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Sieben Minuten nach Mitternacht

Erstellt von Werner Karl am 31. Dezember 2011

Patrick Ness / Siobhan Dowd
Sieben Minuten nach Mitternacht
Gelesen von Maria Furtwängler

Der Hörverlag
ISBN 978-3-86717-783-2
Hörbuch, Krimi & Thriller
Erschienen 16.08.2011
4 CDs, vollständige Lesung
Hördauer: ca. 276 Minuten

www.hoerverlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Autoren:

Patrick Ness wuchs in den Vereinigten Staaten und auf Hawaii auf. Seit Ende der 90er-Jahre lebt er in London und ist dort als Literaturkritiker für die Tageszeitung The Guardian tätig. Für seine Kinder- und Jugendbücher wurde er mehrfach ausgezeichnet, er gewann unter anderem den renommierten Costa Children’s Book Award und war auf der Auswahlliste für die Carnegie Medal.

In »Sieben Minuten nach Mitternacht« schreibt Patrick Ness eine Idee seiner mit der Carnegie Medal und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Schriftstellerkollegin Siobhan Dowd weiter. Ihr früher, tragischer Krebstod verhinderte die Umsetzung ihrer Idee in eine eigene Geschichte.

Siobhan Dowd, in London geboren, stammte aus County Waterford, Irland, und verbrachte dort einen großen Teil ihrer Kindheit. Nach der Schulzeit in London studierte sie in Oxford und begann dort als Redakteurin für PEN International und als freischaffende Autorin zu arbeiten. Bereits ihr Debutroman kam auf die Auswahlliste des Deutschen Jugendliteraturpreises, für ihr drittes Jugendbuch wurde sie mit Carnegie Medal ausgezeichnet. Nach schwerer Krankheit erlag Siobhan Dowd 2007 ihrem Krebsleiden.

Die Sprecherin:

Maria Furtwängler ist seit über drei Jahren als Kommissarin Charlotte Lindholm im “Tatort” des NDR zu sehen und sorgt mit ihren Fällen regelmäßig für Zuschauerrekorde. Neben der Schauspielerei ist die studierte Medizinerin Schirmherrin der Hilfsorganisation “Ärzte für die Dritte Welt”. Für ihr Engagement wurde sie 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die Geschichte:

Connor ist 13 Jahre alt und lebt gemeinsam mit seiner Mutter in einem kleinen Haus. Sein Vater hat die Familie bereits vor längerem verlassen und lebt nun in Amerika, hat dort eine neue Frau und ein kleineres Kind. Connor muss viel Verantwortung übernehmen und im Haushalt mithelfen, denn seine Mutter ist krank. Oft steht sie erst viel später auf als er selbst und manchmal auch gar nicht. Connor aber ist sicher, dass seine Mutter wieder gesund werden wird. Sie hat zwar Haare bei einer Therapie verloren und gerade geht es ihr auch wieder nicht so gut, aber sicher geht es bald schon wieder besser.

Wäre da nur nicht dieser schreckliche Alptraum, der Connor so belastet und ihn quält. Und jetzt taucht da auch noch mitten in der Nacht dieses Monster auf. Um sieben Minuten nach Mitternacht ist es da. Es sieht der alten Eibe, die unweit des Hauses steht und die seine Mutter so gerne betrachtet, unheimlich ähnlich. Das Monster erzählt Connor Geschichten, die unerwartete Wendungen nehmen und so soll auch Connor zum Schluss dem Monster eine Geschichte erzählen. Nur was erwartet das Monster von ihm? Wird Connor eine Geschichte erzählen können und wie wird sie sein?

In „Sieben Minuten nach Mitternacht“ geht es um den Tod und darum Abschied zu nehmen von einem geliebten Menschen. Das ist ohnehin nicht leicht, aber wie viel schwerer ist es, wenn man die Wahrheit verdrängt. Und wie soll man leben, wenn niemand darüber wirklich spricht?

Maria Furtwängler liest diese Geschichte und setzt den Hörer mit ihrer sachlichen und ruhigen Stimme den Emotionen, die hier hochkommen, gnadenlos aus. Hier kann kein Auge trocken bleiben, keinem Zuhörer wird es gelingen sich Connors Problemen zu entziehen. Man kann einfach nicht anders als den Jungen bedauern und ihm in seinem Leid zur Seite stehen.

Das Thema dieses Hörbuches ist alltäglich und doch so ungeheuer grausam. Vermutlich braucht man in einer solchen Situation ein Monster, das einem zur Seite steht. Die Idee, die hier dahinter steckt ist jedenfalls grandios. „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist dunkel, traurig, berührend, grausam und dennoch real. Connor wird sich der Realität stellen müssen, der Zuhörer dieser Geschichte ebenfalls.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Als Buch ist „Sieben Minuten nach Mitternacht“ bei Goldmann als Ausgabe für Erwachsene und bei cbj als Kinder- und Jugendbuch erschienen.

Erwachsenenausgabe
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Kinder- und Jugendbuch
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Léon und Louise

Erstellt von Werner Karl am 27. März 2011

Alex Capus
Léon und Louise
Gelesen von Ulrich Noethen

Der Hörverlag
ISBN 978-3-86717-698-9
Hörbuch
Erschienen 18.02.2011
6 CDs, gekürzte Lesefassung
Hördauer: ca. 394 Minuten

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Der Autor:

Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt heute in Olten. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Erzählungsband „Diese verfluchte Schwerkraft“, dem seitdem neun weitere Bücher mit Kurzgeschichten, Romanen und Reportagen folgten. Zuletzt erschienen Patriarchen (Zehn Porträts, 2006), Eine Frage der Zeit (Roman, 2007) und Himmelsstürmer (Zwölf Porträts, 2008).

Der Sprecher:

Ulrich Noethen, 1959 in München geboren, Absolvent der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, begann seine Schauspielkarriere 1985 am Freiburger Theater. Nach zwei Jahren im dortigen Ensemble arbeitete er unter anderem am Schauspiel Köln, an der Staatlichen Schauspielbühne Berlin und am Staatstheater Stuttgart. Anfang der 90er Jahre wechselte er zum Fernsehen. Er hat bereits viele Hörbücher gelesen und auch an zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.

Die Geschichte:

Léon le Gall ist verstorben und seine Familie hat sich in der Kirche zur Trauerfeier versammelt. Da taucht eine Frau auf  um sich von Léon zu verabschieden. Aus Erinnerungen des Enkels erfährt fortan der Hörer etwas über Léons Leben und seine Liebe zu vielleicht dieser aber jedenfalls zu einer ganz besonderen Frau. Es geht um die Liebe zwischen Léon le Gall und Louise Janvier, zwei Menschen, die sich im Jahr 1918 erstmals begegnen und deren Liebe zueinander zwei Weltkriege und vieles mehr überdauern soll.

Léon, der die Schule nicht beenden möchte, nimmt im Jahr 1918 eine Arbeit als Morse Assistent in einem kleinen Bahnhof in Saint-Luc-sur-Marne an und das, obwohl er vom Morsen eigentlich gar nichts versteht. Irgendwie aber gelingt es ihm, dies zu verbergen und das Vertrauen der Dorfbewohner zu gewinnen. Bereits auf seiner Fahrt mit dem Fahrrad dorthin macht er die Bekanntschaft einer jungen Frau, die er später als Louise kennen lernt. Vom ersten Moment an fühlen sich Léon und Louise miteinander verbunden. Nach einem gemeinsamen Ausflug ans Meer geraten sie gegen Ende des 1. Weltkrieges in einen Beschuss durch die deutsche Artillerie. Léon wird verletzt und kommt in ein Lazarett. Seine Nachforschungen hinsichtlich des Verbleibs von Louise laufen ins Leere, immer sicherer wird er, dass Louise nicht überlebt hat.

10 Jahre später lebt Léon in Paris, ist verheiratet mit Yvonne und hat Kinder. Da sieht er seine Jugendliebe in der Pariser Metro wieder. Die Liebe entfacht neu, aber Louise möchte sich nicht in eine Ehe drängen. Léons Ehefrau Yvonne geht mit der neuen Situation auf eine ganz sonderbare Art und Weise um. So bleibt eigentlich alles wie es ist, nur das Gefühl, das zwei Menschen verbindet, kann die Realität nicht verändern, zumindest nicht hier und nicht zwischen Léon und Louise.

