem Einsatz mutiger Minimenschen und kluger Köpfe ist es zu verdanken, dass hier ein Happy End möglich ist, wie man es sich für die Realität nur wünschen kann. Obwohl die Probleme ernst sind und die Menschen noch immer bewegen, gelingt es den Künstlern trotz humoriger Einlagen, das Thema nicht zu verharmlosen oder gar zu veralbern. Die kürzeren Geschichten können nicht ganz mithalten, lesen sich aber auch sehr lustig und sind dem Anlass entsprechend gelungen umgesetzt.

Ergänzt wird mit einem Hintergrundartikel, den viele bunte Abbildungen auflockern, aus der Feder von Volker Harmann. Das Thema diesmal sind „Die Zentauren“, eine weniger bekannte Serie, welche von Pierre Seron geschrieben und gezeichnet wurde und die er zugunsten der „Minimenschen“, die sich einer größeren Popularität erfreuten, wieder aufgab.

Alles in allem ist die „Maxiausgabe der Minimenschen“ eine großartige Alben-Reihe für Sammler, die sich an die Abenteuer von Renaud & Co. aus ihrer Kindheit erinnern und sich über die Gelegenheit freuen, das humorige SF-Spektakel ein weiteres Mal und komplett lesen zu dürfen. Die aufwändige Gestaltung ist vor allem an das reife Publikum adressiert, doch auch jüngere Comic-Fans haben viel Spaß an den witzigen Geschichten, die in der Tradition von „Gaston“, „Spirou & Fantasio“ oder „Jeff Jordan“ gezeichnet sind.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Das Elixier von Doc Doxey

Erstellt von Werner Karl am 23. Mai 2010

das-elixier-von-doc-doxeyMorris (Maurice de Bévère)
Das Elixier von Doc Doxey
Lucky Luke 86

(sfbentry)
Lucky Luke – L’élixier du Docteur Doxey, Frankreich, 1971 (1952/53)
Ehapa, Köln/Berlin, 1. Auflage: 03/2010
HC-Album, Ehapa-Comic-Collection, Western, Funny, Satire, Adventure
ISBN 978-3-7704-3382-7
Aus dem Französischen von Gudrin Penndorf M. A.
Mit einem Vorwort von Horst Berner
Titelillustration von Morris

www.ehapa.de
www.ehapa-comic-collection.de
www.lucky-luke.com
http://lambiek.net/artists/m/morris.htm

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Das 86. „Lucky Luke“-Album bietet erneut (zwei) frühe Geschichten des Titelhelden aus den 1950er Jahren, die – wie das Vorwort von Horst Berner verrät – gegen Ende des USA-Aufenthalts von Morris entstanden. Dort sammelte der Künstler viele Anregungen für seine bekannteste Serie und lernte René Goscinny („Asterix“) kennen, der einige der nächsten Abenteuer des Cowboys, der schneller als sein Schatten zieht, schrieb.

In der Titelstory treibt der gewissenlose Doc Doxey sein Unwesen. Gemeinsam mit einem Assistenten verkauft er Wundermittel, die jeden nur noch kränker machen. Auch Lucky Luke wird von den beiden geprellt und verliert Jolly Jumper. Sogleich heftet er sich dem Duo an die Fersen, um seinen vierbeinigen Freund zurück zu bekommen und den Gaunern, die schon viel Schaden anrichteten, das Handwerk zu legen. Allerdings bleibt Doc Doxey nicht lange im Gefängnis, und so beginnt die „Menschenjagd“ erneut. Der Quacksalber erweist sich als gerissener und skrupelloser denn je. Schließlich hilft Lucky Luke der glückliche Zufall.

Die beiden zusammenhängenden Episoden lassen bereits erahnen, dass Morris noch viel mit Lucky Luke vorhat, auch wenn hier mehr der Wilde Westen und seine Archetypen beschrieben werden und der Held eine kleinere Rolle als Helfer der Gerechtigkeit besetzt. Lucky Luke weicht optisch noch ein wenig von seinem späteren Aussehen ab, und er schießt öfters, als zu unkonventionellen Lösungen zu greifen. Dennoch wird auf unnötige Gewalt verzichtet, und die positiven Werte werden hervorgehoben: Wer Böses tut, erhält früher oder später die gerechte Strafe. Auch der Humor kommt in den verschiedenen Szenen nicht zu kurz; entweder sind es die Darstellungen der Figuren und die detailreichen Hintergründe, die Situationskomik oder der Wortwitz, die den Leser schmunzeln lassen.

