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neuauflage

Volk der Verbannten

Erstellt von Werner Karl am 28. März 2012

Ange Guéro (Anne Guéro)
Volk der Verbannten
Die Legende von Ayesha 3

(sfbentry)
Ayesha 3, F, 2005
Penhaligon, München, 1. Auflage: 07/2010
PB mit Klappbroschur, Heroic Fantasy
ISBN 978-3-7645-3060-0
Aus dem Französischen von Maike Claußnitzer
Titelgestaltung von HildenDesign, München: Isabelle Hirtz unter Verwendung eines Motivs von christopher nagy/Shutterstock
Karte von N. N.
Autorenfoto von privat

www.penhaligon.de
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Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Marikani, die von ihrem Gemahl verstoßene Königin von Harabec, wird vom versklavten Türkisvolk als die prophezeite Retterin Ayesha verehrt. Nachdem sie von ihren Begleitern getrennt wurde, zieht sie mit ihrem Volk an die Küste, um dort Schiffe zu bauen und in die Freiheit zu segeln. Um Zeit zu gewinnen, schickt sie sogar das Mädchen Non’iama, das Arekh retten konnte, auf eine unheilvolle Mission. Unterdessen wurde Arekh zusammen mit Marikanis früherer Vertrauter Lionor und deren Kind in den Kerker geworfen, wo sie schlimmste Folter durchleiden müssen. Schließlich bietet ein alter Bekannter Arekh einen Handel an, der die Häftlinge retten könnte. Die Kriegswirren sind jedoch noch nicht vorbei, und es kommt gar noch schlimmer …

Man sollte „Runde der Knechtschaft“ und „Pakt der Könige“ gelesen haben, um zu wissen, worum es geht, wer die Hauptfiguren sind und welche Konflikte sie lösen müssen. Begann der erste Band noch interessant mit der Geschichte einer jungen Herrscherin, die von allen Seiten bedroht wurde und ausgerechnet durch die Hilfe eines verurteilten Verbrechers an die Macht gelangte, so flachte die Handlung im Folgeband doch etwas ab, da von vornherein klar war, dass es für dieses Paar kein Happy End geben durfte und die personifizierte Hoffnung der Sklaven durch einen Fehler ihre Position einbüßen würde. Ein unabwendbarer Krieg trug Chaos ins Land und ermöglichte dem Türkisvolk, das Joch der Sklaverei abzuschütteln.

Wie die Völker und der einzelne mit der neuen Situation zurechtkommen, welche Schwierigkeiten daraus erwachsen und wie vor allem Marikani und Arekh mit dieser Entwicklung fertig werden, ist das Thema des dritten Romans, der nun nicht mehr allzu viele Überraschungen bietet und einem eher ernüchternden Ende zustrebt, denn die Akteure ernten, was sie gesät haben.

Es mag Geschmackssache sein und jeder es anders sehen: Der erste Band wirkt am stärksten, danach lassen Spannung und Dramatik nach, da die Entwicklung vorhersehbar ist. Kennt man die Comics von Ange (Anne und Gerard Guéro) und vergleicht man sie mit der vorliegenden Trilogie, wird man feststellen, dass Kurzgeschichten die Stärke des Paares sind. Lange Romane werden zu schnell langatmig, und das trifft leider auf die „Ayesha“-Trilogie zu. Man muss schon ein Faible für Heroic Fantasy und eine übermäßig detaillierte Handlung haben – die kurioserweise das Umfeld der Figuren nicht plastisch werden lässt -, um wirklich mit diesen Büchern glücklich zu werden.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann

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Fabelheim – Die Schattenplage

Erstellt von Werner Karl am 2. Februar 2012

Brandon Mull
Fabelheim – Die Schattenplage

(sfbentry)
Originaltitel: Grip of the Shadow Plague (2009)
München: Verlagsgruppe Random House 2011
Penhaligon Tradepaperback
ISBN 978-3-7645-3089-1
Fantasy
442 Seiten
Deutsch von Hans Link

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Nach den beiden Auftaktromanen um Kendra und ihren jüngeren Bruder Seth und deren Abenteuer im magischen Reservat Fabelheim bei ihren Großeltern werden die Protagonisten diesmal von einer ganz neuen Gefahr bedroht: Überall in Fabelheim beginnen die magischen Geschöpfe dunkel und damit böse zu werden. Ein Biss der düsteren Verwandelten reicht aus, andere ebenfalls zu transformieren. Auch die im Reservat lebenden Menschen sind davon bedroht. Und während Kendra in einem anderen Reservat ein magisches Artefakt bergen soll und dabei ihr Leben riskiert, wechseln immer mehr magische Geschöpfe in Fabelheim gegen ihren Willen die Seite. Als auch noch die menschlichen Freunde der beiden Jugendlichen ebenfalls von der Krankheit infiziert und zu hilflosen Schatten degradiert werden, die nur noch Seth wahrzunehmen vermag, schließt sich der Belagerungskreis immer enger um das Wohnhaus der Großeltern. Schließlich scheint auch Fabelheim endgültig zu fallen…

Erneut ist Brandon Mull ein wunderbares weil spannendes und sehr unterhaltsames Fantasyabenteuer gelungen. Waren schon die beiden Auftaktbände gut geschrieben, einfallsreich und packend, so verliert der Autor auch in Band 3 keinerlei Schwung. Erfreulich dass Mull immer wieder interessante Ideen generiert, die doch von den genretypischen Klischees abweichen, wenn auch der enervierende Kampf Gut gegen Böse leider immer im Hintergrund steht. Die glaubhaften, differenziert beschriebenen Charaktere sind ein weiterer Gewinn für jeden Leser, dem die üblichen farblosen Typen auf die Nerven gehen. Vor allem der widerborstige, sture und manchmal einfach kindische Seth ist eine Figur, mit der sich sicherlich viele gut identifizieren können.

Gut auch dass nicht alle Fabelwesen sympathische Charaktere sind, was diesmal (neben den mörderischen Najaden) durch die arroganten Zentauren besonders gut belegt wird, die sich trotz drohendem Untergang aus Narzissmus nicht den Verteidigern Fabelheims anschließen wollen. Ebenfalls positiv fällt der Fortgang der Geschichte auf, denn so wird eine der wichtigsten Fragen, welche im letzten Band aufgeworfen worden war, nicht noch lange hinaus gezögert, sondern hier tatsächlich in diesem Buch geklärt (nämlich die Frage, wer die Verschwörung maßgeblich mit anführt).

Insgesamt ist der vorliegende Roman also ein vergnüglicher Lesespaß, der kurzweilig und nicht allzu plump gut unterhält.