Das Leben geht weiter und irgendwann bricht der 2. Weltkrieg aus. Leon geht weiter seiner Arbeit nach und kämpft im Kleinen gegen den Nationalsozialismus, der auch vor den Toren von Paris nicht Halt macht. Louise muss mit ihrem Arbeitgeber in das weit entfernte Afrika reisen und so kommt es, dass Léon fortan regelmäßig Post von Louise erhält.

Léon und Louise das ist Poesie, das ist ein literarischer Genuss, so emotionsvoll und dennoch dezent geschrieben und hier durch den Sprecher Ulrich Noethen so fantastisch gelesen, dass es eine Freude ist in der Geschichte zu versinken. Zwei Menschen sind sich so nah wie sonst wohl fast niemand und doch so fern, denn sie können ihr Leben nicht miteinander teilen. Hier wird auch der 2. Weltkrieg in das Geschehen eingebracht und das aus der Sicht eines Franzosen. Das ist interessant und keinesfalls so, wie man es vielleicht erwarten würde.

Diese Hörbuchausgabe ist etwas ganz besonderes. Ein Hörerlebnis wegen der Geschichte an sich und auch wegen Noethens Fähigkeit sich in die einzelnen Personen hineinzuversetzen. Er versteht es mit den Protagonisten zu verschmelzen, so als wäre er sie selbst,  Louises Briefe zu lesen, als wäre er selbst der Schreiber und Léons Gefühle und Emotionen wiederzugeben, als wäre er selbst dieser Mann. Léon und Louise, eine wundervolle Liebesgeschichte, zauberhaft und traurig mit Momenten voller Glück.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich by Buch24.de
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Als Buch ist „Léon und Louise“ im Carl Hanser Verlag erschienen.

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Angelus

Erstellt von Werner Karl am 14. Mai 2010

angelusDanielle Trussoni
Angelus

Angelology, USA, 2010
Nach dem gleichnamigen Roman „Angelus“, Droemer Knaur, München, 02/2010
Der Hörverlag, München, 02/2010
6 CDs in Plastikhüllen in einer aufklappbaren Papp-Box, Hörbuch, Mystery-Thriller
ISBN 978-3-86717-572-2
Laufzeit: ca. 449 Min.
Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt
Lesefassung von Kai Lüftner
Gelesen von Regina Lemnitz
Titelgestaltung nach einer Vorlage von ZERO Werbeagentur, München unter Verwendung eines Motivs von FinePic, München
Sprecherfoto von Katrin Knoke
Booklet mit 6 auffaltbaren Seiten

www.hoerverlag.de
www.danielletrussoni.org/

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Die junge Nonne Evangeline lebt seit mehreren Jahren im Konvent der Heiligen Rosa und ist zufrieden mit ihrer kleinen Welt. Sie verbringt viel Zeit im Gebet und arbeitet in der Bibliothek. So liest sie auch den Brief eines gewissen Paul Verlaine, der wie so viele andere um Einsicht in alte Unterlagen des Ordens bittet. Obwohl der Wunsch von der Klosterleitung abgelehnt wird, sucht Paul die Einrichtung auf und erhält von Evangeline zwar nicht alle, aber einige interessante Informationen. Dass die Fakten, die er zusammentrug, sehr viel brisanter sind, als Paul dachte, bekommt er sehr schnell zu spüren, als die Handlanger seines Auftraggebers Percival Grigori die Aufzeichnungen stehlen und ihn zu jagen beginnen. Evangelines Großmutter rettet ihn in letzter Sekunde und weiht ihn in ein Geheimnis ein, das nur sehr wenigen Menschen bekannt ist:

Vor Äonen ließen sich einige Engel mit Menschen ein. Aus dieser Verbindung gingen die Nephilim hervor, übermächtige Monster, die Genuss süchtig sind und Freude am Zerstören, Quälen und Morden haben. Seit einer geraumen Weile werden sie jedoch von einer Krankheit heimgesucht, die sie schwächt und langfristig vielleicht auslöschen wird. Ihre einzige Hoffnung ist ein himmlisches Musikinstrument, eine Leier, die einst von den Angelologen gefunden und an einem geheimen Ort verborgen wurde. Der Schlüssel zu ihrem Versteck soll sich in der Korrespondenz zweier inzwischen verstorbener Frauen befinden, von denen eine Äbtissin in jenem Kloster war. Auch Evangeline erfährt von den Dingen, die sich lange vor ihrer Geburt zugetragen haben, denn ein Teil des Vermächtnisses wird nun in ihre Hände gelegt, durch ihre ermordete Mutter und die Großmutter, die ebenso große Hoffnungen in sie setzen wie einige der Nonnen und Angelologen, die Zeitzeugen der damaligen Tragödie sind. Allerdings weiß Evangeline noch längst nicht alles – die größte Überraschung erwartet sie, als der Kampf zwischen den Nephilim und den Angelologen um die Leier und damit das Schicksal der Menschheit ihren Höhepunkt erreicht …

Die Geschichte beginnt beschaulich mit der Vorstellung von Evangeline und Paul, die sich in der Bibliothek des Klosters kennen lernen und an Dingen rühren, die sich als äußerst gefährlich erweisen. Noch bevor sie wissen, wie ihnen geschieht, werden sie zu Gejagten, denn die Nephilim belauern Pauls Wohnung und greifen das Konvent an. Die beiden haben keine andere Wahl, als sich den Angelologen, die schon seit Generationen die Engel erforschen und einen geheimen Krieg gegen die Nephilim führen, anzuschließen, wollen sie nicht sterben. Für Paul öffnet sich eine Welt, die er sich niemals hätte vorstellen können. Schnell akzeptiert er die Gegebenheiten und dass es für ihn kein Zurück gibt. Das gleiche gilt für Evangeline, die nicht zulassen will, dass das Wissen, für das viele Menschen gestorben sind, in die falschen Hände gelangt. Zusammen mit anderen nehmen sie an der Schnitzeljagd teil, die zu der begehrten Leier führen soll. Dabei wird das Bild, was passierte, seit das Instrument gefunden wurde, immer mehr vervollständigt, und die Zusammenhänge werden klarer.

Mit eingeflochten werden Motive aus der Mythologie, Passagen aus der Bibel, sowie historische, theologische und kirchenwissenschaftliche Daten und Theorien – nicht zu viel, damit die Handlung nicht zu trocken wird, aber gerade genug, um die Neugierde zu wecken, denn geheime und verbotene Kenntnisse der Kirche faszinieren genauso wie die Engel, die gerade dabei sind, die Vampire und Werwesen als phantastische Publikumslieblinge abzulösen. Danielle Trussoni macht aus „Angelus“ allerdings keinen banalen Liebesroman, obgleich sich eine Romanze anbahnt. Stattdessen liegt der Schwerpunkt ihres Werkes tatsächlich auf Mystery und Thriller, es geht um die Geheimnisse der Engel, die Suche nach der Leier und eine Entwicklung, die erfahrene Leser bzw. Zuhörer aufgrund winziger Hinweise vielleicht vorhersehen konnten. In Folge endet die Geschichte anders, als man erwartet hätte.

Regina Lemnitz, die man als Schauspielerin aus TV-Serien wie „Unser Charly“ und „Dr. Sommer – Neues vom Bülowbogen“ oder Synchronsprecherin von Whoopie Goldberg und Roseanne Barr kennt, liest routiniert und lebendig. Man lauscht ihr gern bis zum Ende des spannenden Romans. Die Ausstattung des Hörbuchs ist sehr gefällig: 6 CDs in Schutzhüllen aus Plastik in einer stabilen, aufklappbaren Papp-Box nebst kleinem Booklet, das das Inhaltsverzeichnis, ein kurzes Interview mit der Autorin und Informationen zur Sprecherin bietet. „Angelus“ ist ein unterhaltsamer Mystery-Thriller für Fans von Titeln wie „Im Namen der Rose“, „Die Judas-Papiere“ oder „Nebelsturm“, der zwar gängigen Erzähl-Traditionen folgt und populäre Motive nutzt, aber durch einen durchdachten Handlungsaufbau und unerwartete Wendungen zu überzeugen weiß. (3xPRT)

