Goldmann

Der tickende Tod

In 24 Stunden wird er eine Bombe explodieren lassen. Die Suche nach dem Attentäter wird für die Polizei zu einer Nervenprobe, zumal ein gleichzeitig stattgefundener Mord eine Spur darstellen könnte, aber nicht muss … – Der sechste Roman der William-Parr-Serie lebt von jener Spannung, den eine brennende Lunte auslöst; parallel zur verstreichenden Handlungszeit zieht das Tempo an, bis die dem Leser vorgestellten Rätsel in einem überraschenden Finale aufgeklärt werden: handfeste, zeitlose Krimi-Kost.

Zu viele Köche

Ein Wettbewerb exzentrischer Meisterköche endet damit, dass einem verhassten Kollegen ein Messer in den Rücken gerammt wird. Zu seinem Leidwesen wird Meisterdetektiv Nero Wolfe, der eigentlich nur schlemmen wollte, in diesen Mordfall verwickelt … – In seinem fünften Fall geschieht das Unglaubliche: Wolfe verlässt seine Wohnung und New York! Allerdings bildet das Kanawha Spa, ein Luxus-Hotel, den Schauplatz eines typischen „Locked-Room“-Krimis, der spannend und witzig sowie in neuer, ungekürzter, ausgezeichneter Übersetzung erzählt wird.

Die Drei

Drei Überlebende dreier Flugzeugabstürze werden von den Medien, Endzeit-Kirchlern und anderen Eiferern als Wunderkinder, Vorboten der Apokalypse oder schlichte Dämonen stigmatisiert; die Hetzjagd auf die Drei stürzt die ganze Welt ins Chaos … – Autorin Lotz erzählt ihren Mystery-Thriller indirekt über Interviews, Chatprotokolle usw. Die Distanz hilft der Autorin, dem Leser die Entscheidung zu überlassen, ob die Hysterie um die Drei auf Einbildung basiert oder vielleicht doch Böses in ihnen steckt. Die spannende Geschichte mündet in einen unerwarteten und gelungenen Twist.

Das Gesetz des Sterbens

Im schottischen Edinburgh versucht die Polizei eine Reihe mysteriöser Rache-Morde zu klären sowie einem Gangsterboss aus Glasgow das Handwerk zu legen, bevor ein leichenreicher Unterweltkrieg ausbricht … – Obwohl inzwischen pensioniert, mischt sich John Rebus in seinem 20. Fall mit der üblichen Freude am autoritätsfeindlichen Intrigenspiel in einen spannend-verzwickten Fall ein: erneut ein unterhaltungsstarker, dem Krimi stets den Vorrang vor dem ‚Zwischenmenschlichen‘ gebender Thriller.

Die Gräber der Vergessenen

Ein grotesker Ritualmord und ein Familien-Massaker rufen die Kriminalpolizei der Stadt Edinburgh auf den Plan. Die politisch delikaten Ermittlungen werden einem fähigen aber querköpfigen Fahnder übertragen, den man notfalls als Sündenbock opfern kann; ein Risiko, das angesichts der allmählich aufgedeckten Ungeheuerlichkeiten zur realen Lebensgefahr mutiert … – Der vierte Kriminalroman um Inspektor Tony McLean beginnt als „police procedural“ mit modern sozialkritischem Unterton, um final ganz ernsthaft eine ‚übernatürliche‘ Auflösung zu bieten: ein nicht ganz stimmiger, aber sehr unterhaltsamer Genre-Mix.

Ein Grab in Texas

Rancher Frank Gault jagt den Mörder seiner Frau. Der wurde gerade beerdigt, aber Gaults Rachedurst und Misstrauen lassen ihn weiter nachforschen, wodurch er in ein ganz anderes Verbrechen verwickelt wird, dessen Nutznießer den lästigen Störenfried definitiv loswerden wollen … – Obwohl die Geschichte im „Wilden Westen“ spielt, ist sie eher ein Krimi. Die völlige Abwesenheit von Genre-Klischees und Sentimentalitäten sorgen zusammen mit beachtlichen Figurenzeichnungen für spannende, zeitlose Unterhaltung.

Weißes Leuchten

In einem US-Südstaaten-Nest gerät eine zwielichtige Geschwisterschar ins Visier der Mafia. Ein Polizist gerät in ein altes, gut abgehangenes Geheimnis um Mord, Wahnsinn, Rache und Schuld, das ihn mit in den Strudel des Verderbens zu ziehen droht … – Der fünfte Fall von Dave Robicheaux ist erneut ein Meisterwerk des modernen Thrillers. So wichtig wie der gut konstruierte Plot ist die Louisiana-Hitze, die Leidenschaften kochen und altes Unrecht reifen lässt, bis die Eiterblase platzt: uneingeschränkte Leseempfehlung.

Dark Universe – Der Aufbruch

Nach einem Atomkrieg hausen die wenigen Überlebenden unter der Erde, wo sie sich ohne Licht nur mit den Ohren orientieren. Als von der Oberfläche fremde Wesen eindringen, muss man mit Traditionen brechen und alte Ängste überwinden … Unerhört plastisch schildert Autor Galouye einen rein ‚akustischen‘ Menschenalltag; durchweg spannend steuert die Handlung konsequent auf ihre logische Auflösung zu.

Totenkalt

Als im schottischen Städtchen Banff mehrere Leichen auftauchen, wird die örtliche Polizei durch eine Gruppe Sonderermittler ‚verstärkt‘, die vor allem für Hektik und Unruhe sorgen. Trotz privaten und beruflichen Drucks kommt ein unkonventioneller Polizist dem Täter auf die Schliche … – Der 10. Roman der Logan-McRae-Serie bietet das übliche Durcheinander aus Kriminalfall und (krimineller) Nebenhandlung, was Autor MacBride mit der typischen Mischung aus Dramatik, Drastik und Slapstick präsentiert: Das Ergebnis ist spannend und witzig sowie deutlich überraschungsstärker als der Vorgängerband.

Tödliche Täuschung

Ein prominenter Architekt bricht sein Heiratsversprechen. Im London des Jahres 1860 ist das ein Verbrechen. Kurz darauf wird der Angeklagte umgebracht – und entpuppt sich als Frau! Der Privatermittler Monk versucht das Verbrechen und seine Vorgeschichte zu klären … – Dabei gerät Monk – in seinem 9. Fall – wie üblich in das Mahlwerk einer bigotten aber skrupellosen Oberschicht, die zwecks Sicherung ihrer Pfründen und Privilegien buchstäblich über Leichen geht: Die durchaus unterhaltsame Story leidet unter der gefühlsduseligen Darstellung und Klischees, was sie für das anvisierte Zielpublikum erst richtig lesenswert macht.