Buchrezicenter.de

neuauflage

Franka 20 – Die weiße Göttin

Erstellt von Werner Karl am 24. Mai 2011

Henk Kuijpers
Die weiße Göttin
Franka 20

(sfbentry)
De wiite godin, Niederlande, 2009
EPSILON Verlag, Pinneberg, 1. Auflage: 12/2009
SC-Album, Comic, Krimi, Funny, Drama
ISBN 978-3-86693-041-4
Aus dem Holländischen von N. N.
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers, Farben von Studio Leonardo

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Eigentlich klang der Auftrag gar nicht übel: Auf Kosten ihrer Freundin Laura Lava sollte Franka sich einige schöne Tage in der Türkei machen und „das Schwert von Iskander“ (Bd. 19) beschaffen, eine wertvolle Antiquität, mit der die Designerin der Einrichtung der Yacht des Milliardärs Alexander Karat den letzten Pfiff verleihen will. Aber stattdessen geht alles schief. Diejenigen, die mit dem Job zu tun haben, sterben – und auch Frankas Freund Rix, der ihr folgte, wird ermordet.

Laura, die ihrer Freundin in dieser schweren Zeit beistehen möchte, ahnt nicht, dass Alexander, mit dem sie bereits Heiratspläne schmiedet, seine Hände im Spiel hat und eine Killerin auf Franka, die herausfinden will, warum Rix sterben musste, ansetzt. Tatsächlich ist Franka Alexander bereits auf den Fersen – aber kann sie auch die Mörderin, die ihr Vertrauen zu erschleichen versucht, austricksen? Nahtlos knüpft „Franka 20 – Die weiße Göttin“ an den vorherigen Band, „Das Schwert von Iskander“, an, führt die Handlung jedoch nicht zu Ende. Die letzten Antworten wird vielleicht Bd. 21, „Die silberne Flamme“, geben.

Frankas Traum von der großen Liebe und einer glücklichen Zukunft ist wie eine Seifenblase geplatzt, denn Rix wurde auf brutale Weise ermordet. Obwohl zum Schluss gewisse Differenzen einen Schatten auf ihre Beziehung geworfen hatten, trauert Franka aufrichtig und will wissen, wer dahinter steckt und warum. Geht es wirklich nur um eine wertvolle Antiquität? Nach einer kurzen Auszeit im Haus ihrer Familie beginnt Franka zu recherchieren und stößt auf erste Hinweise. Wie soll sie Laura erklären, dass der Mann, den sie heiraten möchte, ein Verbrecher ist? Je mehr Franka herausfindet, umso gefährlicher wird es für sie selbst, denn Alexander heuert eine Killerin an. Man nimmt nichts vorweg, wenn man verrät, dass Franka ihrem Schicksal entgeht – entscheidend ist das Wie -, schließlich steht noch ein Band aus.

Wieder sind die aufwändigen Zeichnungen von Henk Kuijpers, die mit der Story Hand in Hand gehen, eine wahre Augenweide, vor allem die Hintergründe: exotische Landschaften und das Meer, präzise gezeichnete Gebäude, Wohnungseinrichtungen und Fahrzeuge. All das wirkt sehr realistisch, während die Figuren comichaft anmuten. Man muss nicht die ganze Serie kennen, um sich in „Franka 20“ zurechtzufinden. Zwar gibt es immer wieder Anspielungen auf vergangene Abenteuer, und auch Charaktere aus diesen haben kleine und große Auftritte, aber sie sind dezent und sinnvoll eingebunden, so dass ein Quereinsteiger nicht verwirrt wird und treue Leser einen kleinen Aha-Effekt erleben.

Allein Bd. 19 sollte man für das bessere Verständnis gelesen haben, da die Geschehnisse aufeinander aufbauen – und das Finale wird man gewiss auch nicht verpassen wollen. Die Trilogie ist spannend, wartet mit vielen Überraschungen und detailreichen Zeichnungen auf, die man gern länger betrachtet. Mag man pfiffige Krimis, sollte man „Franka“ eine Chance geben.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga | 4 Kommentare »

Die Augen des Rudergängers

Erstellt von Werner Karl am 18. Januar 2011

Henk Kuijpers
Die Augen des Rudergängers
Franka 15

De ogen van de roerganger, Niederlande, 1997
EPSILON Verlag, Pinneberg, 1. Auflage: 03/2000
SC-Album, Comic, Krimi, Funny, Erotik
ISBN 978-3-932578-05-2
Aus dem Holländischen von N. N.
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers, Farne von Hanneke Bons

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Detektivin Franka soll herausfinden, welchen großen Coup der gefährliche Dieb ‚Risiko 1‟ plant. Sie folgt ihm nach Portugal und lernt ihn unter seinem richtigen Namen näher kennen – und lieben. Allerdings entdeckt Rix ihr Geheimnis und schüttelt die hartnäckige Verfolgerin schnell wieder ab, gerät dann jedoch in die Gefangenschaft seiner Pilotin Wings, die kein Stückchen vom Kuchen sondern alles haben will. Längst geht es Franka nicht mehr darum, Rix vom Stehlen abzuhalten. Um jeden Preis will sie ihn retten und mit ihm zusammen bleiben. Darum scheut sie keine Mühen, die erkaltete Spur wieder aufzunehmen und ihn in Malaysia aufzustöbern. Allerdings soll er nur dann frei kommen, wenn Franka den Schatz findet und ihn Wings überlässt …

