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neuauflage

Der Mann, der seinen Kopf verlor

Erstellt von Werner Karl am 11. Februar 2011

Jacques Futrelle/Michael Koser
Der Mann, der seinen Kopf verlor
Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen – Die Denkmaschine 04

Folgenreich, Berlin, 10/2010
1 CD, Hörspiel, Thriller
ISBN 978-3-8291-2401-0
Laufzeit: ca. 63 Min.
Sprecher: Friedrich W. Baumschulte, Klaus Herm, Eva Manhardt u. a.
Musik von Myron Romanul/Scott Joplin, Francois Glorieux
Titelgestaltung von Lars Vollbrecht und Gerd Pircher

www.folgenreich.de
www.futrelle.com
www.profvandusen.com/koser.htm

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Professor van Dusen hat es nicht leicht, wird er doch häufiger aus seinen Forschungen gerissen, weil Menschen seinen Rat suchen. Schließlich ist er „die Denkmaschine“ und damit weit über die Grenzen der Stadt bekannt.

Diesmal wird ihm ein besonders kniffliger Fall angetragen: Ein Mann, der laut eigenem Bekunden sein Gedächtnis verloren hat, bittet um seine Hilfe. Trifft dies zu? Was ist dem armen Mann widerfahren? Warum hat er 10.000 Dollar in seiner Tasche? Und welche Verbindung gibt es zwischen dem Mann ohne Gedächtnis und einem Millionenraub viele Meilen entfernt?

Nach eigenem Bekunden schrieb Michael Koser den eigentlichen Plot um, da ihm diese Version besser gefiel. In Ermangelung des Originals kann man leider nicht sagen, ob dies eine gute Entscheidung war. Spannend und interessant ist das Hörspiel auf jeden Fall. Die Geschichte ist geschickt aufgebaut, überraschende Wendungen lassen den Hörer bis zur Auflösung im Unklaren, was es denn nun mit dem Mann ohne Gedächtnis auf sich hat. Am Ende, wenn van Dusen eins und eins zusammenzählt und die Lösung präsentiert, nickt man zufrieden – es ist logisch.

Als Extra wartet auf den Zuhörer ein weiterer Blick hinter die Kulissen. „Der Mann ohne Gedächtnis“ bietet eine mysteriöse Story und ist gekonnt vorgetragen. Das macht Lust auf die weiteren Folgen!

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen (GA)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Im Haus des Todes

Erstellt von Werner Karl am 10. Februar 2011

Lars Peter Lueg, Devon Richter und Nikola Frey
Im Haus des Todes
Jack Slaughter – Tochter des Lichts 11

LPL Records/Folgenreich, Berlin, 08/2010,
1 CD, Grusel-/Mystery-Hörspiel-Parodie
ISBN 978-3-8291-2357-0
Laufzeit: ca. 61 Min.
Sprecher: Till Hagen, Simon Jäger, David Nathan, Arianne Borbach, Gisela Fritsch, H.-D. Klebsch, Rainer Fritzsche, Jan Spitzer u. a.
Musik von Andy Matern
Cover und Artwork von Alexander Lux, torius

www.folgenreich.de
www.jack-slaughter.de
www.andymatern.de/
www.torius.net/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die „Tochter des Lichts“ und ihre Kampfgefährten genießen es, dass sie jetzt mit staatlicher Erlaubnis das Böse bekämpfen dürfen und nicht immer in Konflikt mit den Behörden geraten. Aber das bringt natürlich auch Aufträge mit sich, die es in sich haben – wie man letztes Mal gesehen hat. Mit Dr. Doom sind sie noch nicht wieder aneinander geraten, aber das muss nichts heißen, denn der verrückte Wissenschaftler, der zum Dämon geworden ist, hat genügend andere Versuchsobjekte, an denen er die Zaubersprüche und Flüche aus H.A.S.S. ausprobieren kann.

Sein Opfer ist diesmal Mr. Happy. Der erfolgreiche Entertainer eröffnet einen Freizeitpark am Rande von Jacksonville, um der Bevölkerung ein wenig Unterhaltung und Ablenkung zu schenken und Freude und Glück zu verbreiten – etwas, was er als seine Berufung ansieht. Leider hat er einen Teil der Attraktionen über dem unterirdischen Domizil von Dr. Doom errichtet, und der reagiert recht allergisch auf den Lärm und die vielen Menschen. So verflucht er Mr. Happy kurzerhand, nachdem eine direkte Beschwerde nichts nutzte. Der Mann soll von nun an unbändigen und unstillbaren Hunger auf herzhafte Speisen haben. Und das bezieht leider auch Menschen mit ein. Als Mr. Happy merkt, was mit ihm los ist, ist es bereits zu spät, und er hat sein erstes Opfer verspeist, so dass er sich an niemanden mehr wenden kann. Angenehmerweise liefert der Freizeitpark immer wieder Nachschub an schmackhaftem Essen und die Geisterbahn den idealen Ort, um die Überreste los zu werden.