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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LAUFENDES BÜCHERPREISRÄTSEL
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www.buchrezicenter.de veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon stellen werden, die richtig beantwortet werden müssen.
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Die jeweiligen Gewinne werden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt, die wir namentlich unter die Rezension(en) als Gewinner bekanntgeben werden.
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Die Anzahl der Titel, die zur Verfügung stehen, findet man als Abkürzung in Klammern am Ende der jeweiligen Rezension! Also zum Beispiel: (3xPRT) = 3 Titel im Preispool!
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Wer also einen der Gewinnpreistitel ergattern möchte, meldet sich am nächsten Werktag zwischen 18:00 und 18:15 unter 069-7306122. Bitte lest vorher aufmerksam die vorliegende(n) Rezension(en) des Preistitels durch, da alle Fragen, die gestellt werden, aus diesen zu beantworten sind. Bitte keine Anrufe vor oder nach diesem genannten Zeitraum und auch bitte keine anderen Telefonnummern benutzen, da sonst das Preisrätsel nicht problemlos vonstatten gehen kann. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht durchkommt, versucht es bei einem anderen Preisrätsel einfach nochmal, da wir ja laufend solche hier veranstalten.
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Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!
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Hören bis zum Morgengrauen

Erstellt von Werner Karl am 13. April 2010

horen-bis-zum-morgengrauenArne Dahl, Ake Edwardson, Mary Higgins Clark, Patricia Highsmith,
Val McDermid, Hakan Nesser, Frank Schätzing
Hören bis zum Morgengrauen – 9 Krimis großer Bestsellerautoren

Der Hörverlag, München, 06/2009
8 CDs auf Displays in 2 Juwel-Cases mit Papp-Box
Hörbuch, Krimi
ISBN 978-3-86717-465-7
Laufzeit: ca. 420 Min.
Aus dem Amerikanischen, Englischen und Schwedischen von verschiedenen Übersetzern
Gelesen von Markus H. Eberhard, Stefan Wilkening, Marion Breckwoldt, Beate Himmelstoß,
Thomas M. Meinhardt, Christian Baumann und Frank Schätzing
Titelfoto von Chase Swift/CORBIS
Autorenfotos aus verschiedenen Quellen
Je 2 Booklets à 6 Seiten, aufklappbar

www.hoerverlag.de

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Die CD-Box „Hören bis zum Morgengrauen“ hält, was sie verspricht: Auf den Krimi-Fan warten „9 Krimis großer Bestsellerautoren“ aus Amerika, Deutschland, England und Schweden. Die Namen lesen sich wie das „Who is Who“ der momentan beliebtesten Schriftsteller des Genres, deren Beiträge entweder schon etwas älter oder sehr aktuell sind. All diese Punkte gewährleisten ein abwechslungsreiches und spannendes Hörvergnügen, denn kein Krimi ist wie der andere. Auch die Lesungen vermögen zu überzeugen. Ob nun zu Hause während der Arbeit, im Auto auf einer längeren Fahrt oder im Beruf, sofern Hören erlaubt ist – überall wird man von den jeweils etwa eine Stunde dauernden Kriminalfällen (die zwei Stücke von Val McDermid sind kürzer und befinden sich auf derselben von den insgesamt 8 CDs) bestens unterhalten.

Die Gestaltung ist, wie man sie von den Krimi-Boxen des Hörverlags kennt: In der Pappbox befinden sich zwei Juwel-Cases mit je 4 CDs. Die Booklets sind leider immer etwas mager und weisen nur auf die einzelnen Titel und die Buchausgaben hin. Schön wäre es, wenn einige zusätzliche Informationen zu den Autoren, den Sprechern und dem Büchern eingebunden würden. Hier einige Beispiele, welche packenden Erzählungen Eingang in die vorliegende Box gefunden haben:

In „Das dritte Auge“ von Arne Dahl untersucht ein Kommissar den mysteriösen Unfalltod eines Penners. Der Mann wurde überfahren; es gibt mehrere Zeugen, aber keiner hat etwas Wesentliches beobachtet. Der Beamte, der schon immer gut daran tat, seinen Ahnungen zu vertrauen, stellt weitere Nachforschungen an und gerät in tödliche Gefahr.

Mary Higgins Clark lässt ihre Protagonistin „Die Leiche im Schrank“ finden. Dass jemand seine Tote einfach in ihrer Wohnung zurücklässt, findet Alvirah sehr empörend, und dass man ihrem Neffen den Mord in die Schuhe schieben will, ist noch schändlicher. Prompt beginnt sie, ihre Nase in die Angelegenheiten anderer Leute zu stecken.

„Leise, leise im Wind“ passiert ein Mord bei Patricia Highsmith. Skip möchte seinem Nachbarn ein Stück Land abkaufen, was dieser ablehnt. Skips Ärger wächst, als sich seine Tochter ausgerechnet mit dem Sohn dieses Nachbarn einlässt. Plötzlich ist der Mann verschwunden, und die Kinder singen unheimliche Lieder.

Frank Schätzing bringt den jungen Schauspieler Schlemmer mit seinem Kollegen Koch, der ebenfalls ein Einzelgänger ist, zusammen. Als der ältere Mann schwer erkrank, möchte er so etwas wie eine Beichte gegenüber seinem Quasi-Freund ablegen. Schlemmer erfährt, dass der andere „Der Puppenspieler“ ist und durch Erpressung reich wurde. Warum soll das schöne Geld, das Schlemmer dringend braucht, um seine Gläubiger bezahlen zu können, mit Kochs Tod für immer verloren sein?

Es sind ausnahmslos kleine, böse Geschichten, die auf billige Action verzichten, dafür in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lassen und oft eine unerwartete Wende nehmen. Jede Erzählung vermag auf ihre ganz eigene Art zu überzeugen, sei es durch eine makabre Pointe oder den Charme der Hauptfigur.

Für jeden Geschmack ist etwas dabei – und die rund EUR 20.- für sieben Stunden spannende Unterhaltung lohnt sich wirklich.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Wildernacht: Die verlorenen Tagebücher

Erstellt von Werner Karl am 21. März 2010

wildernachtJoachim Masannek
Wildernacht: Die verlorenen Tagebücher

Nach den gleichnamigen Kinderbüchern „Wildernacht – Kladde 01 + 02“
Egmont Franz Schneider Verlag, Köln, 04/2009
Der Hörverlag, München, 09/2009
2 CDs im Juwelcase, Hörspiel, Kinderbuch, Urban Fantasy
ISBN 9783867175111
Laufzeit: ca. 146 Min.
Hörspielbearbeitung und Regie: Barbara van den Speulhof
Sprecher: Erik Borner, Nora Jokosha, Peter Wenke, Bodo Henkel u. a.
Titelsong „Wildernacht“ von Hassliebe, Text und Musik von Manuel ‚Kurt’ Gläser
Künstlerische Gestaltung von Susann Bieling
Fotos von Stefan Kraul und Petra Stadler
1 Booklet à 8 Seiten

www.hoerverlag.de
www.joachim-masannek.com/
www.hassliebe.de
www.suedpolrecords.de

Der Kinderbuchautor Joachim Masannek wurde durch seine „Wilden Kerle“ bekannt. Mit „Wildernacht“ ist ihm ein neuer Streich geglückt. Die beiden Fantasy-Erzählungen, erschienen im Schneider-Verlag, sind ein optisches Highlight durch die Gestaltung als illustrierte Tagebuch-Kladden. Wer sich, dadurch neugierig geworden, die Bände zulegt (inzwischen ist auch ein Roman erschienen, der den Faden weiter spinnt), wird mit einer Geschichte konfrontiert, die etwas wirr wirkt und eher ein reiferes Publikum anspricht als Leser zwischen 10 und 14 Jahre. Der Hörverlag hat nun die ersten beiden „Wildernacht“-Kladden als Hörspiel umgesetzt.

König Artus ist tot. Der Drache, der über die Welt wacht, befiehlt Merlin und allen magischen Wesen, sich in ein ‚Land im Westen’ zurückzuziehen und das Schicksal der Erde in die Hände der Menschen zu legen. Allerdings vergaßen diese schon bald den Drachen und sein Erbe, sie veränderten sich und wurden selbstsüchtig. Die Welt begann zu sterben …

… und sich den gefährlichen Wesen aus Wildernacht zu öffnen. Niemand ahnt etwas von der wachsenden Bedrohung. Allein Michael Klondeik bemerkt, dass etwas nicht stimmt, dass die Welt im Wandel ist und seltsame Geschöpfe umherstreifen. Eine Stimme ruft ihn, und er folgt ihr nach Irland. Dort begegnet er der schönen Sally Wild Blanche, in die er sich verliebt und die ihn bittet, ihr zu helfen, die Welt zu retten und die Ausbreitung von Wildernacht zu verhindern. Längst gibt es für Michael Klondeik kein Zurück mehr. Die Grenze zwischen der ihm bekannten Realität und einer mythischen Welt ist aufgehoben. Er beginnt zu schreiben: sechs Tagebücher, die die Geschichte von Wildernacht und seine eigene erzählen, um die Menschen zu warnen.