Nahtlos knüpft Bd. 15, „Die Augen des Rudergängers“, an das vorherige Album, „Das portugiesische Goldschiff“, an. Man sollte dieses gelesen haben, um zu wissen, wie es zur aktuellen Situation kommen konnte. Zwar fasst erstmals eine Einleitung das bisherige Geschehen zusammen, aber man hat mehr Spaß an der Lektüre, kennt man die Vorgeschichte in allen Details, ist vielleicht sogar mit den übrigen Bänden vertraut, denn es gibt auch diesmal sorgfältig arrangierte Wiedersehen mit Figuren aus früheren Abenteuern – treue Leser erleben einen Aha-Effekt, Quereinsteigern fällt natürlich nichts auf.

In diesem Zweiteiler ist Franka erstmals verliebt. Sie möchte Rix unbedingt retten und auf den Pfad der Tugend zurückführen. Er erwidert ihre Gefühle, doch ob die Katze das Mausen lassen wird, bleibt abzuwarten. Nach freizügigen Pin-ups hier und da gibt es nun auch erotische Szenen, denn Franka ist kein Kind von Traurigkeit, wenngleich die Abbildungen das Weitere der Phantasie des Lesers überlassen. Ihre Liebe zu Rix ist Frankas Triebfeder. Für ihn nimmt sie eine Menge Gefahren auf sich, bis sie am Ende einer wilden Schnitzeljagd sowohl das Versteck des Schatzes als auch den Aufenthaltsort von Wings und Rix kennt.

Die Story ist temporeich, spannend und humorig erzählt, und man folgt ihr gern bis zum Schluss. Zweifellos zählt sie mit zu den Highlights der Serie hinsichtlich der spritzigen Ideen und der detailreichen, farbenfrohen Umsetzung. Von daher kann man den Band allen eingefleischten „Franka“-Fans wärmstens empfehlen. Auch Neulinge, die den Mix aus Krimi, Humor und einer Prise Erotik schätzen, werden viel Vergnügen an diesem Abenteuer haben, mehr noch, wenn sie Bd. 14 zuerst lesen.

Copyright © 2010 Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Erotik & Sexualität, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Das portugiesische Goldschiff

Erstellt von Werner Karl am 25. Dezember 2010

Henk Kuijpers
Das portugiesische Goldschiff
Franka 14

(sfbentry)
Het portugese Goudship, Niederlande, 1996
EPSILON Verlag, Pinneberg, 1. Auflage: 11/1999
SC-Album, Comic, Krimi, Funny, Erotik
ISBN 978-3-932578-04-5
Aus dem Holländischen von N. N.
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Frankas Detektei konnte sich etablieren, und Dank der Tipps, die sie von ihren Kontakten erhält, zieht sie auch so manch lukrativen Auftrag an Land. Diesmal soll sie herausfinden, welchen Coup der Dieb ‚Risiko Eins„ vorbereitet, und den Raub verhindern. Die Spur führt Franka nach Portugal. Geschickt fädelt sie es ein, den Verdächtigen, der sich Rix nennt, näher kennen zu lernen – und prompt verliebt sie sich. Für einige romantische Stunden ist die Mission vergessen, und Franka beginnt zu hoffen, dass sie ihren Liebsten von seinen Plänen abbringen kann, denn so lange er kein Verbrechen begeht, gibt es keinen Grund, ihn verhaften zu lassen. Rix hingegen geht trotz aller Liebe auf Nummer Sicher und deckt zufällig Frankas Geheimnis auf. Er mischt ein Betäubungsmittel in den Wein …

Wie bereits die Bände 3 und 4 sowie 7 und 8 handelt es sich bei Bd. 14, „Das portugiesische Goldschiff“, um einen Zweiteiler, der in Bd. 15, „Die Augen des Rudergängers“, fortgesetzt wird. Von daher empfiehlt es sich, auch die kommende Nummer zu kaufen, möchte man das ganze Abenteuer lesen. Dass man die übrigen Alben kennt, ist für das Verständnis nicht notwendig, aber man hat natürlich mehr Spaß, wenn man die kleinen Querverweise versteht und Charaktere aus früheren Geschichten wieder sieht.

Seitdem sich Franka in Bd. 13, „Der dreizehnte Buchstabe“, als Detektivin selbständig machte, haben ihre Erlebnisse an Substanz gewonnen, denn bis dahin machte es sich Henk Kuijpers ein bisschen zu einfach, seine Heldin immer wieder per Zufall, aus Neugierde oder purem Altruismus an gefährlichen und kostspieligen Abenteuern teilnehmen bzw. sie Verbrechen aufklären zu lassen.