Copyright © 2012 by Gunther Barnewald

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Manche Mädchen müssen sterben

Erstellt von Werner Karl am 1. Februar 2012

Jessica Warman
Manche Mädchen müssen sterben

(sfbentry)
Originaltitel: Between (2011)
München: Verlagsgruppe Random House 2012
Penhaligon Tradepaperback
ISBN 978-3-7645-3069-3
All-Age, Krimi
413 Seiten
Aus dem Englischen übersetzt von Andreas Kasprzak

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Elizabeth Valchar ist eine jener gestylten Zicken, die ihre Umwelt terrorisieren und mit ihrem Freundeskreis der Reichen und Beliebten die High School dominieren. Gerne hacken sie auf Außenseitern herum, prahlen mit ihren neusten Klamotten oder sonstigen teuren Gerätschaften, schminken sich bis der Arzt kommt. Doch das oberflächliche Glück der jungen Liz endet abrupt an ihrem 18. Geburtstag, als sie auf der kleinen Jacht ihres Vaters in den Festtag hinein feiern möchte. Denn plötzlich steht die Schülerin mitten in der Nacht vor ihrer im Wasser treibenden Leiche und kann sich vor Entsetzen kaum fassen. Dann taucht auch noch der Geist von Alex Berg auf, einem Außenseiter unter den Mitschülern, der vor kurzem in der Dunkelheit bei einem Fahrerfluchtunfall getötet worden ist. Er scheint der einzige zu sein, mit dem Liz beziehungsweise ihr Geist noch Kontakt aufnehmen kann.

Doch Alex verachtet sie für ihre Oberflächlichkeit und ihre arrogante Kälte. Liz versteht seine Ansichten zunächst nicht, sieht sie sich doch völlig anders. Zudem kann sie sich an einige Vorfälle in ihrem Leben nicht mehr erinnern. Erst als sich viele davon wieder vor ihren Augen abzuspielen beginnen und sie zusammen mit Alex wie eine Zuschauerin diesen beiwohnen kann, begreift sie, wie sie ihre Mitmenschen und auch ihre Freunde manchmal behandelt hat. Aber warum ist sie mit Alex in einer Art Zwischenwelt gefangen? Und war ihr Tod wirklich ein Unfall? Was ist in jener Nacht wirklich passiert? Und warum hat sie scheinbar eine Art Doppelleben geführt, hatte sich einem primitiven Autoschrauber hingegeben, obwohl sie die Liebe ihres Lebens im Mitschüler und Nachbarjungen Richie schon gefunden zu haben glaubte?

Nach und nach erfährt die junge Liz die Wahrheit über ihr Leben und auch das ihrer Eltern und ihrer Stiefmutter und begreift, welch grausamen Wahrheiten sich hinter den ganzen scheinbar so bürgerlichen Existenzen verbergen, welche seelischen Abgründe sich auftun und warum Alex, der tote Mitschüler, sie begleiten muss…

Jessica Warman ist ein erstaunlicher Roman gelungen, der es schafft, von der ersten Seite an eine hohe Spannung aufzubauen, diese nicht nur fast 400 Seiten lang zu halten, sondern auch noch auszubauen. Sicherlich wären ein paar weniger Seiten hier mehr gewesen, die Autorin hat jedoch so viele düstere Geheimnisse in die Geschichte gepackt, dass der Leser dem Ende des Romans atemlos entgegenfiebert. Der literarische Trick, die Handlung erst einsetzen zu lassen, nachdem die Protagonistin tot ist, funktioniert hier tadellos. Nachdem somit das große Happy End ausfällt, beginnt Warman die scheinbar heile Welt von Liz gnadenlos zu zerlegen. Das kleine, hilflose Mädchen hinter der aufgeblasenen Zicke wird immer deutlicher, ihre armselige, unglückliche und von Angst und Trauer zerfressene Existenz wird dem Leser in Technicolor vorgeführt.

Absolut meisterhaft entblättert die Autorin dabei die ganzen Mysterien, die Liz Leben prägten. Wie in einem hervorragenden Kriminalroman erfährt der Leser scheibchenweise, wie es dazu kommen konnte, dass die Schülerin als Leiche im Wasser treibend endete. Dabei wird die arrogante Schnepfe immer mehr zum Menschen, der Leser sieht sich immer mehr hin und her geworfen zwischen Abscheu und Mitleid und begreift, dass die Erkenntnis der Protagonistin nur zu wahr ist: “Mir wird klar, dass es nicht immer einfach ist, den Unterschied zwischen gut und böse zu erkennen: Er ist nicht annähernd so offensichtlich, wie ich gerne glauben möchte. (…) Mir wird bewusst, dass der Charakter eines Menschen niemals nur schwarz oder weiß ist. Da ist auch noch jede Menge grau” (Seite 375).

Dabei thematisiert Warman zudem noch auf sehr feinfühlige und verständliche Weise das Thema Magersucht und deren mögliche Entstehungsbedingungen. Jedoch nicht nur die Protagonistin wird als Mensch lebendig, der Autorin gelingt es auch, glaubwürdige Nebenfiguren zu erschaffen, die den Leser überzeugen. Eingebunden in das phantastische Konzept aus der Sicht einer Toten die Vorfälle erklär- und verstehbar zu machen, gelingt Jessica Warman hier ein kleines Meisterwerk, welches deshalb eine nahezu perfekte Lektüre darstellt, weil es nicht nur wunderbar unterhält, sondern auch auf sehr leichte und mühelose Weise zum Nachdenken über eigenes Tun und Handeln anregt.

Sieht man von der einen oder anderen Seite zu viel ab und einem kleinen Nebenelement der Handlung, welches leider nicht nur völlig sinnfrei und ohne Not eingesetzt wird, sondern nachgerade ärgerlich ist (Warum taucht hier ein Wahrsager auf, dessen krude Prophezeiung dann doch noch in Erfüllung geht? Eine peinliche und unentschuldbare Entgleisung der Autorin in die Esoterik, welche die tolle Geschichte fast entwertet!), ist die vorliegende Geschichte ansonsten bravourös gelungen.

Manche Mädchen müssen sterben ist ein nachdenklich machendes Buch, hervorragend geeignet auch als Schullektüre über Mobbing, Zivilcourage, Magersucht, Freundschaft und Gruppenzwang, ein wahrer und (leider nur fast) tadelloser Lesegenuss, unbedingt empfehlenswert für alle, die originelle Geschichten mögen, die spannend und niveauvoll erzählt sind.

