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Die Liebe des Wanderchirurgen

Erstellt von Werner Karl am 8. August 2010

Wolf Serno
Die Liebe des Wanderchirurgen
Der Wanderchirurg 4

Knaur Taschenbuch Verlag/
Droemersche Verlagsgesellschaft, München, 11/2009
TB, historischer Liebesroman
ISBN 978-3-426-50022-4
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München
unter Verwendung des Motivs „The Four Days„ Battle 1st – 4th June 1666: The Royal Prince”;
Velde, Willem van de, the Younger © The Right Hon. Earl of Derby/
The Bridgeman Art Library; © The Gallery Collection/Corbis

www.knaur.de
www.droemer-knaur.de/autoren/Wolf+Serno.82196.html

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Im vierten Teil der „Wanderchirurgen“-Serie steht diesmal, wie schon der Titel verrät, die Liebe im Vordergrund. Vitus, der inzwischen von seiner Königin zum Earl of Worthington ernannt wurde, soll die englische Flotte im Kampf gegen Spanien unterstützen; Philipp II. schickt seine berühmte Armada gegen England. Nina will ihren Vitus nicht ziehen lassen, doch er lässt sie und die Kinder zurück, um seinem Pflichtgefühl zu folgen. Seine Frau ist darüber nicht allzu glücklich, dennoch schickt sie ihm den ‚Zwerg’ Enano mit, dessen Sprachwitz für die leichte Seite des Romans sorgt. Vitus vermisst Nina sehr, dennoch gerät er in den Bann der geheimnisvollen Isabella, die ihn verführt, verwirrt, seine Schwäche ausnutzt …

Isabella ist die Antagonistin der Geschichte, die Nichte eines spanischen Befehlshabers, die durch unglückliche Umstände auf ein englisches Schiff gerät. Bösartig und intrigant nutzt sie alle Stärken des ‚Weibchen’“, um sich die Männer, v. a. Vitus, gefügig zu machen. Hier liegt der Schwachpunkt des ansonsten hervorragend geschriebenen Romans – weder Isabellas noch Vitus‘ Verhalten wollen so recht überzeugen. Es passt nicht zu seinem Charakter, dass er sich so von einer Frau, deren Lügen er längst durchschaut hat, zum Narren halten lässt! Doch wenn man das ausblendet, bleibt noch genug Lohnenswertes übrig. Die Arbeit eines Schiffsarztes sowie die bekanntermaßen eher brutale ‚Heilkunst’ der damaligen Zeit werden anschaulich beschrieben und der Kampf zwischen Spaniern und Engländern aus einer sehr menschlichen Perspektive betrachtet.

Nicht die genauen geschichtlichen Abläufe oder Kriegsmanöver stehen im Vordergrund, sondern die Menschen, die darin verwickelt sind. Dabei ergreift Serno keinerlei Partei, sondern lässt beide Seiten sprechen, um den Wahnsinn und das Drama des Krieges zu verdeutlichen. Die Spanier werden nicht als dumm oder unfähig erniedrigt, die Engländer nicht als Helden erhoben. Es sind vor allem die starken Charaktere – abgesehen von Isabella –, die diese Geschichte tragen. Don Pedro, der spanische Admiral, der eigenwillige Captain Taggert, der ewig Latein zitierende Magister, der diesmal allerdings nur wenig mitmischen darf: Sie lassen den Leser das Hier und Jetzt vergessen und nehmen ihn mit auf eine Reise voller Kampf, Intrigen und menschliches Leid.

Die Sprache des Autors ist dabei gelegentlich etwas überfrachtet, dennoch liest sich das Buch leicht und schnell. Wer die Serie um den „Wanderchirurgen“ kennt und liebt oder Freude an historischen Liebesgeschichten hat, wird hier viele Seiten voller Lesevergnügen finden.

Copyright © 2010 by Alexandra Balzer (alea)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Die Nonne mit dem Schwert

Erstellt von Werner Karl am 16. Juli 2010

Lea Korte
Die Nonne mit dem Schwert

Knaur Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-426-63386-1
Historischer Roman
Originalausgabe April 2007
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: akg-images, Berlin
Taschenbuch, 478 Seiten

www.knaur.de
www.leakorte.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Lea Korte lebt schon seit mehr als zehn Jahren in Spanien und hat lange über ihre Hauptfigur, Catalina de Erauso, geforscht, die eine der spannendsten Frauenfiguren der spanischen Geschichte darstellt.

Zum Buch:

Lea Korte beschreibt in ihrem historischen Roma „Die Nonne mit dem Schwert“ das Leben der Catalina de Erauso, die bereits als vierjähriges Mädchen von ihren Eltern in ein Kloster geschickt wurde.

Catalina fühlt sich hinter Klostermauern nicht geborgen und glücklich. Sie möchte mehr erreichen in ihrem Leben, es drängt sie nach Freiheit, die einer Frau in der damaligen Zeit aber nicht so einfach zuteil wurde. Schließlich fasst sie einen Entschluss: Bevor sie zur Nonne geweiht wird, flieht sie aus dem Kloster und schlägt sich fortan in Männerkleidern getarnt durchs Leben. Mit abgeschnittenen Haaren und burschikosem Auftreten fällt ihr das Leben leichter. Kurz nach ihrer Flucht aus dem Kloster macht Catalina, nun als Francisco getarnt, die Bekanntschaft von Mikel, der ihr fortan nicht mehr aus dem Kopf geht. Eine Weile gehen die Beiden gemeinsame Wege doch dann trennen sie sich.

Als Francisco heuert Catalina auf einem spanischen Handelsschiff an und hat als Matrose so einiges zu erleiden. Einzig dem Schiffskoch Tao Te Chen ist es wohl zu verdanken, dass Catalina nicht den Mut verliert und lernt, ihren Mann in jeder Situation an Bord zu stehen. In Panama verlässt Catalina das Schiff und versucht sich von dort aus nach Peru durchzuschlagen. Ihr Leben ist geprägt von vielen Reisen, Abenteuern, Kämpfen und der fortwährenden Suche nach Mikel, zu dem sie ganz besondere Gefühle entwickelt hat. Francisco und Mikel begegnen sich zwar mehrmals, aber nie gelingt es Catalina über ihre wahre Identität zu sprechen und Mikel scheint sich vor seinen Gefühlen gegenüber „einem Mann“ wohl zu fürchten.

Wenn man bedenkt, dass dieses Geschichte auf historischen Fakten beruht und Catalina als „Die Nonne Fähnrich“ im Spanien des 17. Jahrhunderts Berühmtheit erlangt hat, ist Lea Korte mit ihrem Roman über deren Leben eine fantastische Geschichte gelungen. Gekonnt versteht es die Autorin die bekannten Tatsachen mit einer frei erfundenen Liebesgeschichte zu verbinden, die dem Buch ein ganz besonderes Flair verleiht. Die Geschichte der Catalina, deren Tarnung mehr als einmal aufzufliegen droht, hat mich begeistert. Ich konnte kaum glauben, dass sie tatsächlich gelebt hat und für ihre großen Verdienste als Soldat sogar noch eine Leibrente zugesprochen bekam. Das ist wirklich unvorstellbar und daher umso lesenswerter.

Besonders gut sind der Autorin auch die Beschreibungen der damaligen Lebensumstände und der Landschaft gelungen. Die Zeit, die Catalina gemeinsam mit ihrem freundlichen Wegbegleiter Stefano in einem Indiodorf  verbringt, möchte ich an dieser Stelle besonders erwähnen.

