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neuauflage

David und Juna

Erstellt von Werner Karl am 17. März 2012

Thomas Thiemeyer
David und Juna
Das verbotene Eden 1

PAN/Knaur Verlag, München, 08/2011
HC mit Schutzumschlag
Endzeit-SF, Fantasy
ISBN 978-3-426-28360-8
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München in Zusammenarbeit mit
Thomas Thiemeyer (Karte) und unter Verwendung von Motiven von iSrockphoto LP (Paar) und FinePic (Hintergrund)
Autorenfoto von die arge lola, Kai Loges + Andreas Langen
Mit Shakespeare-Zitaten aus „W. Shakespeare: Dramatische Werke“, 9 Bd.,
Berlin: Unger 1797 – 1810, übersetzt von August Wilhelm Schlegel, ergänzt und erläutert von Ludwig Tieck

www.pan-verlag.de
www.thiemeyer.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Nachdem Pharmakonzerne ein Virus entwickelten, dessen Gegenmittel sie teuer verkaufen wollten, gerät die künstliche Seuche prompt außer Kontrolle. Das Virus mutiert und macht Männer und Frauen zu Todfeinden. Die Zivilisation versinkt in Krieg und Chaos. Jahrzehnte später scheinen die Überlebenden zu einer Einigung gekommen zu sein, um den Fortbestand ihrer Art zu sichern: Während die Männer die Reste der alten Technologie und die schwindenden Ressourcen kontrollieren, halten sich die Frauen an die Natur, betreiben Ackerbau und Viehzucht. In regelmäßigen Abständen müssen sie Tribut in Form von Lebensmitteln und empfängnisbereiten Frauen an die Männer zahlen, um den brüchigen Frieden zu wahren.

Doch wegen Ereignissen, die lange zurück liegen, will Marcus Capistranus, der Inquisitor, den totalen Krieg und erlaubt den Kriegern der Heiligen Lanze, die Verträge zu brechen. Die maskierten Männer überfallen die Dörfer, plündern, brandschatzen, vergewaltigen und morden. Als sich die Frauen wehren, denn auch unter ihnen gibt es viele, die Schreckliches durchmachen mussten und der Ansicht sind, dass man die Männer ausrotten und nur einige Sklaven für die Zeugung von Kindern übrig lassen sollte, scheint der Inquisitor sein Ziel erreicht zu haben.

Womit er nicht rechnete, ist das unverhoffte Verständnis füreinander und das Keimen von Gefühlen zwischen dem Mönch David und der Brigantin Juna. Als Juna feststellt, wie grausam die Hardliner unter den Frauen Gefangene behandeln, setzt sie ihre eigene Zukunft aufs Spiel, um den jungen Mann, der die erhofften Informationen nicht geben kann, zu retten. Kann es sein, dass die alten Geschichten wahr sind, die behaupten, dass Frauen und Männer früher zusammengelebt haben und dass das Virus seine Kraft verloren hat? Aber wer wird ihnen glauben? Und wie kann der furchtbare Krieg verhindert werden, bei dem der Inquisitor eine geheime Maschine einsetzen will, gegen die die Frauen nicht die geringste Chance haben?

Frauen gegen Männer – das Thema ist alles andere als neu in der SF. Man denke an Filme wie „Sumuru – Planet der Frauen“ oder TV-Serien wie „Die Mädchen aus dem Weltraum“, an Romane wie Lothar Streblows „Planet der bunten Damen“ u. v. m. Gern beschreiben die Autoren ein Endzeit-Szenario, in dem die Frauen die Herrschaft übernahmen – das Gegenteil von der realen Gegenwart, die von Männern dominiert wird -, ein scheinbar friedliches System etablierten, wäre da nicht ein negativer Aspekt, nämlich die Unterdrückung der ‚armen Männer‘. Natürlich wird im Laufe der Handlung festgestellt, ohne sie geht es nicht. Ein Mann und eine Frau verlieben sich ineinander und zetteln eine Revolution an, nach der die ursprünglichen Verhältnisse wieder hergestellt sind.

Nicht viel anderes passiert in „David und Juna“, dem ersten Teil der „Das verbotene Eden“-Serie. Der Leser wird in eine nicht allzu ferne Zukunft entführt, in der sich die Frauen einem esoterisch angehauchten Göttinnen-Kult zuwandten und auf die Stufe von eisenzeitlichen Ackerbauern und Vierzüchtern zurückgefallen sind (wobei nie thematisiert wird, wie es ihnen – ohne moderne Technik – möglich ist, architektonische Meisterleistungen zu vollbringen und nicht stumpf werdende Schwerter herzustellen, mit denen man sogar noch kämpfen kann, nachdem man Unmengen Gestrüpp aus dem Weg hackte).

Die militanten, vorgeblich christlich orientierten Männer, die ein mittelalterliches Niveau (Hexenverfolgung) zu halten versuchen, hausen in verfallenden Städten (Köln), haben sämtliche Überreste der alten Zivilisation gehortet, verfügen jedoch nicht über die Kenntnisse, die alten Anlagen und Maschinen dauerhaft funktionsfähig zu halten – und doch benutzen sie Autos und Motorräder, die wenigstens 60 Jahre alt sind (wer selber einen Oldtimer bzw. einen älteren Wagen besitzt, weiß, wie viel Pflege dieser braucht, dass es z. B. nach einem altersbedingten Getriebeschaden nicht mehr viel zu reparieren gibt, von der Elektronik ganz zu schweigen, und rust never sleeps …). Der Autor spielt, was das Setting betrifft, mit Motiven, wie sie von der breiten Masse erwartet werden.

Auch die Charaktere entsprechen gängigen Archetypen, die so agieren, wie man es sich wünscht:
Juna ist die aufrechte Kriegerin, die sich nicht länger ausbeuten lassen, sondern wehren will, nachdem die Übergriffe der Männer zunehmend schlimmer werden. Aber sie kann differenzieren und begreift, dass nicht alle Männer automatisch ‚böse‘ sind und Feinde sein müssen. Auch auf Seiten der Frauen passieren Dinge, die nicht richtig sind. In Konsequenz trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. David ist ihr männliches Gegenstück. Er wuchs behütet in einem Kloster auf, lernte lesen und schreiben, erfreut sich heimlich an ‚verbotenen Büchern‘ wie „Romeo und Julia“, aus dem regelmäßig zitiert wird und das praktisch den jungen Leuten hilft, einen ersten gemeinsamen Nenner zu finden. Leider muss David ‚jemand Besonderes‘ sein. Er wird zum Retter bzw. Erneuerer aufgebaut – etwas halbherzig, vielleicht weil der Autor dies auf Verlangen des Verlags einfügte? Der Protagonist erkennt gleichfalls, dass der Weg des Inquisitors falsch ist und Frauen keine verachtenswerten Hexen sind.

