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neuauflage

Revenge – Eiskalte Täuschung

Erstellt von Michael Drewniok am 29. Januar 2012

Douglas Preston/Lincoln Child
Revenge – Eiskalte Täuschung

Originaltitel: Cold Vengeance (New York : Grand Central Publishing/Hachette Book Group USA 2011)
Übersetzung: Michael Benthack
Dt. Erstausgabe (geb.): Dezember 2011 (Droemer Verlag)
475 S.
ISBN-13: 978-3-426-19899-5
Als eBook: Dezember 2011 (Droemer Verlag)
ISBN-13: 978-3-426-41118-6

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Das geschieht:

Nachdem Aloysius Pendergast, Spezialagent des FBI, feststellen musste, dass Gattin Helen bei einem Afrika-Urlaub vor Jahren nicht zufällig von einem Löwen gefressen wurde, hat er die übliche Selbstkontrolle verloren. Unter Ausnutzung seines persönlichen Reichtums sowie unter Missbrauch diverser Dienstbefugnisse hat er einen privaten Rachefeldzug gegen Helens Mörder begonnen (s. Fever – Schatten der Vergangenheit).

Eine mysteriöse Macht – der „Bund“ – steckt hinter dem Anschlag, der gleichzeitig offenbart, dass Pendergast Helen, die dem „Bund“ eng verbunden war, nicht wirklich kannte. Über ihre Familie und ihre Vergangenheit hat sie selten gesprochen. Deshalb wird Pendergast überrascht, als er ausgerechnet Judson Esterhazy, Helens Bruder, ins Vertrauen zieht, denn dieser war an dem Mordkomplott beteiligt.

Um eine Entlarvung zu verhindern, lockt er den hartnäckig ermittelnden Schwager in eine Falle. Als dieser dem Tode geweiht scheint, informiert ihn Esterhazy, dass Helen noch lebt. Pendergast entkommt schwer verletzt. Esterhazy weiß, dass er sich einen unerbittlichen Todfeind gemacht hat, und wendet sich hilfesuchend an den „Bund“. Der geheimnisvolle Senor Fischer schickt seinen Ausputzer Falkoner los, der sämtliche losen Fäden kappen soll, die auf den „Bund“ hinweisen.

Falkoner nimmt sich Esterhazys an. Um Pendergast eine neue Falle zu stellen, entführen das Duo dessen Mündel Constance. Sie wird an Bord der Yacht „Vergeltung“ geschafft. Dort wartet eine bitterböse Schar schwer bewaffneter Männer auf den FBI-Agenten. Allerdings unterschätzt vor allem der arrogante Falkoner Pendergast, der zudem auf die Unterstützung einiger exzentrischer aber sehr talentierter Freunde zurückgreifen kann, wodurch er den Spieß mit spektakulärer Wirkung umzudrehen vermag …

„Einer wäre genug / aber zwei weitere kommen …“

Ring frei zur zweiten Runde eines Kampfes, bei dem die Kombattanten sich lange vor allem umtänzeln und nur selten einen Treffer landen: Mit „Fever – Schatten der Vergangenheit“ startete das Autorengespann Preston/Child 2010 die zweite Trilogie innerhalb ihrer Reihe um einen ganz besonderen FBI-Agenten namens Pendergast.

2004 bis 2006 hatten sie mit der „Diogenes“-Dreiteiler erstmals eine Sub- oder Mini-Serie lanciert und waren damit sehr erfolgreich gefahren. Zur Zufriedenheit der Leserschaft kam die erfreuliche Erkenntnis, dass sich eine Trilogie sehr viel einfacher umsetzen lässt als ein Einzel-Abenteuer, weil das dafür entworfene Konzept gleich drei Geschichten ermöglicht.

„… gieß‘ Wasser zur Suppe, heiß‘ alle willkommen!“

Diese Erkenntnis war willkommen, denn Preston/Child haben sich längst zu einer Zwei-Mann-Bestseller-Fabrik entwickelt. Regelmäßig legen sie jährlich einen neuen „Pendergast“-Thriller vor und schreiben ‚nebenher‘ fleißig Solo-Romane. 2011 starteten sie eine neue Serie um die unkonventionelle „Gideon Crew“. Sie versprechen aber fest, Pendergast deshalb nicht zu vernachlässigen.

Selbstverständlich bleibt solcher Aktionismus nicht ohne Folgen. Schon die Qualitätskurve der Pendergast-Reihe zeigte in den vergangenen Jahren eher nach unten. Preston/Child entwickelten quasi ein homöopathisches Rezept für den inhaltlich verdünnten Fortsetzungs-Bestseller, der unterhaltsam sein muss und minderwertig sein darf. Was wie ein Widerspruch klingt, erklärt sich, wenn man einen der neueren Bände liest. „Revenge“ reiht sich da deprimierend perfekt ein.

Ein Geheimnis geklärt, zwei neue aufgeworfen

Als typischer Preston/Child-Thriller bietet „Revenge“ eine Kette aufregender Episoden, die eher schlecht als recht durch eine künstlich nebulös gehaltene Hintergrundstory zusammengehalten wird. Wieder dreht sich die Handlung um ein Pendergast-Familienmitglied, und auch sonst schimmert der Copy-&-Past-Faktor des Geschehens deutlich durch.

Die Autoren suggerieren tolle Enthüllungen, halten sich diesbezüglich jedoch zurück; erste Kätzchen, die aus dem Plot-Sack gelassen werden, deuten Ungutes an. Ausgerechnet die Nazis werden erneut aus der Mottenkiste geholt. Nicht Hitler als Cyborg treibt sein Unwesen, sondern eine Art Dr.-Mengele-Klon. Dem ist gelungen, was die echten Nazis nach 1945 nie geschafft haben: Er hat einen „Bund“ gegründet, der nicht nur unerhört reich, mächtig und gefährlich ist, sondern auch geheim gehalten werden konnte. Selbstverständlich gibt es eine Art „Anti-Bund“, der den braunen Schurken Paroli bietet. Dass zu deren Prominenz ausgerechnet Helen Pendergast gehört, ist der Trivialität der Story geschuldet und geht im Gegensatz zu anderen, wesentlich gewichtigeren Ungereimtheiten in Ordnung.

Störend ist u. a. die Manie, ereignisreiche Episoden nicht nur simpel hintereinander zu flanschen, sondern sie dabei in die Breite zu treten. Wenn Pendergast in ein Sumpfloch fällt, weiten Preston/Child dies zu einem hundertseitigen Drama aus, dessen minuziös geschilderten Details der Geschichte weder helfen noch interessant geraten sind. Ähnlich ärgerlich auf das Schinden beschriebener Seiten getrimmt sind jene Kapitel, in denen das Autorenpaar längst abgehandelte Ereignisstränge wieder aufgreift. In „Revenge“ führen sie einen Reporter ein, der Pendergasts Spur durch jene Sümpfe Louisianas folgt, die wir in „Fever“ kennengelernt haben. Dabei findet er rein gar nichts Relevantes heraus und wird zu allem Überfluss urplötzlich aus dem Geschehen genommen – ein Lückenbüßer mit überflüssigen Erlebnissen.

Sie sind halt auch noch da

Auch viele jener Preston/Child-Romane, die nicht zur „Pendergast“-Serie gehören, teilen Schauplätze und Figuren. Es entsteht ein gemeinsames Handlungs-Universum, was die Leser enger binden soll. Da unser Autorenduo fleißig ist, wurde ihr Figurenpersonal recht kopfstark. Leser-Lieblinge haben sich herauskristallisiert, die gefälligst so oft wie möglich auftreten sollen.

Lieutenant Vincent D’Agosta von der Polizei New York gehört zu ihnen. Nachdem er in „Fever“ fast einem Gewehrschuss zum Opfer fiel, ist er jetzt wieder fit. Doch faktisch finden Preston/Child keinerlei Handlungsberechtigung für ihn. „Revenge“ käme problemlos ohne ihn aus. D’Agostas Präsenz beschränkt sich darauf, dem zeitweise untergetauchten Pendergast hinterher zu forschen, ohne dass dies die Ereignisse irgendwie beeinflussen würde. Einmal mehr produzieren Preston/Child vor allem bedrucktes Papier. Weitere Cameos sind noch sinnloser; für Laura Haywards Auftritt beispielsweise sparen sich die Autoren die Mühe, wenigstens einen Vorwand zu formulieren.

Es killt ein Bi-Ba-Butzemann …

Selbst wenn wir die unerquickliche Mutation des bisher eher raffinierten Agenten Pendergast zur unüberwindlichen Kampf- und Kill-Maschine unbeachtet lassen – auch ein Nah-Durchschuss der Brust per Jagdgewehr ist für ihn in seinem Zorn nur eine Fleischwunde –, belegt die Figurenzeichnung, dass Preston/Child-Thriller im Tümpel der Trivial-Unterhaltung endgültig den Grund erreicht haben. Die Bösewichte sind in der Tat Wichte. Da haben wir den Psychopathen Falkoner, die folterlustige Gerta, den prügelfreudigen Eberstark und eine Vielzahl tumb-teutonischer Klischee-Schlagetots, die Pendergast mechanisch niedermäht.

