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neuauflage

Der Orksammler

Erstellt von Werner Karl am 27. Februar 2011

Jens Lossau
Jens Schumacher
Der Orksammler

(sfbentry)
LYX
Egmont Verlagsgesellschaften mbH
ISBN 978-3-8025-8258-5
Fantasy / Thriller
1. Auflage Oktober 2010
Umschlaggestaltung: HildenDesign, München
Autorenfoto © S. Ott
Taschenbuch, 318 Seiten

www.egmont-lyx.de
www.jenslossau.de
www.jensschumacher.eu

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Autoren:

Jens Lossau und Jens Schumacher, geboren 1974, veröffentlichen seit Mitte der 90er Jahre zusammen und solo in unterschiedlichen Genres. Lossau legte zuletzt den Thriller Dunkle Nordsee vor, Schumacher hat sich als Verfasser zahlreicher Kinder- und Jugendbücher einen Namen gemacht. Als Autorenduo haben Lossau und Schumacher eine Reihe von Krimis und Kurzgeschichtenbänden verfasst. Nach „Der Elbenschlächter“ ist „Der Orksammler“ der zweite Band ihrer Serie um die spannenden Fälle des IAIT.

Das Buch:

„Der Orksammler“ ist der zweite Band rund um die Ermittler Jorge und Hippolit, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Dieses Mal schickt das Institut für angewandte investigative Thaumaturgie die zwei in ein Heerlager. Dort verschwinden Nacht für Nacht Orks und tauchen wenig später als Leichen wieder auf und nicht nur das: Das Herz wurde ihnen herausgerissen. Unter den Soldaten machen Gerüchte über eine merkwürdige Kreatur die Runde, an deren Existenz Jorge und Hippolit so ihre Zweifel haben. Die Ermittlungen gestalten sich nicht wirklich einfach und zeitweilig hat man das Gefühl es geht einfach nicht voran. Dafür entschädigen aber in jedem Fall Jorge und Hippolit selbst, die mit ihren persönlichen Eigenarten wieder einmal über sich hinauswachsen. Auch diesmal ist Meister Hippolit der Vorsichtige, der Wissende, der über allem zu stehen scheint und Jorges Verhalten auch nicht immer für gut heißt. Jorge dagegen ist der Mann fürs Grobe, hat immer einen frechen Spruch auf der Zunge. Auch wenn er sich dieses Mal gegenüber den ausschweifenden Handlungen in Band eins etwas zurücknimmt, so bleibt er doch seinen Trollsprichwörtern treu und diese sind einfach ein wahrer Wortgenuss. Überhaupt lebt das Buch von der Beziehung und den Gesprächen von Jorge und Hippolit untereinander.

Die Stimmung in diesem Buch ist recht düster. Die Ermittlungen erfolgen hauptsächlich in Torrlem, einer grauen, farblosen Stadt, einem Ort des Todes und der Toten. Hier wimmelt es nur so von Leichen und Gerippen, denn in der Grabstadt leben fast sämtliche Einwohner vom Bestattungsgewerbe. Was will man da erwarten? Ein unangenehmes und schauriges Gefühl lastet daher auch auf dem Leser während der Suche nach dem Orksammler.

Insgesamt ist dies ist wieder einmal eine gelungene Mischung von Krimi und Fantasy. Viel mehr noch als im ersten Band jedoch geht es hier auch richtig blutig zur Sache, was nicht unbedingt etwas für zart besaitete Leser ist.

Quintessenziell kann ich sagen, dass man diesen Band auch durchaus ohne den Vorgänger lesen kann.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

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Duell der Schatten

Erstellt von Werner Karl am 2. Januar 2011

Ilona Andrews
Duell der Schatten
Stadt der Finsternis 03

(sfbentry)
Originaltitel (Jahr) Magic Strikes (2009)
Verlag/Edition Egmont Lyx
ISBN 978-3-8025-8219-6
Horror, Erotik
Erschienen 10. Februar 2010
Übersetzer Jochen Schwarzer
Umfang 336 Seiten, Klappbroschur

www.egmont-lyx.de
www.ilonaland.com

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Im dritten Teil der phantastischen Serie „Stadt der Finsternis“ geht es um geheime und illegale Kampfspiele, vergleichbar mit dem „Fight Club“, einem amerikanischen Film. Dazu bahnt sich für Kate auch noch eine familiäre Bedrohung an, die es in sich hat.

Als Kate Derek in der Nähe dieser Games findet und die Autorin mir seine Verletzungen schilderte, flossen bei mir die Tränen. Derek wurde übel zugerichtet. Die Beschreibungen waren sehr detailliert, sodass ich mir ernsthafte Sorgen um ihn machte, ob Kate ihn retten kann. Zudem hat sie in diesem Band alle Hände voll zu tun. Absolut jeder, der ihr auch nur im Entferntesten nahe steht, hat in diesem Roman eine zum Teil wichtige Rolle und treibt sie gleichzeitig zur Weißglut. Sie muss mit ihrem verrückten Gestaltenwandler Saiman zurecht kommen, Jim und dem Bestienclan mitsamt dessen Anführer im Zaum halten, ihrer Freundin beistehen und ihrer Pflegetochter helfen.

Kaum hatte ich ein paar Seiten gelesen, schon war ich mitten im Geschehen. Die Autorin hatte mich mit der ersten gefühlvoll beschriebenen Situation in ihren Bann gezogen und ließ mich das ganze Buch hindurch nicht mehr los. Kate ist eine Protagonistin, die nicht lange um den heißen Brei redet und Taten vorweist statt vieler Worte. Aber auch ihre Dialoge mit manch einer Figur sind zum Schreien komisch. Besonders die Gespräche zwischen Curran, dem Herrn der Bestien, und Kate sind einfach himmlisch gut!

Nachdem Curran im letzten Band Kate durch Annehmlichkeiten den Hof gemacht hatte, war ich sehr gespannt, wie es zwischen den beiden nun im dritten Teil weitergehen würde. Es knisterte auch dieses Mal immer mehr vor erotischer Spannung. Ich hätte platzen können wegen dieser aufgestauten und spürbaren Erotik. Die Autorin weiß sehr gut, wie ein Vorspiel in die Länge gezogen werden kann. Denn so komme ich mir bei dieser Serie vor.

