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Gebrauchsanweisung für Japan

Erstellt von Werner Karl am 22. August 2010

Andreas Neuenkirchen
Gebrauchsanweisung für Japan

(sfbentry)
Piper Verlag, München, 10/2009
PB mit Klappbroschur
Sachbuch, Reise, Anekdoten, Kulturführer
ISBN 978-3-492-27585-9
Titelgestaltung von Büro Hamburg, Birgit Kohlhaas unter Verwendung
von Motiven von age fotostock/Look und Michael Boyny/Look (Gästepantoffeln
in der Eingangshalle des Manpukuji-Tempels, Vorplatz am U-Bahnhof Ginza in Tokio)
Autorenfoto von Ulrich Klein

www.piper.de
www.andreas-neuenkirchen.asia

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Japan ist ein Land voller Gegensätze – Tradition und Moderne -, die auf erstaunliche Weise miteinander harmonieren. So findet man malerische Tempel neben futuristisch anmutenden Bürohochhäusern, aus der Frühzeit überlieferte Feste mischen sich mit importierten Feiertagen (wie Weihnachten und den Valentinstag) und Cosplay-Spektakeln, Kimonos schimmern zwischen Business-Kostümen und flippigen Gothic-Lolita-Outfits, traditionelle Sportarten (wie Sumo und Kyudo) sind genauso beliebt wie PC-Games usw. Seit sich Japan im 19. Jahrhundert öffnen musste, hielten viele Neuerungen aus dem Westen Einzug, doch längst funktioniert die Beeinflussung auch in die andere Richtung. Beispielsweise konkurrieren in den Buchhandlungen Mangas mit amerikanischen Superhelden und Francobelgiern, manche Kreise halten Sushi für schicker/schmackhafter als den Burgher oder die Semmel mit Wiener, man fährt Toyota und Nissan und nicht nur Audi und Opel, Handy und Fernseher sind von Sony, und in vielen Geräten befinden sich Komponenten aus Japan.

Der Journalist, Autor und Versandhändler Andreas Neuenkirchen bereist Japan regelmäßig, teils aus beruflichen Gründen, teils aus privatem Interesse. Auch abseits der ausgetretenen Touristenpfade schaut er sich gern das Inselreich an und lernte schnell, dass es in solchen Fällen nahezu unmöglich ist, als Ausländer unterwegs zu sein, dass man der Vermittlung eines Einheimischen bedarf, damit der Ryokan in einem abgelegenen Dorf nicht ausgebucht und die traditionelle Kneipe nicht gerade von einer geschlossenen Gesellschaft belegt ist.

Ein klares Nein gilt als unhöflich; stattdessen wird die Absage wortreich umschrieben oder die Frage konsequent ignoriert. Händeschütteln oder (vermutlich falsch) Verbeugen? Weder die Einheimischen noch die Besucher aus dem Ausland wissen, wie sie sich beim ersten Treffen verhalten sollen. Nicht vergessen darf man das Gastgeschenk, möglichst etwas Typisches, das schön verpackt sein sollte. Ein Aufkleber mit Namen des Ladens, in dem es gekauft wurde, erfreut, sofern es sich nicht gerade um einen Artikel von einer Billig-Kette handelt, und das Preisschild erleichtert es, sich angemessen zu revanchieren. Andreas Neuenkirchen hat noch sehr viel mehr zu erzählen über Land und Leute. Manches wirkt vertraut und nachvollziehbar, anderes sonderbar und kurios. Leider sind es fast immer nur die Bereiche, in denen sich die japanische Kultur deutlich von der der westlicher Länder unterscheidet und für merkwürdige Ausnahmen sorgt, über die in den Medien berichtet wird, so dass ein verzerrtes Bild entsteht.

