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Das Praxisbuch der künstlerischen Drucktechniken

Erstellt von Werner Karl am 23. August 2010

Colin Gale
Das Praxisbuch der künstlerischen Drucktechniken

Practical Printmaking, GB, 2009
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart (D)/Wien (A), 03/2010
HC, Sachbuch, Kunst & Handwerk
ISBN 978-3-258-60002-4
Aus dem Englischen von Anne Taubert, Berlin
Titelgestaltung von Die Werkstatt, Göttingen unter Verwendung von Motiven
von Jane Bristowe, Anita Klein, Barry Goodman, Kiki Streitberger, Peter Wareham, Carole Hensher
Fotos im Innenteil von Colin Gale u. a.

www.haupt.ch

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Im Kindergarten und in der Schule lernte jeder bereits einfache Drucktechniken kennen: Kartoffel- und Gummistempel und den Linoldruck. Hat man den Grafikdruck zu seinem Hobby gemacht oder beruflich damit zu tun, entdeckt man viele weitere Möglichkeiten und wird sich eine Werkstatt einrichten wollen. Colin Gale gibt im „Praxisbuch der künstlerischen Drucktechniken“ zunächst einen Überblick über die „Ausrüstung, Werkzeuge, Materialien“ und versäumt auch ausdrückliche Gesundheits- und Sicherheitshinweise nicht.

Anschließend werden die verschiedenen Druckvarianten vorgestellt und ihr Verhalten im Zusammenspiel mit verschiedenen Materialien und Untergründen geschildert. Alles – einschließlich der wesentlichen Arbeitsschritte – wird durch Abbildungen veranschaulicht und durch zahlreiche passende Beispieldrucke zeitgenössischer Künstler abgerundet. Die Themen im Einzelnen: „Die Kaltnadelradierung“, „Die Ätzradierung“, „Der Flexodruck – Fotopolymerdruck“, „Die Radierung mit Digitalfotos“, „Der Collagedruck“, „Der Digitaldruck“, „Die Lithografie – der Steindruck“, „Die Fotolithografie“, „Der Siebdruck“, „Der Hochdruck“, „Hochdruck mit Stempeln und Druckstöcken“, „Die Monotypie“, „Karten und Bücher“, „Arbeit im Freien“, „Drucke ausstellen und aufbewahren“. Nicht nur wird erklärt, wie die Techniken funktionieren und was man dafür benötigt, auch praktische Beispiele werden vorgeführt und zusätzliche Ratschläge gegeben.

Durch die ansprechende Gestaltung – großformatiges Hardcover, Kunstdruckpapier, übersichtliches Layout, sehr viele Farbfotos – erreicht das Sachbuch nahezu Bildbandqualität. „Das Praxisbuch der künstlerischen Drucktechniken“ beschreibt anschaulich in Wort und Bild verschiedene Drucktechniken. Obwohl auf dem Klappentext auch Anfänger angesprochen werden, wendet sich der Titel in erster Linie an einen Personenkreis, der zumindest mit den allgemeinen Fachtermini vertraut ist und einige praktische Erfahrungen in diesem Metier gesammelt hat. Diese Gruppe erhält viele nützliche Informationen, die helfen, sich weiterzuentwickeln und neue Möglichkeiten auszuprobieren.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Vögel richtig fotografieren

Erstellt von Werner Karl am 14. Juli 2010

Bill Coster
Vögel richtig fotografieren

Creative Bird Photography, GB, 2009
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart (D)/Wien (A), 1. Auflage: 03/2010
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Fotografie, Bildband
ISBN 978-3-258-07547-1
Aus dem Englischen von Elke Ulber, Bredell/Südafrika
Titelgestaltung von pooldesign.ch
Fotos im Innenteil von Bill Coster

www.haupt.ch
www.billcoster.com/

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Bill Coster ist einer der renommiertesten britischen Vogelfotografen. In „Vögel richtig fotografieren“ erzählt er kurz, wie er durch sein mit Leidenschaft betriebenes Hobby einen Beruf fand, der ihn rundum erfüllt. Sein Buch wendet sich an Gleichgesinnte: an Natur- und Vogelfreunde, die lieber mit der Kamera als mit einem Gewehr auf die Jagd gehen. Zunächst erklärt der Autor wissenswerte „Grundlagen“ rund um die Belichtung und das Fokussieren, die ambitionierten Amateur-Fotografen größtenteils geläufig sind und Neulingen einige Basics liefern. Darauf folgt ein umfangreiches Kapitel über „Digitalkameras und Zubehör“, das z. B. über Objektive, Stative und Datenspeicherung informiert, Vor- und Nachteile der zusätzlichen Ausrüstungsstücke erwähnt, wobei sich Bill Coster auf seine Erfahrungen beruft, ohne den Leser zu sehr belehren zu wollen.

Dann beginnt auch schon der Praxisteil mit dem „Porträt“, das der Autor als ‚Vogel, der sich nicht bewegt„ definiert. Ein gutes Porträt steht und fällt mit dem Hintergrund, dem Aufnahmewinkel und den Lichtverhältnissen. Allerdings sollte man sich nie strikt an die ‚goldenen Regeln„ halten, denn auch so mancher Schnappschuss oder eine bewusst anders angelegte Fotografie kann ein erstaunliches Resultat liefern. Vögel im „Flug“ ansprechend zu fotografieren ist sehr viel schwieriger, obwohl auch hier der Hintergrund, die Lichtverhältnisse, die Position und der Winkel der Kamera mit über die Qualität des Fotos entscheiden. Man findet Tipps, wie man Vögel beim Abflug, beim Landen oder im Schwarm am besten festhält.