In diesem Roman lernte ich ein wenig über die hinduistische Mythologie sowie diverse Gottheiten. Außerdem gab es neue Monster zu bestaunen. Auch erfuhr ich wieder etwas über Kates Vater. So langsam fügen sich die einzelnen Puzzlestücke um Kates Vater zusammen und ich kann mir immer besser vorstellen, was für ein „Mann“ das ist. Als kleines Sahnestückchen wurden Kate und ich zudem über Saimans Gestaltwandler-Art aufgeklärt.

Emotionen, vor allem die traurigen zu Beginn des Buches, ließen mich öfters um Atem ringen. Ich musste einige Male heftig schlucken und gegen Tränen ankämpfen, da mir einzelne Szenen sehr zu Herzen gingen. Doch je weiter ich in die Geschichte eintauchte, desto mehr Situationen gab es auch, die mir immer öfter ein Lächeln aufs Gesicht zauberten.

Teilweise musste ich laut auflachen, da manches einfach witzig beschrieben wurde. Dieser Roman war emotional für mich ein regelrechtes Pulverfass. Einfach der Wahnsinn! Aber auch die Schlacht am Ende war atemberaubend. Die verschiedenen Wesen, die gegeneinander kämpften, die unterschiedlichsten Kampftechniken und Hilfsmittel waren höchst interessant. Diese Kämpfe genoss ich richtig. So wurde der Schluss einfach phänomenal!

Fazit
Die Autorin steigert sich von Teil zu Teil und die Serie wird einfach immer besser. Ich bin begeistert! Auch dieses Werk aus Ilona Andrews Feder bekommt von mir fünf von fünf Sternen und ist mein Highlight im Dezember. Ich kann den nächsten Roman von der Autorin kaum erwarten!

Reihenfolge von Stadt der Finsternis:
01. Die Nacht der Magie 978-3-8025-8214-1
02. Die dunkle Flut 978-3-8025-8213-4
03. Duell der Schatten 978-3-8025-8219-6
04. Magisches Blut (Januar 2011) 978-3-8025-8342-1

Copyright © 2011 by Nadine Dannenmann

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Dunkles Verlangen

Erstellt von Werner Karl am 22. Dezember 2010

Dunkles Verlangen
Wolf Shadow 3

(sfbentry)
Blood Lines, USA, 2007
Egmont-LYX, Köln, 1. Auflage: 11/2009
TB mit Klappbroschur
Horror, Romantic Mystery, Urban Fantasy
ISBN 978-3-8025-8221-9
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Zeller
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock
Autorenfoto courtey of the author

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Die FBI-Agentin Lily Yu und der Werwolf Rule Turner, der als der nächste Anführer des Nokolai-Clans gilt, sind nun ein Paar. Gemeinsam versuchen sie, die furchtbaren Erlebnisse in der Hölle zu bewältigen. Seither hat Rule sein Alter Ego weniger gut unter Kontrolle, und beide rätseln, ob Lily, die in zwei Persönlichkeiten gespalten war, wirklich wieder ganz ist. Viel Zeit füreinander bleibt ihnen jedoch nicht, denn bei einer Opernaufführung sorgt ein magischer Sturm beinahe für eine Katastrophe: Ein Werwolf verwandelt sich spontan und kann mit knapper Müh„ und Not davon abgehalten werden, ein Blutbad auszulösen. Nur wenig später wird er ermordet, und Rule, der sich seiner angenommen hatte, steht nun in der Schuld des Leidolf-Clans, den Feinden der Nokolai.

Außerdem wurde Rule von einem Dämon verletzt, die Wunde will nicht heilen und beginnt, ihn zu verändern. Weder die Heiler der Nokolai noch Cullen Seabourne, der einzige Magier unter den Werwölfen, wissen Rat – und die Zeit beginnt, für Rule unaufhaltsam abzulaufen. Es scheint, als bestünde zwischen diesen Vorgängen und dem Gerücht, dass sich einige Politiker mit Dämonen verbündet haben, ein Zusammenhang. Lilys Kollegin Cynna Weaver befürchtet, dass ihre Lehrmeisterin Jiri ihre Finger im Spiel haben könnte. Trifft dieser Verdacht zu, dann besteht höchste Gefahr …

„Dunkles Verlangen“ ist nach „Verlockende Gefahr“ und „Magische Versuchung“ der dritte in sich abgeschlossene Band der „Wolf Shadow“-Serie. Man sollte trotzdem die Lektüre bei Bd. 1 beginnen, da die Geschehnisse aufeinander aufbauen und vorausgesetzt wird, dass man mit den zahlreichen Handlungsträgern, ihren Beziehungen und Konflikten vertraut ist. Steigt man mit Bd. 2 oder 3 ein, findet man sich zwar auch zurecht, tut sich aber schwer, denn die Handlung ist wirklich komplex.

Auch diesmal müssen sich die Sympathieträger auf verschiedenen Handlungsebenen mit mehreren Problemen auseinandersetzen, die erst am Schluss zusammengeführt und weitgehend aufgelöst werden. Dabei treten Lily und Rule, die bereits zueinander gefunden haben, immer mehr in den Hintergrund, während die sich entwickelnde Romanze von Cullen und Cynna in den Fokus rückt und mit einer dicken Überraschung aufwartet. Allerdings begeht Eileen Wilks nicht den Fehler, die Handlung durch Liebeleien und endlose erotische Schilderungen zu verwässern. Tatsächlich offeriert die Autorin wieder ein spannendes, magisches Abenteuer, das vor allem durch die Beschreibungen der Gesellschaftssysteme der Werwolf-Clans und der sozialen bzw. politischen Spannungen zwischen Menschen und Nicht-Menschen besticht.

Die Charaktere sind interessant und immer wieder für Überraschungen gut, da sie ihre Geheimnisse bloß häppchenweise preisgeben. Selbst die Gegenspieler haben nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln, und die Grenzen zwischen ‚Gut„ und ‚Böse„ sind fließend. So manche nebensächlich scheinende Frage bleibt unbeantwortet, was nicht nur die Neugierde wach hält, sondern auch die Weichen für das Kommende stellt. Nach drei Bänden „Wolf Shadow“ vermag Eileen Wilks immer noch zu begeistern, so dass man gespannt auf die Fortsetzung wartet, die sich wohl vor allem um Cullen und Cynna drehen wird. Die Autorin schreibt flüssig und mitreißend – ihre Titel gehören mit zu den besten Romantic Mystery-Serien bei LYX, da sie durch eine vielschichtige, nicht vorhersehbare Handlung, ein reizvolles Setting und glaubwürdige Charaktere überzeugen.

