Goldmann

Totenkalt

Als im schottischen Städtchen Banff mehrere Leichen auftauchen, wird die örtliche Polizei durch eine Gruppe Sonderermittler ‚verstärkt‘, die vor allem für Hektik und Unruhe sorgen. Trotz privaten und beruflichen Drucks kommt ein unkonventioneller Polizist dem Täter auf die Schliche … – Der 10. Roman der Logan-McRae-Serie bietet das übliche Durcheinander aus Kriminalfall und (krimineller) Nebenhandlung, was Autor MacBride mit der typischen Mischung aus Dramatik, Drastik und Slapstick präsentiert: Das Ergebnis ist spannend und witzig sowie deutlich überraschungsstärker als der Vorgängerband.

Tödliche Täuschung

Ein prominenter Architekt bricht sein Heiratsversprechen. Im London des Jahres 1860 ist das ein Verbrechen. Kurz darauf wird der Angeklagte umgebracht – und entpuppt sich als Frau! Der Privatermittler Monk versucht das Verbrechen und seine Vorgeschichte zu klären … – Dabei gerät Monk – in seinem 9. Fall – wie üblich in das Mahlwerk einer bigotten aber skrupellosen Oberschicht, die zwecks Sicherung ihrer Pfründen und Privilegien buchstäblich über Leichen geht: Die durchaus unterhaltsame Story leidet unter der gefühlsduseligen Darstellung und Klischees, was sie für das anvisierte Zielpublikum erst richtig lesenswert macht.

Tödliches Netz

Ein allzu neugieriger Hacker wird vom Auftraggeber umgebracht. Die Schwester lässt wird von der dummen Polizei abgewiesen und wendet sich hilfesuchend an einen guten Freund des Verstorbenen. Dieser – ebenfalls ein Datendieb – geht der Sache nach und kommt einem Komplott auf die Spur, das ihn und seine Begleiterin in höchste Gefahr bringt … – Stromlinienförmiger und anspruchsloser, dabei flotter, spannender und politisch angenehm unkorrekter Thriller, dessen Unterhaltungswert durch allzu intensives Schwelgen in (zudem längst veraltetem) Hard- und Software-Wissen leidet.

Flamingo

Nachdem ihn ein verurteilter Killer schwer verwundet hat und geflüchtet ist, lässt sich Polizist Robicheaux als Undercover-Agent in die Unterwelt der Südstaatenmetropole New Orleans einschleusen, die ihn unheilvoll anzuziehen und in ihren kriminellen Bann zu ziehen droht … – Dieser frühe Thriller der bemerkenswerten Robicheaux-Serie erzählt nicht nur eine spannende Geschichte, sondern stellt meisterhaft die persönliche Odyssee eines innerlich zerrissenen Anti-Helden dar: ein weiterer Höhepunkt in der Bibliografie eines großartigen Schriftstellers!

Das Leuchten einer Sommernacht

Lynne arbeitet für die Organisation „Gute Fee“, die es sich zum Ziel gesetzt hat schwer erkrankten Kindern einen Herzenswunsch zu erfüllen. Eines der Kinder, die Lynne mit ihrem Engagement glücklich machen möchte, ist Winnie. Das neunjährige Mädchen liebt Rugby und ist ganz aus dem Häuschen als sie einen Tag mit dem Rugbyteam „Cardiff Greens“ verbringen darf. Doch auch für Lynne wird dieser Tag zu einem überraschenden Ereignis, denn in der Mannschaft gibt es einen neuen Spieler. Sein Name ist Reed Rivers…

Revolte im Zuchthaus

Der Ausbruch aus einem US-Gefängnis scheitert. Drei Verbrecher verbarrikadieren sich in einem Zellentrakt. Sie haben Geiseln in ihrer Gewalt, sind untereinander uneins und unberechenbar, was eine unblutige Klärung der Krise unwahrscheinlich macht … – Der siebte Roman der William-Parr-Serie ist nicht nur spannend, sondern überrascht mit einer für den Autor ungewöhnlich kritischen Sicht auf einen Strafvollzug, der die Rache der Rehabilitierung vorzieht und kriminelle Monster quasi erschafft: trotz mancher Klischees ein kleiner Klassiker.

Die Sekte

Auf einer einsamen Insel realisiert ein fundamentalreligiöser Fanatiker groteske ‚Auslegungen‘ der Bibel, bis ihn ein neugieriger Reporter aufstört, endgültig in den Wahnsinn treibt und den Plan eingibt, durch ein furioses Finale unvergesslich zu werden … – Der vierte Roman der für ihre bizarren, meist sexuell unterfütterten Mordszenarien bekannten Autorin ist ein gut erzähltes Garn mit deutlichen Horror-Anleihen, das in seiner zweiten Hälfte auszufransen beginnt aber gute Unterhaltung bietet.

Der erste Tropfen Blut

Mit der Jagd auf einen Serien-Vergewaltiger beginnt es, um mit einem Mord im Sado-Maso-Milieu und einem achtjährigen Mehrfachmörder keinesfalls zu Ende zu sein: Der dritte Fall für Logan McRae aus dem schottischen Aberdeen ist ein Chaos mehrerer überlappender Fälle, die eine überraschende, oft bedrückende Aufklärung erfahren, wobei ein knochentrockener Humor keine Tristesse aufkommen lässt: kein origineller aber ein überdurchschnittlich unterhaltsamer Krimi mit klug dosierter Gesellschaftskritik.

Das Gesetz des Sterbens

Im schottischen Edinburgh versucht die Polizei eine Reihe mysteriöser Rache-Morde zu klären sowie einem Gangsterboss aus Glasgow das Handwerk zu legen, bevor ein leichenreicher Unterweltkrieg ausbricht … – Obwohl inzwischen pensioniert, mischt sich John Rebus in seinem 20. Fall mit der üblichen Freude am autoritätsfeindlichen Intrigenspiel in einen spannend-verzwickten Fall ein: erneut ein unterhaltungsstarker, dem Krimi stets den Vorrang vor dem ‚Zwischenmenschlichen‘ gebender Thriller.

Bedenke, dass wir sterben müssen

Fünf Geschwister sehen sich in die Rolle unfreiwilliger Schatzhüter versetzt und müssen den Kampf um eine kostbare christliche Reliquie gegen Feinde aufnehmen, die vor Mord keineswegs zurückschrecken … – Thriller mit allzu deutlich aufgesetzten History-Mystery-Elementen. Die ‚überraschenden‘ Wendungen sind ein wenig zu zahlreich und unlogisch. Recht hausbacken aber solide geschrieben rumpelt das Werk einem mauen Finale entgegen.