Ebenfalls sehr anspruchsvoll ist das Fotografieren von Vögeln während der Balz bis hin zur Aufzucht der Jungen, denn die Tiere dürfen nicht gestört werden. Auch der Nahrungsaufnahme und der Beobachtung weiterer Verhaltensweisen wie der Gefiederpflege, dem Baden, dem Kämpfen usw. sind Kapitel gewidmet. Als besonders beeindruckend erweist sich die Kulisse eines Sonnenauf- oder –untergangs, denn das Farbenspiel ist äußerst stimmungsvoll und ein wahrer Blickfang. In Kombination mit Wasser und Reflexionen entsteht so manches Kunstwerk.

Unter dem Stichwort „Kreativität“ gibt der Autor weitere Tipps, die auch einmal über das Bisherige hinausgehen können. Er ermutigt zu experimentieren und ungewöhnliche Motive wie Detailaufnahmen des Gefieders auszuprobieren, die als Foto durchaus wie abstrakte Kunst anmuten. Die Erläuterungen sind ausführlich, sachlich und immer wieder mit unterhaltsamen Anekdoten ausgeschmückt, die den Informationsteil nicht zu trocken erscheinen lassen. Man sollte jedoch nicht bloß die Natur und insbesondere die Vögel lieben, sondern bereits Erfahrung im Umgang mit der Kamera haben, folglich mit den Fachtermini vertraut sein.

Zu allen Informationen gibt es die passenden Fotos, die die Erklärungen des Autors veranschaulichen. Ergänzt werden diese durch konkrete Angaben: Name des Vogels, Aufnahmeort, verwendete Kamera, Objektiv, Stativ/handgeführt, Belichtung u. ä. Die Farbaufnahmen, die wenigstens Telefonkartengröße haben und oft mehr als eine Seite belegen, sind ausnahmslos von beeindruckender Schönheit. Sie zeigen Tiere von allen Kontinenten in charakteristischer Umgebung und laden Vogelfreunde zum Betrachten ein – natürlich auch dazu, selber mit einer Kamera hinaus in die Natur zu gehen. „Vögel richtig fotografieren“ ist Bildband und Ratgeber in einem. Natürlich kann man sich damit zufrieden geben, nur die schönen Aufnahmen zu betrachten und vielleicht selber ein wenig zu fotografieren, doch die eigentliche Zielgruppe sind ambitionierte Amateure, die bereits über eine Grundausrüstung und Erfahrung verfügen und sich mit Hilfe der hier zu findenden Ratschläge weiterentwickeln wollen.
 
Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Blick in den Himmel

Erstellt von Werner Karl am 15. Mai 2010

blick-in-den-himmelLaurent Laveder & Didier Jamet
Blick in den Himmel – Lichterscheinungen und Himmelskörper beobachten und fotografieren

Le ciel – Un jadin vu de la terre, F, 2008
Haupt Verlag, Zürich (CH), 04/2010
HC, Sachbuch, Bildband, Astronomie/Meteorologie & Fotografie
ISBN 978-3-258-07577-8
Aus dem Französischen von Waltraud Kuhlmann
Titelgestaltung von pooldesign.ch
Fotos im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch
www.pixheaven.net
www.cidehom.com

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Wer hin und wieder den Blick gen Himmel richtet, kann so manches faszinierende Naturschauspiel beobachten: die prächtigen Farben eines Sonnenauf- oder -untergangs, das helle Leuchten der Venus in der Dämmerung, der manchmal mit einem Halo versehene Vollmond, Nordlichter … – und das sind nur einige der bekannten Phänomene. Befasst man sich intensiver mit der Meteorologie und der Astronomie, weiß man auch um seltenere Erscheinungen, die man oft nur entdeckt, wenn man eine Ahnung hat, worauf man achten muss, beispielsweise auf Nebenregenbogen, Nebensonnen, Ringe und Bögen.

Möchte man die beeindruckenden Lichterscheinungen und astronomische Besonderheiten nicht nur beobachten, sondern auch dokumentieren, benötigt man entsprechendes Equipment, angefangen bei einer geeigneten Kamera (digitale Spiegelreflexkamera) inklusive Zubehör (Objektiv, Filter, Drahtauslöser, Stativ etc.) bis hin zu vielleicht einem Teleskop mit Adapter für die Kamera. Am Wichtigsten ist jedoch, dass man Freude an diesem Hobby hat und lernfähig ist, dass man bereit ist, zu ungewohnten Uhrzeiten aufzustehen, um schöne Fotos machen zu können, dass man ein Auge für die Phänomene und atmosphärische Bilder hat.

„Blick in den Himmel“ ist ein Buch, das sich ganz dem Thema verschieben hat und drei Bereiche zugleich abdeckt: Auf den ersten Blick hin ist es ein großartiger Bildband voller stimmungsvoller, beeindruckender Fotos, die zu betrachten man nicht müde wird. Zu gern würde man die dokumentierten Phänomene selbst beobachten und Bilder davon festhalten. Die Aufnahmen sind wundervoll! Wer sich für die Naturschauspiele an sich interessiert, erhält nachvollziehbare Erklärungen, wie sie zustande kommen, wann man sie beobachten kann, welche Besonderheiten es gibt.

Für die Fotografen finden sich spezielle Tipps zu den Objektiven, der Belichtung, der Blendenöffnung etc. Auch die einzelnen Fotos sind oft kommentiert und liefern den Hobby-Astronomen und –Fotografen wichtige Hinweise. Die Texte sind, ebenso wie die Fotos, übersichtlich gestaltet. Sie konzentrieren sich aufs Wesentliche, sind sehr informativ und für interessierte Laien verständlich. Mit ‚Laie’ ist allerdings nicht der ‚Gelegenheits-Knipser’ gemeint, sondern der Amateur-Fotograf, der bereits einige Kenntnisse mitbringt, die Technik versteht und einen Blick für schöne Naturfotos hat.

