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Blue Sheep Dream 2

Erstellt von Werner Karl am 2. September 2010

Makoto Tateno
Blue Sheep Dream 2

(sfbentry)
Aoi Hitsuji no yume Vol. 2, Japan, 2008
EMA, Köln, 12/2009
TB, Manga, Boys Love, SF, Cyberpunk, Action
ISBN 978-3-7704-7128-7
Aus dem Japanischen von Costa Caspary
Leseempfehlung: Ab 16 Jahre!

www.manganet.de
http://makoto-egg.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Kai findet heraus, dass seine Geliebte Maria, deren Tod er eigentlich an Ratri, dem gut aussehenden Gangster, hatte rächen wollte, noch lebt und sogar Ratris Zwillingsschwester ist. Die Geschwister haben einst gemeinsam für dieselbe Organisation gekämpft. Doch Maria, deren richtiger Name Cold Blood Bihan ist, wechselte eines Tages die Seiten. Nun bekämpfen sich beide bis aufs Blut. Kai, der wegen seinen starken Gefühlen zu Ratri bei Saruto geblieben ist, wird nun von den Kollegen wegen seines Beinahe-Verrats herum geschubst. Kai möchte in Ratris Leben eine bedeutende Rolle übernehmen und tut alles, um sein Ziel zu erreichen.

Nachdem der Boss von Saruto gestorben ist, stehen zwei von den vier Heiligen als Nachfolger in der engeren Auswahl, und zwar Ratri und Narada. Beide haben ihre Vorzüge. Narada ist der einzige Sohn des verstorbenen Bosses, hat somit die entsprechende Ausbildung erhalten, und Ratri ist der stärkste Mann im Konzern. Beide verstehen sich ausgezeichnet, da sie sich schon seit jungen Jahren kennen. Doch plötzlich werden immer wieder Anschläge auf die Kandidaten verübt. Kai bittet Ratri darum, bei Narada eine Zeit lang trainieren zu dürfen, um stärker zu werden. Schon bald findet Narada selber Gefallen an Kai und macht sich an ihn heran. Ratri bekommt nur Kais offenes Hemd zu Gesicht – und wird eifersüchtig. Kai kann wieder hoffen …

Im zweiten Band von „Blue Sheep Dream“ wirkt Kai zwar ein bisschen masochistisch und jämmerlich, was aber irgendwie schon wieder ‚geil’ ist. Seine Gefühle für Ratri sind so stark, dass es ihm egal ist, wie dieser ihn behandelt. Hauptsache, er ist in seiner Nähe. Die Handlung ist zwar immer noch actionreich, geht aber diesmal mehr auf die Gefühlsebene ein. Zudem denkt der Protagonist viel über Falsch und Richtig nach, da er beide Geschwister liebt. Trotzdem entwickelt er sich weiter und wird in manchen Momenten sehr selbstbewusst.

Die Männer wirken anhand der Zeichnungen sehr männlich, selbst wenn manche lange Haare haben. Mit einer Ausnahme: Kai. Er wirkt sehr feminin, da er die meiste Zeit Figur betonende Hemden trägt und einen weinerlichen Blick hat. Deswegen ist man jedes Mal von seiner Stärke überrascht, wenn er Muskel bepackte Bodyguards der Gegner in ihre Schranken weist. Die Kulissen bestehen aus heruntergekommen Hinterhöfen, Hochhäusern oder Hochsicherheitseinrichtungen. Dadurch wirkt die Atmosphäre sehr cool und futuristisch und lässt die Charaktere noch gefährlicher und krimineller erscheinen.

„Blue Sheep Dream“ ist ein spannender und homoerotischer SF-Manga mit Krimi-Elementen für Erwachsene, insbesondere für BL-Fans ab 16 Jahre.

Copyright © 2010 by Rowena Weddehage (RW)

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Black Bird 3

Erstellt von Werner Karl am 2. September 2010

Kanoko Sakurakouji
Black Bird 3

(sfbentry)
Japan, 2007
EMA. Köln, 1/2010
TB, Manga, Fantasy, Romance
ISBN 978-3-7704-7182-9
Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler
Leseempfehlung: Ab 16 Jahre!

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http://sakurakoujien.lolipop.jp/

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Die Schülerin Misao Harada ist 16 Jahre alt und bis über beide Ohren verliebt. Allerdings ist der Mann ihrer Träume kein normaler Mensch sondern ein Tengu. Auch Misao ist etwas Besonderes: Wer sie zur Frau nimmt, bringt seinem Clan großes Glück; wer ihr Blut trinkt oder sie gar auffrisst, gewinnt an Macht. Aus diesem Grund ist sich das Mädchen Kyou Usuis Liebe auch nicht völlig sicher. Zwar beteuert er stets die Aufrichtigkeit seiner Gefühle und rettet sie regelmäßig vor gefährlichen und skrupellosen Konkurrenten, wobei er sein eigenes Leben riskiert, doch würde er letztlich selber von dieser Beziehung profitieren.