Erstmals stößt sie nun auf einen Gegner, der ihr (fast) gewachsen scheint, und es beginnt ebenfalls zum ersten Mal ein romantisch-erotisches Katz„ und Maus-Spiel, denn Franka weiß, mit wem sie es zu tun hat und will aus Liebe ihren Auftrag anders durchziehen, als geplant, während Rix zunächst ahnungslos ist, dann Frankas Identität aufdeckt, aber seiner Gefühle wegen doch nicht so skrupellos reagiert, wie er es vielleicht gegenüber einer anderen Person getan hätte. Man nimmt nichts vorweg, wenn man verrät, dass sich Franka aus ihrer misslichen Lage befreien kann und erneut die Verfolgung von Rix aufnimmt – die Serie geht schließlich weiter. Allerdings kommt nun ein neuer Widersacher hinzu, der beide überrumpelt. Nach dem gemeinen Cliffhanger bleibt nur, auf die Fortsetzung zu warten. Die Story ist spannend und witzig. Franka wird als selbstbewusste, intelligente junge Frau geschildert, die sich nicht nur ihrer Haut zu wehren weiß, sondern auch in der Liebe zeigt, wo es lang geht. Ob es ein Happy End gibt …?

Die Illustrationen sind gewohnt detailreich und unterstützen die Handlung. „Das portugiesische Goldschiff“ bietet ein unterhaltsames Abenteuer, in dem es nicht nur um einen packenden Kriminalfall geht sondern erstmals auch um tiefe, zwischenmenschliche Gefühle, die als Mix aus Humor, Romantik und Erotik nachvollziehbar in die Handlung integriert wurden. Hat man Spaß an toughen Heldinnen, ist man bei „Franka“ an der richtigen Stelle.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Erotik & Sexualität, Krimi & Thriller | 1 Kommentar »

Mörderische Konkurrenz

Erstellt von Werner Karl am 19. September 2010

Henk Kuijpers
Mörderische Konkurrenz
Franka 9

Moordende Concurrentie, Niederlande, 1990/2006
EPSILON Verlag, Pinneberg, 08/2009
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-69-4
Aus dem Holländischen von N. N.
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Franka macht Urlaub am Meer. Da tritt plötzlich die Mode-Designerin Laura Lava an sie heran und bittet sie, ihr Modell zu sein. Nach kurzem Zögern sagt Frank zu, denn ihr gefallen Lauras Kleider – und sie kennt die junge Frau, der sie einst geholfen hat, wovon Lauda jedoch nichts ahnt. Dadurch wird Franka einmal mehr in ein aufregendes Abenteuer verwickelt, denn jemand versucht, Laura zu erpressen, und als das nicht gelingt, soll sie sterben. Franka vermutet, dass die Konkurrenz dahinter steckt und will deren üble Pläne vereiteln, wodurch sie selbst in Gefahr gerät …

Wie schon in anderen „Franka“-Alben bedient sich Henk Kuijpers auch diesmal wieder eines Charakters, der an anderer Stelle bereits einen Auftritt hatte. Wieso auch ständig neue Figuren erfinden, wenn man mit den vorhandenen genauso gut arbeiten kann und durch die Wiederkehr bekannter Gesichter Frankas Welt umso komplexer und realistischer wirkt? In der Geschichte „Der Saboteur“ (Bd. 5: „Das Monster des Sumpfes“) tauchte Laura Lava in einer kleinen Rolle als Betrogene auf, die sich an dem Kerl, der sie hereinlegte, phantasievoll rächt, mit etwas Unterstützung von Franka. Nun erfährt man, wie es danach für Laura weiterging, dass sie an ihrer eigenen Kollektion arbeitet und ganz nach oben kommen will, sie dafür allerlei in Kauf nimmt und sich raffinierter Tricks bedient. Sie ist kurz vor ihrem Ziel, als eine skrupellose Rivalin zuschlägt und es in Frankas Händen liegt, ob die Freundin alles und ihr Leben verliert oder triumphieren kann.

Obwohl Franka einmal mehr zum Zünglein an der Waage wird, hat Laura die größere Rolle inne. Auf den ersten zwanzig Seiten lässt sie den Leser einen Blick in ihr Leben und auf ihre Probleme werfen. Als die Titelheldin hinzustößt, scheint sich die Lage zum Guten zu wenden, aber tatsächlich eskaliert die Situation. Henk Kuijpers stellt deutlich den Kontrast heraus, der Lauras Leben als verschuldete Näherin von dem der später superreichen Designerin unterscheidet. Trotz des Luxus, den die Protagonistin genießt und an dem sie Franka teilhaben lässt, bleibt sie ein nettes Mädchen, das jedem sympathisch ist und dem man gerne hilft. Obwohl eine Menge passiert, der Humor nicht zu kurz kommt und auch eine Prise Erotik einfließt, ist „Mörderische Konkurrenz“ nicht ganz so spritzig und spannend wie einige andere „Franka“-Abenteuer, darunter z. B. „Das Meisterwerk“ oder „Im Reich des Donnerdrachen“, was durchaus am Thema liegen mag.