Alles in allem ist „Blick in den Himmel“ ein wunderschöner Bildband für Natur- und Astronomie-Freunde, ein informativer Ratgeber zur Beobachtung himmlischer Phänomene und ein wertvolles Handbuch für Amateur-Fotografen, die das Thema lieben.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
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Schmuckgestaltung heute – Innovative Materialien und Techniken

Erstellt von Werner Karl am 29. April 2010

schmuckgestaltung-heuteVannetta Seecharran
Schmuckgestaltung heute – Innovative Materialien und Techniken

The Encyclopedia of Contemporary Juwel Making Techniques, USA, 2009
Haupt Verlag, Bern (CH), 03/2010
HC, Sachbuch, Kunst & Handwerk
ISBN 978-3-258-60001-7
Aus dem Amerikanischen von Waltraud Kuhlmann
Titelgestaltung von Die Werkstatt, Göttingen, unter Verwendung eines Fotos mit Schmuck von Vannetta Seecharran
Fotos im Innenteil © Quarto Publishing plc

www.haupt.ch
www.vannettaseecharran.com/
www.vannetta.com

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Von jeher haben die Menschen gern Schmuck getragen, um die eigene Schönheit zu unterstreichen oder das hübschen Stück stolz zu präsentieren, aber auch um Reichtum und Status zum Ausdruck zu bringen. Daran hat sich in Jahrtausenden nichts geändert, nur sind durch neue Materialien, Techniken und Ideen viele Kreationen möglich geworden, die man sich vor wenigen Jahrzehnten noch nicht hätte vorstellen können. Vannetta Seecharran unterrichtet Zeitgenössische Schmuckherstellung an zwei Londoner Schulen und hat 2006 ihr eigenes Lehrinstitut eröffnet, in dem sie entsprechende Kurse gibt. In „Schmuckgestaltung heute“ stellt sie einige Materialien vor, die man nicht unbedingt mit Schmuck in Verbindung bringen würde, und erklärt, wie man sie bearbeitet und was man damit machen kann.

Auf die Einleitung, in der auch die benötigten „Werkzeuge“ gezeigt und erklärt werden und es einen kleinen Exkurs über „Modernes Schmuck-Design“ gibt, folgen sechs Kapitel zu den Werkstoffen „Metall und Draht“, „Kunststoff und Gummi“, Stoff, Fasern und Leder“, „Papier und Papierbrei“, „Weitere Materialien“ und die Technik des „Gießens“. Abschließend finden sich Tipps für „Dekorative Effekte“, „Verschlüsse und Schließen“, ein „Glossar“ und ein Stichwortverzeichnis. „Metall und Draht“ kann man zu den klassischen Materialien zählen, aus denen Schmuck gefertigt wird. Die Autorin beschreibt die Eigenschaften dieser Werkstoffe, nennt Vorteile, Nachteile, Besonderheiten und womit es sich gut kombinieren lässt. Ausführlich und mit einer Schritt für Schritt-Anleitung wird erklärt, wie man Metall sägt und es feilt. Durch Glühen, Abschrecken und Beizen lassen sich bestimmte Effekte erzielen, durch Hämmern wird es in Form gebracht. Mit Hilfe des Lötkolbens und durch Nieten kann man Metallteile miteinander verbinden. Der letzte Bearbeitungsschritt ist das Polieren. Aus Draht biegt man Verbindungsstücke: Ösen, Ösenstifte und Haken. Wichtig sind die Sicherheitshinweise zum richtigen Umgang mit den Werkzeugen und Materialien, die besonders hervorgehoben werden.

Die Erläuterungen werden von zahlreichen kleinen und bis zu ganzseitigen Farbfotos ergänzt, die Material, Werkzeug und Arbeitsgänge veranschaulichen. Zu sehen sind auch immer verschiedene Schmuckstücke, die die Autorin oder andere Designer/Kunsthandwerker entworfen haben. Die Ideenvielfalt weiß zu beeindrucken. Genau wie dieses Kapitel sind auch alle anderen aufgebaut. Nachdem einige grundlegende Informationen zu den Materialien gegeben wurden, erfährt man Näheres über die verschiedenen Bearbeitungstechniken und wird auf Gefahren aufmerksam gemacht. Schon die ersten Seiten verdeutlichen, dass „Schmuckgestaltung heute“ kein Buch für Kinder und Erwachsene ist, die gern basteln und innerhalb dieses Rahmens mit einfachen Mitteln individuellen Schmuck herstellen möchten. Der Titel wendet sich an Fortgeschrittene, die sich bereits eine kleine Werkstatt eingerichtet haben und zumindest einen Teil der Ausrüstung besitzen, an Lehrlinge des Kunsthandwerks, an Goldschmiede, Kunst-/Design-Studenten und Designer.

Ziel des Bandes ist, dem Interessenten, der bereits über einige Fertigkeiten verfügt, neue Möglichkeiten und Ideen aufzuzeigen, ihn zum Experimentieren und zu ungewöhnlichen Kreationen anzuregen. Das gelingt auch sehr gut, denn schon das Betrachten der originellen Objekte macht Freude und inspiriert, und wer sich ernsthaft mit der Thematik befasst, findet viele tolle Anregungen und nützliche Informationen.