So lebendig ist Geschichte ein Genuss.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

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Das Gemälde. Eine Geistergeschichte

Erstellt von Michael Drewniok am 5. Mai 2010

hill-gemaelde-coverSusan Hill
Das Gemälde
Eine Geistergeschichte

Originaltitel: The Man in the Picture. A Ghost Story (London : Profile Books 2007)
Übersetzung: Susanne Aeckerle
Deutsche Erstausgabe (geb.): Oktober 2009 (Knaur Verlag/Nr. 66350)
158 S.
ISBN-13: 978-3-426-66350-9

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Das geschieht:

Dr. Theo Parmitter, in der englischen Elite-Universität Cambridge als Kunsthistoriker berühmt und inzwischen alt geworden, erzählt seinem ehemaligen Studenten und Freund Oliver von einem rätselhaften Bildnis, das er vor Jahrzehnten erwarb und welches seitdem sein Leben beeinflusst und beeinträchtigt. Es entstand 1797 und zeigt eine venezianische Karnevalsgesellschaft. Verkleidete Personen tummeln sich in und vor Palästen und Kanälen – ein eigentlich unverfängliches, ja triviales Motiv, das hier jedoch eine unheimliche Sogwirkung auf den Betrachter ausübt.

Parmitter kennt die Geschichte des Gemäldes, seit ihn die Gräfin von Hawdon darüber in Kenntnis setzte. Sie hatte in ihrer Jugend Lawrence, den Grafen, kennen und lieben gelernt. Doch der Edelmann hatte bereits der schönen Clarissa Vilgo die Ehe versprochen. Von ihrem Bräutigam sitzen gelassen, schwor sie bittere Rache. Zur Hochzeit schickte sie dem Paar besagtes Bild, das die Gräfin sofort in Angst und Schrecken versetzte. Als sie mit ihrem Gatten wenig später eine Italienreise unternahm, verschwand dieser in Venedig unter mysteriösen Umständen. Kurz darauf musste die Gräfin entsetzt feststellen, dass sich das Gemälde selbstständig um eine Szene ergänzt hatte, die ihren Ehemann als hilfloses Opfer einer Entführung zeigte.

Die böse Clarissa ist längst tot, aber ihr Geist scheint das Bildnis weiterhin zu beleben. Parmitter spürt seinen unheilvollen Einfluss, und auch Oliver ist nicht immun. Obwohl Clarissas Rache vollendet wurde, blieb ihr Zorn ungebrochen. Er richtet sich nunmehr gegen die Besitzer des Gemäldes, wie Parmitter und später Oliver zu ihrem Leidwesen erfahren müssen …

Schaurig schöner Grusel ist zeitlos

Die „gotische“ Geistergeschichte ist ein Kind des 18. Jahrhunderts. Mit ihrer Vorliebe für offensiv schaurige Schauplätze wie Burgruinen, Friedhöfe oder verwunschene Landhäuser konnte sie nicht nur die zeitgenössischen Leser fesseln. Formal und inhaltlich einer angenehm schauerlichen Vergangenheit zugewandt, fand sie ihr Publikum auch im 19. und frühen 20. Jahrhundert, zumal sich wahre Meister der Phantastik ihrer annahmen.

Einer der größten Geisterbeschwörer der Schriftsteller-Zunft war Montague Rhodes James (1862-1936). Seine gleichzeitig schnörkellosen und wunderbar ziselierten, auf den größtmöglichen Effekt hinarbeitenden, nie rührseligen oder abschweifenden und vor allem von durchweg bösartigen Gespenstern bevölkerten Geschichten haben bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren. Ihr Alter ließ sie nicht verstauben, sondern nostalgisch glänzen.

M. R. James fand bereits zu seinen Lebzeiten zahlreiche Bewunderer und Nachahmer. Es bildete sich eine regelrechte „James-Gang“, die Geistergeschichten seines Stils verfassten. Auch nach dem Tod des Meisters entstanden und entstehen solche Storys. Dass James‘ Einfluss noch heute stark ist, belegt jetzt Susan Hill mit ihrem Kurzroman „Das Gemälde“. Es ist nicht ihr erster Versuch, den Grusel à la James aufleben zu lassen. Zuvor erschienen bereits „The Woman in Black“ (1982; dt. „Die Frau in Schwarz“) und „The Mist in the Mirror“ (1992; dt. „Das Gesicht im Spiegel“).

Das Böse überlebt seinen Wirt

Das Wissen um James‘ Definition des Gespenstes als durchweg böse Kreatur ist wichtig zum Verständnis von „Das Gemälde“. Ansonsten irritiert das Konzept eines Geistes, der Verderben sät, obwohl der Grund seines Zorns längst nicht mehr existiert. Clarissa Vigo hat jene erwischt, die sie hasste. Entweder wurde sie darüber so verrückt, dass ihr Hass alle Menschen einschloss, oder sie musste ihren Preis zahlen: Das Instrument ihrer Vergeltung – das titelgebende Gemälde – hat sich ihrer bemächtigt. Nun muss Clarissa ihm auf ewig neue Opfer zutreiben.

Dieses gnadenlose Prinzip hat James mit großem Geschick und gleichzeitig voller Witz immer wieder variiert. Susan Hill belegt, wie gut er darin war, wobei dies garantiert unfreiwillig geschieht: „Das Gemälde“ bedient sich der typischen Elemente einer James-Geistergeschichte, ohne jedoch deren Geschlossenheit und vor allem Wirkung jemals zu erreichen.

Hauptsächlich verursacht dies ein Plot, der höchstens eine Kurzgeschichte tragen könnte. Selbst ein Kurzroman wiegt zu schwer für die Grundidee, die Hill deshalb doppelt erzählt: Hat Theo Parmitter gerade von seinen Erlebnissen mit dem Gemälde berichtet, schließt sich die sehr ähnliche Geschichte der Gräfin von Hawdon an. Hill fabuliert über Personen und Ereignisse, die dem zentralen Element – dem Gemälde – nichts Wesentliches beizutragen haben. Der Bericht der Gräfin ließe sich problemlos mit der Erzählung Parmitters verschmelzen. Dann könnte die Autorin allerdings keinen Text vorlegen, der sich zu einem eigenen Buch binden ließe.

Stimmung ist nicht alles

Keinem kurzen Roman bekommt es, wenn die Handlung im Mittelteil auf der Stelle tritt. „Das Gemälde“ ist auch sonst keine Geschichte, die fesseln oder gar erschrecken kann. Als Leser bewundert man Hills handwerkliches Geschick, mit der sie eine klassische Erzählform aufleben lässt. Die Autorin lässt Feuer prasseln, während vor dem Fenster Herbststürme heulen; es knarrt und wispert in alten, großen, nur scheinbar leeren Häusern. Wenn das Böse zuschlägt, geschieht dies stets ein wenig außerhalb des Blickfelds, sodass grausige Wahrheit und Täuschung eine trübe, die Unsicherheit fördernde Mischung eingehen.

Was nützt jedoch alle Atmosphäre, wenn ihr keine angemessene Handlung zu Grunde liegt? Das Grauen eines Gemäldes, das seine Opfer abbildet, teilt sich dem Leser nur bedingt mit. Die mehrfache Wiederholung dieses Effektes wirkt zusätzlich kontraproduktiv. Hinzu kommt der Verlauf einer Handlung, die jeglicher Überraschung abhold ist. Es kommt in dieser Geschichte, wie es kommen muss aber nicht müsste, würde Hill mit eigenen Einfällen vom Weg abweichen. James konnte dies, und er tat es gern. Vor allem verkniff er sich jene Sentimentalitäten, die Hill einfließen lässt, die hier ihrem zweiten Vorbild Reverenz erweisen möchte: Daphne du Maurier (1907-1989), deren mit Gefühlen und Gefühlsduseligkeiten prall gestopftes Hauptwerk „Rebecca“ (1938) Hill 1993 mit „Mrs. de Winter“ (dt. „Rebeccas Vermächtnis“) fortsetzte.

