Fischer

Tödliche Post

Ausländertücke scheint hinter einer Verfolgung zu stecken, der eine junge Frau und ihre Pflegetochter ausgesetzt sind. Verkompliziert wird die Sache durch eine Erbschaft, deren Nutznießer durch Mord ausgedünnt werden … – Klassischer „Frau-in-Gefahr-aber-Mr.-Right-ist-nahe“ Thriller, der die Heldin geschickt unter Druck setzt und bis zuletzt für Verwirrung sorgt, wobei die Autorin für eine zunehmend beklemmende Atmosphäre des Verdachts und der Angst sorgt: ungeachtet vieler Klischees spannend.

Ein kerngesunder Tod

Im norwegischen Trondheim werden Nachwuchssportler per Doping zu Höchstleistungen gebracht – oder zu Tode, weshalb Kommissarin Anne-kin Halvorsen in ihrem dritten Fall gegen eine Mafia antritt, gegen die sich ihr klassisches Vorbild als geradezu schwatzhaft erweist … – Schon angejahrter aber inhaltlich keineswegs veralteter Krimi, dessen Autorin erfreulich zügig und ohne allzu ausgeprägten skandinavischen Weltschmerz ihr Garn spinnt.

Frauen reden zuviel

Als in einer nur scheinbar noblen Pension ein Gast auf unnatürliche Weise stirbt, wird eine junge Frau als Sündengeiß missbraucht, bis ein findiger Polizist ein Komplott aufdeckt … – Auch dieser Krimi des Schriftstellers Seldon Truss ist es wert, der Vergessenheit entrissen zu werden: Mit viel Humor werden „Whodunit“-Klischees auf die Spitze getrieben, ohne dass dadurch Spannung und Handlungslogik leiden. Für die Fans des Genres ein Geheimtipp!

Die Schattenhand

Anonyme Briefe sorgen dafür, dass sich die Bürger eines englischen Dorfes gegenseitig beschuldigen und belauern; als sich eines der Opfer umbringt und die Polizei erfolglos bleibt, mischt sich Amateur-Ermittlerin Jane Marple ein … – Der dritte Miss-Marple-Roman ist eigentlich keiner, da die berühmte Ermittlerin nur eine Gastrolle spielt. An der rätselkrimitypischen Spannung ändert dies nichts, auch wenn die von Christie präsentierte Anti-Dorfidylle stärker beeindruckt als die Auflösung.

Tragödie in drei Akten

Der scheinbar zufällige Tod eines Geistlichen erweist sich als Glied einer komplex verschlungenen Kette krimineller Taten, mit der einer alten Tragödie mörderisch neues Leben eingehaucht wird … – Im 16. Roman um den Privatermittler Hercule Poirot zeigt sich Agatha Christie auf der Höhe ihrer Krimi-Kunst: Plot, Story und Figurenzeichnung wirken nicht altmodisch, sondern zeitlos.

Der Krieg der Welten

Vom Mars kommen intelligente aber skrupellose Wesen auf die Erde, um sich hier eine neue Heimat zu schaffen. Die menschliche Zivilisation wird ausgelöscht, die hilflose Bevölkerung wie Nutzvieh gehalten. Der Untergang steht bevor, als sich die Natur einmischt … – Klassischer SF-Roman aus dem Jahre 1898, spannend verfasst von einem Vollblutschriftsteller, der die Handlung mit vielen philosophischen Fragen anreichert, was indes den Erzählablauf nie stört: ein zeitloses Meisterwerk, das mehr als ein Jahrhundert nach der Entstehung sein Publikum mit Leichtigkeit findet und auch zukünftig finden wird.

Die Zeitmaschine

Ein Zeitreisender gerät in eine ferne Zukunft, in der die Menschen das Paradies auf Erden geschaffen zu haben scheinen. Doch buchstäblich unter der Oberfläche lauert die hässliche Wahrheit … – Einer DER Klassiker der Science-Fiction-Literatur und bereits als solcher über Kritik eigentlich erhaben; allerdings ist dieser Kurzroman tatsächlich zeitlos spannend und immer noch eine Lektüre wert!

Polizeirevier 52, New York

Ein großer Gangster-Fisch will gegen das Syndikat aussagen, doch dessen Killer sind schneller. Dem blamierten Cop bleiben sechs Stunden, um seinen Kopf zu retten; er setzt das Wissen des Toten für einen privaten Feldzug ein … – Rasanter Polizei-Thriller, der ebenso spannend wie nüchtern vom Allein-gegen-alle-Kampf gegen das Böse erzählt. Seinen Klassikerstatus gewann der Roman durch die meisterhafte Verfilmung mit Steve McQueen in der Rolle des Polizisten („Bullitt“, 1968).

Das Haus an der Düne

Als unter seinen Augen ein Mordanschlag verübt wird, fühlt sich Meisterdetektiv Hercule Poirot herausgefordert. Mit seinem treuen Gefährten Hastings lädt er sich selbst in das Haus an der Düne ein, welches von einer fidelen Gesellschaft bewohnt wird. Darunter befindet sich ein kaltblütiger Mörder, der sein Glück erneut versuchen wird … – Der Wettlauf mit dem genretypisch gut getarnten Übeltäter ist klassisch spannend, wird aber von den penetranten Possen des eingebildeten Poirot künstlich dramatisiert: ein ‚nur‘ mittelmäßiger Krimi der englischen „Queen of Crime“.

Dreizehn bei Tisch

Warum hat Lady Edgware den verhassten Gatten erdolcht, obwohl der mit der Scheidung einverstanden war? Meisterdetektiv Hercule Poirot muss seine „kleinen grauen Zellen“ mächtig anstrengen, um einem (beinahe) perfekten Mordkomplott auf die Schliche zu kommen … – Der siebte Poirot-Roman bietet klassische britische Krimi-Kunst vom Feinsten; die Verfasserin lockt ihre Leser geschickt und gleich mehrfach auf falsche Fährten: ‚Gemütlicher‘ geht Mord wirklich nicht!