Schätzt man Reihen wie Jocelynn Drakes „Jägerin der Nacht“, Lilith Saintcrows „Dante Valentine“ oder Nalini Singhs „Die Gilde der Jäger“, wird man auch Eileen Wilks „Wolf Shadow“ gern lesen. Die Serie wendet sich nicht nur an die Fans der Paranormal Romances, die mehr als eine seichte Love-Story wünschen, sondern gefällt auch den Freunden der Phantastik.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Engelszorn

Erstellt von Werner Karl am 22. Dezember 2010

Nalini Singh
Engelszorn
Gilde der Jäger 2

(sfbentry)
Archangel’s Kiss. A Guild Hunter Novel, USA, 2010
Egmont LYX, Köln, dt. Erstausgabe: 08/2010
TB mit Klappbroschur
Romantic Mystery, Horror, Urban Fantasy,
ISBN 978-3-8025-8275-2
Aus dem Amerikanischen von Patra Knese
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Bliznetsow/Shutterstock
Autorenfoto von privat

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Elena Deveraux war Mitglieder der „Gilde der Jäger“ und spürte für ihren Auftraggeber, den Erzengel Raphael, den Blutengel Uriel auf. Im alles entscheidenden Kampf konnte das entartete Wesen vernichtet werden, aber Elenas Verletzungen waren so schwer, dass sie gestorben wäre, hätte Raphael sie nicht mit seinem Ambrosia geheilt – und zu einem Engel gemacht, dem ersten gewandelten Engel überhaupt. Ein Jahr ist seither vergangen, während dem Elenas Wunden heilten und die Wandlung vollzogen wurde. Noch immer muss sie sich schonen und langsam lernen, was es heißt, ein Engel zu sein. Dabei haben Raphael und seine Gefolgsleute stets ein waches Auge auf Elena, denn schon bald trachtet jemand nach ihrem Leben, und immer wieder werden Engel und Vampire gefunden, die auf grausame Weise verstümmelt und ermordet wurden.

Trotz der Gefahr lässt sich Elena nicht davon abhalten, ihre Gaben als Jägerin einzusetzen, um die Täter ausfindig zu machen. Das ist jedoch gar nicht so leicht, denn der Gegner ist überaus gerissen und scheint gezielt einen Keil zwischen die Erzengel treiben zu wollen; selbst jene, denen Raphael vertraut, könnten die Schuldigen sein. Vielleicht steckt aber auch die Älteste Lijuan, die möglicherweise einen ähnlich verhängnisvollen Pfad als ‚Herrin der Toten„ wie Uriel eingeschlagen hat, hinter den Anschlägen. Raphael und Elena folgen mit gemischten Gefühlen Lijuans Einladung nach Peking, sehr wohl wissend, dass es sich um eine Falle handelt …

„Engelszorn“ knüpft nahtlos an den Vorgängerband „Engelskuss“ an, auch wenn beide Romane relativ in sich abgeschlossen sind und man dem zweiten Buch problemlos folgen kann, selbst wenn man den Auftakt nicht zur Lektüre hatte. Natürlich ist das Lesevergnügen sehr viel größer, liest man die Bände in der richtigen Reihenfolge, kennt sich in der Hierarchie der Engel, Vampire und Menschen aus und ist mit den Hauptfiguren, ihren Beziehungen und Konflikten vertraut. Die Handlung hat sich diesmal ins Reich der Engel verlagert, wo sich Elena von ihren Verletzungen erholt, sich notwendiges Wissen über die Engel aneignet, das Fliegen lernt und ihr kämpferisches Geschick trainiert. Sie weiß, dass sie hier nur wenige Freunde hat, denn viele verübeln es ihr, dass sie Raphael in Gefahr brachte und er sich trotz allem in sie verliebte. Vor allem die Eifersucht des Erzengels Michaela muss Elena fürchten.

Im Laufe der Geschichte erfährt man mehr über die Vergangenheit der beiden Frauen, und noch einige weitere Geheimnisse werden enthüllt. Auf die durch Gewalt regierte Hierarchie und ihre Traditionen wird leider nicht weiter eingegangen. Wie schon in ihrer „Gestaltwandler“-Serie beschränkt sich Nalini Singh darauf, ein interessantes Gesellschaftssystem anzureißen, statt es weiter auszuführen und mehr werden zu lassen als eine dünne Kulisse. Schade, denn aus einem komplexen Hintergrund hätten sich viele neue Möglichkeiten schöpfen lassen. Auch versäumt es die Autorin, eine wirklich packende Handlung aufzubauen, da sie sich zu sehr in die Beziehung von Raphael und Elena vertieft.

Zwar spielen die beiden nicht mehr Katz„ und Maus miteinander, sondern sind ein Paar, das zusammenhält und sich regelmäßig seine Liebe beweist, aber um Elena nicht zu verletzten, hält sich Raphael zurück, was für beide unbefriedigend und für den Leser ab einem bestimmten Punkt nicht mehr glaubwürdig ist. Obendrein wird dadurch die Handlung sehr verwässert, und die Spannung bleibt auf der Strecke. Selbst die grausame Lijuan, deren Auftritt erst wenige Seiten vor dem Ende erfolgt, wirkt relativ harmlos. Das Finale ist dann auch sehr schnell abgehandelt, als hätte die Autorin plötzlich bemerkt, dass sie ihr Seitensoll erfüllt hat. Von der Begegnung mit Lijuan, auf die das Buch von Anfang an hin arbeitete, hat man sich wirklich mehr erhofft.

