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neuauflage

Olympia – Archäologie eines Heiligtums

Erstellt von Werner Karl am 20. Mai 2012

Helmut Kyrieleis
Olympia – Archäologie eines Heiligtums

Zaberns Bildbände zur Archäologie – Sonderbände der antiken Welt
Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz, 10/2011
HC mit Schutzumschlag
Archäologie, Geschichte, Kunst, Architektur
ISBN 978-3-8053-3421-1
Titelgestaltung von Melanie Jungels, scancomp GmbH, Wiesbaden unter
Verwendung von Fotos aus verschiedenen Quellen
109 Farb- und 30 SW-Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.zabern.de
www.antikewelt.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Olympia in Griechenland war der Austragungsort der antiken Olympischen Spiele, die alle vier Jahre zu Ehren Zeus‘ abgehalten wurden. An ihnen durften ausschließlich griechische Athleten teilnehmen, und es herrschte Waffenruhe selbst zwischen verfeindeten Stadtstaaten. Funde aus frühester Zeit belegen, dass es schon zuvor Siedlungen auf dem Gebiet des Heiligtums gegeben hat. Die Kultstätte selber wird auf etwa das 11. Jh. v. Chr. datiert, den Beginn regelmäßiger Spiele vermutet man um das 7. Jh. v. Chr. Der monumentale Ausbau erfolgte im 4. Jh. v. Chr. Danach fanden weitere Aus- und Umbauten unter den Römern statt, bis der oströmische Kaiser Theodosius II die Spiele verbieten ließ, da er die heidnischen Riten als Beleidigung des Christentums erachtete. Vermutlich konnte das Verbot nicht strikt durchgesetzt werden, doch nahmen die Spiele 551 n. Chr. nach einem Erdbeben und der Zerstörung Olympias ein Ende.

Im 18. Jh. begannen die Archäologen, sich für Olympia zu interessieren. Seit dem 19. Jh. arbeiten die Forscher an der systematischen Freilegung der Stätte, die noch nicht abgeschlossen ist. Seit 1894 finden die Olympischen Spiele weltweit an wechselnden Austragungsorten statt.

In „Olympia – Archäologie eines Heiligtums“ dokumentiert Helmut Kyrieleis anhand der Funde, wie das antike Olympia einst ausgesehen haben mochte, welche Bedeutung den einzelnen Bauten und Großplastiken zukam, welche Kulthandlungen vorgenommen wurden, wie die Athleten lebten und nach den Wettkämpfen geehrt wurden, welche Schlussfolgerungen die Wissenschaft aus allem aktuell zieht. Die sachlichen Texte werden durch zahlreiche Fotos und Abbildungen in Farbe und Schwarz-Weiß aufgelockert, die wenigstens die Größe eines Dias haben, mitunter auch eine Doppelseite belegen, so dass das Buch fast Bildbandqualität erreicht. Die solide Gestaltung – Hardcover in Alben-Format mit Schutzumschlag, Kunstdruckpapier – unterstützt den positiven optischen Eindruck.

„Olympia – Archäologie eines Heiligtums“ wendet sich an einen Personenkreis, der sich nicht nur für die Kultur des antiken Griechenlands interessiert, sondern auch für seine Architektur. Die Ausführungen des Autors gehen über das hinaus, was Laien wissen möchten, und setzen Grundkenntnisse voraus. Dem Rucksack-Tourist, der sich Olympia anschauen und nach Erfüllung des kulturellen Pflichtteils entspannt an den Strand legen will, dürfte das Buch zu theoretisch sein, doch Bildungsreisende werden viele interessante Details erfahren, die sie vor Ort überprüfen können. Auch für Studenten der Archäologie und der Altertumskunde bzw. der Architektur ist das Sachbuch eine nützliche Lektüre.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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Grabungsleitfaden

Erstellt von Werner Karl am 20. April 2012

Johanna Sigl / Claus Vetterling (Hrsg.)
Co-Autoren: Pieter Collet, Peer Kröger, Martin Sählhof, Chris van der Meijden, Meike Weber, Albert Zink
Grabungsleitfaden

Verlag Philipp von Zabern, 2012
ISBN 978-3-8053-4451-7
Archäologie
Taschenbuch
s/w-Zeichnungen u. farb. Abbildungen
Umfang 158 Seiten
Umschlaggestaltung: Ines von Ketelhodt, k und m design
Umschlagabbildungen: Johanna Sigl

www.zabern.de

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Die Autoren bzw. Herausgeber:

Johanna Sigl M. A. hat ihr Studium in der Ägyptologie 2006 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit dem Magister Artium abgeschlossen. Sie ist derzeit Promotionsstipendiatin nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz der Universität Bayern e.V.
Claus Vetterling M. A. studierte Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Denkmalpflege und Volkskunde an der Otto-Friedrich-Universität zu Bamberg. Er ist Leiter und Mitbegründer des ReVe Büro für Archäologie, Bamberg.
Quelle: Verlag Philipp von Zabern

Zum Buch:

Spätestens seit den Indiana-Jones-Filmen, träumen wohl auch viele unserer Generation davon, als Archäologe atemberaubende Entdeckungen zu machen und spektakuläre Dinge aus der Vergangenheit ans Licht zu bringen. Auch unsere Eltern und Großeltern dürften dieser Faszination erlegen sein, als berühmte Forscher wie Heinrich Schliemann die lange als Sage betrachtete Stadt Troja (um 1870) oder nach ihm Howard Carter (1922) das Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamuns der Welt präsentierten.