Alles in allem wird man auch von Morris’ Frühwerken gut unterhalten und hat eine Menge Spaß mit „Lucky Luke“. Kleine und vor allem größere Leser werden gern zu den witzigen, zeitlosen Alben greifen und auch die Nr. 86 ihrer Sammlung hinzufügen wollen.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud – Buch 4

Erstellt von Werner Karl am 22. Mai 2010

die-gesammelten-abenteuer-des-groswesirs-isnogud-04René Goscinny & Jean Tabary
Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud – Buch 4:
Isnogud der Listige/Der Sündenbock/Düstere Aussichten

(sfbentry)
Iznogoud l’acharné/La Tete de Turc d’Iznogoud/Les Gauchemars d’Iznogoud, Frankreich, 1991 + 1979
Egmont Ehapa, Köln, 1. Auflage: 11/2008
HC-Album, Ehapa-Comic-Collection, Funny, Satire, Fantasy
ISBN 978-3-7704-3184-7
Aus dem Französischen von Gudrun Penndorf M. A., Uwe Löhmann und Horst Berner
Titelillustration von Jean Tabary
Vorwort von Horst Berner

www.ehapa-comic-collection.de
www.goscinny.net/
http://jeantabary.free.fr/
www.editions-tabary.fr/
www.iznogoud-lefilm.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Neben „Asterix“, „Gaston“, „Spirou & Fantasio“ u. a. gehört auch „Isnogud“ mit zu den beliebtesten frankobelgischen Comics. Ehapa offeriert den Fans wunderschöne Sammelbände – Hardcover-Alben in denen jeweils drei einzelne Alben zusammengefasst und mit viel Hintergrundmaterial versehen wurden – mit allen Abenteuern des bösen Großwesirs, der so gern Kalif anstelle des naiven Kalifen Harun al Pussah wäre.

Auch im vierten Sammelband bemüht sich Isnogud voller List und Tücke sowie der Unterstützung seines Mietsklaven Tunichgud, den Kalifen ins Verderben zu schicken und der neue Beherrscher der Gläubigen zu werden: Durch einen Zauber soll der Kalif in ein unmündiges Kind verwandelt werden, denn dann dürfte er nicht regieren, und Isnogud würde als sein Vormund den Thron besteigen. Natürlich geht der Plan schief, und der Kalif ärgert sich über die lauten Kinder im Hof, die seinen Mittagsschlaf stören. Isnogud beobachtet einen Chinesen, der einen Rüpel in einen Hund verwandelt, indem er auf einer Flöte eine bestimmte Melodie spielt. Dieses Instrument will der Großwesir um jeden Preis haben, aber dann vergisst er die richtigen Töne …

Eine neue Chance, seine fiesen Pläne zu realisieren, sieht Isnogud, als es einem Fischer gelingt, eine Sirene zu fangen. Ihr Gesang hat die ganze Mannschaft zu Stein werden lassen, nur den tauben Kapitän nicht. Nun soll die Sirene unbedingt vor dem Kalifen singen, aber es kommt immer etwas dazwischen. Mit einem Zaubertrank will Isnogud den Kalifen schrumpfen lassen, doch einmal mehr hat er die Rechnung ohne die Tücke des Objekts gemacht. Das sind nur einige der vielen böshumorigen Geschichten, in denen Isnogud, die Hauptfigur, dem ahnungslosen Kalifen eine Falle zu stellen versucht, meist mit Magie, und in die er selber hinein stolpert gemäß dem Motto Wer anderen eine Grube gräbt … Tunichgud sieht das Unheil oft im Voraus kommen oder wird das erste Opfer von Isnoguds Plänen, doch der Großwesir ist so besessen von seinem Wunsch, dass er die Stimme der Vernunft ignoriert und nichts dazu lernt.

Obwohl stets derselbe Anlass die Triebfeder von Isnoguds Handeln und das Resultat vorhersehbar ist, sind die Storys keinen Moment langweilig oder wiederholen sich. Das Team Goscinny & Tabary schafft es, das Thema immer wieder zu variieren und den Leser durch detailreiche Zeichnungen, die mit den Texten Hand in Hand gehen, zum längeren Betrachten einzuladen. Ein Ausreißer ist allein der Inhalt des dritten hier veröffentlichten Albums „Düstere Aussichten“, denn es beinhaltet Zeitungsstrips, die Bezug nehmen auf aktuelle Geschehnisse in den 1970er Jahren, die die Franzosen damals bewegten. Da sich die Anspielungen nicht in jedem Fall 1 : 1 ins Deutsche übersetzen ließen und man oft nur raten kann, was die Satire kritisiert, erkennt man den Witz bloß selten. Dennoch wird der Sammler auch diesen Teil nicht missen wollen, der einen anderen Aspekt des Könnens der beiden Künstler zeigt.

Die vierte Gesamtausgabe von „Isnogud“ bietet diesmal nicht nur ein Feuerwerk an Gags sondern auch einen interessanten Rückblick auf geschichtliche Ereignisse bzw. das Tagesgeschehen in den 1970er Jahren, auf die in Zeitungsstrips Bezug genommen wurde. Goscinny und Tabary beweisen damit einmal mehr ihre Vielseitigkeit.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Lucky Luke gegen Phil Steel

Erstellt von Werner Karl am 15. August 2009

 

Morris
Lucky Luke gegen Phil Steel
Lucky Luke 83

Lucky Luke et Phil Defer ‚Le Faucheux’, Frankreich, 1971
Egmont Ehapa, Köln/Berlin, 1. Auflage: 10/2008
HC-Album, Ehapa Comic-Collection, Adventure, Western, Funny, Satire
ISBN 9783770432158
Aus dem Französischen von Klaus Jöken
Mit einem Vorwort von Horst Berner
Titelillustration von Morris
www.ehapa.de
www.ehapa-comic-collection.de
www.lucky-luke.com
http://lambiek.net/artists/m/morris.htm