Dennoch wird man von der Geschichte gut unterhalten, die – wie man es von Henk Kuijpers gewohnt ist – sehr detailreich und aufwendig gezeichnet ist. Man sollte den Comic nicht ruck zuck durchlesen, sondern auch den einzelnen Panels Aufmerksamkeit schenken, da es viele Feinheiten zu entdecken gibt.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Im Reich des Donnerdrachen

Erstellt von Werner Karl am 25. August 2010

Henk Kuijpers
Im Reich des Donnerdrachen
Franka 8

(sfbentry)
De ondergang van de donderdraak, Niederlande, 1986/2007
EPSILON Verlag, Pinneberg, 05/2009
SC-Album, Comic, Fantasy, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-68-7
Aus dem Holländischen von N. N.
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zufällig entdeckt Franka bei einem Antiquitätenhändler den Unterkiefer eines – wie sie später erfährt – Mixosauriers. Die Chinesin Mai Mai lässt nichts unversucht, um das Artefakt an sich zu bringen. Um ihr zu entkommen und das Rätsel um das mysteriöse Fossil zu lösen, das nicht annähernd so alt ist, wie es sein sollte, flogt Franka zusammen mit der Forscherin Ava Adler einer alten Spur bis zu einer Philippinen-Insel. Dort verschlägt es die drei in eine eigentümliche Welt am Grunde eines Kraters, die von Dinosauriern dominiert wird. Um zu überleben und wieder nach draußen zu finden, müssen die jungen Frauen ihre Konflikte vergessen und am selben Strang ziehen. Während Franka nur nach Hause will, dokumentiert Ava, von Ruhm träumend, die archaische Flora und Fauna – und was hat Mai Mai im Sinn?

„Im Reich des Donnerdrachen“ ist der 8. „Franka“-Band und zugleich die Fortsetzung bzw. der abschließende Teil von „Die Zähne des Drachen“. Man sollte diesen gelesen haben, um zu wissen, aus welchem Grund sich die Titelheldin zusammen mit einer Wissenschaftlerin auf der Suche nach vielleicht noch lebenden Dinosauriern befindet und welche Animositäten zwischen ihr und der Verfolgerin bestehen. Natürlich geraten Franka und Ava, schließlich auch Mai Mai in ein Abenteuer, das ihre kühnsten Erwartungen weit übertrifft. Man fühlt sich dabei an Sir Arthur Conan Doyles „The Lost World“ und ähnliche Klassiker erinnert, in denen eine zusammengewürfelte Gruppe einen isolierten Ort entdeckt, an dem die Zeit stehen geblieben scheint und urweltliche Pflanzen und Tiere überdauert haben.

In Folge kann sich der Künstler so richtig austoben mit dem Entwurf einer phantastischen, farbenprächtigen Kulisse, vor der hübsche, knapp bekleidete Mädchen agieren. Obwohl Fantasy, Action und Spannung nicht zu kurz kommen, nimmt sich Henk Kuijpers Zeit, die unterschiedlichen Charaktere seine Protagonistinnen auszuarbeiten:
Franka wurde wider Willen in die Sache verwickelt und möchte Antworten haben. Sie ist die ideenreiche Pragmatikerin, die das Wesentliche – aus der Urwelt-Falle herauszukommen – nicht aus den Augen verliert. Ava verfügt über die notwendigen Mittel, die Expedition zu finanzieren, doch ist sie die typische, verbohrte Wissenschaftlerin, die nur an ihre Arbeit denkt. Prompt verliert sie sich in ihrem Wunsch, die Richtigkeit einer Theorie zu beweisen und die Anerkennung der Fachwelt zu erringen. Mai Mai bleibt undurchschaubar bis zum Schluss. Zwar arrangiert sie sich mit den anderen, aber werden die drei wirklich zu Freundinnen? Angesichts der unterschiedlichen Interessen dürfte klar sein, dass das Happy End nicht allzu schnell kommen wird, falls es überhaupt eines gibt. Tatsächlich vermag das Finale zu überzeugen.

Alles in allem ist „Im Reich der Donnerdrachen“ eines der schönsten „Franka“-Abenteuer, das Lust macht, auch die anderen Bände kennen zu lernen, sofern man sie noch nicht gelesen hat. Henk Kuijpers wartet mit einer spannenden Story um drei grundverschiedene Frauen auf, die ein Rätsel lösen wollen, und ergänzt mit ansprechenden Illustrationen. Der Mix aus Fantasy, Krimi und Funny ist wirklich gelungen!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Fantasy, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Die Zähne des Drachen

Erstellt von Werner Karl am 22. Juli 2010

Henk Kuijpers
Die Zähne des Drachen
Franka 7

De tanden van de draak, Niederlande, 1984/2007
EPSILON Verlag, Pinneberg, 05/2009
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-67-0
Aus dem Holländischen von N. N.
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Eigentlich suchte Franka nur nach einem Ventil für ihre Tauchflasche, doch was sie stattdessen in einem Second-Hand-Shop findet, bringt sie in große Schwierigkeiten: Eine Chinesin heftet sich an Frankas Fersen und versucht, ihr das Objekt erst zu stehlen und dann mit Gewalt zu nehmen. Franka kann die Verfolgerin abschütteln und präsentiert das Artefakt der Forscherin Ava Adler, die es als den Unterkiefer eines Mixosauriers identifiziert. Das Besondere an dem Fund ist, dass es sich nicht um ein Fossil aus der Ära der Dinosaurier handelt sondern um einen Knochen, der erst wenige hundert Jahre alt ist. Alte Quellen belegen, dass es wohl noch zur Zeit Kubilai Kahns an einem abgeschiedenen Ort lebende Saurier gab. Würde es gelingen, den Beweis für diese Theorie zu erbringen und gar einen Saurier vorführen zu können, wäre das eine Sensation. Franka und Ava folgen den vagen Spuren bis auf die Philippinen, nach Motok.

