Heyne

Zorn der Meere

1629 sinkt das Handelsschiff „Batavia“ im Indischen Ozean. Die Überlebenden retten sich auf eine öde Insel. Dort reißt ein Mann die Macht an sich, regiert durch Mord und Terror und ist zum Äußersten bereit, um seine Schandtaten zu vertuschen … – Auf der Basis historisch belegter Tatsachen erzählt Autor Falconer eine Geschichte, die als Fiktion mit der Realität kaum mithalten kann. Einschlägige Klischees passieren vor den Leseraugen Revue, doch insgesamt dominiert die fesselnde Story.

Alien – Die Wiedergeburt

Zwei Jahrhunderte nach ihrem Tod erwacht Ellen Ripley als Mensch-Alien-Hybrid und Gefangene jenes Konzerns, dessen Bemühen, einen Alien-Krieger zu züchten, sie stets durchkreuzt hat. Zusammen mit einer bunt zusammengewürfelten Schmuggler-Truppe kämpft sie sowohl gegen als auch für die Aliens, da sie sich ihrer Herkunft nicht mehr sicher ist … – Faktisch überflüssige, aber zumindest als Film spannende und gut gefilmte Fortsetzung der „Alien“-Saga. Die Autorin hangelt sich brav am Drehbuch entlang, füllt aber diverse Handlungslücken: typisches, immerhin verbraucherfreundliches (= lesbares) Merchandising-Produkt.

München

Im Herbst 1938 sucht der nazideutsche Diktator Hitler nach einem Vorwand für ‚seinen‘ Eroberungskrieg. Die Briten wollen dies unbedingt vereiteln und schicken eine Diplomatenkommission nach München, um den „Führer“ zum Einlenken zu bewegen, wobei auf beiden Seiten Gesetze und Moral mit Füßen getreten werden … – „literarisch wertvoller“ (Werbedröhnen) Historienthriller; die (moderate) Spannung entsteht aus dem Hintergrundwissen über ein ‚schmutziges‘ Abkommen, das zustande kommt, obwohl alle Beteiligten wissen, dass es wertlos ist: Roman für ein Publikum, das John le Carré den typischen Action-Routinen vorzieht.

Kommando

Auf dem Raumschiff von Captain Caldswell eher untergetaucht als angeheuert, wird Deviana Morris weiterhin von Intrigen, Aliens u. a. Ärgernissen geplagt Dann bläst die eigene Regierung zur Jagd auf sie, und Deviana hat genug: Sie übernimmt das Kommando und geht zum Angriff über … – Im dritten und (vorerst?) letzten Abenteuer der Söldnerin Deviana Morris werden die begonnenen Handlungsstränge verknüpft. Sieht man von einigen Schwachstellen ab, ist die Geschichte hoch spannend, gut erzählt, atmosphärisch dicht und vor allem sehr smart konstruiert.

Quazi

Die Menschen müssen sich den Globus mit den Untoten teilen, von denen einige – die „Quazis“ sogar intelligent sind. Polizist Denis Simonow muss mit einem Quazi-Kollegen den Mord an einem Wissenschaftler aufklären. Das ungleiche Team stößt dabei auf geheime und für sie gefährliche Informationen über den Ursprung der ‚Wiederauferstehung‘ … – Bekannte Zombie-Endzeit-Module werden vor relativ neuer Kulisse zusammengesteckt; insgesamt ist das Ergebnis routiniert, durchaus lesenswert, recht kurzweilig und unterhaltsam und hat den ein oder anderen cleveren Plot zu bieten: Gebrauchsliteratur zur Ablenkung, nicht mehr und nicht weniger!

Die Geier von Wahpeton

Eine Gangsterbande, terrorisiert ein Wild-West-Städtchen. Der Sheriff heuert einen Revolverhelden an, der dem Treiben ein Ende bereiten soll. Dieser muss feststellen, dass sein Auftraggeber der Anführer der Bande ist … – Dass Robert E. Howard, der Schöpfer des Barbarenkriegers Conan, auch Western-Storys schrieb, ist hierzulande kaum bekannt. Das Ergebnis ist. interessant, denn Howard macht zwischen Corcoran und Conan kaum einen Unterschied. „Im Schatten der Geier“ entwickelt sich dadurch zum Fantasy-Western und überrascht mit bizarren Einfällen.

Halloween

Ein keltischer Dämon fährt in einen US-Jüngling, der fürderhin maskiert auf Menschenjagd geht und es vor allem auf sein ahnungsloses Schwesterlein abgesehen hat. Nachdem er dem Irrenhaus entfliehen konnte, kehrt er in sein Heimatstädtchen zurück, um dort den Teenies in der Halloween-Nacht Saures zu geben … – Das Buch zum Kultklassiker des Horrorfilms ist eine Beleidigung des Lesers, dem mit der deutschen ‚Übersetzung‘ ein weiterer Tiefschlag versetzt wird.

Hex

Seit dreieinhalb Jahrhunderten rächt sich Katherine an den Bewohnern jenes Ortes, in dem sie als Hexe hingerichtet wurde. Niemanden lässt sie gehen, sämtliche Versuche, sie auszuschalten, blieben vergeblich. Als Jugendliche dies auf die Probe stellen, wird eine Gewaltspirale in Gang gesetzt, die alle Bürger in Lebensgefahr bringt … : Fulminante Horrorgeschichte mit interessanten Charakteren, einer packenden und glaubwürdigen Atmosphäre und dem erforderlichen Gruselfaktor: ein starker Roman, spannend unheimlich, erschreckend und so innovativ wie lange kein anderes Buch dieses Genres.

Heimat Erde

Auf der zum Friedhofsplaneten umgestalteten Erde stoßen Reisende auf neues Leben, was von der kriminellen Verwaltung totgeschwiegen wird. Beim Versuch, die Geheimnisse der Erde zu lüften, geraten die Besucher an Mutanten, Roboter, Gespenster u. a. seltsame Zeitgenossen … – Zwar routiniert und wortgewaltig aber ohne echten Plot oder roten Faden spult der Autor in diesem Spät-Roman vor allem „Daheim-ist’s-am-schönsten“-Nostalgien ab, die er mit selten erklärten Rätseln aufpolstert: lesbar, aber keines der ‚guten‘ Simak-Werke.

Im finsteren Eis

Ein Versorgungsfrachter strandet im nordpolaren Eis. Kommunikation und Maschinen fallen aus, niemand wird zur Hilfe kommen: 16 Männer müssen sich selbst helfen. Ihr Versuch, sich über das Eis in Sicherheit zu bringen, endet in einer unglaublichen Entdeckung – und in einer Katastrophe … – Mystery-Mischung aus Horror und Science Fiction, die vor allem in den ersten beiden Dritteln viel Stimmung und Rätsel-Spannung aufbaut; die Auflösung kann dem wie so oft nicht gerecht werden: trotzdem unterhaltsam.