Zu gern wüsste Misao, was auf sie zukommt, wenn sie Kyous Frau wird. Näheres ist im Buch ‚Senkaroku‘ niedergeschrieben, das sich gegenwärtig im Besitz des Kitsune-Clans befindet. Shuuhei Kuzunoha lädt Misao ein, ihn zu besuchen und mehr über ihr Schicksal zu erfahren. Da er sich Kyou geschlagen gegeben hat und behauptet, sie nicht mehr anrühren zu wollen, sucht Misao die genannte Adresse auf – und tappt prompt in eine gemeine Falle. Allerdings ist Shuuhei nicht der Einzige, der Kyou und Misao trennen und einen Vorteil erringen will, und so folgt nur wenig später der nächste heimtückische Angriff, der diesmal gegen den Tengu gerichtet ist …

„Black Bird 3“ knüpft nahtlos an den vorherigen Band an und bringt einige Charaktere aus dem ersten Teil ins Spiel, die im zweiten Tankobon zugunsten anderer Handlungsträger zurücktreten mussten. Trotzdem kann man auch noch mit dieser Nummer in die laufende Handlung einsteigen, wenngleich die Lektüre sehr viel mehr Spaß macht, wenn man mit dem Hintergrund und den Figuren vertraut ist. Inzwischen kennt man das Muster: Kaum konnte ein Konflikt bereinigt werden, müssen sich Misao und Kyou dem nächsten Angreifer stellen oder ein Mittel finden, wie sie sich aus einer heimtückischen Falle befreien können. Stets ist es Misao, die durch ihre Zweifel einen Fehler begeht und sich jenen ausliefert, die es weder mit ihr noch mir Kyou gut meinen. Der Tengu und seine Freunde sind es, die dann die Rettung bringen müssen und dabei mitunter auch die eine oder andere Feder lassen. In größter Gefahr zeigt sich, was Misao und Kyou füreinander empfinden.

Jeder ist bereit, alles für den anderen zu geben, und selbst alle Zweifel weichen für einen Moment von Misao. Viele Probleme zwischen den beiden sind hausgemacht, da keiner über seine Bedenken spricht oder sein Wissen teilt. Allerdings hätten ohne dieses Hin und Her die Feinde kaum eine Chance, einen Keil zwischen das Paar zu treiben, und natürlich wären sie längst über heiße Küsse hinaus – und was bliebe dann noch zu erzählen?

In Folge ist die Story spannend, sie wartet mit immer neuen Gegnern und Intrigen auf, es wechseln sich wenige humorige Szenen mit einigen erotischen Einlagen ab, die jedoch nicht zu weit führen. Das alles wird in ansprechenden Bildern dargestellt: Die Protagonisten sind jung und sehen gut aus, die Panels sind personenbezogen und weisen nur sparsame Hintergründe auf. Stilistisch lässt sich der Titel vergleichen mit z. B. Miwa Uedas „Peach Girl“ oder Ayane Ukyous „Desire @ Max“, inhaltlich tendiert er zu Reihen wie „Ghost Hunt“ und „Yami no Matsuei“. „Black Bird“ erscheint unter dem Adult Label von EMA, was diesmal gerechtfertigt ist, denn gegen Ende ereignen sich grausame Dinge, auf die die Mangaka sicher hätte verzichten können. Allerdings gibt es nichts zu sehen, was Leserinnen ab 15 Jahren, die romantische Fantasy schätzen, nicht verkraften würden. Wer den Mix aus Schüler-Milieu, japanischen Mythen, Spannung und Erotik schätzt, wird von dieser hübsch gezeichneten Serie nicht enttäuscht.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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An deiner Seite

Erstellt von Werner Karl am 1. September 2010

Ema Toyama
An deiner Seite 3

(sfbentry)
Koko ni iru yo Vol. 3, Japan, 2008
EMA, Köln, 05/2010
TB, Manga, Romance, Drama
ISBN 978-3-7704-7117-1
Aus dem Japanischen von Claudia Peter

www.manganet.de
http://emaema.sakura.ne.jp/

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Hikage Sumino leidet unter ihrer Schüchternheit. Immer wird sie von allen übersehen und schafft es auch nicht, auf sich aufmerksam zu machen und Freundschaften zu knüpfen. Schließlich findet sie über das Internet zwei Freunde: Mega Pig und Kuro Usagi. Wann immer Hikage traurig ist und in ihrem Blog davon erzählt, wird sie getröstet und aufgefordert, aus sich herauszugehen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Tatsächlich gelingt es ihr nach und nach, ihre Klassenkameraden anzusprechen und sich auch gegen einige eifersüchtige Mitschülerinnen zu behaupten, die sie bedrohen, als deutlich wird, dass sich die beiden beliebtesten Jungen der Schule, Hinata und Teru, für Hikage interessieren. Während Teru eher ruppig ist, ist Hinata überaus freundlich und verständnisvoll – und Hikage verliebt sich in ihn.