Copyright © 2012 by Gunther Barnewald

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Das Seele des Schattens

Erstellt von Werner Karl am 2. Oktober 2011

Lena Klassen
Das Seele des Schattens
Magyria 2

(sfbentry)
Penhaligon, München, 05/2011
HC mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Romantic Mystery, Urban Fantasy
ISBN 978-3-7645-3079-2
Titelgestaltung von HildenDesign/Isabelle Hirtz
Autorenfoto von Emanuela Danielewicz

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www.lenaklassen.de
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Hanna ist das deutsche Au-pair-Mädchen der ungarischen Familie Szighety. Obwohl sie aufgrund merkwürdiger Vorkommnisse viel von dem Vertrauen, das die Eltern in sie setzten, eingebüßt hat, darf sie sich weiter um Réka, die nur wenig jünger als sie selber ist, und den kleinen Attila kümmern. Das bedrückende Geheimnis, das auf ihr lastet, kann Hanna nur mit Mattim teilen, ihrem Freund – dem Prinzen des Lichts von „Magyria“, einem Land das parallel zu dem bekannten Ungarn existiert und dessen Bevölkerung von Vampiren und Wölfen bedroht wird.

Für eine Weile glaubten Hanna und Mattim, dass es gelungen sei, die Pforte, die beide Welten verbindet, zu schließen, doch dann tauchen Kunun, Mattims ältester Bruder, und sein düsteres Gefolge erneut auf. Kunun will Hanna und Réka benutzen, um Akink, die Hauptstadt Magyrias, zu erobern und Licht und Schatten zu vereinen. Für Hanna ist das Schicksal Magyrias zweitrangig; sie möchte Réka und Atilla retten, die von Kunun als Druckmittel gegen sie eingesetzt werden. Nur dem Schein nach fügt sie sich seinem Befehl, begibt sich in die Parallelwelt und versucht, das Herrscherpaar von Akink zu warnen – vergeblich. Auch Mattim findet kein Gehör bei seinen Eltern, die ihn nach seiner Wandlung zum Vampir verstießen. Beide landen im Kerker und sollen hingerichtet werden …

„Die Seele des Schattens“ ist der zweite „Magyria“-Band, auf den wenigstens noch ein Roman folgen wird. Es empfiehlt sich, „Das Herz des Schattens“ gelesen zu haben, da in diesem relativ in sich abgeschlossenen Buch die Akteure und der Konflikt ausführlich vorgestellt werden. Wer erst mit dem zweiten Teil dazu stößt, muss sich die Hintergründe aus der laufenden Handlung ziehen und so manches erraten, da regelmäßig Bezug auf das Bisherige genommen wird, Erklärungen jedoch weitgehend ausbleiben. Tatsächlich wird man regelrecht in eine Geschichte gestoßen, die sehr schnell Fahrt aufnimmt, mehr Action bietet als der Vorgänger-Band, zudem mit einigen interessanten Enthüllungen und unerwarteten Wendungen aufwartet. Davon einmal abgesehen, bleibt jedoch alles beim Alten:
Lena Klassen lässt die Handlung auf zwei Ebenen ablaufen, die immer häufiger miteinander Kontakt haben, so dass eine Wechselbeziehung entsteht und Gefahren in der einen auch zu Bedrohungen in der anderen Welt werden.

Die klare Trennung in ‚Licht„ und ‚Schatten„ wird durch die Legende, die sich um den Konflikt rankt, aber auch durch einige ungewöhnliche Taten Kununs und Faranks, des Königs des Lichts, verwischt, so dass man sich zu wundern beginnt, ob die ‚Schatten„ wirklich so böse sind und sie Magyria den Untergang bringen wollen, wie behauptet wird, und ob die ‚Kämpfer für das Licht„ so nobel und gut sind, wie sie vorgeben. Vor allem für Mattim wird dies zur Schlüsselfrage.

Natürlich kommt die Romantik nicht zu kurz, wenngleich die Beziehungen clean bleiben, so dass auch ein jüngeres Publikum bedenkenlos zugreifen kann. Rékas Liebe zu Kunun scheint einseitig zu sein, während Hanna und Mattim einander zugetan bleiben, sogar als die eifersüchtige Mirita, Mattims frühere Freundin, zur Verräterin wird und etwas passiert, dass eine gemeinsame Zukunft für immer unmöglich macht. Aber es gibt noch Hoffnung – und einen dritten Roman. Kunun und seine Anhänger agieren meist skrupellos und sind ihren Gegenspielern stets um mindestens einen Schritt voraus. Sie wissen um Dinge, die Mattim, Hanna und der Leser erst nach und nach erfahren. Die jämmerlichen Auseinandersetzungen der Kontrahenten und Rékas Gezicke wirken aufgesetzt und stellenweise schon nervig. Hier wäre weniger mehr gewesen. Rékas Eltern, Kommissar Bartók u. a. sind kaum mehr als Statisten, durch die kleinere Probleme, Erklärungen und Überraschungen hinzu kommen. Leider verhalten auch sie sich oft unlogisch und hinterlassen den Eindruck, nachträglich ‚hinein geschrieben„ worden zu, um eine Lücke zu schließen.

Alles in allem hat sich „Die Seele des Schattens“ gegenüber „Das Herz des Schattens“ steigern können, wenngleich einige Entwicklungen und Dialoge arg konstruiert wirken. Reifere Leser werden darüber immer mal stolpern, doch Genre-Fans zwischen 14 und 16 Jahre, die im Bann von „Twilight“ stehen und wenig hinterfragen, werden bestens unterhalten.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Das Buch des Dämons

Erstellt von Werner Karl am 16. September 2011

Sam Sykes
Das Buch des Dämons
Die Tore zur Unterwelt 1

(sfbentry)
The Aeon’s Gate 01: Tome of the Undergates, GB, 2010
Penhaligon, München, 01/2011
PB mit Klappbroschur, Fantasy
ISBN 978-3-7645-3055-6
Aus dem Englischen von Wolfgang Thon
Titelgestaltung von HildenDesign/Isabelle Hirtz

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Eine Gruppe von Abenteurern in einer grausamen Welt: Erzählt wird zunächst aus der Perspektive von Lenk, einem desillusionierten Krieger. An seiner Seite kämpft Kataria, eine Shict – was so ungefähr einer Elfe entspricht, nur, dass die Dame sehr blutgierig ist und von Hass auf so ziemlich alles und jeden getrieben wird. Auch Gariath, ein Drachenmann, kennt nichts als Hass und Kampf. Sein Ziel ist es, möglichst ehrenhaft – sprich: blutig – sterben zu können. Die Priesterin Asper, der Magier Dreadelon und der Assassine Denaos schließen die Runde ab. Ihr Auftrag ist es, einen Priester zu beschützen, der auf der Suche nach dem Äonstor ist, ein gefährliches Artefakt, das als „Schlupfloch in der Barriere zwischen Himmel und Erde“ beschrieben wird. Keine leichte Sache, wenn man seinen eigenen Begleitern zutrauen muss, dass sie einem nachts die Kehle durchschneiden, und eine Horde von Piraten darauf lauert, alles umzubringen, was ihnen vor den Säbel läuft. Als dann noch das Buch der Niederpforten gestohlen wird, in dem der Weg zum Äonstor geschrieben steht, wäre ein Schulterzucken und was geht mich das an? die natürliche Reaktion dieser Abenteurergruppe gewesen. Doch für die atemberaubende Summe von 1000 Goldstücken würden sie auch in einen Dämonenhort einbrechen – was gar nicht so unwahrscheinlich ist …