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

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Rekorde der Vogelwelt – 130 Extreme

Erstellt von Werner Karl am 28. April 2010

rekorde-der-vogelweltDominic Couzenz
Rekorde der Vogelwelt – 130 Extreme

Extreme Birds, GB, 2008
Haupt Verlag, Bern, Schweiz (CH), 03/2010
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Bildband
ISBN 978-3-258-07549-5
Aus dem Englischen von Coralie Wink und Monika Niehaus
Titelgestaltung von Emma Jern unter Verwendung eines Fotos von Vincent Munier/NPL
Fotos im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch
www.birdwords.co.uk/

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Wenn man sich im Freien aufhält, braucht man nicht lange zu warten – fast immer zeigen sich irgendwo Vögel, oder man hört in der Nähe ihren Gesang, ihr Tschilpen, ihr Pfeifen, ihr Krächzen. Die Artenvielfalt ist beeindruckend, und wer sich näher mit den Vögeln beschäftigt, weiß, dass auch ihre Verhaltensweisen sehr unterschiedlich sind. Immer wieder entdecken die Forscher Erstaunliches, was Dominic Couzenz in „Rekorde der Vogelwelt“ festgehalten hat: faszinierende Zahlen, Fakten und Kuriositäten, die nicht nur Vogelfreunde mit Interesse lesen werden. Auch Natur- und Tierfreunde allgemein, die zudem schöne Fotos zu schätzen wissen, dürften viel Freude an diesem Buch haben, das Infotainment mit großartigen Aufnahmen verbindet, die dem Titel Bildbandqualität verleihen.

„Rekorde der Vogelwelt“ ist kein Buch, das man auf einen Rutsch von vorne bis hinten durchliest. Es lädt vielmehr dazu ein, es immer wieder in die Hand zu nehmen, darin zu blättern, mal hier, mal da einen Artikel zu lesen und die zumeist ganzseitigen Farbfotos zu betrachten. Immer wieder kann man etwas Neues erfahren und staunen. Der Band gliedert sich in die Kapitel „Körperformen“, „Leistungen“, „Verhalten“ und „Familie“: Das größte Auge hat der Strauß, über die beste Tarnung verfügt das Moorschneehuhn, mit dem merkwürdigsten Schnabel ist der Amerikanische Scherenschnabel versehen, als hässlichster Vogel gilt der Marabu, die längste Zunge besitzt der Schwarzspecht. Der Kaiserpinguin taucht tiefer als jeder andere Vogel, der Schuhschnabel soll der geduldigste Jäger sein, bester Stimmenimitator ist der Graurücken-Leierschwanz, die merkwürdigste Abkühlungsmethode kennt der Waldstorch, das längste Leben wurde beim Königsalbatros festgestellt.

Die komischste Art der Nahrungssuche sagt man der Tasmanerddrossel nach, die Hood-Spottdrossel ist der blutrünstigste Vogel, der Rotschnabel-Madenhacker erweist sich als hartnäckiger ‚Mitfahrer’ auf dem Rücken anderer Tiere, der Seggenrohrsänge kopuliert am längsten, die eindrucksvollste Drohhaltung wird der Sonnenralle zugeschrieben. Der Rosapelikan kommt mit der kürzesten Balz aus, die unermüdlichsten Eltern findet man unter den Blaumeisen, die meisten Eier pro Brutzeit legt der Braunkopf-Kuhstärling, die wehrhaftesten Küken zieht der Wiedehopf auf, die Westmöwe erachtet man als eifrigste Feministin.

Diese Beispiele und Formulierungen zeigen, dass es nicht nur um handfeste, vergleichende Daten sondern vor allem um unterhaltsam aufbereitete Beobachtungen und durchaus vermenschlichte Eigenarten geht. Jeder der Vögel wird mit seinem deutschen und lateinischen Namen, seiner Verbreitung und der Besonderheit, die ihn in dieses Buch brachte, vorgestellt. Dazu gibt es einen Text von knapp einer Seite in großer Schrift, die den Vogel ausführlicher beschreibt. Abgerundet wird mit einem schönen Foto.

Tier- und Vogelfreunde werden an diesem umfangreichen, schön gestalteten Bild- und Infotainment-Band sehr viel Freude haben. Als Geburtstagsgeschenk o. ä. ist der Titel ideal!

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

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Buchbinden – Vom Handwerk zur Kunst

Erstellt von Werner Karl am 14. April 2010

buchbinden-vom-handwerk-zur-kunstHeather Weston
Buchbinden – Vom Handwerk zur Kunst

Bookcraft, USA, 2008
Haupt Verlag, Bern (CH), 03/2010
PB, Sachbuch, Kunst & Handwerk
ISBN 978-3-258-60000-0
Aus dem Amerikanischen von Sybille Heppner-Waldschütz
Titelgestaltung von John Woodcook, Quarry Books
Fotos und Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

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Das Handwerk des Buchbindens ist fast so alt wie die Geschichte des Papiers. Ergibt sich die Gelegenheit, alte Bücher näher zu betrachten, darf man aufwändig gestaltete Einbände, die sorgfältige Bindung, das gute Papier, den Druck und etwaige Illustrationen bestaunen. Derartiges findet man in der heutigen Massenproduktion nur noch selten – und schlimmer: Manchmal löst sich z. B. die Klebebindung eines Taschenbuchs unter Knirschen bereits beim ersten Lesen, die graue Schrift auf gräulichem Umweltschutzpapier verwischt, wenn man mit dem Finger darüber streicht, für die Cover werden lieblos produzierte PC-Bilder verwendet, und Zeichnungen im Innenteil werden aus Kostengründen eingespart.

Dabei kann ein Buch mehr sein als eine Sammlung von beschriebenen Seiten, nämlich ein richtiges Kunstwerk. Wer Freude am Basteln und Handwerken hat, kann mit etwas Phantasie, Geschickt und den richtigen Materialien selber sehr individuelle und dekorative Bücher kreieren für wichtige Notizen, Rezepte, Fotos etc. und zum Verschenken. Heather Weston erklärt in „Buchbinden – Vom Handwerk zur Kunst“, wie man „Schritt für Schritt zum eigenen Buch“ kommt. Zunächst stellt sie das Material vor und erklärt die verschiedenen Sorten Papier, Karton, Einbandgewebe, Leim und Zwirn. Auch über die Werkzeuge erfährt man Wissenswertes: Pinsel, Heftnadeln, Ahlen, Falzbeine, Schneidewerkzeuge, Lineale, Gewichte, Schraubstöcke. Was nun noch an grundlegenden Informationen fehlt, wird im Anschluss veranschaulicht, d. h., es folgen Tipps, wie und warum man die Laufrichtung des Papiers bestimmt, was man beim Schneiden und Kleben beachten sollte.