Doch beide waren aus heutiger Sicht nicht das, was man sich unter einem modernen und sorgfältigen Archäologen vorstellt. Ihre Arbeitsweisen waren oft rücksichtslos und sie zerstörten viele Dinge, die heute als unweigerlich verloren gelten müssen. Archäologie und die damit zusammenhängende akribische Arbeit unterscheidet sich massiv von den räuberischen Vorgehensweisen dieser Berühmtheiten und anderer Archäologen, von Grabräubern einmal ganz zu schweigen.

Doch wie geht man nun denn vor? Wie erschließt man ein Grabungsfeld? Wo setzt man erste Testbohrungen, Grabungsschnitte an und mit welcher Ausrüstung sollte man ausgestattet sein? Wir wird eine Fundstelle beschrieben, mit welchen Werkzeugen vermessen und in mehrfacher Weise für die Nachwelt festgehalten? Und heute interessieren uns nicht nur eventuell kostbare Grabbeigaben aus Edelmetallen und Edelsteinen, sondern auch der Inhalt von Gefäßen, die scheinbar unscheinbaren Grabbeigaben und auch das komplette Grabungsumfeld.

Um die Lebensweise, die handwerklichen und architektonischen Fähigkeiten, die Ernährung und sogar Rückschlüsse auf gesellschaftliche, militärische und religiöse Zusammenhänge zu erhalten, sind es oft die früher verschmähten Details, die uns heute noch staunen lassen. Zu Schliemanns und Carters Zeiten hätte man z. B. eine Mumie wie Ötzi eher links liegen gelassen, anstelle nach allen – heutigen – Regeln der Kunst zu erforschen und damit mehr über ihn und seine Zeit herauszufinden, als mit bloßen Goldfunden. Natürlich sind diese auch willkommen und werden ebenfalls gründlicher untersucht wie zu Beginn der Archäologie.

Fazit:

Der „Grabungsleitfaden“ ist m. M. nach somit ein zwingender Bestandteil bei der Ausbildung von Archäologen und allen mit ihnen verwandten Berufsgruppen, Grabungshelfern und Studenten. Leider muss ich an dieser Stelle auch an eine real existierende Gruppe appellieren, sich den Grabungsleitfaden anzuschaffen: die modernen Grabräuber und auch die mitunter sehr seriösen Hobbyarchäologen. Wenn schon niemand illegale Grabungen zu 100 % verhindern kann, dann sollten diese Gruppen wenigstens wissen, was sie bei ihrem Fund zu beachten haben.

Als unverbesserlicher Idealist stelle ich mir sogar vor, dass sie – nach Entnahme des Objektes ihrer Begierde – die Fundstelle nicht weiter zerstören. Anstelle Spuren zu verwischen, sollten sie anonym seriöse Forscher über den Fundort informieren, um wenigstens die für sie uninteressanten – aber für die Welt sehr wohl interessanten Fakten – sichern zu können. Sie meinen, das ist naiv? Ja, aber leider Realität.

Copyright © 2012 by Werner Karl

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Faszination Moorleichen – 220 Jahre Moorarchäologie

Erstellt von Werner Karl am 11. Dezember 2011

Frank Both & Mamoun Fansa (Hrsg.)
Faszination Moorleichen – 220 Jahre Moorarchäologie

Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt, 05/2011
HC (Flexicover)
Sachbuch, Archäologie & Geschichte
ISBN 978-3-8053-4360-2
Titelgestaltung von Jürgen Püschel
89 Farbtafeln im Innenteil, Bildbearbeitung von Torsten Schöning
Karten von Dietrich Hagen

www.zabern.de
moorleichen/www.naturundmensch.de/moorarchaeologie/animated-slider/

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Moorleichen – schaurige Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit. Sie faszinieren die Menschen ob ihrer Unversehrtheit und ihrem wahrscheinlichen Schicksal. Wissenschaftlern hingegen bietet sie ein Fenster in eben jene Epoche, aus der die Unglücklichen stammen. Dies bestätigt auch der Klappentext des Buchs: „Moorleichen gehören zweifelsfrei zu den spektakulärsten Exponaten eines Museums. Auf die Besucher üben sie eine starke Anziehungskraft aus, und für Wissenschaftler sind sie ein Hort neuer Erkenntnisse. Anlässlich des Jubiläumsjahres 175 Jahre Landesmuseum Natur und Mensch präsentieren die Autoren nicht nur das früheste aufgefundene Objekt des archäologischen Museumsbestandes, das Hauptstück aus dem Bareler Moor, sondern u. a. auch die übrigen fünf erhalten gebliebenen Moorleichen.

Der derzeit gültige Forschungsstand wird wiedergegeben, und die jüngsten interdisziplinären Untersuchungen der Rechtsmedizin, Biomechanik und Skelettbiologie, Radiologie, Paläopathologie u. a. m. zur Moorleiche Esterweger Dose oder dem berühmten Jungen von Kayhausen ergaben beeindruckende neue Ergebnisse.“ Das vorliegende Buch befasst sich auf eine Weise mit dem Thema, die sich höchstens sehr interessierten Laien erschließt. Wer sich noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird mit vielen Begriffen oder Vergleichen trotz der zahlreichen Bilder und Karten nicht viel anfangen können. Aber seien wir ehrlich – ein Buch dieser Art muss das Thema auch nicht bei Null beginnen; das ist schlich nicht das Ziel des Werks.

