EUROPA

Traumfabrik Hollywood. Wie Stars gemacht und Mythen geboren wurden

Werbung und Film scheinen seit jeher siamesische Zwillinge im Geiste der Übertreibung bzw. der Lüge zu sein. Autor Sennett belegt, wie diese Verbindung Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, um in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg ein pseudo-reales Eigenleben zu entwickeln … – Das hochinteressante Thema wird weniger tiefschürfend als breit dargestellt. Trotzdem ein fesselndes Sachbuch, das zudem reich und kundig bebildert ist.

Dead Man’s Song

Ein Routine-Mordfall führt die Beamten des 87. Polizeireviers auf die Spur eines Verbrechens, das zwar tief in der Vergangenheit wurzelt, jedoch in der Gegenwart bis zur Auflösung für weitere Leichen sorgt … – Der 50. Band der legendären Serie um besagtes Polizeirevier zelebriert nicht das Jubiläum, sondern bietet, was die Leser kennen und schätzen: einen solide geplotteten, spannend entwickelten, schnellen Kriminalroman der klassischen Schule.

Die Könige von Albion

Ein indischer Prinz sucht seinen in England verschollenen Bruder. In Begleitung eines Kaufmanns begibt er sich auf den Weg in die ihm völlig fremde Welt der Barbaren des Nordens und gerät in die „Rosenkriege“, die das westliche Europa in ein Schlachtfeld verwandeln … – Trotz düsteren Umfelds heiterer Roman, der sich nie zwanghaft um historische Genauigkeit schert, stattdessen eine Mischung aus Reiseerzählung und Abenteuer mit Thriller-Elementen bietet und eine Reflexion darüber darstellt, was das Typische der englischen Kultur ist und wie es in die Welt kam.

Zwölf Uhr mittags. Mythos und Geschichte eines Filmklassikers

Ein scheinbar ‚normaler‘, d. h. vor allem spannender Westernfilm besitzt eine starke Subtext-Ebene, die durch moderne Mythenbildung eine Legende entstehen ließ, die der kundige Autor auf die keineswegs weniger interessante Realität zurückführt und einem Film-Klassiker echte Qualitäten nachweist: eine ebenso knappe wie präzise Lektüre.

Das andere Hollywood der dreißiger Jahre

Lange konnten die Nationalsozialisten auf die Gleichgültigkeit der USA setzen. Nur wenige klarsichtige Menschen stellten sich gegen den Strom. Zu ihnen gehörten die Filmproduzenten Warner, die den Terror kannten und ihm den Kampf ansagten. Autor Birdwell schildert ebenso spannend wie deprimierend eine Kampagne, die nicht nur die Nazis, sondern auch Teile der eigenen US-Bevölkerung mit entschiedener und organisierter Ablehnung quittierten.

Die rätselhaften Worte

Der dichtende „Wordman“ lässt seinen Reimen Morde folgen. Die Presse feiert, die Polizei dreht sich im Kreis, während der Täter die Schraube immer stärker anzieht … – Der 19. Band gehört zu den Höhepunkten der ohnehin großartigen der Dalziel-&-Pascoe-Serie. Ein kruder, spannend verwickelter Plot wird durch witzige Blicke in überraschend schwarze Schriftstellerseelen ergänzt: vergnüglich!

Ins Leben zurückgerufen

Ein alter Mordskandal erwacht zu neuem Leben – Grund für die Beteiligten, die Ermittlungen zu sabotieren. Pech, dass der exzentrische Superintendent Dalziel sich nicht davon abbringen lässt, die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen … – Das 13. (!) Dalziel/Pascoe-Abenteuer ist eine ironische Parodie auf den klassischen „Whodunit“-Krimi“. Reginald Hill entwickelt einen an realen Ereignissen angelehnten Kriminalfall, der sich an alten, liebgewonnenen Klischees reibt, sie demontiert, ad absurdum führt, und neu zu einer ebenso spannenden wie witzigen Geschichte fügt.

Das Dorf der verschwundenen Kinder

Vor 15 Jahren verschwanden in Dendales mehrere Kinder, deren Schicksal ungeklärt blieb. Als sich dies wiederholt, geht erneut die Angst um. Die Polizei kehrt in den Ort zurück und deckt ein nur vorgeblich vom Erdboden getilgtes Verbrechen auf … – Der 17. Fall für das bewährte Team Dalziel und Pascoe bietet (Grusel-) Spannung und Witz und somit eine uneingeschränkt empfehlenswerte Lektüre.

Mord auf Widerruf

Polizeichef Dalziel stellt höchstpersönlich einen Frauenmörder. Doch dieser streitet die Tat ab, und ein Zeuge bestätigt dies. Hartnäckig verfolgt der Kriminalist den Fall, wie er ihn sieht, und manövriert sich dabei ins Abseits … – Der zwölfte Band der Pascoe/Dalziel-Serie ist ein typischer, d. h. spannender, verzwickter, sich selbst nie, den Leser immer ernstnehmender Hill-Krimi; einfacher ausgedrückt: geistreiches Lektürevergnügen aus der englischen Provinz ohne Elizabeth-George-Gefasel.