Juna und David ist klar, dass sie als Paar weder bei den Frauen noch bei den Männern Aufnahme finden werden und man ihnen misstrauen wird. Doch irgendwo im Westen gibt es die mysteriöse Zuflucht, in der angeblich beide Geschlechter zusammenleben. Bevor sie dorthin aufbrechen, wollen sie noch den totalen Krieg verhindern, zu zweit gegen zwei Armeen. Und hier trägt der Autor wirklich dick auf. Die beiden setzen natürlich die geheime Maschine des Inquisitors ein. Sie funktioniert, David kann sie bedienen, der simple Plan geht auf. Wie schön!

Zweifellos ist Thomas Thiemeyer ein unterhaltsamer Schmöker gelungen, dessen Lektüre vor allem jungen Genre-Fans Spaß machen wird, während das reifere Publikum wohl so manches Mal eine Braue hoch ziehen dürfte. Die Handlung verläuft einfach zu glatt, ist zu vorhersehbar, um Spannung aufkommen zu lassen. Die Hauptfiguren wirken ‚naiv-gut‘ und müssen nicht allzu viele Hürden nehmen. Ihre Gegenspieler sind ‚eindimensional böse‘, allen voran der Inquisitor, Davids Jugendfreund und die Ratsherrin, die Junas Mutter entmachten will. Die Romanze von David und Juna bleibt clean und geht über ein paar Küsschen nicht hinaus; auch auf die Beziehungen zwischen den Frauen bzw. zwischen den Männern wird nicht weiter eingegangen.

„David und Juna“ darf man Lesern zwischen 12 und 18 Jahre empfehlen, die noch nicht viel auf dem Gebiet der Endzeit-SF gelesen haben und gespannt sein werden, was auf die Protagonisten noch zukommen mag, wenn sie sich auf die Suche nach der Zuflucht begeben. Die Weichen für die Fortsetzung sind gestellt.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Rosendorn

Erstellt von Werner Karl am 15. März 2012

Jenna Black
Rosendorn

PAN Verlag
ISBN 978-3-426-28350-9
Roman
Originaltitel: Glimmerglass
Erschienen: 03.02.2012
Aus dem Amerikanischen von Christiane Meyer
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: FinePic®, München
Umfang: 400 Seiten, broschiert

www.pan-verlag.de
www.jennablack.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autorin:

Jenna Black studierte Anthropologie und Französisch an der Duke University in North Carolina. Sie arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bevor sie als Autorin erfolgreich wurde. “Rosendorn” ist ihr erster Jugendroman.

Zum Buch:

Dana ist es gehörig satt, ständig mit ihrer Mutter umzuziehen, neue Schulen zu besuchen und sich zudem noch für die peinlichen Auftritte aufgrund ihrer Alkoholsucht zu schämen. Daher interessiert sie sich zunehmend für Ihren Vater, den sie noch nie kennen gelernt hat. Ihr Vater ist Bürger von Avalon, einer Stadt, in welcher Feen und Menschen zusammen leben. Dana, selbst halb Fee und halb Mensch, sehnt sich danach, in einer geregelten besseren Welt zu leben. In einer Kurzschlussentscheidung packt sie daher ihre Sachen und macht sich auf den Weg nach Avalon. Ihr Vater besetzt jedoch als Fee in Avalon eine mächtige politische aber nicht unproblematische Position. Als Dana in Avalon einreist, wird sie relativ schnell von ihrer intriganten Tante abgefangen, eingesperrt und muss erfahren, dass ihr Vater zurzeit aus eben diesen politischen Gründen im Gefängnis festgehalten wird. Und zudem Dana muss erkennen, dass sie sich in ihrer Naivität wohl überschätzt hat und in Avalon erst einmal herausfinden muss, wer wirklich Freund und wer Feind ist. Und dass ihre Identität sie gerade im politischen Treiben in Avalon des Öfteren in Lebensgefahr bringt. Denn als so genannter Faeriewalker ist sie eine begehrte Person mit ungeahnten Fähigkeiten …

Fazit:

Dieses Buch ist der erste Band einer Trilogie, die bereits im Englischen erschienen ist. Die Idee für diese Geschichte um die junge Dana ist weitestgehend gut und interessant geschrieben. Sie wird aus Danas Sicht erzählt und beschreibt die Zwischenwelt und die Beziehungen von Feen und Menschen sehr phantasiereich. Außer den vielen Intrigen und dem politischen Wirren lernt Dana auch den attraktiven Feenjungen Ethan und dessen Schwester Kimber kennen, der sie in eine kleine Liebesromanze verwickelt. Daher ist auch in dieser Richtung für Unterhaltung gesorgt!

Leider habe ich persönlich  nach diesem Buch nicht ganz abschließend verstanden, welche großen Schwierigkeiten mit der Rolle als Faeriewalker verbunden sind, ebenso konnte ich Danas Vater nicht eindeutig in eine gute oder böse Position einordnen. Da dies aber kein abgeschlossener Band ist und die Geschichte noch fortgeführt werden soll, wird sich dies sicherlich noch weiter klären. Zudem fehlte mir an einigen Stellen der Spannungsausbau. Hier steckt eindeutig mehr Potential in der Geschichte. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, da es wohl eher junge Erwachsene anspricht, aber man findet nach einiger Zeit doch gut hinein.

Als Jugendbuch ist “Rosendorn” daher zu empfehlen, für an leichter Fantasy-Lektüre interessierte Erwachsene ebenso spannend und unterhaltsam! Sehr hervorzuheben ist das sehr schön gestaltete und auffällige Cover in den Farben rot und schwarz, mit den einzelnen fliegenden Rosenblättern, die sich aus einem wunderschönen roten Kleid lösen. Als Anmerkung: Ich hoffe, dass die Trilogie im Deutschen fortgesetzt wird, da der PAN-Verlag zukünftig gemäß Presse aufgelöst wird. Ansonsten wird man sich den Originalausgaben – wie schon erwähnt – widmen müssen (Band 2 – Shadowspell und Band 3 – Sirensong).