Nalini Singh schreibt unterhaltsam und hat sehr interessante Ideen, die sie leider nicht ausnutzt, da sie das romantische Geplänkel und die erotischen Szenen zu sehr in den Vordergrund schiebt. Das mag den Fans der Paranormal Romances, denen der phantastische Background mehr oder weniger egal ist, gefallen, aber die Freunde der Phantastik, die eine überzeugende Handlung anstelle von endlosem Bettgeflüster wünschen, sind mit einem anderen Titel besser beraten.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Gespenster küsst man nicht

Erstellt von Werner Karl am 16. Dezember 2010

Victoria Laurie
Gespenster küsst man nicht
M. J. Holliday: Geisterjägerin 2

(sfbentry)
Demons Are a Ghoul’s Best Friend, USA, 2008
Egmont-LYX, Köln, 1. Auflage: 08/2010
TB mit Klappbroschur
Horror, Urban Fantasy, Krimi, Romantic Mystery
ISBN 978-3-8025-8279-0
Aus dem Amerikanischen von Christine Blum
Titelgestaltung von HildenDesign/Ramona Popa, München
unter Verwendung mehrerer Motive von Shutterstock

www.egmont-lyx.de
www.victorialaurie.com
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M. J. Holliday wird von ihrer Freundin Karen O‟Neal gebeten, sich einer Geistererscheinung in einem renommierten Internat am Lake Placid anzunehmen. Karens Nichte wurde von Hatchet Jack mit einem Beil über das Schulgelände gejagt, und sie ist nicht die einzige, die sich seither vor einer Rückkehr an die Schule fürchtet. Der Rektor Owen Habbernathy erweist sich als wenig kooperativ und leugnet das Phänomen, doch Karen lässt ihre Beziehungen spielen, so dass er die Nachforschungen zulassen muss, will er nicht sein Bauvorhaben gefährden.

Zusammen mit ihren Partnern Gilley Gillespie und Dr. Steven Sable beginnt M. J., das Internat zu untersuchen und einige Leute, die mehr wissen könnten, zu befragen. Dabei stoßen sie nicht nur auf den Geist von Hatchet Jack, der sehr viel mächtiger ist als all jene, die M. J. bereits erfolgreich hatte ins Jenseits befördern können, sondern auch auf die Geister von vier ermordeten Jungen. Komischerweise kann oder will sich keiner an drei von ihnen erinnern. M. J. und Gilley bekommen überdies Probleme mit der Polizei, als sie die Leiche eines der Kinder entdecken. Es kostet beide erhebliche Mühe, Detective Bob Muckleroy davon zu überzeugen, dass Spukphänomene nicht ins Reich der Phantasie gehören und er ihnen helfen muss, die Verbrechen aufzuklären, die vor rund dreißig Jahren begangen wurden und noch einen weiteren Mord nach sich ziehen …

Hatte man schon Spaß an „Rendezvous um Mitternacht“, dem ersten Band der Serie „M. J. Holliday: Geisterjägerin“, wird man sicher auch freudig nach „Gespenster küsst man nicht“ greifen. Beide Romane sind in sich abgeschlossen, aber es empfiehlt sich, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da sich die Beziehungen der Charaktere weiter entwickeln und vorausgesetzt wird, dass man mit den Hintergründen der Hauptfiguren vertraut ist. Victoria Laurie konzentriert sich auf die spannende Handlung: einen Mix aus Horror, Urban Fantasy, Krimi und einem Hauch Romance. Tatsächlich fällt der Anteil der romantischen Momente deutlich geringer aus als im ersten Band, was der Geschichte jedoch sehr gut tut, denn sie wird nicht durch überbordende Beziehungsprobleme und Bettszenen verwässert, so dass sie auch den ‚normalen„ Freund der Phantastik anspricht und nicht nur die Fans der Romantic Mystery.

Zwar umkreisten sich M. J. und Steven, aber sie sind noch kein Paar, so dass man sich wohl auch in den kommenden Büchern über ihr Hin und Her amüsieren kann. Die Romanze der beiden ergänzt eine Handlung, die sehr komplex und packend ist. Die Autorin machte sich die Mühe, einen raffinierten Plot zu entwerfen, in dem Geister und Menschen gleichermaßen Verbrechen begehen und die Aufklärung auf zwei Ebenen stattfindet. Diesmal müssen M. J. und ihre Kollegen sehr viel mehr recherchieren, da sie weniger Hilfe von den Geistern erhalten als im vorherigen Band. Auch das gefällt, da die Geschehnisse nun weniger konstruiert wirken und deus ex machina nicht mehr sonderlich strapaziert wird. Selbst die humorigen Einlagen wie Stevens Sprachprobleme und die Kommentare von Papagei Doc wurden etwas reduziert, da der Tod von Kindern kein Thema ist, das sich mit Witzen vereinbaren lässt. Es fällt außerdem auf, wie ausführlich die Autorin das grobe Vorgehen der Polizei gegen Opfer und Unbeteiligte, bevor geklärt werden kann, was eigentlich passiert ist, schildert. Die Betroffenen nehmen es hin, dass sie mit der Waffe aus dem Auto getrieben werden, Handschellen angelegt bekommen und sogar mit dem Fuß auf dem Boden festgenagelt werden. So viel zum gelobten Amerika, dem Land der großen Freiheit …

Alles in allem ist auch „Gespenster küsst man nicht“ ein spannender und reizvoller Roman trotz des albernen und unpassenden Titels, der zum Cover, nicht aber zum Inhalt passen mag. Schätzt man phantastische Bücher mit Krimi-Elementen und sympathischen Protagonisten, sollte man sich diese Serie nicht entgehen lassen.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Ein Sukkubus in Nöten

Erstellt von Werner Karl am 16. Dezember 2010

Jackie Kessler
Ein Sukkubus in Nöten
Hölle auf Erden/Hell on Earth 1

(sfbentry)
Hell’s Belles, USA, 2007
Egmont-LYX, Köln, dt. Erstausgabe: 08/2010
TB mit Klappbroschur
Romantic Mystery, Urban Fantasy, Erotik
ISBN 978-3-8025-8300-1
Aus dem Amerikanischen von Anja Hackländer
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Ramona Popa
Autorenfoto von privat

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Weil sie um Dinge weiß, die niemand erfahren darf, muss der Sukkubus Jezebel aus der Hölle fliehen. Um die hartnäckigen Verfolger, die sie zurückbringen oder töten sollen, abzuschütteln, bittet sie die Hexe Caitlin Harris, sie in einen Menschen zu verwandeln. Caitlin kommt diesem Wunsch nach, nicht ahnend, dass sich Jesse das Aussehen, den Namen und die Kreditkarten ihrer Helferin gleich mit aneignen würde.