Doch genau über die stolpern Jack und seine Freunde, als sie den Gerüchten über verschwundene Menschen und ein Monster nachgehen, das zwischen den Attraktionen sein Unwesen treiben soll. Auch wenn Dr. Doom die Helden nicht direkt konfrontiert, so müssen sich Jack und seine Freunde doch mit den Auswirkungen des Dämonenfluchs herum schlagen. Dies ist bereits der zweite Fall dieser Art. Aber das stört nicht, da die Folge sich sehr stark von der vorhergehenden unterscheidet. Diesmal nehmen die Autoren nicht den Werwolf-Mythos sondern die mit Jahrmärkten einhergehenden Klischees auf den Arm. Aber sonst ist alles beim Alten, denn wie immer stellen sich Jack und Tony besonders dümmlich an und sorgen für die nötigen Kalauer, während Dr. Kim Novak den Überblick behält und ihre beiden Mitstreiter zu lenken weiß. Letztendlich entdeckt man neben Leichen auch noch den Täter, setzt Lebensmittel als interessante Waffen ein und findet eine Lösung für das Problem.

Aber was will man von „Jack Slaughter“ auch anderes erwarten? Die Serie ist und bleibt eine Parodie, die die Klischees des Genres voll ausnutzt und ad absurdum führt. Die Gags sind hin und wieder zwar ziemlich derb, gehen aber glücklicherweise auch diesmal nicht unter die Gürtellinie, so dass man sich entspannt zurücklehnen und die neuen Abenteuer der kauzigen Chaoten genießen kann. Wie immer leisten die Sprecher gute Arbeit, selbst in den kleinen Rollen merkt man die Freude an dem schrägen Humor der Serie. Es bleibt zu hoffen, dass auch die weiteren Folgen von „Jack Slaughter“ den Charme versprühen, den diese Episode wieder einmal durch ihre verrückten Ideen und frechen Gags im Zusammenspiel mit den sympathischen Helden und Chaoten hat.

Copyright © 2011 by Christel Scheja (CS)

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Das sicherste Gefängnis der Welt

Erstellt von Werner Karl am 19. Januar 2011

Jacques Futrelle/Michael Koser
Das sicherste Gefängnis der Welt
Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen – Die Denkmaschine 02

Folgenreich, Berlin, 10/2010
1 CD, Hörspiel, Thriller
ISBN 978-3-8291-2399-0
Laufzeit: ca. 49 Min.
Sprecher: Friedrich W. Baumschulte, Klaus Herm, Eva Manhardt u. a.
Musik von Myron Romanul/Scott Joplin, Francois Glorieux
Titelgestaltung von Lars Vollbrecht und Gerd Pircher

www.folgenreich.de
www.futrelle.com
www.profvandusen.com/koser.htm

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Einem wahrhaft intelligenten Menschen ist nichts, wohlgemerkt nichts unmöglich.“ Eine Feststellung die Prof. Dr. Dr. Dr. van Dusen, genannt „die Denkmaschine“, bei einem gemütlichen Dinner trifft. Und eine Behauptung, die er beweisen möchte. So lässt sich van Dusen auf eine höchst bizarre Wette mit seinem Freund, Gefängnisdirektor Ransome, ein. Binnen eine Woche, so der Professor, könne er aus dem sichersten Gefängnis der Welt entfliehen; eben jenem von Ransome. Und so ist es abgemacht: Der Professor zieht in Zelle 13 ein, die Todeszelle.

Eine Woche bleibt ihm, um Stahl und Beton zu überlisten; allein mit Hilfe seiner Intelligenz. Ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, selbst für die Denkmaschine. Mit dieser Erzählung fing es einst an, denn dies ist die eigentlich erste Geschichte mit van Dusen. Futrelle schrieb sie als Mehrteiler; Montag bis Freitag erschien je ein Teil. Die letzte Folge mit der Auflösung sparte man sich jedoch für den Sonntag auf. Die Leser sollten ihre Lösung einschicken, es gab Preise zu gewinnen. Ein Erfolg für die Zeitung und auch für Futrelle und „van Dusen“, so dass weitere Geschichten folgten.

Das vorliegende Hörspiel ist aufgrund des Plots streng auf wenige Personen und Handlungsorte beschränkt. Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch, denn die Lösung ist nicht unbedingt trivial. Es macht Spaß, der Erzählung zu folgen; zumal sie einen Einblick in eine andere Zeit liefert. Erfrischend ist auch, dass man es nicht mit dem britischen Empire zu tun hat, sondern mit den USA um die Jahrhundertwende. Unterschiede zwischen Holmes und van Dusen sind daher unübersehbar, auch wenn beide ihren scharfen Verstand nutzen, um einen Fall zu lösen. Und so wie bei Holmes ist es ein Erzähler, der den Plot wiedergibt. Offenbar konnte sich auch Futrelle nicht gänzlich von Doyle lösen. Als Bonus gibt es Berichte von Michael Koser und anderen Beteiligten, die einen Blick hinter die Kulissen erlauben.

„Das sicherste Gefängnis der Welt“ ist ein gut gemachtes Hörspiel, das Lust auf mehr macht und durchaus erahnen lässt, warum sich die Serie so lange hielt und noch heute großer Beliebtheit erfreut. Sehr empfehlenswert!

Copyright © 2010 by Gunter Arentzen (GA)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Der Seelenkünder II/II

Erstellt von Günther Lietz am 19. Januar 2011

Der Seelenkünder II/II
Point Whitmark 30

(sfbentry)

Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert, Markus Segschneider, Volker Sassenberg & Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Ramona Heinisch
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie & Produktion: Volker Sassenberg

1 Audio-CD
Länge: ca. 63 Minuten
ISBN 978-3-8291-2324-2
http://www.folgenreich.de

Sprecher: Jürg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Bodo Henkel, Gerald Paradies, Dominik Freiberger, Holger Michel, Bert Stevens, Günter Burchert, Engelbert von Nordhausen, Sabrina Heuer  u.a.