Im ersten Kapitel werden die unterschiedlichen Bindearten erläutert. An die einfache Rückenstichheftung mag sich mancher noch erinnern, denn so wurden früher u. a. Schulhefte zusammengehalten, bevor die Klammer den Faden ablöste. Danach wird gezeigt, wie man einen Deckenband mit einer und mehreren Lagen, eventuell mit Lesebändchen anfertigt. Es folgen die Klebe- und die Schraubenbindung sowie die Blockheftung. Hat man diese noch relativ einfachen Varianten gemeistert, kann man sich an der Erstellung eines Doppelbuchs, eines Leporellos, eines Flaggenbuchs, eines Kulissenbuchs, eines Karussellbuchs, eines Daumenkinos und einer Mappe versuchen. Das zweite Kapitel ist dem Blatt und dem Einband gewidmet. Sehr dekorativ sind der Papierschnitt mit mehreren Ebenen, das Falzen und das Pop-up im Innenteil, mit Relief oder Prägung versehene Einbände. Beispiele für die fertigen Bücher findet man im dritten Kapitel. Die beschriebenen Grundtechniken werden variiert, und heraus kommen richtige Kunstwerke, die kaum noch an das ‚normale’ Buch erinnern.

Abschließend findet man ein Verzeichnis mit weiterführenden Büchern und (Internet-) Adressen für Künstler- und Buchbinderbedarf. Jede Thema und jede Technik wird sorgfältig und nachvollziehbar durch einen einleitenden Text vorgestellt. In einem hellblau unterlegten Feld sind die Materialien und Werkzeuge gelistet oder Ideen für Variationen und zusätzliche Arbeiten erklärt. Darauf folgt die Schritt für Schritt-Anleitung, manchmal ihrerseits untergliedert in Umschlag und Innenteil. Alle Erläuterungen und Arbeitsschritte werden durch Abbildungen und Fotos in Farbe veranschaulicht. Zusätzliche Hinweise finden sich in violetten Feldern.

Die gezeigten Beispiele machen richtig Lust, es auch einmal zu versuchen. Es empfiehlt sich, die jeweilige Anleitung sehr genau zu lesen, damit man als erstes die benötigten Materialien und Werkzeuge im Fachhandel für Künstler und Buchbinder beschaffen kann. Folgt man dann den präzisen Anleitungen – nach Möglichkeit beginnt man nicht mit den komplizierten Techniken –, bringt man zudem Geduld und etwas Geschick mit, sollten die Experimente von Erfolg gekrönt sein. Hat man nach einigen Probeläufen den Bogen raus, kann man sich selbst, die Familie und Freunde durch wunderschöne, selbst gemachte Bücher erfreuen.

„Buchbinden – Vom Handwerk zur Kunst“ ist ein tolles Buch für Fachleute und begeisterte Bastler und Heimwerker, die Spaß daran haben, kreativ zu sein und schöne Dinge selber herzustellen. Am besten wäre es, gäbe es den Titel im Doppelpack mit einem weiteren Band, der erläutert, wie man sein eigenes Papier, Karton usw. herstellen kann.

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Wildnisse Europas

Erstellt von Werner Karl am 13. April 2010

wildnisse-europasEmmanuel Berthier (Fotografie) & Laurianne Gandon (Texte)
Wildnisse Europas

Nature sauvage, Frankreich, 2008
Haupt Verlag, Bern (CH), 03/2010
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Bildband, Reiseführer
ISBN 978-3-258-07543-3
Aus dem Französischen von Ulrike Kirsch
Titelfoto und Fotos im Innenteil von Emmanuel Berthier
Karten von Patrick Mérienne

www.haupt.ch
www.emmanuelberthier.com
www.biosphere-expeditions.org

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Die Zivilisation hat im Laufe der Jahre die unberührte Natur immer weiter zurückgedrängt und so manche Tier- und Pflanzenart ausgerottet. Erst die letzten Generationen begannen umzudenken: Naturschutzgebiete, Nationalparks, Biosphären-Reservate und Weltnaturerbestätten der UNESCO versuchen, die einmaligen Landschaften, ihre Flora und Fauna zu erhalten. Der französische Naturfotograf Emmanuel Berthier hat einige der schönsten europäischen Schutzgebiete und Parks bereist und lässt in „Wildnisse Europas“ den Leser an seinen Eindrücken teilhaben.

Manche Regionen sind in einer bestimmten Jahreszeit besonders schön und eine Reise wert. So besuchte Emmanuel Berthier im Winter das finnische Lappland, die rumänischen Karpaten und das niederländische Wattenmeer, im Frühling das spanische Extremadura, das polnische Bialowieza und die slowakische Tatra, im Sommer die spanische Wüste Tabernas und das norwegische Varangerfjord, im Herbst die schottischen Highlands, die zu Italien gehörende Insel Sardinien und die französischen Cervennen.

Auf seinen Wanderungen gelangen ihm großartige Aufnahmen von der Landschaft, den Wildtieren und den für die Gegend charakteristischen Pflanzen. Sehr schön ist auch immer das stimmungsvolle Farbenspiel von z. B. einem Sonnenauf- oder untergang. Die Anekdoten des Fotografen formulierte Laurianne Gandon, der es gelingt wiederzugeben, wie beeindruckt die Teilnehmer der Expeditionen sowohl von den weißen Weiten des winterlichen Nordens als auch von den glühenden Wüsten des Südens, den grünen Tälern und zerklüfteten Gebirgszügen waren.

