Knaur

The Ark – Die letzte Reise der Menschheit

Ein Riesen-Raumschiff von der Erde als zukünftige Arche erreicht nach jahrhundertelanger Reise ihr fernes Planeten-Ziel. Die Vorbereitungen zur Landung werden von einem mysteriösen Mord u. a. Verbrechen überschattet, die den ermittelnden Bord-Polizisten Benson auf die Spur einer Verschwörung bringen, die der Expedition ein katastrophales Scheitern bringen könnte … – Tomlinson gelingt in seinem Buch eine extrem spannende Mischung aus Kriminalroman, Science Fiction und Gesellschaftsroman. Zwar ist die Geschichte nicht auf jeder Seite packend, unterhält jedoch auf etwas mehr als 400 Seiten durchaus beachtlich.

Walt

Walt ist einsam und unscheinbar; seine Zeit vertreibt er sich damit, fremde Frauen zu beobachten. Parallel dazu ermitteln zwei Polizisten im Fall einer verschwundenen Frau. Allmählich deutet sich an, dass Walt nicht so harmlos ist, wie er sich gibt … – Seine Geschichte erzählt Walt selbst: betont nüchtern und emotionslos, wobei sich Brüche ergeben, die einen unheilvollen Subtext hervortreten lassen: ein nur scheinbar ereignisarmer Psychothriller, dessen Spannung der Autor systematisch und sehr geschickt zu schüren versteht.

Scharfschuss

Die Wiederaufnahme eines Mordfalls stört erheblich jene, die einst dafür verantwortlich waren. Zwei hartnäckige Polizisten geraten unter Druck, der sich zur Lebensgefahr steigert, als sie der Wahrheit näherkommen … – Der 19. Band der Harry-Bosch-Reihe bietet weder inhaltlich noch formal Neues, sondern bewährte Krimi-Unterhaltung auf hohem Niveau, wobei im Detail weiterhin Bizarres & Boshaftes zu entdecken ist: Autor Connelly behält sein scharfes Auge für die Grauzonen der US-Gesellschaft.

Eiskalt funkelt der Tod

Die Mafia drängt einem Restaurantbesitzer ihre ‚Unterstützung‘ auf. Eine Ablehnung scheint unmöglich. Gleichzeitig forscht ein FBI-Agent besagte Mafiosi aus, denen das nicht entgeht, was eine Kette tödlicher Reaktionen auslöst … – Routiniert geplotteter und geschriebener Thriller, der seine doppelzügige Handlung um Schmuggel und Undercover-Schattenspiele spannend entwickelt und ein angemessen dramatisches Finale findet: Kanada ist in Sachen Krimi definitiv kein Entwicklungsland mehr!

Dark Side

In diesem hochaktuellen Buch, erst 2016 im Original veröffentlicht, begegnet er dem Leser erneut, jener menschliche Alptraum, der narzisstische, in Teilen antisoziale Mogul und Multimilliardär, der sich die Welt macht wie sie ihm gefällt und dabei problemlos über Leichen geht, auch über die von Menschen, die ihm scheinbar nahe stehen. Im vorliegenden Buch heißt er Fletcher Brass und ist bekannt für seine markigen Sprüche, welche man zu einem eigenständigen Kodex des (antisozialen) Handelns zusammengefasst hat.

Der Galgenvogel

Pechvogel Tom Hawkins wird im London des Jahres 1728 erst des Mordes an einem streitsüchtigen Nachbarn bezichtigt, gerät dann in den Bannkreis der intriganten Königin Caroline, bringt einen mächtigen Diebesfürsten gegen sich auf und soll schließlich als unerwünschter Zeuge am Galgen baumeln … – Wie er sich diesem Schicksal nicht nur stellt, sondern trickreich um sein Leben kämpft, schildert Autorin Hodgson dicht, spannend und wendungsreich im zweiten Band ihrer Hawkins-Serie, die abermals ‚historische‘ Stimmung nicht durch Informations-Overkill herbeizwingen will, sondern Fakten handlungsgerichtet einfließen lässt.

Die Bibliothek der besonderen Kinder

Etwas hat es gedauert, bis dieser 3. Teil der Reihe rund um die besonderen Kinder auf dem deutschen Buchmarkt erhältlich war und so muss sich der Leser zunächst die vorangegangene Geschehnisse wieder genau in den Kopf rufen, denn die Handlung setzt genau da ein, wo sie im zweiten Buch endete. Wiederholungen und Rückblicke gibt es hier zum Einstieg nicht. Devil’s Acre ist der perfekt gewählte Ort für das Ende dieser Reihe. Er übt eine ausgesprochen große Faszination auf den Leser aus und lässt ihn unglaubliche und besondere Dinge erleben. Hier hat der Autor viele fabelhafte Details einfließen lassen um alle Puzzlestückchen zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen …

Ein nasses Grab

Nach einer Panne genießt ein unkonventioneller Kriminalbeamter im Urlaub die Gastfreundschaft einer exzentrischen Familie, die womöglich gerade den Hausherrn umgebracht hat … – Mit der ihm üblichen Freude am Spiel mit Kunst und Genre-Konventionen legt Reginald Hill nicht nur den vierten Band seiner großartigen Dalziel-&-Pascoe-Serie, sondern auch einen lupenreinen, spannenden und geistreichen Rätselkrimi vor.

Eiskalte Weihnachten

27 phantastische Geschichten, wie sie vor dem Siegeszug von Radio & Fernsehen gern an langweiligen Weihnachtsabenden erzählt wurden; zu klassischen Autoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gesellen sich moderne Zeitgenossen, die diese alte Tradition stimmungsvoll aufleben lassen: Hier wird aus Leibeskräften gespukt und gemordet, denn diese Geister u. a. Kreaturen sind vor allem übellaunig!

O du grausame Weihnachtszeit

16 teils klassische, teils eigens für diese Sammlung geschriebene Erzählungen erinnern an die Tradition, zu Weihnachten Geistergeschichten zu erzählen. Dabei werden gängige Festtagsbräuche hinterfragt oder grimmig konterkariert, und selbst bei Wahrung der feierlichen Harmonie bleibt Sentimentalität sorgfältig ausgeschlossen, sodass diese Storys sich trotz manchmal hohen Alters ihren Unterhaltungswert bewahren konnten.