Gut strukturiert und übersichtlich schildern die Herausgeber die Funde, so dass sich fachlich versierte Leser sofort einen guten Eindruck der beschriebenen Moorleichen machen können. Unterstützt von den Abbildungen entsteht so ein rundes Werk, das in keiner Bibliothek fehlen darf, so man sich für das Thema begeistert. Dass sich das Buch nicht an absolute Beginner richtet, beweist auch die Tatsache, dass die Texte sehr sachlich gehalten sind und nicht so reißerisch, wie man es heute von sogenannten Edutainment-Sendungen kennt. Wer also bei den Privatsendern etwas zu dem Thema gehört hat und nun auf ähnlich schaurig-reißerischen Input hofft, wird zum Glück enttäuscht. Die Texte sind durchweg sachlich und fachlich kompetent, man merkt ihnen das Wissen der Herausgeber in diesem Bereich an.

„Faszination Moorleichen“ ist ein perfektes Buch für Leute, die sich bereits mit der Materie vertraut gemacht haben. Wer einen Einstieg in das Thema sucht, sollte sich jedoch erst mit anderen, einfacher gehaltenen Werken einlesen.

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen (GA)

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Den Kelten auf der Spur

Erstellt von Werner Karl am 14. November 2011

Verhart, Leo
Den Kelten auf der Spur
Neue archäologische Entdeckungen zwischen Nordsee und Rhein

(sfbentry)
Verlag: Philipp von Zabern, 2008
ISBN 978-3-8053-3888-2
Hardcover
Kulturgeschichte, Vor- und Frühgeschichte
Übersetzt von Jülich, Patrick
Seiten/Umfang: 207 S., 145 Farb-, 45 s/w-Abb., 22,0 x 28,0 cm

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Klappentext:

Wer waren die Kelten, wie lebten sie, und wie weit erstreckte sich ihre Kultur im nordwestlichen Tiefland Europas? Archäologische und sprachwissenschaftliche Untersuchungen dokumentieren den Einfluss der keltischen Kultur in diesem Gebiet von der Eisenzeit bis zur Eroberung durch die Römer. Ausgehend von Fundorten in Österreich und der Schweiz verfolgt der Autor die keltischen Spuren bis an die Nordsee. Umfangreiche Untersuchungen zur Siedlungs- und Landschaftsarchäologie, Fürstenbestattungen mit reichhaltigen Beigaben oder die Entwicklung von Entwässerungstechniken und einer differenzierten Landwirtschaft zeichnen ein prägnantes und lebendiges Bild einer Epoche, die wegweisend war für die europäische Geschichte.

Mein Eindruck:

Ein Buch für all jene, die manche Dinge ganz genau wissen wollen; mich eingeschlossen. Wenn wir aus unserer heutigen Sicht über „die Kelten“ sprechen und uns ihr Verbreitungsgebiet ansehen, entsteht schnell der Eindruck eines geschlossenen Reiches mit Königen oder gar einem einzigen Kaiser. Doch dem war nicht so. Die Kelten sind ein vager Oberbegriff für eine ganze Anzahl von Völkern, die sich in sehr vielen Dingen glichen und trotzdem regionale Unterschiede und Gebräuche aufwiesen. Eigentlich hat sich an diesem Umstand bis heute nichts geändert.

Auch wir, die Nachfahren der Germanen – welche die Kelten mehr und mehr vertrieben und sich mit ihnen sicher auch vermischt haben – bestehen aus vielen Einzelstämmen. Und wer will bestreiten, dass neben germanischen und römischen Einflüssen, wir nicht auch immer noch keltische Wurzeln in uns tragen?

In 8 Kapiteln wird das Leben, Schaffen und Nachwirken der Kelten beschrieben. Keine langweilige Auflistung von Zahlen und Fakten, sondern eher in einer unterhaltsamen Erzählform.

Copyright © by Werner Karl

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Abgründe der Macht

Erstellt von Werner Karl am 13. Juli 2011

Robert Gordian
Abgründe der Macht

(sfbentry)
Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 02/2011
PB mit Lesebändchen
Belletristik, historischer Roman
ISBN 978-3-8053-4316-9
Titelgestaltung von Katja Holst, Frankfurt/Main unter Verwendung des Motivs „Saviour of the World“ (tempera on panel), Giampietrino, Giovanni Pedrini, Pushkin Museum, Moscow, Russia/Bridgemen Berlin
Autorenfoto von N. N.

www.zabern.de

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Otto I der Große entstammte dem sächsischen Geschlecht der Liudolfinger und gilt als Begründer der Ottonen-Dynastie, die das ostfränkisch-deutsche Reich von 962 bis 1024 als Kaiser regierten. Er wurde 912 als zweiter Sohn des Sachsenherzogs Heinrich I bzw. als erster Sohn aus der Verbindung mit seiner zweiten Frau Mathilda geboren. Aufgrund der Annullierung der ersten Ehe rückte Otto an die vorderste Stelle der Erbfolge, wurde 936 Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreiches, 951 König von Italien und 962 römisch-deutscher Kaiser (mit seiner Krönung wird die Gründung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gleichgesetzt).