Die Nummerierung von „Lucky Luke“ ist ein Kapitel für sich. Zum einen scheinen 14 Bände zu fehlen, dann stimmt die Reihenfolge nicht mit dem chronologischen Erscheinen der Bände in Frankreich überein, aber auch die Geschichte des Helden, die u. a. durch Kindheitserlebnisse ergänzt wurde, folgt nicht dem zeitlichen Ablauf. Mehr Informationen findet man in den jeweiligen Alben – und auch hier:

Zunächst erschienen 14 Bände „Lucky Luke“ im Coralle-Verlag. Als Ehapa die Rechte für die weiteren Alben erhielt, musste mit Nr. 15 begonnen werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Später konnten die Coralle-Geschichten in die Ehapa-Comic-Collection integriert werden. Eine Übersicht verrät, unter welcher Nummer jene Bände zu finden sind. Bd. 83 wartet mit zwei Abenteuern aus der Frühzeit von „Lucky Luke“ auf, der zwar unverkennbar ist, hier aber noch nicht ganz sein markantes Profil hat:

In der Titel gebenden Story trifft er auf den Revolverhelden Phil Steel, der dem berühmten Schauspieler Jack Palance („Mein großer Freund Shane“, „Attila, der Hunnenkönig“, „Chatos Land“, „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“, „Batman“ u. v. m.) nachempfunden ist. Phil Steel soll den Kleinkrieg zweier Saloon-Besitzer entscheiden. Lucky Luke ist zur rechten Zeit am rechten Ort, um mit einem Trick das Schlimmste zu verhindern…

„Lucky Luke und ‚Pille’“ ist eine Geschichte, die der Titelheld seinen Zuhörern am Lagerfeuer erzählt: ‚Pille’ wird per Zufall zum Sheriff befördert, und damit beginnt für ihn der Schlamassel, aus dem er wohl nicht mehr heraus kommt…

Interessanterweise wurden seinerzeit beide Geschichten für das Magazin „Spirou“ für zu gewalttätig befunden und erschienen stattdessen in „Le Moustique“, einer Radioprogramm-Zeitschrift aus dem gleichen Haus Dupuis. Diese Form von Zensur führte dazu, dass in „Lucky Luke“ niemand mehr sterben oder ernsthaft verletzt werden durfte, schon gar nicht durch die Hand des Helden. Dadurch wurde die Hommage an den Western erst richtig zur Parodie, denn was sonst in einer – tödlichen – Schießerei geendet hätte, musste nun durch neue Lösungen entschärft und durch Gags aufbereitet werden, was zweifellos kein leichtes Unterfangen war.

Man sieht aber bereits, wie wichtig der Humor für die Serie schon immer war und ist. So wird kräftig übertrieben, die Schwächen der Protagonisten werden gekonnt auf die Schippe genommen, Situationskomik und Wortwitz schwächen die ‚Gewalt’ ab. Zwar wird viel geschossen – aber was wäre ein Western ohne Schießerei? Man mag heute toleranter als damals sein, aber vielleicht hatte die Zensur letztlich doch ihr Gutes, denn wer weiß, ob „Lucky Luke“ sonst so witzig (auch dank der Zusammenarbeit von Morris und Goscinny) und erfolgreich geworden wäre.

„Lucky Luke“, ob frühe oder neue Abenteuer – die Serie ist stets ein großer Spaß für Jung und Alt. Vor allem für Sammler ist es reizvoll, die Entwicklung der Serie zu verfolgen und Hintergrundinformationen zu erhalten, die so manche offene Frage beantworten. Bd. 83 gehört darum in die Sammlung von jedem Fan. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Lucky Luke 82: Am Fluss der rosa Biber

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Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud Buch 1

Erstellt von Günther Lietz am 25. Juni 2009

René Goscinny,  Jean Tabary
Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud Buch 1
(enthält: Der Großwesir; Der bitterböse Großwesir; Gefährliche Ferien)

Serie: Ehapa Comic Collection
OT: Le grand vizir Isznogoud; Les complots du grand vizir Iznogoud; Iznoguoud et les vancances du calife
Text: René Goscinny
Zeichnungen: Jean Tabary
Ü: Gudrun Penndorf M.A.
Lettering: Eleonore Caspart
Ausstattung: Hardcover; 28,8 cm x 22,2 cm; 159 Seiten
ISBN: 978-3-7704-3182-3
Verlag: Ehapa, 2008
(sfbentry)

Vor über 45 Jahren – am 15. Januar 1962, um genau zu sein – erblickte der Großwesir Isnogud    das Licht der Welt im französischen Comic-Magazin „Record“. Seine eigene Albenreihe erhielt er in Frankreich 1966 und 1974 war das Jahr, ab dem der Ehapa Verlag eben dieses Alben auf Deutsch veröffentlichte. Im Rahmen der Ehapa Comic Collection wird nun diese 74′er-Reihe erneut aufgelegt (allerdings nicht zum ersten Mal), wobei jeweils drei Alben in einem Band zusammengefasst werden.