Schon auf den ersten Seiten macht der Autor unmissverständlich klar, dass dies keine Geschichte über tapfere Recken ist, die voller Ideale auszieht, das Böse dieser Welt zu besiegen. Die Helden dieses Buches sind Abenteurer, und das bedeutet: ehrlos, geldgierig, feige, dafür aber billiger als Söldner. Man findet hier keine Freunde, die füreinander einstehen und sich gegenseitig den Rücken freihalten, sondern Einzelkämpfer, die einander verachten (oder im Fall von Asper: möglicherweise auch begehren) und nur deshalb nicht umbringen, weil sie keiner dafür bezahlt. Das wunderschöne Cover in warmen, goldenen Farbtönen sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wichtigste Farbe des Romans Blutrot ist. Das Ausmaß an Gewalt, Tod und fliegenden Körperteilen ist extrem.

Ein harmloses Beispiel: „Der Pirat senkte den Blick und sah sein eigenes Entsetzen, das sich im Stahl spiegelte. Dann hob er den Kopf, und Lenk erkannte das Spiegelbild seiner Augen in dem starren Blick des Feindes, während dessen Lebenslicht erlosch. Spreu vom Weizen. Er zog fest an seiner Klinge, die sich jedoch so tief in den Mann gegraben hatte, dass er auf das Deck stürzte. Lenk setzte ihm seinen Stiefel auf die Kehle und zog erneut. Sein Schwert löste sich in einer blutroten Fontäne.“ (S. 55)

Die Sprache ist mal annähernd poetisch: „Es schien dem Jüngling nur merkwürdig, dass der Vogelkot auf seiner Schulter in diesem Moment nicht der Grund für seine Abneigung gegen die Vögel über ihm war. Eher stört mich, dachte er, während er zu dem geflügelten Ungeziefer hinaufsah, dass sie nicht annähernd genug Lärm machen. Ebenso wenig wie der Ozean oder der Wind oder die Seeleute, die sich vor ihm versammelt hatten und bedeutungslose Gebete zu Göttern murmelten, die nicht existierten, zusammen mit der blau gekleideten Frau, die schwor, dass es sie gab. Obwohl er bezweifelte, dass selbst die Götter, falsche oder wahre, in diesem Moment genug Lärm hätten machen können, um diese unbehagliche Stille zu übertönen, die zwischen ihm und ihr herrschten.“ (S. 37)

Dann wieder drastisch, vor allem in den Dialogen. Ein harmloseres Beispiel zwischen Kataria und dem Assassinen Denaos: „„Und was für ein Rat wäre das?“, erkundigte sich Kataria verächtlich. „Weglaufen? Verstecken? Oder willst du ihnen deine Körperöffnungen gegen das zweifelhafte Versprechen auf Gnade anbieten?“ „Oh, bei dir würden sie nicht einmal genug Geduld aufbringen, auf ein Angebot zu warten, das versichere ich dir.““ (S. 25)

Dieses Buch ist geschrieben, wie ein Rollenspielabend in einer lauschigen „AD & D“- oder „DSA“-Runde ablaufen mag. Wenig Handlung auf immerhin 730 Seiten, sehr viel Gemetzel, niveauniedrige Dialoge und Helden, die von Hü nach Hott springen, weil sie nicht wissen, wo es lang geht. Für gewöhnlich sind solche Abenteurergruppen allerdings befreundet, oder, falls der Charakter eines Helden so etwas nicht hergibt, einigermaßen anpassungsfähig. Die Hauptfiguren dieses Romans werden nur von der Aussicht auf Gold zusammengehalten, ein gewagtes Experiment des Autors, der damit fehlende Bindung zwischen Leser und Protagonisten riskiert.

Wer bei Fantasy-Romanen eine spannende Handlung, starke Charaktere mit zumindest der einen oder anderen liebenswerten Eigenschaft und sorgsam ausgefeilte Fremdwelten sucht, vielleicht sogar noch mit ein wenig Romantik rechnet, sollte dieses Buch vermeiden. Wer flotte Sprüche, Action und so viel Kampf wie nur irgend nötig bevorzugt, mit der einen oder anderen tiefenphilosophischen Einsicht, wird sich hier gut aufgenommen fühlen.

Copyright © 2011 by Alexandra Balzer (alea)

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Pakt der Könige

Erstellt von Werner Karl am 1. August 2011

Ange Guéro (Anne Guéro)
Pakt der Könige
Die Legende von Ayesha 2

(sfbentry)
Ayesha. La flamme d„Harabek, F, 2005
Penhaligon, München, 1. Auflage: 05/2010
PB mit Klappbroschur, Heroic Fantasy
ISBN 978-3-7645-3061-7
Aus dem Französischen von Maike Claußnitzer
Titelgestaltung von HildenDesign, München: Isabelle Hirtz unter Verwendung eines Motivs von christopher nagy/Shutterstock
Autorenfoto von privat

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Vor Generationen gelangten blonde, hellhäutige Menschen mit einem blauen Zeichen zwischen den Schulterblättern in die östlichen Länder und wurden von den dortigen Bewohnern nach dem Willen der Götter versklavt. Eine Legende lässt das sogenannte Türkisvolk jedoch hoffen: Eines Tages wird die lebendig gewordene Göttin Ayesha zurückkehren und die ihren befreien. Viele glauben, dass Marikani, die junge Königin von Harabek, die Inkarnation von Ayesha ist. Unter großen Mühen kann sie den Thron gegen ihre machthungrigen Verwandten verteidigen und verbündet sich mit dem ehrgeizigen Harrakin, ihrem Cousin, den sie schließlich auch zum Gemahl nimmt. Als sie jedoch seine Hilfe benötigt, um angeblich rebellierende Sklaven vor dem grausamen Tod, den die Priester ihnen zugedacht haben, zu retten, und ihm das Geheimnis um ihre Abstammung anvertraut, lässt er sie im Stich und überantwortet sie ihren Feinden.

