Buchrezicenter.de

neuauflage

Marder, Iltis, Nerz und Wiesel – Kleine Tiere, große Jäger

Erstellt von Werner Karl am 14. Januar 2011

Paul Marchesi/Claude Mermod/Hans C. Salzmann
Marder, Iltis, Nerz und Wiesel – Kleine Tiere, große Jäger

Les petits carnivores, Frankreich, N. N.
Haupt Verlag, Bern (CH), übersetzte, aktualisierte und ergänzte Ausgabe
im Rahmen des Projekts „WIN Wieselnetz – ein Programm zur Förderung von Kleinkarnivoren“: 09/2010
HC, Sachbuch, Natur & Tier
ISBN 978-3-258-07465-8
Titelgestaltung von pooldesign.ch
Fotos, Abbildungen und Karten aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch
www.wieselnetz.ch

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Denkt man an Raubtiere in Europa, fallen einem spontan der Braunbär und der Luchs ein, dabei gibt es noch einige andere, darunter die Kleinkarnivoren (kleinen Fleischfresser). Der vorliegende Titel befasst sich mit den Musteliadae, den Marderartigen, und hiervon insbesondere mit dem Steinmarder, dem Baummarder, dem Waldiltis, dem Steppeniltis, dem Europäischen Nerz, dem Mink (eingeführter Amerikanischer Nerz), dem Hermelin und dem Mauswiesel. Auch einige andere Arten und Carnivoren werden kurz vorgestellt. Man geht davon aus, dass die ersten Säugetiere in der Jura-Periode auftraten. In der Kreidezeit erweiterten diese Insektenfresser ihre Nahrungspalette um Früchte, Beeren etc.

Zu Beginn des Tertiärs lassen sich die ersten Pflanzen und Fleisch fressenden Säuger unterscheiden. Ab dem Paläozän findet man die ersten ‚richtigen„ Karnivoren, die sich aus den fossilen Miacidae entwickelten und die Vorfahren der heutigen acht Landraubsäuger-Familien sind, von denen sieben auch in Europa heimisch sind. Von den Marderartigen, die hier im Mittelpunkt stehen, gibt es nur wenige Relikte. Man vermutet, dass sie gegen Ende des Oligozäns auftauchten und dass die heute lebenden Arten schon vor rund 200.000 Jahren in Europa auftraten. Höhlenmalereien weisen darauf hin, dass sie auch den Frühmenschen bekannt waren. Bereits in der Antike domestizierte man Marderartige, um sie gegen schädliche Nagetiere und bei der Jagd einzusetzen, sowie als Fell- und Fleischlieferanten zu verwenden. Selbst heute hält sie sich so mancher als exotisches Haustier, obwohl viele Tierschützer beklagen, dass es bei diesen Exemplaren zu Veränderungen der Verhaltensmuster kommt, weil die Haltung nicht artgerecht ist.

In der freien Natur sieht man die Marderartigen selten, da sie nachtaktiv, klein, schnell und scheu sind. Allerdings haben sie längst Einzug auch in die Städte gehalten, und so mancher Autobesitzer durfte sich über zerbissene Schläuche, Kabel und Verunreinigungen ärgern. Tatsächlich sind Marderschäden am Auto häufiger als von Rehen und Wildschweinen verursachte. Die Marderartigen sehen possierlich aus, aber es sind trotzdem Wildtiere, die ihren ökologischen Nutzen haben und auch einigen Schaden anrichten können.

Was es an Wissenswertem über sie gibt, ist in diesem Band zusammengefasst: Ursprünge und Systematik; Aussehen und Vorkommen; Lebens- und Wohnräume; Verstecke und Nester; Aktivitätszeiten und –rhythmen; Fortpflanzung und Entwicklung; Nahrungsspektrum und Jagdstrategien; Spuren; Krankheiten, Parasiten und Feinde; Verhältnis zum Menschen; Nachweis, Fang und Forschungsmethoden; Schutz und Förderung. Hinzu kommen „Themenkästen“, die gezielt auf bestimmte Punkte eingehen, und reichliche Farbfotos, die die Marderartigen in ihren typischen Lebensräumen zeigen, bzw. Abbildungen und Karten, die die Informationen veranschaulichen. Im Anhang findet man ein Verzeichnis mit weiterführender Literatur, Angaben zu den Autoren und ein Stichwortregister.

Alles in allem ist „Marder, Iltis, Nerz und Wiesel“ ein schön gestaltetes, informatives Sachbuch, das die Kleinkarnivoren näher vorstellt und durch die wunderschönen Tieraufnahmen besticht. Der Titel wendet sich an Tierfreunde und ist auch als ergänzendes Material im Schulunterricht sehr zu empfehlen.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Natur & Tiere, Sachbuch | Keine Kommentare »

schlingen fransen knoten – Das Textilbuch für Kinder

Erstellt von Werner Karl am 10. Dezember 2010

Eva Hauck & Claudia Huboi
schlingen fransen knoten – Das Textilbuch für Kinder

Haupt Verlag, Bern (CH), 09/2010
SC, Sachbuch, Handarbeiten & Basteln
ISBN 978-3-258-60012-3
Titelfoto und Fotos im Innenteil von Uli Staiger/die licht gestalten, Berlin
Styling von 360°/Eva Hauck und Claudia Huboi, Berlin
Zeichnungen von Susanne Nöllgen/GrafikBüro, Berlin

www.haupt.ch
www.redaktion-360grad.de/index.html
www.dielichtgestalten.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„schlingen fransen knoten“ ist ein „Textilbuch für Kinder“ von ca. 5 – 12 Jahren, das in acht Kapiteln verschiedene Techniken zur Verarbeitung von Stoff, Wolle, Fahrradschläuchen u. a. Materialien erklärt. Insgesamt gibt es 66 Projekte für die verschiedenen Altersstufen mit entsprechendem Schwierigkeitsgrad. Der Titel wendet sich an alle, die Spaß am Basteln, Nähen, Sticken, Häkeln, Stricken etc. haben. Die Anregungen wurden erfolgreich von Kindern erprobt, wie die Fotos belegen.