Die Chinesin lässt die beiden nicht aus den Augen, aber weshalb ist der Dinosaurierknochen für sie so wichtig? „Die Zähne des Drachen“ ist der siebte Band der „Franka“-Reihe und der Auftakt zu einem längeren Abenteuer (auch bei den Bd. 3 und 4, „Das Geisterschiff“ und „Die Rache des Frachters“, handelte es sich um einen Zweiteiler, während die anderen Alben eine in sich geschlossene oder zwei bis drei Kurzgeschichten boten). Man muss die vorherigen Episoden nicht kennen, um Spaß an der Story zu haben, denn es werden keine rückwirkenden Bezüge geknüpft. Als kleines Bonbon für regelmäßige Leser gibt es ein Wiedersehen mit Jarko, der wie Franka für „Das Kriminalmuseum“ (Bd. 1) arbeitet, doch auch dieses Wissen oder Nicht-Wissen hat keinen Einfluss auf das Verständnis der Handlung.

Frank Kuijpers verwendet oft, aber nicht immer Figuren und Orte aus früheren Episoden, denn es macht keinen Sinn, ständig alles neu zu erfinden, vielmehr wird die Serie atmosphärisch dichter durch die wiederkehrenden Szenarien und Akteure. In „Die Zähne des Drachen“ versteht es der Künstler, lange geheim zu halten, worum es sich bei dem Objekt handelt, so dass man sich mit Franka wundert, weshalb die Chinesin so versessen auf das Päckchen ist. Dass es sich bei dieser um keine potentielle Freundin handelt, wird deutlich, als die Schlägerei ausartet, Franka beinahe vom Dach stürzt, ihre Gegnerin jedoch sogleich erneut angreift, nachdem Franka sie vor einem Sturz bewahrte. Stattdessen wird die Wissenschaftlerin Ava Adler zum Sidekick der Titelheldin und bringt erstes Licht ins Dunkel, worum es sich bei dem Artefakt handelt. Ava hat außerdem die notwendigen Connections und Geldmittel, um die Spur weiter zu verfolgen – der Leser erfährt Näheres durch Rückblenden. Sie erreichen zwar ihr Ziel, doch ob sie dort finden werden, wonach sie suchen, verrät erst die Fortsetzung. Auch die Motive der Chinesin bleiben einstweilen ungeklärt.

Die Episode endet zwar nicht gerade mit einem Cliffhanger, aber der geschickte Handlungsaufbau und der offene Schluss konnten die Neugierde wecken, so dass man dem Finale mit großen Erwartungen entgegensieht. Die Illustrationen sind gewohnt detailreich und gehen mit der Story Hand in Hand. Schätzt man toughe Heldinnen und eine lustig-spannende Krimi-Handlung, sollte man „Franka“ eine Chance geben. „Die Zähne des Drachen“ ist ein Highlight der Reihe, denn die Story ist überzeugend erzählt und wird von aufwändigen Zeichnungen gelungen ergänzt.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Circus Santekraam

Erstellt von Werner Karl am 22. Mai 2010

circus-santekraamHenk Kuijpers
Circus Santekraam
Franka 6

Circus Santekraam, Niederlande, 1981
EPSILON Verlag, Pinneberg, 07/2005
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-36-6
Aus dem Holländischen von Hartmut Becker
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Franka freut sich über drei Wochen Urlaub, die sie auf dem Landgut de Weelde verbringen möchte. Zufällig fällt ihr auf, dass einige Personen in Luttel offenbar Doppelgänger haben, aber der Eindruck ist so vage, dass sie ihm nicht nachgeht. Kurz vor dem Ziel wird sie von einigen merkwürdigen Tieren erschreckt und fällt vom Fahrrad, das nun kaputt ist. Wortreich entschuldigt sich die junge Mara, zu der die Tiere gehören, und lüftet das Rätsel: Auf der Wiese gastiert der „Circus Santekraam“. Schnell freundet sich Franka mit Mara an, aber sie spürt, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Auf manch harmlose Fragen reagiert Mara heftig, und je näher die Aufführung rückt, umso nervöser wird die Artistin. Dann entdeckt Franka auch noch, dass im Ort gerade eine Kirmes stattfindet und ihre Freundinnen Furora und Fanny zu der Truppe gehören. Die beiden bitten Franka, Mara im Auge zu behalten. Franka ist davon überzeugt, dass die Schwestern einen guten Grund für ihr Anliegen haben, aber sie kann nicht glauben, dass Mara ein Unrecht begangen hat. Erneut taucht der Doppelgänger auf. Es kommt zu einer wilden Verfolgungsjagd und einem überraschenden Geständnis – denn alles ist noch viel komplizierter, als jeder gedacht hatte.