Doch James und du Maurier passen nicht zusammen. „Das Gemälde“ ist eine formal gelungene und (auch in der Übersetzung) gut lesbare Fingerübung, die inhaltlich keinen Eindruck hinterlässt. Was bleibt, ist ein gebundenes Bändchen, das wohl (schon in seiner englischen Ausgabe) vor allem als hübsches aber kostengünstiges Geschenk – das Buch zum Tee-Service? – konzipiert wurde.

Autorin

Susan Hill wurde 1942 im englischen Scarborough, North Yorkshire, geboren. Die Familie zog Ende der 1950er Jahre nach Coventry um. Hill studierte am King’s College in London Englisch. Noch bevor sie 1963 ihren Abschluss machte, veröffentlichte sie 1961 ihren Roman-Erstling „The Enclosure“, der aufgrund seiner sexuellen Offenheit großes Aufsehen erregte.

Hill arbeitete ab 1963 als Journalistin. In den 1970er Jahren heiratete sie, gründete eine Familie und etablierte sich als Autorin. Ihr mehrfach preisgekröntes Werk schließt ‚hohe‘ Literatur ebenso ein wie Kriminalromane (darunter eine mehrbändige, auch in Deutschland erfolgreiche Serie um den Polizeibeamten Simon Serailler), Geistergeschichten, Kinderbücher oder Autobiografien.

Jährlich erscheint durchschnittlich ein neuer Titel, den Hill seit 1998 meist in ihrem eigenen Verlag „Long Barn Books“ herausbringt. Die Autorin lebt und arbeitet heute in Cotswold, einem Distrikt der englischen Grafschaft Gloucestershire. Über ihre Aktivitäten informiert sie auf dieser Website. (5xPRT)

[md]

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Abgelegt unter Historisch, Horror, Mystery, Phantastik, geplante Preisrätsel | Keine Kommentare »

Das Gebeinhaus

Erstellt von Werner Karl am 27. April 2010

das-gebeinhausP. J. Parrish
Das Gebeinhaus

A Thousand Bones, USA, 2007
Droemer Knaur, München, 09/2009
TB, Thriller
ISBN 978-3-426-50107-8
Aus dem Amerikanischen von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München

www.droemer-knaur.de/home
www.pjparrish.com/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Joe Frye hat als junge Polizistin einen traumatischen Fall erlebt, den sie versucht, mit ihrem Lebenspartner aufzuarbeiten: Frisch von der Polizeischule tritt die 22-jährige Polizistin in Echo Bay, Michigan, ihren Dienst an. Eines Tages, im Jahr 1975, finden einige Kinder menschliche Knochen im Wald, die einer jungen Frau, respektive einem Mädchen, zugeordnet werden können. Entgegen der Anordnung des Sheriffs und des zuständigen Ermittlers beginnt Joe, eigene Nachforschungen anzustellen. An einigen Baumstämmen an den Fundorten der Knochen entdeckt sie eigenartige Symbole und Zeichen, die in das Holz geritzt sind. Joe findet heraus, dass sie zu einer alten Indianerlegende gehören, die von einem bösen Geist, dem Windigo, erzählt, der Menschen befällt und zu Kannibalen macht. Als weitere Knochen gefunden werden und sich die Eltern vermisster Kinder melden, schaltet sich auch die Staatspolizei ein. Gemeinsam mit dem Ermittler Rafsky kommt Joe einem bestialischen Mörder auf die Spur, der noch lange nicht aufgegeben hat …

„Das Gebeinhaus“ ist die erste deutsche Übersetzung des Autorenduos Kelly Nichols und Kris Montee, die unter dem Pseudonym P. J. Parrish packende Psychothriller schreiben. Der vorliegende Titel trifft dabei den Nerv der Zeit und reiht sich nahtlos in die Riege der beliebten Serienmörder-Romane ein. Bemerkenswert ist dabei, dass die Autoren auf plakative Gewaltdarstellungen verzichten und mehr Wert auf die Ermittlungsarbeit, die Psyche des Täters, die indianischen Mythen und nicht zuletzt auf das Lokalkolorit legen. Die Liebe zu der Landschaft Michigans und seiner Bewohner kommt in dem Roman deutlich zum Tragen, und nach der Lektüre kriegt man als Leser unweigerlich Lust, selbst Urlaub dort zu machen und die dichten Wälder zu durchstreifen.

Äußerst unglücklich wurde einmal mehr der deutsche Titel gewählt, denn ein richtiges Gebeinhaus kommt in dem Buch nicht vor, es sei denn, man sieht den Titel als Metapher im weitesten Sinn. Der englische Originaltitel, „A Thousand Bones“, ist da weitaus schlüssiger, wenngleich sich einem der Sinn dahinter erst auf den letzten Seiten erschließt. Der Roman braucht ein wenig Zeit, um in Fahrt zu kommen. Zu ausgedehnt sind zunächst die Beschreibungen von Land und Leuten, und immer wieder wird betont, wie schwer es Joe Frye hatte, als junge Polizistin in der Männerdomäne standzuhalten. Die Charakterisierung der handelnden Personen ist den Autoren gut gelungen, bleibt bisweilen aber zu oberflächlich und stereotyp. So reagiert die Protagonistin auf eine Vergewaltigung recht lapidar und behauptet, dass ihr Beruf so etwas mit sich bringt. Selbst als ihr Freund sich von der jungen Frau trennt, reagiert Joe Frye cool und überlegen.

Erst im Epilog wird die Verletzlichkeit der Hauptperson glaubwürdig herausgearbeitet, und auch das vorangehende Finale wird eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Ermittlungen erinnern stellenweise an die TV-Serie „Cold Case“ und wirken äußerst schlüssig. Ein wenig ins Hintertreffen gerät zunächst die Legende vom Windigo, die auf dem Klappentext stark hervorgehoben wird. Nichtsdestotrotz erwartet den Leser mit „Das Gebeinhaus“ ein flott erzählter, exzellenter Unterhaltungsroman, den Genrefans mögen werden.

Das Cover sieht unheimlich beeindruckend aus und dürfte jedem potentiellen Leser sofort ins Auge fallen. Das Buch selbst wurde auf hochwertigem Papier gedruckt und überzeugt durch einen gefälligen Satzspiegel. Faszinierend, unheimlich, spannend – „Das Gebeinhaus“ ist ein düsterer Psychothriller im Stil der Fernsehserie „Cold Case“. Lediglich die Charakterisierung bleibt zuweilen recht oberflächlich. (5xPRT)

Copyright 2010 © by Florian Hilleberg (FH)

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Knastpralinen

Erstellt von Werner Karl am 17. April 2010

knastpralinenSimone Buchholz
Knastpralinen

Droemer Verlag
ISBN 9783426198148
Krimi
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Getty Images © Rose/Myllers
FinePic, München
Umfang: 252 Seiten

www.droemer.de

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Zur Autorin:

Simone Buchholz, geboren 1972 in Hanau, wohnt mit Mann und Sohn im Herzen von Hamburg und arbeitet als freie Autorin.

Zum Buch:

Knastpralinen ist nach Revolverherz der zweite Hamburg-Krimi der Autorin rund um die Staatsanwältin Chastity Riley. Chastity genannt Chas, ist keine typische Staatsanwältin wie man sie sich vorstellt. Sie lebt und liebt in Hamburgs bekanntem Stadtteil St. Pauli und ihre gemeinsame Arbeit mit den zuständigen Kriminalbeamten mutet sehr kameradschaftlich und ungewöhnlich an. Es ist Sommer in Hamburg und bei Baggerarbeiten in der Elbe findet ein Arbeiter eine männliche Leiche, besser gesagt den Kopf und die Hände und Füße einer männlichen Leiche. Weitere Leichenteile eines anderen Mannes lassen nicht lange auf sich warten. Chastity und ihr Team jedoch tappen im Dunkeln und die Aufklärung des Falles, so es denn eine endgültige und zufrieden stellende Aufklärung sein soll, erfolgt mehr zufällig.