Praktisch für jeden ist etwas dabei, z. B. einfache Techniken wie Reißen, Schneiden, Kleben und Wickeln, woran sich bereits die Jüngsten, die in den Kindergarten gehen, versuchen können. Etwas anspruchsvoller ist schon das Nähen und Sticken. Vor allem für die Arbeitsgänge an der Nähmaschine sollten die Kinder schon etwas älter sein. Auch fürs Häkeln, Stricken, Weben, Flechten und Knoten hat man erst im Grundschulalter genug Geduld. Am Färben, Drucken und Filzen können sich hingegen die Kleineren wieder beteiligen. Die einzelnen Techniken werden leicht verständlich in Wort und Bild erklärt und durch Arbeitsbeispiele veranschaulicht. Vor allem die Erläuterungen zu den unterschiedlichen Sticharten, Häkel- und Strickmaschen sind sehr schön und auch für Jugendliche interessant, die Handarbeiten für sich als neues Hobby entdeckt haben und noch nicht allzu erfahren sind.

Die Bastelideen, die man durch die genannten Techniken realisieren kann, sind in den meisten Fällen eher einfach und auf jüngere Kinder zugeschnitten, um sie auf abwechslungsreiche Weise zu beschäftigen. Durch die diversen Projekte lernen sie die Materialien und verschiedene Möglichkeiten, sie zu bearbeiten kennen, und üben die Feinmotorik. Durch Nähen, Sticken, Häkeln, Stricken, Weben, Flechten und Knoten lassen sich bereits kleine, hübsche Geschenke oder nützliche Utensilien wie Täschchen, verzierte Tücher, Dosen, Mützen, Untersetzer, Körbe, Schmuck u. ä. erstellen. Hat man ein bisschen Übung, kann man eigene Ideen umsetzen.

Färben und Drucken geht in eine etwas andere Richtung, macht aber ebenso viel Spaß, wenn man beispielsweise ein weißes T-Shirt individuell gestalten darf. Mit den verschiedenen Methoden des Filzens werden noch einmal einige Bastelarbeiten vorgestellt. Zu jedem Projekt gibt es eine genaue Materialliste und eine Arbeitsanleitung, die gemäß dem Schwierigkeitsgrad mehr oder minder ausführlich ist und eventuell Querverweise enthält, die zu den Seiten führen, auf denen die zu verwendende Technik ausführlich erklärt wird. Je nach Thema runden Häkel- und Strickschriften, Zählmustervorlagen u. ä. ab. Auch passende Fotos fehlen nicht.

„schlingen fransen knoten“ ist ein interessantes Buch für Eltern, die gern mit ihren jüngeren Kindern basteln bzw. für größere Kinder, die sich nach Anleitung auch allein mit Handarbeiten beschäftigen können, sowie für Kindergärten und Grundschulen. Viele Techniken werden nachvollziehbar erklärt und durch die unmittelbare Anwendung schnell erlernt. Prima!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Sachbuch, Spiele & Basteln | Keine Kommentare »

Vögel beobachten in Europa – Die besten Plätze vom Mittelmeer bis zum Nordkap

Erstellt von Werner Karl am 10. Dezember 2010

Adrian Aebischer (Hrsg.)
Vögel beobachten in Europa – Die besten Plätze vom Mittelmeer bis zum Nordkap

Haupt Verlag, Bern (CH), 1. Auflage: 10/2010
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Reise
ISBN 978-3-258-07563-1
Titelgestaltung von Pool Design, Zürich
Fotos von Adrian Aebischer und aus anderen Quellen

www.haupt.ch
www.biofotoquiz.com/voegel-beobachten

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Vögel gehören zu den Tieren, die man in der freien Natur am häufigsten beobachten kann und die mit ihrer Artenvielfalt beeindrucken. Seit einer geraumen Weile finden sich immer mehr Vogelfreunde, die selbst weite Reisen nicht scheuen, um besonders schöne oder seltene Arten in ihren Lebensräumen beobachten zu können. „Vögel beobachten in Europa“ ist ein Guide, der 20 empfehlenswerte „Plätze vom Mittelmeer bis zum Nordkap“ vorstellt.

Darin beschreiben 14 Ornithologen mehrere Regionen und die für sie typischen Vogelarten, geben nützliche Beobachtungstipps, weisen auch auf andere sehenswerte Naturschauspiele und Tierarten hin und listen übersichtlich die besonderen Vogelarten und die Monate, in denen sie anzutreffen sind. Auch nicht vergessen werden touristische Informationen zu Anreise und Unterkunft, denn manche Gegenden sind recht abgelegen und oft nur mit dem Mietauto zu erreichen. Ergänzt wird mit weiterführenden Links und Literaturhinweisen sowie der Nennung von nützlichem Kartenmaterial. Abgerundet werden die Artikel mit sehr schönen Farbfotos von den Vögeln in ihrer natürlichen Umgebung und Karten, die veranschaulichen, wo sich die so genannten ‚Birding Hotspots„ befinden.