Als Mensch setzt Jesse ihre Flucht fort und nimmt eine Stelle als Striptease-Tänzerin an. Dabei kommen ihr die Erfahrungen aus vielen Jahrhunderten ganz gelegen, denn sie weiß genau, was die Besucher des Nachtclubs wollen und wie sie ihnen einheizen kann. Das Trinkgeld fließt in Strömen, aber eigentlich möchte sie noch viel lieber mit Paul Hamilton heißen Sex haben, der jedoch aus unerfindlichen Gründen Abstand wahrt. Jesse ist bitter enttäuscht. Dann stöbern die Häscher Jesse auch schon in ihrem Versteck auf, und ausgerechnet ihre Freundin, die Furie Megaira, soll das Urteil vollstrecken …

„Ein Sukkubus in Nöten“ hält, was der Titel verspricht – oder auch nicht, je nachdem, was man sich erhofft hat. Ein Sukkubus ist ein weiblicher Dämon, der in der Nacht Männer besucht, sich mit ihnen vergnügt und ihren Samen raubt, um Incubos zu gebären, die ihrerseits schlafende Frauen schwängern. Im vorliegenden Roman sind die wollüstigen Dämonen auf Sex und Lebensenergie aus. Erwartet man nun einen erotischen Roman, dessen Handlung aus nichts anderem als heißem Sex und witzig-kuriosen Momenten besteht, wird man nicht enttäuscht. Wünscht man sich hingegen eine phantastische Verfolgungsjagd quer durch die Hölle, die mit einigen erotischen Einlagen garniert wird, wartet man vergeblich auf Spannung und Horror.

Tatsächlich ist „Ein Sukkubus in Nöten“ ein humoriger, leidenschaftlicher Liebesroman voller erotischer Szenen, die die eigentliche Handlung untergehen lassen. Jackie Kessler beschreibt ausführlich aus Jesses Sicht die Wünsche und sexuellen Handlungen eines Sukkubus, der, als Mensch getarnt, das tut, was er am besten kann. Dabei wird sie selber immer menschlicher und verliebt sich sogar. Zwar kommt die Autorin am Schluss wieder auf den Grund für Jesses Flucht zurück und bietet eine Lösung, aber dieser Aspekt des Romans wird so nebensächlich und knapp abgehandelt, dass man sich hinterher fragt, weshalb so viel Lärm um nichts gemacht wurde. Um die Story auszudehnen und nicht gleich zum Ende zu bringen, wird zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her gesprungen. In der Gegenwartsebene laufen die aktuellen Ereignisse ab, während die Vergangenheitssequenzen versuchen, einen Eindruck von Jesses Leben in der Hölle, von ihren Aufgaben und schließlich auch von den gefährlichen Geheimnissen, die sie erfuhr, zu vermitteln.

Leider bleibt die Hölle so farblos wie die Protagonisten und ihre Motive. Aber dafür gibt es jede Menge Sex für ein Publikum ab 16 Jahre, das deftige Details lesen möchte und auf eine packende Handlung verzichten kann. Fans der Paranomal Romances dürften folglich ihren Spaß an dem Titel haben. Wer jedoch einen phantastischen Roman mit interessanten Charakteren und einer nachvollziehbaren Story bevorzugt, ist mit anderen Büchern besser beraten.

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Wolfsfieber

Erstellt von Werner Karl am 15. Dezember 2010

Lori Handeland
Wolfsfieber
Kreaturen der Nacht/Night Creatures 4

(sfbentry)
Crescent Moon, USA, 2006
Egmont LYX, Köln, dt. Erstausgabe: 09/2009
TB mit Klappbroschur
Romantic Mystery, Horror, Urban Fantasy
ISBN 978-3-8025-8228-8
Aus dem Amerikanischen von Patricia Woitynek
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung von
Motiven von iofoto/Shutterstock und Dennis Donnohue/Shutterstock
Autorenfoto von Richard Bublitz

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Die Kryptozoologin Diana Malone trauert immer noch um ihren verstorbenen Mann, der sein ganzes Leben der Erforschung der Werwölfe gewidmet hat und von der Fachwelt verspottet wurde und noch wird, weil er nie einen Beweis für ihre Existenz erbringen konnte. Als der reiche Geschäftsmann Frank Tallient Diana Informationen zukommen lässt, die darauf schließen lassen, dass ein Werwolf sein Unwesen in den Sümpfen von Louisiana treibt, sagt sie zu, das Wesen für ihn zu fangen, denn das ist die Chance, auf die sie immer gewartet hat, um ihren Mann zu rehabilitieren.

Doch kaum ist Diana in New Orleans angekommen, ereignen sich merkwürdige Dinge, die deutlich machen, dass ihr Job weitaus schwieriger ist, als sie befürchtet hat. Soll sie an Voodoo-Zauber glauben oder eher von einer realen Bedrohung ausgehen? Trotz ihrer Skepsis holt sie sich Rat bei Cassandra, der Besitzerin eines Voodoo-Ladens.

Selbst Adam Ruelle, den sie als Führer durch die Sümpfe anheuert, lässt alle inneren Alarmanlagen in ihr klingeln. Offenbar weiß er sehr viel mehr, als er ihr verraten will. Dennoch fühlt sie sich zu ihm hingezogen, und leidenschaftliche Liebesnächte sind die Folge. Schließlich kommt sie seinen Geheimnissen auf die Spur und ist bitter enttäuscht. Aber alles soll noch schlimmer und vor allem lebensgefährlich für Diana werden …

„Wolfsfieber“ ist der vierte in sich abgeschlossene Band aus Lori Handelands „Night Creatures“-Serie. Nachdem zuvor die Nebendarsteller aus Bd. 1 und 2 in den Mittelpunkt der Geschehnisse traten, führt die Autorin diesmal mit Diana Malone einen völlig neuen Charakter ein. Die Bücher sind locker miteinander verknüpft durch das Auftauchen bekannter Figuren wie dem Werwolfjäger Edward Mandenauer, der Wissenschaftlerin Dr. Elise Hanover u. a. Natürlich werden nebenbei auch gleich die Weichen für den nächsten Band gestellt, in dem Cassandra, die neue Freundin Dianas, die Hauptrolle spielen wird.