Das Hörspiel ist in weiten Teilen eine Lesung durch Erik Borner, die Stimme Michael Klondeiks. Die anderen Sprecher und die Geräuschkulisse werden eher sparsam eingesetzt, so dass der Tagebuch-Charakter erhalten bleibt. Begonnen wird mit der etwas reißerischen Ankündigung einer drohenden Gefahr und dass jeder, der die Tagebücher findet, etwas unternehmen muss, um sie abzuwenden, denn das Schicksal der Erde und der Menschheit stehen auf dem Spiel. Danach geht es verhalten weiter, denn der Protagonist beschreibt ausführlich seine Beobachtungen und Aktionen, deren Bedeutung oft erst später erklärt wird, er spekuliert und macht dunkle Andeutungen, bis die Handlung endlich mehr Tempo aufnimmt, er und seine Freunde in gefährliche Situationen geraten und den Kampf gegen jemanden aufnehmen müssen, den sie immer für einen der ‚Guten’ gehalten haben. Tatsächlich ist in Wildenacht nicht alles so, wie man es erwartet hätte. Der Autor bedient sich der „Artus“-Saga und anderer bekannter Motive, veränderte jedoch so manches. Sean Dark, die Dame von Wildernacht hat unverkennbar Jean d’Arc (nicht nur dem Namen nach) zum Vorbild. Die verschiedenen Völker wirken vertraut, basieren sie doch auf Elfen, Zwergen, Gnomen etc. und erhielten einfach nur mehr oder minder kuriose Namen wie Kurze und Schlawiner.

Immer wieder wird die Gefahr für die Erde mit Umweltsünden, der Habgier und Gedankenlosigkeit der Menschen in Zusammenhang gebracht. Nicht selten mahnt der Autor mit moralisch erhobenem Zeigefinger, die Natur zu schützen, die Ressourcen zu schonen und nicht länger die Augen vor der Not vieler Mensch, insbesondere der Kinder, zu verschließen. So gut gemeint die Message auch ist, die Art, wie sie vorgetragen wird, geht schon bald auf die Nerven. Die Geschichte endet offen – denn vier Tagebücher bleiben noch. Allerdings ist der vorläufige Schlusspunkt geschickt gewählt und lässt den Hörer nicht mit zu vielen Fragen allein.

Für das Hörspiel muss man einige Aufmerksamkeit mitbringen, denn hört man ‚nur nebenbei’, kann einem so manches Detail entgehen, da die Handlung mit mehreren Schauplätzen und zahlreichen bizarren Figuren aufwartet. Die Geschehnisse wirken manchmal etwas verworren aufgrund der Vermutungen, Warnungen und dem Umwelt-Gedanke, die den roten Faden hin und wieder verdecken. Es dauert eine ganze Weile, bis man sich einigermaßen in das Gemisch aus bekanntem Hintergrundszenario und willkürlich modifizierten Mythen hineinfindet und ahnt, worum es eigentlich geht, wer die Guten, wer die Bösen sind. Für Kinder dürfte das alles doch etwas zu viel des Guten sein, so dass man das Hörspiel lieber Fantasy-Fans ab 14 Jahre empfehlen möchte, die eventuell die Bücher gelesen haben und in Folge dem Vortrag und den Dialogen leichter folgen können. An die Qualität von (Hör-) Büchern desselben Genres wie „Darren Shan“, „Changeling“ oder „Harry Potter“ reicht „Wildernacht“ nicht heran.

Von der Gestaltung her ist am Hörspiel nichts auszusetzen. Das Cover des Booklets ist identisch mit dem von „Kladde 01“ und sorgt für Wiedererkennung. Auf den acht Seiten findet man ein Verzeichnis der Figuren und ihrer Sprecher, Informationen zum Autor, zu einigen der Mitwirkenden und den wichtigsten Charakteren inklusive Illustrationen. Vermutlich wurde für das Booklet die Optik der Kladden übernommen bzw. handelt es sich um Auszüge aus diesen. Das Juwelcase bietet zwei CDs mit einer Gesamtspieldauer von knapp zweieinhalb Stunden zum stolzen Preis von fast EUR 20. Es empfiehlt sich, eine Lese- oder/und Hörprobe einzuholen, um sich einen kleinen Eindruck von „Wildernacht“ zu verschaffen, bevor man vielleicht seine Erwartungen nicht erfüllt sieht. (5xPRT))

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Karol Koziol
2.Philipp Krajewski
3.Susanne Meyer
4.Jürgen Mittag
5.Erik Hilter
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Der Zauberer von Oz

Erstellt von Werner Karl am 13. März 2010

der-zauberer-von-ozL. Frank Baum
Der Zauberer von Oz

The Wonderful Wizard of Oz, USA, 1900
der hörverlag, München/rbb, Berlin/NDR, Hamburg/
radiobremen, Bremen, 03/2005 (1994)
2 CDs auf Displays im Juwelcase, Hörspiel, Kunstmärchen, Fantasy
ISBN 9783899405408
Laufzeit: ca. 102 Min.
Aus dem Amerikanischen von Sybil Gräfin Schönfeldt
Hörspielbearbeitung von Heidi Knetsch und Stefan Richwien
Sprecher: Christiane Leuchtmann, Heinz Schubert, Veit Schubert,
Hans Peter Korff, Martin Seifert u. a.
Musik von Frank Wulf-Raven und Stefan Wulf
Titelillustration von Beate Speck-Kafkoulas

www.hoerverlag.de
www.rbb-online.de
www.ndr.de
www.radiobremen.de
www.oton-studio.com/doorNet.htm
www.wulf-home.de
www.ati-pictures.de

„Der Zauberer von Oz“ ist das bekannteste Werk – ein Kinderbuch, aus dem schnell eine Serie wurde – von Lyman Frank Baum (1856 – 1919). Es diente als Vorlage für Theaterstücke, Musicals und Hörspiele. Den größten Erfolg feierte der Farbfilm „The Wizard of Oz“ (1939) mit Judy Garland als Dorothy. Das von ihr gesungene Lied „Over the Rainbow“ zählt zu den Klassikern, die immer wieder neu interpretiert werden.

Ein schlimmer Wirbelsturm trägt Dorothys Haus davon und setzt es in einem unbekannten Land ab – dabei kommt die böse Hexe des Ostens zu Tode. Dorothy ist entsetzt und möchte, obwohl man sie freundlich als Befreierin begrüßt, schnellstens zurück nach Hause. Sie folgt dem gelben Weg zur Smaragdstadt, da es heißt, dass nur der mächtige Zauberer von Oz ihr helfen kann. Auf ihrer Wanderung schließen sich ihr die Vogelscheuche, die den Zauberer um Verstand bitten möchte, der Blechmann, der sich ein Herz wünscht, und der feige Löwe, der gern mutig wäre, an. Als sie ihr Ziel erreichen, erwartet sie jedoch eine große Enttäuschung, denn der Zauberer will ihnen erst helfen, wenn sie im Gegenzug etwas für ihn tun: Er verlangt, dass sie die böse Hexe des Westens töten. Das findet Dorothy zwar schrecklich, aber zusammen mit ihren Gefährten begibt sie sich ins Reich der Hexe. Diese sendet Wölfe, Krähen, geflügelte Affen und andere Tiere aus, um die vier aufzuhalten. Die Vogelscheuche und der Blechmann werden auseinander genommen, der Löwe und Dorothy geraten in Gefangenschaft …

Praktisch jeder kennt die Geschichte, was sicher vor allem der gelungenen Verfilmung zu verdanken ist. Auch heute noch bezaubern Dorothys Abenteuer Jung und Alt und laden zu einer Reise durch eine phantastische Welt ein. Dass die bösen Hexen sterben, mag grausam scheinen, aber so ergeht es ihnen nun mal in allen Märchen, und das Thema wird nicht unnötig ausgewalzt. Am Ende siegt das Gute, und auf die Helden wartet eine Belohnung. In Folge dürfen auch Kinder ab 7 Jahre dem Hörspiel lauschen. Die Inszenierung kann überzeugen. Alle Sprecher erfüllen ihre Rollen, und man kann sich die einzelnen Figuren bildlich vorstellen. Einige werden sich vielleicht noch an die dt. Folk-Rock-Band Ougenweide erinnern, die in den 1070er Jahren zu den ersten Interpreten des Mittelalter-Rocks gehörte und die auch heute noch auftritt. Ihre Mitglieder Frank Wulf-Raven und Stefan Wulf sorgen für die musikalische Untermalung des Hörspiels.

