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neuauflage

Das schwarze Schiff

Erstellt von Werner Karl am 22. November 2011

Hans Kneifel
Das schwarze Schiff
Atlan X 6: Kreta-Zyklus 3

„Perry Rhodan“ und „Atlan“ sind Eigentum von Pabel-Moewig-Verlag, Rastatt
FanPro, Erkrath, 09/2009
TB, historisch/phantastische SF 71021
ISBN 978-3-89064-196-6
Titelgestaltung von Ralf Berszuck unter Verwendung einer Illustration von Arndt Drechsler
Karte von Arndt Drechsler

www.fanpro.de
www.atlan.de
http://arndtdrechsler.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der Arkonide Atlan verbringt seit der Zerstörung von Atlantis die meiste Zeit im Tiefschlaf in seiner Tiefseekuppel. Um nach Hause fliegen zu können, benötigt er ein Raumschiff. Darum entschließt er sich, die Menschheit zu fördern und den Barbaren unter die Arme zu greifen. Immer wenn sein treuer Roboter Rico der Ansicht ist, dass etwas Bedeutendes in der Geschichte der Menschheit passiert, weckt er seinen Herrn, so dass dieser die Entwicklungen behutsam lenken kann.

Der Pharao Amenemhet weiß, dass sein Leben bald enden wird. Darum bittet er seinen Freund Atlan, auch seinem Sohn als Ratgeber beizustehen und ihm zu helfen, den Frieden zu bewahren. Denn nur so kann sich das Volk an neuen kulturellen Errungenschaften erfreuen und seinen Teil vom Wohlstand genießen. Sein Vermächtnis möchte der Pharao in guten Händen wissen. Atlan gibt dem Herrscher das Versprechen, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Kretern und den Ägyptern zu erhalten. Das ist auch ganz in Atlans Sinn. Ein Krieg würde seine Pläne zurückwerfen, die Menschheit in absehbarer Zeit dazu zu bringen, die Sterne zu erreichen.

Ein alter Bekannter jedoch stört empfindlich diese Bemühungen: Atlans Geliebte Asyrta-Maraye wird mit mehreren jungen Frauen und Mädchen aus dem friedlichen Knossos verschleppt. Die Gefährtin des Arkoniden arbeitet mit allerlei Tricks, um Atlan eine Spur zu hinterlassen, und horcht ihre Entführer geschickt aus. Die Frauen sollen mit den Aufgaben von Fürstinnen vertraut gemacht und dann mit hochgestellten Königen und Prinzen verheiratet werden, um Bündnisse zu sichern. Maraye muss nur noch herausfinden, wer eigentlich hinter der ganzen Sache steht, denn weder sind es Minos von Kreta noch der Pharao, die diesen Plan ausgeheckt haben.

Im letzten Teil des „Kreta-Zyklus‘“ lässt es der Autor noch einmal ordentlich krachen. Actionreiche Kämpfe und mutige Protagonisten bringen Leben in die vorher so heile Welt Ägyptens. Atlan erleidet sogar eine Amnesie und kann sich nicht mehr erinnern, wer er eigentlich ist. Treue Freunde helfen ihm, so gut sie es vermögen, und vor allem Rico lässt sich auf ein gewagtes und gefährliches Spiel ein, um seinem Herrn beizustehen. Gut, dass die wundersamen Maschinen, die allesamt in der Tiefseekuppel hergestellt wurden, so einiges an Potential bieten. Die einzelnen Charaktere agieren angesichts dieser Situation teilweise sehr überraschend, und einige wachsen sogar über sich selber hinaus. Hans Kneifel hat auch den Abschlussband wieder mit einigen opulenten Festen bereichert und schwelgt in exotischen Mahlzeiten.

Darüber hinaus bietet der gut recherchierte pseudo-historische Roman einen Abschluss, der neugierig macht auf mehr Abenteuer aus der Feder des beliebten Autors. Alle Fans des Arkoniden, die historische Erzählungen mögen, welche mit je einer Prise SF und Fantasy gewürzt wurden, werden gerne in der faszinierenden Welt verweilen, die der Autor vor seinen Lesern ausbreitet.

Copyright © 2011 by Petra Weddehage (PW)

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Wald der Masken

Erstellt von Werner Karl am 15. Oktober 2011

Horst Hoffmann
Schattenland 4: Wald der Masken

Phantastische Romane aus Mythors Welt
Fantasy Productions, Erkrath, 01/2010
TB, Fantasy 72003
ISBN 978-3-89064-191-1
Titelgestaltung von Ralf Berszuck unter Verwendung einer Illustration von Dirk Schulz, animagic

www.fanpro.com
www.mythor.de
www.animagic.com
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Titel erhältlich bei Buch24.de
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Mythor befindet sich in jener seltsamen Welt, in der er erwachte, auf der Suche nach seinen verlorenen Erinnerungen. Dazu muss er die Schwester der Hexe finden, die ihm das angetan hat. Eroice versucht ihrerseits alles, um den tapferen Recken in ihre Machenschaften hineinzuziehen. Außerdem hat sie geschworen, Ilfa zu töten, da diese ihre Schwester umbrachte, um Mythor zu retten.

Nachdem Mythor den Hinterwald vor dem Herrn des Chaos gerettet hat, ist er entschlossen, ein altes Versprechen einzulösen, das er dem verstorbenen Ritter Oggrym te Nauk gab. Damit dieser seinen Seelenfrieden findet, muss er dessen Totenmaske suchen. Seine Gefährtin Ilfa, sein treuer Fan Roar und einige Baumwesen helfen ihm dabei. Letztlich sind sie gezwungen, den Wald der Masken aufsuchen. Dieser gilt als uralter, verwunschener Ort. Die Legenden darüber sind zahlreich und mystisch, so dass selbst hartgesottenen Krieger Angst bekommen. Schon bald begegnen den Kriegern Wesen, die einem Albtraum entsprungen zu sein scheinen. Die Legende der ‚Marmornen‘, unzerstörbaren Kreaturen, die von Zauberern geschaffen wurden, entwickelt mehr Realität, als es Mythor recht sein kann.