Endlich scheint sich das persönliche Drama des Mädchens zum Besseren zu wenden, aber dann ereignet sich wieder etwas Betrübliches: Kuro Usagi verabschiedet sich aus dem Blog, und Hinata ist sogar froh darüber. Hikage ist unglücklich und verwirrt. Was weiß Hinata über Kuro Usagi? Oder ist er gar selber der freundliche Ratgeber? Hat er alles, was er sagte, ernst gemeint oder sich in Wirklichkeit über sie lustig gemacht? Betrachtet man das Cover des Manga, auf dem die puppenhaft-niedlichen Hauptfiguren zu sehen sind und das repräsentativ für die Zeichnungen im Innenteil ist, wird man eine kindliche Handlung mit wenigen Komplikationen und einem schnellen Happy-End erwarten. Aber weit gefehlt! Man wird positiv überrascht, weil die Geschichte doch tiefer geht, realistische Probleme anspricht und sogar noch eine überraschende Wende bringt, obwohl das Glück für Hikage schon zum Greifen nahe war.

Die Protagonistin ist still, schüchtern und unauffällig. Zwischen ihren lauten, extrovertierten Mitschülern geht sie unter. Erst Hinata und Teru erkennen, wie einsam das Mädchen ist, gehen auf sie zu und unterstützen sie. Auch als die neidischen Hinata-Fans Hikage massiv mobben, bleiben sie an ihrer Seite, und Dank dieses Rückhalts schafft sie es, für sich selber einzutreten. In der Realität ist es leider nicht so einfach. Wer ruhig und schüchtern ist, kann sich in unserer Ellbogengesellschaft kaum durchsetzen. Jeder ist mir sich selbst beschäftigt und interessiert sich kaum für die Probleme anderer bzw. ignoriert diese, um Ärger für sich zu vermeiden. Selbst wenn man endlich Anschluss findet, braucht nur ein Neider zu kommen, und schon ist man wieder allein, da die so genannten Freunde feige den Mund halten und sich zurückziehen.

Wer das erlebt hat, versteht Hikages Nöte und kann sich mit ihr identifizieren – aber er weiß auch, dass er nicht auf das Auftauchen von ‚Hinata und Teru‘ oder ‚Kuro Usagi und Mega Pig‘ hoffen darf, dass er sich selber bemühen muss, will er seine Situation ändern. Die Mangaka will kein Allheilmittel nennen, das vermag sie auch nicht; sie kann nur ermutigen, es immer wieder und wieder zu versuchen und auf kleinen Erfolgen aufzubauen. Das ernste Thema ist in eine gefällige Geschichte eingepackt. Obwohl Hikage den ersten Schritt bewältigte und sich seither weiter um Integration bemüht, gehen ihre Sorgen weiter. Nun wird konkret eine Liebesgeschichte, vielleicht sogar eine Dreiecksbeziehung daraus, denn sie macht eine überraschende Entdeckung. Nach diesem Cliffhanger darf man gespannt sein, was als nächstes passiert.

„An deiner Seite“ ist einerseits ein wirklich niedlicher Manga, der auch für jüngere Leserinnen interessant ist, zumal die Beziehungen der Protagonisten altersgerecht und ‚clean‘ geschildert werden, doch auf der anderen Seite werden gängige Probleme – Einsamkeit/Isolation, Mobbing, Freundschaft – ernst genommen und nachvollziehbar in eine unterhaltsame Geschichte voller Überraschungen eingebunden. Die Charaktere sind sympathisch und erfüllen ihre Rollen, und auch die Zeichnungen sind gefällig. Hat man Spaß an Reihen wie „Between the Worlds“, „Lebe deine Liebe“ oder „Nagatacho Strawberry“, kommt man inhaltlich und stilistisch ganz auf seine Kosten.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Lovey Dovey 3

Erstellt von Werner Karl am 28. Juli 2010

Aya Oda
Lovey Dovey 3

(sfbentry)
Japan, 2007
EMA, Köln, 04/2010
TB, Manga, Romance
ISBN 978-3-7704-7190-4
Aus dem Japanischen von Costa Caspary

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http://oda-aya.com/

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An der Kirisaki-Schule sind romantische Beziehungen zwischen den Schülern aufs Strengste verboten. Dennoch finden Verliebte immer eine Möglichkeit, sich heimlich zu treffen. Auch Saika und Shin sind ein Paar, doch mittlerweile ahnen einige etwas, darunter auch Sakura, der neue Vorsitzende der Schüleraufsicht, der die Einhaltung der Regeln überwacht.  Zu einem echten Problem für die beiden wird er, als er begreift, dass er sich, ohne es zu wollen, in Saika verliebt hat. Diese hat jedoch noch ganz andere Sorgen, als ihn von der richtigen Fährte abzubringen, denn die sehr persönliche Art, wie Shin seine Kumpel Tetsu und vor allem Jun behandelt, die ausgerechnet am Neujahrsfest die traute Zweisamkeit stören, weckt ihre Eifersucht. Aber noch schlimmer sind die Mädchen, die es auf Shin abgesehen haben.