Da er sich erfolgreich gegen bestehende Machtstrukturen wandte, schuf er sich vor allem in seinen Jahren als Herzog viele Feinde: Er änderte die Erbfolgeregeln, besetzte wichtige Positionen mit vertrauenswürdigen und fähigen Verwandten und Freunden, entmachtete die Fürsten, die zuvor fast königlichen Status innehatten, und wandelte sie in ihrer Funktion zu Dienern des Herrschers um, und unterwarf die Reichskirche seiner Kontrolle. Siege gegen die Magyaren und Slawen festigten seinen Herrschaftsanspruch und führten sogar dazu, dass man ihn als ‚Retter der Christenheit‘ feierte. Unter ihm begann eine kulturelle Blütezeit.

Der historische Roman „Abgründe der Macht“ schildert die frühen Jahre Ottos ab seiner Ernennung zum Herzog von Sachsen und König des Ostfrankeneichs von 936 bis 939, in denen er seine Position verteidigte und all jene entmachtete, die selber nach der Königskrone strebten oder ihren Favoriten auf den Thron zu bringen versuchten. Treu zur Seite stehen ihm seine Frau Edgith, eine Angelsächsin, und einige ausgewählte Vasallen, die mit Titeln und Burgen für ihre Verdienste belohnt werden. Durch Klugheit und Geschick übersteht er die Intrigen und Angriffe seiner Gegenspieler, darunter sein Halbbruder Thankmar und sein jüngerer Bruder Heinrich, der Liebling ihrer beider Mutter.

Ausführlich und dialog-lastig beschreibt der Autor den kurzen Zeitraum von nur drei Jahren, der einem sehr viel länger erscheint, und geht bloß kurz im Epilog auf die Folgejahre ein. Die Handlung spielt an verschiedenen Orten, da die Protagonisten ständig reisen. Eine Vielzahl historisch belegter Personen ist involviert oder wird erwähnt, egal wie klein ihre Rolle ist. Darüber verliert man trotz der Personenübersicht am Ende des Buchs leicht den Überblick, denn die Authentizität geht leider zu Lasten des Handlungsflusses. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt des Bandes auf ‚historisch‘ und weniger auf ‚Roman‘. So breitet sich vor dem Leser einerseits die mittelalterliche Welt des Adels aus, die sich im Umbruch befindet, doch die Akteure wahren Distanz zum Leser, es gibt keine spannenden Szenen, und auch von der großen Liebe, die Otto und Edgith verbindet und von der der Klappentext kündet (der Verfasser nennt sie außerdem „Editha“ – ob er das Buch wirklich gelesen hat?), ist nicht viel zu bemerken. Wer auf eine unterhaltsame Lektüre hofft, wird enttäuscht.

Robert Gordian – er studierte Journalistik und Geschichte, war als Dramaturg, Hörspiel- und TV-Autor tätig, ist Verfasser zahlreicher historischer Romane – verfügt über tief gehende Fachkenntnisse, doch sein Wunsch, die historischen Geschehnisse anhand von Quellen so realistisch wie möglich darzustellen, nimmt der Erzählung den Schwung. Von daher ist „Abgründe der Macht“ nicht Fisch, nicht Fleisch, denn den Historikern fehlen z. B. sachliche Hintergrundinformationen, eine Chronologie, der Stammbaum der Liudolfinger, ein Verzeichnis weiterführender Bücher. Den Freunden der Belletristik wiederum ist der Roman zu trocken und spannungsarm.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Das Leben am Nil – und der Alltag im Alten Ägypten

Erstellt von Werner Karl am 18. April 2011

Martin von Falck, Katja Lembke und Britta Rabe
Das Leben am Nil – und der Alltag im Alten Ägypten
Das alte Ägypten in Hildesheim 2

Verlag Philipp von Zabern
Mainz/Roemer- und Pelizaeus-Museum, Hildesheim, 02/2011
HC mit Schutzumschlag
Sachbuch, Archäologie, Geschichte
ISBN 978-3-8053-4285-8 Buchhandelsausgabe
ISBN 978-3-8053-4330-5 Museumsausgabe
Titelgestaltung von Nicole Westphal, Atelier für Kommunikationsgestaltung, Hildesheim
unter Verwendung des Motivs „Pektoral des Gottes Sched“
74 Farbabbildungen aus verschiedenen Quellen

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www.rpmuseum.de

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„Das Leben am Nil“ ist nicht nur als reich illustriertes Sachbuch über den Buchhandel erhältlich, sondern auch als Museumskatalog. Die Archäologen und Museumsmitarbeiter des Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim folgten beim Aufbau der Dauerausstellung den Vorgaben der Alten Ägypter, für die das Leben mit dem Sonnenaufgang verbunden war, während der Sonnenuntergang den Tod symbolisierte. Entsprechend richteten sie ihre Städte aus, mit den Wohnungen im Osten und den Nekropolen im Westen. Das Museum präsentiert im lichtdurchfluteten Ostflügel „Das Leben am Nil“ und im dunklen Westteil „Das Alte Reich“ mit Funden vom Pyramidenplateau in Giza. Die Essays im Katalog orientieren sich an den drei Hauptbereichen der Ausstellung: 3000 Jahre Religion in Ägypten, Handel und Handwerk, Wohnen und Leben.