Copyright © 2012 by Sandra Stockem

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Sternenfeuer – Gefährliche Lügen

Erstellt von Werner Karl am 4. März 2012

Amy Kathleen Ryan
Sternenfeuer – Gefährliche Lügen

Sky Chasers 1: Glow (2011)
PAN Verlag
ISBN 978-3-426-28361-5
Kinder & Jugend, Science Fiction
Erschienen 2012
Übersetzer Momo Evers und Falk Behr
Titelbild ZERO Werbeagentur
Umfang 425 Seiten

www.pan-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Autorenporträt

Amy Kathleen Ryan wuchs in Jackson im amerikanischen Bundesstaat Wyoming auf. Sie studierte Anthropologie und Englische Literatur in Wyoming und Vermont, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte.

Zum Buch

Das junge Mädchen Waverly ist gerade zusammen mit ihrer Mutter auf einer Weltraummission, um einen neuen Planeten zu erschließen. Alles scheint für sie gut zu laufen, der Traumjob ist in Sicht und auch in der Liebe läuft es gut. Alle erwarten, dass sie bald ihren Freund Kieran ehelichen wird. Da sie sich auch auf einer Mission zur Neubesiedlung eines Planeten befinden, erwarten natürlich auch alle, dass sie bald Kinder bekommt. Doch Waverly geht das alles zu schnell, weder ist sie sich sicher ob sie Kieran wirklich will, noch ob sie schon bald zu Ehe und Kindern bereit ist. Als dann das Unerwartete passiert und alle Frauen des Raumschiffes entführt werden, muss Waverly ganz schnell erwachsen werden …

Fazit

Diese Geschichte ist ein fantastisches Weltraumabenteuer für Jung und Alt. Hier trifft man atemberaubende Aktion und viel Gefühl, alles gut verpackt in einer spannenden Story. Man trifft auf klassische Themen der Literatur, wie die Frage der Macht, der Religion und der gesellschaftlichen Wertvorstellungen, eingesponnen in ein gut erdachtes Endzeitszenario. Der Leser trifft auf lebendige Charaktere mit Ecken und Kanten. Schnell werden einem sogar die bösen Figuren sympathisch und in den guten findet man so manche Schattenseite. Wider Erwarten blieb eine schnulzige Liebesgeschichte rund um die Charaktere Kieran und Waverly aus, auch wenn die Geschichte der beiden das Grundgerüst des Romans bildet. Eine interessante Erzählperspektive, die zwischen den zwei Schiffen, den Geschlechtern und den unterschiedlichen Wertvorstellungen hin und her wechselte, rundete den Roman gekonnt ab und bescherte einem ein wirklich gelungenes Kopfkino.

Mein Buchtipp für alle Weltraumabenteurer oder die, die es noch werden wollen.

Copyright © 2012 by Yvonne Rheinganz

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Nacht

Erstellt von Werner Karl am 8. Februar 2012

Elena Melodia
Nacht
Das Land der verlorenen Seelen 1

(sfbentry)
Buio, Italien, 2009
PAN/Knaur Verlag, München, 10/2011
HC mit Schutzumschlag
Horror, Urban Fantasy
ISBN 978-3-426-28333-2
Aus dem Italienischen von Karin Diemerling
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München unter Verwendung eines Motivs von FinePic, München

www.pan-verlag.de

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Alma ist 17 Jahre alt, und ihr bisheriges Leben verlief wenig glücklich. Der Vater verlässt die Familie und kümmert sich nicht um die Tochter. Der Stiefvater, dem Alma einen Bruder, Evan, und eine Schwester, Lina, verdank, bringt sich um, und seither ist Lina stumm. Alma überlebt als Einzige einen Autounfall, bei dem ihre beiden Freundinnen sterben. Seither hat sie eine kleine Narbe, Kopfschmerzen und Albträume. Da sie hübsch und ‚cool‘ ist, wird sie von den meisten anderen Schülern bewundert. Zusammen mit Naomi, Selina und Agatha bildet sie ein Kleeblatt, das füreinander einsteht. Als Selina durch ein Nacktfoto kompromittiert wird, üben die vier Rache an dem Jungen, der es heimlich geschossen und verbreitet hat. Dabei zeigt Agatha eine Grausamkeit, die alle erschüttert. Obwohl Adam teuer zahlen muss, stürzt Selina in eine tiefe Krise.

Wenig später ist es Naomi, die in Schwierigkeiten gerät, weil sie sich mit einem Jungen und einer Clique einlässt, die ein furchtbares Geheimnis hütet und dem ahnungslosen Mädchen schlimme Dinge antut. Allein Alma und Morgan, ein mysteriöser Mitschüler, der mehr weiß, als er verrät, ist es zu verdanken, dass Naomi noch lebt. Auch Agatha, die nach dem Tod ihrer Eltern bei einer schwer kranken Tante lebt, versucht Alma zu helfen. Doch Agatha zieht sich immer mehr zurück, wird aggressiver – und weshalb verbringt sie so viel Zeit mit dem Chemie-Lehrer? Alma bricht in das Haus von Agathas Tante ein und entdeckt Schreckliches. Und auch Alma selbst bleibt nicht von Ereignissen verschont, die sie ängstigen. Wieso träumt sie von grässlichen Morden und schreibt diese Visionen im Schlaf in einem Heft nieder? Wer sind die seltsamen Männer, die sie verfolgen? Was will Morgan ihr nicht verraten? Kann sie ihm wirklich vertrauen, oder stellt auch er eine Gefahr für sie dar? Und welche Rolle spielt der antiquiert wirkende Schreibwarenladen, in dem Alma das Heft und den Füller erstand?