Irgendwie ins Geschehen gemogelt wird die alterslose Constance, die sich in ihrer Eindimensionalität zum Ärgernis entwickelt hat. Wieder findet sie einen Dummkopf – hier Dr. Ostrom –, den sie mit ihren ewiggleichen, dem Leser längst bekannten Andeutungen über ihre Herkunft beeindrucken kann. Als Preston/Child keine Verwendung mehr für sie haben, lagern sie Constance im Mount-Mercy-Sanatorium bis zum nächsten Einsatz zwischen.

Das kann ewig so weitergehen

Wenn der Leser dieses Buch zuklappt, hat er insgesamt 1000 Seiten eine Geschichte verfolgt, die Abwechslungsreichtum primär durch sprunghaften Schauplatzwechsel am Ende jedes Kapitels vorgibt. Was nützt indes eine globales Drama, wenn an jedem Ort der eifrig bereisten Welt Leerlauf herrscht?

Die lesende Mehrheit mag dies anders sehen. Preston/Child haben ihre Masche sehr schlau konstruiert. Ein Minimum an Handlung bei einem Maximum an Action, eingebettet in ein Umfeld, das wissenschaftlich recherchiert wirkt aber faktisch auf „Galileo“-Niveau verharrt, bietet Mainstream-Unterhaltung ohne störende Ecken und Kanten. Man kann Bücher wie „Revenge“ problemfrei im Halbschlaf lesen und sogar ganze Kapitel überspringen, ohne den Handlungsfaden zu verlieren; zumindest der kritische Leser fragt sich allerdings nach dem Sinn solcher Auto.exe-Lektüre. Bis sich Preston/Child mit der Massenfertigung ihrer Bestseller endgültig verzetteln, werden sie auf diese Weise eine Weile weitermachen können.

Autoren

Douglas Preston wurde 1956 in Cambridge, Massachusetts geboren. Er studierte ausgiebig, nämlich Mathematik, Physik, Anthropologie, Biologie, Chemie, Geologie, Astronomie und Englische Literatur. Erstaunlicherweise immer noch jung an Jahren, nahm er anschließend einen Job am „American Museum of Natural History“ in New York an. Während der Recherchen zu einem Sachbuch über „Dinosaurier in der Dachkammer“ – gemeint sind die über das ganze Riesenhaus verteilten, oft ungehobenen Schätze dieses Museums – arbeitete Preston bei St. Martin’s Press von einem jungen Lektor namens Lincoln Child zusammen. Thema und Ort inspirierten das Duo zur Niederschrift eines ersten Romans: „Relic“ (1994; dt. „Das Relikt – Museum der Angst“).

Wenn Preston das Hirn ist, muss man Lincoln Child, geboren 1957 in Westport, Connecticut, als Herz des Duos bezeichnen. Er begann schon früh zu schreiben, entdeckte sein Faible für das Phantastische und bald darauf die Tatsache, dass sich davon schlecht leben ließ. So ging Child – auch er studierte übrigens Englische Literatur – nach New York und wurde bei St. Martins Press angestellt. Er betreute Autoren des Hauses und gab selbst mehrere Anthologien mit Geistergeschichten heraus. 1987 wechselte Child in die Software-Entwicklung. Mehrere Jahre war er dort tätig, während er an den Feierabenden mit Douglas Preston an „Relic“ schrieb. Erst seit dem Durchbruch mit diesem Werk ist Child hauptberuflicher Schriftsteller. (Douglas Preston ist übrigens nicht mit seinem ebenfalls schriftstellernden Bruder Richard zu verwechseln, aus dessen Feder Bestseller wie „The Cobra Event“ und „The Hot Zone“ stammen.)

Selbstverständlich haben die beiden Autoren eine eigene Website ins Netz gestellt.

[md]

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Zärtlich wie ein Krieger

Erstellt von Werner Karl am 16. Januar 2012

Annette McCleave
Zärtlich wie ein Krieger
Wächter der Seelen 3

Surrender to Darkness, USA, 2011
Knaur Verlag, München, dt. Erstausgabe: 09/2011
TB mit Klappbroschur
Romantic Mystery, Urban Fantasy
ISBN 978-3-426-50889-3
Aus dem Amerikanischen von Barbara Imgrund
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München unter
Verwendung eines Motivs von Finepic, München

www.knaur.de
www.annettemccleave.com

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Titel erhältlich bei Booklooker.de

Jamie Murdoch ist ein „Wächter der Seelen“. Als er den Auftrag erhält, in Japan eine dunkle Reliquie, die den Mächten des Bösen nicht in die Hände fallen darf, in seine Obhut zu nehmen, sieht er darin einen Routine-Job, der seine Kriegerehre beleidigt: Kiyoko Ashida ist eine Freundin von Lena Sharpe, der Gefährtin seines Chefs Brian Webster, und sie weiß mehr über den ewigen Krieg zwischen Himmel und Hölle als die meisten Menschen. Warum also sollte sie sich weigern? Doch Jamie eckt, kaum am Ziel seiner Reise angekommen, überall an, und Kiyoko hat nicht die Absicht, ihn zu empfangen, da sie sich von Lena und Ihresgleichen verraten fühlt. Als es schließlich doch zu einer Begegnung kommt, sind Jamie und Kiyoko sofort von einander fasziniert, und schon die geringste Berührung genügt, um den Berserker in dem Krieger zu rufen, der die junge Frau als sein Eigentum betrachtet, was ihr sogar gefällt.

Es gibt aber noch mehr Überraschungen, die noch unangenehmer sind. Kiyoko benutzt den Tempelschleier, um Dämonen zu bekämpfen, und hat triftige Gründe, ihn nicht aufzugeben. Keiner ahnt, dass sich in die Reihen ihrer Getreuen ein gefallener Engel geschlichen hat, der die Reliquie verwenden will, um ganze Scharen von Dämonen auf die Erde zu senden …

Obwohl sich Annette McCleave große Mühe gibt, ihren Romanen eine richtige phantastische Handlung zu verleihen, so folgt sie leider immer dem gleichen Schema, das sich abzunutzen beginnt: Eine Nebenfigur aus „Gefährlich wie ein Engel“ und „Verlockend wie ein Dämon“ wird in den Mittelpunkt gerückt, während die vorherigen Protagonisten in die Helfer-Rollen abdriften.

Der Held lernt eine schöne Frau kennen, die das Schicksal für ihn bestimmt hat. Nach vielen Missverständnissen und der Beseitigung zahlreicher Hindernisse werden ihre erotischen Phantasien schließlich wahr. Die Romanze spielt sich vor einer zeitgenössischen Kulisse ab, in der die Mächte des Bösen die Erde und den Himmel erobern wollen. Allein wenige Eingeweihte wie die Seelenwächter stellen sich den Dämonen entgegen. Zu den Aufgaben jener, die keine Menschen mehr sind, gehört es auch, Reliquien zu beschützen, die in den falschen Händen viel Unheil anrichten können und stets zum Auslöser von Kampfhandlungen werden.

„Wächter der Seelen“ bietet diesen Inhalt bereits zum dritten Mal, nur mit anderen Charakteren, die letztlich auch den gängigen Archetypen entsprechen. Die Serie schenkt Leserinnen ab 15 Jahre, die den Mix aus Phantastik und Love-Story mögen, den Stoff zum Träumen. Wer davon nicht genug bekommen kann, wird durchaus spannend und soft erotisch unterhalten, doch wer höhere Erwartungen hat, Plot und Protagonisten betreffend, wird langsam ungeduldig. Die Autorin muss einfach mehr machen, als ihre Bücher nach dem Baukasten-System zusammenzusetzen, da der Verlauf vorhersehbar ist und immer weniger zu überraschen vermag.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Die Wellentänzerin

Erstellt von Werner Karl am 24. Dezember 2011

Tania Krätschmar
Die Wellentänzerin

Knaur Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-426-50944-9
Liebe & Romantik
Erschienen: 01.12.2011
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: plainpicture/Elektrons 08; ©  Westend61/Corbis;
FinePic, München; © Frank Krahmer/Corbis
Taschenbuch, 384 Seiten

www.knaur.de
www.taniakraetschmar.de

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Zur Autorin:

Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin und Autorin tätig. Sie lebt mit ihrem Sohn in Berlin

Zum Buch:

Dana von Aken ist selbstständig. Sie ist Kapitänin eines Binnenkreuzfahrtschiffes mit dem Namen „Drei Töchter“. Dieser Name kommt nicht von ungefähr, hat Dana doch drei fast erwachsene Töchter, Katharina, Franziska und Emma. Vor 4 Jahren, im Alter von 40 Jahren, hat Dana ihren Mann verloren und ist seitdem selbst für den Lebensunterhalt der Familie verantwortlich. Neben den Töchtern gehört zu dieser Familie auch noch Charlotte Hagedorn, die Großmutter.

Kurz vor einer geplanten Kreuzfahrt taucht rein zufällig der junge Maler Antonius Merano auf dem Schiff auf. Er hilft Charlotte Hagedorn als dieser etwas ins Wasser fällt und so beginnt eine Geschichte mit vielerlei Verwicklungen und Emotionen wie das Leben sie tatsächlich geschrieben haben könnte.