Der sechste „Franka“-Band wartet mit einem überaus komplexen Abenteuer und einer kurzen Bonus-Story, mit der die letzten Seiten gefüllt werden, auf. „Der Tag der Tiere“ veranlasst die Titelheldin, einem Zoohändler, der sich nur wenig um seine Tiere kümmert, einen Streich zu spielen, der ihn zur Vernunft bringen soll. In „Circus Santekraam“ schnuppert Franka Artistenluft. Sie hilft der Familie, der der Zirkus gehört, beim Aufbau und der Vorstellung. Dabei kann sie Mara im Auge behalten, die anscheinend in etwas verstrickt ist, das ihre Kräfte übersteigt. Furora und Fanny sind ebenfalls mit von der Partie. Die Lösung des Rätsels reicht weit zurück in die Vergangenheit, die Geschichte wiederholte sich später, und die Konsequenzen daraus ziehen nun auch Unbeteiligte in die Angelegenheit hinein. Tatsächlich ist alles anders, als man vermutet hätte. Leider übertreibt es Henk Kuijpers, indem er zu viel auf einmal in die Erzählung hinein packt – weniger wäre mehr gewesen und hätte die vielen langatmigen und konstruiert wirkenden Erklärungen überflüssig gemacht. Diese Dialoglastigkeit nimmt auch den Schwung aus der Handlung.

Nicht nur verbindet der Künstler in seiner Story, wie so oft, drei Teile miteinander – die Begegnung mit den skurrilen Tieren und dem Doppelgänger, die Entdeckung der Kirmes und ein Verdacht, die Beteiligung an der Show inklusive der Aufklärung des Falls -, er verschachtelt außerdem Geschichten in der Geschichte – Rückblenden – und nimmt immer wieder Bezug auf frühere Bände, wobei er Figuren aus diesen größere und kleinere Auftritte haben lässt (z. B. Furora und Wilmut de Weelde aus „Das Meisterwerk“, Fanny – nun mit Namen – aus „Das Monster des Sumpfes“ und als Running Gag die Objekte aus „Das Geisterschiff“). Die Anspielungen bewirken bei treuen Lesern den beliebten Aha-Effekt und machen Frankas kleine Welt dichter und vertrauter. Wer als Quereinsteiger hinzu stößt, hat deswegen keine Probleme, der verschlungenen Handlung zu folgen.

Die Illustrationen sind gewohnt detailreich, erinnern manchmal sogar schon an Wimmelbilder. Wer genauer hinschaut, entdeckt so manche Hommage an bekannte Comic-Figuren, Leinwandhelden, Politiker etc. In „Franka 6“ steckt viel drin, fast schon zu viel, aber wie immer macht es Spaß, die Abenteuer der toughen Sekretärin zu verfolgen. Mag man „Yoko Tsuno“ oder „Natascha“, wird man auch „Franka“ gern eine Chance geben wollen.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Das Monster des Sumpfes

Erstellt von Werner Karl am 30. April 2010

franka05Henk Kuijpers
Das Monster des Sumpfes
Franka 5

Het monster van de moerplaat, Niederlande, 1982
EPSILON Verlag, Pinneberg, Erstveröffentlichung der der überarbeiteten und erweiterten Ausgabe: 12/2002
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-21-2
Aus dem Holländischen von Sabine Dorscheid
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers, Kolorierung der 14 neuen Seiten von Hanneke Bons

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Im Gegensatz zu den bisherigen Alben, die jeweils eine komplette Geschichte beinhalteten, darunter sogar einen Zweiteiler, bietet „Franka 5“ drei von einander unabhängige Storys. Interessanterweise bestehen auch die längeren Erzählungen aus drei Abschnitten, die gelungen miteinander verwoben wurden. Durch das Hinzufügen zusätzlicher Panels und der Bearbeitung mehrerer Seiten, wurde die vorliegende Ausgabe gegenüber dem Original um fünf Seiten erweitert. Man kann anhand der Panel-Einteilung und der Kolorierung erahnen, was neu ist, doch wurde so geschickt gearbeitet, dass es nicht weiter auffällt, sondern sich gut einfügt. In der Titel-Geschichte „Das Monster des Sumpfes“ plant Franka, das herrliche Wetter für einen kleinen Segeltörn zu nutzen. Als sie am Ziel ankommt, wird sie vor dem unheimlichen Sumpf und einem angeblichen Monster gewarnt, das bereits mehrere Schiffer erschreckte. Das weckt nur erst recht Frankas Neugierde. Sie dringt in den Sumpf vor und macht eine erstaunliche Entdeckung, doch die Gefahr folgt ihr auf dem Fuß …

„Der Pyromane“ zündet regelmäßig die Häuser reicher Bürger an. Franka kommt das sehr verdächtig vor, und so wendet sie sich an die Schwester ihrer Freundin Furora. Die junge Frau arbeitet in einem Nachtclub als Feuerschluckerin und kann Franka einige wichtige Hinweise geben. Als die beiden den Täter stellen wollen, wird es für sie gefährlich …

Soll ein Konkurrent ausgeschaltet werden, kommt „Der Saboteur“ ins Spiel. Seinen Tricks verdankt er eine Menge Geld. Das Schicksal der Geprellten ist ihm völlig egal. Pech, dass sich eines seiner Opfer wehrt. Franka, die ihm auf die Schliche kommt, muss daher gar nicht viel tun, um ihn zu überführen …