„Nacht“ ist der Auftaktband einer erfolgreichen phantastischen Serie aus Italien – so wird für das Buch geworben. Leider findet man wenige Informationen über die Autorin und ihr Werk. Elena Melodia wurde in Verona geboren, wo sie auch heute noch lebt, und arbeitete für einen Jugendbuchverlag, bevor sie selbst zu schreiben anfing. Ihr Debut-Roman beginnt sehr geheimnisvoll. Man lernt zunächst die Hauptfiguren und ihre wichtigsten Bezugspersonen kennen, erfährt von merkwürdigen Vorkommnissen in der Vergangenheit und Gegenwart bzw. von Tragödien und ist sogleich mitten drin in einer komplexen Handlung. Im ersten Moment wirkt Alma kühl, unnahbar, arrogant und nicht wirklich sympathisch. Auch Leserinnen zwischen 15 und 18 Jahre, denen sie als Identifikationsfigur angeboten wird, dürften etwas irritiert sein, da Alma nicht der übliche schräge Außenseiter ist, sondern jemand, der selbstbewusst Beachtung entgegennimmt und keine Hemmungen hat, Ärger zu machen, beispielsweise die Strafaktion gegen Adam und die Mutproben, denen sich Schüler unterziehen müssen, die mit ihr befreundet sein wollen (ohne dass jene Namen erhalten, in die Handlung einbezogen werden und tatsächlich zu Freunden werden).

Als die Probleme eskalieren, beginnt Alma, sich zu verändern. Ihre Fassade bröckelt, sie wird emotionaler und sorgt sich um die Menschen, die ihr nahe stehen. Sie hat Angst, verliert ihre Überheblichkeit und ist auf die Hilfe anderer angewiesen, als sie selber in den Fokus Unbekannter rückt. Trotzdem bringt sie Steine ins Rollen und hat dabei viel Glück, z. B. als sie zu ermitteln beginnt und dabei das Wissen eines Polizisten und eines Journalisten nutzt und als sie in Agathas Haus eindringt. Almas Familie dient in erster Linie als Kulisse, ihre Freundinnen als Opfer und Morgan als ihr geheimnisvoller love interest, der mit jeder Antwort wenigstens drei neue Fragen aufwirft. Die Romanze bleibt harmlos und nimmt keinen großen Raum ein, teils weil Alma nicht recht weiß, was sie von Morgan halten soll, teils weil auch das Verhältnis der beiden wichtig für die Story ist und aus diesem Grund nicht zu schnell vorangetrieben wird. Darüber hinaus gibt es nur wenige weitere Figuren.

Zusammen mit Alma entdeckt der Leser viele Geheimnisse, die zum Spekulieren einladen. Vermutlich gibt es Zusammenhänge, die erst später deutlich werden. Die vagen Hinweise sind erst der Anfang und wecken die Neugier, so dass man gespannt auf die Fortsetzung wartet. Das Buch endet offen – und das ist unbefriedigend. Elena Melodia schreibt flüssig und zieht den Leser schnell in die Handlung hinein. Anfangs übertreibt sie es noch etwas mit den kryptischen, gewollt mysteriösen Formulierungen, doch je weiter die Autorin kommt, umso sicherer wird sie, die Handlung entwickelt sich kontinuierlich und ist schließlich auf solche Hilfen nicht mehr angewiesen.

Mystery-Freunde, die auf Vampire und Werwölfe verzichten können, werden fasziniert von diesem etwas anderen Thema sein. Man merkt, dass Elena Melodia von ihrer Arbeit geprägt wurde, denn eigentlich ist „Nacht“ ein Jugendbuch – oder für young adults, was die Zielgruppe besser beschreibt. Auch das reifere Publikum wird gut unterhalten, sofern es sich auf die jungen Protagonisten einlassen kann. Schätzt man Serien wie „House of Night“, „Evermore“, „Evernight“ oder „Vampire Academy, wird man auch an “Nacht” und den Folgebänden, die hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen, viel Freude haben.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Die Insel der besonderen Kinder

Erstellt von Werner Karl am 29. Januar 2012

Ransom Ruggs
Die Insel der besonderen Kinder

Originaltitel: Miss Peregrine´s Home for Peculiar Children (2011)
München: Droemersche Verlagsanstalt 2011
PAN-Verlag Hardcover
ISBN 978-3-426-28368-4
Aus dem Amerikanischen von Silvia Kinkel
416 Seiten

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Schon als Kind bekam Jacob Portmann von seinem Großvater seltsame Geschichten erzählt über eine Art Waisenhaus auf einer einsamen Insel in Wales, wo nur Kinder und Jugendliche mit besonderen, magisch wirkenden Fähigkeiten beherbergt worden sein sollen. Zum Beweis hatte der Großvater dem kleinen Jakob wundersame Bilder gezeigt, auf denen z. B. ein schwebendes Mädchen oder ein scheinbar unsichtbarer Junge in sichtbarer Kleidung abgebildet waren. Als Jakob jedoch älter wurde, hatte er geglaubt, die Bilder als Fälschungen und Trickaufnahmen entlarven zu können, der Großvater, der als Kind vor den Nazis aus Polen erst nach Wales und dann in die USA hatte flüchten müssen, hatte sich immer mehr zurück gezogen und seine merkwürdigen Geschichten nicht länger erzählt.

Als Jakob 16 Jahre alt ist, findet er seinen Opa in einem Waldstück nahe des Hauses des alten Mannes, übel zugerichtet und sieht ein unheimliches Wesen, welches vom Tatort flieht. Der geschockte Jugendliche muß daraufhin erst einmal einen Psychiater aufsuchen, obwohl man ihm erklärt, dass wilde Hunde den Großvater angeblich zerfleischt hätten. Doch das erschreckende Wesen und die letzten Worte seines Opas lassen Jacob an dieser Darstellung zweifeln. Auch die mysteriösen Photographien im Besitz des alten Mannes gewinnen für Jacob wieder neue Bedeutung, vor allem die Frage ob sie wirklich Fälschungen sind.