Weil Saika jedoch nicht zugeben will, wie sie empfindet, beschließt Shin, sie nicht mehr anzurühren. Das ist aber alles nichts gegen die Intrigen des Direktors, der ausgerechnet Shins verhasster Schwager ist. Durch einen Wettkampf soll entschieden werden, ob Shin zurück in seine alte Klasse muss oder bleiben darf. Selbst ein Sieg würde ihm eine Niederlage bescheren, denn mit diesem ist eine Liebeserklärung verbunden, durch die Seika gezwungen wäre, die Schule zu verlassen …

Inzwischen ist auch in Deutschland das Angebot an romantischen Shojo-Mangas sehr abwechslungsreich, und für jedes Alter und jeden Geschmack ist etwas dabei. Man findet praktisch alles, angefangen bei First Love-Szenarien, deren Höhepunkt ein scheuer Kuss ist, bis hin zu erotischen Geschichten, die kaum ein Detail auslassen. Die Handlung kann witzig und abgedreht, realistisch und feinfühlig oder ‚PWP‟ (Plot, what plot?) sein. „Lovey Dovey“ wendet sich an Leserinnen, die den niedlich-harmlosen Titeln langsam entwachsen, denen Josei-Mangas aber noch zu deftig sind. Shin und Saika kommen zwar zur Sache, man weiß, was passiert, aber die Anzahl dieser Momente hält sich in Grenzen, und vieles bleibt der Phantasie überlassen. Die Love-Story ist in eine School-Comedy eingebettet, die hin und wieder Gefahr läuft, zu albern zu werden.

Gerade solch hanebüchene Streitigkeiten zwischen einem Erwachsenen und einem Jugendlichen – dem Direktor und einem seiner Schüler, die pikanterweise verwandt sind, und ihren Privatkrieg durch einen kruden Wettstreit austragen wollen – findet wahrscheinlich nur ein jüngeres Publikum lustig, während reifere Leserinnen einmal mehr den Kopf über den japanischen Humor schütteln werden. Solche Auswüchse sind allerdings Gang und Gäbe in diesem und auch in anderen Genres. Der Band endet mit einem Cliffhanger, der offen lässt, ob Shin und Saika einen Weg finden, um den Direktor, der sich unfairer Mittel bedient, auszutricksen. Die anderen Konflikte verlieren angesichts dieses Höhepunkts an Farbe, da manche Möglichkeiten ungenutzt bleiben und die Ärgernisse vergleichsweise schnell geklärt sind.

Der ursprünglichen und den ein, zwei neuen Dreiecksbeziehungen wird nur wenig Platz eingeräumt, und der vage Yaoi-Support muss selbst von jenen mit der Lupe gesucht werden, die ihn mit Leichtigkeit in einem Manga wittern. Die Illustrationen sind ganz nett, aber nichts Außergewöhnliches. Sie sprechen jene an, die große Augen, Kindchenschema und niedliche Kleidung mögen, dabei auch superdeformierte Abbildungen nicht übel nehmen. „Lovey Dovey“ ist kein Manga, den man unbedingt in der Sammlung haben muss, denn er bietet an sich nichts Neues. Es gibt Titel, die witziger oder nachvollziehbarer erzählt und hübscher gezeichnet sind. Man sollte ein wenig in den Tankobons blättern, um feststellen zu können, ob Inhalt und Stil gefallen. Mag man z. B. „Hot Roomers“, „Chu Chu Chu“ oder „Ai Ore!“, dann könnte auch „Lovey Dovey“ den Nerv treffen.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Vagabond 21

Erstellt von Werner Karl am 27. Juli 2010

Inoue Takehiko
Vagabond 21

(sfbentry)
Bagabondo 21, Japan, 2006
EMA, Köln, 05/2006
TB, Manga, History/Samurai, Action, Philosophie, Drama, Fantasy
ISBN 978-3-7704-6096-0
Aus dem Japanischen von Holger Hermann Haupt

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www.itplanning.co.jp

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Mit Band 21 wendet sich die Serie wieder Musashis Werdegang zu und lässt das weitere Schicksal von Kojiro vorerst offen. Vor einem Jahr hatte sich Miyamato Musashi mit Denshichiro Yoshioka zum Duell verabredet. Noch zehn Tage, dann sollen sie aufeinander treffen. Beide Männer haben sich in der Zwischenzeit sehr verändert: Mushashi hadert noch mit seinen Begegnungen mit den alten Schwertmeistern; er weiß nicht, welche Erkenntnis er daraus ziehen soll und hat sich noch immer nicht vollständig vom alles überragenden Schatten seines Vaters gelöst.

Trotzdem ist er gewachsen, er spürt, dass er in dieser Spirale der Gewalt fehl am Platze ist, doch noch verharrt er still und auch trotzig in ihr. Alles, worauf er sich konzentrieren will, ist, sich jeder Bewegung seines Gegners anzupassen, sie selbst im Dunkeln und mit geschlossenen Augen noch zu erspüren. Denshichiro hingegen hat erkannt, dass er sich demütig dem Können seines älteren Bruders unterwerfen muss, um wirklich zu einem Meister heranzureifen. Doch es fällt ihm schwer, denn sein Bruder Seijuro ist so viel zarter, kleiner und dennoch viel besser als er selbst. Am Neujahrestag wartet Denshichiro also auf Seijuro, um die letzte Gelegenheit, sich auf den Kampf gegen Musashi vorzubereiten, nicht zu versäumen. Der aber ist zu Musashi geschlichen und beginnt mit ihm einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod …

Das erste Drittel des Buches ist recht verwirrend, weil viel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerungen und gegenwärtigem Geschehen, sämtliche Charaktere betreffend, hin und her gesprungen wird. Dann aber wird man wieder von Musashi und seinem Ringen mit sich selbst in den Bann gezogen. Denshichiro ist ein interessanter Charakter, der hoffentlich noch etwas länger dabei bleiben darf – das Ende ist also einmal mehr offen. Bewundernswert, dass der Autor alle lose Fäden, die er jetzt bereits gesponnen hat, noch im Griff behält und es immer schafft, die Spannung weiter zu steigern.