Antonius ist Ende 20 und sehr attraktiv. Das bleibt auch Danas Töchtern nicht verborgen. Aus der zufälligen Begegnung wird schon bald eine geschäftliche Verbindung, denn Antonius stellt einige seiner Bilder, die allesamt mit dem Element Wasser in Verbindung stehen, auf dem Schiff aus. Die Anziehungskraft des jungen Mannes wirkt aber auch auf die Kapitänin selbst und so entwickelt sich recht schnell eine leidenschaftliche Beziehung zwischen Dana und Antonius. Wenngleich hier der Altersunterschied immer wieder Danas Gedanken durchstreift, fühlt sie sich scheinbar so frei und glücklich wie schon lange nicht mehr. Dennoch ist sie hin- und hergerissen zwischen ihrer Familie, den Verpflichtungen und ihrem neuen Glück. Keinesfalls aber möchte sie diese Beziehung zu einem so viel jüngeren Mann öffentlich machen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Katharina und Franziska platzen in das Liebesspiel zwischen ihrer Mutter und Antonius hinein und sind entsetzt.

Die Wellentänzerin ist ein sehr emotionales Buch, das in erster Linie für Frauen geschrieben ist und neben einer wundervollen Geschichte auch ein brisantes Thema aufgreift. Hier liebt eine Frau einen viel jüngeren Mann. Kann eine solche Beziehung Bestand haben? Was denken die Angehörigen und Freunde darüber und wie gehen sie damit um? Soll man nicht einfach glückliche Momente im Leben einfach genießen ohne sich Gedanken darüber zu machen was andere meinen?

In Tania Krätschmars Roman spielen alle diese Fragen eine Rolle und werden zumindest im vorliegenden Fall auch beantwortet. Im Grunde genommen ist ja auch klar, dass jede Beziehung im Alltag gelebt werden will und da ist der Altersunterschied zwischen den Partnern vermutlich meistens das kleinere Problem. Beziehungen haben Bestand oder gehen auseinander, auch unabhängig vom Alter.

Dana von Aken jedenfalls muss, wenn auch mit Unterstützung der älteren Generation, lernen, dass man auch einmal an sich selber denken und anderen die Meinung sagen sollte, wenn es erforderlich ist. „Die Wellentänzerin“ ein Buch mit Wellen- und Tiefgang, für die Frau von heute und morgen.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
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O du grausame Weihnachtszeit

Erstellt von Michael Drewniok am 19. Dezember 2011

Richard Dalby (Hg.)
O du grausame Weihnachtszeit
Schaurige Geschichten zum Fest

(sfbentry)
Originaltitel: Shivers for Christmas (London : Michael O‘Mara Books Ltd. 1995)
Übersetzung: Stefan Troßbach
Deutsche Erstausgabe: November 1996 (Knaur Verlag/TB Nr. 60467)
Titelbild: Ingrid Floss
317 Seiten
ISBN-10: 3-426-60467-1
Neuausgabe: 1998 (Knaur Verlag/TB Nr. 71173)
317 Seiten
ISBN-13: 978-3-426-71173-6

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Titel bei Amazon.de

Inhalt:

16 teils klassische, teils eigens für diese Sammlung geschriebene Erzählungen erinnern an die Tradition, zu Weihnachten Geistergeschichten zu erzählen:

- Amelia Edwards: Die Entdeckung der Schatzinseln. Nach einem Manuskript aus einem Bücherstand (The Discovery of the Treasure Isles, 1864), S. 7-60: Gier lockt den braven Kapitän auf eine nirgendwo verzeichnete Insel; anstelle glänzenden Goldes findet er nur blankes Grauen.

- George Manville Fenn: Ashers letztes Stündlein (Asher’s Last Hour, 1867), S. 61-78: Dem Geizhals wird des Nachts für seine Hartherzigkeit eine gruselige Lektion erteilt.

- Nathaniel Hawthorne: Die Weihnachtstafel (The Christmas Banquet, 1843), S. 79-104: Wahrlich verdammt ist jener Mensch, der sein Leben ohne Gefühle verbringen muss, aber dunkel ahnt, dass ihm Entscheidendes fehlt.

- „Saki“: Die Wölfe von Cernograz (The Wolves of Cernogratz, 1913), S. 105-112: Die letzte Vertreterin ihres uralten Geschlechts beendet ihr Dasein standesgemäß unter sagenhaften Umständen.

- E. Temple Thurston: Ganthorys Frau (Ganthony’s Wife, 1926), S. 113-132: Sie liebte die Männer mehr als ihr Leben, wie sich nach ihrem Tod bestätigt.

- Hugh Walpole: Mr. Huffam (Mr Huffman, S. 133-156): Der Autor der berühmtesten Weihnachtsgeschichte aller Zeiten tritt zum Christfest persönlich als guter Geist auf.

- Jessica Amanda Salmonson: Jeremiah (Jeremiah, 1990), S. 157-178: Ein Exorzismus kann übel enden, wenn der auszutreibende Geist allen Grund zum Spuken hat.

- Terry Lamsley: Zweifache Rückkehr (Two Returns, 1993), S. 179-204: Der böse und auch tote Vormieter kehrt in ‚sein‘ Haus zurück und schätzt keine Mitbewohner.

- Jill Drower: Billy fällt rein (Billy Drops In, 1995), S. 205-220: Einbrecher Billy unterläuft ein Missgeschick, das viele Jahre später für eine unvergessliche Weihnachtsnacht sorgt.

- Roger Johnson: Süßer die Glocken nie klingen … (Sweet Chiming Bells, 1995), S. 221-246: Die Unterbrechung eines uralten Weihnachtsbrauches hat gespenstische Folgen.

- Stephen Gallagher: Rate mal! (Fancy That!, 1995), S. 247-256: Das Weihnachtsgeschenk für eine besondere Freundin soll vor allem frisch sein.

- Terry Pratchett: Zwanzig Pence mit Weihnachtsmotiv und Umschlag (Twenty Pence with Envelope and Seasonal Greeting, 1987), S. 257-268: Portale öffnen sich in fremde Weihnachts-Welten, deren oft gar nicht freundliche Bewohner in unsere Welt drängen.

- Richard Adams: Das Steilriff (The Bommie and the Drop-Off, 1995), S. 269-282: Im tiefen Wasser macht der Taucher eine bemerkenswerte aber erschreckende Entdeckung.

- Joan Aiken: Die Fähre (The Ferry, 1995), S. 283-290: Wie bisher üblich will die untote Hexe Tod & Verderben bringen, aber weihnachtliche Freundlichkeit stimmt sie um.

- Jane Beeson: Die Maid (The Maid, 1995), S. 291-306: Da weiterhin unerlöst, spukt eine unglückliche Selbstmörderin umher und verbreitet Angst & Schrecken.

- Alan McMurray: „An Weihnachten ist alles vorbei“ (It Will All Be Over by Christmas, 1995), S. 307-315: Weihnachten verbringe er um jeden Preis bei der Familie, versprach der Soldat, bevor er in den Krieg zog – und er hält Wort.

- Copyright-Hinweise: S. 317/18

Liebe benötigt ein Druckventil

„Die Sitte, einander an Heiligabend Kamingeschichten zu erzählen, ist wie das Briefeschreiben und all die anderen häuslichen Künste des letzten Jahrhunderts im Aussterben begriffen. Unsere Geschichten lassen wir uns nun von Berufserzählern vortragen, und von der Druckerpresse werden diese Geschichten zu Tausenden verbreitet. Unsere Briefe geben wir in ein Diktier- oder Stenographiegerät, und wenn sie nicht schon verschwunden ist, dann verschwindet die persönliche Note jetzt aus unserem Leben. In einer Ära, in der man sich alle möglichen Maschinen ausdenkt, um Zeit und Arbeit zu sparen, haben wir für dergleichen keine Muße mehr. Wir sind von der Inganghaltung unserer Maschinen zu erschöpft, als dass wir solcherlei noch Aufmerksamkeit schenkten.“

Fügen wir zu den „Maschinen“ noch das Fernsehen oder das Internet hinzu – beides Phänomene, von denen der britische Autor E. Temple Thurston noch nichts wissen konnte, als er 1926 diese einleitenden Worte zu seiner Geschichte „Ganthonys Frau“ niederschrieb –, haben wir die Erklärung für den Niedergang einer einst populären Tradition: Ausgerechnet zu Weihnachten, wenn zumindest die christliche Welt in Besinnlichkeit und Harmonie förmlich erstickt, erzählten sich die Menschen einst Geistergeschichten. Gibt es einen besseren Zeitpunkt dafür? Tagsüber ist man an das Haus und vor allem an die Familie gefesselt; schon immer ein ausgezeichneter Grund, für aufgestaute Gefühle eben doch nicht immer freundlicher Natur ein Ventil und eine Ablenkung zu suchen, wie schon Hugh Seymour Walpole (1884-1941) vortrefflich in Worte zu fassen wusste.