Auf Anraten des Psychiaters reisen Jakob und sein Vater dann auch noch nach Wales, um dort die einsame Insel zu besuchen, auf der Miss Peregrines Haus stehen soll, so der Name der Frau, die dereinst die Kinder während des 2. Weltkriegs aufgenommen hatte. Jacob erfährt jedoch, dass das Haus bei einem Bombenangriff der Deutschen am 3. September 1940 teilweise zerstört und scheinbar alle Einwohner, außer Jacobs Großvater, getötet worden sind. In dem stark beschädigten Gebäude findet Jacob dann weitere Bilder von den damaligen Bewohnern und er stößt auf ein unglaubliches Geheimnis, denn die Kinder und Miss Peregrine (das englische Wort für Habicht) sind längst nicht so tot, wie der Jugendliche glaubt…

Ransom Riggs erzählt in seinem Erstling mit feiner Hand eine packende, wirklich unheimliche Geschichte, die durch Kreativität und Erzählfreude besticht. Unterstützt wird das Leseerlebnis durch die verwunderlichen Bilder, die der Autor im Buch präsentiert, welche die Geschichte fabelhaft illustrieren. Auch die Abgeschiedenheit und Einsamkeit der kleinen walisischen Insel beschreibt der Autor meisterhaft, wie überhaupt die ganze Atmosphäre des vorliegenden Buchs grandios gestaltet ist. Die interessanten Charaktere und die spannende Handlung leisten haben ebenfalls großen Anteil an der Faszination, die der Roman ausstrahlt. Großes Manko der Geschichte ist allerdings, dass leider auch Riggs einen großen, bösen Antagonisten braucht, um seine Erzählung weiter auszugestalten, was sehr schade ist, wird doch das Gut/Böse-Klischee hier wieder arg strapaziert und hatten doch die brillanten Einfälle des Autors Hoffnung gemacht, dies wäre nicht notwendig.

Insgesamt ist aber die hier erzählte Mär derart fabelhaft gelungen, dass man schon gespannt auf die Fortsetzung sein muss, denn leider endet das Buch mitten in der Geschichte, der Kampf gegen die “Verschwörer” beginnt damit erst so richtig. Aber egal, wenn Riggs sein hohes Niveau auch nur einigermaßen halten kann, dann darf man sich auf packende, und manchmal wahrlich überraschende Geschichten freuen, denn wie der Autor Altbekanntes hier neu verquirlt, ist wahrlich sensationell.

Copyright © 2011 by Gunther Barnewald

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Meridian – Flüsternde Seelen

Erstellt von Werner Karl am 7. Januar 2012

Amber Kizer
Meridian – Flüsternde Seelen
Meridian 02

Originaltitel: Meridian – Wildcat Fireflies
PAN Verlag
ISBN 978-3-426-28365-3
Fantasy
Erschienen: Dezember 2011
Aus dem Amerikanischen von Karin Dufner
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Gettyimages / 101dalmatians; FinePic, München
Flexcover, 432 Seiten

www.pan-verlag.de
www.amberkizer.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Amber Kizer liebt saure Süßigkeiten, laute Popmusik und den Geruch von Lilien. Außerdem backt sie für ihr Leben gerne und lebt auf Whidbey Island, einer Insel, die leider nicht in der Südsee liegt, sondern vor der Küste des US-Bundesstaats Washington.

Zum Buch:

Nach dem Tod ihrer Großtante sind Meridian und Tens auf der Flucht. Meridian weiß, dass es noch weitere Fenestrae geben muss, Wesen wie sie selbst, die Sterbenden den Übergang vom Leben in den Tod erleichtern.

Juliet lebt am Rande einer Kleinstadt im Dunklebarger-Sanatorium, einer Reha Klinik, in der alte Menschen ihre letzten Tage verbringen. Juliet selbst steht kurz vor ihrem 16. Geburtstag. Sie lebt schon lange in diesem Sanatorium, genau wie viele andere Kinder und Jugendliche und ist für die Versorgung der alten Menschen und kleineren Kinder verantwortlich. Die Heimleiterin übt ein strenges Regiment um nicht zu sagen sie quält die Kinder. Essen wird rationiert, es gibt Schläge, Arbeit ohne Ende und kaum eine Freude im Leben der Kinder. In Juliets Nähe sterben häufig Tiere und oft hat sie auch Schmerzen, wenn die älteren Menschen im Sanatorium sterben. Vor ihrem 16. Geburtstag fürchtet sich Juliet, denn mit 16 Jahren müssen die Kinder das Haus verlassen und Juliet weiß weder wohin sie dann gehen soll noch was sie dann erwartet.

„Meridian – Flüsternde Seelen“ wird abwechselnd aus der Perspektive von Meridian und Juliet erzählt.

Während Meridian und Tens mit ihrem wolfsartigen Hund Custos bei der liebevollen Joi unterkommen, bei dieser auch Arbeit bekommen und in der kleinen Stadt mit dem Glasbläser Rumi Freundschaft schließen, dessen Glaskugeln zu leuchten beginnen, wenn Meridian in der Nähe ist, wird Juliets Leben immer mehr geprägt von Furcht und Zukunftsängsten. Die schönsten Stunden zwischendurch sind für sie die Momente in denen die Heimleiterin fort ist und sie für die Kinder die Rezepte, die ihr sonderbarer Weise irgendwie in den Sinn kommen, kochen kann.

Dieser zweite Band der Reihe schließt nahtlos an den Vorgängerband an und gibt dem Leser kaum Zeit sich wieder einzufinden. Hier ist es unentbehrlich bereits den ersten Teil der Reihe zu kennen, da man sich sonst wohl nicht zu Recht finden wird.

Neben den Guten, den Fenestrae und ihren Freuden, spielen natürlich auch diesmal wieder die Bösen, die Aternocti, eine entscheidende Rolle. Langsam aber stetig steuert die Autorin in ihren wechselnden Handlungssträngen auf ein spannendes Ende zu. Der Leser wird es zum Schluss kaum mehr erwarten können, denn die Guten müssen einander finden und das Böse besiegen. Aber ob das gelingen kann?

In jedem Fall wird diese Reihe fortgesetzt und man darf gespannt sein, was sich Amber Kizer noch so einfallen lassen wird. Wie viele Fenestrae werden uns zukünftig noch begegnen? Wird es zu einem großen Kampf zwischen Gut und Böse kommen?

Der Übergang vom Leben in den Tod ist für viele Menschen ein großes Rätsel. Die Idee die Welt durch ein Fenster zu verlassen und auf der anderen Seite auf die schönsten Dinge und Erlebnisse sowie die liebsten Menschen seines eigenen Lebens zu treffen ist einfach toll.