Der ehemalige Galeerensträfling Arekh, dem Marikani viel zu verdanken hat und der zu militärischen Würden aufstieg, kann sie zwar befreien, doch müssen sie durch die Linien angreifender Truppen in die Wüste fliehen. Dort entdecken sie das Geheimnis der unheimlichen Kreaturen, die seit einer geraumen Weile die anderen Völker in Angst und Schrecken versetzen …

Es empfiehlt sich, „Rune der Knechtschaft“, den ersten Band der „Ayesha“-Trilogie, gelesen zu haben, um leichteren Zugang zur Handlung des zweiten Buchs zu erhalten, denn die Geschehnisse bauen auf den bisherigen Ereignissen auf, ohne jedes wesentliche Detail zu erklären. Das offene Ende wiederum macht es erforderlich, auch den Abschluss-Roman, „Volk der Verbannten“, zu lesen, möchte man erfahren, ob Marikani die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen und das Türkisvolk zu befreien vermag. Dass dies nicht einfach sein würde, machte bereits der Auftaktband deutlich, in dem die Hauptfigur um ihre Herrschaftsansprüche kämpfen musste, die sie jetzt durch einen schwer wiegenden Fehler verliert. Als Flüchtling, mit niemand anderem als Arekh und einem kleinen Sklavenmädchen als Begleiter, ist sie noch weniger als zuvor in der Position, für die geknechteten Menschen etwas zu tun. Zunächst muss sie in einer von Kämpfen zerrissenen Region überleben.

Die Kriegsgräuel werden mitunter recht grafisch beschrieben: Ein Schlauch Wasser ist Grund genug, den Nachbarn zu erschlagen. Wehrlose werden niedergemetzelt und verstümmelt, ihre Gliedmaßen für ein mysteriöses Ritual verwendet. Auch Arekh, die zweite Hauptfigur, der sich selber als Verbrecher betrachtet, handelt oft aus einer Laune heraus, tötet oder verweigert seine Hilfe, sehr wohl wissend, dass er damit bloß das Ende des anderen hinauszögern und sein eigenes umso wahrscheinlicher machen würde. „Pakt der Könige“ ist ein typischer Mittelband, der den Kern der Geschichte – das Schicksal des Türkisvolks – nicht wirklich weiterbringt, sondern sich stattdessen auf die Rivalitäten der östlichen Völker und ihrer Herrscher sowie den weiteren Weg von Arekh und Marikani konzentriert. Die Handlungsanteile von Letzterer sind diesmal geringer, um sie nicht als aufmüpfige Herrscherin und Retterin zu verschleißen.

Ihr Begleiter erweist sich einmal mehr als zäher und gerissener als alle anderen und ist für Marikani der notwendige Deus ex Machina. Die Romanze der beiden, die im ersten Buch versandete, scheint diesmal ganz abgehakt zu werden, nachdem jeder einen anderen Partner wählte, doch ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, da die Umstände für eine unerwartete Wende sorgen.

Man sollte Heroic Fantasy, die sich um eine kleine Gruppe Hauptfiguren rankt, mögen, um Spaß an der „Ayesha“-Trilogie zu haben. Obwohl eine Menge passiert, lesen sich viele Passagen langatmig, da die Geschichte nur langsam voran kommt – packende Höhepunkte und überraschende Entwicklungen haben leider Seltenheitswert. Dies ist den regelmäßig wechselnden Handlungsebenen und den zahlreichen Charakteren geschuldet, die bloß die ihnen zugeteilten Rollen erfüllen und dabei kaum individuelle Züge tragen, von Arekh und Marikami einmal abgesehen, die aber auch schon wieder zu augenscheinlich als Gegenpole konzipiert wurden. So kann man für das Finale bloß auf eine Steigerung hoffen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Garstige Gnome

Erstellt von Werner Karl am 29. Juli 2011

Royce Buckingham
Garstige Gnome

(sfbentry)
Goblins. An Underearth Adventure, USA, 2008
Penhaligon/Random House GmbH, München, 11/2010
PB mit Klappbroschur
Urban Fantasy, Comedy
ISBN 978-3-7645-3021-1
Aus dem Amerikanischen von Joannis Stefanidis
Titelgestaltung von Max Meinzold/HildenDesign, München
Autorenfoto von Jon Brunk

www.penhaligon.de
www.roycebuckingham.com/
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Eigentlich sollte PJ während der Abwesenheit seines Vaters, dem einzigen Polizist von Sumas, auf den kleinen Sam, der wegen einiger gestohlener Feuerwerkskörper im Gefängnis sitzt, aufpassen, bis er abgeholt würde, doch dann gibt ein Meldegerät an der Grenze zu Kanada ein Signal: Jemand hat illegal US-amerikanischen Boden betreten, vermutlich ein Schmuggler. Die Jungen beschließen, nach dem Rechten zu sehen und das Schmuggelgut sicherzustellen, um PJs Vater zu beeindrucken. Im Dunkeln überfahren sie den Fremden, verfrachten ihn notgedrungen ins Auto und sperren ihn in eine Zelle. Zu ihrer Überraschung haben sie keinen ‚normalen„ Grenzgänger gefasst, sondern ein Wesen, das entfernt an einen großen Affen erinnert und offenbar intelligent ist.

Da Tiere nicht in den Zuständigkeitsbereich der Polizei fallen, informiert PJ die Tierfänger, die schon einen Moment später vor der Tür stehen: ein junger Mann und eine junge Frau in grauen Umhängen, die Schwerter bei sich führen und den ‚mutierten Affen„ während seines Ausbruchsversuchs durch einen gezielten Stich zum ‚Auslaufen„ bringen. Den beiden Jungen wird nun klar, dass mehr hinter der ganzen Sache steckt. Statt sich jedoch mit den vagen Erklärungen von Whitey und Bree zufrieden zu geben und alles im Sinne ihrer eigenen Sicherheit schnellstens zu vergessen, wagt sich Sam durch den Tunnel in jene unterirdische Welt, in der die Gnome und die Wächter leben. PJ hat keine andere Wahl, als ihm und den anderen zu folgen, um Sam zu retten, der tiefer in der Bredouille steckt, als er ahnt …

Eigentlich ist „Garstige Gnome“ ein Jugendbuch: Die Handlung nimmt sich selber nicht ernst, das Wohl und Wehe der Menschheit liegt in den Händen von Teenagern, und die Gnome sind nicht nur garstig, sondern auch ziemlich blöd; ansonsten hätten die jungen Helden auch keine Chance, sich gegen sie zu behaupten. Auf der anderen Seite gibt sich der Autor nicht zimperlich, denn diverse Monster, viele Gnome und auch etliche Wächter verlieren ihr Leben. Es gibt einige grausige Szenen, die für zu junge Leser oder zart besaitete Gemüter doch etwas happig ausfallen, selbst wenn im nächsten Moment die Handlung mit einer heiteren Szene aufgelockert wird. In Folge ordnet man den Titel in die Rubrik ‚All Age-Fantasy„ ein, denn das reifere Publikum wird ebenfalls gut unterhalten, wenn es sich auf den humorigen Stil und die Protagonisten im Teenager-Alter einlassen kann.