„Mythor, der Sohn des Kometen“ schafft es wieder einmal, treue Fans, aber auch Neueinsteiger zu überzeugen. Wilde Kämpfe und interessante Schauplätze wechseln sich mit interessanten Wendungen ab. Dabei darf auch ein wenig Romantik nicht fehlen. Ilfa, die lange Jahre dachte, sie sei ein Mann, ist nun die Frau an Mythors Seite. Sie soll ihm helfen, seine Bestimmung zu finden und die Wesen der Neuen Welt in friedlichere Zeiten zu führen. Das Titelbild von Dirk Schulz zeigt Mythor, wie er mit einem der Bewohner des Maskenwalds in Kontakt tritt. Die geheimnisvolle Waldgegend wird dabei von Sonnenlicht erhellt. Die Waldatmosphäre ist alles in allem doch sehr grün gehalten; die perfekte Umgebung eben.

Diesmal nimmt sich Horst Hoffman des Helden an. Mit seinen Kollegen aus dem gut aufgelegten Autoren–Team kreiert er eine phantastische Welt voller Fabelwesen und schrecklicher Gefahren, die die Leser in ihren Bann zieht. Da heißt es: gemütlich zurücklehnen, entspannen und die Story genießen!

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Dämmerung über Höllenwelt

Erstellt von Werner Karl am 17. September 2011

Hans Kneifel
Dämmerung über Höllenwelt
Atlan 24: Höllenwelt-Trilogie 3

(sfbentry)
„Perry Rhodan“ und „Atlan“ sind Eigentum von Pabel-Moewig-Verlag, Rastatt
FanPro, Erkrath, 02/2010
TB, SF 71024
ISBN 978-3-89064-199-7
Titelillustration von Arndt Drechsler

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Titel erhältlich bei Buch24.de
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Atlan wird von seiner Ex-Geliebten Rhaen Tolsom auf ihre Heimatwelt Reddeye gebeten. Sie braucht Hilfe, da sich seltsame Vorkommnisse auf ihrem Planeten häufen. Vor allem die geheimnisvollen Phartanträger scheinen hierbei eine große Rolle zu spielen. Atlans Team, zusammengesetzt aus den Überlebenden des Deinar-Zwischenfalls, gerät dabei in große Gefahr. Um die Täter zu finden, geben Atlan und seine Begleiter Rhaen, die nach einem Unfall nicht mehr sie selber ist, eine neue Identität. Wie erwartet, versucht der Gegner, Rhaen in seine Gewalt zu bringen.

Der verschwundene Rulan Karkeron wurde entführt und auf einen Planeten gebracht, der als „Höllenwelt“ bezeichnet wird. Jedes menschliche Wesen, das diesen Planeten betritt, wird von einer Krankheit heimgesucht, die Mutationen und Genveränderungen mit sich bringt. Doch auch eine viel gefährlichere Wesenheit hat ihre Finger im Spiel. Atlan ist es derweil gelungen, Perry Rhodan davon zu überzeugen, einige Mutanten zu seiner Unterstützung abzustellen.

Im Abschlussband der „Höllenwelt“-Trilogie werden alle offenen Fragen beantwortet, lose Fäden aufgenommen und miteinander zu einem annehmbaren Ende verknüpft. Die Gastauftritte populärer Serien-Figuren setzen dabei dem I das Tüpfelchen auf. Trotz der spannenden Handlung werden auch die menschlichen Aspekte keinesfalls außer Acht gelassen.

Wie so oft gelingt es dem Autor Hans Kneifel, eine gesunde Balance zwischen Fiktion, Abenteuer und den persönlichen Konflikten der Akteure zu wahren. Immerhin ist er einer der absoluten ‚Experten„, wenn es um den weißhaarigen Arkoniden geht, und schuf einige der faszinierendsten Romane um diesen Charakter (insbesondere die „Zeitabenteuer“). Diese besondere Mischung bewirkt, dass Generationen von Lesern des „Perry Rhodan“- und „Atlan“-Universums ihren Helden seit Jahrzehnten die Treue halten.

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Rabenkind

Erstellt von Werner Karl am 1. August 2011

Gerrit Harm
Rabenkind
Das Schwarze Auge 127

(sfbentry)
Fantasy Productions, Erkrath, Originalausgabe: 12/2010
TB, Fantasy 11064
ISBN 978-3-89064-147-8
Titelillustration von Arndt Drechsler
Karte von Ralph Hlawatsch

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http://nandurion.de/blog/tag/gerrit-harm/
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Titel erhältlich bei Buch24.de
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Ein alter Mann fristet seit Jahren ein unmenschliches Dasein in einem Kerker. Seine Erinnerungen sind verworren, und seinen Namen hat er schon lange vergessen. Als er schon alle Hoffnung aufgeben will, jemals die Zelle verlassen zu können, wird er herausgeholt. Obwohl ihn Kriegstreiber übernehmen und er sich auf einer Reise, an deren Ende sein Tod stehen soll, befindet, genießt er die frische Luft und den Sternenhimmel. Eines Nachts scheint seine Erinnerung zu ihm zurückzukehren.

Das Dorf Dunkelbach: Hier leben die Bewohner friedlich miteinander und gehen ihrem Tagewerk nach. Die Heilerin Isinde Morgenrot wurde erst seit wenigen Jahren in die Dorfgemeinschaft integriert. Man fand sie einst im Wald. Ihr Körper und ihre Seele hatten schweren Schaden genommen, doch die weise Frau Luinde versorgte Isinde und erkannte die Fähigkeiten der jungen Frau. Jolin, ein Mann aus dem Dorf, bewundert die elfengleiche Schönheit der Frau, gleichzeitig ist sie ihm ein wenig unheimlich.