Copyright © 2010 by Alexandra Balzer (alea)

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Magister Negi Magi Neo 6

Erstellt von Werner Karl am 26. Juli 2010

Takuja Fujima & Ken Akamatsu
Magister Negi Magi Neo 6

(sfbentry)
Japan, 2008
EMA, Köln, 04/2010
TB, Manga, Fantasy, Comedy
ISBN 978-3-7704-7233-8
Aus dem Japanischen von Antje Bockel

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www.ailove.net/
www.negima.ne.jp/
www.tv-tokyo.co.jp/anime/negima/
www.konami.jp/negima/
www.starchild.co.jp/special/negima-drama/index.html
http://negima.kc.kodansha.co.jp/alaalba/index.html
http://negima.kc.kodansha.co.jp/index.html

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Der kleine Magier Negi Springfield träumt davon, eines Tages genau so ein berühmter Zauberer zu werden wie sein Vater, der Tausendmagier. Dieser zieht durch die Welt, um Menschen in Not zu helfen. Zur Magierausbildung gehört auch, dass man sich unerkannt in der Menschenwelt aufhält und einen Beruf ausübt. Negi ist deswegen Lehrer an einem Mädcheninternat, an dem sich ausgerechnet Evangeline befindet. Diese wurde vor fünfzehn Jahren von Negis Vater dazu verdammt, solange ihr Dasein als Schülerin zu fristen, bis sie im Licht lebt, sprich: ihr böses Ich ablegt.

Während des Trainings mit der Vampirin und mächtigen Zauberin Evangeline, Negis Meisterin in Zauberei, versucht Negi, mehr über seinen Vater zu erfahren. Da Evangeline die Einzige in seinem Umfeld ist, die ihn kennt, spricht er sie darauf an. Sie willigt ein, klärt ihn aber darüber auf, dass sein Vater nicht ganz so war, wie alle erzählen. Da sie reden zu lästig findet, beschwört sie einen Zauber, der es den beiden ermöglicht, in ihre Erinnerungen zurück zu reisen. „Magister Negi Magi Neo“ ist eine Neufassung von „Magister Negi Magi“ von Takuja Fujima und Ken Akamatsu.

Letzterer ist der Schöpfer und Autor dieser Serien. Die Geschichte hat sozusagen einen neuen Anstrich bekommen. Die Zeichnungen der Charaktere sowie der Kostüme sind schöner als in der Original-Reihe, mit mehr Grauabstufungen. Selbst das Cover ist bunter im Vergleich zum vorher eher weißen Cover. Fans von dem kleinen Zauberer Negi können sich jedoch unbesorgt auch diese Auflage kaufen, da die Geschichten einen anderen Verlauf nehmen. Lediglich die Rahmenbedingungen sind geblieben. Natürlich gibt es hier und da auch mal einige Überschneidungen, aber im Großen und Ganzen ist alles sehr frisch und neu. Das Manga hat keine Altersbeschränkung, jedoch wird viel nackte Haut (Panty-Shots) gezeigt.

Somit muss hier die Entscheidung bei den Eltern liegen, ob das jeweilige Kind reif genug für diesen Titel ist. Die Richtung geht eher ins Erotische, was jedoch lustig herüber kommt, da die Asiaten eine andere Art von Humor haben. Somit ist Magister Negi Magi Neo für Teenager, junge und ältere Erwachsene eine lustige Geschichte mit vielen verschiedenen Charakteren. Gewiss wird jeder Leser eine Person finden, mit der er oder sie sich identifizieren kann.

Copyright © 2010 by Rowena Weddehage (RW)

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Blue Sheep Dream 1

Erstellt von Werner Karl am 24. Juli 2010

Makoto Tateno
Blue Sheep Dream 1

(sfbentry)
Aoi Hitsuji no yume Vol. 1, Japan, 2006
EMA, Köln, 10/2009
TB, Manga, Boys Love, SF, Cyberpunk, Action
ISBN 978-3-7704-7127-0
Aus dem Japanischen von Costa Caspary

www.manganet.de
www.netlaputa.ne.jp/~tenhou/

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Um den Tod seiner ehemaligen Geliebten Maria zu rächen, folgt der junge Japaner Kai den Spuren in eine Stadt namens Sunrise. Die Metropole selbst ist jedoch finsterer, als der Name vermuten lässt. Zwei sich konkurrierende Konzerne, Saruto und Maina, haben die Stadt unter sich aufgeteilt. Weder die Polizei noch die Regierung kommt gegen deren Machenschaften an. Aus diesem Grund muss sich jeder, der dort lebt, für eine Seite entscheiden. Aufgrund seiner Rachegelüste landet Kai bei Saruto, da dort auch Ratri Vara, der Mann, der höchstwahrscheinlich Maria ermordete, eine leitende Position innehat. Kai versucht, näher an Ratri heranzukommen, um dessen Ring inspizieren zu können, der genauso aussieht, wie der von Maria. Beide Schmuckstücke haben einen Stein, der dem Auge eines Schafes ähnelt. Ist es derselbe Ring, hat Kai den Mörder gefunden.