Alle Storys sind so witzig und spritzig, wie man es von „Franka“ erwartet. Henk Kuijpers konzentriert sich auf das jeweilige Thema und zieht die Handlung konsequent und schnörkellos durch. Stets geschieht etwas, wodurch die Neugierde der Titelheldin geweckt wird. Allein oder mit Freunden stellt sie Nachforschungen an. Dank ihrer Kombinationsgabe findet sie schnell die richtige Spur und kann kleine und größere Verbrechen aufdecken. Dabei gerät sie oft selbst in Lebensgefahr. Die spannende, durchdachte Handlung steht im Vordergrund, während es den Charakteren leider an Tiefe fehlt. Selbst über Franka ist wenig bekannt. Figuren aus früheren Episoden tauchen nur sehr selten in ein, zwei Szenen auf oder werden nebenbei erwähnt, darunter Kommissar Nordwind vom Kriminalmuseum und die Wahrsagerin Furora (ihre Schwester bleibt namenlos). Was an sich ein Nachteil ist, erleichtert es wiederum Quereinsteigern, schnell in die Geschichten hineinzufinden, denn man muss für das Verständnis keinerlei Vorkenntnisse mitbringen.

Die Zeichnungen sind gewohnt detailreich. Die nachträglich eingefügten Panels wirken filigraner; es gibt aber auch einige Ausreißer in die andere Richtung, die einen etwas groben Strich aufweisen und die Figuren leicht verzerrt erscheinen lassen, als wäre ein anderer Tuscher am Werk gewesen. Alles in allem wird man auch vom fünften „Franka“-Album sehr gut unterhalten, wenn man eine smarte Heldin und den Mix aus Krimi und Funny mag.

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Die Rache des Frachters

Erstellt von Werner Karl am 15. April 2010

die-rache-des-frachtersHenk Kuijpers
Die Rache des Frachters
Franka 4

De wraak van het vrachtschip, Niederlande, 1979
EPSILON Verlag, Pinneberg, 06/2002
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-15-1
Aus dem Holländischen von Sabine Dorscheid
Titelillustration von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Schon einmal konnten Franka, Jarko, Kommissar Nordwind und sein Hund Barsch der kleinen Republik Ozeanaqua helfen, indem sie den jetzigen Präsidenten Argos Attak unterstützten und einen Diktator absetzten (Bd. 1). Nun ist es ein Geisterschiff, das die Menschen des paradiesischen Landes in Angst und Schrecken versetzt, doch Franka vermag das Rätsel zu lösen (Bd. 3). Allerdings haben damit noch nicht alle Fragen eine Antwort gefunden. Worum es wirklich geht und wer versucht, die mutige Sekretärin aus dem Weg zu räumen, ist noch nicht geklärt. Als sich Franka auf dem Rückweg von Groterdam in den Niederlanden nach Ozeanaqua befindet, kann sie nur mit viel Glück ein neuerliches Attentat überleben. Das Flugzeug stürzt ab, und Franka rettet sich auf eine paradiesische Insel, die überraschenderweise bewohnt ist:

Der tot geglaubte Eigner der gespenstischen ‚Nordlicht’ hat hier zusammen mit der hübschen Loloa und ihrem gemeinsamen Sohn eine neue Heimat gefunden, fernab von all den Ärgernissen, Intrigen und dem Stress der Zivilisation. Sie wollen, dass es auch so bleibt, doch sind sie bereit, Franka zu helfen, in ihre Welt zurück zu gelangen und der skrupellosen Lina, der vermeintlichen Witwe des Reeders, die hinter all dem steckt, das Handwerk zu legen. Nahtlos knüpft „Die Rache des Frachters“ an „Das Geisterschiff“ an, und man sollte die beiden Bände zusammen lesen, um das komplette Abenteuer genießen zu können. Zwar endet der erste Teil ohne Cliffhanger und präsentiert die Lösung, weshalb die ‚Nordlicht’ immer wieder verschwindet und unerwartet auftaucht, aber warum sie zum Geisterschiff wurde, verrät erst die Fortsetzung. Anders als Frank ahnte der Leser bereits, wer seine Finger im Spiel hat. Die Vermutung wird bestätigt, doch die Hintergründe sind noch sehr viel komplizierter.

Wieder ist das Album in drei Abschnitte untergliedert: Franka wird in Groterdam angegriffen und kann mit einem ehemaligen Crew-Mitglied der ‚Nordlicht’ fliehen. Der Mann liefert weitere Teile für das Puzzle, das Franka zusammensetzen will. Die reiche Witwe Lina Marcopolis gibt jedoch nicht auf und schickt einen Attentäter in das Flugzeug, das Franka nach Ozeanaqua bringen soll. Glück im Unglück: Franka kann sich auf eine Insel retten und findet hier die letzten Antworten. Was nun bleibt, ist die Bergung der ‚Nordlicht’ und die Überführung Linas. Das alles ist mit reichlichen Action-Szenen, kleinen Prisen Humor und viel exotischem Insel-Flair, das den Protagonistinnen knappste Kleidung erlaubt, garniert. Man merkt richtig, wie viel Spaß Henk Kuijpers vor allem an den Szenen mit Franka und Loloa auf der Insel und im Meer hatte. Jarko, der Kommissar und sein Hund, die währenddessen in Ozeanaqua unbeschwerte Tage genießen, spielen bei den Ermittlungen keine Rolle. Der Kommissar taucht am Ende kurz auf, aber man vermisst die anderen Charaktere; die Rahmenhandlung ist nicht rund.