Zwar werden diese Themen auch hier angeschnitten, weil sie sich kurzweilig lesen, aber der Autor bemüht sich dennoch, differenzierter zu schreiben. In Folge lobt er u. a. die Pünktlichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel (hier könnte sich die Deutsche Bahn mehr als eine Scheibe abschneiden), dass die Kriminalitätsquote (Diebstahl) sehr gering ist und dass die Gastfreundschaft groß geschrieben wird, er kritisiert aber auch z. B. die mangelnde Vergangenheitsbewältigung, denn die Gräuel, die Japan als Besatzungsmacht in Korea begangen hat, werden oft heruntergespielt oder sogar geleugnet. Alles in allem bietet die „Gebrauchanweisung für Japan“ interessante Erfahrungsberichte und Hintergrundinformationen, dazu heitere Anekdoten, die den Globetrotter oder Japanologie-Studenten zumindest auf einige Dinge hinweisen, mit denen er zu rechnen hat oder die er beachten sollte. Auf Sehenswürdigkeiten wird nur indirekt hingewiesen, darum ersetzt der Band keinen Reiseführer, ergänzt ihn aber sinnvoll und unterhaltsam, so dass man ihn allen, die sich – aus welchem Grund auch immer – mit Japan befassen, empfehlen kann.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei buch24.de
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Drei Männer im Boot

Erstellt von Michael Drewniok am 21. August 2010

Jerome K. Jerome
Drei Männer im Boot … ganz zu schweigen vom Hund


Originaltitel: Three Men in a Boat (London : Arrowsmith 1889)
Deutsche Erstausgabe (unter dem Titel „Drei Mann in einem Boot – vom Hunde ganz zu schweigen“): 1900 (A. Schumann‘s Verlag)
Übersetzung: A. u. M. Springer
279 S.
[keine ISBN]
Diese Ausgabe: September 2009 (Piper Verlag Nr. 2451)
Übersetzung: Arndt Kösling
247 Seiten
ISBN-13: 978-3-492-22451-2

Titel bei Buch24.de
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Das geschieht:

Sommer im London der späten 1880er Jahre … Harris, George und Jerome, drei junge Männer, geben sich gelangweilt ihren hypochondrischen Neigungen hin. Bald kommen sie zu dem Schluss, dass ihnen ein Urlaub gut täte. Doch Geld und Zeit sind knapp; höchstens 14 Tage könnte man sich der verhassten Arbeit fernhalten. Nach ausgiebigen Beratungen entscheidet man sich deshalb für eine Bootsfahrt die Themse hinauf.

Die junge Elite des viktorianischen Britanniens bildet sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts viel auf ihren Abenteuer- und Sportsgeist ein. Unser Trio ist da keine Ausnahme. Tatsächlich sind weder Harris, George oder Jerome der rauen Realität eines Sommerurlaubs in England gewachsen. Der rauflustige Foxterrier Montmorency ist da schon aus anderem Holz geschnitzt. Er setzt sein Talent freilich bevorzugt ein, seinen Herren allerlei Scherereien zu machen.

Da muss er sich jedoch anstrengen, denn Harris, George und Jerome schaffen es selbst, sich ständig in peinliche Situationen zu bringen. Sie fahren in die Irre, kentern häufig, fallen über Bord, geraten mit schrulligen Uferbewohnern aneinander, streiten und vertragen sich – und erleben die Ferien ihres Lebens, denn ihre Fahrt geht durch eine traumhaft schöne Flusslandschaft, entlang an uralten Städtchen, lauschigen Winkeln und gemütlichen Gasthäusern, die anzusteuern besonders Harris stets am Herzen liegt …

Der Weg ist das Ziel

Ein Roman ohne echte Handlung, ein Bestseller, den die Leser einfach lieben, ohne dazu von der Werbung gezwungen zu werden: „Drei Männer im Boot“ ist eines jener Bücher, die exakt den rechten Ton zur rechten Zeit trafen und sich auf diese Weise ihren Klassikerstatus sicherten. Autor Jerome hat später noch viele mindestens ebenso lesenswerte und lustige Werke verfasst, ohne seinen Erfolg von 1889 auch nur annähernd zu erreichen.