In „Horus und Heiland – Die Religion im Alten Ägypten“ erfährt man Näheres über einige der wichtigsten Gottheiten und heiligen Orte. Die Rituale waren keineswegs einheitlich. Die Schöpfungsmythen wurden meist mit der lokalen Hauptgottheit verbunden. Von größter Bedeutung war die Sonne, die vergöttlicht wurde, so dass andere Götter, die man mit Re gleichsetzte, oft auch seinen Namen trugen, z. B. Amun-Re. Pharao Amenophis III ging so weit, aus dem Sonnenkult die erste monotheistische Religion um die Gottheit Aton zu formen, doch nach Echnatons Tod huldigte das zwangsbekehrte Volk wieder den ursprünglichen Göttern und auch dem göttlichen Pharao. Durch Soldaten und Legionäre gelangten viele Kulte in andere Länder. Die Auseinandersetzung mit dem Judentum und dem Christentum hinterließ keine großen Spuren, während der Islam die ägyptische Glaubenswelt nachhaltig beeinflusste und veränderte.

In „Handel und Handwerk – Die Wirtschaft im Alten Ägypten“ wird erklärt, wie abhängig die Menschen vom Nilhochwasser waren. Es entschied über eine reiche Ernte oder eine Hungersnot. Im Vordergrund stand lange die Abdeckung der persönlichen Bedürfnisse, doch der Wunsch der Pharaonen nach reich ausgestatteten Gräbern führte zu Eroberungen, ließ den Handel blühen und begünstigte das Entstehen von Werkstätten. „Haus und Hof – Das Wohnen im Alten Ägypten“ gibt Auskunft über Architektur und Räumlichkeiten, Mobiliar, Hygiene, Schmuck und Kosmetik, die Versorgung der Familie und ihre Hausgötter.

Alle Texte sind kurz und präzise, beschränken sich auf das Wesentliche und informieren auf leicht verständliche Weise. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen die Informationen. Es folgt noch ein „Katalog“, der verschiedene Ausstellungsstücke auf der einen und die dazu gehörenden Erläuterungen auf der gegenüber liegenden Seite bietet.

Am Ende des Buchs finden sich eine ausführliche Bibliographie, Erklärungen zu den Kürzeln und diverse Quellenangaben. „Das Leben am Nil“ ist ein sehr interessantes Sachbuch, das aufgrund zahlreicher Abbildungen fast schon Bildbandqualität erreicht. Man muss die Ausstellung nicht besucht haben, um Interesse an den Ausführungen zu entwickeln. Diese sind auch für den Laien verständlich geschrieben und wecken die Lust, die Ausstellung zu sehen. Zwar bietet der Titel keine neuen Erkenntnisse oder tiefer gehende Informationen, aber er vermittelt Interessenten einen ersten Einblick in das Leben im Alten Ägypten und eignet sich durchaus auch als begleitendes Material im Geschichtsunterricht.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Gallia Lugdunensis

Erstellt von Werner Karl am 17. April 2011

Alain Ferdière
Gallia Lugdunensis
Zaberns Bildbände zur Archäologie

Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 02/2011
HC mit Schutzumschlag
Sachbuch, Bildband, Geschichte, Archäologie
ISBN 978-3-8053-4284-1
Aus dem Französischen von Andrea Rottloff
Titelkonzeption von Pauline Schimmelpenninck, Büro für Gestaltung, Berlin unter Verwendung einiger Fotos aus verschiedenen Quellen
Mit Beiträgen von Armand Desbat, Monique Dondin-Payre und William Van Andringa
135 Farb- und 18 Schwarz-Weiß-Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

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Titel erhältlich bei Booklooker.de

Unter der römischen Provinz „Gallia Lugdunensis“ versteht man ein Gebiet, das die heutige Bretagne, Normandie und Burgund umfasst – Regionen, die zu den beliebtesten Reisezielen zählen, da sie Synonyme für keltische und römische Denkmäler, reizvolle Landschaften, gutes Essen und hervorragende Weine sind. Auch so manches Abenteuer von „Asterix“ spielt in dieser Gegend, und man entdeckt auch den einen oder anderen aus dem Comic geläufigen Ortsnamen.

„Gallia Lugdunensis“ ist, neben Gallia Belgica und Gallia Aquitania, eine von drei römischen Provinzen, die von Cäsar erobert und unter Augustus willkürlich festgelegt wurden, wobei Landmarken (Flüsse, Gebirge etc.) eine größere Bedeutung spielten als die Territorien der ansässigen Stämme. Zahlreiche Städte, die viele Sehenswürdigkeiten bieten, gehen auf keltische Oppida und römische Siedlungen zurück, darunter das heutige Tours, Orléans, Rennes, Nantes, Le Mans u. v. a.

Die Römer übten einen großen Einfluss auf das Leben der Kelten aus, die sich den neuen Strukturen, die ihnen aufgenötigt wurden, teils freiwillig unterwarfen, teils dagegen aufbegehrten. Aufstände wurden prompt niedergeschlagen und die Anführer der Rebellen durch eine pro-römische Leitung ersetzt. Wer von vornherein Bündnisse schloss, profitierte davon, u. a. in Form des römischen Bürgerrechts.