Obwohl L. Frank Baum versicherte, dass er lediglich die Gute-Nacht-Geschichten, die er für seine Kinder erfunden hatte, in seinen Büchern niederschrieb, halten sich hartnäckig die Theorien, die in den Charakteren und ihren Erlebnissen eine Allegorie auf das Amerika um 1900 sehen wollen. Seine Serie beeinflusste zahlreiche Schriftsteller und bewog die phantastischen Autoren Philip José Farmer („World of Tiers“, „Die Liebenden“) und Joan D. Vinge („Die Schneekönigin“, „Star Wars – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“), die Reihe um neue Titel zu ergänzen.

Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen versuchte L. Frank Baum nicht, seine jungen Leser durch moralinsaure Geschichten zu erziehen, sondern bot ihnen einen spannend-phantastischen Stoff zum Träumen. Dabei folgt er den traditionellen Regeln des Märchens. Böse Taten werden bestraft und gute belohnt. Wer einen Wunsch hat, muss eine Aufgabe erledigen oder eine Prüfung bestehen, bevor er bekommt, was er begehrt. Dabei zeigt sich, dass Dorothy, die Vogelscheuche, der Blechmann und der Löwe die Lösung bei bzw. in sich tragen. Um einander zu helfen, wachsen sie über sich hinaus und brauchen den Zauberer gar nicht, der sich am Schluss als Scharlatan zu erkennen gibt: Man benötigt keine Magie, wenn man treue Freunde hat, für die man alles tun würde und umgekehrt.

„Der Zauberer von Oz“ ist ein zeitloses Märchen, das noch immer fesselt – und die gelungene Hörspielumsetzung ist nicht nur für Kinder ein sehr schönes Mitbringsel!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei:
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Die Avalon-Saga

Erstellt von Werner Karl am 8. März 2010

avalonT. A. Barron
Die Avalon-Saga
1. Sieben Sterne und die Dunkle Prophezeiung
2. Im Schatten der Lichtertore
3. Die ewige Flamme

The Great Tree of Avalon: Child of the Dark Prophecy/Shadow of the Stars/The Eternal Flame, USA, 2004/2005/2006
Nach den gleichnamigen Jugend-Romanen „Der Zauber von Avalon 1 – 3“, dtv, München, 2005 – 2007
Der Hörverlag, München, 11/2009 (2005 – 2007)
18 CDs in 3 Juwelcases mit Display im Pappschuber, Hörbuch, High Fantasy
ISBN 9783867175302
Laufzeit: ca. 1359 Min.
Aus dem Amerikanischen von Irmela Brender
Lesefassung von Katia Semprich
Gekürzte Lesung von Stefan Wilkening
Titelgestaltung von Ludvik Glazer-Naudé
Illustration/Karte von T. A. Barron
Foto von Adrienne Meister
1 Booklet à 8 Seiten

www.hoerverlag.de
www.tabarron.com/
www.atelier-glazer.de/
www.stefan-wilkening.de/

Aus einem Samen zog der Zauberer Merlin den Weltenbaum Avalon, in dessen Zweigen und Wurzeln Menschen, Elfen, Riesen und viele andere Wesen leben. Der Friede wird nun von dem unsterblichen Kriegsherrn Ritha Gawr und seinem Handlanger, dem Hexenmeister Kulwych, bedroht. Hoffnung kann den Völkern allein der ‚wahre Erbe Merlins’ bringen, doch ihm gegenüber steht ‚das dunkle Kind’. Der Junge Tamwyn, der Adlermann Scree und die angehende Priesterin Elli sind im gleichen Jahr unter denselben Vorzeichen geboren – aber wer von ihnen ist der Retter und wer der Zerstörer? Sind ihre Rollen wirklich unerschütterlich festgelegt? Um das Unheil abzuwenden, versuchen die drei zusammen mit ihren Freunden, Mittel und Wege zu finden, um Ritha Gawr zu besiegen und den Frieden nach Avalon zurückzubringen. Aber nicht jeder Weggefährte erweist sich als vertrauenswürdig. So müssen die jungen Helden immer wieder Enttäuschungen hinnehmen, viele Opfer bringen und tragische Verluste erleiden – sogar noch nach der entscheidenden Schlacht.

Thomas Archibald Barron schuf mit der „Avalon-Saga“ eine Trilogie, die – wie auch einige seiner anderen Bücher – auf dem ursprünglichen Mythos um Artus, Merlin, die Ritter der Tafelrunde und die Herrin vom See beruht und einige Motive daraus in ein anderes, nicht minder bekanntes Umfeld integriert. Dieses neue Avalon wurde mit dem Bild der Weltesche Yggdrasil aus der „Edda“ verknüpft, die gleichfalls das Heim vieler Völker ist. Was man aus der High Fantasy und den Märchen- bzw. Sagenwelten an Kreaturen kennt, tummelt sich in Avalon: Elfen, Trolle, Gnome, Drachen, Einhörner … und einige Wesen, die sich der Autor selbst ausgedacht hat wie die Hoolahs und den Tannenzapfengeist. Vor dieser Kulisse, die teils vertraut, teils doch überraschend anders ist, agieren sympathische junge Protagonisten, die ihre Rollen erfüllen und sich trotzdem altersgerecht verhalten. Beispielsweise zanken sich Tamwyn und Ellie sowie Skree und Brionna ganz nach dem Motto Was sich liebt, neckt sich. Allerdings hält sich der Autor strikt an die Regeln abenteuerlicher High Fantasy und konzentriert sich auf eine spannende und dramatische, Handlung, die hin und wieder durch einige heitere Einlagen aufgelockert wird, und lässt sie nicht durch Romanzen verwässern.

Auf der Suche nach Antworten und Hilfe, um den Feind, der bedauerlicherweise eindimensional böse geschildert wird, besiegen zu können, kreuzen sich die Pfade der Charaktere und trennen sich wieder. Daraus ergeben sich mehrere Schauplätze, und stets wechselt der Autor im spannendsten Augenblick die Handlungsebene. Der Leser bzw. Zuhörer nimmt an einer aufwändig erzählten Quest teil, die ihn durch ganz Avalon führt – und man fühlt sich durchaus ein wenig an den „Herrn der Ringe“ erinnert, nur dass im Fall der „Avalon-Saga“ die Art der Inszenierung auch ein jüngeres Publikum (ab 12 Jahre) mit einbezieht. Allerdings kann man die Geschichte nicht wirklich als kindlich bezeichnen, denn die Kämpfe sind oft grausam, und auch Sympathieträger sterben. Man nimmt kein Geheimnis vorweg, erwähnt man, dass das Böse besiegt wird, aber mit diesem Finale ist noch lange kein richtiges Happy End verbunden, und nicht alles entwickelt sich so, wie es der Leser/Zuhörer vielleicht gern hätte.

Der Stil des Autors ist weitschweifig, auch in der gekürzten Lesefassung. Manches, was bereits erklärt wurde, wiederholt er mehrfach, und er ergeht sich auch in reichlichen Details bei den Beschreibungen der Personen und den Szenarien. Im Hörbuch fällt dies nicht gar so sehr auf, doch in Buchform dürfte die gelegentliche Langatmigkeit gerade jüngeren Lesern einiges an Durchhaltevermögen abverlangen. Tatsächlich profitiert das Hörbuch sehr vom lebendigen Vortrag Stefan Wilkenings. Der Sprecher verleiht jeder Figur eine individuelle Stimme, die auch einige Charakteristika transportiert wie die Arroganz von Llynia, der Anwärterin auf die Position der Hohepriesterin, die Grausamkeit von Harlech, dem Diener Kulwychs, oder die Knurrigkeit, hinter der der Tannenzapfengeists Nuic seine freundliche Natur verbirgt. Dank der hervorragenden Lesung kann man sich die Protagonisten bildlich vorstellen und nimmt Anteil an ihren Schicksalen.