Verdächtige Wurzeln eines hohen Festes

Hinzu kommt die obskure Herkunft von Weihnachten. Heute als hohes christliches Fest gefeiert, bleiben die Wurzeln nichtsdestotrotz ‚heidnisch‘. Wie es üblich war für das junge, sehr pragmatisch ausgerichtete Christentum, wurde alles, was in den Missionsgebieten an die ursprüngliche Religion der Bewohner erinnerte und sich nicht niederbrennen oder ausrotten ließ, ‚adaptiert‘. Man errichtete Kirchen auf den Fundamenten alter Weihestätten, Festtage ließ man im Namen nun christlicher Heiliger weiterhin begehen. Doch im gemütlichen Weihnachten steckt immer noch ein bisschen Wintersonnenwende mit weniger besinnlichen Riten und Glaubensvorstellungen, und hinter dem breiten Kreuz des Weihnachtsmanns verbergen sich die alten Götter und Geister, wie Roger Johnson seine Leser wissen lässt.

Ohne an dieser Stelle in literaturgeschichtliches Dozieren zu verfallen, sei immerhin erwähnt, dass es die beschriebenen Weihnachtsgeschichten auch hierzulande gegeben hat. Das besinnliche Grauen hat sich heute auf das besinnungslose Festtags-Fernsehen verlagert. Noch bedient zumindest der Buchhandel jene (angeblich) rar gewordenen Zeitgenossen, die zumindest an den Feiertagen ein Buch in die Hand nehmen möchten.

Autoren stillen schaurige Bedürfnisse

Nicht jedermann (und jeder Frau) war es gegeben, den Weihnachts-Grusel selbst zu erfinden. Das Bedürfnis, sie zu hören oder wenigstens zu lesen, war aber so groß, dass die Schriftsteller jener oben erwähnten Vergangenheit dankbar die Chance ergriffen, sich als stellvertretende Geschichtenerzähler ein hübsches Sümmchen zu verdienen. Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhunderts brachten die meisten Zeitschriften zu Weihnachten Sondernummern mit gruseligen und besinnlichen Erzählungen heraus, die nicht selten von den bedeutendsten Autoren ihrer Zeit verfasst wurden. Charles Dickens‘ „Christmas Carol“ vom herzlosen Geizhals Ebenezer Scrooge, dem in der Heiligen Nacht drei Geister sein verpfuschtes Leben vor Augen führen, ist das vielleicht berühmteste Beispiel und wohl selbst den Angehörigen der Fun-Generation noch ein Begriff. (Erwartungsgemäß diente sie zahlreichen Autorenkollegen als ‚Inspirationsquelle‘ – auch George Manville Fenn [1831-1909] gehört zu ihnen, doch er weiß die Vorlage mit gruseligem Witz höchst unterhaltsam zu variieren.)

Größer ist die Zahl der Erzähler, die heute vergessen sind, obwohl sich ihre Geschichten mit denen berühmter Schriftsteller oft messen können. Weil zumindest auf den britischen Inseln auch heute die Erinnerung an die Tradition des weihnachtlichen Gruselns überlebt hat und die Sehnsucht nach der Heimeligkeit einer gern verklärten, mit Gaslicht erleuchteten Vergangenheit stark ist, gibt es Männer wie Richard Dalby, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die literarischen Schätze aus der großen Zeit des klassischen Horrors zu heben und einem neuen Publikum zugänglich zu machen. Noch besser: Auch heute werden noch oder wieder weihnachtliche Spukgeschichten geschrieben. Sie ahmen die alte Muster nach, beschwören aber auch moderne Festtagsschrecken und sind keinesfalls weniger eindrucksvoll geraten!

Weihnachten mystisch bis Weihnachten mörderisch

Geistergeschichten zur Heiligen Nacht folgen mindestens grob jenen Traditionen und Klischees, die mit dem Weihnachtsfest in Verbindung gebracht werden, auch wenn die Verknüpfung manchmal nur Feigenblatt bleibt. Amelia Ann Blandford Edwards‘ (1831-1892) märchenhafte Seefahrt oder Richards Adams‘ Tauchgang konnten zu jedem Zeitpunkt stattfinden, und Stephen Gallagher (*1954) wollte nur einen Witz machen. Die Autoren hatten jedoch Weihnachts-Storys zugesagt und konstruierten flugs & flüchtig entsprechende Überleitungen. Die Wirkung dieser Geschichten schränkt dies freilich nicht ein. Die Konzentration auf das weihnachtliche Element stellt auch eine Beschränkung darstellt.

Andere Autoren nutzen die Chance, forcierte Festtags-Fröhlichkeit durch die Konfrontation mit dem Schrecken ad absurdum zu führen. Dies kann grimmig wie bei Jessica Amanda Salmonson (*1950) oder Jane Beeson, versöhnlich (und gerade deshalb überraschend) wie bei Joan Aiken (1924-2004) und Alan McMurray oder außerordentlich schwarzhumorig wie bei Jill Drower geschehen, wobei letzteres eine britische Spezialität zu sein scheint: Obwohl generell ernsthafter im Ton, lassen sich entsprechende Elemente auch bei Saki (= Hector Hugh Munro, 1870-1916) oder Terry Lamsley (*1941) entdecken.

Aus dem Rahmen fallen Nathaniel Hawthorne (1804-1864) und Ernest Temple Thurston (1879-1933). Sie verzichten auf das Wirken ‚richtiger‘ Gespenster, sondern beschäftigen sich mit den psychologischen Aspekten des Schreckens: Der Mensch schafft sich seine Heimsuchungen selbst. Dabei gehört Hawthorne zu den Pionieren dieser Sichtweise, was sich in einem eher didaktischen Stil niederschlägt, während Thurston ein Jahrhundert später diese Interpretation verinnerlicht hat und sie formal eleganter sowie eindringlicher verarbeiten kann.

Gruselfreunde, aufgepasst!

Für den Liebhaber der unheimlichen Literatur bietet „O du grausame Weihnachtszeit“ die Chance, die eigene Sammlung mit einem Juwel zu bereichern. Dies zu erkennen ist nicht leicht. wurde diese Kollektion doch verlagsseitig durch einen dümmlichen Titel sowie in bisher zwei Auflagen durch eher traurige als schaurige Titelbilder geradezu vorsätzlich dem Zielpublikum vorenthalten.

Dabei haben die von Richard Dalby einmal mehr kundig ausgewählten Autoren ihr Bestes gegeben. (Der einzige echte Flop ist das beliebige Garn des ob seiner „Scheibenwelt“-Bestseller berühmten Terry Prachett.) Unabhängig davon, ob der Geist der Weihnacht märchenhaft oder knochenbrechend beschworen wird: Er nimmt Gestalt an und beschert seinem Publikum manche angenehme Lesestunde!

Herausgeber

Richard Dalby (geb. 1949) hat sich bereits in jungen Jahren einen Namen als Herausgeber selten oder lange nicht mehr neu aufgelegter phantastischer Kurzgeschichten aus britischen Zeitungen und Magazinen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gemacht. In den 1980er und 90er Jahren erschienen diverse Kollektionen, in denen Dalby seine Entdeckungen präsentierte. Besonderes Gewicht legte er dabei auf gruselige Storys, die einst traditionell zur Weihnachtszeit erzählt und von zeitgenössischen Autoren speziell für diesen Anlass geschrieben wurden.

Sein immenses Fachwissen auf diesem Gebiet stellte Dalby u. a. in mehr als 200 Artikeln unter Beweis, die er zwischen 1984 und 2010 für „The Book and Magazine Collector“ – ein inzwischen eingestelltes Magazin für Sammler – verfasste. 1993 gründete Dalby mit David Tibet den Verlag „Ghost Story Press“, der bis 2003 in Kleinauflagen Story- und Gedichtbände viktorianischer Schriftsteller herausgab, die inzwischen zu begehrten Sammlerstücken geworden sind.

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Die Story-Sammlungen zu Weihnachten von Richard Dalby:

(1988) Geister zum Fest. Weihnachtliche Gruselgeschichten (Ghosts for Christmas)
(1989) Eiskalte Weihnachten. Geschichten von Mord und Totschlag (Chillers for Christmas)
(1990) Kein Friede auf Erden. Mordsmäßige Geschichten zur Weihnachtszeit (Mystery for Christmas)
(1991) Stille Zeit und schrille Morde. Die schönsten Weihnachtskrimis (Crime for Christmas)
(1995) O du grausame Weihnachtszeit. Schaurige Geschichten zum Fest (Shivers for Christmas)

Diese Bände sind im Knaur Verlag erschienen; sie wurden mehrfach neu aufgelegt und sind deshalb antiquarisch problemlos zu finden.

[md]

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Eiskalte Weihnachten

Erstellt von Michael Drewniok am 12. Dezember 2011

Richard Dalby (Hg.)
Eiskalte Weihnachten
Kleine Morde zum Fest der Liebe

(sfbentry)
Originaltitel: Chillers for Christmas (London : Michael O’Mara Books Ltd. 1989)
Übersetzung: Stefan Troßbach
Deutsche Erstausgabe: November 1993 (Knaur Verlag/TB Nr. 67025)
Titelbild: Nikolai Lutohin
496 Seiten
ISBN-13: 978-3-426-67025-5
Neuausgabe: 2008 (Knaur Verlag/TB Nr. 50240)
496 Seiten
ISBN-13: 978-3-426-50240-2

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Inhalt:

27 phantastische Geschichten, wie sie vor dem Siegeszug von Radio & Fernsehen gern an langweiligen Weihnachtsabenden erzählt wurden; zu klassischen Autoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gesellen sich moderne Zeitgenossen, die diese alte Tradition stimmungsvoll aufleben lassen:

- Richard Dalby: Vorwort, S. 9/10

- Rudyard Kipling: Morrowbie Jukes‘ Ritt zu den Toten (The Strange Ride of Morrowbie Jukes, 1885), S. 11-44: Ein britischer Offizier gerät in ein Lager indischer Verbannter, das er nie wieder verlassen soll.