Das Verwaltungssystem der Römer wurde ebenso eingeführt wie ihre Schrift und Währung. Dies hatte zwangsläufig Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens: den Grundriss von Ortschaften und Häusern, das Verkehrswesen, Landwirtschaft, Handel und Handwerk, Religion und Kunst. Die Details schildern Alain Ferdière und seine Mitautoren sachlich und wissenschaftlich fundiert. Alle Angaben werden durch Beispiele und Quellen-Angaben belegt sowie durch Fotos, Karten und Abbildungen veranschaulicht. Die schönen Fotos, die dem Buch Bildbandqualität verleihen, haben wenigstens die Größe eines Passfotos und nehmen bis zu zwei Seiten ein. Die Abbildungen von beeindruckenden Kunstwerken, Monumenten usw. zu betrachten, bereitet große Freude.

Allerdings darf man sich davon nicht täuschen lassen, denn „Gallia Lugdunensis“ ist kein ‚etwas besserer‘ Reiseführer für historisch interessierte Globetrotter oder ein Geschichtswerk für Hobby-Archäologen, die sich für die Region interessieren. Für den Laien sind die Texte zu wissenschaftlich geschrieben und beinhalten zu viele Details. Tatsächlich wendet sich der Band an ein Publikum, das reichliches Hintergrundwissen mitbringt: an Lehrer, die sich intensiv mit Frankreich in der Antike und dem Mittelalter befassten, an Studenten der Geschichtswissenschaften und Archäologie, an Historiker und Archäologen. Diese Gruppe findet in „Gallia Lugdunensis“ reichliche, tiefer gehende Informationen, die von ansprechenden Bildern und einem ausführlichen Anhang mit einem weiterführenden Literaturverzeichnis abgerundet werden.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Abgründe der Macht

Erstellt von Werner Karl am 6. April 2011

Robert Gordian
Abgründe der Macht

Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 02/2011
PB mit Lesebändchen
Belletristik, historischer Roman
ISBN 978-3-8053-4316-9
Titelgestaltung von Katja Holst, Frankfurt/Main unter Verwendung des Motivs
„Saviour of the World“ (tempera on panel), Giampietrino, Giovanni Pedrini, Pushkin Museum, Moscow, Russia/Bridgemen Berlin
Autorenfoto von N. N.

www.zabern.de

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Titel erhältlich bei Booklooker.de

Otto I der Große entstammte dem sächsischen Geschlecht der Liudolfinger und gilt als Begründer der Ottonen-Dynastie, die das ostfränkisch-deutsche Reich von 962 bis 1024 als Kaiser regierten. Er wurde 912 als zweiter Sohn des Sachsenherzogs Heinrich I bzw. als erster Sohn aus der Verbindung mit seiner zweiten Frau Mathilda geboren.

Aufgrund der Annullierung der ersten Ehe rückte Otto an die vorderste Stelle der Erbfolge, wurde 936 Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreiches, 951 König von Italien und 962 römisch-deutscher Kaiser (mit seiner Krönung wird die Gründung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gleichgesetzt). Da er sich erfolgreich gegen bestehende Machtstrukturen wandte, schuf er sich vor allem in seinen Jahren als Herzog viele Feinde: Er änderte die Erbfolgeregeln, besetzte wichtige Positionen mit vertrauenswürdigen und fähigen Verwandten und Freunden, entmachtete die Fürsten, die zuvor fast königlichen Status innehatten, und wandelte sie in ihrer Funktion zu Dienern des Herrschers um, und unterwarf die Reichskirche seiner Kontrolle. Siege gegen die Magyaren und Slawen festigten seinen Herrschaftsanspruch und führten sogar dazu, dass man ihn als ‚Retter der Christenheit‘ feierte. Unter ihm begann eine kulturelle Blütezeit.

Der historische Roman „Abgründe der Macht“ schildert die frühen Jahre Ottos ab seiner Ernennung zum Herzog von Sachsen und König des Ostfrankeneichs von 936 bis 939, in denen er seine Position verteidigte und all jene entmachtete, die selber nach der Königskrone strebten oder ihren Favoriten auf den Thron zu bringen versuchten. Treu zur Seite stehen ihm seine Frau Edgith, eine Angelsächsin, und einige ausgewählte Vasallen, die mit Titeln und Burgen für ihre Verdienste belohnt werden. Durch Klugheit und Geschick übersteht er die Intrigen und Angriffe seiner Gegenspieler, darunter sein Halbbruder Thankmar und sein jüngerer Bruder Heinrich, der Liebling ihrer beider Mutter. Ausführlich und dialog-lastig beschreibt der Autor den kurzen Zeitraum von nur drei Jahren, der einem sehr viel länger erscheint, und geht bloß kurz im Epilog auf die Folgejahre ein. Die Handlung spielt an verschiedenen Orten, da die Protagonisten ständig reisen.

Eine Vielzahl historisch belegter Personen ist involviert oder wird erwähnt, egal wie klein ihre Rolle ist. Darüber verliert man trotz der Personenübersicht am Ende des Buchs leicht den Überblick, denn die Authentizität geht leider zu Lasten des Handlungsflusses. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt des Bandes auf ‚historisch‘ und weniger auf ‚Roman‘. So breitet sich vor dem Leser einerseits die mittelalterliche Welt des Adels aus, die sich im Umbruch befindet, doch die Akteure wahren Distanz zum Leser, es gibt keine spannenden Szenen, und auch von der großen Liebe, die Otto und Edgith verbindet und von der der Klappentext kündet (der Verfasser nennt sie außerdem „Editha“ – ob er das Buch wirklich gelesen hat?), ist nicht viel zu bemerken.