Mit “Der Seelenkünder II/II” kommt die nun dreißigste Episode der Detektivserie “Point Whitmark” daher, sozusagen ein runder Geburtstag, der mit dieser Doppelfolge gefeiert wird. Herzlichen Glückwunsch!

Jay und Tom hat es an Bord der Isidora verschlagen, einem alten Segelschiff mit erst einmal unbekanntem Kurs. Die beiden jugendlichen Spürnasen befinden sich zwar in einer brenzligen Situation, meistern diese aber mit Bravour und lernen an Bord des Schiffs allerlei merkwürdige Gestalten kennen. Allen voran Papa Caballero. Die Figuren sind leicht überzeichnet, was aber zur dichten Atmosphäre beiträgt.

Im Gegensatz zu den Darstellern schwächelt allerdings das Skript. Der Einstieg verkommt zur Orientierungslosigkeit und macht es dem Hörer schwer, sich zurechtzufinden. Zwar ist “Der Seelenkünder II/II” auch ohne Kenntnis der vorherigen Folge verständlich, aber richtig Spaß kommt erst mit der vollständigen Doppelfolge auf. Immerhin erscheinen ja einige der Nebenfiguren in beiden Episoden.

Wie bereits geschrieben, das Skript schwächelt ein wenig und lässt Lücken in Konsistenz und Dramatik. Zwar meistern die Schauspieler ihre Rollen hervorragend, sind aber unfähig diese Lücken vollständig zu füllen. Offenbar wurde im Eifer des Gefechts und der Vorfreude auf den runden Geburtstag vergessen, sich die Geschichte mal genauer durch den Kopf gehen zu lassen. Vor allem aus der Sicht eines einfachen Zuhörers, dem größeres Hintergrundwissen oder auch Detailwissen fehlt. Den Beschreibungen mangelt es zeitweise auch an Genauigkeit, vor allem zu Beginn. Zwar hagelt es einige Informationen, trotzdem entsteht kein genaues Bild von der Kiste, der Luke und dem Drumherum. Alles wirkt konfus. Das ist Schade.

Glücklicherweise bessert sich die Handlung nach hinten raus und kommt wieder ins richtige Fahrwasser. Dann gewinnt die Geschichte auch langsam an Spannung. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack, denn ein richtiger Knaller ist es einfach nicht.

“Der Seelenkünder II/II” ist recht leidliche Unterhaltung, aber kein Höhepunkt der Serie. Handwerklich wird einiges geboten, denn Musik und Klang wissen zu überzeugen. Das gilt auch für die Sprecher. Doch es fehlt einfach am fehlenden Funken, der ein Feuerwerk in Gang setzt. Schade. Was bleibt ist eine durchschnittliche Folge “Point Whitmark”.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Bei Buch24.de

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Der Seelenkünder

Erstellt von Werner Karl am 11. Januar 2011

Volker Sassenberg
Der Seelenkünder 1 (von 2)
Point Whitmark 29

Decision Products (Folgenreich), München, 08/2010
1 CD im Jewel-Case
Hörspiel, Mystery, Abenteuer
ISBN 978-3-8291-2323-5
Laufzeit: ca. 64 Min.
Sprecher: Jörg Löw, Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss,
Bodo Henkel, Gerald Paradies, Dominik Freiberger u. a.
Titelbild von Ingo Masjoshusmann
Musik von Matthias Günthert, Volker Sassenberg

www.pointwhitmark.de
www.folgenreich.de
www.wordart.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Im Mittelpunkt der Hörspielserie „Point Whitmark“ stehen die drei jungen Reporter Tom Cole, Derek Ashby und Jay Lawrence, die in dem kleinen Küstenort an der amerikanischen Ostküste einen lokalen Radiosender betreiben.

Diesmal sind sie in Casa Vargas zu Gast, wo ein spanisches Hafenfest stattfindet und nicht nur in Musik, Tanz und Essen mediterranes Flair aufkommen lässt. Auch die drei Männer haben am Strand etwas ganz Besonderes vorbereitet. Dabei behalten sie aber auch den mysteriösen Luiz del Santo im Auge, der nicht bloß Kleidung aus dem 16./17. Jh. trägt, sondern auch noch allen Ernstes behauptet, einst Hofastronom des spanischen Königs gewesen zu sein. Derek, Tom und Jay wissen, dass durchaus etwas dran sein könnte, denn immerhin sind sie schon oft genug mit dem Geheimnisvollen in Berührung gekommen. Doch es soll ihnen schlecht bekommen – zumindest einem von ihnen: Del Santo lässt Jay vor Publikum verschwinden. Zwar kommt er schon bald wieder zurück, doch seine Freunde müssen feststellen, dass er anders ist und sich immer stärker verändert …

So bleibt ihnen nichts anderes, als herauszufinden, was mit ihm passiert ist und welches Mysterium der angebliche Astronom vor ihnen und der Welt versteckt. „Der Seelenkünder“ ist der Auftakt zu einem Zweiteiler, so dass in dieser Episode nur Fragen aufgeworfen, aber nicht unbedingt aufgelöst werden, und sich die Autoren Zeit genommen haben, nicht nur die Atmosphäre, sondern auch den Hintergrund aufzubauen. So kann die Veränderung Jays sehr interessant vonstatten gehen, und das Grauen entwickelt sich langsam, hinterlässt einen angenehmen Schauer. Das alles gibt der Geschichte auch den Kick, der den Vorgängern fehlte. Nicht unbedingt der Plot, sondern die Verwandlung Jays in etwas, das noch nicht abzusehen ist, macht die Geschichte spannend und den Zuhörer neugierig auf die Fortsetzung. Ansonsten ist die Folge wieder ordentlich produziert. Die Soundeffekte und Musik sind auf die Dialoge abgestimmt, und auch die Sprecher sind wieder besser bei der Sache als beim letzten Mal.