Die Gestaltung der CD-Box ist hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses tadellos. In einer Pappbox sind drei Juwelcases mit je 6 CDs auf Displays zu finden. Ein kleines Manko ist, dass sich die Displays gern aushaken, wenn man beim Öffnen und Entnehmen nicht sehr vorsichtig ist. Das Booklet, das dem 1. Teil der Trilogie beiliegt, ist mit 8 Seiten leider nicht allzu umfangreich: Es beinhaltet eine Karte des Weltenbaums, ein Inhaltsverzeichnis der CDs mit Laufzeit-Angaben, eine sehr kurze Zusammenfassung der Ausgangssituation, ein Personen-/Ortsverzeichnis, einige Sätze zu Autor und Sprecher inklusive Foto. Sicher hätte man hier etwas ausführlichere Informationen geben können.

Jedoch darf man nicht vergessen, dass man zum kleinen Preis von ca. EUR 30.- ein fast 23-stündiges Hörvergnügen hat, womit man wirklich rundum zufrieden sein darf. T. A. Barrons „Avalon-Saga“, die von Stefan Wilkenings gelungen vorgetragen wird, wendet sich an die Freunde der High Fantasy. Zuhörer ab 12 Jahre, die schon einige Lese-Erfahrung haben, und auch das reifere Publikum werden von dieser etwas anderen „Avalon“-Erzählung gut unterhalten. (3xPRT-Audiob.)+(3xPRT-PB)

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Die Avalon-Saga

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Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire

Erstellt von Werner Karl am 21. Februar 2010

mitternachtszirkusDarren Shan (Darren O’Shaughnessy)
Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire:
1. Der Mitternachtszirkus
2. Die Freunde der Nacht
3. Die dunkle Stadt

The Saga of Darren Shan: Cirque du Freak/The Vampire’s Assistant/Tunnels of Blood, GB, 2001
Nach der gleichnamigen Roman-Serie „Darren Shan“, Droemer Knaur Verlag, München, 2003
und dem Kinofilm „Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire“, Universal, 2009
Der Hörverlag, München, 11/2009 (2002)
15 CDs in 3 Juwelcases mit Display im Pappschuber, Hörbuch, Horror
ISBN 9783867173988
Laufzeit: ca. 1046 Min.
Gelesen von Jens Wawrczeck
Titelgestaltung von 2009 Universal Studios

www.hoerverlag.de
www.darrenshan.com
www.mitternachtszirkus-film.de
www.universalstudios.com
www.jenswawrczeck.de

Darren O’Shaugnessy, ein britisch-irischer Autor, schreibt seit seiner Jugend phantastische Geschichten. Nachdem diese zunächst an ein erwachsenes Publikum adressiert waren, legte er mit der „Darren Shan“-Saga erstmals eine Jugendbuch-Reihe vor, die unter einem Kürzel seines Namens als Verfasser und in der Ich-Form so geschrieben ist, als habe er die Geschehnisse tatsächlich erlebt und vertraue seine Geheimnisse dem Leser bzw. Zuhörer an.

Nachdem Warner Brothers „Harry Potter“ erfolgreich verfilmt hatte, nahm sich nun Universal eines entsprechenden Stoffs an und fasste dabei die ersten drei Bücher zusammen. Kommt der Blockbuster bei den Kino-Fans ebenso gut an wie der Hit des Konkurrenten, sollen auch die übrigen Bände – immer drei in einem Film – realisiert werden. Im Hörverlag ist nun, rechtzeitig zum Kino-Start, das Hörbuch zum Film erschienen. „Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire“ beinhaltet die Teile „Der Mitternachtszirkus“, „Die Freunde der Nacht“ und „Die dunkle Stadt“. Jeweils 5 CDs sind auf 3 Jewelcases mit Display verteilt, die ein Pappschuber zusammenhält. Leider ist die Ausstattung sehr spartanisch: Es gibt nicht einmal ein dünnes Booklet, dabei wäre vielen Fans eine Beilage mit Informationen zum Autor, der Buch-Serie und dem Kino-Film gewiss sehr willkommen gewesen.

Dennoch bekommt man für knapp EUR 30.- sehr viel zu hören, nämlich eine Lesung von gut 16 Stunden, die so lebendig ist, dass sie bereits Hörspielqualität hat. Der Theaterschauspieler Jens Wawrczeck war u. a. als Dialogregisseur zu „Ein richtiger Mensch“ und als Verfasser von Dialogbüchern zu der TV-Serie „The Tribe“ tätig, er synchronisierte Patton Oswalt/Spence Olchin in „King of Queens“ und Tobi in „Naruto Shipuden“, lieh im Hörfunk seine Stimme Karl Krümel Löwe aus „Die Brüder Löwenherz“ und Peter Shaw aus „Die drei ???“, las für den Hörverlag „Till Eulenspiegel“ und nun „Darren Shan“. Jens Wawrczecks jugendliche und erstaunlich wandlungsfähige Stimme klingt bei jedem Charakter anders und verleiht diesem Persönlichkeit und eine unverkennbare Individualität. Man hat das Gefühl, als habe er selber großen Spaß an der Geschichte und gehe in den verschiedenen Rollen auf. Als Zuhörer wird man sofort in den Bann gezogen und folgt dem Vortrag mit Begeisterung, da man sich die Figuren und ihre Aktionen bildlich vorstellen kann.

Die Lesung ist klar und deutlich, auch jüngere Hörer können die Story problemlos nachvollziehen. Das empfohlene Alter – ab 12 Jahre – ist für ein Jugend(hör)buch allerdings sehr niedrig angesetzt, denn stellenweise ist die Handlung wirklich gruselig, und nicht immer geht ein Abenteuer gut aus. Darum möchte man den Titel lieber jugendlichen Genre-Fans empfehlen, die wenigstens 14 Jahre alt sind, etwas Lese-Erfahrung mitbringen und den Tod von Sympathieträgern verkraften können. Darren Shan, ein typischer Teenager, besucht zusammen mit seinem Freund Steve ohne das Wissen ihrer Eltern die Show des „Mitternachtszirkus’“. Während sich Darren gehörig graust, ist Steve fasziniert, denn einen der Künstler identifiziert er als Vampir. Prompt bittet er den Spinnenbeschwörer Mr. Crepsley, ihn zu einem Vampir zu machen. Dieser Wunsch wird ihm jedoch verweigert, denn Mr. Crepsley erkennt, dass der Junge ‚schlechtes Blut’ hat und durch die Wandlung zu einer Gefahr für Vampire und Menschen werden könnte.

Statt Steve wandelt Mr. Crepsley Darren, der sich als Assistent anbietet – im Austausch gegen Steves Leben, denn dieser wurde von der giftigen Spinne des Vampirs gebissen und liegt seither im Koma. Das neue Dasein als Halb-Vampir zwingt Darren, für seine Familie und Freunde zu ‚sterben’ und alles aufzugeben, was ihm lieb und teuer war. Was ihm bleibt, ist Mr. Crepsley, der ihm nach vielen anfänglichen Schwierigkeiten nicht nur ein guter Mentor ist, sondern immer mehr zu einem Vaterersatz und Freund wird. Der kühl wirkende Vampir beweist stets großes Verständnis für die Kümmernisse seines Schützlings und gibt oft dessen Wünschen nach. So kehren sie nach einigen Wochen des Umherwanderns zu den „Freunden der Nacht“ zurück, und in dem wenig älteren Schlangenjungen Evra Von und in Sam Grest, einem Jungen aus dem nahen Ort, findet Darren treue Kameraden. Die Bekanntschaft mit einem militanten Umwelt-Aktivisten leitet jedoch eine Katastrophe ein, die, so traurig sie auch sein mag, für Darren lebensrettend ist, denn bisher weigerte er sich, Menschenblut zu trinken.

Die weiteren Reisen führen Darren, Evra und Mr. Crepsley in die Heimatstadt des Vampirs. Auch nach all den Jahren fühlt er sich dieser verbunden und untersucht die mysteriösen Morde, die sich hier seit geraumer Zeit ereignen. Nachdem Darren zunächst seinen Mentor verdächtigte, der Täter zu sein, erfährt er, dass es eine Abart der Vampire gibt: die Vampyre, die ihre Opfer nach dem Trinken nicht am Leben lassen, sondern töten. Darrens Fehler führt dazu, dass Evra von dem wahren Mörder entführt wird und der Vampyr auch Debbie, in die sich Darren verliebt hat, und ihre Familie bedroht. Durch die Suche nach Murlough gelangen Darren und Mr. Crepsley in „Die dunkle Stadt“. Wer Joanne K. Rowlings „Harry Potter“ oder Neil Gaimans/Carla Jablonskis „Bücher der Magie“ mag, wird auch viel Freude an der „Darren Shan“-Saga haben, die erwachsene Leser und Hörer genauso zu fesseln vermag wie jugendliche Genre-Fans – egal ob als Buch, Film oder Hörbuch.