Bemerkenswerterweise werden die Storys auch in dieser neuen Edition nicht in der chronologischen Reihenfolge ihrer  Entstehung herausgegeben, sondern in jener scheinbar willkürlichen Reihenfolge, zu der sich die Produzenten der französischen Bände aus für Außenstehende nicht nachvollziehbaren Gründen dereinst entschlossen hatten.

Worum geht es? Im Mittelpunkt von Tabarys und Goscinnys Geschichten, welche in einer mehr oder weniger fernen, fiktiven Vergangenheit angesiedelt sind, stehen drei Personen: der Kalif Bagdads, Harun al Pussah, sein Großwesir Isnogud sowie dessen Mietsklave und treuer Diener Tunichgud.

Harun ist ein gleichermaßen gutmütiger wie sorgloser, beim einfachen Volk äußerst beliebter Herrscher, dessen Tagesablauf im Wesentlichen aus Schlafen und Essen besteht, was sich in seiner Leibesfülle niederschlägt, und dem staatstragende Verpflichtungen eher lästig sind. Auf seinen guten Großwesir hält er große Stücke, auch wenn ihm dessen Verhalten zuweilen Rätsel aufgibt.

Obgleich Isnogud mit dem Amt des Großwesirs innerhalb der Bagdader Gesellschaft eine herausragende Position bekleidet – sein Kalif schätzt ihn, die einfachen Bürger fürchten ihn -, ist dieses Amt für ihn nicht herausragend genug. Dem intriganten Kerl steht der Sinn nach Höherem. Dementsprechend ist sein ganzes Trachten und Streben darauf ausgerichtet, den Kalifen vom Thron zu stoßen, um Kalif zu werden anstelle des Kalifen!

Der eher gutmütige Tunichgud ist seinem Herren so treu ergeben, dass er jede Teufelei Isnoguds mitmacht, auch wenn er regelmäßig warnende Worte für den Groswesir bereithält, die dieser zu seinem und oft auch Tunichguds Schaden ebenso regelmäßig ignoriert.

Die Heimat dieser drei Charaktere ist Bagdad; und zwar das Bagdad aus Tausendundeiner Nacht, die Stadt, in der sich Dschinns und Zauberer, Geister, Nixen, verrückte und geniale Erfinder, Reisende aus fernen Ländern und Zeiten – kurz und gut, allerlei merkwürdige, skurrile Zeitgenossen ihr Stelldichein geben. Für Großwesir Isnogud bedeutet dieses Vielfalt an Personen in erster Linie eine Vielfalt an Möglichkeiten und Ideen, den Kalifen aus dem Weg zu räumen, ohne dabei in Verdacht zu geraten.

Seine persönliche Tragödie dabei ist die Erfolgslosigkeit dieses Unterfangens: Ob er sich eines Dschinns bedient, der Wünsche erfüllt, ob er versucht, den grausamen Sultan eines Nachbarreiches unauffällig so zu verärgern, dass dieser Haruns Kopf fordert, ob er diverse Zauber ausprobiert, die den Kalifen in einen Frosch verwandeln, in eine ferne Zeit oder auf eine ferne Insel versetzen sollen oder ob er seinen Herrscher auf einen Ausflug ohne Wiederkehr in die Wüste schickt, das Resultat von Isnoguds Bemühungen ist immer das gleiche: am Ende trifft ihn das Schicksal – oder wenigstens ein ähnlich unschönes -, welches er seinem Herrscher zugedacht hat.

Es sind mehrere Aspekte, die die Isnogud-Geschichten auszeichnen und in eine Reihe mit den großen humoristischen Comic-Klassikern frankobelgischen Ursprungs wie Lucky Luke oder Asterix stellen: zunächst wäre da der grandiose Wortwitz, die zahlreichen kleine Wortspiele, die Running Gags und die Situationskomik, welche insgesamt eine Zeitlosigkeit und Frische ausstrahlen, die die Geschichten selbst nach dem zwanzigsten Lesen nicht langweilig werden lassen.

Weiter ist bemerkenswert, dass im Mittelpunkt der Storys mit Isnogud ein typischer Antiheld steht, eine Figur, die immer unmoralisch, zuweilen grausam handelt bzw. handeln würde, wenn die Umstände es zuließen, die aus den unterschiedlichsten Gründen zwar immer wieder scheitert, die ihr Ziel dennoch mit fast obsessiver  Besessenheit verfolgt und insofern eine Stärke an den Tag legt, die dem Leser Respekt abnötigt.

Eine großer Teil der Spannung erwächst in den Geschichten aus der scheinbaren Chancenungleicheit, dem Antagonismus zwischen Isnogud und dem Kalifen, der sich sowohl im Charakter als auch im Erscheinungsbild manifestiert: während Harun al Pussah lethargisch, gutmütig, naiv, groß und beleibt ist, kommt Isnogud quirlig – fast schon hyperaktiv -, gerissen, bösartig, klein und hager daher. In dieser Konstellation besteht eigentlich kein Zweifel daran, dass der Kalif den Kürzeren ziehen muss. Und doch zieht er den genau nicht!