Wie man es von der Autorin gewohnt ist, zieht sie ihr Publikum schnell in den Bann einer spannenden und phantastischen Handlung, die das Werwolf-Phänomen behutsam mit Voodoo-Magie verknüpft und ihm so eine neue Facette verleiht. Immer wieder überrascht die Handlung durch unvorhersehbare Wendungen, so dass man dem Band gern bis zum finalen Höhepunkt folgt. Trotzdem kommen die Romantik und die erotischen Einlagen nicht zu kurz, was vor allem die Fans der Paranormal Romances erfreuen dürfte. Allerdings müssen Diana und Adam erst viele Missverständnisse klären, ihre – d.h., in erster Linie Adams – Geheimnisse offenbaren und einander vertrauen, um gemeinsam einen gefährlichen Gegner unschädlich machen und verhindern zu können, dass sich dessen Fluch auf Adam überträgt. Die Interessen des Paares kollidieren prompt mit Dianas Auftrag und Mandenauers Mission, wodurch die Situation weiter kompliziert wird.

Die Geschichte ist sehr komplex und packend, die Charaktere sind sympathisch und interessant. Die erotischen Momente wirken mitunter etwas deplatziert, da die Hauptfiguren auch in gefährlichen Situationen kaum die Finger voneinander lassen können. Die Beschreibungen sind recht explizit, mitunter auch etwas derb hinsichtlich der Wortwahl. Alles in allem ist „Wolfsfieber“ ein weiterer mitreißender Band aus Lori Handelands Werwolf-Reihe, der nicht nur die Freunde der Romantic Mystery anspricht, sondern auch die Phantastik-Leser gut unterhält, da die Handlung vor der Romanze rangiert und nicht an Magie und mythischen Wesen gespart wird.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Der Orksammler

Erstellt von Werner Karl am 15. Dezember 2010

Jens Lossau & Jens Schumacher
Der Orksammler
Die Kriminalfälle des IAIT 2

(sfbentry)
Egmont LYX, Köln, Originalausgabe: 10/2010
TB mit Klappbroschur, Fantasy, Krimi, Steampunk
ISBN 978-3-8025-8258-5
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung einer Illustration von Steffen Winkler
Autorenfoto von S. Ott

www.egmont-lyx.de
www.jenslossau.de
www.jensschumacher.eu
www.hildendesign.de
www.ste-comic-de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Nicht der drohende Krieg erschreckt die Soldaten des Heeres, sondern ein mythisches Wesen, „der Orksammler“, der Orks tötet und ihnen das Herz heraus reißt. Meister Hippolit und sein Partner, der Troll Jorge, werden vom IAIT, dem Institut für angewandte investigative Thaumaturgie, ausgesandt, das Rätsel zu lösen. Die Spur führt sie in die Grabstadt Torrlem, wo sie auf weitere Geheimnisse stoßen, denn vor Jahren verschwanden unzählige Leichen, was auf die Aktivität von Ghoulen schließen lässt – aber der letzte lebende Ghoul wurde vor Ewigkeiten getötet?! Die Puzzle-Stücke wollen einfach nicht zusammen passen. Schließlich lernt Hippolit die hübsche Lith kennen, die eine nicht ausgebildete Versierte ist und außerdem über die Gabe der Präkognition verfügt. Sie warnt ihn, erneut in die Gänge unterhalb der Stadt hinab zu steigen, da dort der Tod auf ihn warte …

„Der Orksammler“ ist nach „Der Elbenschlächter“ der zweite in sich abgeschlossene Band von Jens Lossau und Jens Schumacher über „Die Kriminalfälle des IAIT“. Die beiden Autoren, die hier nicht zum ersten Mal zusammen arbeiten, haben eine Reihe inszeniert, die Fantasy-, Steampunk- und Krimi-Elemente gelungen miteinander verbindet und Leser anspricht, die eine Pause von den überbordenden Romantic Fantasies und dem Splatter, dem gegenteiligen Extrem, brauchen. Mit Meister Hippolit und dem Troll Jorge haben die Autoren ein Ermittler-Duo geschaffen, das von seiner Gegensätzlichkeit lebt und durch diesen Twist für einige Überraschungen gut ist. Obwohl sich die beiden immer wieder kabbeln, stehen sie füreinander ein, was sich als überlebensnotwendig erweist, da sie es diesmal mit einem Gegner zu tun bekommen, dessen Motive sie ebenso spät entdecken wie seine Identität.

Die Geschichte ist spannend und entführt den Leser in eine magische Alternativ-Welt, die dem viktorianischen Zeitalter ähnelt, sich aber durch diverse Eigenschöpfungen der Autoren von den Gothic-Novels und Steampunk-Romanen unterscheidet. Die Charaktere erfüllen ihre Rollen, doch wünscht man sich nach einer Weile, dass die Running Gags besser dosiert eingesetzt würden, denn Hippolits Probleme, die seinem jugendlichen Aussehen, das er einem Unfall verdankt, zuzuschreiben sind, und die Troll-Sprichwörter laufen sich irgendwann tot; vor allem Letztere sind nicht wirklich witzig.

Nett ist hingegen die Idee mit der Vulvatte, die wohl zum Mascottchen der beiden bzw. von Jorge wird. Auch wenn man sich nicht viel aus niedlichen Tierchen macht – gerade im Manga-Bereich gibt es so manche nervige Schöpfung -, Pompom unterstreicht durch ihre Zartheit Jorges Grobschlächtigkeit, zugleich aber auch sein sanftes Wesen. Diese Beziehung sagt mehr über Jorge und Hippolit aus, als sich sonst der Handlung entnehmen lässt. Nachdem der Roman etwas zäh und unnötig ‚trollig„ startete, nimmt er nach einer Weile Fahrt auf und wird immer interessanter, bis man ihn gar nicht mehr aus der Hand legen will, bevor man das Ende gelesen hat.