Die Hörbuch-Variante bietet sich vor allem dann an, wenn man ungern dicke Wälzer liest, aber bei seinen alltäglichen Tätigkeiten Zeit hat, sich eine spannende Story vorlesen zu lassen. Jens Wawrczeck zieht jeden sogleich in die Handlung hinein, so dass man aufmerksam den Abenteuern und der Entwicklung der liebenswerten Figuren folgt. Man sollte allerdings nicht den Fehler begehen, den Titel als reines Kinder- oder Jugend(hör)buch abzutun, denn genauso wie in den späteren Bänden von „Harry Potter“ ereignen sich allerlei schaurige und schlimme Dinge, die ängstliche Gemüter nicht so leicht verarbeiten können – und daran sollte man denken, möchte man mit dieser Serie junge Fans beglücken.

Alles in allem ist die „Darren Shan“-Saga eine faszinierende Horror-Serie für Genre-Kenner ab 14 Jahre – und die Umsetzung als Hörbuch ist einfach großartig: Jens Wawrczeck Vortrag ist exzellent und ein wahres Meisterstück!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann

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Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire

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Die Päpstin

Erstellt von Werner Karl am 8. Januar 2010

Die PäpstinDonna Woolfolk Cross
Die Päpstin

Pope Joan, USA, 1996
Nach dem Drehbuch zum gleichnamigen Kinofilm „Die Päpstin“ von
Heinrich Hadding und Sönke Wortmann, Hörspielbearbeitung von Astrid Göpfrich
Constantin Film, München/Der Hörverlag, München, 10/2009
2 CDs im Juwel-Case, Historical
ISBN 9783867175234
Laufzeit: ca. 163 Min.
Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Neuhaus
Mit den originalen Synchronsprechern Johanna Wokalek, Michael Lott, Hartmut Neugebauer
Reinhard Brock, Jördis Triebel, Peter Fricke u. v. a.
Musik von Marcel Barsotti/Universal Publishing Production Music GmbH
Titel- und Szenenfotos von Constantin Film Production GmbH
1 Booklet à 4 Seiten

www.hoerverlag.de
www.die-paepstin.de/

In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts ringen weltliche und kirchliche Fürsten um die Macht, fallen die Normannen vom Norden und die Sarazenen aus dem Süden in Europa ein; Intrigen, Verrat und Mord gehören zum Alltag. Das Leben der einfachen Menschen ist hart und entbehrungsreich. Die Ausübung heidnischer Bräuche, die im Volk noch verwurzelt sind, wird schwer bestraft. Mädchen und Frauen haben praktisch keinerlei Rechte, sie sind Eigentum der Männer und kaum mehr wert als Sklaven. Johanna, ein kluges und wissbegieriges Mädchen, wächst in einem Dorf als die Tochter des Priesters und einer bekehrten Normannin heran. Während der ehrgeizige Vater ihre Brüder unterrichtet, damit sie die Lateinschule besuchen dürfen, lernt Johanna heimlich mit ihnen. Sie ist es dann auch, die nach dem Tod des ältesten Bruders die Aufmerksamkeit eines aufgeschlossenen Lehrers erregt, der sie – und nicht den zweiten Bruder – als Schüler für die Lehranstalt empfiehlt.

Obwohl ein Traum für Johanna wahr wird, muss sie auch die Schattenseiten ihres Erfolgs erfahren: Der Lehrer, die anderen Schüler, sogar ihr Bruder beneiden sie um ihr Können und schikanieren sie. Im Haus von Markgraf Gerold findet sie freundliche Aufnahme, doch von seiner hochmütigen Gemahlin Richild wird sie mit Argwohn beobachtet. Als Johanna zu einer jungen Frau herangereift ist, verlieben sie und Gerold sich ineinander, doch der Graf muss in den Krieg ziehen, und Richild nutzt die Gelegenheit, um den verhassten Schützling ihres Mannes zu verheiraten. Ein großes Unglück verhilft Johanna zur Flucht, und sie schlägt sich von nun an als Mann verkleidet durch. In einem Kloster kann sie ihre Studien fortsetzen, muss aber erneut fliehen, als ihr Geheimnis kurz vor der Aufdeckung steht. Schließlich gelangt Johanna nach Rom, wo sie schon bald zum Vertrauten des Papstes und noch höher aufsteigt …

Die Meinungen sind geteilt: Während sich kirchentreue Historiker weigern, Hinweise auf die Existenz einer Päpstin anzuerkennen, sind sich andere sicher, dass genug Indizien vorhanden sind, die dafür sprechen – und irgendwoher muss der Mythos, der auf einer Aufzeichnung aus dem 13. Jahrhundert beruht, schließlich gekommen sein. Tatsächlich wurden Schriften schon immer gern gefälscht oder vernichtet, und gerade die Texte über ‚das dunklen Mittelalter’ stammen nicht von Zeitgenossen sondern von späteren Verfassern. Es ist durchaus denkbar, dass es eine Frau in entsprechender Position gegeben hat, deren Name dann, wie im vorliegenden Hörspiel, von den Geschichtsschreibern getilgt wurde, so wie zuvor schon die Kirchenfürsten den Kanon der Bibelbücher festlegten und alle Schriften zu Apokryphen erklärten, die im Widerspruch zu den von ihnen befürworteten Lehren standen, die hinterfragten und Zweifel säten. Dazu zählen auch alle Bücher, in denen Frauen eine tragende Rolle, auch als Jünger und Apostel, spielen, denn der Kirche lag nichts daran, eine Gleichstellung der Geschlechter zuzulassen und die Vormachtstellung des Mannes zu gefährden.

So blieben auch Bildung und Besitz über Jahrhunderte hinweg der Frau verwehrt, um sie in Unwissenheit und Abhängigkeit des Mannes zu halten. Die Einrichtung von höheren Töchterschulen und Studienplätzen (die auch nicht jedem Mädchen und jeder jungen Frau offen standen) sowie das Wahlrecht und eine Reform der Rechtsprechung sind in den westlichen Ländern Phänomene der letzten zweihundert Jahre. Selbst heute noch ist die Gleichberechtigung in vielen Bereichen bloß eine schöne Theorie und in anderen Regionen der Erde so etwas wie Ketzerei. Freilich hat es überall und in allen Zeiten mutige und intelligente Frauen gegeben, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten und darüber hinaus mehr erreichten als ihre Zeitgenossinnen, doch sind das Ausnahmen, und viele von ihnen scheiterten letztendlich. Nicht immer war und ist die Sturheit der Männer daran schuld, denn statt einander zu unterstützen, fallen sich Frauen aus purem Neid immer wieder gegenseitig in den Rücken und zerstören sich dadurch selber vieles.

Donna Woolfolk Cross hat die Handlung ihres Romans geschickt aufgebaut und sich alles zunutze gemacht, was ihre Leser interessiert, fasziniert, erschüttert oder aufbringt. Zum einen bettet sie ihre Geschichte in belegte Fakten, so dass ein realistischer, atmosphärisch dichter Hintergrund entsteht. Viele Protagonistenhaben haben wirklich gelebt, angeblich auch Johanna von Ingelheim, und die Übrigen orientieren sich an gängigen Archetypen: der strenge Dorfpriester, die Mutter mit den verbotenen Geschichten über heidnische Götter, der aufgeschlossene bzw. engstirnige Lehrer, der freundliche Markgraf und spätere Liebhaber, die arrogante und eifersüchtige Gemahlin, die dankbare Familie usw.