Wenn man so etwas wie eine Botschaft in den Geschichten sehen möchte, dann vielleicht eine naive: böse Taten zahlen sich nicht aus, ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen und den Kindlichen gehört das Himmelreich.

Das Artwork Tabarys steckt einerseits voller orientalischen Zauber, welcher in erster Linie in den skurrilen, schrägen Figuren und weniger in der relativ zurückhaltend gestalteten Umgebung zu Tage tritt, andererseits wirkt es in diesen ersten Bänden noch unsicher und – vor allem – uneinheitlich. Letzteres ist auf das oben angeführte obskure Vorgehen der französischen Herausgeber, Geschichten unterschiedlicher Schaffensphasen zu vermengen, zurückzuführen. Erscheinungsbild der Hauptprotagonisten – Physiognomie und Koloration – wechseln im Zweifel von Geschichte zu Geschichte, so dass man als Leser die Entwicklungen, die Tabarys  Figuren durchmachen, bis sie das endgültige Aussehen der späte(re)n Storys haben, nur schwer nachvollziehen kann.

Dieses ist der einzige Wermutstropfen in einer Edition, die auch hinsichtlich der Aufmachung kaum Wünsche offen lässt. Ich persönlich hätte mir zwar einen etwas umfangreicheren redaktionellen Teil gewünscht, aber für den stehen weitere acht Sammelbände zur Verfügung.

Intelligenter Sprachwitz, hinreißende Situationskomik und schräge Typen in zeitlosen Geschichten machen „Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud“ zu einem Must-have für Freunde leichter Comics.
(Frank Drehmel)

Bei Amazon.de

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Hägar der Schreckliche

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Juni 2009

Dik Browne
Hägar der Schreckliche

Gesamtausgabe 6: Tagesstrips 1981 – 1983
Hägar the Horrible, USA, 2009
Egmont Ehapa, Köln, 1. Auflage: 3/2009
HC, Ehapa Comic Collection, Funny, Satire, 978-3-7704-3226-4, 320/2995
Aus dem Amerikanischen und Vorwort von Michael Bregel
Titelillustration von Dik Browne

www.ehapa-comic-collection.de
www.chrisbrowne2.blogspot.com/
http://thehistorylesson.blogspot.com/
www.kingfeatures.com/features/comics/hagar/about.htm
www.toonopedia.com/hagar.htm

Auch im sechsten Band der Gesamtausgabe von „Hägar der Schreckliche“ geht es munter und in gewohnter Manier zu. Dem Vorwort kann man entnehmen, dass Dik Browne für seine Figuren zwar keine Familienmitglieder als Vorlage wählte, diese aber durchaus ein unerschöpflicher Quell der Inspiration darstellen. Tatsächlich kann jeder sich und sein Umfeld in den Comic-Strips wieder finden, denn gängige Charaktereigenschaften und Alltagssituationen werden, originell verpackt in ein mittelalterliches Gewand, gleichermaßen parodiert.

Auf rund 320 Seiten im Querformat finden sich die witzigen Strips, immer zwei auf jeder Seite, bestehend aus ein bis vier Panels, die ein Ereignis oder einen Dialog mit viel Wortwitz und Situationskomik beschreiben.

Beispielsweise berät Hägar seinen Sohn Hamlet hinsichtlich der Berufswahl. In den Alpen findet Hägar eine Möglichkeit für ein Ferngespräch. Honi ist verwundert, weil sich Jungen weniger schnell entwickeln als Mädchen, was sich, laut Helga, im Alter ändert. Sven Glückspilz’ Gedanken sind für Hägar keinen Zehner wert. Ob es wirklich gut ist, mit dem Henker zu spielen?

Und noch viele weitere kleine Geschichten warten auf den Leser. Mit Tritta – nomen est omen – wird eine neue Figur eingeführt, der im Vorwort ebenfalls einige Zeilen gewidmet sind. Tatsächlich sind nahezu alle Charaktere erwachsen; die wenigen Kinder tauchen eher ausnahmsweise in den Strips auf, was vielleicht daran liegen mag, dass der ‚harte Wikingeralltag’ und die ironischen Anspielungen mehr auf ein reiferes Publikum zugeschnitten sind.