Eigentlich ist Chas auch nicht wirklich bei der Sache, da sie zu viel mit anderen wichtigen Dingen des Lebens beschäftigt ist. Da ist zum Beispiel der Kollege Faller, mittlerweile im Ruhestand, dem sie hin und wieder einen Besuch beim Angeln abstattet. Auch ihre verworrene Gefühlswelt in Bezug auf ihren Freund und Nachbarn Klatsche macht der Protagonistin Chas zu schaffen. Und dann sind da noch die Probleme ihrer Freundin Carla, die von zwei Männern vergewaltigt wurde und zu der Chas irgendwie zunächst keinen Zugang mehr findet. Die Krimihandlung tritt in Anbetracht der vielen privaten Nebenschauplätze der Protagonistin ziemlich in den Hintergrund, was zeitweilig doch recht störend wirkt. Die Zweifel an der Richtigkeit ihrer Arbeit und auch ihr ganzes Verhalten und ihr Leben im Stadtteil St. Pauli machen Chas als Staatsanwältin für mich zeitweilig sehr unglaubwürdig. Als Mensch jedoch ist sie absolut sympathisch und ein echter Kumpel.

Wenn auch die Kriminalhandlung nicht den Hauptteil des Buches ausmacht, so schafft die Autorin es mit anderen Mitteln den Leser mitzuziehen. Vor allem die Kursivgedruckten Abschnitte im Buch wecken die Neugier des Lesers und führen ihn Stück für Stück näher an die Lösung des Falles heran. Man merkt dem Buch die Liebe der Autorin zur Stadt Hamburg und zum Stadtteil St. Pauli sehr genau an. Sie beschreibt mit spürbarer Freude die Schauplätze und weckt damit die Lust die Stadt Hamburg einmal näher kennen zu lernen.

Dieses Buch ist eine gelungene Lektüre für zwischendurch, die man in einem Rutsch lesen kann. Gemütliche Lesestunden mit ungewöhnlichem Ausgang sind hier garantiert. Nicht nur etwas für Krimileser sondern auch für Liebhaber nicht gewöhnlicher Geschichten, mit einem Schuss schrägen Humor, geeignet. (5xPRT)

Copyright © 2010 by Iris Gasper

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Moornächte

Erstellt von Werner Karl am 13. April 2010

moornachteHelga Beyersdörfer
Moornächte

Knaur Verlag, München, 10/2009
PB, Krimi
ISBN 978-3-426-50263-1
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München
unter Verwendung einer Illustration von Jürgen Heuser

www.knaur.de
www.helga-beyersdoerfer.de

Titel erhältlich unter Buch24.de
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„Moornächte“ von Helga Beyerdörfer beginnt von der ersten Seite an sehr atmosphärisch und hält das stringent bis zum Ende hin durch. John Magnus, Arzt, kehrt aus England nach Hamburg zurück, um persönliche Dinge zu regeln und im Teufelsmoor (nahe Hamburg) an das Grab seines verstorbenen besten Freundes Valentin zu eilen. An der letzten Ruhestätte findet er unter einem Rosenstrauß (Blumen, die der Verstorbene gehasst hat), einen Brief und den Computerausdruck eines Schwarz-Weiß-Fotos, das eine Frau (in altmodischer Kleidung) mit einem Säugling zeigt – mit Datum 20. November (das in der Handlung eine Rolle spielen wird). Der Brief ist an den Verstorbenen gerichtet mit der Aussage, dass es dieser verdient habe, in der Hölle zu schmoren und dass alle, die ihm behilflich waren, bekommen sollen, was sie verdienen. Und schon fragt sich der Leser natürlich, was das zu bedeuten hat, und die Handlung lässt ihn nicht mehr los.

John begegnet beim Verlassen des Friedhofs eine merkwürdige Frau, doch zuerst richtet er seine Aufmerksamkeit auf die Witwe seines Freundes, Vera, von der er einiges über die Todesumstände und einen Streit des Verstorbenen mit seinem ehemaligen Anwalts-Kompagnon Dr. Heinrich von Zahn erfährt. Danach hatte Valentin Hamburg verlassen, er zog nach Worpswede und wollte hier als Maler einen Neubeginn starten. John nimmt zur Kenntnis, dass die Eheleute in zwei getrennten, nebeneinander liegenden Häusern gelebt haben, was ihn Vermutungen über diese ‚Ehe’ anstellen lässt. John stößt in Valentins Haus neben dem Atelier auf das Schlafzimmer einer Frau und in einer Schublade erneut auf das Foto der Unbekannten mit dem Säugling, diesmal mit einer Nachricht an ihn! Vera teilt John mit, dass die Frau auf dem Foto die Malerin Paula Modersohn-Becker und schon seit langem verstorben ist. Am Grab seines Freundes findet John ein weiteres Foto der geheimnisvollen Frau mit einer neuen Botschaft an ihn. Daraufhin beschließt er, mehr über das Doppelleben, das Valentin offensichtlich geführt hat, herauszufinden.

Zuerst sucht er Heinrich von Zahn auf und erfährt von diesem mehr über seinen Freund und dessen Geliebte Paula (eine andere, aber ebenfalls Malerin) sowie über die Streitigkeiten zwischen Vera und Valentin. Auch von Zahn erhält eine seltsame Nachricht, und John erlebt weitere merkwürdige Dinge. So wird ihm z. B. ein Buch über die Malerin Paula Modersohn-Beckers Lebensgeschichte zugespielt, das um die zwanzig Jahre alt ist. Im Museum ‚Modersohn-Haus’ hofft er auf weitere Hinweise, was sich in dem immer dubioseren Leben seines Freundes abgespielt haben mag und ob es eine Verbindung zwischen den zwei ‚Paulas’ gibt. Tatsächlich erfährt er, dass Paula Modersohn-Becker am 20. November 1907 kurz nach der Geburt ihres Kindes gestorben war.

In dem Museum trifft John auch die Unbekannte vom Friedhof wieder. Ein Zufall? Oder hat sie ihn durch das Buch ins Museum gelockt? Weitere Mosaiksteinchen verrät ihm Bianka Mommsen, eine Nachbarin von Vera und Valentin, beispielsweise dass Vera das Haus ihres finanziell abgebrannten Mannes gekauft hatte, in dem er mit seiner mittlerweile schwangeren Freundin Paula lebte – und dass Vera Paula vor die Tür setzte. Je tiefer John in Valentins Vergangenheit gräbt, desto mehr menschliche Abgründe offenbaren sich ihm, die ihm deutlich machen, dass er seinen Freund nach zwanzig Jahren nicht wirklich gekannt hat. Und dann bricht in Veras Haus ein Feuer aus …

Die Autorin versteht es zu unterhalten und gleichzeitig Lokalkolorit vor dem geistigen Auge des Lesers zu erzeugen, ebenso kulturelle Verbindungen zu schaffen, ohne bemüht zu wirken. So ist „Moornächte“ ein flott erzählter, stimmungsvoller und spannungsgeladener Krimi, der Lust auf mehr aus der Feder von Helga Beyerdörfer macht. Es bleiben noch viele Fragen zu beantworten. Einige davon sind: Wer ist Paula, die ehemalige Geliebte seinen Freundes? Was wurde aus ihr und dem Kind? Was verbindet sie mit der verstorbenen Malerin Paula Modersohn-Becker? Starb Valentin tatsächlich eines natürlichen Todes? Gibt es eine Verbindung zu der Unbekannten vom Friedhof? Und bleibt Valentin der einzige Tote, den es zu beklagen gilt?