„Der Seelenkünder“ bietet damit eine Steigerung zur letzten Episode und stellt sicherlich nicht nur die Fans der Serie zufrieden. Denn gerade weil man sich diesmal mehr Zeit nimmt, um die Spannung aufzubauen und sich einen überraschenden Twist erlaubt, wird auch der eher konventionelle Plot plötzlich interessant.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Point Whitmark 29 – Der Seelenkünder I/II

Erstellt von Günther Lietz am 30. Dezember 2010

Point Whitmark 29
Der Seelenkünder I/II

(sfbentry)

Folgenreich/Universal (2010)
Nach einer Erzählung von Bob Lexington
Gesamtspielzeit: ca. 63 Minuten
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert, Markus Segschneider, Volker Sassenberg & Manuel Rösler
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Tonassistenz: Ramona Heinisch
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie: Volker Sassenberg
Produktion: Volker Sassenberg
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Verlegt durch ROBIL BOR Music

Erzähler: Jürg Löw, Jay Lawrence: Sven Plate, Tom Cole: Kim Hasper, Derek Ashby: Gerrit Schmidt-Foss, Ramiro Luiz del Santos: Bodo Henkel, Inquisitor: Gerald Paradies, Arturo: Dominik Freiberger, Cesar Uria: Holger Michel, Nestor Benitez: Bert Stevens, Percy Briggs: Günter Burchert

http://www.folgenreich.de/pointwhitmark

Die drei Jungs von Radio Point Whitmark befinden sich diesmal in der spanischen Hafenstadt Casa Vargas. Spanisch jedoch nur bedingt, denn das Städtchen befindet sich gerade mal einige Meilen von Point Whitmark entfernt, trotzdem mutet das ganze europäisch südländisch an, was auch an dem starken spanischen Akzent der Einwohner liegt.

Jay, Tom und Derek haben jedenfalls die Aufgabe übernommen, beim abendlichen Fest die Moderation und die Spezialeffekte zu übernehmen. Hauptattraktion ist der Auftritt des angeblich über dreihundert Jahre alten spanischen Hofastronoms Ramiro Luiz del Santos. Prompt geht einiges schief, verschwindet der mysteriöse Astronom spurlos, ebenso wie Jay. Den finden seine Freunde später zwar wieder, aber irgendwie scheint er ein vollkommen anderer Mensch zu sein …

Die Reihe „Point Whitmark“ marschiert mit großen Schritten auf die dreißigste Jubiläumsfolge zu und so spendiert das Studio den drei jugendlichen Helden eine Doppelfolge zum runden Geburtstag. Doppelfolgen sind etwas Feines und Regisseur Volker Sassenberg hat in diesem Bereich bisher exzellente Arbeit abgeliefert. Vor allem da er selten eine Geschichte einfach nur so weiterlaufen lässt, sondern gerne mal eine unerwartete Wendung oder gar Perspektive einbaut. „Point Whitmark“ zeichnete sich bisher allerdings dadurch aus, dass die Geschichten nach einer Stunde abgeschlossen waren. Hier bleibt zu hoffen, dass es sich wirklich nur um ein Highlight handelt. Alles andere würde den etablierten Stil der Reihe empfindlich stören.

Die Geschichte „Der Seelenkünder I/II“ ist in der üblichen Manier der Serie aufgemacht. Die drei Freunde werden unerwartet in ein Abenteuer gezogen, das zuerst mit mystischen und fantastischen Elementen aufwartet und sich schlussendlich als weltlicher Kriminalfall entpuppt. Natürlich ist das auch hier der Fall, doch erneut ist es spannend zu verfolgen, wann sich die Grenzen zwischen Mystik und Krimi verschieben und wie die weltlichen Erklärungen zu den scheinbar übernatürlichen Ereignissen lauten.

Diese Grenzverschiebung ist unheimlich spannend inszeniert. Die Klangkulisse ist hervorragend arrangiert und passt stets zum Geschehen. In Verbindung mit den Sprechern entstehen dabei sehr plastische Szenen, die dem Zuhörer einen Schauer über den Rücken jagen. Besonders eklig – obwohl schlicht umgesetzt – ist die Szene mit Jay und dem Holzsplitter. Da stellen sich einem die Nackenhaare auf.

An der Geschichte gefällt diesmal besonders die Hypnose-Thematik. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt, sorgt für überraschende Wendungen und lässt bekannte Figuren auch mal unerwartet reagieren. Das sorgt für Abwechslung. Auf dem Weg zum Dreißigsten hat sich das Studio einiges einfallen lassen, um die Hörerschaft zu unterhalten.