Eines Tages kommen zwei Männer ins Dorf. Diese geben sich als Magier und Söldner aus. Sie beziehen das Haus des verschwundenen Dorfmagiers, denn um diesen rankt sich ein Geheimnis, das es zu ergründen gilt. Gerrit Harm, Jahrgang 1982, ist gebürtiger Schleswig-Holsteiner. Mitte der 1990er Jahre entdeckte er seine Leidenschaft für „DSA“. Mittlerweile lebt und arbeitet er als Grundschullehrer in Berlin. Mit seinem Debütroman „Rabenkind“ tritt er in so große Fußstapfen wie die von Ulrich Kiesow und Daniela Knor. Diesen Sprung in die Welt von Aventurien schafft er mit Bravour. Gekonnt füttert der Autor den Leser mit kleinen Bissen und verschießt sein Pulver nicht sofort. Hier und da streut er Informationen über die einzelnen Protagonisten ein.

Bei dieser Story ist Rätselraten erwünscht. Spannung und Handlung sind gut bemessen und sorgen auch nach dem Ende der Story für wohliges Gruseln. Auch für Nicht-Kenner der „DSA“-Szenerie ist dieser abgeschlossene Roman zu empfehlen. Bücherwürmer, die an Magie mit dramatischen Elementen und darüber hinaus Spaß an detektivischem Rätselraten haben, werden sich mit dieser Story sehr wohl fühlen.

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Rhaens Ruf

Erstellt von Werner Karl am 25. Juni 2011

Rüdiger Schäfer
Rhaens Ruf
Atlan 22: Höllenwelt-Trilogie 1

„Perry Rhodan“ und „Atlan“ sind Eigentum von Pabel-Moewig-Verlag, Rastatt
FanPro, Erkrath, 2009
TB, SF 71022
ISBN 978-3-89064-197-3
Titelillustration von Arndt Drechsler

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www.ruedigerschaefer.de/
http://arndtdrechsler.com
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Atlan befindet sich auf einer diplomatischen Mission, der sogenannten ‚Good Will Tour„, bei der es darum geht, neue Handelsmöglichkeiten und wirtschaftlich günstige Verträge für die USO auszuhandeln. Während er auf dem Planeten der autarken arkonidischen Kolonie Maramond weilt, wird er von der Vergangenheit eingeholt. Die dringende Bitte seiner ehemaligen Geliebten Rhaen, ihr zur Seite zu stehen, kann er nicht ignorieren, zumal das Ersuchen seine Neugierde mehr reizt als die langweilige Mission. So folgt er, alarmiert von seinem Extrasinn, Rhaens Ruf.

Doch trotz aller Sicherheitsvorkehrungen wird kurz nach der Ankunft auf dem Planeten Reddeye ein Anschlag auf Atlan und sein Team von Sicherheitsspezialisten verübt. Damit bestätigen sich die Vorahnungen Atlans, und er stürzt sich mit Feuereifer mitten in ein neues aufregendes Abenteuer. Bald gilt es, so viele Rätsel zu lösen, dass die Grenzen zwischen Freund und Feind zu verschwimmen scheinen. Denn nichts ist so, wie es scheint!

Mit dem ersten Band der „Höllenwelt“-Trilogie legt Rüdiger Schäfer einen Band vor, der im Leser den Suchtfaktor auslöst. Die glaubwürdig eingeführten Protagonisten wie das Denar Quartett, dessen Mitglieder trotz schrecklicher Erlebnisse immer noch Atlan die Treue halten, werden ebenso interessant vorgestellt wie Rhaen Tolsom und ihr Familienclan. Auch seine aktuelle Freundin Decarree Farou ist ein starker Frauencharakter. Die Frauen im „Perry Rhodan“- bzw. „Atlan“-Universum sind (mittlerweile) durchaus in der Lage, sich selber zu helfen. Dass sie nicht bei jeder Kleinigkeit einen starken Mann an ihrer Seite brauchen, wurde emanzipatorisch über hunderte von Heften hinweg von den Lesern gefordert und spiegelt nun die Gleichstellung der Geschlechter wieder, wie sie in der Zukunft aussehen sollten.

Rüdiger Schäfer, Jahrgang 1965, las mit 10 Jahren seinen ersten „Perry Rhodan“-Roman und war sofort von dessen Protagonisten fasziniert. Der bekennende Bayer 04 Leverkusen-Fan verfasste bis heute vier „Atlan“-Romane. Er beschäftigt sich gern mit Naturwissenschaften und hat ein Faible für die theoretische Physik entwickelt. Der erste Band der „Höllenwelt“-Trilogie lässt Großes ahnen. Der Einfallsreichtum, mit der die Story auf den Weg gebracht wird, beeindruckt, und die Ideen lassen sich gut nachvollziehen. Die Protagonisten wirken durchweg realistisch.

Der Autor verzichtet dankenswerterweise weitgehend auf den Klischee behafteten Frauenverschleiß Atlans. Im Gegenteil, der Titelheld befindet sich seit 10 Jahren in festen Händen und scheint dieser Frau die Treue zu halten. In Konsequenz wird die Fortsetzung der Geschichte mit Spannung erwartet. Es ist alles vorhanden, was Leser und Leserinnen in „Perry Rhodan“ und „Atlan“ bevorzugt lesen: ein wenig Romantik, gepaart mit technischen Wunderwerken, sowie eine Action geladene, spannende Story, die mit immer neuen Wendungen aufwartet. Nicht umsonst lösten die Reihen solch einen Hype aus. „Perry Rhodan“ ist eine der ältesten und langlebigsten SF-Serien in Deutschland. Seit über vierzig Jahren schaffen es die Storys um Atlan, Gucky, Bully und Perry Rhodan, Generationen von Bücherwürmern zu faszinieren und immer neue LeserInnen hinzu zu gewinnen.