Copyright © 2012 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Meridian – Dunkle Umarmung

Erstellt von Werner Karl am 2. Januar 2012

Amber Kizer
Meridian – Dunkle Umarmung
Meridian 01

Originaltitel: Meridian
PAN Verlag
ISBN 978-3-426-28301-1
Fantasy
Deutsche Erstausgabe Oktober 2009
Aus dem Englischen von Karin Dufner
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Gettyimages / esthAlto /
Matthieu Spohn +  FinePic, München
Flexcover, 352 Seiten

www.pan-verlag.de
www.amberkizer.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Amber Kizer liebt saure Süßigkeiten, laute Popmusik und den Geruch von Lilien. Außerdem backt sie für ihr Leben gerne und lebt auf Whidbey Island, einer Insel, die leider nicht in der Südsee liegt, sondern vor der Küste des US-Bundesstaats Washington.

Zum Buch:

Meridian ist eine Einzelgängerin. Seit ihrer Geburt wird sie regelmäßig mit dem Tod konfrontiert. Jeden Morgen wenn sie erwacht liegen in ihrer Nähe tote Tiere. Waren es als Baby noch Ameisen, so werden die Tiere mit zunehmendem Alter Meridians immer größer.

An ihrem 16. Geburtstag geschieht etwas, das ihr ganzes Leben verändern soll. Auf dem Nachhauseweg von der Schule wird die junge Frau Zeugin eines Unfalls. Mitschüler von ihr werden von einem Geländewagen angefahren, ein Mädchen aus dem Bio Kurs von Meridian stirbt. In diesem Moment empfindet Meridian schreckliche Schmerzen, wird ohnmächtig. Kurz darauf beschließen ihre Eltern sie fortzubringen wegen einer Gefahr, die zu groß für Meridian sei. Meridian selbst versteht nicht was das soll. Die Eltern schicken sie zu ihrer Großtante Merry nach Revelation, einer Frau, die sie gar nicht kennt, die ihr nur jedes Jahr zum Geburtstag eine Steppdecke geschickt hat.

Bereits auf der Hinreise sieht sich Meridian sonderbaren Ereignissen ausgesetzt. Sie fühlt Blicke auf sich ruhen und lernt Menschen kennen, die ihr auch noch später über den Weg laufen werden. Auf dem Weg zu ihrer Großtante erfährt sie durch einen Brief ihrer Mutter, dass sie etwas ganz besonderes ist, eine Fenestra, ein Wesen, das den Sterbenden ein Fenster ins Jenseits öffnet und ihnen den Übergang erleichtert. Nach ihrer Ankunft erzählt ihre 106 Jahre alte Großtante ihr, dass auch sie selbst eine Fenestra ist. Sie beide gehören zu den Guten. Merry will Meridian alles beibringen was diese braucht um das Leben als Fenestra zu meistern, aber die Zeit drängt. Außerdem gibt es Probleme, da derzeit immer mehr das Böse die Oberhand gewinnt. Auch in Revelation hat sich etwas verändert. Ein merkwürdiger Reverend mit dem Namen Perimo gewinnt mehr und mehr an Einfluss und hetzt die Einwohner gegen Tante Merry und den bei ihr lebenden jungen Tens auf.

Mit dem Thema Fenestra/Fenestrae gelingt es Amber Kizer hier eine außergewöhnliche Geschichte ins Leben zu rufen, die noch fortgesetzt wird. Die allgemeine Stimmung ist düster und unbehaglich, aber immer schwebt über allem ein Hoffnungsschimmer. Diesen verbreitet in erster Linie die junge Protagonistin Meridian, die sich mehr und mehr in ihre Rolle einfügt und mit Tens einen Partner an ihrer Seite hat, der sie versteht. Bislang weiß man noch viel zu wenig von den wirklich guten und bösen Welten, die hier um die Seelen der Verstorbenen kämpfen. Ich hoffe mit der Fortsetzung der Geschichte noch mehr und detaillierter in deren Welten eintauchen zu können.

Eine gefühlvolle Fantasygeschichte, die den Leser bereits ganz zu Beginn packt und nach einigen ruhigeren Szenen zwischendurch am Ende nochmals richtig Fahrt aufnimmt.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Alterra – Der Krieg der Kinder

Erstellt von Werner Karl am 30. Dezember 2011

Maxime Chattam
Alterra – Der Krieg der Kinder
Band 3

Originaltitel: Autre Monde. Le coeur de la terre
PAN Verlag
ISBN 978-3-426-28307-3
Fantasy / Kinder & Jugend
Deutsche Erstausgabe September 2011
Aus dem Französischen von Maximilian Stadler und Nadine Püschel
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur München
Umschlagabbildung: FinePic©, München
Hardcover mit Schutzumschlag, 432 Seiten
Altersempfehlung: ab 12 Jahre

www.pan-verlag.de
www.maximechattam.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Maxime Chattam wurde 1976 in Montigny-lès-Cormeilles geboren. Er studierte Literaturwissenschaft in Paris, war anschließend als Buchhändler tätig und begann nebenher zu schreiben. Seine Romane stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Mit “Alterra – Die Gemeinschaft der Drei”  und „Alterra – Das Reich der Königin“ eroberte Maxime Chattam sich auch in Deutschland eine große Fangemeinde.

Zum Buch:

Mit Alterra – Der Krieg der Kinder erscheint der letzte Band der Alterra Trilogie. Schnell ist der Leser wieder mitten drin im Geschehen. Nachdem Tobias vom Torvaderon mehr oder weniger verschlungen wurde, ist die Gemeinschaft der Drei nicht mehr vollständig. Matt und Ambre versuchen in Eden, der Hauptstadt der Pans (Kinder), die Bewohner von der Tatsache zu überzeugen, dass ein Kampf gegen die Zyniks (Erwachsene) unvermeidbar ist. Deren Königin Malronce ist nach wie vor auf der Suche nach der Karte, die ein Pan auf der Haut trägt. Dabei handelt es sich ja offensichtlich um Ambre und diese schwebt somit in Gefahr.

In Eden lehrt Ambre die Pans ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten, die Alterationen, besser zu kontrollieren. Nur so scheint es überhaupt eine Chance im Krieg gegen die Erwachsenen zu geben, aber die Zeit drängt, denn die Zyniks und die Mampfer sammeln sich bereits.