Schätzt man humorige, keineswegs alberne Fantasy mit spannenden Krimi-Elementen, sollte man dieser Reihe eine Chance geben.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Vampire sind die beste Medizin

Erstellt von Werner Karl am 11. November 2010

Lynsay Sands
Vampire sind die beste Medizin

(sfbentry)
Originaltitel: Vampires Interrupted
Lyx
ISBN 978-3802583735
Romantic-Fantasy, Vampire
Dt. Erstausgabe 2010
Aus dem Amerikanischen von Ralph Sander
Taschenbuch, 364 Seiten

http://www.egmont-lyx.de
http://www.lynsaysands.net

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Zur Autorin

Die in der kanadischen Provinz Ontario geborene Autorin Lynsay Sands studierte Psychologie. Ihr erster Roman wurde nach Beendigung ihres Studiums veröffentlicht. Sie verfasste mehrere zeitgenössische und historische Romane und liest selbst gerne Horror- oder Liebesromane. Ihre Serie über die Familie Argeneau ist einer der erfolgreichsten Vampir-Serien der USA und erfreut sich auch bei uns großer Beliebtheit. Die Autorin lebt und arbeitet heute im Norden Englands.

Zum Buch

Für alle, die noch nie etwas von Sands oder den Argeneaus gelesen oder gehört haben sollten: Mit einem an Philipps oder McAlister erinnernden und doch auch ganz eigenen Schreibstil hat die Autorin die Welt einer Vampirfamilie geschaffen, die (zumindest teilweise) in Atlantis geboren wurde und durch nanotechnologische, medizinische Fortschritte vor dem Untergang dieser mystischen Welt zu (Fast-)Unsterblichen wurden. Zum Überleben brauchen sie Blut. Sie können sich durch Geburten vermehren und sie können Menschen durch Bisse wandeln. Doch die Vampire von Sands entsprechen dem modernen Vampir-Typ. Was bedeutet, dass sie ihre Opfer nicht töten und Sonnenlicht ihnen zwar nicht unbedingt gut tut, sie aber auch nicht in Rauch aufgehen lässt. Sie gehen normalen Berufen nach, leben unter und teilweise mit Menschen, und haben im Laufe der Zeit die eine oder andere Eigenart angenommen und/oder (emotionale) Verletzung davon getragen.

Die Vampire dürfen nur einen Menschen in ihrem Leben wandeln, wenn sie sich nicht von vornherein mit einem anderen Vampir zusammentun. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer ist eine genaue Wahl des Partners sehr wichtig, allerdings gibt es eine Eigenheit unter Menschen wie Vampiren, die quasi von selbst für den richtigen Partner sorgt. Jedenfalls für denjenigen, der die Ausdauer besitzt, auf den richtigen zu warten. Die Überzeugung der Autorin, dass etwas Humor in allen Lebenslagen hilft, kommt in der Serie zum Tragen. Denn neben der Fantasy-Romance-Thematik kommen humorige Szenen nicht zu kurz. Marguerite Argeneau, die kuppelfreudige Mutter/Tante/demnächst-Oma der Argeneau-Familie, will eigentlich nur alle glücklich sehen. Nachdem sie in den vorangegangenen acht Bänden der Vampirserie für die Anbahnung der Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder gesorgt hat, schwimmt sie sich 75 Jahre nach dem Tod ihres Mannes aus ihrer 700jährigen katastrophalen Ehe auch selbst langsam frei.

Der neunte Band Vampire sind die beste Medizin ist ihr gewidmet. Sie arbeitet als Detektivin und ihr Job führt sie nach England, wo sie die Mutter eines Vampirs ausfindig machen soll. Dessen Vater sträubt sich allerdings mit aller Macht dagegen. Die Frau, auf die Marguerite und ihr Partner angesetzt sind, wollte vor mehreren Jahrhunderten genau den Sohn töten lassen, der sie jetzt suchen lässt. Zwischen Julius (dem Vater ihres Auftraggebers) und ihr funkt es quasi sofort, denn beide merken, dass sie besagte Eigenheit besitzen, die sie zum Seelengefährten des anderen machen könnte. Allerdings gestehen sie sich das erst einmal nicht ein und der Umstand, dass beide reichlich eingerostet sind, was zwischenmenschliche bzw. zwischenvampirische Beziehungen betrifft, reizt bisweilen zum Lachen. Die angeblich verschollene Mutter ist eigentlich zum Greifen nah und behindert gleichzeitig in gewisser Weise eine Annäherung der beiden. Es kommt zu einigen Verwicklungen und jemand trachtet Marguerite nach dem Leben. Ein Umstand, der Julius dazu bringt, sich auf ihre Seite zu schlagen und ihr dabei zu helfen, Licht in die vertrackte Familiengeschichte zu bringen. Und sie ganz nebenbei und wirklich für sich zu beginnen.

Meine Meinung:

Wie auch die übrigen Bände lässt sich die Geschichte Marguerites, obwohl alle miteinander verwoben sind, völlig für sich lesen. Auch hier wird auf die Lebensgefährtenthematik eingegangen und die Entstehungsgeschichte der Vampire mit wenigen Worten umrissen. Vielleicht liegt es daran, dass ich es in den vorangegangenen Büchern bereits zu oft gelesen habe. Doch obwohl es, liest man Marguerites Geschichte separiert, sicher ganz praktisch ist, alles nochmals in Vampire sind die beste Medizin nachlesen zu können, störte mich die Sache mit den Lebensgefährten dieses Mal etwas.

Abgesehen davon führt die Autorin ihre Leser aber gewohnt kurzweilig an Marguerites Seite durch die Geschichte und lässt sie an dem Dilemma teilhaben, das sich aus einer Ehe mit jemandem ergibt, der einen völlig kontrollieren kann. Selbst wenn man über 700 Jahre alt ist, können sich da enorme Minderwertigkeitskomplexe halten, die in eine neue Beziehung hineinspielen. Vor allem, wenn sich herausstellt, dass besagter Ehemann sogar über den Tod hinaus noch Macht auf sie auszuüben scheint und womöglich gar nicht tot ist. Oder auch an Julius Problemen, die sich aus seinem Wissen um die Mutter seines Sohnes ergeben, als er feststellt, dass damals nicht alles so war, wie es den Anschein hatte. Dass diese Mutter eher Opfer als Täterin war. Und er sie weder vergessen kann noch wirklich will.