Die Fotos sind alle in Farbe, reichen von etwa Telefonkartengröße bis über zwei Seiten. Zu jeder Aufnahme gibt es eine kurze Erklärung. Im Anschluss an den Foto- und Textteil finden Globetrotter nützliche Informationen: welche Sehenswürdigkeiten und Plätze man unbedingt besichtigen bzw. an welchen angebotenen Unternehmungen man teilnehmen sollte; praktische Tipps für die Reisezeit, das Equipment, Anforderungen an die Kondition u. ä.; Hinweise zu den Unterbringungsmöglichkeiten. Oft sind hier auch (Internet-) Adressen genannt, so dass man sich vorab kundig machen kann.

Die Texte lesen sich unterhaltsam und beinhalten viele interessante Hinweise für Reiselustige, Hobby-Fotografen und Naturfreunde. Insbesondere die konkreten Reise-Tipps helfen bei den Planungen, so dass der Untertitel „Entdeckungsreisen für Naturliebhaber“ seine Berechtigung hat. Die wunderschönen Fotos, die man immer wieder gern anschaut, wecken zweifellos in vielen das Fernweh.

„Wildnisse Europas“ ist ein prächtiger Bildband, der einige ganz besondere Regionen Europas vorstellt und mit vielfältigen Informationen aufwartet. Interessiert man sich für urwüchsige Landschaften, seltene Tiere und Pflanzen, weiß man gelungene Natur-Fotos zu schätzen und reist gern, dann ist dieser Titel ein wunderbarer Informationsquell, der vor allem durch die beeindruckenden Fotos besticht.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Entdecke die Farben der Natur

Erstellt von Werner Karl am 2. April 2010

entdecke-die-farben-der-naturEntdecke die Farben der Natur
Das Werkstattbuch für Kinder

Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 03/2010
SC, Kinderbuch, Sachbuch, Malen & Basteln
ISBN 978-3-258-60004-8
Titelfoto und Fotos im Innenteil von Helena Arendt

www.haupt.ch
http://pflanzenfarben.net/

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Helena Arendt wurde 1949 in Polen geboren und lernte in ihrer Heimat die traditionellen Färberpflanzen kennen. Im Alter von zehn Jahren kam sie nach Deutschland, studierte später Kunst und Kunstpädagogik und war als Kunstpädagogin tätig, bevor sie sich entschied, als freischaffende Künstlerin zu arbeiten.

In „Entdecke die Farben der Natur“ geht sie zurück zu ihren Wurzeln, der Farbherstellung mit natürlichen Materialien, die ihren ganz besonderen Reiz haben. Dabei spricht die Autorin vor allem Kinder an, die gern Malen und Basteln – aber auch kreative Erwachsene, die für ihr Hobby nach neuen Ideen suchen. Eingangs erläutert die Autorin, welche Vorbereitungen zu treffen sind und welche Ausstattung man benötigt, wenn man mit dem, was die Natur bietet, basteln und malen möchte. Bei einigen Arbeitsschritten ist die Hilfe von Erwachsenen notwendig, was entsprechend gekennzeichnet wurde.

Dann geht es auch schon los mit den Beschreibungen, wie man Säfte auf Pflanzenbasis herstellt. Zunächst wird die Blume, die Beerenfrucht, das Gemüse etc. mit einigen passenden Worten vorgestellt. In einem grau unterlegten Kästchen findet man die Zutatenliste für die Farbherstellung. Darauf folgt eine kurze, nachvollziehbare Arbeitsanleitung, ergänzt um einige Hinweise. Manchmal gibt es noch einen interessanten Extra-Tipp und einen Vorschlag für ein erstes Farbexperiment (meist ein Bild). Abgerundet wird mit farbigen Fotos von der Pflanze, den Arbeitsabschnitten und einem mit dieser Farbe erstellten Motiv. Zu den empfohlenen Pflanzen gehören beispielsweise der Klatschmohn, die Walnuss, der Rotkohl, die Holunterbeere. Man erfährt, dass die daraus gewonnenen Farben nicht lange haltbar sind, da sie schimmeln, aber man sie durchaus einfrieren oder kleine Mengen eintrocknen lassen. Die mit ihnen gemalten Bilder sind lichtempfindlich und sollten nicht dem hellen Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Auch den verschiedenen Maltechniken sind mehrere Seiten gewidmet. Hier findet man u. a. den Kartoffeldruck und das Spritzen, aber auch Anregungen, nicht nur den Pinsel zu verwenden, sondern Feder und Blätter auszuprobieren, oder besondere Effekte durch die Zugabe von Essig, Salz und Natron zu erzielen. Ein weiteres Kapitel ist den Kleisterfarben gewidmet, die auf denselben Rezepten basieren, durch verschiedene Zutaten wie Mehl, Tapetenkleister o. ä. jedoch dickflüssiger werden und sich für das Bemalen von Holz und Steinen besonders eignen. Mit dem Kleister-Grundrezept kann man natürlich auch kleben. Darauf folgt die Überleitung zu Kleistersand und Bildern und Plastiken aus diesem Material, die auch wieder bemalt, beklebt und durch eingedrückte Objekte dekoriert werden können. Die letzten Seiten sind den Erd- und Kreidefarben gewidmet, die auf ähnliche Weise hergestellt werden. Konkrete Vorschläge – auch immer mit Foto -, was man alles mit diesen Farben und Werkstoffen machen kann, fehlen nicht: Limonadengetränke, Schminke, Fingerfarben, bedruckte Tüten und Karten, Skulpturen und ganze Landschaften sind nur ein paar Beispiele, denn für die Phantasie gibt es keine Grenzen.

Die Autorin spricht junge Maler und Bastler vertraulich mit dem Du an und beschreibt das Wesentliche kurz und in einer altersgerechten Sprache. Es empfiehlt sich, dass Eltern bei der Herstellung der Materialien anfangs und bei kleinen Kindern grundsätzlich dabei sind. Man sieht dann schon, ab wann man den Künstler allein lassen kann. Vielleicht bekommt man aber auch Lust, mit dem Kind zusammen das eine oder andere auszuprobieren, um ungewöhnliche Deko-Objekte, Geschenkpapiere usw. herzustellen. Für Kindergärten und Schulen ist das Buch auf jeden Fall eine tolle Fundgrube an Ideen!