Royce Buckingham, der Verfasser von „Dämliche Dämonen“ und „Mürrische Monster“ (diese Reihe ist unabhängig von „Garstige Gnome“), bedient sich der Theorie von der ‚hohlen Erde„ und entführt seine Leser in ein unterirdisches Reich, das von den Titel gebenden Gnomen und allerlei Getier (gigantische Insekten, Monster) bevölkert wird. Zusammen mit Sam, der die treibende Kraft darstellt, und PJ, der zunächst zaudert, doch immer wieder für eine Überraschung gut ist, erfährt man, dass es sich die Wächter zur Aufgabe gemacht haben, die Tunnel zu hüten, damit kein Gnom die Menschenwelt entdeckt. Zwar mögen diese Kreaturen nicht allzu klug sein, aber sie lernen durch Nachahmung. Fielen moderne Waffen in ihre Hände, wäre eine Katastrophe die Folge. Schon bald geht es für die Jungen nicht mehr allein darum, den Gnomen zu entkommen und sich an die Erdoberfläche in Sicherheit zu bringen. Ihre neuen Freunde brauchen Hilfe, denn nach den letzten Kämpfen sind kaum noch Wächter übrig, und in der Festung des Gegners braut sich bereits neues Unheil zusammen. Schon nach wenigen Zeilen folgt man gebannt der Story, die sich selber immer wieder verulkt.

„Garstige Gnome“ ist ein spannender und witziger Pageturner für Fantasy-Freunde aller Altersstufen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Bernie & Chet

Erstellt von Werner Karl am 2. März 2011

Spencer Quinn
Bernie & Chet

(sfbentry)
Originaltitel: Dog on It
Penhaligon Verlag
ISBN 978-3764530709
Krimi
Deutsche Ausgabe 2011
aus dem Englischen übersetzt von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck
Umschlaggestaltung Hilden Design München
Taschenbuch, 352 Seiten

Verlagsseite http://www.randomhouse.de/webarticle/webarticle.jsp?aid=24903

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Spencer Quinn ist ein Pseudonym des am 28.06.1947 in Boston geborenen Autors Peter Brian Abrahams. Bevor er zum Schreiben kam, arbeitete er bei Radio und Fernsehen. Für seine unter dem Namen Abrahams veröffentlichten Kriminalromanen erfolgten Nominierungen für den Edgar Award. 2005 gewann er für den ersten Teil der Echo-Falls-Serie den Agatha Award für das beste Kinder-/Jugendbuch. Abrahams war unter anderem am Drehbuch für den 1996 entstanden Film „The Fan“ beteiligt.  Er mag die Musik von Louis Armstrong, den Film „China-Town“ und bezeichnet sich als glücklichen Menschen, dessen größte Herausforderung es war, vier glückliche Kinder zu erziehen. Mit diesen, seiner Frau und seiner Hündin, lebt der Autor auf Cape Cod. Auf die Idee zu dem Roman „Dog on It“ kam er durch seine Frau.

Zum Buch / Meine Meinung

Katzenkrimis sind mir schon einige untergekommen, Hundekrimis weniger. Mit Bernie & Chet liegt der Erste vor mir und ich kichere immer noch, wenn ich gedanklich die eine oder andere Passage rekapituliere. Worum geht’s?

Zitat Inhaltsangabe: Bernie Little und sein Partner Chet sind die besten Privatdetektive der Stadt. Und das liegt vor allem an Chet, der immerhin beinahe mal ein Polizeihund geworden wäre. Zugegebenermaßen hat Chet all die typischen Schwächen eines Hundes: So verfügt er über einen unbezähmbaren Spieltrieb und ein äußerst lückenhaftes Erinnerungsvermögen. Doch das macht der smarte Vierbeiner mehr als wett mit seinem Jagdinstinkt und seiner untrüglichen Spürnase. Vor allem jedoch hat Chet ein großes, mutiges Herz, das ganz und gar für sein liebenswertes Herrchen Bernie schlägt – und für die hübsche Menschenfrau Suzie Sanchez, die nach Chets Ansicht das perfekte Weibchen für Bernie wäre. Aber was versteht ein Hund schon vom merkwürdigen Treiben der Menschen?

Gleich vorab – das gibt es schon mal sehr gut wieder. Die über 100 Pfund schwere, muskelbepackte Promenadenmischung Chet, die uns die Geschichte erzählt – präsentiert sich nicht nur laut der Inhaltsangabe als leicht vergesslicher, Fast-Polizeihund (dem bei der entscheidenden Prüfung dummerweise eine Katze in den Weg kam) mit einer Spürnase, die ihn sich schon mal selbst verfolgen lässt. Er ist darüber hinaus äußerst verfressen und verleibt sich alles ein, was irgendwie essbar aussieht, selbst wenn das schon lange vergessen unter irgendwelchen Möbeln liegt und er es hinterher wieder herauswürgen muss. Kann man ihm das übel nehmen? Nein, dazu kommt Chet viel zu sympathisch daher. Ach ja, und sein Spieltrieb ist auch nicht zu verachten. Doch meist genügt nur eine Kleinigkeit, um ihn sich auf seine Aufgabe besinnen zu lassen. Sein Partner Bernie, ein ehemaliger Polizist, betreibt eine mehr schlecht als recht gehende Detektei und ist dankbar für Chets Hilfe. Er kämpft noch mit den Folgen seiner Scheidung oder vielmehr mit den Folgen, die das für seine Beziehung zu seinem Sohn mit sich bringt. Er hat seine Prinzipien, die er eisern verfolgt, selbst wenn sich daraus Nachteile für ihn ergeben.

Chet kennt seinen Platz und ist dankbar dafür, dass er nicht so wie der Nachbarhund leben muss. Bernie ist eindeutig der Rudelführer, aber der Rüde macht sich durchaus seine Gedanken über sein Herrchen. Über das Wasser, das bisweilen aus seinen Augen fließt und das seltsamerweise salziger schmeckt, als das Wasser, das er sonst so kennt. Über sein seltsames Verhalten, als die Journalistin Sanchez auftaucht. Ganz offensichtlich will Bernie die beeindrucken, selbst wenn er nicht gerade in Bestform ist. Zwar versteht Chet Bernie meistens sofort – umgekehrt gibt es da allerdings das eine oder andere Problem. Manchmal erscheint Bernie dem Hund ziemlich begriffsstutzig – jedenfalls so lange, bis er wieder einmal vergisst, was er gerade dachte, wollte oder sollte.