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Der Schrecken von Arlingen

Erstellt von Werner Karl am 25. Juni 2011

Thomas Walach-Brinek
Der Schrecken von Arlingen
Das Schwarze Auge 126

Fantasy Productions, Erkrath, Originalausgabe: 12/2010
TB, Fantasy 11063, Horror, Krimi
ISBN 978-3-89064-146-1
Titelillustration von Arndt Drechsler
Karte von Ralph Hlawatsch

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Der junge Gelehrte Geron di Montacci wird in das Fischerdorf Arlingen geschickt. Dort haben sich grauenhafte Morde ereignet. Die abergläubischen Bewohner sind fest davon überzeugt, dass hier etwas übernatürlich Böses sein grauenhaftes Werk vollzieht. Geron bewirkt bei seinen Ermittlungen, dass die Dorfbewohner einen Menschen als Täter ins Visier nehmen. Natürlich trifft ihr Misstrauen einen Zugezogenen. Bei diesem handelt es sich um den Jäger Hagunald. Als ein weiterer Dorfbewohner Opfer des Mörders wird, zieht ein wilder Mob los, um den Verdächtigen zu lynchen. Dabei wird Geron an seine Vergangenheit erinnert, in der er immer wieder erleben musste, wie Menschen, die voller Angst sind, schreckliche Taten begehen.

Im Laufe seiner Ermittlungen richtet sich Gerons Misstrauen zusehends auf die Effert-Geweihte Idra. Diese schafft es immer wieder mit gezielten Worten, die Dorfgemeinde nach ihrem Willen agieren zu lassen. Als die kleine Branwen geopfert werden soll, ist Geron entschlossen, das Kind zu retten. Unterstützung erhält er nur von seiner Geliebten Roana und seinem väterlichen Freund und Diener Grimaldo. Geron ist entschlossen, alles zu tun um den „Schrecken von Arlingen“ ein für alle Mal zu beenden.

Ein Gelehrter junger Mann kommt in eine vom Aberglauben zerfressende Dorfgemeinschaft, um seine Hilfe anzubieten. Diese ist nicht immer erwünscht, da die verschworene Gemeinde Fremden äußerst Misstrauisch gegenübersteht. Der Autor wirkt langsam ein Netz, um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Dabei verwebt er aktuelle Erlebnisse mit den früheren Erinnerungen und oft leidvollen Erfahrungen des Protagonisten. Die um ihn agierenden Personen wie die Dorfbewohner wirken dabei eher wie Statisten, während nur einige ausgewählte Charaktere wie Grimaldo, Roana und Idris sehr lebendig erscheinen. Allerdings ist die Hauptfigur selber nicht ganz unschuldig an dem, was ihr widerfährt. Der Tod geliebter Menschen prägte den jungen Mann, und so wird seine Person glaubwürdig und interessant dargestellt.

Die Erlebnisse des Geron di Montacci erinnern ein wenig an einen naiven Don Juan de Marco im Mix mit dem Kinofilm „Pakt der Wölfe“. Auch in diesem wird ein Dorf von einer mordenden Bestie terrorisiert. Damit hören die Ähnlichkeiten aber auch schon auf. Durch die Handlung zieht sich ein roter Faden – die Frage nach dem Täter -, der immer wieder aufgegriffen wird. Kleinste Hinweise animieren den Leser dazu, Spekulationen darüber anzustellen, wer wohl der Mörder ist. Am Ende des Bandes hält der Autor eine gewaltige Überraschung parat. Thomas Walach Brinek lebt und arbeitet in seiner Geburtsstadt Wien. Eines seiner Hobbys ist das Fechten. Seine Kenntnisse und auch das Wissen aus seinem Geschichtsstudium setzt er ein, um die Geschichte realistisch, anschaulich und dynamisch zu schildern.

Fans des Abenteuerspiels „Das Schwarze Auge“ werden diesen Mix aus Krimi und Horror-Story mit einem Hauch Fantasy sehr genießen. ‚Nicht-Fans„ erhalten ebenfalls die Gelegenheit, ein gutes Buch zu lesen, da es nicht unbedingt erforderlich ist, die Geschichte Aventuriens zu kennen.

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Die Prophezeiung von Sais

Erstellt von Werner Karl am 19. Mai 2011

Hans Kneifel
Die Prophezeiung von Sais
Atlan 28: Tamaran-Zyklus 1

(sfbentry)
„Perry Rhodan“ und „Atlan“ sind Eigentum von Pabel-Moewig-Verlag, Rastatt
Fantasy Production, Erkrath, 02/2010
TB, SF 71028, History, Fantasy
ISBN 978-3-89064-280-0
Titelillustration von Arndt Drechsler

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Seit dem Untergang von Atlantis befindet sich der Arkonide Atlan in einer Tiefseekuppel im Atlantischen Ozean. Die meiste Zeit verbringt er dort im Tiefschlaf. Sein Roboter Rico weckt ihn von Zeit zu Zeit, wenn er fremde Raumschiffe entdeckt oder der Meinung ist, dass interessante Veränderungen in der Geschichte der Erde zu beobachten sind. Atlan versucht in seinen Wachphasen alles, um die Menschheit zu fördern – um irgendwann wieder zu den Sternen und zu seinem Heimatplaneten Arkon zurückkehren zu können.

Im sechsten Jahrhundert vor Beginn der christlichen Zeitrechnung wird er wieder aus dem Schlaf geholt. Die Perser bedrohen das Ägyptische Königreich des Pharaos Ah„mes. Außerdem gibt es eine Prophezeiung, laut der ein weißer Krieger ein unbekanntes Volk, das sich ‚Helles Volk„ nennt, aus der Sklaverei befreien wird. Natürlich stellt sich Atlan die Frage, ob das Orakel von ihm spricht. Doch wer verbirgt sich hinter der geheimnisvollen ‚Goldenen„, die ebenfalls erwähnt wird? Atlan beschließt, seinen Zufluchtsort zu verlassen und beginnt zu recherchieren. Dabei muss er sich eine neue Identität zulegen, um am Hof des Pharaos Aufnahme zu finden.