„Der Seelenkünder I/II“ ist spannende und mystische Kriminalunterhaltung für alle ab acht Jahren – für junge und junggebliebene Leute. Und obwohl die Geschichte in sich abgeschlossen scheint, wartet sie mit einem tollen Klippenhänger auf der Lust auf mehr macht. Top!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Die Vollstrecker – Teil 2

Erstellt von Günther Lietz am 29. Dezember 2010

Nikolai von Michalewsky
Die Vollstrecker – Teil 2
Mark Brandis – Folge 12

(sfbentry)

Folgenreich (November 2010)
Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky

Manuskript: Balthasar v. Weymarn, nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai v. Michalewsky
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker, Balthasar v. Weymarn
Sounddesign und Musik: Jochim-C. Redeker
Sprecher: Oliver Rohrbeck, Michael Lott, Gerhart Hinze, Gernot Endemann, Balthasar v. Weymarn, Sven-Michael Bluhm, Wolf Frass, Dorothea Anna Hagena, Martin Wehrmann, Torsten Sense, David Nathan, Christine Mühlenhof, Stefan Peters, Thomas Weichler, Marina Krogull, Anne Elsen, Ingo Abel, Holger Umbreit, Ulrike Kapfer

Audio-CD, 10 Tracks, ca. 53 Minuten
ISBN: 978-3-8291-2377-8

www.markbrandis.de
www.folgenreich.de

Die Handlung von “Die Vollstrecker – Teil 2″ setzt nahtlos an den ersten Teil an (Die Vollstrecker – Teil 1) und erzählt die Geschichte fließend weiter. Diesmal muss Commander Brandis einen alten Freund anklagen und arbeitet gleichzeitig weiter daran, die Terrorgruppe “Die Vollstrecker” an weiteren Anschlägen zu hindern. Durch Zufall wird das Versteck der Vollstrecker entdeckt und Brandis holt zum Gegenschlag aus …

Was sich als Inhaltsangabe so kurz liest, ist natürlich viel umfassender und steckt voll spannender und dramatischer Augenblicke. Zudem kommt der zweite Teil der Geschichte mit viel mehr Action daher und weiß auch auf dieser Ebene zu überzeugen. Während im ersten Teil die Kaltblütigkeit der Vollstrecker und die Brutalität ihrer Anschläge im Mittelpunkt standen, fokussiert sich die Geschichte nun viel stärker auf soziale Konflikte und Missstände, die auch in unsere Realität übertragen werden können. Was ist Freundschaft und wie weit kann sie belastet werden? Wie gehen wir mit Minderheiten um, die uns in ihrer Art so fremd sind? Obwohl das Hörspiel auf den alten Mark-Brandis-Romanen des verstorbenen Nikolai von Michalewsky basiert, sind die Themen noch immer brandaktuell. Entweder hat sich in der Welt nichts getan oder der Mensch neigt dazu, sich zu wiederholen. Beides bedrückende Vorstellungen.

Fernab der ganzen Sozialkritik bietet “Die Vollstrecker – Teil 2″ natürlich auch Science Fiction vom Feinsten. Die Technologien werden für den Hörer klanglich toll umgesetzt und kompliziertere Gegenstände oder Zusammenhänge gut beschrieben. Stets hat der Zuhörer den Eindruck auf dem Laufenden zu sein und zu verstehen, was gerade geschieht. Kompliment an Sounddesigner und Produzent Jochim-C. Redeker. Hier kommen eindeutig Erfahrung und Talent zusammen, um ein harmonisches Ganzes zu ergeben.

Die Sprecher sind ebenfalls vom Feinsten. Seien es nun die Stammsprecher wie Michael Lott als Mark Brandis oder auch Dorothea Anna Hagena als Ruth O`Hara, die leider viel zu kurze Dialoge hat und gerne mal ein wenig präsenter sein dürfte. Aber auch die Sprecher aus der “zweiten Reihe” tragen ordentlich dazu bei, dass die Geschichte an Fahrt und Glaubwürdigkeit gewinnt. Allen voran Torsten Sense als Alexander Torgau und Holger Umbreit als Commander Robert Monnier. Jochim-C. Redeker hat übrigens auch eine Rolle übernommen und tritt als Homo Factus auf. Besonders überzeugend sind die Dialoge zwischen den Freunden Brandis und Monnier. Lott, dessen Rolle meistens eher ruhig und abgeklärt daherkommt, geht diesmal richtig aus sich heraus und zeigt echten Zorn – eine klasse schauspielerische Leistung, die dem Zuhörer unter die Haut geht. Genial!

Mit der Doppelfolge “Die Vollstrecker” hat die Serie ihren produktionstechnischen Höhepunkt erreicht und macht auch in Puncto Handlung und Dramaturgie einen sehr guten Eindruck. Auch die Gestaltung der CD und des Booklets ist hervorragend. Was mit Teil Eins gelungen begann, wird mit Teil Zwei zu einem furiosen Ende gebracht. Auch hier ist es für gängige PC-Mediaplayer kein Problem, die Tracks im MP3-Files umzuwandeln. Eine nette Sache, um die schicke CD-Hülle zu schonen und den Silberling sicher im Regal verstauen zu können. Und immer daran denken: Nur legal ist optimal!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Die Vollstrecker – Teil 1

Erstellt von Günther Lietz am 28. Dezember 2010

Nikolai von Michalewsky
Die Vollstrecker – Teil 1
Mark Brandis – Folge 11

(sfbentry)

Folgenreich (November 2010)
Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky

Manuskript: Balthasar v. Weymarn, nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai v. Michalewsky
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker, Balthasar v. Weymarn
Sounddesign und Musik: Jochim-C. Redeker
Sprecher: Oliver Rohrbeck, Michael Lott, Gerhart Hinze, Gernot Endemann, Balthasar v. Weymarn, Sven-Michael Bluhm, Wolf Frass, Dorothea Anna Hagena, Martin Wehrmann, Torsten Sense, David Nathan, Christine Mühlenhof, Stefan Peters, Thomas Weichler, Marina Krogull, Anne Elsen, Ingo Abel, Holger Umbreit, Ulrike Kapfer

Audio-CD, 10 Tracks, ca. 60 Minuten
ISBN: 9783829123761

www.markbrandis.de
www.folgenreich.de

Erneut ist Commander Mark Brandis zwischen den Sternen unterwegs, um fantastische Abenteuer zu erleben. Diesmal dreht sich die Geschichte des zweiteiligen Hörspiels um Terror und Terrorismus. Obwohl die Buchvorlage “Die Vollstrecker: Terror im Weltraum” bereits im Jahre 1973 publiziert wurde, ist das Thema – leider – noch immer hochaktuell.

Bei der Reihe “Mark Brandis” handelt es sich um Science-Fiction-Abenteuer, die zwischen 1970 und 1987 erschienen und einunddreißig Bände umfassen. Die Abenteuer von Mark Brandis wurden von Nikolai von Michalewsky (* 17. Januar 1931 in Dahlewitz / Mark Brandenburg; † 27. Dezember 2000 in Grasberg) unter dem gleichnamigen Pseudonym verfasst und waren sehr erfolgreich. Nun, nach mehr als zwanzig Jahren, hat sich Balthasar von Weymarn daran gemacht und die Romane adaptiert. Vormals beim Label Steinbach sprechende Bücher und nun bei Universal Music, erscheinen in schöner Regelmäßigkeit die “Mark Brandis”-Hörspiele. Dabei ist die Reihenfolge der Hörspiele gegenüber den Büchern leicht verändert. So erschien “Die Vollstrecker” ursprünglich vor den Romanen “Testakte Kolibri” und “Raumsonde Epsilon”; im Hörspiel folgt “Die Vollstrecker” danach. Der Handlung selbst macht das keinen Abbruch.

In “Die Vollstrecker” dreht es sich also um Terrorismus. Zwischen der Union und den Vereinigten Orientalischen Republiken (beides Großmächte) kommt es zu einer Annäherung. Friede rückt in greifbare Nähe. Doch eine Gruppierung, die sich selbst als die Vollstrecker bezeichnet, will dem Friedensprozess ein Ende bereiten. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Dabei gehen sie ohne Skrupel vor. Commander Brandis, der als Sicherheitschef bei der Friedenskonferenz eingesetzt wurde, ermittelt. Die Situation spitzt sich zu, als die ARES – der Prototyp eines Raumschiffs – von den Vollstreckern entführt wird …

Ein grandioser Auftakt des Zweiteilers, der vollgepackt ist mit Spannung und Dramatik. Michael Lott (Off-Sprecher bei Sky Deutschland, dem Berliner Rundfunk 91,4, Antenne Bayern, Radio Hamburg, Hit Radio FFH, Sat.1) ist als Mark Brandis mal wieder absolut überzeugend und agiert harmonisch mit der großartigen Klangkulisse, die Jochim-C. Redeker und Balthasar v. Weymarn inszenieren. Hier ist jederzeit die Liebe zum Detail erkennbar. Die Eindringlichkeit Lotts und gleichzeitig auch die abgestimmten Klänge jagen dem Hörer das ein und andere Mal einen Schauer über den Rücken. Die Geschichte wirkt sehr authentisch und das Geschehen wird jederzeit glaubhaft transportiert. Toll! Von allen bisher erschienen Episoden rast “Die Vollstrecker – Teil 1″ auf die Pole-Position.

Natürlich gebührt das Lob, neben den beiden Produzenten und dem Hauptdarsteller, auch den anderen Sprechern, die für Szenekenner sehr prominent besetzt sind. So kommt Oliver Rohrbeck (der Justus aus “Die drei ???”) mit einem witzigen Cameoauftritt daher, der sehr schnell dramatische Züge annimmt. Auch Brandis Sidekick Grigori „Grischa“ Romen ist mit von der Partie, gesprochen vom bekannten und genialen David Nathan (die deutsche Stimme von Johnny Depp und Christian Bale). Nebenbei ist Balthasar von Weymarn übrigens als Kompaniechef zu hören.

“Die Vollstrecker – Teil 1″ hat alles, was ein Weltraumabenteuer braucht – und noch viel mehr. Vor allem mit einer guten Soundanlage oder Kopfhörern kommen Musik und Klänge besonders gut zum Tragen, wummern die Maschinen regelrecht durch den Körper, gehen fauchend die Luken auf und noch vieles mehr. Dazu diese genialen Stimmen. Fast perfekt, aber so bleibt ja noch etwas Platz nach oben, um eine Schippe mehr draufzulegen.

Die Aufmachung der CD ist erstklassig. Das Cover ist mal wieder ziemlich stylisch, das Booklet wartet mit einigen Informationen auf und im Gesamten sieht die Präsentation einfach schick aus. Für gängige PC-Player ist es kein Problem die Tracks in MP3 umzuwandeln, um die Episode auf einen tragbaren Player zu ziehen. Die schicke CD-Packung gehört auch ins Regal, um damit ordentlich protzen zu können. Schlussendlich ist es etwas handfestes, um es sich angucken und besitzen zu können. Und unterwegs sorgen die MP3s für Erbauung.