Sands Vampire sind nach wie vor trotz ihrer körperlichen Besonderheiten menschlich. Machen Fehler oder begehen Dummheiten. Sie müssen nicht gegen etwas übernatürlich Böses kämpfen oder abgehobene Abenteuer bestehen. Vielmehr quälen sie sich mit den gleichen Problemen herum wie wir. Eifersüchteleien, Neid, Missachtung bis hin zu Hass. Ansonsten machen Marguerite und Julius einfach das, was Vampire in Fantasy-Romance-Romanen tun: Sie verlieben sich und müssen auf dem Weg zum Happy End einige Unwägbarkeiten meistern.

Die Lösung des Rätsels kommt etwas zu kurz und war bereits beim ersten Gespräch zwischen Marguerite und der Person, die sie töten will, für mich vorhersehbar. Dieser Teil hätte mehr ausgebaut werden können, lässt er doch den Teil der Geschichte, der für Spannung sorgen sollte, zu flach ausklingen.

Fazit:

Fortsetzung mit kleinen Schwächen. Dank Sands Schreibstil jedoch gewohnt lustig und kurzweilig. Ein Buch zum Entspannen. Da die Reihe noch ein paar Bände weitergehen soll (zumindest die amerikanischen Originalausgaben, in Deutsch ist bislang nur ein Folgeband für nächstes Jahr angekündigt) bleibt die Hoffnung, dass die Autorin wieder die Spritzigkeit und Spannung der ersten Bände erreicht.

Copyright © 2010 by Antje Jürgens

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Hexen mögen’s heiß

Erstellt von Werner Karl am 7. November 2010

Annette Blair
Hexen mögen’s heiß
Melody Seabright 1

(sfbentry)
The Kitchen Witch, USA, 2004
Egmont-LYX, Köln,1. Auflage: 02/2009
TB mit Klappbroschur, Romance, Comedy
ISBN 978-3-8025-8205-9
+ Leseprobe aus Kimberly Rayes „Suche bissigen Vampir fürs Leben”
Aus dem Amerikanischen von Regina Winter
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Weiffenbach

www.egmont-lyx.de
www.annetteblair.com
www.hildendesign.de

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Logen Kilgarven ist alleinerziehender Vater und lebt zusammen mit seinem vierjährigen Sohn Shane in der geschichtsträchtigen Ortschaft Salem. Um seiner Arbeit – er ist Produzent beim lokalen TV-Sender – nachgehen zu können, benötigt er einen Babysitter und bekommt ausgerechnet seine exzentrische Nachbarin Melody Seabright empfohlen. Mit höchst gemischten Gefühlen überlässt er der hübschen jungen Frau, von der man munkelt, sie sei eine Hexe, seinen Sohn und verspricht ihr einen Vorstellungstermin im Studio, weil ihr für diese Gefälligkeit ein Job durch die Lappen ging. Logan steht zu seinem Wort, obwohl seine Skepsis noch mehr wächst, denn Melody möchte die Kochshow moderieren und kann gar nicht kochen …

Mit ihrem Charme und vielen spritzigen Ideen wickelt Melody die Studio-Crew um den kleinen Finger, und prompt endet der erste Auftritt der „Kitchen Witch“ (US-Titel) in einem Desaster, das sie gerade noch als witzigen Auftakt kaschieren kann. Die Sendung entpuppt sich trotzdem als Volltreffer. Melody wird darum nicht hochkant hinaus geworfen, sondern zu einem Kochkurs bei Logan verdonnert. Notgedrungen willigt er ein, obwohl er sich lieber dem faszinierenden Bann entziehen würde, den Melody über ihn geworfen hat. Auch Shane ist begeistert von ihr. Allerdings hätte Logan gern jemanden Solides als Mutter für den Jungen und als Ehefrau an seiner Seite – wie Tiffany Peabody, deren Vater der Sender gehört. Auch sie hat sogleich ein Auge auf Logan geworfen und möchte ihn schnellstmöglich vor den Traualtar schleppen. Der Ärger folgt auf den Fuß. Logan kann nicht von Melody lassen, diese wiederum hat sich in ihn verliebt, aber Tiffany scheint, die besseren Karten zu haben, denn nicht nur könnte sie die Karriere der beiden jederzeit ruinieren, sie ist auch skrupellos genug, es zu versuchen, als die Dinge nicht ganz so laufen, wie sie es will …

„Hexen mögens heiß“ erscheint unter dem Romantic Mystery-Label von LYX, doch schon nach wenigen Seiten wird dem Leser klar, dass dies zwar ein romantisch-erotischer Liebesroman, aber von der versprochenen Mystery nicht einmal ein Hauch zu bemerken ist. Der Titel, Salem als Setting und ein paar unglückliche Zufälle machen noch keinen phantastischen Roman aus einem Buch, das tatsächlich in die Allgemeine Reihe gehört. Man fühlt sich bei der Lektüre unwillkürlich an eine typisch amerikanischen Filmkomödie im Stil von „Eine zu viel im Bett“ erinnert, nur dass man Doris Day durch „Elvira“ ersetzte und Dolly Buster das Drehbuch modernisieren ließ. In Folge besteht die Handlung ausschließlich aus einem Hin und Her der Protagonisten, die sich zueinander hingezogen fühlen, aber im entscheidenden Moment immer gestört oder durch Missverständnisse entzweit werden. Zudem intrigiert eine gemeine Rivalin und sorgt vor allem in der zweiten Hälfte des Buchs für etwas mehr Wirbel.

Im Vordergrund stehen jedoch die humorigen und romantisch-erotischen Beschreibungen, die sich gezielt an Leserinnen ab 16 Jahre wenden, die sich nicht unbedingt etwas aus den phantastischen Genres machen, sondern in erster Linie eine unkomplizierte, vergnügliche, knisternde Love-Story um sympathische, attraktive Charaktere lesen wollen. Dieser Gruppe kann man „Hexen mögens heiß“ sehr empfehlen, denn der Roman ist flüssig erzählt und bietet alles, was man von einem zeitgenössischen, spritzigen Liebesroman erwartet. Diejenigen, die Wert auf eine spannende Handlung mit Fantasy- oder Mystery-Elementen legen, sind mit anderen Titeln besser beraten. Zwei weitere Bände sind in Vorbereitung – vielleicht geht es in diesen phantastischer zu.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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