Die Zeitreiseabenteuer von Atlan sind wohl die interessantesten Geschichten, die sich um den Arkoniden ranken. Die Autoren recherchieren hierfür die Geschichte der Menschheit und verknüpfen diese zu einzigartigen Sagas, die sich alle um diese beliebte Figur drehen. Auf diese Weise wird die Historie sehr lebendig, und die phantastischen Elemente tragen ihr Übriges dazu bei, um diese Romane immer wieder für die Leser zu reizvollen zu Lektüren machen. Das Cover wird von einem Frauenkopf dominiert, der mit seinem langen weißen Haar aussieht wie das weibliche Gegenstück zu Atlan. Der Kopfschmuck der Unbekannten ähnelt frappierend dem von Nofretete. Wieder einmal muss Atlan in das Schicksal der Menschheit eingreifen. Wie immer erhält er schnell weibliche Begleitung und genug amouröse Angebote, um sich die Zeit zwischen seinen Abenteuern zu vertreiben. Seinem Charisma erliegen die Ladys reihenweise. Seine Gespielinnen haben außer der Gemeinsamkeit, wunderschön und vom Wesen her ‚leicht blond„ zu sein, auch die Angewohnheit, in allen Situationen treu zu Atlan zu stehen.

Zuzüglich zu den romantischen finden sich abwechslungsreiche Action-Szenen, so dass der Unterhaltungswert des Romans für weibliche und männliche Leser gleichermaßen gewährleistet ist. Die Story lässt die einzelnen Figuren vor den Augen des Lesers zum Leben erwachen. Das alte Ägypten wird glaubhaft beschrieben. Beispielsweise spielen einige Kapitel im opulent ausgestatteten Palast des Pharaos bzw. dessen Harem mit all seinen Frauen und der internen Hackordnung, die sehr plastisch beschrieben wird. Wer eine kurzweilige Auszeit von der Wirklichkeit nehmen möchte, kann hier genüsslich in einem historischen „Atlan“-Abenteuer mit reichlichen SF-Elementen, ein wenig Romantik und sehr erotisch beschriebenen Liebesszenen schwelgen. „Atlan“-Fans werden sich nicht langweilen, doch auch Leseratten, die noch nicht das Vergnügen hatten, dem Arkonidenprinz zu ‚begegnen„, dürften an dieser Story viel Spaß haben. Immerhin bietet der erste Band des „Tamaran“-Zyklus„ die Gelegenheit, in die Welt von „Atlan“ und „Perry Rhodan“ hinein zu schnuppern.

Aufgeschlossene Bücherfreunde sollten sich diese Chance auf keinen Fall entgehen lassen! Außerdem ist der Autor Hans Kneifel einer der ‚alten Hasen„, die das „Perry Rhodan“- und „Atlan“-Universum über Jahrzehnte hinweg gestaltet und sehr viele interessante Geschichten erdacht haben, die so manchen Meilenstein in beiden Serien setzten.

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Die Himmelsfestung

Erstellt von Werner Karl am 19. Mai 2011

Peter Terrid
Die Himmelsfestung
Phantastische Romane aus Mythors Welt – Schattenland 2

(sfbentry)
Fantasy Production, Erkrath, 12/2009
TB 72002, Fantasy
ISBN 978-3-89064-190-4
Titelgestaltung von Ralf Berszuck unter Verwendung einer Illustration von Dirk Schulz, animagic

www.fanpro.com
www.mythor.de
www.animagic.com/home.html
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Nach der Entscheidungsschlacht zwischen Licht und Finsternis, dem ‚Allumeddon„, finden sich die Überlebenden an einem fremden Ort wieder, der sich ‚Schattenland„ nennt. Mythor erwacht in dieser magischen Welt, in der es Baumwesen und Monster verschiedenster Couleur gibt. Mythors Erinnerungen sind verschwommen, und nur langsam erinnert er sich an Begebenheiten aus der Vergangenheit. Ein böser Fluch liegt auf ihm, den er brechen muss, um seine wahre Bestimmung zu finden.

Unterwegs begegnen ihm Ilfa, die in dem Glauben aufgewachsen ist, ein Mann zu sein, und der Schrat Fryll. Die zauberkundige Krausen Tildi erweist sich ebenfalls schon bald als eine sehr nützliche Bekanntschaft. Mythor überlebt die Begegnung mit Unabitt, dem Henker des Aegyr. Dies verwundert Tildi sehr, steht dieser doch im Ruf, seine Opfer unerbittlich zu jagen und zur Strecke zu bringen. Sie kommt zu dem Schluss, dass Mythor nicht das Ziel war, sondern nur ein Mittel, das wahre Opfer zu finden: Tildi.

1980 veröffentlichte der Pabel-Moewig Verlag die Abenteuer von Mythor im Heft-Format und erreichte damit Fans, die auch „Conan“ lieben, erinnert der taffe Held doch sehr an den Cimmerier. Hans Kneifel, Werner Kurt Giesa und William Voltz erweckten damals Mythor und seine Welt zum Leben. Mit diesem Titel hatte sich die Autoren-Elite von „Perry Rhodan“ und „Atlan“ aufgemacht, die erste große Fantasy-Reihe in Deutschland zu etablieren. Mythors Geschichte geht munter im zweiten Band der „Schattenland“-Saga weiter. Der neue Zyklus um den rauflustigen und trinkfesten Frauenversteher wird in altbewährter Form fortgesetzt.

Diesmal hat sich Peter Terrid mit dem „Sohn des Kometen“ beschäftigt und beweist mit dem vorliegenden Roman, dass die Fantasy-Serie „Mythor“ nichts von ihrer Spannung und Faszination verloren hat. Dieser Folgeband enthält noch zwei weitere Romane aus dem „Mythor“-Universum. „Mythor“ werden auch Leseratten mögen, die Serien wie „Dragon“ oder „Maddrax“ schätzen.