Die Aufmachung des Titels: Wie immer bei Knaur ist die Ausstattung ohne Fehl und Tadel, d. h., handliches Paperback-Format, gute Papierqualität und angenehm zurückhaltende Covergestaltung, die weniger auf vergängliche Trends als auf Stimmung setzt, was vorzüglich zu dem Roman passt. „Moornächte“ ist ein stimmungsvoller Krimi mit Lokalkolorit und einem interessanten Korsett. Absolut empfehlenswert! (5xPRT)

Copyright © 2010 by Alisha Bionda (AB)

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LAUFENDES BÜCHERPREISRÄTSEL
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www.buchrezicenter.de veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon stellen werden, die richtig beantwortet werden müssen.
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Die jeweiligen Gewinne werden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt, die wir namentlich unter die Rezension(en) als Gewinner bekanntgeben werden.
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Die Anzahl der Titel, die zur Verfügung stehen, findet man als Abkürzung in Klammern am Ende der jeweiligen Rezension! Also zum Beispiel: (3xPRT) = 3 Titel im Preispool!
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Wer also einen der Gewinnpreistitel ergattern möchte, meldet sich am nächsten Werktag zwischen 18:00 und 18:15 unter 069-7306122. Bitte lest vorher aufmerksam die vorliegende(n) Rezension(en) des Preistitels durch, da alle Fragen, die gestellt werden, aus diesen zu beantworten sind. Bitte keine Anrufe vor oder nach diesem genannten Zeitraum und auch bitte keine anderen Telefonnummern benutzen, da sonst das Preisrätsel nicht problemlos vonstatten gehen kann. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht durchkommt, versucht es bei einem anderen Preisrätsel einfach nochmal, da wir ja laufend solche hier veranstalten.
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Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Maniac – Fluch der Vergangenheit

Erstellt von Michael Drewniok am 6. April 2010

preston-child-maniac-cover-tb-2008Douglas Preston/Lincoln Child
Maniac – Fluch der Vergangenheit

(sfbentry)
Originaltitel: The Book of the Dead (New York : Warner Books 2006)
Übersetzung: Michael Benthack
Deutsche Erstausgabe (geb.): August 2007 (Droemer Verlag)
577 S.
ISBN-13: 978-3-426-19723-3
Als Taschenbuch: Oktober 2008 (Knaur Taschenbuch Verlag/Nr. 63654)
577 S.
ISBN-13: 978-3-426-63654-1

Das geschieht:

Von seinem ebenso bösartigen wie verrückten und genialen Bruder Diogenes als Mörder, Verschwörer und Verräter gebrandmarkt, wurde Aloysius Pendergast in das gefürchtete Bundesgefängnis von Herkmoor im US-Staat New York eingeliefert. Von missgünstigen FBI-Kollegen, die den unkonventionell vorgehenden Spezialagenten stets hassten, übel in die Zange genommen, gedenkt Pendergast den Kampf gegen Diogenes keineswegs aufzugeben, zumal ihm dessen bedrohliche Ankündigung weiterer Verbrechen noch in den Ohren klingt. Der Gefangene kann sich auf seine Freunde ‚draußen‘ verlassen. Lieutenant Vincent D’Agosta, Pendergasts ‚Chauffeur‘ Proctor und der brillante Profiler Eli Glinn schmieden fieberhaft einen Plan zur Befreiung.

Derweil geht im „New York Museum of Natural History“ zum wiederholten Male ein Monster um. Wie üblich ist das Haus in Geldnöten, soll eine spektakuläre Ausstellung Besucherströme anlocken. In einem seit 1935 sorgfältig vermauerten Kellerraum der riesigen Anlage findet sich das Grabmal des altägyptischen Wesirs Senef, der um 1400 vor Christus regierte. Um seine letzte Ruhestätte ranken sich Legenden von einem Fluch, die jene, die besagtes Grab für die Ausstellung vorbereiten, selbstverständlich abtun, bis Techniker und Wächter verstümmelt oder gar nicht aufgefunden werden. Wie üblich mauert die Museumsleitung. Laura Hayward, Leiterin der Mordkommission, lässt sich nicht abschrecken. Auch Reporter Bill Smithback ist wie immer am Ball. Die Naturwissenschaftlerin Margo Green könnte Licht in die Sache bringen, doch sie liegt nach einem Mordanschlag im Krankenhaus.

Hinter all dem sieht Pendergast die Hand seines Bruders, aber als er endlich wieder in Freiheit ist, muss er erkennen, dass Diogenes seine Ränken noch viel weiter als befürchtet getrieben und Zweifel im innersten Kreis seiner Feinde gesät hat …

Pseudo-Mystery vom Thriller-Fließband

In zahlreichen Tonlagen hat der Rezensent sich in den vergangenen Jahren über Freud’ und Leid verbreitet, die von den Pendergast-Romanen des bienenfleißigen Autorengespanns Preston & Child ausgehen. Eine weitere Strophe hinzuzufügen ist ehrlich gesagt ermüdend, denn auch dieses Mal weichen Handlung oder Figurenzeichnung kein Jota vom Bewährten, aber leider auch Bekannten ab.

Das hauptsächliche Publikum der Fließband-Thriller von Preston & Child rekrutiert sich aus den jüngeren Generationen, wenn man sich die heutzutage leicht zugänglichen Kommentare einer überwiegend zufriedenen Leserschaft anschaut. Noch leicht zu begeistern und ohne Wissen um die klassischen und trivialen Vorbilder, die von den Autoren geplündert werden, fehlen ihm außerdem Wunsch oder Willen, das leicht gestrickte Garn einer näheren Prüfung zu unterziehen.

So betrachtet hat „Maniac“ durchaus seine Meriten. Wieder einmal rollt schnell und spannend ein durchgestyltes Geschehen ab. Während „Dark Secret“ als Mittelteil der Aloysius-und-Diogenes-Trilogie quasi ‚offen‘ beginnen und ausgehen musste, werden im dritten Teil endlich die zahlreichen offenen Enden zu einem festen Knoten zusammengeführt.

Wem reine und – wir werden gleich mehr darüber erfahren – kühl konstruierte Unterhaltung genügt, wird sich erfreut durch das Endprodukt lesen (was ein überaus luftig gestaltetes Druckbild mit augenfreundlich groß gedruckten Buchstaben zusätzlich erleichtert). Die so gestimmten Konsumenten mögen getrost die nächsten Absätze überspringen. Sie interessiert es sicherlich nicht, wie geschickt (oder dreist; das hängt vom Standpunkt des Betrachters ab) sie von Preston & Child aufs Kreuz gelegt werden.

Spannung aus der Retorte

„Maniac“ präsentiert sich mehr noch als die ohnehin zunehmend zum Selbstplagiat neigenden früheren Bände der Pendergast-Serie als Best-of schon mehrfach in Anspruch genommener Situationen und Schauplätze. Wieder einmal muss das „New York Museum of Natural History“ als Ort des Geschehens herhalten. Die dunklen, tüchtig eingestaubten und mit obskuren Präparaten und vergessenen Ausstellungsobjekten vollgerümpelten Katakomben dieses Hauses gaben für „Das Relikt“ eine Kulisse ab, die so grandios einschlug, dass die Autoren sich seither denkfaul gern wieder hier einnisten, obwohl der daraus resultierende Überraschungseffekt längst dahin ist.