“Die Vollstrecker – Teil 1″ ist ein toller Auftakt und macht Lust auf den zweiten Teil, der die Geschichte – hoffentlich – ebenso gelungen abschließen wird. So bleibt erst einmal nur übrig den Hut vor Cast & Crew zu ziehen. Glückwunsch!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Der Mann, der seinen Kopf verlor

Erstellt von Günther Lietz am 17. Dezember 2010

Der Mann, der seinen Kopf verlor
Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen 04

(sfbentry)

Folgenreich/Universal (10/2010)
Gesamtspielzeit ca. 63 Minuten, Altersempfehlung ab 10 Jahren
ISBN 978-3-8291-2401-0
Produzent & Initiator der CD-Auflage: Sebastian B. Pobot, Highscore Music
Skript: Michael Koser
Regie: Rainer Clute
Aufnahmen: RIAS Berlin
Covergestaltung: Lars Vollbrecht
Illustrationen: Lars Vollbrecht und Gerd Pircher
Extras auf dieser CD: Kommentar Entscheidung van Dusen als Reihe, Persönliche Anekdoten von Rainer Clute
Sprecher: Prof. van Dusen (Friedrich W. Bauschulte); Hutchinson Hatch (Klaus Herm); Jonathan Henry/ein Mann ohne Gedächtnis (Lothar Blumhagen); William Manning/ein Pokerspieler (Gerd Duwner); Mrs. Henry/eine fürsorgliche Gattin (Monika Hansen); James/van Dusens Diener (Joachim Pukaß); Börsenmakler (Otto Czarski); Detective-Sergeant Caruso/ Hotelportier (Reinhard Kolldehoff)

Der Titel der vierten Folge des Radiohörspiels „Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen“ ist keinesfalls wörtlich zu nehmen. Denn tatsächlich dreht sich alles um einen Mann, der sein Gedächtnis verlor und die selbsternannte Denkmaschine um Hilfe bittet, um seine Identität in Erfahrung zu bringen. Obwohl van Dusen anfangs zögert den Fall anzunehmen, macht er sich später doch daran das Rätsel, um den Mann der sein Gedächtnis verlor, zu lösen.

Die Vorlage stammt aus der Feder von Jacques Futrelle und spielt in einer Gesellschaft, die einhundert Jahre zurückliegt. Das Hörspiel selbst ist ebenfalls schon angestaubt und wurde Ende der Siebziger Jahre für RIAS Berlin produziert. Nun wird die van-Dusen-Reihe neu aufgelegt und in Konkurrenz zu modernen Hörspielen gestellt. Um auf dem Markt zu bestehen, muss sich die Reihe vor allem auf ihren nostalgischen Charme verlassen.

Die Geschichte selbst ist spannend inszeniert. Dabei gibt es zum Original einige Änderungen, die für das Hörspiel vorgenommen wurden, um es abzurunden. Erneut fabuliert der kluge Professor über den Fall, verfolgt unterschiedliche Spuren und präsentiert schlussendlich seiner verblüfften Zuhörerschaft des Rätsels Lösung. Leider ist es unmöglich selbst Lösungsansätze zu suchen, da einige Spuren erst im Finale offenbart werden. Schade, aber verzeihlich.

Das Stück steht und fällt vor allem mit dem Sprecher der Denkmaschine: Friedrich W. Bauschulte (* 1923; † 2003). Auf seinen Schultern ruht die vollständige Dramatik. Glücklicherweise verstand Herr Bauschulte sein Handwerk. Süffisant, arrogant und trotzdem mit Humor und Herz, so erobert sein van Dusen die Herzen der Zuhörer.

Obwohl das RIAS-Stück bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, kann es noch immer mit modernen Produktionen gleichziehen. Zwar ist das Arrangement einfach, gar schlicht, aber das fällt kaum ins Gewicht. Der Mangel an Musik und der rare Einsatz von Geräuschen wird hervorragend von der Sprecherleistung ausgeglichen. Es ist einfach eine etwas andere Art des Hörspiels und somit eine Bereicherung. Denn hier wird sehr gut gezeigt, dass Klänge und Musik zwar erheblich zum guten Ton beitragen, aber schlussendlich noch immer die Schauspieler von zentraler Bedeutung sind.

Jedenfalls ist „Der Mann, der seinen Kopf verlor“ ein unterhaltsames Hörspiel, dass mit einer schönen Wendung und spannenden Augenblicken daherkommt. Auch die Produktion der Neuauflage ist gut gemacht. Technisch ist alles einwandfrei. Wem das Cover ein wenig zu schlicht und klassisch ist, der kann das Booklet einfach umdrehen und bekommt ein buntes, modernes Cover. Die Illustration ist sehr gelungen und stimmt mit etwas Humor auf die Handlung ein.

Auf der CD befinden sich zudem zwei Bonustracks. Es handelt sich um einen Kommentar zur Entscheidung „van Dusen“ als Reihe zu Veröffentlichen und um persönliche Anekdoten von Regisseur Rainer Clute. Diese Tracks sind sehr aufschlussreich und unterhaltsam. Leider werden sie ohne klanglichen Vor- und Abspann in Szene gesetzt. Das ist Schade. Trotz dieser kleinen Schwäche bleibt „Der Mann, der seinen Kopf verlor“ eine klare Empfehlung für Freunde des kriminalistischen Hörspiels.