Neben dem Krieg, der natürlich den Abschluss dieser Trilogie prägt, geht es hier auch um den Torvaderon und damit die Zeit, die Tobias in dessen Innerem verbringt. Er kommt dem Torvaderon näher, lernt etwas über dessen Verbindung und kann ihm schließlich mit Hilfe seiner Freunde entkommen. Allerdings ist von da an auch klar, welche Verbindung der Torvaderon überhaupt zur Gemeinschaft der Drei hat und weshalb sowohl dieser als auch die Königin so ein großes Interesse an den Dreien zu haben scheinen.

Alterra ist eine fantastische Trilogie, die man eigentlich nur in der vorgegebenen Reihenfolge lesen sollte.

Der letzte Teil greift noch einmal auf vieles aus den vorangegangenen Büchern zurück, erläutert es aber nicht mehr. Es wird hier auf das Wissen aus den Vorgängerbänden aufgebaut.

Das Cover passt perfekt zu den Vorgängerbänden. Ein echter Hingucker im Buchregal. Auffällig ist, dass der letzte Band in schwarz/grün gehalten ist. Nachdem die Welt sich so vollkommen verändert hat und die Natur die Macht an sich gerissen zu haben scheint, gibt es nun vielleicht noch einmal eine neue Chance für die Menschen. Die Hoffnung stirbt eben zuletzt und wie sagt man doch so schön: Grün ist die Hoffnung.

Maxime Chattam sendet mit seiner Alterra-Trilogie eine Warnung an die Menschheit aus. Mit der Erde und ihren Ressourcen sollte der Mensch vorsichtig umgehen. Wer weiß was sonst geschehen könnte!

Copyright © 2011 by Iris Gasper

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Die Insel der besonderen Kinder

Erstellt von Werner Karl am 11. November 2011

Ransom Riggs
Die Insel der besonderen Kinder
Band 1

Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children (2011)
PAN-Verlag
ISBN 978-3-426-28368-4
Horror, Kinder & Jugend, Phantastik
Erschienen 2011
Übersetzer Silvia Kinkel
Titelbild Yefim Tovbis
Fotos Ransom Riggs, Robert Jackson u.a.
Umfang 416 Seiten

www.ransomriggs.com
www.pan-verlag.de

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Autorenporträt

Ransom Riggs wuchs in einem kleinen Fischerdorf im südlichen Florida auf, einer Region, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Musikbands zu spielen und mit seinen Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs dreht heute Werbefilme für Firmen wie Absolut Vodka und Nissan und arbeitet als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf. (Quelle: PAN)

Vorwort

Laut Autor ist der Titel “Die Insel der besonderen Kinder” der erste Band einer Reihe. Der zweite Band ist zur Zeit in Vorbereitung.

Zum Buch

Jacob ist ein 16 jähriger Teenager und soll Erbe eines großen Konzerns werden. Sein Großvater erzählt ihm schon seit seiner Kindheit Schauergeschichten. Doch nun ist Jacob erwachsen und glaubt nicht mehr an die Geschichten seines Großvaters. Dieser besteht aber darauf, dass er damals in einem Heim für Kinder mit besonderen Fähigkeiten gewesen sei. Jacobs Großvater wird immer absonderlich und behauptet schließlich die Monster wären hinter ihm her. Er glaubt seinem Großvater nicht, bis dieser auf mysteriöse Art und Weise stirbt und Jacob auf eine Reise schickt, die sein Leben für immer verändern wird …

Fazit

Die Geschichte konnte mich von Anfang an faszinieren. Die Erzählung aus der Ich-Perspektive machte jede Situation real und zog den Leser sofort in ihren Bann. Es erwartet einen ein Gesamtkunstwerk, welches sich in besonderer Weise aus Zeichnungen, alten Schwarz-Weiß-Fotografien und der schaurigen Geschichte rund um die Welt der besonderen Kinder zusammensetzt. Schon nach den ersten Seiten jagte mir das Buch Schauer über den Rücken und verursachte mir dauerhaft eine wahre Gänsehaut. Genial war, dass die Geschichte auf grandiose Weise zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1940 zu Zeiten eines Luftangriffs hin und her sprang. Dass als Handlungsort eine kleine Insel im vernebelten Vereinigten Königreich gewählt wurde, machte die Geschichte besonders atmosphärisch.

Auch die Konstellation der Welt zwischen Monstern, Menschen und den besonderen Kindern war gut ausgearbeitet und wirkte trotz aller surrealer Elemente, wie Zeitschleifen, lebensnah. Schnell konnte ich auch Jacob und die besonderen Kinder in mein Herz schließen und die Geschichte zusammen mit ihnen durchleiden. Dass die besonderen Kinder nicht als einheitlich gut dargestellt wurden, gefiel mir außerordentlich, da so einer Schwarz-Weiß-Welt einige Grautöne hinzugefügt werden konnten. So etwas macht eine Geschichte erst richtig realistisch. Schließlich lässt sich die Welt nicht in Gut und Böse aufteilen. Das offene Ende ließ den Leser mit den Monstern alleine und lässt einen auf einen spannenden zweiten Teil hoffen, der ein gutes Ende für die besonderen Kinder mit sich bringt.

Die besonderen Kinder setzten mir noch tagelang nach, und werden mich wohl noch wochenlang mit verriegelten Türen bei Abenddämmerung durch den Wald fahren lassen.

Ein Buch für jedermann, der sich gerne gruseln möchte und sich manchmal fragt, ob sich nicht doch so manches Monster unter den Menschen versteckt hält.