Wer das Globetrotten gern mit der Vogelbeobachtung kombiniert, wird von diesem Buch begeistert sein, denn es führt den interessierten Leser an reizvolle Plätze in Island, Norwegen, Schweden, Deutschland, Polen, Schweiz, Frankreich, Spanien, Portugal, Südtunesien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Georgien und Ägypten, stets in Verbindung mit vielen wertvollen Hinweisen. Das Sachbuch ist sehr schön gestaltet als Hardcover mit Kunstdruckpapier, übersichtlichem Layout, gut lesbaren, interessanten Texten und vielen ansprechenden Fotos, die dem Titel schon fast Bildbandqualität verleihen.

Besonders gefällt der Link zu www.biofotoquiz.com/voegel-beobachten, wo man ein Trainingstool zur Vogelbestimmung finden kann. Damit ließe sich zweifellos auch so manche Biologie-Stunde zum Thema ‚Vögel„ abwechslungsreich und spannend aufbauen. „Vögel beobachten in Europa“ wendet sich in erster Linie an (Hobby-) Ornithologen und Reiselustige, die sich für die unberührte Natur und ihre Bewohner, insbesondere die Vögel, interessieren. Die Beobachtungs- und Reisetipps sind informativ und sehr hilfreich, die Fotos einfach wunderschön.

Ein wirklich tolles Sachbuch – nicht nur für Vogelfreunde!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Natur & Tiere, Reisen & Expeditionen, Sachbuch | Keine Kommentare »

Es war einmal ein Hosenbein …

Erstellt von Werner Karl am 20. Oktober 2010

Laura Sinikka Wilhelm
Es war einmal ein Hosenbein … – Kleider und Wohnideen aus gebrauchten Textilien

Haupt Verlag, Bern (CH), 09/2010
SC mit Klappbroschur, Sachbuch, Handarbeit & Basteln
ISBN 978-3-258-60009-3
Titelfotos und Fotos im Innenteil von Marjo Koivumäki, Finnland
Abbildungen/Zeichnungen von Laura Sinikka Wilhelm

www.haupt.ch

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Jeder kennt den Kummer, wenn ausgerechnet der Lieblingspullover zu heiß gewaschen wurde, geschrumpft und verfilzt nicht mehr tragbar ist. Oder wenn das teure Hemd am Kragen und den Manschetten verschlissen ist. Oder man aus der schicken Jeans heraus gewachsen ist. Zum Wegwerfen sind die Teile zu schade – aber was hat man davon, wenn sie nutzlos im Schrank liegen? Dann sollte man sie besser zu neuen Ehren kommen lassen, indem man sie einem anderen Verwendungszweck zuführt. Die Textildesignerin Laura Sinikka Wilhelm stellt in „Es war einmal ein Hosenbein …“ viele Interessante Ideen vor, wie man aus alten Textilien neue Kleidungsstücke und Wohnaccessoirs herstellen kann. Es ist wirklich erstaunlich, was sich z. B. mit einem abgelegten Hemd, einem zu kleinen Pullover oder einer unmodernen Tischdecke alles machen lässt.

Das Buch gliedert sich nicht nach den gängigen Rubriken wie Kleidung und Wohnideen, für Kinder und Erwachsene, nach Jahreszeiten o. ä., sondern nach Farben – „Sonnengelb“, „Rosenrosa“, „Wasserblau“, „Birkengrün“, „Lapplandrot“ -, wodurch die Autorin ihre Liebe zu ihrem Mutterland Finnland zum Ausdruck bringt und gleichzeitig farblich aufeinander abgestimmte Kompositionen bietet. Als Unterthemen finden sich „Erstes Picknick“, „Babyzimmer“, „Blumenmädchen“, „Puppenmamas“, „In Blau gekleidet“, „Jungszimmer“, „Bootsausflug“, „Schöne Einzelstücke“, „Sommerküche“, „Am Feuer“ u. v. m., was bereits erahnen lässt, in welche Richtung die Anregungen gehen.

So wird z. B. gezeigt, wie man aus den Ärmeln eines Herrenhemdes einen Mädchenrock und aus den Rücken- und Brustteilen eine Patchworkdecke näht. Aus einem verfilzten Wollpullover kann man kuschelige Kissen oder einen Mädchen-Bolero fertigen. Ein trendiger Jeansrock besteht aus dem oberen Teil einer Jeans und einem Damenrock. Ein Geschirrtuch verwandelt sich zusammen mit einem passenden Webband in eine Arbeitsschürze. Strumpfhosen und Pulloverärmel werden ohne großen Aufwand zu schicken Arm- und Beinstulpen. Aus einem Kissenbezug lässt sich ein Nachthemd schneidern, aus diesem wiederum eine Pyjamahose. Verschenkt man selbst gemachte Marmelade, sehen die Gläser besonders hübsch aus, verziert man sie mit spitzenbesetzten und bestickten Manschetten. Natürlich offeriert das Buch noch sehr viele Ideen mehr, und die dafür benötigten Mittel lassen sich in jedem Haushalt entdecken: Bettwäsche, Geschirrtücher, Hemden, Röcke, Hosen usw., was niemand mehr benutzt. Daraus kann man nicht nur individuelle Kleidungsstücke nähen, sondern auch Gebrauchsgegenstände wie Taschen, Ordnungssysteme und Geschenkverpackungen, sowie Dekoratives für die Wohnung wie Gardinen, Stuhl- und Flaschenhussen etc.