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Das sicherste Gefängnis der Welt

Erstellt von Günther Lietz am 15. Dezember 2010

Das sicherste Gefängnis der Welt
Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen 02

(sfbentry)

Folgenreich/Universal (10/2010)
Altersempfehlung: ab 10
Erstausstrahlung: 25.10.78
Skript: Michael Koser
Regie: Rainer Clute
Aufnahmen: RIAS Berlin
Musik: Myron Romanul / Scott Joplin, Francois Glorieux
Produzent: Sebastian B. Pobot, Highscore Music
Covergestaltung: Lars Vollbrecht
Illustrationen: Lars Vollbrecht und Gerd Pircher
Umfang: 1 CD, ca. 50 Minuten
Extras : Kommentare über Jacques Futrelle und die Besetzung
Sprecher: Prof. van Dusen (Friedrich W. Bauschulte), Hutchinson Hatch (Klaus Herm), Thomas Ransome, Gefängnisdirektor (Georg Corten), Vivian Ransome (Eva Manhardt), O’Brian (Dieter Ranspach), Oberkellner/ Ballard (Ortwin Speer)

In den USA um die Jahrhundertwende lebt Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen, der auch „die Denkmaschine“ genannt wird. Zusammen mit seinem Freund Hutchinson Hatch macht er sich an die Lösung von spannenden Rätseln, außergewöhnlichen Kriminalfällen und unmöglichen Herausforderungen. Dabei ist Hatch meist Erzähler und oft Assistent. Die van-Dusen-Geschichten erinnern stark an die Holmes-Detektivgeschichten, allerdings ein wenig später und in einem anderen Land.

Erdacht wurde die Geschichten von dem amerikanischen Schriftsteller Jacques Futrelle, der 1912 beim Untergang der Titanic verstarb. Seine Geschichten wurden später von Michael Koser aufgenommen und in Zusammenarbeit mit Rainer Clute und dem RIAS Berlin als Hörspiel umgesetzt. Insgesamt gab es siebenundsiebzig Hörspiele im Zeitraum von 1978 bis 1999. Sebastian Pobot nahm den Faden 2010 wieder auf, räumte rechtliche Unsicherheiten aus dem Weg und unterzog die alten Stücke einer kleinen Frischzellenkur. Restauriert kommt die Reihe „Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen“ nun als CD auf den Markt. Diese Fakten können übrigens auch dem minimalistischem Booklet und dem Bonus-Track der CD entnommen werden.

„Das sicherste Gefängnis der Welt“ war ursprünglich Futrelles erste Erzählung, kam in sechs Teilen daher und war mit einem Preisausschreiben gekoppelt. Auf CD erscheint die Geschichte nun als Folge 2 und am Stück. Es dreht sich darin um eine Wette die der Professor abschließt und gewinnt. Van Dusens Erfolg ist kein Geheimnis, doch bis zum Ende bleiben die genauen Umstände der Flucht ein Rätsel, das es zu lösen gilt.

Das Hörspiel ist gut geschrieben und wird dem Stoff mehr als gerecht. Es ist dem Skript anzumerken, dass Michael Koser ein Fan von Kriminalgeschichten ist und es ihm Futrelle antat. Dabei kann die Neuauflage des Hörspiels akustisch kaum mit modernen Produktionen mithalten. Klang und Sprecher agieren im eher kleinen Rahmen. Aber in Verbindung mit der Epoche kommt dadurch ein besonderer nostalgischer Charme zum Tragen, der eindeutig Pluspunkte für sich verbucht.

Wie bereits angedeutet, arbeitet „Das sicherste Gefängnis der Welt“ mit einer kleinen Darstellerriege, die auch schon mal ein oder zwei Rollen spricht. Das fällt aber kaum auf. Was auffällt, ist allerdings das wunderbare Spiel von Friedrich W. Bauschulte als Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen. Er verkörpert hervorragend die humorvolle Arroganz des Professors. Aber auch die anderen Schauspieler lassen sehr gut erkennen, wo ihre Figuren einzuordnen sind. So kommt der Gefängnisdirektor eher gestelzt daher, während der Wärter eindeutig als brummiger Mann aus dem Volk erkennbar ist. Diese Klasseneinteilung passt hervorragend zur Jahrhundertwende und wird hervorragend umgesetzt.

Die Aufmachung der CD entspricht ebenfalls dem klassischen Bild und wirkt sehr gediegen, kunstvoll und seriös. Die Scheibe ist schon ein kleines Schmuckstück. Die CD selbst ist ebenfalls mit dem Standardmotiv des Covers bedruckt. Für alle Leute die es etwas bunter möchten, ist ein alternatives Cover im Comicstil vorhanden. Einfach das Booklet wenden. Die Comicillustration ist poppig, bunt und sieht einfach klasse aus. Der moderne Strich mit dem klassischen Hörspiel zusammen ist eine verdammt genial Verbindung. Allerdings beißt es sich doch ein wenig mit der CD-Illustration. Auf jeden Fall ist die CD ein Schmuckstück für jedes Hörspielregal und für Sammler. Die Umwandlung in MP3 per Windows-Standard-Player ist übrigens auch kein Problem.

„Das sicherste Gefängnis der Welt“ ist ein klassisches Hörspiel, in klassischem Ambiente und trotzdem spannend und humorvoll. Die Denkmaschine weiß zu unterhalten und bietet eine ruhige, aber dennoch faszinierende Geschichte.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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