Bisher haben sich Preston & Child mit den Variationen ihrer vorgestanzten Story-Elemente einige Mühe gegeben. Das ersparen sie sich dieses Mal: Der Höhepunkt des Romans – Diogenes sperrt die High Society von New York in ein unzugängliches Grabgewölbe ein und lässt sie mit einer Mischung aus High Tech und Mumbo Jumbo effektvoll das Zeitliche segnen, während sich die Guten verzweifelt Einlass zu schaffen versuchen – ist eine schamlose Eins-zu-Eins-Kopie des „Relikt“-Finales. (Geht’s noch schlimmer? Aber immer! Wie weiland Sherlock Holmes mit Dr. Moriarty an den Reichenbachfällen ringt auch Diogenes schließlich am Rande eines Abgrunds mit seinem Todfeind.)

Aufgewärmter Mystery-Mischmasch

Bis es soweit ist, müssen wir uns durch einen erschreckend langweiligen Mittelteil quälen. Er ist der Vorbereitung von Pendergasts „Prison Break“ aus einem B-Movie-Gefängnis gewidmet, das von psychotischen Irren bewohnt und von Butzemann-Sadisten geleitet wird. Währenddessen scharwenzelt Diogenes zwischen diversen Schurkentaten um die blasse Constance herum, ringt Knurr-Cop D’Agosta um seine Ehe, die in dieser Geschichte völlig überflüssige Margo Green um ihr Leben und ein ebenso nebensächlicher Smithback um die Wahrheit, die wie üblich von einer intriganten Museumsleitung im Verbund mit skrupelloser Polit-Prominenz verschleiert werden soll. Niemand hat aus den Museumsmorden der Vergangenheit etwas gelernt; exakt dieselben Fehler werden begangen, endlose Streitgespräche geführt und sogar die Langmut hirngedimmter Leser über Gebühr strapaziert. Derweil springt die Handlung ständig von einem Schauplatz zum nächsten; sie bricht nach dem Cliffhanger-Prinzip dort ab, wo es spannend wird, und kehrt erst später dorthin zurück: ein klassischer Kniff, der freilich zum billigen Trick degeneriert, wenn er so inflationär wie hier zum Einsatz kommt.

Schade, denn es begann eigentlich recht viel versprechend. Der Fluch der Pharaonen zieht als Aufhänger einer auf Turbulenz gebürsteten Geschichte auch heute noch. Preston & Child verstehen zudem die handwerkliche Seite ihrer Arbeit. Sie belegen in einzelnen Passagen, wie spannend sie zu schreiben vermögen. Leider ignorieren sie zunehmend die Verpflichtung, ihren Romanen wenigstens einige Tropfen Inspiration hinzuzufügen und so aus Reißbrett-Mysterien richtige Thriller zu machen.

Alte Bekannte ohne neue Eigenschaften

Die Wiederholung des sattsam Bekannten setzt sich selbstverständlich in der Figurenzeichnung fort. Aus „Relic“/„Das Relikt“ und „Attic“ treten Anthropologin Margo Green und Reporter Bill Smithback auf, der zusammen mit einer weiteren alten Bekannten, der Archäologin Nora Kelly, auch in „Thunderhead“ oder „Ice Ship“ Abenteuer erlebt; Profiler Eli Glinn kommt gleichfalls vom „Ice Ship“. Längst gibt es einen eigenen Preston-und-Child-Mikrokosmos, dessen Bewohner immer wieder im Rampenlicht tanzen müssen. (Hier stellen ihn die Verfasser übrigens en detail vor.) Wie sinnvoll das jeweils ist, bleibt Nebensache. Bill Smithback und vor allem Margo Green in „Maniac“ höchstens Statisten, die ihren anscheinend obligatorischen Gastauftritt geben.

Pendergast bleibt Pendergast. Dieses Mal muss er Farbe bekennen und Gefühle zeigen, was ihm schlecht steht. Superhelden mit Schwächen wirken menschlicher, was allerdings geschickter in Szene gesetzt werden muss als hier. Schlimmer als Aloysius muss jedoch Diogenes Federn lassen. Sein monumentaler, 15 Jahre (!) vorbereiteter, unfassbare komplizierter Masterplan entpuppt sich als Rache eines Kindes, das vom eifersüchtigen Brüderlein hereingelegt wurde, welches sich dafür nie entschuldigt hat … Drei dicke Buchbände haben Lincoln & Child uns nicht nur ein kriminelles Superhirn suggeriert, das letztlich nicht nur mit heißer Luft gefüllt ist, sondern auch ein lächerliches Ende findet.

Ähnlich unglaubhaft – und damit angemessen – schildert das Autorenduo das weitere Schicksal von Constance, deren ‚Geheimnis‘ endlich enthüllt wird. Sie muss aktiv werden und sich von der grauen Maus zur globetrotternden Rachegöttin mausern, damit sie im (bereits geschriebenen) Folgeband gemeinsam mit Pendergast den Mysterien dieser Welt nachforschen kann.

Ebenso flach geraten erwartungsgemäß alle in „Maniac“ auftretenden Figuren, an deren oft schlimmen Schicksal wir deshalb keinen Anteil nehmen. Ein Roman ist auch im 21. Jahrhundert etwas anderes als ein Drehbuch, ein Comic-Book oder ein Computerspiel. Dies wird das Autorenduo selbstverständlich für zukünftige Werke nicht berücksichtigen – wieso auch? Sie haben sich ihr Publikum entweder herangezogen oder sich ihm angepasst und liefern zuverlässig und regelmäßig, wonach es giert. Ist dagegen etwas einzuwenden, sind doch alle (oder die Mehrheit) damit glücklich? Natürlich nicht. Insofern ist eine Kritik wie diese, die andere – nennen wir sie ‘‘klassische‘ – Qualitätsmaßstäbe anlegt, vielleicht nur der sprichwörtliche und übertriebene Kanonenschuss auf ein Spatzenhirn …

Autoren

Douglas Preston wurde 1956 in Cambridge, Massachusetts geboren. Er studierte ausgiebig, nämlich Mathematik, Physik, Anthropologie, Biologie, Chemie, Geologie, Astronomie und Englische Literatur. Erstaunlicherweise immer noch jung an Jahren, nahm er anschließend einen Job am „American Museum of Natural History“ in New York an. Während der Recherchen zu einem Sachbuch über „Dinosaurier in der Dachkammer“ – gemeint sind die über das ganze Riesenhaus verteilten, oft ungehobenen Schätze dieses Museums – arbeitete Preston bei St. Martin’s Press von einem jungen Lektor namens Lincoln Child zusammen. Thema und Ort inspirierten das Duo zur Niederschrift eines ersten Romans: „Relic“ (1994; dt. „Das Relikt – Museum der Angst“).

Wenn Preston das Hirn ist, muss man Lincoln Child, geboren 1957 in Westport, Connecticut, als Herz des Duos bezeichnen. Er begann schon früh zu schreiben, entdeckte sein Faible für das Phantastische und bald darauf die Tatsache, dass sich davon schlecht leben ließ. So ging Child – auch er studierte übrigens Englische Literatur – nach New York und wurde bei St. Martins Press angestellt. Er betreute Autoren des Hauses und gab selbst mehrere Anthologien mit Geistergeschichten heraus. 1987 wechselte Child in die Software-Entwicklung. Mehrere Jahre war er dort tätig, während er an den Feierabenden mit Douglas Preston an „Relic“ schrieb. Erst seit dem Durchbruch mit diesem Werk ist Child hauptberuflicher Schriftsteller. (Douglas Preston ist übrigens nicht mit seinem ebenfalls schriftstellernden Bruder Richard zu verwechseln, aus dessen Feder Bestseller wie „The Cobra Event“ und „The Hot Zone“ stammen.)