Johanna, die Heldin, ragt aus der Masse heraus, denn sie ist für ihre Zeit überaus emanzipiert (wie so viele Protagonistinnen historischer und phantastisch-historischer Romane) und lädt die moderne Leserin zur Identifikation ein. Mit Johanna zusammen begegnet man vielen Menschen, den freundlichen und hilfsbereiten, aber auch den unverbesserlichen Ignoranten, die alle ihren Teil dazu beitragen, dass sie sich immer weiter entwickelt. Zum anderen holt sich die Autorin Anleihen von starken Frauen der Geschichte, die gegen ihr Los aufbegehrten. Dabei lässt sie Johanna Ungerechtigkeiten, Demütigungen und viel Schreckliches erleben, so dass man Anteil nimmt an ihrem Leid und sich mit ihr über all die kleinen und größeren Erfolge freut, da sie sich einfach nicht unterkriegen lässt. Eine große Portion Glück ist natürlich auch immer dabei, und dass sie schließlich Päpstin wird – der Titel nimmt den Höhepunkt ohnehin vorweg -, kommt dann in Hinblick auf die einflussreichen Konkurrenten auch recht glücklich. Natürlich kann Johanna diesen Erfolg nicht festhalten, und erwartungsgemäß tief ist ihr Fall.

Die Rahmenhandlung glättet die letzten kleinen Ungereimtheiten und nimmt wieder Bezug auf die Ausgangsfrage, ob es wirklich eine Päpstin gegeben hat oder nicht. Eine plausible Lösung wird angeboten, aber ohne konkrete Beweise wird die Frau auf dem Papststuhl weiterhin ein Mythos bleiben, der noch einige Romane nach sich ziehen mag, die wie auch schon „Sakrileg“ & Co. am Nimbus der katholischen Kirche zu kratzen versuchen. „Die Päpstin“ ist ein massentaugliches Spektakel – egal ob als Buch, Film oder Hörspiel. Die Themen (Kirchengeschichte, das Bild der Frau, verbotenes Wissen) beschäftigen, die dramatische Umsetzung bewegt; romantisch, spannend und tragisch ist es auch. Donna Woolfolk Cross trifft damit haargenau den Nerv des breiten Publikums.

Das Hörspiel folgt der Filmvorgabe und wartet mit den Originalstimmen der dt. Synchronisation und mit der Filmmusik auf. Man muss weder den Film gesehen, noch das Buch gelesen haben, um sich in die Geschichte, die hier vorgetragen wird, hineinversetzen zu können. Das Hörspiel gibt die Handlung gelungen wieder und liefert fast drei Stunden gute Unterhaltung – den Fans von Monumentalfilmen und Historicals allgemein und denen der kirchenkritischen Unterhaltungsliteratur insbesondere. Und wer mag, der darf weiterhin spekulieren, was Wahrheit und Fiktion ist, was die Kirche verschweigt und was sich phantasiereiche Dichter vor Jahrhunderten bloß ausdachten… Das Hörspiel ist kurzweilig und sein Geld wert. Allein das Booklet hätte umfangreicher ausfallen und entsprechende Hintergrundinformationen zum Thema beinhalten dürfen.

Irene Salzmann (IS)
 
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Die Päpstin

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1001 Nacht

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. März 2009

Helma Sanders-Brahms
1001 Nacht

der Hörverlag, München, 11/2008/Deutschlandradio Berlin/RIAS Berlin, Norddeutscher Rundfunk (1993/94/96)
10 CDs in Plastikhüllen und in aufklappbarer Pappbox, Hörspiel, Geschichtensammlung, Märchen, Kultur, Erotik, Humor, 978-3-86717-359-9, Laufzeit: ca. 525 Min., EUR 24.95
Regie: Robert Matejka
Sprecher: Eva Mattes, Jürgen Hentsch, Jörg Gudzuhn, Arno Wyzniewski, Ulrich Mühe u. v. a.
Musik: Günter Baby Sommer
Titelgestaltung von Julia Seidel-Malatestinic/der Hörverlag unter Verwendung eines Bilds von Bibliothèque des Arts Décoratifs, Paris/Archives Charmet/The Bridgeman Art Library
8-seitiges Booklet

www.hoerverlag.de
www.dradio.de/
www.riasberlin.de/
www.ndr.de/
www.babysommer.com/

Jeder hat von den „Geschichten aus 1001 Nacht“ gehört und kennt zumindest die gängigen Erzählungen um „Harun Al-Rashid“, „Sindbad“, „Aladin“ und „Ali Baba“ (die tatsächlich nicht zu den Urtexten zählen, sondern von späteren und sogar europäischen Dichtern hinzugefügt wurden) oder ist mit anderen Auszügen vertraut, die als Erotika/erotische Märchen für Erwachsene in den Handel gelangten.

Der Ursprung des orientalischen Kulturguts liegt in Indien. Dafür typisch ist auch die Rahmenhandlung mit den Schachtel-Geschichten. Später wurden die Texte ins Persische und dann ins Arabische übertragen und um weitere Erzählungen ergänzt. Dabei werden nahezu alle Sujets und Spielarten der Literatur berücksichtigt: die Anekdote, die Liebesgeschichte, die Tragödie, die Komödie, die Legende u. v. m.

Die ersten Übersetzungen, die nach Europa fanden, wurden deutlich ihrer erotischen und religiösen Komponenten beraubt, so dass „Die Geschichten aus 1001 Nacht“ zunächst als Märchen für Kinder betrachtet wurden. Erst Richard Francis Burton („Kamasutra“, „Ananga Ranga“ u. a.) wagte es, sich getreu an die vorhandenen ‚Original’-Texte zu halten und sorgte dadurch im viktorianischen England für einen Skandal.

König Schahriar ließ seine Frau, die ihn betrogen hatte, töten. Seither muss ihm sein Wesir immer wieder Jungfrauen zuführen, die nach nur einer Nacht hingerichtet werden, damit sie ihn nicht mit anderen Männern hintergehen können. Schließlich bittet Scheherazade ihren Vater, sie mit dem König zu vermählen, damit sie seinem grausamen Treiben ein Ende bereiten kann. Der Wesir willigt bekümmert ein und ist überrascht, seine Tochter am anderen Tag lebend vorzufinden. Nacht für Nacht erfreut Scheherazade ihren Gemahl mit einer Geschichte, die stets an einem spannenden Punkt unterbrochen und später fortgesetzt wird, bis er eines Tages sein Unrecht einsieht und seine geschätzte Frau nicht länger töten will.

Die Erzählungen sind im Wechsel lehrreich und mit einer Moral versehen oder erotisch, amüsant oder traurig, spannend oder phantastisch. Sie spielen in den bekannten Ländern des Orients, und praktisch alle Volksschichten sind vertreten: Gläubige und Ungläubige, der Prinz und der Bettler, der Weise und der Narr, die kluge, treue Gemahlin und die böse, untreue Frau, die Djinn und verschiedene Monster etc.

Das Hörspiel „1001 Nacht“ kann natürlich nicht alle Geschichten wiedergeben. Helma Sanders-Brahms wählte einige Erzählungen aus und bearbeitete sie für die Hörfassung, darunter „Der Fischer und der Djinn“ und „Der Träger und die drei Damen“, die ihrerseits mit kleinen Geschichten aufwarten.

Über die Umsetzung durch die Sprecher kann man geteilter Meinung sein. Je nachdem, was man erwartet hat, ist man vielleicht enttäuscht oder begeistert. In den Vordergrund werden oft deftige Schilderungen mit einer derben Wortwahl und Lautmalereien gestellt, die den Akt beschreiben. Dabei übertreiben die Sprecher nicht wenig, was den Szenen meist einen parodierenden Charakter verleiht. Weder möchte man die Fassung seriös-trocken noch erotisch-atmosphärisch nennen – sie ist eher komisch. Durchaus vermeint man, die Farben des Orients vor dem inneren Auge zu sehen und die Düfte des Basars einzuatmen, doch der moderne, saloppe Ton und die Betonung bringen den Zuhörer schnell wieder in die Wirklichkeit zurück.

Die Gestaltung des Hörspiels ist angemessen: aufklappbare Pappbox mit 10 CDs, die von Plastikhüllen vor Staub und Kratzern geschützt werden, ein kleines Booklet. Letzteres bietet leider nur ein Inhalts- und ein Sprecherverzeichnis, aber keine Hintergrundinformation.

Das Hörspiel „1001 Nacht“ ist reine Geschmackssache. Man sollte wissen worauf man sich einlässt: erotische Schilderungen, die eher deftig als atmosphärisch sind, und launige Sprecher, die so manche Szene parodieren. Das ist vielleicht nicht genau das, was sich jeder von einem Klassiker der Literatur erhofft. (IS)

Titel bei Amazon.de
Tausendundeine Nacht

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