Copyright © 2011 by Yvonne Rheinganz

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Blutrote Schwestern

Erstellt von Werner Karl am 18. Oktober 2011

Jackson Pearce
Blutrote Schwestern

Originaltitel: Sisters Red
PAN Verlag
ISBN 978-3-426-28352-3
Fantasy
Erschienen: 04.10.2011
Aus dem Englischen von Momo Evers und Falk Behr
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: Plainpicture / Arcangel; FinePic, München
Hardcover mit Schutzumschlag, 366 Seiten

www.pan-verlag.de
www.jackson-pearce.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Zur Autorin:

Die amerikanische Autorin Jackson Pearce, geboren 1984 in North Carolina, lebt in Atlanta. Sie studierte Englisch und Philosophie und arbeitet als Tanzcoach an einer High School. Als Jackson Pearce zwölf Jahre alt war, setzte sie sich in den Kopf, unbedingt ein Buch lesen zu wollen, in dem ein schlaues Mädchen, Pferde, Tierbabys und Magie eine Rolle spielen – und da sie ein solches nirgendwo finden konnte, begann sie, sich die Geschichte selbst auszudenken und aufzuschreiben. 2009 wurden ihre ersten beiden Romane bei renommierten amerikanischen Verlagen veröffentlicht. Jackson Pearce, die laut eigener Angabe mit einer schielenden Katze und einem Hund, der ein bisschen wie ein Außerirdischer aussieht, zusammenlebt, ist auf Facebook aktiv, twittert und unterhält eine Website, auf der sie ihre Gedanken und Videos veröffentlicht.

Zum Buch:

Der Roman „Blutrote Schwestern“ beginnt mit einer kurzen Geschichte, die dem Märchen von Rotkäppchen ähnelt. Jedenfalls kommen die Großmutter, der Wolf und Rotkäppchen darin vor. Oma March fällt dem Wolf, einem Mann, der sich als Händler ausgibt und sich dann verwandelt, zum Opfer. Die Enkeltöchter Rosie und Scarlett überleben den Angriff nur, weil Oma March die Mädchen zunächst versteckt und Scarlett dann mit Hilfe einer Spiegelscherbe den Gegner, bei dem es sich um einen Fenris, einen Werwolf, handelt, bekämpft.

Durch dieses Erlebnis ändert sich für die Schwestern Scarlett und Rosie alles. Sie werden zu Jägerinnen und verlassen nur noch das Haus mit Axt, Beil und Messern ausgerüstet um Werwölfe zu jagen. Sie wollen alle Mädchen retten, die sonst von den Fenris einfach so, erbarmungslos, getötet werden. Scarlett versteckt ihre Wunden und Narben unter einem roten Mantel. Die Jagd ist ihr Leben und das erwartet sie auch von ihrer jüngeren Schwester Rosie sowie von ihrem langjährigen Jugendfreund und Partner Silas. Die Schwestern sind einander sehr verbunden, ein gemeinsames Herz schlägt in ihrer Brust und dennoch entwickeln sich ihre Einstellungen zum Leben und zur Frage was sie von diesem erwarten auseinander. Als Rosie sich in Silas verliebt und auch dessen Gefühle immer stärker zu werden scheinen, wird die Beziehung der Schwestern auf eine harte Probe gestellt.

Aber auch die Welt der Fenris scheint sich zu verändern und irgendetwas hat diese Veränderung auch mit Scarlett, Rosie und Silas zu tun. Die Drei versuchen das Geheimnis der Fenris und deren Anführer zu entschlüsseln und stoßen dabei auf ein Geheimnis, das einfach unfassbar scheint.

Jackson Pearce präsentiert ihren Fantasyroman abwechselnd aus der Sicht von Scarlett und Rosie und somit aus zwei recht unterschiedlichen Perspektiven. Das Leben mit den Fenris, die Beziehung zu ihnen und der andauernde Kampf gegen sie werden so für den Leser zu einer recht unterschiedlichen Erfahrung. Die Emotionen der Schwestern machen einen Großteil der Handlung aus. Rosie und Scarlett sind durch das Erlebte geprägt und können nicht aus ihrer Haut. Sie müssen einen Weg finden ihre Wünsche zu respektieren.

In „Blutrote Schwestern“ begegnen dem Leser krasse Gegensätze: Brutalste Gewalt und blutige Angriffe durch die Fenris und eine innige liebevolle Verbindung zwischen den Schwestern. Der Roman begeistert durch eine emotionale und gefährliche Achterbahnfahrt mit unerwartetem aber schlüssigem Ende.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

… und noch eine Rezi:

Zum Buch

Den Schwestern Scarlett und Rosie March wurde in ihrem Leben schon übel mitgespielt. Ihre Mutter interessierte sich nie für sie und ihre Großmutter wurde vor ihren Augen ermordet. Die beiden Schwestern haben ihr Leben der Jagd verschrieben – der Jagd auf Werwölfe. Die Mädchen in den roten Mänteln scheinen die Werwölfe schon erfolgreich aus ihrem kleinen Städtchen vertrieben zu haben, als diese wieder einfallen. Dies tun sie zahlreicher als zuvor und die Lösung des Problems scheint die beiden Schwestern nach Atlanta zu führen. Zusammen mit ihrem Jugendfreund Silas, der gerade von seinem Selbstfindungstrip zurück ist, gehen sie in die große Stadt und stoßen bald auf zahlreiche Probleme. Nicht nur, dass die Mädchen dort viel hübscher und die Werwölfe zahlreicher sind, nein es entwickelt sich auch noch etwas zwischen Rosie und Silas das beide noch nicht erfassen können. Und zu allem Unglück birgt Silas Familie noch ein dunkles Geheimnis…

Fazit

Diese Version des Rotkäppchens lässt einem wirklich den Atem stocken. Es ist rasant, packend und transportiert ein altes Märchen gekonnt in die Gegenwart. Endlich hat man es nicht mehr mit einem weinerlichen, dümmlichen Rotkäppchen zu tun, sondern mit zwei toughen Schwestern, die es schaffen ihrem Gegner gekonnt die Zähne zu zeigen. Schnelle Perspektiv- und Scenenwechsel lassen die Geschichte schnell an Fahrt aufnehmen. Hinzu kommen noch drei wirklich sympathische Hauptcharaktere. Gerne hätte ich mehr von Silas erfahren, aber das Erleben der beiden Schwestern wurde gekonnt kontrastreich dargeboten. Schnell fand ich mich in einer modernen Welt mit alten Monstern wieder, die mir so manchen Schauer über den Rücken jagte. Dass dabei auch das Herz nicht zu kurz kam, tat der Sache keinen Abbruch, zumal auch das Ende der Geschichte mit einer wahren Überraschung aufwarten konnte.

Ein modernes Märchen, mit viel Aktion, grandios in Scene gesetzt, mehr kann man sich für einen spannenden Leseabend wirklich nicht wünschen.

Copyright © 2011 by Yvonne Rheinganz

Titel erhältlich bei Buch24.de
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