Stets wird gelistet, was an Material vorhanden sein muss, dann folgt eine Schritt für Schritt-Anleitung, die die Arbeitsvorgänge nachvollziehbar erklärt. Abbildungen und Fotos veranschaulichen die Erläuterungen. Die einzelnen Vorschläge sind von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und setzen Kenntnisse im Umgang mit einer Nähmaschine, etwas Geschick und Geduld voraus. Am Ende des Buchs gibt es unter „Basiswissen“ noch eine Zubehör- und Materialliste, ferner wichtige Tipps, wie man selber ein Schnittmuster anfertigt und es auf den Stoff überträgt, wie man Motive stickt oder appliziert u. a. m. Auch die Motivvorlagen, mit denen man Gardinen, Shirts, Kissen u. ä. verzieren kann, wurden nicht vergessen.

Alles in allem ist „Es war einmal ein Hosenbein …“ ein tolles Buch für alle, die sich gern mit Handarbeiten, insbesondere mit Nähen, befassen und dabei preiswert aus Resten und alten Sachen nützliche und hübsche Dinge herstellen wollen. Fortgeschrittene finden hier viele Anregungen, die sie weiter entwickeln können, während Anfänger zunächst einige der einfacheren Ideen ausprobieren dürfen und sich dann schnell steigern werden.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Sachbuch, Spiele & Basteln | Keine Kommentare »

Das Praxisbuch der künstlerischen Drucktechniken

Erstellt von Werner Karl am 23. August 2010

Colin Gale
Das Praxisbuch der künstlerischen Drucktechniken

Practical Printmaking, GB, 2009
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart (D)/Wien (A), 03/2010
HC, Sachbuch, Kunst & Handwerk
ISBN 978-3-258-60002-4
Aus dem Englischen von Anne Taubert, Berlin
Titelgestaltung von Die Werkstatt, Göttingen unter Verwendung von Motiven
von Jane Bristowe, Anita Klein, Barry Goodman, Kiki Streitberger, Peter Wareham, Carole Hensher
Fotos im Innenteil von Colin Gale u. a.

www.haupt.ch

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Im Kindergarten und in der Schule lernte jeder bereits einfache Drucktechniken kennen: Kartoffel- und Gummistempel und den Linoldruck. Hat man den Grafikdruck zu seinem Hobby gemacht oder beruflich damit zu tun, entdeckt man viele weitere Möglichkeiten und wird sich eine Werkstatt einrichten wollen. Colin Gale gibt im „Praxisbuch der künstlerischen Drucktechniken“ zunächst einen Überblick über die „Ausrüstung, Werkzeuge, Materialien“ und versäumt auch ausdrückliche Gesundheits- und Sicherheitshinweise nicht.

Anschließend werden die verschiedenen Druckvarianten vorgestellt und ihr Verhalten im Zusammenspiel mit verschiedenen Materialien und Untergründen geschildert. Alles – einschließlich der wesentlichen Arbeitsschritte – wird durch Abbildungen veranschaulicht und durch zahlreiche passende Beispieldrucke zeitgenössischer Künstler abgerundet. Die Themen im Einzelnen: „Die Kaltnadelradierung“, „Die Ätzradierung“, „Der Flexodruck – Fotopolymerdruck“, „Die Radierung mit Digitalfotos“, „Der Collagedruck“, „Der Digitaldruck“, „Die Lithografie – der Steindruck“, „Die Fotolithografie“, „Der Siebdruck“, „Der Hochdruck“, „Hochdruck mit Stempeln und Druckstöcken“, „Die Monotypie“, „Karten und Bücher“, „Arbeit im Freien“, „Drucke ausstellen und aufbewahren“. Nicht nur wird erklärt, wie die Techniken funktionieren und was man dafür benötigt, auch praktische Beispiele werden vorgeführt und zusätzliche Ratschläge gegeben.

Durch die ansprechende Gestaltung – großformatiges Hardcover, Kunstdruckpapier, übersichtliches Layout, sehr viele Farbfotos – erreicht das Sachbuch nahezu Bildbandqualität. „Das Praxisbuch der künstlerischen Drucktechniken“ beschreibt anschaulich in Wort und Bild verschiedene Drucktechniken. Obwohl auf dem Klappentext auch Anfänger angesprochen werden, wendet sich der Titel in erster Linie an einen Personenkreis, der zumindest mit den allgemeinen Fachtermini vertraut ist und einige praktische Erfahrungen in diesem Metier gesammelt hat. Diese Gruppe erhält viele nützliche Informationen, die helfen, sich weiterzuentwickeln und neue Möglichkeiten auszuprobieren.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Abgelegt unter Kunst & Kultur, Sachbuch | Keine Kommentare »

Vögel richtig fotografieren

Erstellt von Werner Karl am 14. Juli 2010

Bill Coster
Vögel richtig fotografieren

Creative Bird Photography, GB, 2009
Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart (D)/Wien (A), 1. Auflage: 03/2010
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Fotografie, Bildband
ISBN 978-3-258-07547-1
Aus dem Englischen von Elke Ulber, Bredell/Südafrika
Titelgestaltung von pooldesign.ch
Fotos im Innenteil von Bill Coster

www.haupt.ch
www.billcoster.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Bill Coster ist einer der renommiertesten britischen Vogelfotografen. In „Vögel richtig fotografieren“ erzählt er kurz, wie er durch sein mit Leidenschaft betriebenes Hobby einen Beruf fand, der ihn rundum erfüllt. Sein Buch wendet sich an Gleichgesinnte: an Natur- und Vogelfreunde, die lieber mit der Kamera als mit einem Gewehr auf die Jagd gehen. Zunächst erklärt der Autor wissenswerte „Grundlagen“ rund um die Belichtung und das Fokussieren, die ambitionierten Amateur-Fotografen größtenteils geläufig sind und Neulingen einige Basics liefern. Darauf folgt ein umfangreiches Kapitel über „Digitalkameras und Zubehör“, das z. B. über Objektive, Stative und Datenspeicherung informiert, Vor- und Nachteile der zusätzlichen Ausrüstungsstücke erwähnt, wobei sich Bill Coster auf seine Erfahrungen beruft, ohne den Leser zu sehr belehren zu wollen.