- Frank Cowper: Heiligabend auf einem Geisterschiff (Christmas Eve on a Haunted Hulk, 1889), S. 45-75: Ein Jäger muss im Wrack eines gestrandeten Schiffes übernachten, doch dort ist er ab Mitternacht nicht mehr allein.

- Ernest R. Suffling: Die Phantomreiter (The Phantom Riders, 1896), S. 76-90: Ein Verbrechen aus Wut und Eifersucht muss von den längst toten Kontrahenten auf ewig wiederholt werden.

- Amelia B. Edwards: Das Wachschiff in der Aire (The Guard-Ship at the Aire, 1865), S. 91-111: In einer französischen Winternacht wird dem Reisenden eine perfide Todesfalle gestellt.

- [Anonym]*: Das Grauen: Eine wahre Geschichte (Horror: A True Tale, 1861), S. 112-141: Realer Horror ist stärker als jeder Spuk; hier zeichnet er eine junge Frau für den Rest ihres Lebens.

- G. A. Henty: Die geheimnisvolle Pfeife (A Pipe of Mystery, 1890), S. 142-163: Ein dankbarer Fakir ermöglicht zwei Briten den später lebensrettenden Blick in die Zukunft.

- George Manville Fenn: Nachtexpress (On the Down Line, 1867), S. 164-177: Das Erscheinen eines gespenstischen Doppelgängers signalisiert dem Lokomotivführer das nahe Lebensende.

- Arthur Conan Doyle: Ein aufregender Heiliger Abend oder Mein Vortrag über Dynamit (An Exciting Christmas Eve, 1883), S. 178-201: Ein weltfremder Wissenschaftler wird entführt und demonstriert seinen Kidnappern, wieso er als Experte für Sprengstoffe gilt.

- Guy Boothby: Gnadenlose Rache (Remorseless Vengeance, 1902), S. 202-213: Für sein grausames Ende möchte sich ein Gespenst höchstpersönlich rächen.

- Bernard Capes: Das Haus im Schnee (The Vanishing House, 1899), S. 214-221: In einer Winternacht spielen Straßenmusiker vor einem echten Höllenhaus auf.

- Dick Donovan: Der weiße Rabe (The White Raven, 1899), S. 222-238: Den geliebten Bräutigam sollte man keinesfalls im Spukzimmer eines alten Landsitzes unterbringen.

- F. Frankfort Moore: Die merkwürdige Geschichte des Klosters von Northavon (The Strange Story of Northavon Priory, 1904), S. 239-255: Zwar sind die bösen Mönche lange tot, aber was sie einst aus der Hölle lockten, liegt immer noch auf der Lauer.

- W. J. Wintle: Die schwarze Katze (The Black Cat, 1921), S. 256-268: Der Geist einer Katze geht um und wird immer größer, dreister & zudringlicher.

- John Collier: Weihnachten wieder hier (Back for Christmas, 1939), S. 269-277: Der perfekte Mord wird durch ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk des Opfers offenbart.

- „Sarban“: Eine Weihnachtsgeschichte (A Christmas Story, 1951), S. 278-301: In der sibirischen Taiga verirrt sich ein Reisender auf einen Mammut-Friedhof.

- L. P. Hartley: Die Sternsinger (The Waits, 1961), S. 302-311: Sie kommen nicht an seine Tür, um für sein Heil zu singen, sondern um ihn wegen seiner Sünden zu holen.

- Shamus Frazer: Florinda (Florinda, 1956), S. 312-324: Geistermädchen können schrecklich nachtragend sein, wenn sie abgewiesen werden.

- Ronald Chetwynd-Hayes: Der Galgenbaum (The Hanging Tree, 1979), S. 325-347: Der Geist des Selbstmörders sucht nach einer Seele, auf die er seine Verdammungsstrafe abwälzen kann.

- Alexander Welch: Die Grotte (The Grotto, 1988), S. 348-355: Ausgerechnet ein Kaufhaus-Weihnachtsmann wird von einem Geist um Erlösung gebeten.

- Eugene Johnson: Kurz vor Morgengrauen (Just Before Dawn, 1988), S. 356-364: Der Selbstmord eines verzweifelten Mannes führt dessen hinterlistigen Freund einfallsreich der gerechten Strafe zu.

- Peter Tremayne: Buggane (The Buggane, 1989), S. 365-385: Dass der eigentlich für ihren Tod Verantwortliche nicht mehr lebt und dessen Nachfahre unschuldig ist, hält diese Gespenster nicht von ihrer Rache ab.

- John Glasby: Ungebetene Gäste (The Uninvited), S. 386-407: Der Weihnachtsabend gehört der Familie – auch wenn diese lange tot und wütend darüber ist.

- A. J. Merak: Das schönste Geschenk (A Present for Christmas), S. 408-429: Unter gewissen grausigen Umständen wird ein Kopfschuss zur idealen Weihnachtsgabe.

- Simon MacCulloch: Der schwarze Plünderer (The Deliverer), S. 430-445: Was der abtrünnige Priester aus der Hölle heraufbeschwor, geht ausgerechnet am Heiligen Abend auf Beutefang.

- Roger Johnson: Unheilige Nacht (The Night Before Christmas), S. 446-474: Der Vorfahr war ein Wüstling, der von seinen perversen Vorlieben auch im Grab nicht ablässt.

- David G. Rowlands: Auf den Flügeln des Gesangs (On Wings of Song), S. 475-489: Aus einer Mücke wird hier kein Elefant, sondern ein Weihnachts-Grauen der besonders heimtückischen Art.

- Jessica Amanda Salmonson: Der Weihnachtsmann (The Santa), S. 490-494: Er kommt zwar pünktlich, bringt aber keine Geschenke, sondern Zerstörung und Tod.

- Copyrightvermerke: S. 495/96

*1989 war dem Herausgeber der Verfasser dieser Geschichte unbekannt. Inzwischen ist die Herkunft geklärt: Sie stammt vom viktorianischen Erzähler John Berwick Harwood.

Cover der Erstausgabe (Sammlung md)

„You better watch out, you better not cry / You better not pout / I’m telling you why: Santa Claus is coming to town.“

In seinem Vorwort erinnert Herausgeber Richard Dalby an die große Tradition der winterlichen oder besser: weihnachtlichen Geistergeschichte. Als die Zahl ablenkender Medien noch begrenzt war und die zum Fest zusammenkommenden Familienmitglieder sich mit sich selbst beschäftigen mussten, erzählten sie sich spannende und gruselige Geschichten, um auf diese Weise Langeweile, Streit & Schlimmeres zu verhindern.

Obwohl sie einen Zeitraum von etwa 150 Jahren abdecken, folgen die meisten dieser Erzählungen bestimmten Mustern. Weihnachten gilt seit jeher als „Fest der Liebe“, sodass schreckliche Strafen denen drohen, die es wagen, sich dieser Harmonie in die Quere zu stellen. Dabei wird Weihnachten zum perfekten Tag der gespenstischen Abrechnung, weil dies das fröhliche Treiben, das sonst mit dem Fest gleichgesetzt wird, konterkariert: Wieso sollten Leslie Poles Hartley (1896-1972) untote Sternsinger sonst mit ihrer Rache ausgerechnet auf die heilige Nacht warten? Den ungeschickten Jäger in Frank Cowpers (1840-1930) Erzählung hätte es nicht am Heiligen Abend auf das Geisterschiff verschlagen müssen, denn dort spukt es wahrscheinlich in jeder Nacht. Ähnlich ergeht es heimgesuchten Pechvögeln bei Dick Donovan (= Joyce Emmerson Preston Muddock, 1843-1934) oder William J. Wintle (1861-1934).

Rudyard Kipling (1865-1936), George Alfred Henty (1832-1902) oder Arthur Conan Doyle (1859-1930) verzichten auf das Element des weihnachtlichen Spukes bzw. ersetzen es durch ein absurdes und vor allem spannendes Garn, das Doyle zusätzlich humoristisch einfärbt.

Düstere Wurzeln mit entsprechenden Trieben

Von einem anderen Ansatz gehen Bernard Capes (1854-1918), Simon MacCulloch oder Jessica Amanda Salmonson (*1950) aus. Sie erinnern daran, dass Weihnachten zu jenen Kirchenfesten gehört, die im Zuge der Christianisierung älteren und ‚heidnischen‘ Feiertagen quasi übergestülpt wurden, um deren gesellschaftlich und religiös verankerte Bedeutung gleichzeitig zu übernehmen und zu verwischen. Die genannten Autoren machen deutlich, dass dieser Trick nicht zwangsläufig mit dem Erlöschen der übertünchten Riten einhergeht. Gleich mehrfach wird die noch recht moderne Gestalt des Weihnachtsmanns auf uralte und bitterböse Schreckensgestalten projiziert, weil diese in der Heiligen Nacht auftauchen. Das Erwachen ist beim Erkennen der Wahrheit doppelt furchtbar.