Wer auf eine unterhaltsame Lektüre hofft, wird enttäuscht. Robert Gordian – er studierte Journalistik und Geschichte, war als Dramaturg, Hörspiel- und TV-Autor tätig, ist Verfasser zahlreicher historischer Romane – verfügt über tief gehende Fachkenntnisse, doch sein Wunsch, die historischen Geschehnisse anhand von Quellen so realistisch wie möglich darzustellen, nimmt der Erzählung den Schwung. Von daher ist „Abgründe der Macht“ nicht Fisch, nicht Fleisch, denn den Historikern fehlen z. B. sachliche Hintergrundinformationen, eine Chronologie, der Stammbaum der Liudolfinger, ein Verzeichnis weiterführender Bücher. Den Freunden der Belletristik wiederum ist der Roman zu trocken und spannungsarm.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Fundgeschichten – Archäologie in Nordrhein-Westfalen

Erstellt von Werner Karl am 19. März 2011

Thomas Otten, Hansgerd Hellenkemper, Jürgen Kunow & Michael M. Rind (Hrsg.)
Fundgeschichten – Archäologie in Nordrhein-Westfalen

Verlag Philipp von Zabern, Mainz
und Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln
Köln, 03/2010, im Auftrag des Ministeriums für Bauen und Verkehr
des Landes Nordrhein-Westfalen und der Archäologischen Gesellschaft Köln
HC mit Schutzumschlag
Sachbuch, Bildband, Archäologie, Geschichte
ISBN 978-3-8053-4204-9
(Museumsausgabe: 978-3-8053-4236-0)
Titelfoto Römischer Grabmalaufsatz aus Köln von Axel Thünker, DGPh
742 Farb- und 11 Schwarz-Weiß-Abbildungen im Innenteil

www.zabern.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Fundgeschichten – Archäologie in Nordrhein-Westfalen“ ist das Begleitbuch zur Landesausstellung NRW 2010 in Köln und Herne, einer Rückschau auf die Entdeckungen und Entwicklungen der letzten Jahre. Es existieren eine Museums- und eine Buchhandelsausgabe.

Zahlreiche Autoren verfassten sachlich fundierte Essays zu verschiedenen Epochen, die die Region prägten, und zu verwandten Themen, jeweils mit mannigfaltigen Unterpunkten: „Paläontologie in NRW“, „Steinzeit“, „Metallzeit“, „Römische Kaiserzeit“, „Mittelalter und Neuzeit“, „Naturwissenschaften und Archäologie“, „Auf Tour durch Nordrhein-Westfalen – Archäologische Themenrouten“, „Denkmalpflege und Museen“. Dem schließt sich ein Katalogteil an. Das großformatige Sachbuch/Bildband ist edel gestaltet mit Schutzumschlag, hochwertigem Papier, übersichtlichem Layout und zahlreichen Abbildungen – fast auf jeder Seite mindestens eine -, die wenigstens Scheckkarten-Format haben und sich bis über eine ganze Seite erstrecken können. Zu sehen sind Karten, Ausgrabungsstätten, Fundstücke u. v. m.

Beispielsweise erfährt man mehr über die notwendigen Vorgänge „Von der Fundmeldung zur wissenschaftlichen Bearbeitung“, darunter das Informieren der zuständigen Stellen, die Bergung des Objekts durch Fachleute und entsprechendes Gerät, die Konservierung, die Klärung der Eigentumsfrage. Auch den „Forschungen in den westfälischen Römerlagern 2005 – 2009“ ist ein Kapitel gewidmet, das die Probleme nennt, mit denen sich Archäologen oft konfrontiert sehen wie das Auslaufen von Fördermitteln und widrige Witterungsbedingungen. Ein weiteres Thema ist die „Kirchenarchäologie“. Ausgrabungen in und um Kirchen haben eine lange Tradition und liefern viele wertvolle Informationen über mehrere Epochen hinweg. „Die Eiszeit in der Nachbarschaft – Ausschilderung von eiszeitlichen Fundstellen in Nordrhein-Westfalen“ gibt Auskunft über Fundstätten in der Region. Darüber hinaus erfährt man u. a., dass der Neandertaler und der moderne Mensch in Höhlen lebten, viele Hinweise jedoch während der Nazi-Zeit verloren gingen, da man die Höhlen gern als Munitionslager missbrauchte.

„Fundgeschichten“ ist kein Sachbuch, das man Seite für Seite liest. Dafür ist es zu umfangreich, zu detailiert, zu spezialisiert. Stattdessen nimmt man es immer wieder gern zur Hand, blättert darin, lässt sich von interessanten Überschriften und Abbildungen dazu anregen, mal diesen, mal jenen Artikel zu lesen und immer wieder Neues und Interessantes zu entdecken. Es wendet sich an Archäologen und Historiker, die sich auf die Region spezialisiert haben, an Studenten, Lehrer, begeisterte Laien, Museumsbesucher und gewiss auch an alle interessierten Einwohner Nordrhein-Westfalens, die mehr über die Geschichte, Ausgrabungsstätten und reizvollen Fundstücke in ihrer unmittelbaren Umgebung erfahren wollen. „Fundgeschichten“ ist ein sehr informatives und wunderschönes Buch voller großartiger Fotos!