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Caldaia

Erstellt von Werner Karl am 18. Mai 2011

Christian Lange
Caldaia
Das Schwarze Auge 125

(sfbentry)
Fantasy Productions, Erkrath, Originalausgabe: 11/2010
TB, Fantasy 11062
ISBN 978-3-89064-145-4
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Escalia von Hahnentritt und Baronin von Fremelsfelde befindet sich mitten in den Magierkriegen im Land Caldaia. Als ihre Burg zu fallen droht, bewirkt ein Zauber, dass die ganze Festung in die Zukunft geschleudert wird. Dabei begehen die Magier einen fatalen Fehler: Statt bloß für mehrere Tage wird das Kastell mit all seinen Insassen fast 440 Götterläufe (Jahre) in die Zukunft versetzt. Caldaia existiert in dieser Zeit nicht mehr, und Escalia muss hinnehmen, dass ihre Machtansprüche keine Geltung mehr haben. Bevor sie eine Entscheidung über ihr weiteres Vorgehen treffen kann, wird sie als Frevlerin verhaftet und eingekerkert. Wie gut, dass sie auch nach so langer Zeit außer Verwandten noch echte Freunde hat, selbst wenn diese der Magiergilde angehören!

Christian Lange hat mit „Caldaia“ eine gut durchdachte Geschichte abgeliefert. In seinem Roman wird eine ganze Stadt in die Zukunft versetzt, wo sie nun auf Gedeih und Verderb fremden Fürsten ausgeliefert ist. Diese schrecken vor keiner Intrige zurück, um die Machtverhältnisse stabil zu halten, fühlen sie sich doch von Escalias Person unter Zugzwang gesetzt. Vielleicht hat diese ja doch einen Anspruch auf einen Titel oder bewirkt, dass die Besitztümer neu verteilt werden. Escalia wird als junge, aufstrebende Baronin beschrieben, der das Wohl ihres Volkes über alles geht. Auch will sie ihrem toten Vater ‚Ehre„ machen. Umso schockierender ist für sie die Erkenntnis, dass sie in der neuen Zeit keinerlei Rechte mehr besitzt und ihr sogar nach dem Leben getrachtet wird. Doch sie lässt sich vom Schicksal nicht unterkriegen und kämpft mit fairen Mitteln darum, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Ihr zur Seite steht der Magier Eslam von Wagenhalt.

Obwohl die beiden ihre Differenzen haben, raufen sie sich im Angesicht der Gefahr zusammen. Ihre Nachkommin Ayla von Hahnentritt trägt ebenfalls ihr Scherflein dazu bei, Escalia zu helfen, ihren Platz in der ihr fremden Welt zu finden. Das Cover zeigt Escalia von Hahnentritt im Kriegeroutfit. Sie steht in einer Umgebung aus Feldern und Wiesen. Dabei dominiert der Hintergrund in allen Grün-Facetten, während Escalia mit ihren dunklen Haaren und dem ebenfalls dunklen, jedoch prächtig verzierten, enganliegenden Kampf-Dress einen reizvollen Kontrast darstellt. Seit 27 Jahren gibt es „DSA“: Das Licht der Welt erblickte dieses Rollenspiel am 07.02.1984 in Nürnberg. Es hat eine große, treue Fangemeinde finden können. Mittlerweile verfügen die Schöpfer über eine riesige Produktpalette, die nicht nur Spiele und Romane sondern auch Regelwerke u. v. m. umfasst.

Christian Lange kam 1993 mit dem Rollenspiel „Das schwarze Auge“ in Berührung, und „Caldaia“ ist sein „DSA“-Debüt-Roman. Das Schöne an der vorliegenden Geschichte ist, dass selbst Newcomer sich leicht auf die Erzählung um Escalia einlassen können und nach der Lektüre vielleicht mehr über diese reizvolle Welt, insbesondere den Kontinent Aventurien, erfahren wollen. Wer mehr wissen möchte, dem bietet die offizielle Homepage zahlreiche Hinweise und interessantes Hintergrundmaterial. „DSA“-Fans werden an dieser Geschichte ihre Freude haben, bietet sie doch einen beachtlichen Vorrat an inspirierenden Spiel-Ideen innerhalb des riesigen „DSA“-Universums.

Copyright © 2011 by Petra Weddehage (PW)

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Der Aschengeist

Erstellt von Werner Karl am 22. April 2011

Kathrin Ludwig / Mark Wachholz
Der Aschengeist
Aus dem Leben des G.C.E. Galotta Teil 3

(sfbentry)
Ein Roman in der Welt von Das Schwarze Auge   
FanPro
ISBN 978-3-89064-229-1
Spielwelt-Roman, 2009
Titelbild: Alan Lathwell nach einer Vorlage von Kathrin Ludwig
400 Seiten

www.fanpro.com
www.dasschwarzeauge.de
www.yambwi.wordpress.com (Homepage der Autorin)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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In der ausgedehnten Biographie des ehemaligen Hofmagiers und späteren Heptarchen Galotta erscheint 2009 mit dem Aschengeist der dritte Band. Das gemeinsame Projekt der freischaffenden Kathrin Ludwig und Mark Wachholz deckt die aventurischen Jahre 1003 BF bis 1006 BF ab. Inhaltlich ist dies der Zeitraum nach Galottas Niederlage beim Zug der 1000 Oger, in der der gebrochene Magus zunächst in der Versenkung verschwindet. Erst deutlich später wird sein Schicksal wieder zaghaft von einzelnen Schreiberlingen aufgenommen. Über diese Zeit ist wenig mehr bekannt, als dass Galotta angeblich in Brabak gesichtet worden sein soll. Der Zeitraum ist deutlich enger gefasst, als bei den beiden Vorgängern, auch wenn der Umfang des Bandes gestiegen ist. Der Aschengeist taucht dabei noch einmal tiefer in die Psyche Galottas ein und  thematisiert insbesondere seinen neuen Weg und die Verführung durch den erzdämonischen Herrn der Rache. Allein diese Fakten machen bereits deutlich, dass Der Aschengeist keine Lektüre für den Gelegenheitsleser ist, der zufällig einen DSA-Roman in der Hand hält. Zumindest mit dem Hintergrund der Spielwelt Aventurien sollte man vertraut sein, die Kenntnis der beiden ersten biographischen Bände kann sicher nicht schaden.