Capes geht literarisch noch einen Schritt weiter zurück. Er entfesselt keine diffusen Kreaturen mit ungeklärten Motiven, die über reine Zerstörungs- und Mordlust hinausgehen könnten. Im Geist der romantischen Spukgeschichte stützt er sich auf regionale Folklore und kollektive Ängste einer nicht ‚aufgeklärten‘ Vergangenheit. Seine Musikanten geraten an den Teufel, der noch höchstpersönlich auf weihnachtlich beschwingte und dadurch unvorsichtig gewordene Zeitgenossen lauert. George Manville Fenn (1831-1909) greift jenen alten Aberglauben auf, nach dem sich der Tod durch das Erscheinen eines geisterhaften Doppelgängers ankündigt. Ernest Richard Suffling (1855-1911) thematisiert einen weiteren Mythos, dem zufolge ein begangenes Verbrechen im Tod durch ewige Wiederholung gesühnt werden muss.

„Frohe Weihnachten und euch allen ein Wohlgefallen“

Gibt es eine schlimmere Drohung, die in diesem frommen Wunsch mitschwingt, der zu einer Verpflichtung geronnen ist? Niemals wurden mehr Morde oder Selbstmorde geschehen als zu Weihnachten, liest oder hört man oft. Der Zwang zu Harmonie & Seelenfrieden, die Muße zur Reflexion des eigenen Lebens artet in eine ganz eigene Form des Stresses aus, die sich gern und besonders gewalttätig entlädt. John Stephen Glasby (1928-2011) spielt dies zweimal durch. Unter seinem Geburtsnamen treibt er Weihnachten als Familien-Horror beinahe parodistisch auf die Spitze; dies jedoch eher unfreiwillig, da seine Story die subtile und elegante Bosheit seiner älteren Schriftsteller-Kollegen vermissen last. Dies gilt auch für Glasbys andere Erzählung, die hier unter seinem Pseudonym „A. J. Merak“ erscheint.

Gemeinsam ist in den hier gesammelten Geschichten der beinahe durchweg grimmige Unterton: Altes Unrecht wird gerächt, wobei die ursprüngliche Tat oft in keinem Verhältnis zur Strafe steht. Die so aktiven Geister legen eine sture Bosheit an den Tag (bzw. die Nacht): Peter Tremayne (= Peter Berresford Ellis, *1943) lässt seine in die Enge getriebene Figur sehr richtig anmerken, an dem in der Vergangenheit begangenen Unrecht unbeteiligt gewesen zu sein. Es nützt ihm überhaupt nichts, wie überhaupt die hier versammelten Phantome auf Blut aus sind. Dick Donovan, Frank Frankfort Moore (1855-1931) oder William J. Wintle zeigen uns weitere Spuk-Opfer, die keine Chance haben, weil sie mit einem Fluch, der auf sie wartet, nie rechneten bzw. ihn im festen Glauben an eine moderne, geisterfreie Gegenwart ignorierten.

Dass die Strafe wie bei Eugene Johnson (*1930) einen wirklichen Strolch trifft, ist die Ausnahme. Die Regel ist die völlige Verkehrung des Weihnachtsgedankens, der bei Shamus Frazer (= James Ian Arbuthnot Frazer, 1912-1966), Simon MacCulloch, David G. Rowlands (*1941) oder Jessica Amanda Salmonson kleinen Kindern und bei Roger Johnson und Ronald Chetwynd-Hayes (1919-2001) (recht ätherisch wirkenden) Frauen das Leben kostet. Nicht einmal den eigenen Bruder schont der Geist, den Guy Nevell Boothby (1867-1905) über seinen Mörder kommen lässt. Dabei war er sogar gewarnt, was bei diesen Phantomen ebenfalls die Ausnahme ist!

Allein steht Alexander Welch mit seiner Geschichte vom Geist da, der um Erlösung bittet. Bei näherer Betrachtung wirkt dessen Vorgehen freilich wie Nötigung und kann sich in Sachen Grauen problemlos mit den anderen versammelten Heimsuchungen messen.

Variationen festlichen Grauens

Die klassische Bösartigkeit des Gespenstes steht in der Tradition des Grusel-Großmeisters Montague Rhodes James (1862-1936), der selbst keineswegs an das Übernatürliche glaubte, sondern den Spaß an der Furcht favorisierte. Es ist dieser Grundton (s. o.), der in den liebevoll und detailfroh entfesselten Gräueln der weihnachtlichen Spukgeschichten mitschwingt: Sie sollen unterhalten, ihre Schrecken dürfen übertrieben werden und müssen politisch nicht korrekt sein. Spuk ist dabei übrigens kein Muss: John Collier (1901-1980) ersetzt in seiner auf den Schlussgag orientierten Geschichte geisterhaftes Tücken durch die Tücke des Objekts.

Nur wenige der hier versammelten Verfasser experimentieren mit dem ‚psychologischen‘ Schrecken, der allein im Menschenhirn beheimatet ist und ‚echte‘ Gespenster nicht benötigt. Amelia Ann Blandford Edwards (1831-1892) lässt einen beleidigten Patrioten zum eiskalten Mörder mutieren. John Berwick Harwood (1828-1886) klammert sogar den bösen Willen aus. Sein ‚Geist‘ ist an dem verbreiteten Schrecken unschuldig, krankhafter Wahnsinn ist seine Ursache und seine Folge.

Höchstens „Sarban“ (= John William Wall, 1910-1989) verlässt den Pfad der ‚richtigen‘ Spuk-Story. Er verwebt kunstvoll zwei vermeintlich gegensätzliche Geschichten. Die eine erzählt von einer bizarren aber realen Feier, mit denen Diplomaten fern der Heimat und voller Heimweh ‚ihr‘ Weihnachten aufleben lassen, die andere dreht sich um ein absurdes, womöglich nur geträumtes Erlebnis. Sarban geht es dabei weniger um Ereignisse als um Stimmungen, die er mit Weihnachten in Verbindung bringt.

Selbstverständlich entfalten diese Geschichten auch außerhalb der Festzeit ihre Wirkung. Kälte und winterliche Düsternis draußen sowie ein warmer Lektüre-Platz innen reichen völlig aus, um noch heute das ebenso unheimliche wie heimelige Gefühl zu erzeugen, das diese literarischen Geister wecken sollten.

Herausgeber

Richard Dalby (geb. 1949) hat sich bereits in jungen Jahren einen Namen als Herausgeber selten oder lange nicht mehr neu aufgelegter phantastischer Kurzgeschichten aus britischen Zeitungen und Magazinen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gemacht. In den 1980er und 90er Jahren erschienen diverse Kollektionen, in denen Dalby seine Entdeckungen präsentierte. Besonderes Gewicht legte er dabei auf Storys, die einst traditionell zur Weihnachtszeit erzählt und von zeitgenössischen Autoren speziell für diesen Anlass geschrieben wurden.

Sein immenses Fachwissen auf diesem Gebiet stellte Dalby u. a. in mehr als 200 Artikeln unter Beweis, die er zwischen 1984 und 2010 für „The Book and Magazine Collector“ – ein inzwischen eingestelltes Magazin für Sammler – verfasste. 1993 gründete Dalby mit David Tibet den Verlag „Ghost Story Press“, der bis 2003 in Kleinauflagen Story- und Gedichtbände viktorianischer Schriftsteller herausgab, die inzwischen zu begehrten Sammlerstücken geworden sind.

[md]

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de

Die Story-Sammlungen zu Weihnachten von Richard Dalby:

(1988) Geister zum Fest. Weihnachtliche Gruselgeschichten (Ghosts for Christmas)
(1989) Eiskalte Weihnachten. Geschichten von Mord und Totschlag (Chillers for Christmas)
(1990) Kein Friede auf Erden. Mordsmäßige Geschichten zur Weihnachtszeit (Mystery for Christmas)
(1991) Stille Zeit und schrille Morde. Die schönsten Weihnachtskrimis (Crime for Christmas)
(1995) O du grausame Weihnachtszeit. Schaurige Geschichten zum Fest (Shivers for Christmas)

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Der Kuss der Vampirin

Erstellt von Werner Karl am 6. Dezember 2011

Jeanne C. Stein
Der Kuss der Vampirin
Anna Strong 4

Legacy, USA, 2008
Knaur, München, dt. Erstausgabe: 08/2010
TB, Horror, Mystery-Thriller, Urban Fantasy, Romantic Mystery
ISBN 978-3-426-50683-7
Aus dem Amerikanischen von Katharina Volk
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München unter Verwendung
von Motiven von Corbis/Sie Productions, Corbis/Bruno Ehrs, Corbis/Morey Milbradt/Brand X

www.knaur.de
www.jeannestein.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Anna Strongs Leben wurde von heute auf morgen völlig umgekrempelt: Ein Vampir vergewaltigte sie und machte sie zu seinesgleichen. Als ihr Lebensgefährte hinter das Geheimnis kam, verließ er sie. Der Vampir, der als ihr Mentor auftrat, versuchte, sie für seine Zwecke zu missbrauchen und wurde von ihr getötet. Eine Organisation, die sich um die Belange der Vampire kümmert, möchte, dass Anna für sie arbeitet und Abtrünnige aufspürt, doch die junge Frau zweifelt an den Motiven dieser Gruppe. Obendrein muss sie sich vor Vampirjägern in Acht nehmen.