Die beiden sind ein eingespieltes Team. Das ist aber mit Erteilung eines neuen Auftrags auch notwendig. Statt der üblichen Beschattung untreuer Ehepartner werden sie um Hilfe bei einer Entführung gebeten, bei der mehr und mehr seltsame Dinge ans Licht kommen. Sie werden sogar von dem Fall abgezogen, machen jedoch – da kommen Bernies Prinzipien ins Spiel, denen auch Chet treu, wie ein Hund es eben tut, folgt – machen unverdrossen weiter. In diesem Zusammenhang erlebt Chet selbst eine Entführung, ihm droht gar das endgültige Aus in einem Tierheim. Und auch Bernie gerät bei seinen Ermittlungen in größere Gefahr, als den beiden lieb sein kann.

Die Geschichte bietet einige Wendungen und kleinere Perspektivwechsel, die schon früh die Hintergründe der Entführung erkennen lassen. Madison – das gesuchte Mädchen – weiß beispielsweise auch mehr oder weniger wo sie ist und mit ihr erfahren es natürlich die Leser ebenfalls. Stört es? Nein, was mit Sicherheit an den sympathischen Figuren liegt. Die einfach gehaltene Sprache fällt ebenso wenig ins Gewicht, da die Geschichte über gute Strukturen verfügt. Der Plot ist durchgängig erfrischend umgesetzt. Chet wird nicht vermenschlicht, aber sehr überzeugend beschrieben. Ich habe mehrmals meine eigene Hündin angesehen und mich gefragt, ob der Autor vielleicht mal bei uns zu Gast war und ihr Verhalten beobachtet hat. Bernie und die übrigen Zweibeiner sind ebenfalls lebendig beschrieben und könnten gleich nebenan wohnen. Ob Wichtigtuer, Loser, Hysteriker, alter Mann oder Biker – um nur ein paar zu nennen. Sie kommen einem durchweg etwas bekannt vor.

Fazit:

Es ist kein Krimi, in dem Action und Spannung sich in rasanter Weise mit schockigen Aha-Effekten abwechseln. Der Krimianteil ist eher … sagen wir mal … gering gehalten, obwohl es am Ende durchaus noch abgeht. Wer mit seinen Lesevorlieben speziell darauf abzielt, sollte vielleicht die Finger von dem Buch lassen. Lesern, die Geschichten über Freundschaften mit einem Schuss Krimi in lockerem, entspannendem und humorigem Erzählstil mögen, kann ich Chet und sein Herrchen jedoch absolut empfehlen. Da ich Ersteres bei einem Hundekrimi nicht wirklich erwartet habe, hat mir das Buch sehr gut gefallen, es war flüssig zu lesen, sorgte für mehrere Lacher und ist für Kinder wie Erwachsene als Unterhaltungs- und Entspannungsbuch geeignet. Deshalb von mir die volle Punktzahl und die Hoffnung auf einen bereits angedeuteten Folgeband. Chet ist einfach unwiderstehlich.

Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)

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Tochter der Dämmerung

Erstellt von Werner Karl am 11. September 2010

Claudia Gray
Tochter der Dämmerung
Evernight 2

(sfbentry)
Stargazer, USA, 2009
Penhaligon, München, 1. Auflage: 06/2010
HC mit Schutzumschlag
Horror, Urban Fantasy, Romantic Mystery
ISBN 978-3-7645-3052-5
Aus dem Amerikanischen von Marianne Schmidt
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock
Autorenfoto von N. N.

www.penhaligon.de
www.claudiagray.com/
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Bianca Olivier gehört zu den wenigen gebürtigen Vampiren. Sie besucht die Elite-Schule „Evernight“, an der ihre Eltern unterrichten. Das Institut steht allen jugendlich wirkenden Vampiren offen und versucht, ihnen dabei zu helfen, mit den rasanten Entwicklungen der Moderne Schritt zu halten. Seit kurzem werden auch ‚normale„ Schüler, die nicht ahnen, dass einige ihrer Klassenkameraden Vampire sind, zugelassen. Wieso geht die Direktorin das Risiko der Entdeckung ein? Als Bianca Nachforschungen anstellt, sieht sie etwas, das sie für ein Gespenst hält. Auch bei anderen Gelegenheiten bemerkt sie mysteriöse Phänomene, die von Mal zu Mal deutlicher und gefährlicher werden. Auf dem Schulball attackieren die Geister erstmals die anderen Schüler, und nun lässt sich nicht mehr vertuschen, dass etwas Seltsames im Gang ist.

Doch Bianca hat noch andere Sorgen. Ihr Freund Lucas ist Mitglied der Organisation ‚Schwarzes Kreuz„ und ein Vampir-Jäger. Obwohl er Biancas wahres Wesen kennt, liebt er sie. Balthazar, der ebenfalls Gefühle für Bianca hegt, ermöglicht es den beiden, sich heimlich zu treffen. Im Gegenzug lässt ihm Lucas Informationen zukommen über Charity, Balthazars Schwester, die sich offenbar einer Vampir-Gang angeschlossen hat, hinter der das Schwarze Kreuz her ist. Balthazar ist ebenso wie Bianca davon überzeugt, dass Charity harmlos ist und er ihr helfen kann, aber die Vampirin schockiert alle. Ihre Tat treibt einen Keil zwischen Lucas und Bianca, die Trost bei Balthazar findet. Charity ist allerdings noch nicht fertig mit den dreien. Außerdem entdeckt Bianca durch die Geister die Wahrheit über ihre Herkunft. Nun ist nichts mehr, wie es einmal war, und für Bianca bricht eine Welt zusammen …

„Tochter der Dämmerung“ knüpft an die Geschehnisse an, die im ersten Band von „Evernight“ geschildert wurden. Man muss diesen nicht gelesen haben, um der Handlung folgen zu können, da das Wesentliche kurz zusammengefasst wird. Natürlich macht die Lektüre viel mehr Spaß, wenn man bereits mit den Charakteren und dem Hintergrund vertraut ist, da die Fortsetzung auf den bisherigen Ereignissen aufbaut. Was sich anfangs etwas seltsam ausmachte und nur schwammig begründet wurde wie z. B. die Aufnahme ‚normaler„ Schüler in Evernight, ergibt jetzt einen Sinn, der sich zuvor nicht abzeichnete. Tatsächlich überrascht die Geschichte mit einer unvorhersehbaren Wende, welche Hauptfigur Bianca, die als geborene Vampirin ohnehin schon etwas Besonderes war, noch mehr von Ihresgleichen abhebt und vermutlich den Schlüssel zum Happy End birgt.