Dann beginnt auch schon der Praxisteil mit dem „Porträt“, das der Autor als ‚Vogel, der sich nicht bewegt„ definiert. Ein gutes Porträt steht und fällt mit dem Hintergrund, dem Aufnahmewinkel und den Lichtverhältnissen. Allerdings sollte man sich nie strikt an die ‚goldenen Regeln„ halten, denn auch so mancher Schnappschuss oder eine bewusst anders angelegte Fotografie kann ein erstaunliches Resultat liefern. Vögel im „Flug“ ansprechend zu fotografieren ist sehr viel schwieriger, obwohl auch hier der Hintergrund, die Lichtverhältnisse, die Position und der Winkel der Kamera mit über die Qualität des Fotos entscheiden. Man findet Tipps, wie man Vögel beim Abflug, beim Landen oder im Schwarm am besten festhält.

Ebenfalls sehr anspruchsvoll ist das Fotografieren von Vögeln während der Balz bis hin zur Aufzucht der Jungen, denn die Tiere dürfen nicht gestört werden. Auch der Nahrungsaufnahme und der Beobachtung weiterer Verhaltensweisen wie der Gefiederpflege, dem Baden, dem Kämpfen usw. sind Kapitel gewidmet. Als besonders beeindruckend erweist sich die Kulisse eines Sonnenauf- oder –untergangs, denn das Farbenspiel ist äußerst stimmungsvoll und ein wahrer Blickfang. In Kombination mit Wasser und Reflexionen entsteht so manches Kunstwerk.

Unter dem Stichwort „Kreativität“ gibt der Autor weitere Tipps, die auch einmal über das Bisherige hinausgehen können. Er ermutigt zu experimentieren und ungewöhnliche Motive wie Detailaufnahmen des Gefieders auszuprobieren, die als Foto durchaus wie abstrakte Kunst anmuten. Die Erläuterungen sind ausführlich, sachlich und immer wieder mit unterhaltsamen Anekdoten ausgeschmückt, die den Informationsteil nicht zu trocken erscheinen lassen. Man sollte jedoch nicht bloß die Natur und insbesondere die Vögel lieben, sondern bereits Erfahrung im Umgang mit der Kamera haben, folglich mit den Fachtermini vertraut sein.

Zu allen Informationen gibt es die passenden Fotos, die die Erklärungen des Autors veranschaulichen. Ergänzt werden diese durch konkrete Angaben: Name des Vogels, Aufnahmeort, verwendete Kamera, Objektiv, Stativ/handgeführt, Belichtung u. ä. Die Farbaufnahmen, die wenigstens Telefonkartengröße haben und oft mehr als eine Seite belegen, sind ausnahmslos von beeindruckender Schönheit. Sie zeigen Tiere von allen Kontinenten in charakteristischer Umgebung und laden Vogelfreunde zum Betrachten ein – natürlich auch dazu, selber mit einer Kamera hinaus in die Natur zu gehen. „Vögel richtig fotografieren“ ist Bildband und Ratgeber in einem. Natürlich kann man sich damit zufrieden geben, nur die schönen Aufnahmen zu betrachten und vielleicht selber ein wenig zu fotografieren, doch die eigentliche Zielgruppe sind ambitionierte Amateure, die bereits über eine Grundausrüstung und Erfahrung verfügen und sich mit Hilfe der hier zu findenden Ratschläge weiterentwickeln wollen.
 
Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Bildband, Natur & Tiere, Sachbuch | Keine Kommentare »

Blick in den Himmel

Erstellt von Werner Karl am 15. Mai 2010

blick-in-den-himmelLaurent Laveder & Didier Jamet
Blick in den Himmel – Lichterscheinungen und Himmelskörper beobachten und fotografieren

Le ciel – Un jadin vu de la terre, F, 2008
Haupt Verlag, Zürich (CH), 04/2010
HC, Sachbuch, Bildband, Astronomie/Meteorologie & Fotografie
ISBN 978-3-258-07577-8
Aus dem Französischen von Waltraud Kuhlmann
Titelgestaltung von pooldesign.ch
Fotos im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch
www.pixheaven.net
www.cidehom.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wer hin und wieder den Blick gen Himmel richtet, kann so manches faszinierende Naturschauspiel beobachten: die prächtigen Farben eines Sonnenauf- oder -untergangs, das helle Leuchten der Venus in der Dämmerung, der manchmal mit einem Halo versehene Vollmond, Nordlichter … – und das sind nur einige der bekannten Phänomene. Befasst man sich intensiver mit der Meteorologie und der Astronomie, weiß man auch um seltenere Erscheinungen, die man oft nur entdeckt, wenn man eine Ahnung hat, worauf man achten muss, beispielsweise auf Nebenregenbogen, Nebensonnen, Ringe und Bögen.

Möchte man die beeindruckenden Lichterscheinungen und astronomische Besonderheiten nicht nur beobachten, sondern auch dokumentieren, benötigt man entsprechendes Equipment, angefangen bei einer geeigneten Kamera (digitale Spiegelreflexkamera) inklusive Zubehör (Objektiv, Filter, Drahtauslöser, Stativ etc.) bis hin zu vielleicht einem Teleskop mit Adapter für die Kamera. Am Wichtigsten ist jedoch, dass man Freude an diesem Hobby hat und lernfähig ist, dass man bereit ist, zu ungewohnten Uhrzeiten aufzustehen, um schöne Fotos machen zu können, dass man ein Auge für die Phänomene und atmosphärische Bilder hat.