Zu Beginn des Romans finden wir Galotta als gebrochenen, ja verwirrten Mann vor. Dank einer Kurzübersicht über die beiden Vorgängerromane kann sich der Leser jedoch schneller orientieren und erkennt bereits hier, dass der Erzämon Blakharaz ein Auge auf den verzweifelten Mann geworfen hat. Nur mit dämonischer Hilfe gelingt es Galotta zu entkommen, woraufhin es ihn auf unbekannten Wegen nach Brabak verschlägt. Dort wird er mehr tot als lebendig von dem leichensammelnden Nekromanten Polberra aus dem Sumpf gefischt. Wenn man sich Galottas Werdegang bis zu diesem Punkt klar macht, dann wird bereits geographisch deutlich, welchen Abstieg die einstige Spektabilität zu Elevina hinter sich hat. Aus dem auch Zentrum der Macht im zentralen Mittelreich ist Galotta nun buchstäblich am Ende der Welt angekommen. Keine magische Einrichtung hat in Aventurien einen schlechteren Ruf, als die Dunkle Halle der Geister zu Brabak. Der ehemalige Weißmagier trifft hier auf die verrufensten Schwarzmagier des Kontinents. Doch damit ist es nicht genug, die beiden Autoren setzen noch einen drauf. Nachdem er den Zug der Tausend Oger entfesselt hat, wird der verstoßene Leibmagier des Kaisers nicht nur auf dem ganzen Kontinent gejagt, seine Verletzungen sind so schwer, dass er selbst seine magischen Kräfte verloren hat. Dies ist also gewissermaßen die Ausgangslage Galottas in Brabak.

Während Galotta sich in Brabak mehr schlecht als recht von seinen Wunden erholt und nur mit Hilfe des vollendeten Heilers Polberra Fortschritte erzielt, betrachten die Autoren einen Nebenplot, der seinen Anfang ebenfalls an der Ogermauer nimmt. Unter den Kämpfern gegen die Oger befand sich auch der Söldner Brander Berre und seine Gefährten. Zumindest Ersterer dürfte Veteranen des Schwarzen Auges bekannt sein, hatte er doch im offiziellen Aventurien bereits einen prominenten Auftritt, der freilich innerhalb der Spielwelt nach dem vorliegenden Roman liegt. Stilistisch gesehen stellen die Episoden um Brander Berre und seine Gefährtin einen Kontrast zu den düsteren und oft deprimierenden Texten um die Brabaker Magier und ihren berühmten Gast dar. Zugleich ist es aber auch ein alternativer Entwurf zu Galottas Weg. Der Söldner strebt zwar ebenfalls nach Rache für seine gefallene Gefährtin, die Opfer seiner eigenen Ambitionen wurde, doch lässt er sein Herz davon nicht so vergiften wie der Gejagte Magus, dessen Gedanken unablässig um Vergeltung kreisen.

Doch selbst das Ende der Welt ist nicht weit genug weg für einen Mann wie Galotta. Sein Ruf ist selbst bis nach Brabak gedrungen und so gerät er auch hier zwischen die Fronten widerstreitender Interessen. Der Nekromant und Seelenheiler Polberra steht dabei für die den Magierphilosophen und Freidenker, der Galotta einst war. Erst seine Heilkunst ermöglicht es Galotta sein Leben zurückzugewinnen. Ihm gegenüber steht die Hexe Axzimona, die sich selbst von Nahema gedemütigt sieht und Galotta als Verbündeten für ihre Rache sieht. Sie macht dabei keinen Hehl daraus, dass Dämonen und andere Mächte ihr nur recht kommen, solange sie nur ihrer Rache dienen. Mit Hilfe dieser beiden Figuren spinnen die beiden Autoren nun eine Geschichte, deren Verlauf man ebenso gut als Kampf um Galottas Seele deuten könnte. Dem Schwarzen Mann gerade erst mit Polberras Hilfe entkommen, lässt sich Galotta auf die Verführungen der Hexe ein. Sie ist es auch, mit deren Hilfe der Magus seine Zauberkraft zurückgewinnt und ihm erneut jene Macht in die Hand gibt, die ihn erst auf diesen Weg geführt hat.

All diese Entwicklungen betten die Autoren ein, in die dichten Schilderungen des Schauplatzes, die Brabaker Akademie. Mit viel Liebe zum Detail werden hier die tiefgreifenden Fachkenntnisse eines Magister Terbysios geschildert, der in uralten Gedichte nach verlorenem Wissen sucht oder die geübten Abwehrmaßnahmen der Lehrkörper bei misslungen Beschwörungen. Kulminationspunkt ist schließlich die der Angriff von Galottas Häschern, bei dem auch ein zu Lehrzwecken beschworener Dämon außer Kontrolle gerät. Als Galotta sich im aufkeimenden Chaos bei der Akademieleitung erkundigt, gib die Spektabilität eine Antwort, die wie eine Prophezeiung für Galotta selbst wirkt. „Es sind natürlich Heshthotim. Wenn es Ärger gibt, sind es immer die Aschengeister. Irgendjemand begeht immer wieder den Fehler und unterschätzt sie.“ So ergeht es auch Galotta, der sich einer Überzahl der Aschengeister entgegenstellt und unbewusst einen weiteren Schritt in Richtung Verdammnis tut. Nicht von ungefähr lassen die Autoren kurz zuvor einen Lehrkörper den mythischen Ursprung des Rachedämons berichten, demnach dieser einst ein von Rache getriebener Magier gewesen sein soll.