Selbstverständlich haben die beiden Autoren eine eigene Website ins Netz gestellt. Hier wird man großzügig mit Neuigkeiten versorgt (und mit verkaufsförderlichen Ankündigungen gelockt).

[md]

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Buch24.de

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Dämonenkuss

Erstellt von Werner Karl am 15. März 2010

damonenkuss1Jenna Black
Dämonenkuss
Die Exorzistin 1

The Devil Inside, USA, 2007
Droemer Knaur Verlag, München, 05/2009
PB, Romantic Mystery
ISBN 9783426502266
Aus dem Amerikanischen von Markus Bennemann
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, Münche
unter Verwendung eines Fotos von flonline

www.droemer-knaur.de/home
www.jennablack.com/

Morgan Kinsley, Exorzistin (groß, kurze rote Haare, abgefahrene Klamotten) wird zu einem Fall nach Topeka (Kansas) gerufen. Es handelt sich um ein elfjähriges, von einem Dämon besessenen Mädchen, das den Flammentod sterben soll. Denn es gibt nur zwei Methoden einen Dämon zu ‚töten’: ihn mit einem Exorzismus aus seinem Wirtskörper zu treiben oder den Wirt bei lebendigem Leib zu verbrennen. Morgan soll nun einen Exorzismus vornehmen, doch etwas scheint schief gegangen zu sein – denn nun hält sich Morgan selbst für besessen. Sie ruft Valerie (Val) March, ihre beste Freundin (das genaue Gegenteil: seriöse Kleidung, blond, Nickelbrille) und ebenfalls Exorzistin zu Hilfe. Val versichert Morgan nach einer Zeremonie, dass sie nicht besessen sei. Doch Morgan ist nicht davon überzeugt, besonders als sie eine Notiz findet (Botschaften des Dämons in ihr, die sie selber verfasst, während sie schlafwandelt), die ihr bezeugt, dass sie besessen ist, aber schon seit längerer Zeit.

Morgan lebt in Bryn Mawr, einem westlich gelegenen Vorort von Philadelphia, in einem kleinen Landhäuschen. Sie wuchs in einer Familie auf, die zur ‚Spirituellen Gesellschaft’ gehört. Andrew, ihr Bruder, ist seit er 21 ist, freiwillig von einem Dämon (Raphael) besessen. Morgan und Andrew haben seither ein sehr problematisches Verhältnis. Adam White (attraktiv, 190 cm, 90 Kilo Muskelmasse, ebenfalls Dämon), Leiter der Sondereinsatzkräfte der Abteilung der Polizei, die sich mit Dämonen befasst, welche auf die schiefe Bahn geraten sind, sucht Morgan in ihrem Büro auf. Morgan kann ihn, weil er ein Dämon ist, nicht ausstehen. Doch Adam bittet sie, einen Exorzismus bei Dominic Castello, einem Freund von ihm, durchzuführen. In der nächsten Notiz, die Morgan während des Schlafwandelns verfasst, gibt sich der Dämon in ihr namentlich zu erkennen: Lugh (der Name stammt aus der keltischen Mythologie: grob ‚der Leuchtende’) offenbart ihr, dass man sie benutzt um ihn ‚gefangen zu halten’.

Morgan beschließt, mit ihrer Freundin Val über Lugh zu reden. Val verhält sich jedoch merkwürdig, greift Morgan sogar an, doch Lugh warnt Morgan. Dann dringen auch noch drei bewaffnete und maskierte Männer nachts in Morgans Haus ein, aber sie kann sich in letztem Moment wegschleichen. Morgan hat das Gefühl, dass ihr Leben komplett den Bach runtergeht, besonders als Lugh ‚leibhaftig’ in einer Art ‚Realtraumerlebnis’ vor ihr steht und sie beide auf erotische Weise aufeinander reagieren, denn Lugh sieht mörderisch gut aus (wie fast alle Dämonen bei Jenna Black). Morgan erfährt durch Lugh, dass man sie unter Drogen gesetzt hat, damit dieser in sie ‚einkehren’ konnte, und dass vermutlich ihr Bruder Andrew daran beteiligt war.

Der Mann in Morgans Leben ist Brian Tyndale, ihr Geliebter und Anwalt, der ihr zur Seite steht, als die Polizei sie zum Verhör bittet, weil ein illegaler Exorzismus mit tödlichem Ausgang durchgeführt wurde, in dessen Zusammenhang Morgans Name fiel. Morgan wird inhaftiert, doch am nächsten Tag taucht Adam im Verhörraum auf, bietet ihr Hilfe an und verdeutlicht, dass sie, trotzdem er ein Dämon ist, auf einer Seite stehen. Wieder taucht Lugh in dieser ‚Zwischenwelt’ auf, in der sie ihn körperlich sehen kann, und sie fragt sich, ob er in ihr mitkriegt, wenn sie z. B. ihrem Freund einen ‚bläst’. Und wieder fühlt sich Morgan sexuell von Lugh angezogen. Sie erfährt von ihm, dass er ein ‚Reformer’ ist, der sich für die Rechte der Menschen einsetzt und verhindern will, dass sich Dämonen bei Wirten einnisten, die damit nicht einverstanden sind. Lugh fordert Morgan auf, dass sie den besten Exorzisten aufsucht, damit dieser ihn (Lugh) aus ihr vertreibt, hat aber die Befürchtung, dass das nicht gelingen wird, da er sehr viel Macht besitzt und zu stark ist.

Morgan kommt auf Kaution frei. Adam sucht sie in ihrer Wohnung auf und rückt mit der Information heraus, dass wohl ihr Bruder Andrew bzw. der Dämon Raphael in ihm hinter allem steckt. Nachts bricht ein Feuer in Morgans Haus aus, sie flüchtet zu Brian, checkt nach einem Streit in einem Hotel ein und beschließt, sich von Brian zu trennen, um ihn zu schützen. Lugh erzählt Morgan von seinen Dämonenbrüdern, mit denen er in einem Erbfolgekrampf steht. Von da überschlagen sich die Ereignisse – in dem Geschwisterkampf: Lugh gegen seine Brüder, Morgan gegen Andrew. Und zwischen die Fronten gerät auch Brian, der Mann, den Morgen liebt …

Somit führt Jenna Black ihre Charaktere an den Leser heran – spannend, modern, erotisch und actionreich, alles was kurzweilige Unterhaltung bieten sollte. Interessant an dem Plot ist die Tatsache, dass in der Blackschen Welt Dämonen als existent von der Gesellschaft angesehen werden; somit wird in diesem Roman Reales und Fiktives so eng verzahnt, dass es ein sehr stimmiges Ganzes ergibt und man mit Spannung darauf wartet, wie es weitergeht. Die Aufmachung des Bandes ist, wie von Knaur gewohnt, ohne Fehl und Tadel, das Preis-Leistungsverhältnis stimmig.

„Dämonenkuss“ ist ein spannend, erotisch und frisch erzählter Roman, in dem Dämonen so natürlich auf der Tagesordnung stehen, wie der tägliche Donut. (5xPRT)

Copyright © 2010 by Alisha Bionda (AB)

Titel erhältlich bei: Buch24.de
Titel erhältlich bei: Booklooker.de

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Anita Heyse
2.Heike Hakvoort
3.Helmut Schneider
4.Silke Heyse
5.Helmut Scholle
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Silberlinge

Erstellt von Werner Karl am 8. März 2010

silberlingeJim Butcher
Silberlinge
Die dunklen Fälle des Harry Dresden

Originaltitel: Death Masks (2003)
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
München: Droemersche Verlagsanstalt 2009
Knaur Taschenbuch 50175
Umfang: 431 Seiten
ISBN 9783426501757

www.droemer-knaur.de

Noch immer tobt eine Art “Kalter Krieg” zwischen den Vampiren des “Roten Hofs” und der Vereinigung der Magier, zu der auch der Chicagoer Magier und Privatermittler Harry Dresden gehört. Dieser steht auch als scheinbarer Auslöser des Konflikts im Mittelpunkt des Interesses der Vampire, die immer wieder versuchen, Harry zu töten. Ein mächtiger Vampir bietet ihm deshalb eine Art persönliches Duell an mit der Option, sollte Harry gewinnen, die Fehde ein für alle mal zu beenden. Doch kann man den Mitgliedern des “Roten Hofs” überhaupt trauen?