Dieses lässt allerdings noch auf sich warten, denn mindestens zwei Romane sollen noch folgen („Hourglass“ und „Afterlife“). Bis dahin gibt es nicht nur einige Überraschungen, von denen Biancas eigentümliche Zimmergenossin ebenfalls betroffen ist, sondern auch das Liebeskarussell dreht sich weiter und weitet sich zu einer Dreiecksbeziehung aus, bei der das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Die Weichen für kommende Konflikte wurden gestellt, und so endet das Buch relativ offen. Biancas Situation hat sich grundlegen geändert, nur auf einen Teil der Fragen gab es Antworten – will man wissen, wie es weitergeht, muss man schon die nächsten Bände abwarten.

Gegenüber „Evernight“, das sich wie eine Light-Version von „Twilight“ las, hat sich „Tochter der Dämmerung“ gesteigert. Die Autorin bemüht sich, ihr „Romeo und Julia“-Paar (sie spielt auf diese Vorlage sogar im Buch an) von Bella und Edward zu lösen, und das nicht allein durch den Rollentausch Vampir-Vampirin sondern durch tiefer gehende Probleme, beruhend auf dem Hintergrund der Protagonisten. Manches, was zunächst zurechtgebogen erschien, ergibt nun Sinn. Routiniert und sicher spult Claudia Gray ihr Garn ab, und man folgt der Story gern bis zur letzten Seite. Vor allem junge, romantische Leserinnen zwischen 14 und 20 Jahren, die Reihen wie „Twilight“, „Vampire Diaries“ oder „House of Night“ schätzen und denen Paranormal Romances wie „Black Dagger“, „The Midnight Breed“ und „The Dark Ones“ noch zu erotisch-deftig sind, dürften viel Spaß an „Evernight“ haben.

Das reifere Publikum wird ebenfalls gut unterhalten, sofern es eine auf das Alter der Hauptzielgruppe abgestimmte Handlung akzeptieren kann, in der – typisch USA – mit Gewalt offener umgegangen wird als mit Sex.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Die Gesellschaft des Abendsterns

Erstellt von Werner Karl am 31. August 2010

Brandon Mull
Fabelheim – Die Gesellschaft des Abendsterns

(sfbentry)
Originaltitel: Rise of the Evening Star (2008)
Ins Deutsche übertragen von Hans Link
München: Verlagsgruppe Random House 2010
Penhaligon Tradepaperback
445 Umfang Seiten
ISBN 978-3-764-53035-8

Titel erhältlich bei buch24.de
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Der vorliegende Roman ist der zweite, in sich abgeschlossene Roman um die Abenteuer der Geschwister Kendra und Seth, die vor kurzem entdeckt haben, dass auf dem riesigen Gut, auf dem ihre Großeltern leben, Fabelwesen zu Hause sind und dass Magie tatsächlich funktioniert.

Aktuell steht das Ende des Schuljahrs an und Kendra bereitet sich darauf vor, in die High School zu wechseln, während der zwei Jahre jüngere Seth sich gerade in der Middle Scholl etabliert hat. Wenige Tage vor Schuljahresende wird plötzlich ein neuer Schüler in Kendras Klasse versetzt, den das Mädchen schnell als Fabelwesen identifiziert, denn während sie einen hässlichen, entstellten Gnom wahrnimmt, verlieben sich ihre Freundinnen gleich in den gutaussehenden Neuen. Auch Seth meint einen ganz normalen Mitschüler wahrzunehmen, da Kendra jedoch in ihrem ersten Abenteuer in Fabelheim von den Feen berührt wurde, kann der Zauber des Neuen sie nicht täuschen.

Doch der neue Mitschüler erweist sich bald als Gefahr für ihre Freundinnen, so dass Kendra, Seth und ein älterer Magier, der sich als Freund des Großvaters vorstellt, etwas gegen ihn unternehmen wollen. Doch der neue Magierfreund erweist sich bald als Mitglied der intriganten Gesellschaft des Abendsterns, welche alle bösen Dämonen befreien und für sich nutzen möchte und die zudem die Zerstörung aller magischen Enklaven anstrebt. Bevor die Geschwister wissen was ihnen passiert, lastet ein schwerer Fluch auf Seth und den beiden gelingt nur mit Mühe die Flucht nach Fabelheim. Doch auch hier ist ein Verräter am Werk und bald ist die Existenz von Fabelheim akut gefährdet, wenn es den beiden Jugendlichen nicht gelingt, sowohl Seths Fluch als auch den eines schauerlichen Widergängers zu lösen, der bei allen Lebewesen extremste Ängste und Entsetzen auslöst…

Auch der zweite Band der Serie ist unterhaltsam, abenteuerlich und geschickt konstruiert, was jedoch nicht darüber hinweg täuscht, dass die Geschichte etwas zu lang geraten ist. So gelingt es dem Autor leider nicht, die Spannung durchgängig aufrecht zu erhalten und gerade am Ende des ersten Drittels hat der Roman erhebliche Längen. Etwas enttäuschend ist auch die fehlende Weiterentwicklung der Charaktere. Die neu eingeführten Figuren bleiben blaß und klischeehaft, die bekannten Protagonisten verharren auf dem Stand des ersten Abenteuers, und speziell in diesem Punkt hätte man vom Autor etwas mehr Mut und Initiative erwarten dürfen. Dass trotzdem Spannung aufkommt, liegt an einigen guten Ideen des Autors, so sind vor allem die beschriebenen Zaubertränke oder auch das Auftauchen des gruseligen Widergängers Highlights der Geschichte.

Der etwas übertriebene Showdown am Ende des Buchs ist dagegen Geschmackssache. Jugendliche Leser werden wahrscheinlich begeistert sein über die Action, wer sich jedoch im Genre auskennt wird wohl eher zurückhaltend auf die völlig überzogene und unglaubwürdige Zurschaustellung martialischer Klischees reagieren. Hier macht sich dann eher Enttäuschung breit.

Insgesamt ist der zweite Roman um Fabelheim leider nicht ganz so gut und gelungen wie der erste Band. Trotzdem ist Fabelheim – Die Gesellschaft des Abendsterns noch immer gut lesbar und meistenteils auch spannend, so dass die Lektüre empfohlen werden kann. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass dem Autor Brandon Mull in seinem dritten Band der Serie wieder mehr einfallen wird, er auch den Figuren wieder mehr Zeit und Energie widmet, um Längen besser zu überbrücken und das Niveau anzuheben. 

Copyright © 2010 by Gunther Barnewald

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