Damit nicht genug taucht eine attraktive Werwölfin, die behauptet, die Ehefrau von Dr. Grant Avery – Annas ehemaliger Mentor – zu sein, auf. Welche Ansprüche die Witwe auch haben mag, Anna ist nicht an dem Erbe interessiert, dass ihr von Rechts wegen zustünde, und ist bereit, Sandra alles zu überlassen. Allerdings scheinen das Haus und das Geld die Werwölfin nicht sonderlich zu interessieren. Was mag sie dann von Anna wollen, die sich, obwohl sie heterosexuell ist, zu ihrer neuen Bekannten hingezogen fühlt? Dieses Problem muss jedoch warten, denn Gloria, die Freundin von Annas Partner David, steht im Verdacht, ihren Teilhaber, mit dem sie ein Lokal eröffnet hat, ermordet zu haben, nachdem dieser sie mit ihrem One-Night-Stand zu erpressen versuchte.

Eigentlich ist Anna sehr froh, dass es zwischen Gloria und David aus ist, aber das Paar kann nicht die Finger voneinander lassen, so dass eine neuerliche Enttäuschung für David vorprogrammiert ist. Anna nimmt Gloria das Versprechen ab, dass sie David in Ruhe lassen wird, sobald der wahre Täter gefunden ist. Doch Gloria ist eine gute Schauspielerin und spielt ihr eigenes Spiel. Auch wenn man die vorherigen drei Bände – „Verführung der Nacht“, Lockruf des Blutes“, „Dunkle Küsse“ – nicht kennt, findet man problemlos in den in sich abgeschlossenen Roman „Der Kuss der Vampirin“ hinein. Das liegt teils an der kurzen Zusammenfassung des Wesentlichen zu Beginn des Buchs, aber teils auch an der sinnvollen Struktur, die Quereinsteiger willkommen heißt. Zwar erleben diese keinen Aha-Effekt, wann immer eine Figur aus den anderen Romanen einen kleinen Auftritt hat, doch schmälert dies das Lesevergnügen nicht im Geringsten.

Inzwischen hat sich die Titelheldin, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, damit abgefunden, eine Vampirin zu sein. Sie nutzt ihre neuen Gaben, um weiterhin ihrem Job als Kopfgeldjägerin nachzugehen, wobei sie es nun nicht mehr nur mit Versicherungsbetrügern sondern auch mit abtrünnigen Vampiren aufnimmt. Ihre Menschlichkeit und ihre Beziehungen zu menschlichen Freunden will sie jedoch nicht aufgeben. In Folge täuscht sie ihr Umfeld, und nur wenige kennen ihr Geheimnis. Diesmal muss sich Anna Strong zweier Probleme annehmen: Zum einen soll sie denjenigen aufspüren, der ihrer Intimfeindin Gloria einen Mord anzuhängen versucht, zum anderen gibt ihr die schöne Werwölfin Sandra Rätsel auf, und im wahrsten Sinne des Wortes taucht ein böser Geist aus der Vergangenheit auf, der sich an Anna rächen will.

In Folge gibt es keinerlei Leerlauf, die temporeiche Handlung kommt zügig voran und weiß spannend zu unterhalten. Romantische Verwicklungen treten dabei in den Hintergrund. Das macht den Titel auch für Fans von Horror und Mystery-Thrillern interessant, die sich nicht für Paranormal Romances erwärmen können. Aber auch die Freunde der Romantic Mystery werden ihr Vergnügen an der Lektüre haben, denn Romanzen hängen stets in der Luft – und wer weiß, was im nächsten Band in dieser Hinsicht passiert?

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de


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Magisches Tattoo

Erstellt von Werner Karl am 12. November 2011

Anthony Francis
Magisches Tattoo
Skindancer-Serie  Band 1

Frost Moon (2010)
Knaur Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-426-50976-0
Fantasy, Thriller
Erschienen 2011
Übersetzer Silvia Kinkel
Titelbild FinePic
Umfang 415 Seiten

www.dakotafrost.com
www.knaur.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Autorenporträt

Anthony G. Francis beweißt, dass Naturwissenschaften und eine überbordende Fantasie sich perfekt ergänzen. Er promovierte 2000 am Georgia Institute of Technology in Computerwissenschaften und erwarb einen Abschluss in Kognitiver Wissenschaft. Er wendete Prinzipien des menschlichen Gedächtnisses auf die Datenwiederherstellung bei Computern an und entwickelte Software für Suchmaschinen und Roboter. Er lebt mit seiner Frau in San Jose, Kalifornien.

Vorwort

Der vorliegende Band ist der erste innerhalb einer Triologie. Im englischen sind bereits die Folgebände Blood Rock und Liquid Fire angekündigt.

Zum Buch

Dakota Frost hat einen sehr speziellen Beruf gewählt: Sie ist Tätowiererin für magische Tattoos. Keiner kann ihr auf diesem Feld das Wasser reichen. Doch ihre Kunst ruft nicht nur Fans auf den Plan. Atlanta ist die Hochburg des Übernatürlichen und man findet wirklich alles und jeden: Sei es Werwolf, Vampir oder Magier. Dakotas Alltag wird etwas aufgerüttelt, als sie von einem Magier zum Duell gefordert wird, und ein Werwolf ein Tattoo mit einem “besonderen” Motiv gestochen haben möchte. Als dann auch noch ein Mörder sein Unwesen treibt, der die magischen Tattoos bei lebendigem Leib aus seinem Opfern herausschneidet, gerät Dakotas Leben endgültig aus den Fugen …

Fazit

Dieser Thriller entführt einen in eine Subkultur, die vielen Lesern fremd sein wird. Schnell findet man sich zwischen Tattoos, Lack und Leder und abweichenden Sexualpraktiken wieder. Man trifft Leute mit seltsam anmutenden Frisuren, Kleidern und einem noch seltsameren Verhalten. Alles wirkt düster und verrucht, dabei gleichzeitig unnahbar. Die Personenkonstellation war gut gewählt und die Geschichte an sich war schlüssig. Auch rasante Action und so manches Blutbad ließ dieser Thriller nicht vermissen. Dennoch wirkte das Ganze für mich eher wie eine Einführung in die Welt von Dakota Frost, bei der alles angerissen, aber nicht ganz ausgeführt wurde. Auch die Gefühle kamen für meinen persönlichen Geschmack zu kurz. Das Konzept mit den magischen Tattoos fand ich hingegen äußerst ansprechend und sehr interessant. Der Cliffhanger am Ende lässt mich nun auf einen zweiten Band hoffen, der mehr in die Tiefe geht und endlich alle Gefühle der Hauptprotagonistin ans Licht befördert.

Ein Thriller für jeden, der der Action den Vorzug vor den Gefühlen gibt.

Copyright © 2011 by Yvonne Rheinganz

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Herz aus Eis

Erstellt von Werner Karl am 5. November 2011

Eve Kenin
Herz aus Eis
Dark Future Band 1

Driven (2007)
Knaur Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-426-50924-1
Liebe & Romantik
Erschienen 2011
Übersetzer Christina Meyer
Titelbild Finepic
Umfang 336 Seiten

www.knaur.de
www.evekenin.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Autorenporträt

Eve Kenin ist das Pseudonym der amerikanischen Autorin Eve Silver, die vor allem für ihre historischen Mysteryromane bekannt ist. Als Eve Kenin schreibt sie nun actiongeladene Liebesgeschichten, die nicht mehr in der Vergangenheit, sondern in einer düsteren Zukunft spielen. Eve Silver hat einen Abschluss in Mikrobiologie und unterrichtet neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin Anatomie

Vorwort

“Herz aus Eis” ist der erste Band der Dark Future-Reihe. Band 2 wird im Februar 2012 unter dem Titel “Herz aus Feuer” erscheinen.

Zum Buch

Nach dem Tod ihres Vaters zieht die Truckerin Raina Bowen alleine durch zerstörte Landstriche, die mit Schnee und Eis bedeckt sind. Die Welt wie wir sie kennen, existiert nach einem nuklearen Krieg und verschiedenen Klimakatastrophen nicht mehr, sodass das Leben rau und grausam geworden ist. Raina hat nur ein Ziel: Sie möchte ihre Schwester Beth vor dieser grausamen Welt beschützen. Hierfür braucht sie Geld, aber zu diesen Zeiten sind Jobs knapp. Doch Raina ist auf der Flucht vor ihrem Erzfeind Bane und muss sich eigentlich versteckt halten. Ein Wettbewerb wird ausgerufen bei dem viel Geld zu holen ist. Dafür braucht Raina aber eine Genehmigung. Auf diesem Weg trifft sie auf Wizard, der keinerlei Emotionen zeigt. Doch dieser hat die Genehmigungen gestohlen. Als sie versucht ihn vor einer brutalen Bande zu retten nimmt das Schicksal seinen Lauf …

Fazit

Diese Geschichte führt einen in eine unwirkliche Welt aus Eis und Schnee. Die Hauptprotagonistin ist zwar etwas unterkühlt, wird aber von Seite zu Seite sympathischer und auch mit dem frostigen Wizard kann man sich schnell anfreunden. Etwas nervig hingegen fand ich die Angewohnheit von Raina dauerhaft zu fluchen, was aber vermutlich eine Truckereigenschaft darstellen soll. Man findet sich schnell in die Geschichte ein, da die Zukunft doch schon sehr realistisch dargestellt wurde und die Geschichte von wenigen handlungstragenden Personen beeinflusst wird. Besonders gut gefielen mir die vielen actiongeladenen Szenen, bei denen sich die Charaktere in Gefahr brachten und kühne Pläne schmiedeten. Dass es hinterher zwischen den Hauptcharakteren heiß her ging und ab und an die Fetzen flogen, tat der Sache keinen Abbruch.  Das Ende konnte mit einer Überraschung aufwarten, welches mich nun auf einen spannenden zweiten Teil hoffen lässt.