Allein dass Lebensmittel zu ‚Spielzeugen’ werden, mag einige Bedenken hervorrufen – aber auch das hat Tradition und wird noch heute von der Industrie praktiziert. Darum: Wohl dem, der einen Garten besitzt, der mehr abwirft, als geerntet und verarbeitet werden kann. In dem Fall spricht kaum etwas dagegen, dass man alles, was sonst kaputt gehen würde, auf diese Weise sinnvoll und mit Freude verwendet.

Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
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Textilien heute – Ein globaler Überblick

Erstellt von Werner Karl am 15. August 2009

Chloe Colchester
Textilien heute – Ein globaler Überblick

Textiles Today, a global survey of trends and traditions, GB, 2007
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 1. Auflage: 9/2008
HC mit Schutzumschlag, Sachbuch, Bildband, Geschichte/
Materialkunde/innovative Entwicklungen/Textilienkunst, Mode & Design
ISBN 9783258073071
Aus dem Englischen von Anne Taubert
Titelgestaltung von Atelier Mühlberg, CH-Basel
381 farbige Abbildungen, Fotos aus verschiedenen Quellen
www.haupt.ch

Fällt der Begriff ‚Textilien’, denkt man zunächst an Kleidung, Bettwäsche, Gardinen, Teppiche und andere Dinge aus Stoff, von denen man ständig umgeben ist. Sie liegen in vielen Materialien, Formen und Farben vor, welche wiederum beeinflusst werden vom Herkunftsort und seinen Traditionen, dem Verwendungszweck sowie den aktuellen Trends. Allerdings findet man noch andere textile Gebrauchsgegenstände wie z. B. der Einband mancher Bücher, Verbandsmaterial, Schiffleinwand und Zelte. Selbst die Kunst bezieht die Textilien mit ein, denn Designer und Architekten entwerfen Objekte und sogar Gebäude(teile) aus den bekannten Materialien und lassen sich von Farben und Mustern anderer Kulturkreise oder von historischen Vorlagen inspirieren.

Die Textilien haben in den vergangenen Jahren einen weit größeren Wandel erfahren, als mancher vielleicht annimmt. Standen früher nur Pflanzen- und Fasern tierischer Herkunft (Rinde, Sisal, Leinen, Schafwolle, Rosshaar, Seide usw.) zur Verfügung, so sorgten die Fasern aus den Chemielabors (Viskose, Polyester, Asbest, Glasfaser etc.) für eine Revolution. Diese Entwicklung hat jetzt erst richtig begonnen. Damit ändert sich auch das Verständnis für die Funktionen von Textilien, die nun immer mehr können müssen, indem sie fähig sind, Schmutz abzuweisen, die Farben zu verändern, Sonnenenergie zu speichern, auf ihren Benutzer zu reagieren u. v. a. Der Umweltgedanke, die Schonung der Ressourcen, die Sichtweisen und Ideen aus anderen Kulturkreisen als dem Westen bzw. der Industrienationen, aber auch der Kampf um den Weltmarkt und Gewinnoptimierung fließen hier mit ein.

Chloe Colchester versucht, in ihrem interessanten Sachbuch einen kleinen Überblick rund um die modernen Textilien zu geben und dabei auch erstaunliche Traditionen und Entwicklungen in anderen Kulturkreisen mit einzubeziehen. Dabei geht es nicht allein um Materialien, Farben und Muster, sondern auch um Objekte, denen man auf den ersten Blick gar nicht ansieht, dass sie aus Textilien oder aus denselben Grundsubstanzen gefertigt wurden.

In Wort und Bild erläutert die Autorin, wie neue Materialien die Alltags- und Schutzkleidung, Gebrauchsgegenstände, Bau- und Werkstoffe, die Medizin und Kunst und sonstige Bereiche verändert haben. Auch wie die Natur und der Austausch mit anderen Kulturen, digitale Ideen (Chaos und Fraktale), die Graffiti-Kunst und weitere moderne Strömungen eine Bereicherung der Farbpalette, der Muster und Formen bewirkten, wird erwähnt. Technologische und künstlerische Aspekte werden gleichermaßen berücksichtigt. Man merkt auch, dass Chloe Colchester die eigentümlichen Schöpfungen der Völker Afrikas und des pazifischen Raumes besonders am Herzen liegen, seien es zerschnittene Shirts, die über anderen Kleidungsstücken getragen werden, oder reizvolle Schmuckstücke und Kunstwerke aus klassischen und modernen Stoffen.

Die farbenprächtigen Fotos zeigen historische und traditionelle Gewänder in ihrer Farben- und Formenvielfalt, ungewöhnliche Designer-Modelle aus den letzten Jahrzehnten bis zur Gegenwart, Gebrauchsgegenstände wie Kissenbezüge und Taschen, Möbel und Bauwerke, handwerkliche und Computer-Kunst – und schon dieser kleine Einblick beeindruckt.

Ob man nun beruflich in diesem Bereich tätig ist, Kunst und Design studiert, ein Kunsthandwerk ausübt oder sich privat für das vielseitige Thema interessiert – „Textilien heute“ ist ein sehr informatives Buch von Bildbandqualität, durch das man den Begriff ‚Textilien’ in einem völlig neuen Licht sieht. Man wird immer wieder aufs Neue überrascht und lernt eine Menge hinzu.