Trotzdem ist der Comic ein vergnüglicher Lesespaß für Jung und Alt, der vor allem jenen gefällt, die auch Lektüren wie Ulli Steins „Mäuse“, Jim Davis’ „Garfield“ und Joscha Sauers „Nicht lustig“ mögen. (IS)

Titel bei Amazon.de
Hägar Gesamtausgabe 06: Tagesstrips 1981 – 1983: 6

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Asterix: Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Juni 2009

René Goscinny & Albert Uderzo
Asterix: Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist

Comment Obelix est tombé dans la marmite du druide quand il était petit, Frankreich, 1989
Egmont Ehapa, Köln, 7. Auflage : 3/2009
HC-Album, Ehapa Comic Collection, Funny, Geschichte, Fantasy, 978-3-7704-3298-1, 36/1000
Aus dem Französischen von Michael F. Walz
Titel- und Innenillustrationn von Albert Uderzo
Foto von Paris Match

www.ehapa-comic-collection.de
http://de.asterix.com

Wer „Asterix“ liest, kennt natürlich den Running Gag, in dem angedeutet wird, dass Obelix nur so groß und stark geworden ist, weil er als kleines Kind in den Kessel mit Zaubertrank fiel – und darum bekommt er, anders als die übrigen Dorfbewohner, keinen Schluck ab, wenn eine große Keilerei mit den Römern ansteht. Die Geschichte dazu wurde in den Comic-Alben nie erzählt, so dass die Fans lange spekulieren durften, wie es zu diesem Unfall wohl gekommen ist.

Tatsächlich beschrieb René Goscinny diese Szene bereits 1965 in der Zeitschrift „Pilote 291“, die als Schwerpunkt der Woche die gallisch-römische Geschichte gewählt hatte, innerhalb der Einleitung zum Comic, in dem es um die Schlacht von Alesia ging (vermutlich „Asterix und der Avernerschild“).

Einige Jahre später stattete Uderzo diese Geschichte mit neuen Illustrationen aus, und sie wurde in Alben-Format jenen Lesern zugänglich gemacht, die sie noch nicht kannten. Das Resultat ist kein Comic sondern eine Erzählung im Stil illustrierter Kinderbücher, d. h., einem ganzseitigen Bild wurde ein kurzer Text gegenüber gestellt, Sprechblasen gibt es keine.

Der Vorfall wird aus der Sicht von Asterix erzählt, der damals – genauso wie Obelix und all die anderen, ausgenommen Majestix, Miraculix und Methusalix – etwa sechs Jahre alt war. Asterix beschreibt den kleinen Obelix als schüchternen, schwächlichen Jungen, der immer dem Spott der anderen ausgesetzt war und vermöbelt wurde. Als die Erwachsenen einmal nicht im Dorf sind, da sie Römer verprügeln, schleichen sich die beiden in das Haus von Miraculix, damit Obelix etwas von dem Zaubertrank trinken und sich durch die ungewohnte Kraft Respekt unter den anderen Kindern verschaffen kann. Miraculix kehrt jedoch zu früh heim, vor Schreck fällt Obelix in den Kessel und trinkt ihn leer. Alles Weitere ist bekannt…

Eigentlich weist die Story keine nennenswerten Überraschungen auf. Die jungen Charaktere geben sich so, wie man sie als Erwachsene kennt, und dass Obelix einst schüchtern und eher still war, kann man immer noch in vielen Szenen bemerken, vor allem wenn er verliebt ist. Interessant ist, dass die Eltern-Generation, die nie ein Thema war, Gesichter erhalten hat. Die Illustrationen sind farbig, detailreich und von gewohnter Qualität.

Gewiss, ein Highlight der Alben-Reihe „Asterix“ ist die Geschichte eher nicht, da sie bloß ein bekanntes Thema ausführt und nicht mit spektakulärem Wortwitz aufwartet. Trotzdem wird den Band, der die Serie ergänzt, kein Fan missen wollen – „Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist“ gehört einfach in jede Sammlung. (IS)

Titel bei Amazon.de
Asterix: Wie Obelix als Kind in den Zaubertrank geplumpst ist

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Jens Haubrichs
2. Dirk Bertheau
3. Martina Gipp
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud – Buch 3: Ein Möhrchen für Isnogud/Isnogud und der Narrentag/Der Zauberteppich

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. April 2009

René Goscinny & Jean Tabary
Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud – Buch 3: Ein Möhrchen für
Isnogud/Isnogud und der Narrentag/Der Zauberteppich

Une carotte pour Iznogoud/Le jour des fous/Le tapis magique, Frankreich 1971/72
Egmont Ehapa, Köln, 1. Auflage: 9/2008
HC-Album, Ehapa-Comic-Collection, Funny, Satire, Fantasy, 978-3-7704-3183-0, 160/2900
Aus dem Französischen von Gudrun Penndorf M. A.
Titelillustration von Jean Tabary
Vorwort von Horst Berner

www.ehapa-comic-collection.de
www.goscinny.net/

http://jeantabary.free.fr/

www.editions-tabary.fr/
www.iznogoud-lefilm.com/

Die Abenteuer des bösen Großwesirs Isnogud, der Kalif anstelle des naiven Kalifen Harun al-Pussah werden will, sind in Fan-Kreisen genauso populär wie die Geschichten, die sich um „Asterix & Obelix“, „Spirou & Fantasio“, „Gaston“ und andere francobelgische Comic-Figuren ranken. Der vorliegende Sammelband beinhaltet die Erzählungen aus drei weiteren Alben, ergänzt durch ein informatives Vorwort und zahlreiche Abbildungen.