„Blick in den Himmel“ ist ein Buch, das sich ganz dem Thema verschieben hat und drei Bereiche zugleich abdeckt: Auf den ersten Blick hin ist es ein großartiger Bildband voller stimmungsvoller, beeindruckender Fotos, die zu betrachten man nicht müde wird. Zu gern würde man die dokumentierten Phänomene selbst beobachten und Bilder davon festhalten. Die Aufnahmen sind wundervoll! Wer sich für die Naturschauspiele an sich interessiert, erhält nachvollziehbare Erklärungen, wie sie zustande kommen, wann man sie beobachten kann, welche Besonderheiten es gibt.

Für die Fotografen finden sich spezielle Tipps zu den Objektiven, der Belichtung, der Blendenöffnung etc. Auch die einzelnen Fotos sind oft kommentiert und liefern den Hobby-Astronomen und –Fotografen wichtige Hinweise. Die Texte sind, ebenso wie die Fotos, übersichtlich gestaltet. Sie konzentrieren sich aufs Wesentliche, sind sehr informativ und für interessierte Laien verständlich. Mit ‚Laie’ ist allerdings nicht der ‚Gelegenheits-Knipser’ gemeint, sondern der Amateur-Fotograf, der bereits einige Kenntnisse mitbringt, die Technik versteht und einen Blick für schöne Naturfotos hat.

Alles in allem ist „Blick in den Himmel“ ein wunderschöner Bildband für Natur- und Astronomie-Freunde, ein informativer Ratgeber zur Beobachtung himmlischer Phänomene und ein wertvolles Handbuch für Amateur-Fotografen, die das Thema lieben.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Abgelegt unter Bildband, Sachbuch | Keine Kommentare »

Schmuckgestaltung heute – Innovative Materialien und Techniken

Erstellt von Werner Karl am 29. April 2010

schmuckgestaltung-heuteVannetta Seecharran
Schmuckgestaltung heute – Innovative Materialien und Techniken

The Encyclopedia of Contemporary Juwel Making Techniques, USA, 2009
Haupt Verlag, Bern (CH), 03/2010
HC, Sachbuch, Kunst & Handwerk
ISBN 978-3-258-60001-7
Aus dem Amerikanischen von Waltraud Kuhlmann
Titelgestaltung von Die Werkstatt, Göttingen, unter Verwendung eines Fotos mit Schmuck von Vannetta Seecharran
Fotos im Innenteil © Quarto Publishing plc

www.haupt.ch
www.vannettaseecharran.com/
www.vannetta.com

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Von jeher haben die Menschen gern Schmuck getragen, um die eigene Schönheit zu unterstreichen oder das hübschen Stück stolz zu präsentieren, aber auch um Reichtum und Status zum Ausdruck zu bringen. Daran hat sich in Jahrtausenden nichts geändert, nur sind durch neue Materialien, Techniken und Ideen viele Kreationen möglich geworden, die man sich vor wenigen Jahrzehnten noch nicht hätte vorstellen können. Vannetta Seecharran unterrichtet Zeitgenössische Schmuckherstellung an zwei Londoner Schulen und hat 2006 ihr eigenes Lehrinstitut eröffnet, in dem sie entsprechende Kurse gibt. In „Schmuckgestaltung heute“ stellt sie einige Materialien vor, die man nicht unbedingt mit Schmuck in Verbindung bringen würde, und erklärt, wie man sie bearbeitet und was man damit machen kann.

Auf die Einleitung, in der auch die benötigten „Werkzeuge“ gezeigt und erklärt werden und es einen kleinen Exkurs über „Modernes Schmuck-Design“ gibt, folgen sechs Kapitel zu den Werkstoffen „Metall und Draht“, „Kunststoff und Gummi“, Stoff, Fasern und Leder“, „Papier und Papierbrei“, „Weitere Materialien“ und die Technik des „Gießens“. Abschließend finden sich Tipps für „Dekorative Effekte“, „Verschlüsse und Schließen“, ein „Glossar“ und ein Stichwortverzeichnis. „Metall und Draht“ kann man zu den klassischen Materialien zählen, aus denen Schmuck gefertigt wird. Die Autorin beschreibt die Eigenschaften dieser Werkstoffe, nennt Vorteile, Nachteile, Besonderheiten und womit es sich gut kombinieren lässt. Ausführlich und mit einer Schritt für Schritt-Anleitung wird erklärt, wie man Metall sägt und es feilt. Durch Glühen, Abschrecken und Beizen lassen sich bestimmte Effekte erzielen, durch Hämmern wird es in Form gebracht. Mit Hilfe des Lötkolbens und durch Nieten kann man Metallteile miteinander verbinden. Der letzte Bearbeitungsschritt ist das Polieren. Aus Draht biegt man Verbindungsstücke: Ösen, Ösenstifte und Haken. Wichtig sind die Sicherheitshinweise zum richtigen Umgang mit den Werkzeugen und Materialien, die besonders hervorgehoben werden.