Als dann auch noch das berühmte Grabtuch Jesu aus Italien gestohlen wird und ausgerechnet in Chicago wieder auftaucht und sich zudem ein Mafiaboss persönlich einschaltet, der Harry ebenfalls nach dem Leben zu trachten scheint, hat der Magier alle Hände voll zu tun, sich seiner Haut zu wehren. Doch seinen gefährlichsten Gegner kennt Harry noch gar nicht, denn er und seine Helfer werden in den Kampf gegen eine uralte Sekte verwickelt, welche die Silberlinge verwalten, jene 30 Silbermünzen, die dereinst Judas für seinen Verrat an Christus erhalten haben soll. Jede dieser Münzen verspricht ihrem Besitzer unglaubliche Macht und Unsterblichkeit, jedoch auch  höllische Seelenqualen und die bedingungslose Abhängigkeit von diesem Machtinstrument. Der Anführer der sogenannten Denarier plant jedoch viel mehr. Mit dem Grabtuch Jesu könnte er mannigfaltige Seuchen unvorstellbaren Ausmaßes über die Menschheit bringen und nur Harry und seine Helfer können dies vielleicht noch verhindern…

Silberlinge ist der fünfte Band der Serie um Harry Dresden und gehört sicherlich zum Besten, was die Reihe bisher zu bieten hatte. Vor allem der durchgängige Spannungsgehalt des Romans ist ein entscheidendes Argument für das Lesevergnügen des vorliegenden Buchs. Dabei wirkt die Action nicht so überzogen wie in Wolfsjagd, kleine Pausen ermöglichen dem Leser Atem zu schöpfen und die verschiedenen Krisenherde und Gegner halten nicht nur den Protagonisten auf Trab, sondern auch den Rezipienten. Zwar labern die Schurken mal wieder zu viel und können es nicht lassen, wenn sie den Gegner schon “unter dem Messer” haben, ihn noch so lange voll zu quasseln, bis endlich Rettung naht, jedoch kann man dem Autor diese Schwäche durchaus nachsehen, gelingt ihm doch erneut ein packendes, atmosphärisch dichtes Abenteuer mit glaubhaften Charakteren und einem nicht zu überbietenden Spannungsgehalt. Über weitere Bände dieser wunderbaren Serie wird man sich freuen dürfen, der nächste soll laut Ankündigung des Verlags bereits im September 2009 erscheinen. (5xPRT)

Copyright © 2009 by Gunther Barnewald

Titel bei Buch24.de:
Silberlinge – Die dunklen Fälle des Harry Dresden

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Maren Westerhoff
2.Silke Kahlcke
3.Dirk Helfert
4.Susanne Maninger
5.Vladimir Negraszus
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Turm der Lügen

Erstellt von Werner Karl am 7. März 2010

turm-der-lugenMarie Cristen
Turm der Lügen

Knaur Taschenbuch Verlag, 12/2009
Taschenbuch, History
ISBN 9783426639924
Umschlaggestaltung von ZERO Werbeagentur, München unter
Verwendung einer Abbildung von The Bridgeman Art Library

www.knaur.de
www.marie-cristen.de

Nach der „Flandern“-Reihe begeistert Marie Cristen diesmal mit einem ganz ungewöhnlichen historischen Roman: „Turm der Lügen“ erzählt von einem Skandal am französischen Königshof im frühen 14. Jahrhundert. Dabei versteht es die Autorin, gut recherchierte Fakten mit Leben zu füllen und nur wenn es nötig ist, auf Fiktion zurückzugreifen.

Frankreich im Jahre 1313: Der alternde König Philipp IV von Frankreich aus dem Geschlecht der Kapetinger hatte vier Söhne. Überlebt haben Ludwig, genannt der Zänker, Philipp und Charles der Schöne. Die beiden Letzteren sind mit Jeanne und Blanche, den Töchtern der überaus ehrgeizigen Mahaut, Pfalzgräfin von Artois, verheiratet, während Marguerite, die Frau von Ludwig, eine Cousine von Jeanne und Blanche ist. Was nur wenige wissen: Mahaut hat eine weitere Tochter, die sie vor 16 Jahren heimlich gegen einen wenige Tage zuvor geborenen Sohn ihrer Kammermagd vertauscht hat. Hugec von Flavy sorgte davor, dass das ungewollte Mädchen versorgt wird, auch nachdem die Kammermagd am Kindbettfieber verstorben war. Und so ist Séverine ahnungslos aufgewachsen, gehasst von ihrem vorgeblichen Vater, aufgezogen von einer Köchin, die dem Mädchen zwar ihre Liebe, aber keinen höfischen Schliff geben konnte.

Adrien Flavy, der Sohn des treuen Ritters, ist entsetzt, als er Séverine nach längerer Trennung wieder sieht. Das Mädchen ist halb Küchenmagd, halb Stallbursche, völlig verwildert und von naiver Unschuld. Er beschließt, dass sie ihrem natürlichen Rang gemäß Besseres verdient hat und bringt sie kurz entschlossen bei Jeanne Burgund unter, damit sie zumindest wie eine Edeldame erzogen wird und vorteilhaft heiraten kann. Er ist selbst in das Mädchen verliebt, versucht aber weiterhin, sie als kleine Schwester zu sehen. Jeanne wie Séverine wissen nichts davon, dass sie leibliche Schwestern sind. Blanche und Marguerite hingegen ahnen auf den ersten Blick, dass dieses Mädchen zumindest keine Magd ist. Sehr schnell wird Séverine in einen Strudel von Intrigen hineingezogen, dem sie nichts entgegenzusetzen hat als Mut und Entschlossenheit: Marguerite und Blanche betrügen ihre Ehemänner – keine Kleinigkeit, denn sie sind die Schwiegertöchter des Königs. Beide Frauen flirten mit der Gefahr, sie sind ebenso schön wie skrupellos. Und sie wissen, dass Séverine mehr gesehen hat, als gut für sie ist …

Auch wenn hier einmal mehr eine Frau zur Heldin wird, die sich strikt weigert zu weben, nähen oder sonst irgendetwas zu tun, was für Frauen dieser Zeit völlig selbstverständlich war, Séverine ist ein überzeugender, sehr sympathischer Charakter. Alle Figuren sind lebendig, die Geschichte sprachlich gekonnt erzählt. Der Skandal, die Politik und das Leben dieser Epoche stehen im Vordergrund; die Liebesgeschichte zwischen Séverine und Adrien bleibt diesmal nur eine zusätzliche Würze. Langeweile kommt dabei keinen Moment lang auf, zudem ist es ein in jeder denkbaren Hinsicht authentisches Buch. Sehr empfehlenswert für alle Liebhaber gut recherchierter historisch-romantischer Geschichten! (5xPRT)

Copyright © 2010 by Alexandra Balzer (alea)

Titel bei Buch24.de:
Turm der Lügen

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1.Maren Westerhoff
2.Brigitte Vollert
3.Dirk Helfert
4.Ulrich Froltsov
5.Vladimir Negraszus
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