Goldmann

Rosalie und der Duft der Provence

Die Friseurin Rosalie kehrt notgedrungen in ihre Heimat, das kleine Städtchen Vassols in der Provence, zurück. Eigentlich hatte sie sich geschworen dorthin nicht mehr zurück zu kommen, doch eine Erbschaft und ihre finanzielle Lage zwingen sie dazu und so muss sie sich vor Ort notgedrungen ein neues Leben einrichten und sich ihrer Vergangenheit und dem alten Familienstreit mit Vater und Brüdern stellen.

Die Schattenhand

Anonyme Briefe sorgen dafür, dass sich die Bürger eines englischen Dorfes gegenseitig beschuldigen und belauern; als sich eines der Opfer umbringt und die Polizei erfolglos bleibt, mischt sich Amateur-Ermittlerin Jane Marple ein … – Der dritte Miss-Marple-Roman ist eigentlich keiner, da die berühmte Ermittlerin nur eine Gastrolle spielt. An der rätselkrimitypischen Spannung ändert dies nichts, auch wenn die von Christie präsentierte Anti-Dorfidylle stärker beeindruckt als die Auflösung.

Diagnose: Exitus

13 Storys erzählen von bibbernden Patienten, irren Ärzten, medizinischen Abartigkeiten u. a. Schrecken, die sich nicht nur der kranke Mensch im Umfeld von Spritzen & Skalpellen vorstellen kann … – Herausgeber Wagner, selbst Mediziner, sammelt einschlägige Geschichten aus 100 Jahren, wobei er jenseits abgehangener Klassiker weniger bekannte aber ebenso unterhaltsame Autoren heranzieht: eine überdurchschnittliche Kollektion.

Tragödie in drei Akten

Der scheinbar zufällige Tod eines Geistlichen erweist sich als Glied einer komplex verschlungenen Kette krimineller Taten, mit der einer alten Tragödie mörderisch neues Leben eingehaucht wird … – Im 16. Roman um den Privatermittler Hercule Poirot zeigt sich Agatha Christie auf der Höhe ihrer Krimi-Kunst: Plot, Story und Figurenzeichnung wirken nicht altmodisch, sondern zeitlos.

Gefühl ist unmodern

Ein junger Polizist gerät in das Zentrum einer Mordermittlung, wird das Opfer dienstlicher Intrigen und verliebt sich unglücklich in eine womöglich kriminelle Frau … – Der dritte Roman der Ralph-Lindsey-Serie mischt routiniert Krimi und Drama, ohne letzterem allzu viel Raum zu gewähren. Zwar ist der Plot weder komplex noch originell, doch der nüchtern geschilderte Polizei-Alltag einer vergangenen Ära sorgt für gealterte aber gut lesbar gebliebene Unterhaltung.

Ihr letzter Blick

Als die Bluttaten eines Killers entdeckt werden, der sich auf Mütter und ihre Kinder ‚spezialisiert‘ hat, kommt ein Team kriminalistischer Spezialisten zusammen, die trotz interner Konflikte und spärlicher Spuren dem Täter nachspürt, während dieser psychopathisch aufblüht und jede Rücksicht fahren lässt … – Auch Band 2 der Fennimore/Simms-Serie ist ein außerordentlich spannender, den „Fall“ und die Ermittlungsarbeit sachkundig ins Zentrum stellender, auf Seifenoper-Elemente verzichtender Kriminalroman: eine Perle im tiefen Taschenbuch-Ozean.

Straße ins Nichts

Ermittler Dave Robicheaux ermittelt gegen die Mörder seine Mutter, die vor drei Jahrzehnten grausam zu Tode kam. Da die Täter von damals noch leben und dank der vor Ort blühenden Korruption gut vernetzt sind, setzen sie alles daran, auch den Sohn unter Louisiana-Erde zu bekommen … – Der elfte Roman der ohnehin hervorragenden Robicheaux-Serie ist ein besonderes Glanzstück und bietet eine spannende Handlung sowie düsterer Südstaaten-Gotik: ein Meisterwerk!

Emma, der Kaktus und ich

Gerd Gerthner ist die Hauptperson in „Emma, der Kaktus und ich“. Mit ihm hat der Autor Christopher Lück einen Charakter geschaffen, der nichts auf die Reihe bekommt und eigentlich nur im eigenen Selbstmitleid versinkt. Er hat sein Leben nicht im Griff und sucht nach der Frau seines Lebens. Als er diese scheinbar gefunden hat, scheitert er in seinem Leben erneut und steht nun kurz davor Selbstmord zu begehen. Das sind der Beginn dieses Romans und auch „fast“ sein Ende.