Wirkte der erste Teil so, als habe sich die Geschichte etwas verselbständigt, und die Lösung schien mühsam und wortreich konstruiert, so hat der Künstler diesmal die Fäden fest in der Hand und zieht die Handlung souverän, glaubwürdig und witzig durch. Die etwas reiferen Leser werden kleine Anspielungen bemerken, die sich auf Themen beziehen, die Ende der 1970er Jahre die Menschen bewegten, wie z. B. die Vorgänge in diversen Bananenrepubliken und die Ehe des reichen Reeders Aristoteles Onassis und seiner Frau Jacqueline Kennedy. Die ansprechenden, detailreichen Illustrationen ergänzen gelungen eine spannende Story, die die Fans rundum zufrieden stellt und neugierig auf die nächsten Abenteuer macht.

Copyright © 2010 Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »

Das Geisterschiff

Erstellt von Werner Karl am 8. April 2010

das-geisterschiffHenk Kuijpers
Das Geisterschiff
Franka 3

De terugkeer van de noorderzon, Niederlande, 1978
EPSILON Verlag, Pinneberg, 05/2002
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-14-4
Aus dem Holländischen von Sabine Dorscheid
Titelillustration von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Franka, Jarko, Kommissar Nordwind und sein Hund Barsch haben einst geholfen, das paradiesische Ozeanaqua von einem Diktator zu befreien (Bd. 1). Anlässlich des Jahrestags der Revolution lädt Präsident Argos Attak die Mitarbeiter des Kriminalmuseums als Ehrengäste zu den Feierlichkeiten ein. Die vier ahnen nicht, dass sie einen geheimen Verfolger haben, dem ihr Kommen überhaupt nicht recht ist. Er befürchtet, dass sie seine Pläne stören könnten und beobachtet mit Argwohn, wie sie unbeschwerte Urlaubstage genießen – ein Trick, ganz sicher. Als unerwartet ein Geisterschiff mit Teufeln an Bord auftaucht und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt, beginnt Franka zu ermitteln, denn der Heimathafen der ‚Nordlicht’ ist zufälligerweise Groterdam. Das örtliche Kriminalmuseum wartet tatsächlich mit interessanten Informationen über das vor Jahren verschollene Schiff auf. Die Spuren führen nach Amerika, zu der reichen Witwe eines Reeders. Zwar kann Franka aufklären, wie der Spuk funktioniert, nicht aber, was dahinter steckt.

Der dritte Band aus der Serie „Franka“ knüpft an die Ereignisse des ersten Albums an. Man muss dieses und auch das zweite jedoch nicht gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Kenner der Serie genießen natürlich gelegentliche Aha-Effekte. Titelheldin Franke entwickelte sich am Ende des ersten Abenteuers zur Hauptfigur, löste danach einen Kriminalfall ohne ihre alten Freunde und mit Hilfe neuer Bekannter, ist diesmal aber wieder Sekretärin des Kriminalmuseums, wenngleich Jarko, Kommissar Nordwind und Bartsch lediglich die Rollen von Statisten innehaben. Wie schon zuvor kann man die Geschichte grob in drei Abschnitte untergliedern, die nahtlos in einander übergehen: Zunächst werden die Gäste aus den Niederlanden von einem Unbekannten beobachtet. Dieser hat offenbar etwas mit dem Geisterschiff zu tun, dessen Auftauchen Franka veranlasst, Nachforschungen anzustellen. Durch diese gerät sie in Lebensgefahr, lässt sich aber nicht abhalten, einen Teil des großen Geheimnisses zu lösen.

Auf eben „Das Geheimnis der Nordwind“ folgt ein weiterer Band, „Ein teuflischer Plan“ (die Carlsen-Titel, 1989/90), der sicher aufgedeckt wird und verrät, wer die Drahtzieher sind und welche Pläne sie verfolgen. Im Epsilon Verlag, der die Serie aktuell publiziert, wurden die Bände in „Das Geisterschiff“ und „Die Rache des Frachters“ umbenannt. Man hat bei der Lektüre das Gefühl, als habe sich die Handlung etwas verselbständigt, denn Franka findet nur wenig durch direkte Recherche heraus; stattdessen schiebt Henk Kuijpers sehr viele und ausführliche Erklärungen nach. Das wirkt recht konstruiert und statisch, die Lebendigkeit und das rasante Tempo einer Verfolgungsjagd, die Spannung, wenn die einzelnen Puzzlestücke nach und nach an die richtigen Stellen fallen, fehlen. Selbst der Humor wirkt müde, da z. B. Jarkos Rede als Running Gag und die Anspielungen auf Bd. 1 nicht zünden. Die Illustrationen sind gewohnt detailreich und ergänzen die Handlung. Kleine stilistische Veränderungen und Unregelmäßigkeiten fallen auf. Es ist, als habe der Künstler unter Zeitdruck gearbeitet oder experimentiert und als wäre er mit dem Thema nicht ganz glücklich gewesen.

Als Fan der Serie wird man den Band nicht missen wollen. Vielleicht klappt es in der Fortsetzung wieder besser! Quereinsteiger könnten etwas enttäuscht sein, da die Geschichte die genannten kleinen Mängel aufweist und nicht abgeschlossen ist.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Abgelegt unter Comic & Manga, Krimi & Thriller | Keine Kommentare »