Diesmal kommt es dem Kalifen tatsächlich zu Ohren, wie unbeliebt sein Großwesir beim Volk ist. Als man ihm erzählt, dass eine Pflanze, die Mohrrübe oder Möhrchen genannt wird, die Eigenschaft besitzt, denjenigen, der sie isst, liebenswürdig zu machen, begibt er sich sogleich auf die Suche nach dieser Wunderwurzel. Obwohl er alles Unbill, das ihm unterwegs widerfährt, übersteht und sogar „ein Möhrchen für Isnogud“ findet, kommt es am Schluss doch wieder einmal anders, als gedacht.

„Isnogud und der Narrentag“ könnte für Bagdad eine Umkehrung der Machtverhältnisse bedeuten, doch was der Wesir auch anstellt, um der Niedrigste der Niedrigen zu sein, der dann zum Höchsten erhoben wird, es fehlt immer etwas zum Gelingen. Und die Uhr läuft unerbittlich weiter.

Wenn man das Zauberwort spricht, fliegt „der Zauberteppich“ in ein fernes Land und kehrt nicht wieder zurück. Isnogud ist davon überzeugt, dass er den Kalif jetzt endlich loswerden kann. Aber wie so oft fällt Isnogud selber in die Grube, die er gegraben hat.

Diese und noch viele weitere Episoden um Isnogud, seinen Mietsklaven Tunichgud, den Kalif und andere warten auf die Leser.

Obwohl im Prinzip immer dasselbe Thema angegangen wird, sind die Geschichten nie langweilig, denn Goscinny findet stets neue Varianten, die Tabary farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail umsetzt. Wort und Bild ergänzen sich zu einer gelungen Einheit.

Dabei wird nicht nur die menschliche Bosheit bzw. Naivität auf die Schippe genommen, der Comic parodiert auch sich selbst und bringt Anspielungen auf andere Serien. So gibt es einen kurzen Gastauftritt von Kapitän Haddock und Struppi aus „Tim & Struppi“, die Piraten aus „Asterix & Obelix“ mischen mit, und man entdeckt so manche Szene, die ähnlich in einer der anderen Serien, die Goscinny schrieb, zu finden ist. Vor allem Kenner der jeweiligen Titel haben ihren Spaß daran, nach der einen oder anderen Hommage zu suchen.

Darüber hinaus bedient sich der Autor aber auch interessanter historischer und zeitloser Vorlagen. Der ‚Narrentag’ entspricht den Saturnalien der Römer, anlässlich derer Herr und Sklave ihre Rollen tauschten. Auch die Medusa aus der griechischen Sage und die Mondlandung werden durch den Kakao gezogen – um einige Beispiele zu nennen.

Alles in allem ist auch der dritte Band der „Isnogud“-Gesamtausgabe wieder ein Feuerwerk an Gags und Satiren, die Leser aller Altersgruppen zum Schmunzeln bringen. Mit dem edel gestalteten Band, der sich schmuck im Bücherregal macht, werden hauptsächlich das reifere Publikum und die Sammler angesprochen. (IS)

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Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud Buch 3: Ein Mörchen für Isnogud

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Der Dieb der Zeit

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. April 2009

Clive Barker
Der Dieb der Zeit

Clive Barker’s Thief of Always, USA, 1992
Egmont Ehapa, Köln, 1/2007
HC, Ehapa Comic Collection, vollfarbige Graphic Novel im Comic-Format, Mystery, 978-3-7704-3058-1, 144/1900
Adaption von Kris Oprisko
Aus dem Amerikanischen von Frank Neubauer
Titel- und Zeichnungen im Innenteil von Gabriel Hernandez

www.ehapa-comic-collection.de
www.clivebarker.info/
www.clivebarkerimaginer.com/

Der zehnjährige Harvey Swick langweilt sich in der Schule und daheim. Wenn er doch nur den öden Alltag hinter sich lassen und spannende Abenteuer erleben könnte! Eines Tages taucht der bizarre Rictus auf und lädt Harvey ein, ihm an einen Ort zu folgen, an dem Kinder immer Ferien haben, nach Herzenslust spielen und Abenteuer erleben können, jeder Tag die vier Jahreszeiten durchmacht und man am Abend immer Weihnachten feiert.

Der Junge gibt der Verlockung nach und gelangt in ein großes Haus, wo er freundlich von der alten Haushälterin Mrs. Griffin begrüßt wird. Sie stellt ihm auch die anderen Kinder, Wendell und Lulu, vor, mit denen er sich sogleich anfreundet. Sie sind allerdings nicht die einzigen Bewohner – aber das findet Harvey erst später heraus.

Zunächst ist alles wunderbar, doch nach einiger Zeit wird selbst das Paradies langweilig. Außerdem verschwindet Lulu spurlos. Harvey und Wendell wollen aus ihrem goldenen Käfig ausbrechen, sie suchen die verborgene Tür, und tatsächlich gelingt ihnen ganz knapp die Flucht.

Doch in ihrer eigenen Welt ist nichts mehr, wie es einmal war: Ihre Eltern sind alt oder sogar schon gestorben. Die beiden Jungen wollen die ihnen gestohlene Zeit zurück – aber wie?

Clive Barker ist den Freunden des Horror-Genres bestens bekannt u. a. durch „Die Bücher des Blutes“ und die „Hellraiser“-Filme.

