Goldmann

Ihr letzter Blick

Als die Bluttaten eines Killers entdeckt werden, der sich auf Mütter und ihre Kinder ‚spezialisiert‘ hat, kommt ein Team kriminalistischer Spezialisten zusammen, die trotz interner Konflikte und spärlicher Spuren dem Täter nachspürt, während dieser psychopathisch aufblüht und jede Rücksicht fahren lässt … – Auch Band 2 der Fennimore/Simms-Serie ist ein außerordentlich spannender, den „Fall“ und die Ermittlungsarbeit sachkundig ins Zentrum stellender, auf Seifenoper-Elemente verzichtender Kriminalroman: eine Perle im tiefen Taschenbuch-Ozean.

Straße ins Nichts

Ermittler Dave Robicheaux ermittelt gegen die Mörder seine Mutter, die vor drei Jahrzehnten grausam zu Tode kam. Da die Täter von damals noch leben und dank der vor Ort blühenden Korruption gut vernetzt sind, setzen sie alles daran, auch den Sohn unter Louisiana-Erde zu bekommen … – Der elfte Roman der ohnehin hervorragenden Robicheaux-Serie ist ein besonderes Glanzstück und bietet eine spannende Handlung sowie düsterer Südstaaten-Gotik: ein Meisterwerk!

Emma, der Kaktus und ich

Gerd Gerthner ist die Hauptperson in „Emma, der Kaktus und ich“. Mit ihm hat der Autor Christopher Lück einen Charakter geschaffen, der nichts auf die Reihe bekommt und eigentlich nur im eigenen Selbstmitleid versinkt. Er hat sein Leben nicht im Griff und sucht nach der Frau seines Lebens. Als er diese scheinbar gefunden hat, scheitert er in seinem Leben erneut und steht nun kurz davor Selbstmord zu begehen. Das sind der Beginn dieses Romans und auch „fast“ sein Ende.

Die Wolfsklaue

Im mondänen Monaco verliert eine Frau erst ihr Vermögen und dann ihr Leben. Dahinter steckt der „Wolf“, ein Meisterverbrecher, der auch in London die Polizei narrt. Zwei fähige Beamte nehmen ihn jetzt in die Zange, aber der „Wolf“ ist nicht nur gefährlich, sondern schlüpfrig wie ein Aal … – Altmodischer aber genretypischer Rätsel-Krimi, dessen Autor sachkundig die einschlägigen „Whodunit“-Regeln berücksichtigt, um für heute nostalgische Spannung zu sorgen: eine angenehme (Wieder-) Entdeckung.

Das Haus an der Mündung

Da eine Erpresserbande nicht nur erfolgreich ihre Opfer peinigt, sondern auch die Polizei narrt, bittet der ermittelnde Scotland-Yard-Inspektor einen Kriegskameraden um private Unterstützung, was aufgrund amateurhaften Ungeschicks, misstrauischer Schurken und unverhoffter Liebe für gefährliche Zwischenfällen sorgt … – Erster Band einer (nicht gänzlich zu Unrecht) vergessenen Krimi-Serie, die Rätsel-Elemente mit Action-Einlagen kombiniert aber trotz zahlreicher Routinen und Klischees altmodische Unterhaltung bietet.

Fiesta in Havanna

1942 beschließt der patriotische (und gelangweilte) Schriftsteller Ernest Hemingway, auf eigene Faust Krieg gegen die Nazis zu führen, ohne dafür die tropische Gemütlichheit der Karibik zu verlassen; wie der Zufall will, stolpern er und seine ebenso untauglichen Kampfgefährten über echte Saboteure, woraufhin aus Spaß bitterer Ernst wird … – Autor Simmons spinnt ein Abenteuer-Garn, das gerade so in sein historisches Umfeld eingepasst ist, dass die Illusion von Wahrscheinlichkeit entsteht; in dieser Kulisse lässt Simmons unterhaltsam die Puppen tanzen.

Federgrab

Ein junges Mädchen wird tot im Wald aufgefunden. Sie ist auf Vogelfedern gebettet, Kerzen umgeben sie und sie trägt eine weiße Blume im Mund. Es stellt sich heraus, dass sie zuletzt in einem Heim für Jugendliche in der Nähe von Oslo gelebt hat, dort schon als vermisst galt, die Vermisstenanzeige jedoch zurückgezogen wurde. Das Mädchen ist sehr abgemagert und in ihrem Magen findet man Reste von Nahrung, die normalerweise nicht dazu geeignet ist von Menschen verzehrt zu werden.

Wolf

In ihrem abgelegenen Landhaus werden Millionär Anchor-Ferrers, seine Frau und die Tochter von zwei Männern überfallen, terrorisiert und mit dem Tod bedroht. Während die Familie verzweifelt versucht zu überleben, wird anderenorts ein Polizist auf das Geschehen aufmerksam … – Der 7. Roman um Inspektor Jack Caffery stellt eine Rückkehr zur Qualität der ersten Bände dar: Erbarmungslos (spannend) schildert die Autorin ein schmutziges, auf mehreren Ebenen ausgefochtenes Duell auf Leben und Tod.

Soylent Green

1999 ist die Erde ein überbevölkerter, ausgebeuteter, verschmutzter Planet. In einem von Hungerrevolten und Verteilungskämpfen immer heftiger verheerten New York soll ein Polizist den Mord an einem Geschäftsmann/Gangster aufklären … – Weniger die Handlung als die Kulisse steht im Vordergrund dieses auch erfolgreich verfilmten SF-Klassikers, der eindringlich und zum Teil immer noch korrekt die Folgen ungebremsten Ressourcen-Raubbaus schildert: weiterhin lesenswert.