Das Sachbuch versteht sich nicht als Lexikon oder umfassender Abriss über die Entwicklung der Textilien weltweit – dafür wäre das Thema viel zu umfassend -, aber es gibt einen guten ersten Einblick in die Materie. Durch die vielen kleinen und bis zu ganzseitigen farbigen Abbildungen werden die Texte aufgelockert und veranschaulicht und sind damit auch für den Laien nachvollziehbar. Die Gestaltung und das Layout darf man als sehr gelungen bezeichnen. Von daher kann man „Textilien heute“ allen interessierten Lesern nur empfehlen! (IS)

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Textilien heute: Ein globaler Überblick

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Fließende Wasser – Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas

Erstellt von Werner Karl am 15. August 2009

Jan Ryser & Raymond Beutler
Fließende Wasser – Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas

Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 1. Auflage: 9/2008
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Bildband
ISBN 9783258073798
Titelgestaltung von Atelier Mühlberg, CH-Basel
Fotos von Jan Ryser
www.haupt.ch
www.janryser.ch/

Wasser gehört zu den selbstverständlichen Ressourcen und Lebensgrundlagen unserer Erde. Niemand macht sich wirklich Gedanken, wo es herkommt, an welchen Vorgängen in der Natur es mitverantwortlich ist und was passiert, wenn es einmal aus dem natürlichen Kreislauf herausgerissen wird. Ähnlich sieht es mit den Gewässern aus. In seinem Wahn, alles kontrollieren zu müssen, hat der Mensch auch Quellen und Flüsse in vorgefertigte Betten gezwungen, um Überschwemmungen und andere vermeidliche Katastrophen zu verhindert – und im Grunde damit auch andere provoziert. Denn von der Quelle bis zur Mündung haben fließende Wasser nicht nur Flüssigkeit sondern auch ganze Ökosysteme geschaffen.

Und welche das sind, davon berichten Jan Ryser und Raymond Beutler in ihrem Buch „Fließende Wasser – Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropa“. Sie bedauern, dass kaum noch ein Gewässer in Mitteleuropa wirklich Natur belassen wurde, und so ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Fotos eher aus östlichen Gebieten stammen, in denen Einwohnerzahl und Geld es gar nicht erlaubten, solche großen Veränderungen vorzunehmen.

Das Buch beschäftigt sich zunächst allgemein mit der Bedeutung des Wassers, seinen besonderen Eigenschaften, die als selbstverständlich erachtet werden und es doch nicht sind, sie besprechen den Kreislauf des Wassers und wie er im Alpenraum zu finden ist. Wie sehr Fließgewässer die Landschaft prägen, zeigen sie im nächsten Kapitel. Sie beschreiben seinen Anteil an der Verwitterung und Abtragung oder bei der Gestaltung von Talformen. Sie zeigen, welche Lebensbedingungen die Fließgewässer in welchen Abschnitten für Tiere und Pflanzen bieten, wie Gletscher entstehen und sich wieder auflösen und dass dort auch Leben möglich ist.

So unterschiedliche Quelltypen es gibt, so abwechslungsreich ist auch der Boden, das Gestein und schließlich das Ökosystem drum herum beschaffen. Einen Sonderfall bilden Karstquellen, bei denen das versickerte Wasser unmittelbar wieder austritt und daher auch die Stärke der Wasserabgabe schwanken kann. Ein weiteres Kapitel widmet sich den verschiedenen Bach-Typen und dem Lebensraum, den sie bieten. Das nachfolgende beschreibt, wie sie ihren Lauf durch Ablagerungen und Erosion nach und nach verändern, wie auch die Tier- und Pflanzenwelt darauf Einfluss nimmt.

Nicht zuletzt werden Schluchten und Wasserfälle aufgegriffen. Hier betrachten die Autoren nicht nur kritisch die gerne zitierten Superlativen und nennen diejenigen Orte, die ihrer Meinung nach wirklich den Titel für die tiefste Schlucht oder den höchsten Wasserfall verdienen, sondern beschreiben auch, wie die verschiedenen Formen entstehen konnten.

Im letzten Kapitel gehen sie auf Flüsse ein. Wie haben diese Täler geschaffen und wie beeinflussen sie diese noch heute, wenn man sie nur lässt – das fängt mit mäandernden Flussläufen an und geht hin bis zu den Auenlandschaften, die im großen Ausmaß und Natur belassenem Zustand nur noch in Osteuropa zu finden sind.

Die Autoren stellen in „Fließende Wasser – Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropa“ die faszinierende Welt des Wassers in Facetten vor, die wir vor allem in unserem unmittelbaren Umfeld finden können, ohne erst extrem weit reisen zu müssen. Sie benutzen zwar einen wissenschaftlichen und manchmal etwas trockenen Stil, achten aber auch sehr genau darauf, fachspezifische Informationen und Begriffe für Laien verständlich und nachvollziehbar zu erklären. Viele Fotografien vertiefen ihre Erklärungen und bieten dazu noch wunderschöne Landschaftsansichten, von denen man gar nicht glauben mag, dass es sie so noch in Europa gibt, wenn man selbst nur die kanalisieren Flüsse und Bäche, die ummauerten Quellen und die begradigten Läufe im Kopf hat.

Beides zusammen erzeugt ein lebendiges Bild europäischer Flusslandschaften, das zudem auch aufnahmefähig und aufmerksam für die unaufdringlich vorgebrachte Kritik und die Warnungen in Bezug auf Umweltschutz macht. Der Klimawandel ist ebenso ein Thema wie der Raubbau, den die Menschen betrieben haben, was man vor allem im Kapitel über die Gletscher merkt. Alles in allem ist „Fließende Wasser – Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropa“ ein gelungen gestaltetes Sachbuch, das nicht nur Naturfreunden einen interessanten Einblick in die Wasserwelt rund um die Alpen gibt, sondern auch Neulinge informativ und unterhaltsam an das Thema heran führt. Vor allem die vielen Fotografien helfen dabei, den Zauber besonders zu vertiefen. (CS)

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Fliessende Wasser: Flusslandschaften der Alpen und Mitteleuropas

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