Die vorliegende Graphic Novel beruht auf seinem gleichnamigen Roman „Der Dieb der Zeit“ und schildert, wie mehrere Kinder auf die Versprechen eines düsteren Wesens und seiner Handlanger hereinfallen, aber statt des Idylls einen goldenen Käfig vorfinden, aus dem es kein Entkommen gibt. Während sie im Haus von Mr. Hood leben, vergeht die Zeit in der Menschenwelt sehr viel schneller – ein Motiv, das man aus zahlreichen Märchen kennt.

Anders als die bisherigen Kinder gibt Harvey nicht auf, sondern sucht nach dem Weg in die Freiheit. Dabei werden er und Wendell von einer gefährlichen Kreatur verfolgt, der sie im letzten Moment entkommen können. Allerdings sind sie noch immer nicht gerettet, denn Jahre sind seither vergangen, die sie zurück fordern müssen. Folglich haben sie keine andere Wahl, als erneut das Haus von Mr. Hood aufzusuchen.

Harvey kommt dem Geheimnis dieses Wesens auf die Spur und weiß, was er tun muss, um es in Bedrängnis zu bringen und die anderen Kinder zu befreien. Es ist kein physischer Kampf, der sich nun anbahnt, sondern einer des Verstandes und des Willens.

Das wird von Gabriel Hernandez in recht einfachen, kantigen, fast aquarellhaft anmutenden Bildern erzählt. Sie unterstützen die Geschichte gelungen, auch wenn sie vielleicht nicht den Geschmack von jedem Leser treffen; dafür sind sie vielleicht schon zu übertrieben und bizarr, gerade was den mysteriösen Mr. Hood und seine Helfer betrifft.

Obwohl die Graphic Novel eine märchenhafte, spannende Story erzählt und an junge Leser adressiert zu sein scheint, ist sie doch eher ein Comic für das reifere Publikum, das das subtile Grauen zu schätzen weiß. „Der Dieb der Zeit“ wird Lesern gefallen, die Spaß an Titeln wie „Stoneheart“ oder „Die Bücher der Magie“ haben. (IS)

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Clive Barker’s Der Dieb der Zeit

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Hägar der Schreckliche Gesamtausgabe 3: 1977 – 1979

Erstellt von Detlef Hedderich am 23. März 2009

Dik Browne
Hägar der Schreckliche
Gesamtausgabe 3: 1977 – 1979

Hägar the Horrible, USA, 2008
Egmont Ehapa, Köln, 1. Auflage: 5/2008
HC, Ehapa Comic Collection, Funny, Satire, 978-3-7704-3149-6, 320/2995
Aus dem Amerikanischen von Michael Bregel
Titelillustration von Dik Browne

www.ehapa-comic-collection.de
www.chrisbrowne2.blogspot.com/
http://thehistorylesson.blogspot.com/
www.kingfeatures.com/features/comics/hagar/about.htm
www.toonopedia.com/hagar.htm

Nun liegt bereits der dritte Band der „Hägar Gesamtausgabe“ vor und erfreut den Leser auf 320 Seiten mit Comic-Strips aus den Jahren 1977 – 1979, die auch nach 30 Jahren nichts von ihrem Witz eingebüßt haben.

Jedes dieser Bücher erscheint als Hardcover und, den Strips angepasst, im Querformat. Die Seiten sind aus gutem Papier, der Druck ist sauber. Stets gibt es ein informatives Vorwort, in dem man mehr über Dik Browne und „Hägar“ erfährt, ergänzt mit Fotos und Auszügen aus den Werken des Künstlers.

Auch diesmal darf man wieder reichlich schmunzeln über Situationskomik und Wortwitz, über zeitlose und aktuelle Probleme, die gekonnt in eine mittelalterliche Welt übertragen wurden.

Beispielsweise unterzeichnen Hägar und sein Feind einen Friedensvertrag und staunen, dass sie offenbar denselben Namen – X – haben. Auch erfährt man, wozu eine halbe Statue nützlich ist, wenn das Geld für ihre Fertigstellung nicht gereicht hat. Pech für Honi, wenn ihr Vater den vermeintlichen Schuhverkäufer, der in Wirklichkeit ein Prinz ist, einfach weiter schickt. Eine gewisse Ähnlichkeit zu einem berühmten Gallier weist Hägar auf, wenn es um das letzte Kuchenstück geht. Helga stellt fest, dass der fliegende Teppich aus Bagdad seine Tücken hat. Sven Glückspilz interpretiert Dr. Zooks Rat im Schnupfenfall auf recht eigentümliche Weise.

Sie sind alle dabei: Hägar, Helga, Honi, Hamlet, Sven Glückspilz, Dr. Zook u. v. m. Immer wieder fällt Dik Browne etwas Neues für seine Figuren ein, und auch die Running Gags vermag er zu variieren.

Daran haben Groß und Klein gleichermaßen sehr viel Spaß – auch wenn die schöne Sammlerausgabe eher an das erwachsene Publikum adressiert ist. (IS)

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Hägar Gesamtausgabe 03: Tagesstrips 1977 – 1979: 3

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