Nachdem Kai seine Stärke unter Beweis gestellt hat, wird er der Bodyguard von Ratri und erhält ein zusätzliches Training. Von einem Freund erfährt Kai, dass Ratri schwul ist und will dies ausnutzen, um die gewünschten Informationen von ihm zu erhalten. Er hat Erfolg … Nachdem Ratri eingeschlafen ist, möchte sich Kai den Ring genauer ansehen. Ratri wacht verwirrt auf und fragt ihn nach seinen Beweggründen. Vor lauter Panik greift Kai nach Ratris Hals, um ihm im Notfall zu erwürgen, und erzählt ihm die Wahrheit. Durch eine List gelingt es Ratri, wieder die Oberhand zu gewinnen, und er zeigt Kai freiwillig seinen Ring. Dieser sieht aus wie das Auge eines lachenden Schafes, aber es ist nicht Marias Schmuckstück. Kai merkt, dass er einen Fehler gemacht hat und Ratri von ihm enttäuscht ist. Normalerweise könnte Kai jetzt nach Hause gehen, weil er seine Information bekommen hat, aber Schuldgefühle und Emotionen, die er selber nicht genau deuten kann, veranlassen ihn zu bleiben.

Makoto Tateno wurde in Toyama geboren. Später zog sie nach Tokio. Sie machte ihren Abschluss an der Oberschule Toyama-Nord. Zu Anfang war sie Assistentin anderer Zeichner. Ihr erster eigener Manga, „Yurarete Tamago Boys“, wurde 1986 im Magazin „Hana to Yume“ veröffentlicht. Andere Werke von ihr wie „Cute x Guy“ und „Yellow“ sind auch in Deutschland erschienen, gefolgt von „Martini for Two“, „Hero Heel“ und „Hate to Love You“ im Jahr 2008. Der Manga „Blue Sheep Dream“ ist eine Geschichte über verwirrte Gefühle, Kriminalität und Korruption. Die Story ist sehr gut dargestellt, da hier die Protagonisten zwar schwul sind, jedoch männlicher wirken als manche heterosexuellen Männer.

Trotz aller Härte und eiskalter Morde lässt die Autorin die Figuren auch weichere Gefühle haben, ohne dass es lächerlich oder übertrieben wirkt, z. B. als Ratri merkt, dass Kai nur mit ihm schläft, um den Mörder von Maria zu entlarven. In diesem Moment sieht man dem Charakter Angst, Trauer und Enttäuschung an, da Ratri trotz seiner Agenda wie alle Menschen einfach nur geliebt werden will.

Natürlich ist dies ein Manga speziell für Boys Love-Fans – mit attraktiven homosexuellen Männern, wie man schon am Cover sieht. Jedoch wird mehr gekämpft, als miteinander geschlafen, so dass man den Band auch als heterosexueller SF-Leser, der sich aus BL wenig macht, gut lesen kann. Es ist viel Action enthalten, und oft fließt Blut. Wer also nicht nur Homoerotik sondern auch Spannung will, sollte bei diesem Titel zugreifen.

Copyright © 2010 by Rowena Weddehage (RW)

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Biomega 6

Erstellt von Werner Karl am 23. Juli 2010

Tsutomu Nihei
Biomega 6

(sfbentry)
Japan, 2004
EMA, Köln, 04/2010
TB, Manga, SF, Horror
ISBN 978-3-7704-7219-2
Aus dem Japanischen von Costa Caspary

www.manganet.de
www.aposimz.com/index2.shtml

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Tsutomu Nihei betrachtet die Serie „Biomega“ als Vorgeschichte zu seiner preisgekrönten Endzeitsaga „Blame!“, in der sich die letzten Überlebenden der Menschheit durch eine düstere Welt voller fast leerer und heruntergekommener Megastädte bewegen. Der sechste Band schließt nun den Kreis und die Geschichte ab, die mit einer Marsmission, einer geheimnisvollen Fremden, die in der dünnen Atmosphäre des roten Planeten leben kann, und einem gefährlichen Virus, der die DNA der Menschen überschrieb und sie in gefühllose Drohnen verwandelte, zusammenhängt.

Im Auftrag von Toha Industries versucht der Cyborg Kanoe Zoichi zu ergründen, was in der abgelegenen Forschungsstation der ‚Data Recovery Foundation„ (kurz: DRF) eigentlich vor sich geht. Er kann allerdings nicht verhindern, dass die Oberherrin der Organisation, eine gewisse Nyaldee, die Apokalypse auslöst und eine Symbiose mit dem riesigen außerirdischen Organismus des Wiederschöpfers eingeht. Nur ein geheimnisvolles Wesen namens Funipero kann sie nun noch davon abhalten, die Erde nach ihrem Willen zu gestalten. Und genau dieses ist inzwischen in Kanoes Obhut, was ihn zu einem allseits gejagten Mann macht …