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Griechische Schriftsteller

Erstellt von Werner Karl am 14. Januar 2011

Dr. Rainer Nickel
Griechische Schriftsteller
Die Berühmten

Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 10/2010
HC mit Lesebändchen
Sachbuch, Biographie, Kulturgeschichte, Literatur
ISBN 978-3-8053-4242-1
Titelfoto: Euripides, griechische Kopie einer römischen Marmorbüste © akg-images/Erich Lessing
Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.zabern.de
www.uni-marburg.de/fb10/klassphil/seminar/lehrend/nickel

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In der Reihe „Die Berühmten“ ist nach „Römische Schriftsteller“, „Liebschaften der Antike“ und „Archäologen“ ein weiterer Band über „Griechische Schriftsteller“ erschienen, der 22 der wichtigsten Männer und Frauen der Antike vorstellt, die ihre Ära nachhaltig prägten und noch bis in die heutige Zeit durch ihre Werke Maßstäbe setzen. Der Klassische Philologe Dr. Rainer Nickel informiert sachlich, kompetent und trotzdem unterhaltsam über das Leben und Wirken von Persönlichkeiten wie Äsop, Aristoteles, Herodot, Homer, Platon, Sappho, Xenophon u. a. m. Zudem schildert er, wie jene Schriftsteller von Zeitgenossen oder Personen späterer Epochen gesehen wurden. Ein weiterer wichtiger Punkt, der ausführlich erläutert wird, ist der Einfluss, den die antiken politischen Schriften, Geschichtswerke und Biografien, Lyriken und Epen, Tragödien und Komödien und sonstigen Literaturformen vor allem auf die römischen Schriftsteller und die des Humanismus„ hatten – und noch auf die Autoren der Gegenwart haben. Jedem der 21 Schriftsteller und 1 Schriftstellerin ist ein übersichtlich gestalteter Artikel gewidmet.

Eingangs werden die wichtigsten persönlichen Daten genannt und das Wesentliche über sein oder ihr Leben zusammengefasst, oft ergänzt durch Zitate. Manche Angaben sind spekulativ, da die historischen Quellen nicht immer zuverlässig oder sogar widersprüchlich sind. Beispielsweise geht man davon aus, dass nicht ein Dichter, Homer, die „Ilias“ und „Odyssee“ verfasste, sondern mehrere Personen das Epos schufen. Darauf folgt eine Nennung der wichtigsten Schriftwerke mit einer Kurzfassung der bedeutendsten Schöpfungen innerhalb der verschiedenen Genres, inklusive Interpretationen und einiger Auszüge. So erfährt man u. a., dass sich Aischylos in der „Orestie“ in drei Teilen mit den inneren Konflikten seiner Hauptfiguren befasst, die einer Pflicht nachkommen müssen, welche ein Verbrechen notwendig macht, das sie gar nicht begehen möchten, wie z. B. die Opferung der Iphigenie durch ihren Vater Agamemnon, um Artemis„ Zorn zu besänftigen und günstige Winde für die Fahrt nach Troja zu bekommen.

Des weiteren wird erläutert, wie die Werke überliefert wurden, ob Originale bzw. zeitnahe Abschriften vorhanden sind, was im Laufe der Jahrhunderte verloren ging und noch heute erhalten ist. Manche zuverlässige Manuskripte stammen aus dem Mittelalter, mitunter finden sich auch noch römische Übersetzungen, Papyrus-Fragmente etc. Gewichtige Inhalte und bemerkenswerte stilistische Besonderheiten vieler dieser Werke dienten späteren Schriftstellern, Philosophen und Staatsmännern (Maciavelli, Nietzsche, Heine …) als Quell der Inspiration. Tatsächlich prägten und prägen die Schriftsteller der Antike das Gedankengut der Menschen noch bis ins 21. Jahrhundert. Die Informationen sind äußerst interessant, übersichtlich und gut lesbar aufbereitet. Allein Hinweise zur korrekten Aussprache der Namen vermisst man, und dass längere Texte mitten im Satz durch gekennzeichnete Einschübe unterbrochen werden, stört ein wenig den Lesefluss. Allerdings sind das keine wirklichen Mängel. Für etwas Auflockerung sorgen einige passend ausgewählte SW-Fotos von Skulpturen, Büsten und Schriftwerken.

Die Gestaltung des Buchs als Hardcover mit unempfindlichem Plastikeinband und Lesebändchen, gutem Papier und ansprechendem Layout kann überzeugen. „Griechische Schriftsteller“ ist ein sehr empfehlenswertes Buch für Schüler Studenten und Lehrer, aber auch für Erwachsene, die sich für das Thema interessieren und sich gern mittels eines kurzen Abrisses über einige der bedeutendsten Schriftsteller der Antike schnell informieren möchten. Wer sich darüber hinaus fortbilden will, findet ein Literaturverzeichnis, das Bücher listet, die sich ausführlicher mit der Materie befassen. Für den Einstieg in die Literatur der Antike ideal!

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