Im letzten Teil erkunden Galotta und die Hexe Axzimona eine astrale Störung in den Brabaker Sümpfen. Dieser Abschnitt wirkt etwas angefügt, da sich der Fokus deutlich ändert. Statt Innenansichten von Akademie und Magier ist Expedition und Action gefragt. Mit Hilfe der Hexe gelingt es Galotta einen alten Visar-Tempel der Wudu zu erkunden und ein überaus machtvolles Artefakt in seinen Besitz zu bringen. Auch wenn Galotta noch weitere Jahre in Brabak verbringt, so ist der entscheidende Schritt in seiner psychologischen Entwicklung doch am Ende getan. Wohl wissend um die Gefahren, die das Artefakt der Wudu mit sich bringt, wendet er sich von seinem Retter Polberra ab und beginnt mit der Hexe Axzimona jene Pfade zu erforschen, die ihn schließlich in die Verdammnis führen. Das Ende lässt dabei keinen Raum für häufig behauptete Rechtfertigungen. Von der Macht verführt und von seinem verletzten Hochmut angetrieben wendet der einstige Magierphilosoph sich jenen Mächten zu, die ihm Rache versprechen für die erlittenen Demütigungen. Er wird selbst zum Aschengeist, der letztlich nur für seine Rache kämpft.

Insgesamt liefert Der Aschengeist guten Lesestoff, wenn man sich von dem doch sehr speziellen Thema nicht schrecken lässt. Viele Elemente des aventurischen Hintergrundes werden so anschaulich eingewoben, dass sie auch Nicht-DSAler inspirieren mögen. Zwar ist Galotta mit seinen ketzerischen Thesen in der weißen Gilde nicht gut gelitten, doch in Brabak prallt der konservative Kontrollfanatiker auf die freidenkerischen Pragmatiker. Neben diesem Gegensatz wird Galotta durch die intuitive Magie der Hexe mit einem weiteren Denkansatz konfrontiert, der ihm völlig fremd ist. Obschon die Hexe sich ebenfalls mit Beherrschungsmagie beschäftigt, gestaltet sich die Zusammenarbeit mit ihr ungeheuer schwer. Was soll ein hochdekorierte Akademiker auch sagen auf die Worte: „Sprich nicht darüber – tu es einfach“.

Nicht ganz einfach ist das Voranschreiten der einzelnen Handlungsfäden über den ganzen Roman hinweg. Zunächst steht die Heilung Galottas im Vordergrund, die immer wieder aufgelockert wird durch die helleren Episoden mit den beiden Söldnern. Bis zum ersten Höhepunkt entwickelt sich daraus der Kampf um Galottas Leben und seine Seele. Dabei gelingt insbesondere die Charakterisierung Polberras, so dass dieser Galotta bisweilen den Rang abzulaufen scheint. Nachdem Angriff der Söldner endet jedoch der Handlungsfaden um Galottas Genesung parallel mit dem Absacken der Geschehnisse um Brander Berre. Die Entwicklungen von Galottas Seelenleben vermögen dies nur bedingt zu tragen, da Polberra im Folgenden kaum noch auftaucht. Immerhin versuchen die Autoren diesen Bruch noch einmal mit Hilfe eines Motivs zu überwinden, dass die gesamte Biographie über zu sehen ist. Die Ewige Stadt, deren Ort ebenso ungewiss ist, wie der Umstand ob sie in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft existiert, ist Galottas Schicksalsmotiv. Seit der Prophezeiung Nahemas verfolgt ihn diese mysteriöse Stadt, die unter schwarzen Wolken liegen soll und deren Türme Galotta bereits in seinen Träumen zu sehen beginnt. Kenner des jüngeren Aventuriens werden in diesem Mythos unschwer das Vorbild für Galottas Yol-Ghurmak erkennen.

Fazit

Der dritte Teil der Biographie des Gaius Cordovan Eslam Galotta geht wesentlich stärker in die Tiefe als seine Vorgänger. Die Erzählung wird wesentlich dichter und die Autoren trauen sich an eine Charakterstudie, die wesentlich weniger von äußeren Handlungen getrieben ist als zuvor. Wenngleich der letzte Teil inhaltlich etwas bricht, sind die Texte stilistisch gewachsen und es finden sich immer wieder Passagen, die den Geist Aventuriens atmen. Nachdem nun hier die Biographie durch die feine Zeichnung der Figuren erst ihrem wahren Anspruch gerecht wird, liegt die Zukunft allerdings im Ungewissen. Die Liason mit Axzimona und das ungeborene Kind Galottas öffnen noch einmal Pfade jenseits der Rache. Das mächtige Artefakt in Galottas Händen birgt ebenfalls eine Geschichte die erzählenswert sein mag. Zwei Probleme ergeben sich jedoch bei der Fortführung der Biographie. Zum einen wird sich Galottas Wandlung vom Freidenker zum Gefäß der Rache immer schneller vollziehen und der Geschichte wiederum einen Teil ihres Reizes nehmen. Zum anderen stellt sich die Frage, wer nach dem Rückzug von Mark Wachholz aus der Arbeit für das Schwarze Auge die Arbeit übernehmen würde. In jedem Fall kann Der Aschengeist all jene Leser zufrieden stellen, die sich näher mit der Person Galottas und seinem Werdegang beschäftigen wollen. Der Roman liefert hier ein Paradebeispiel für einen Gefallenen unter den Mächtigen, dessen Herz sich der Finsternis zuwendet und mag damit auch andere Figuren inspirieren. Auch die Liebhaber aventurischen Fluffs kommen hier auf ihre Kosten, selbst wenn das schreiberische Potential der Autoren wohl noch nicht voll ausgereizt ist.

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