Ein Buch für Leute, die Liebesgeschichten mögen, die voller Action sind.

Copyright © 2011 by Yvonne Rheinganz

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Der Professor

Erstellt von Werner Karl am 1. November 2011

John Katzenbach
Der Professor

Droemer Verlag
ISBN 978-3-426-19824-7
Thriller
Originaltitel: What comes next
Erschienen am 28.10.2010
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: FinePic, München
Umfang: 560 Seiten, HC mit Schutzumschlag

www.droemer.de
www.john-katzenbach.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autor:

John Katzenbach, geboren 1950, war ursprünglich Gerichtsreporter für den “Miami Herald” und die “Miami News”. In den USA sind inzwischen zehn Kriminalromane von ihm erschienen, darunter die Bestseller “Das Opfer”, “Das Rätsel”, “Die Anstalt” und “Der Patient”. Zweimal war Katzenbach für den Edgar Award nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Amherst im Westen des US-Bundesstaates Massachusetts.

Zum Buch:

Adrian Thomas könnte seinen Ruhestand genießen, doch eine schleichende Krankheit ergreift von ihm Besitz: eine Form von schnell heran schreitender und aggressiver Demenz. Er erkennt, dass sein Verstand zunehmend schwindet und wird von Halluzinationen gequält, die ihm in Form seiner verstorbenen Frau und seines Sohns erscheinen. Es fällt ihm zunehmend schwerer, zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu unterscheiden.

In diesem Zustand wird er Zeuge einer Entführung ? oder spielt ihm sein Gehirn wieder nur einen Streich? Ein junges Mädchen wird jedoch tags darauf als vermisst gemeldet…

Der Professor fühlt sich indirekt durch seine Beobachtungen für das entführte Mädchen Jennifer verantwortlich und beginnt, nachdem er bei der Polizei nicht ernst genommen wird, mit eigenen Nachforschungen. Er vermutet immer mehr, dass er Jennifer auf kriminellen Seiten im Internet aufstöbern kann. In dieser Materie jedoch hilflos, bedient er sich eines verurteilten Straftäters, den er zwingt, ihm im Netz bei der Suche nach Jennifer zu helfen. Denn nur dieser hat die entsprechenden Verbindungen und das eigens angeeignete Wissen, das man hierzu benötigt, um auf einem ihm bisher unbekannten Terrain weiter zu suchen?       
 
Fazit:

Die Idee für diesen Psychothriller ist nicht schlecht, jedoch bin ich sehr gespalten, was die Umsetzung angeht. Die Geschichte wirkt aus Sicht des Professors doch etwas konstruiert. Die immer vorhandenen und Rat gebenden Halluzinationen helfen ihm bei seinem Handeln und bei der Suche nach der vermissten Jennifer weiter, diese sind mir jedoch zudem stellenweise zu langatmig und im Zusammenhang eher unglaubwürdig vorgekommen. Was bewegt einen Mann, sich so sehr in eine zufällig beobachtete Entführung hineinzusteigern? Und dann gerade im Internet weiter zu suchen?

Entgegen dessen ist das, was mit dem entführten Mädchen passiert leider schon zu sehr realistisch, der Originaltitel “What comes next” spiegelt schon sehr einen Teil der heutigen Gesellschaft von gelangweilten sensationslustigen Beobachtern wieder, die Geld für ihren eigenen Voyeurismus bezahlen und sich den Nervenkitzel in der anonymen Welt des World Wide Web holen.

Und damit die geldgierigen Macher anstiften, sich mit dem seelischem und körperlichem Missbrauch eines Menschen eine weitere lukrative Nische im Netz zu schaffen.
Ich denke, Katzenbach greift hiermit ein sehr aktuelles Thema auf, in dessen Ausweitung der Phantasie vermutlich keine Grenzen gesetzt werden. Einerseits sehr abstoßend, andererseits stimmt mich diese Quälerei in Echtzeit jedoch auch nachdenklich über die weitere Entwicklung, die das Internet ermöglicht. Und hier stellt sich mir auch genau die Frage: What comes next?

Stilistisch ? wie von Katzenbach gewohnt – gut und flüssig geschrieben macht das Buch ansatzweise zwar Längen wett, hilft aber nicht ganz darüber hinweg. Daher: Das Thema ist aktuell gut aufgegriffen, aber es gibt bessere oder auch spannendere Thriller von John Katzenbach. Trotzdem hat mich das Buch nachhaltig sehr berührt.  

Die Taschenbuchausgabe erscheint am 01.12.2011!

Copyright © 2011 by Sandra Stockem

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Der Augenjäger

Erstellt von Werner Karl am 30. Oktober 2011

Sebastian Fitzek
Der Augenjäger

Droemer Verlag
ISBN 978-3-426-19881-0
Psychothriller
Erschienen am 27.09.2011
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: FinePic, München
Umfang: 432 Seiten, HC mit Schutzumschlag

www.droemer.de
www.sebastianfitzek.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autor:

Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Gleich sein erster Psychothriller “Die Therapie” eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste, wurde als bestes Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und begeisterte Kritiker wie Leser gleichermaßen. Mit den darauf folgenden Bestsellern “Amokspiel”, “Das Kind”, “Der Seelenbrecher”, “Splitter” und “Der Augensammler” festigte er seinen Ruf als DER deutsche Star des Psychothrillers. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt. Als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans.

Zum Buch:

Das Spiel geht weiter! Auch in Fitzeks Folgeroman zum vorherigen Thriller “Der Augensammler” geht es wieder um die Hauptprotagonisten Alexander Zorbach und Alina Gregoriev, sowie um die weitere Suche nach Zorbachs Sohn Julian und dem Mörder seiner Familie. Der gesuchte “Augensammler” aus dem ersten Band befindet sich noch auf freiem Fuß, Zorbach verweilt traumatisiert und verletzt an einem von der Polizei geschützten Ort und Alina ist aufgrund der vergangenen Geschehnisse verängstigt und psychisch angeschlagen. Kommissar Stoya bittet Alina nun mit ihren seherischen Fähigkeiten jedoch um ihre Hilfe, da die Polizei im aktuellen Fall nicht alleine weiter kommt: Der Augenchirurg Zarin Suker ist ein genialer Arzt, doch leider auch ein Psychopath. Er sucht sich seine Opfer bewusst aus, weil sie in der Vergangenheit ihren eigenen Missbrauch verschwiegen haben und damit scheinbar schuld an der Qual weiteren Opfern sind. Daher geht er hin und entfernt ihnen die Augenlider, damit sie sich dauerhaft sichtbar ihrer Schuld stellen. Die Opfer begehen Selbstmord, die Polizei ist daher machtlos und kann nichts gegen Suker unternehmen. Aber Stoya bringt durch seine Bitte Alina wieder selbst in große Gefahr während Zorbach isoliert in seiner eigenen Welt lebt…

Fazit:

Subtil, spannend, unwirklich – dieser weitere Fitzek-Thriller hat mich wieder gefesselt, obwohl mir der erste Band doch in punkto Genialität ein klein wenig besser gefallen hat. Zum Verständnis empfehle ich unbedingt, den ersten Band vorab zu lesen, ansonsten wird man bei vielen Bemerkungen den Verweis auf die Vergangenheit nicht wirklich verstehen. Gekonnt mischt Sebastian Fitezek die Handlungsstränge, streut kleine Hinweise ein und verwandelt diese scheinbar in ein großes Chaos, unterstrichen mit einigen schon ekelhaften Ideen und Details. Zum Ende bemerkt man dann doch, dass alles einen Sinn hatte und die Verwirrungen lichten sich. Eine überraschende Wende gibt dem Schluss noch mal eine gewisse Würze. Ein Buch nach meinem Geschmack!

Der Psychothriller ist trotz kleiner Längen eine sehr gelungenen. Die Erzählformen (die erste Person “Ich“ als Zorbach, die restlichen Personen in der dritten Person) sind gut gewählt, alle Kapitel benennen vorab die Person, um die es geht. Sehr flüssig und im Stil ansprechend lässt sich diese Fortsetzung sehr gut lesen. Wie wird der nächste Band wohl hier anknüpfen können? Belustigt hat mich eine kleine “Zugabe” im Buch, die mir überraschenderweise auch erst im fortgeschrittenen Lesefieber auffällt…im wahrsten Sinne des Wortes! Tolles Cover, interessante Geschichte, psychotisch gestörte Mitspieler, gute Unterhaltung – ein typischer Fitzek!

Copyright © 2011 by Sandra Stockem
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
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