Die Erläuterungen werden von zahlreichen kleinen und bis zu ganzseitigen Farbfotos ergänzt, die Material, Werkzeug und Arbeitsgänge veranschaulichen. Zu sehen sind auch immer verschiedene Schmuckstücke, die die Autorin oder andere Designer/Kunsthandwerker entworfen haben. Die Ideenvielfalt weiß zu beeindrucken. Genau wie dieses Kapitel sind auch alle anderen aufgebaut. Nachdem einige grundlegende Informationen zu den Materialien gegeben wurden, erfährt man Näheres über die verschiedenen Bearbeitungstechniken und wird auf Gefahren aufmerksam gemacht. Schon die ersten Seiten verdeutlichen, dass „Schmuckgestaltung heute“ kein Buch für Kinder und Erwachsene ist, die gern basteln und innerhalb dieses Rahmens mit einfachen Mitteln individuellen Schmuck herstellen möchten. Der Titel wendet sich an Fortgeschrittene, die sich bereits eine kleine Werkstatt eingerichtet haben und zumindest einen Teil der Ausrüstung besitzen, an Lehrlinge des Kunsthandwerks, an Goldschmiede, Kunst-/Design-Studenten und Designer.

Ziel des Bandes ist, dem Interessenten, der bereits über einige Fertigkeiten verfügt, neue Möglichkeiten und Ideen aufzuzeigen, ihn zum Experimentieren und zu ungewöhnlichen Kreationen anzuregen. Das gelingt auch sehr gut, denn schon das Betrachten der originellen Objekte macht Freude und inspiriert, und wer sich ernsthaft mit der Thematik befasst, findet viele tolle Anregungen und nützliche Informationen.

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Abgelegt unter Kunst & Kultur, Sachbuch, Spiele & Basteln | Keine Kommentare »

Rekorde der Vogelwelt – 130 Extreme

Erstellt von Werner Karl am 28. April 2010

rekorde-der-vogelweltDominic Couzenz
Rekorde der Vogelwelt – 130 Extreme

Extreme Birds, GB, 2008
Haupt Verlag, Bern, Schweiz (CH), 03/2010
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Bildband
ISBN 978-3-258-07549-5
Aus dem Englischen von Coralie Wink und Monika Niehaus
Titelgestaltung von Emma Jern unter Verwendung eines Fotos von Vincent Munier/NPL
Fotos im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch
www.birdwords.co.uk/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Wenn man sich im Freien aufhält, braucht man nicht lange zu warten – fast immer zeigen sich irgendwo Vögel, oder man hört in der Nähe ihren Gesang, ihr Tschilpen, ihr Pfeifen, ihr Krächzen. Die Artenvielfalt ist beeindruckend, und wer sich näher mit den Vögeln beschäftigt, weiß, dass auch ihre Verhaltensweisen sehr unterschiedlich sind. Immer wieder entdecken die Forscher Erstaunliches, was Dominic Couzenz in „Rekorde der Vogelwelt“ festgehalten hat: faszinierende Zahlen, Fakten und Kuriositäten, die nicht nur Vogelfreunde mit Interesse lesen werden. Auch Natur- und Tierfreunde allgemein, die zudem schöne Fotos zu schätzen wissen, dürften viel Freude an diesem Buch haben, das Infotainment mit großartigen Aufnahmen verbindet, die dem Titel Bildbandqualität verleihen.

„Rekorde der Vogelwelt“ ist kein Buch, das man auf einen Rutsch von vorne bis hinten durchliest. Es lädt vielmehr dazu ein, es immer wieder in die Hand zu nehmen, darin zu blättern, mal hier, mal da einen Artikel zu lesen und die zumeist ganzseitigen Farbfotos zu betrachten. Immer wieder kann man etwas Neues erfahren und staunen. Der Band gliedert sich in die Kapitel „Körperformen“, „Leistungen“, „Verhalten“ und „Familie“: Das größte Auge hat der Strauß, über die beste Tarnung verfügt das Moorschneehuhn, mit dem merkwürdigsten Schnabel ist der Amerikanische Scherenschnabel versehen, als hässlichster Vogel gilt der Marabu, die längste Zunge besitzt der Schwarzspecht. Der Kaiserpinguin taucht tiefer als jeder andere Vogel, der Schuhschnabel soll der geduldigste Jäger sein, bester Stimmenimitator ist der Graurücken-Leierschwanz, die merkwürdigste Abkühlungsmethode kennt der Waldstorch, das längste Leben wurde beim Königsalbatros festgestellt.

Die komischste Art der Nahrungssuche sagt man der Tasmanerddrossel nach, die Hood-Spottdrossel ist der blutrünstigste Vogel, der Rotschnabel-Madenhacker erweist sich als hartnäckiger ‚Mitfahrer’ auf dem Rücken anderer Tiere, der Seggenrohrsänge kopuliert am längsten, die eindrucksvollste Drohhaltung wird der Sonnenralle zugeschrieben. Der Rosapelikan kommt mit der kürzesten Balz aus, die unermüdlichsten Eltern findet man unter den Blaumeisen, die meisten Eier pro Brutzeit legt der Braunkopf-Kuhstärling, die wehrhaftesten Küken zieht der Wiedehopf auf, die Westmöwe erachtet man als eifrigste Feministin.

Diese Beispiele und Formulierungen zeigen, dass es nicht nur um handfeste, vergleichende Daten sondern vor allem um unterhaltsam aufbereitete Beobachtungen und durchaus vermenschlichte Eigenarten geht. Jeder der Vögel wird mit seinem deutschen und lateinischen Namen, seiner Verbreitung und der Besonderheit, die ihn in dieses Buch brachte, vorgestellt. Dazu gibt es einen Text von knapp einer Seite in großer Schrift, die den Vogel ausführlicher beschreibt. Abgerundet wird mit einem schönen Foto.

Tier- und Vogelfreunde werden an diesem umfangreichen, schön gestalteten Bild- und Infotainment-Band sehr viel Freude haben. Als Geburtstagsgeschenk o. ä. ist der Titel ideal!