Man merkt, dass der Autor die aus den letzten Bänden offenen Fragen beantworten und alle Handlungsfäden zusammenführen will. Allerdings kann man sich denken, dass das Ende nicht unbedingt glücklich sein wird, aber zumindest überraschen die Andeutungen schon von Anfang an, so dass das Finale zumindest versöhnlich sein könnte. Neben den üblichen Verfolgungsjagden und Kämpfen wirft Tsutomu Nihei in ruhigeren Szenen auch den einen oder anderen philosophischen Gedanken ein, der aber eher oberflächlich abgehandelt wird und gängige Klischees durchkaut. Alles in allem bietet er nichts Neues, nur den für Endzeit-Geschichten immer so typischen Mischmasch aus Horror und Science Fiction, pflanzenartiger Alientechnologie, künstlichem Leben und einer Erde vor dem Abgrund, weil einige skrupellose Wissenschaftler viel zu weit gegangen sind.

Damit wird „Biomega“ zwar ordentlich abgeschlossen, kommt aber aus dem Durchschnitt nicht heraus, da die Reihe letztendlich nicht mehr als eine klassische Endzeit-Saga ist, wie sie gerade in den 1990er Jahren sehr beliebt in Japan waren und anfangs auch massiv in deutschen Verlagen publiziert wurden.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Oh! My Goddess 2: Meine große Schwester

Erstellt von Werner Karl am 23. Juni 2010

oh-my-goddess-bd-02Kosuke Fujishima
Oh! My Goddess 2: Meine große Schwester

(sfbentry)
Ah! My Goddess Vol. 2, Japan, 1990
EMA, Köln, 9/1999
TB, Manga, Fantasy, Comedy, Romance
ISBN 978-3-89885-159-1
Aus dem Französischen von Fritz Walter

www.manganet.de
www.tbs.co.jp/megamisama/

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Der etwas trottelige Student Keiichi hat seit kurzem eine Freundin. Zusammen mit der hübschen Göttin Belldandy lebt er in einem aufgegebenen Tempel und versucht – bislang erfolglos -, ihr seine Gefühle zu gestehen. Parallel dazu muss er immer wieder die Annäherungsversuche von Sayoko abwehren. Könnte er dann einmal mit Belldandy allein sein, tauchen entweder seine Schwester Megumi oder die Kumpels vom Biker-Club auf, um Chaos zu verursachen. Diesmal wird Keiichi von Sayoko dafür bezahlt, dass er Modell steht – nackt. Natürlich ist ihm das überaus peinlich, und auch Belldandy ärgert sich mächtig über Sayokos Erpressungsversuch. Dann lässt sich der abgehalfterte Biker-Club mit anderen Motorrad-Fans auf eine Wette ein, die eigentlich nicht gewonnen werden kann. Verlieren sie, soll Belldandy das Maskottchen der Rivalen werden. Es kommt aber noch dicker: Urd, Belldandys ältere Schwester, nistet sich nun auch noch im Tempel ein und stört durch ihre wohlmeinenden, aber stets unglücklichen Aktionen die Zweisamkeit ihrer Gastgeber. So hat Belldandy immer alle Hände voll zu tun, um die Wogen zu glätten oder für ein Happy End zu sorgen.

Kosuke Fujishima holt sich kräftig Anleihen aus der nordischen Mythologie. Unschwer sind die die drei Nornen aus der „Edda“ zu erkennen: Urd (ab Bd. 2), Skuld (ab Bd. 5) und Werdandi, die hier zu Belldandy wird. Solche Motive wirken auf die japanischen Leser genauso exotisch wie auf den westlichen Manga-Fan historische und märchenhafte Themen aus Asien. Der Künstler verfremdet kräftig und bindet nur das, was ihm brauchbar erscheint, in einen zeitgenössischen Kontext ein. Keiichi ist der typische glücklose Student, der mehr schlecht als recht durchs Leben stolpert, bis ihn Belldandy an der Hand nimmt. Vor allem das männliche Publikum kann sich mit dem durchschnittlichen Protagonisten identifizieren und mit ihm von dem hübschen Mädchen träumen, das zwar an Keiichis Seite weilt, aber genauso gut meilenweit entfernt sein könnte, weil ihm der Mut fehlt, ihr zu sagen, was er für sie empfindet. Und rafft er sich tatsächlich einmal auf, verhindert ein Zwischenfall das Bekenntnis.

Belldandy wiederum ist ein wahrer Traum, vor allem nach japanischem Ideal. Sie ist klug, verständnisvoll, geduldig, hilfsbereit und weiß immer Rat. Wie eine Mutter umsorgt sie Keiichi und kümmert sich auch klaglos um seine anstrengenden Freunde. Wie eine Schwester geht sie mit ihm durch Dick und Dünn. Natürlich liebt sie ihn auch und wird irgendwann die Frau seines Lebens sein – aber bis es soweit ist, müssen noch viele Hürden genommen werden, denn das Katz’ und Maus-Spiel der beiden ist Dreh- und Angelpunkt der humorigen Handlung.

Diese wirkt ein wenig altmodisch und vergleichsweise harmlos, ebenso der Stil – tatsächlich ist der Manga von 1990. Man kann Vergleiche mit ähnlich aufgebauten Serien zulassen, die etwa zur selben Zeit entstanden: Rumiko Takahashis „Maison Ikkoku“, Hojo Tsukasas „City Hunter“, Yuu Watases „Shishunki Miman“ usw. Zeitgenössische Love-Stories sind um einiges frecher und direkter, z. B. „Faeries’ Landing“, „Midoris Days“, „Ultramaniac“. Wer lieber über geschickt inszenierte Situationskomik schmunzelt, statt über abgedrehte Scherze auf Holzhammer-Niveau laut zu lachen, ist mit den älteren Serien zweifellos besser beraten. Es fällt auf, dass „Oh! My Goddess“ gespiegelt wurde, damit das Buch in westlicher Leserichtung gedruckt werden konnte. Auch wurde die französische Lizenzausgabe übersetzt und nicht das japanische Original. Beides war damals gang und gäbe. Das mag den Puristen zwar nicht so recht behagen, aber das Lesevergnügen wird dadurch nicht gestört.

Die Serie, von der in Deutschland mittlerweile 35 Bände vorliegen, spricht ein All Age-Publikum und beide Geschlechter an. Man sollte humorige Romanzen mit Fantasy-Elementen und leicht angestaubtem Charme mögen, um gerade an den frühen Bänden Spaß zu haben.

Copyright © 2008 by Irene Salzmann (IS)

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I*O*N

Erstellt von Werner Karl am 22. Juni 2010

ionArina Tanemura
I*O*N

(sfbentry)
ION, Japan, 1997
EMA, Köln, 9/2003, 7. Auflage: 2008
TB, Manga, Fantasy, Romance
ISBN 978-3-89885-789-5
Aus dem Japanischen von Yuji Uematsu

www.manganet.de
http://rikukai.arina.lolipop.jp/

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Schulsprecher Koki Shiraishi ist schon lange in Ion Tsuburagi verliebt, wird aber immer wieder abgewiesen, denn Ion möchte mit einem Jungen zusammen sein, der für seinen großen Traum kämpft. Als sie Mikado Horai kennen lernt, der sich der Erforschung telekinetischer Phänomene verschrieben hat, ist sie davon überzeugt, dass er der Richtige ist. Sie unterstützt ihn nach besten Kräften, sehr zu Kokis Verdruss, der nicht müde wird, Mikado immer neue Steine in den Weg zu legen. In Mikados Labor kommt Ion in Berührung mit einem geheimnisvollen Stein – und plötzlich kann sie fliegen. Mit ihren neuen Kräften löscht sie ein Feuer und rettet die anderen Schüler vor einem Erdbeben. Mikado ist beeindruckt und möchte Ion zu seinem Forschungsobjekt machen. Sie willigt ein, obwohl es ihr lieber wäre, wenn er sich auch für sie interessieren würde, wenn sie dieses Talent nicht offenbart hätte.

Dann taucht unverhofft Ai Minase auf, Mikados Ex, die in der Zwischenzeit ihre parapsychischen Fähigkeiten weiter entwickelte und Ion herausfordert. Bei einem Wettstreit um Mikado versagen Ions Kräfte: Nicht nur wandte Ai einen gemeinen Trick an, Ion kann sich außerdem nur konzentrieren, wenn wirklich Gefahr droht und sie die einzelnen Buchstaben ihres Namens sagt. Hat sie Mikado nun verloren? Arina Tanemura ist vor allem durch ihre Serie „Kamikaze Kaito Jeanne“, die als Anime im TV lief, bekannt geworden. Seither sind von ihr weitere Manga-Reihen, daruner „Time Stranger Kyoko“, „Squib Feeling Blue“, „Full Moon Wo Sagashite“ etc., und zwei Artbooks erschienen. Auch in „I*O*N“ ist die Hauptfigur – wie so oft – ein Magical Girl, das über besondere Fähigkeiten verfügt und mit diesen anderen hilft.

Die Geschichte an sich ist nicht neu und in ähnlicher Form häufig erzählt worden: Eine Schülerin kommt dank ihrer speziellen Talente dem Jungen näher, in den sie sich verliebt hat. Bis sie mit ihm glücklich wird, müssen viele Missverständnisse geklärt und Rivalen ausgestochen werden. Immer wenn man denkt, nun haben die beiden es geschafft, passiert erneut Unvorhergesehenes. Dabei sind die Aktionen und Intrigen keineswegs spektakulär sondern naiv-harmlos und gewaltfrei. Die Fantasy-Elemente peppen eine typische First Love-Story auf, wie sie vor allem Leserinnen ab 10 Jahren gefällt.

Die Illustrationen erfüllen die Erwartungen, die die Zielgruppe an einen Magical Girl-Manga richtet: junge, niedliche Protagonisten mit riesigen Augen und wehendem Haar, die adrette Schuluniformen und schwingende Röckchen tragen, werden in Szene gesetzt. Wer die anderen Titel der Künstlerin kennt, weiß, was ihn erwartet. „I*O*N“ spricht junge Mädchen an, die Spaß an humorig-romantischen Serien wie „Card Captor Sakura“, „Shao die Mondfee“, „Faeries’ Landing“ usw. haben.

Copyright © 2008 by Irene Salzmann (IS)

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