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Abgelegt unter Bildband, Sachbuch, Tiere & Natur | Keine Kommentare »

Buchbinden – Vom Handwerk zur Kunst

Erstellt von Werner Karl am 14. April 2010

buchbinden-vom-handwerk-zur-kunstHeather Weston
Buchbinden – Vom Handwerk zur Kunst

Bookcraft, USA, 2008
Haupt Verlag, Bern (CH), 03/2010
PB, Sachbuch, Kunst & Handwerk
ISBN 978-3-258-60000-0
Aus dem Amerikanischen von Sybille Heppner-Waldschütz
Titelgestaltung von John Woodcook, Quarry Books
Fotos und Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Das Handwerk des Buchbindens ist fast so alt wie die Geschichte des Papiers. Ergibt sich die Gelegenheit, alte Bücher näher zu betrachten, darf man aufwändig gestaltete Einbände, die sorgfältige Bindung, das gute Papier, den Druck und etwaige Illustrationen bestaunen. Derartiges findet man in der heutigen Massenproduktion nur noch selten – und schlimmer: Manchmal löst sich z. B. die Klebebindung eines Taschenbuchs unter Knirschen bereits beim ersten Lesen, die graue Schrift auf gräulichem Umweltschutzpapier verwischt, wenn man mit dem Finger darüber streicht, für die Cover werden lieblos produzierte PC-Bilder verwendet, und Zeichnungen im Innenteil werden aus Kostengründen eingespart.

Dabei kann ein Buch mehr sein als eine Sammlung von beschriebenen Seiten, nämlich ein richtiges Kunstwerk. Wer Freude am Basteln und Handwerken hat, kann mit etwas Phantasie, Geschickt und den richtigen Materialien selber sehr individuelle und dekorative Bücher kreieren für wichtige Notizen, Rezepte, Fotos etc. und zum Verschenken. Heather Weston erklärt in „Buchbinden – Vom Handwerk zur Kunst“, wie man „Schritt für Schritt zum eigenen Buch“ kommt. Zunächst stellt sie das Material vor und erklärt die verschiedenen Sorten Papier, Karton, Einbandgewebe, Leim und Zwirn. Auch über die Werkzeuge erfährt man Wissenswertes: Pinsel, Heftnadeln, Ahlen, Falzbeine, Schneidewerkzeuge, Lineale, Gewichte, Schraubstöcke. Was nun noch an grundlegenden Informationen fehlt, wird im Anschluss veranschaulicht, d. h., es folgen Tipps, wie und warum man die Laufrichtung des Papiers bestimmt, was man beim Schneiden und Kleben beachten sollte.

Im ersten Kapitel werden die unterschiedlichen Bindearten erläutert. An die einfache Rückenstichheftung mag sich mancher noch erinnern, denn so wurden früher u. a. Schulhefte zusammengehalten, bevor die Klammer den Faden ablöste. Danach wird gezeigt, wie man einen Deckenband mit einer und mehreren Lagen, eventuell mit Lesebändchen anfertigt. Es folgen die Klebe- und die Schraubenbindung sowie die Blockheftung. Hat man diese noch relativ einfachen Varianten gemeistert, kann man sich an der Erstellung eines Doppelbuchs, eines Leporellos, eines Flaggenbuchs, eines Kulissenbuchs, eines Karussellbuchs, eines Daumenkinos und einer Mappe versuchen. Das zweite Kapitel ist dem Blatt und dem Einband gewidmet. Sehr dekorativ sind der Papierschnitt mit mehreren Ebenen, das Falzen und das Pop-up im Innenteil, mit Relief oder Prägung versehene Einbände. Beispiele für die fertigen Bücher findet man im dritten Kapitel. Die beschriebenen Grundtechniken werden variiert, und heraus kommen richtige Kunstwerke, die kaum noch an das ‚normale’ Buch erinnern.

Abschließend findet man ein Verzeichnis mit weiterführenden Büchern und (Internet-) Adressen für Künstler- und Buchbinderbedarf. Jede Thema und jede Technik wird sorgfältig und nachvollziehbar durch einen einleitenden Text vorgestellt. In einem hellblau unterlegten Feld sind die Materialien und Werkzeuge gelistet oder Ideen für Variationen und zusätzliche Arbeiten erklärt. Darauf folgt die Schritt für Schritt-Anleitung, manchmal ihrerseits untergliedert in Umschlag und Innenteil. Alle Erläuterungen und Arbeitsschritte werden durch Abbildungen und Fotos in Farbe veranschaulicht. Zusätzliche Hinweise finden sich in violetten Feldern.

Die gezeigten Beispiele machen richtig Lust, es auch einmal zu versuchen. Es empfiehlt sich, die jeweilige Anleitung sehr genau zu lesen, damit man als erstes die benötigten Materialien und Werkzeuge im Fachhandel für Künstler und Buchbinder beschaffen kann. Folgt man dann den präzisen Anleitungen – nach Möglichkeit beginnt man nicht mit den komplizierten Techniken –, bringt man zudem Geduld und etwas Geschick mit, sollten die Experimente von Erfolg gekrönt sein. Hat man nach einigen Probeläufen den Bogen raus, kann man sich selbst, die Familie und Freunde durch wunderschöne, selbst gemachte Bücher erfreuen.

„Buchbinden – Vom Handwerk zur Kunst“ ist ein tolles Buch für Fachleute und begeisterte Bastler und Heimwerker, die Spaß daran haben, kreativ zu sein und schöne Dinge selber herzustellen. Am besten wäre es, gäbe es den Titel im Doppelpack mit einem weiteren Band, der erläutert, wie man sein eigenes Papier, Karton usw. herstellen kann.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Abgelegt unter Kunst & Kultur, Sachbuch | 2 Kommentare »