Die Ausgangsidee ist ebenso einfach wie genial. Drei Männer begeben sich auf eine Bootsfahrt, ohne eine echte Ahnung davon zu haben, worauf sie sich da einlassen. Die Kulisse – der Fluss Themse und seine Ufer – ist überschaubar, und auf 250 Seiten dekliniert Jerome die möglichen Zwischenfälle durch. Deren Unterhaltungswert hält sich theoretisch in Grenzen: Was ist an ständigem Kentern oder Verirren schon komisch? Hier setzt Jerome deshalb ganz auf den berühmten britischen Humor, der schwarz und knochentrocken ist und deshalb kein Verfallsdatum besitzt. Die deutsche Übersetzung weiß ihn glücklicherweise zu bewahren, obwohl „Three Men in a Boot“ trotzdem zu jenen Büchern gehört, deren Lektüre im Original angeraten wird.

Bekannte Orte, liebevoll verfremdet

Eines der schönsten Merkmale dieses britischen Humors ist die Tatsache, dass er den Witz anders als die Brou-har-har-Klamottenkomiker, die im Auftrag des deutschen Privatfernsehens ihr Publikum foltern, nicht herbei zwingt, sondern ihm quasi den Rücken kehrt. Mit beinahe dokumentarischer Sachlichkeit werden die Erlebnisse unseres Trios (bzw. Quartetts, denn Hund Montmorency ist ein vollwertiges Besatzungsmitglied) geschildert. Der Clou ist dabei, dass man Jeromes Beschreibungen liest und sehr genau weiß, dass er hemmungslos übertreibt oder die ‚Wahrheit‘ verzerrt. Je ernsthafter George, Harris und Jerome ihren Urlaub angehen, desto lächerlicher machen sie sich.

Zu Ruhm und Zeitlosigkeit von „Drei Männer im Boot“ tragen nicht in geringem Maße Jeromes kundigen Beschreibungen von Land und Leuten an der Themse bei. Ihm fällt zu jedem Ort eine schnurrige historische Anekdote ein, die der offiziellen Geschichtsschreibung ganz neue Seiten abgewinnt. Gleichzeitig fasziniert die Darstellung einer längst vergangenen Welt, in der es völlig selbstverständlich war, dass Menschen jeglichen Alters die Themse hinauf- und hinab schipperten, um sich dabei zu erholen. Das tun sie heute auch noch, aber die Methoden und Sitten haben sich sichtlich geändert.

Drei Jedermänner machen Urlaub

Neben der wunderbaren Beschreibung einer Themsefahrt ist es die bemerkenswerte Figurenzeichnung, die Autor Jerome seinen drei Protagonisten angedeihen lässt. Harris, George und Jerome repräsentieren eine untergegangene Epoche, aber sie tun dies so liebenswert, dass man sich wünscht, im viktorianischen England zu leben (und dessen weniger angenehme Seiten fast vergisst …)

Sicherlich der Hauptgrund für diese lebendigen Charaktere ist die Tatsache, dass es unser Trio tatsächlich gegeben hat. Carl Hentschel (Harris) (1864-1930), George Wingrave (George) (1862-1941) und Jerome K. Jerome (1859-1927) waren alte Freunde, die eine Menge zusammen erlebten. (Eine Themse-Fahrt unternahmen sie allerdings nie.) Jerome, der Schriftsteller, ließ sie und sich unsterblich werden.

Sie sind liebenswerte Musterbilder und gleichzeitig Karikaturen des unerschütterlichen Briten mit „steifer Oberlippe“. Über den Großteil der Welt herrschen sie und finden das völlig in Ordnung. Trotzdem klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine gewisse Lücke. Unsere drei Bootsfahrer sind hauptsächlich in ihren Träumen jene unerschrockenen, abgehärteten Abenteurer, als die sie selbst so gern in sich sehen. Wenn Jerome sie nun bereits in der Sommerfrische der heimatlichen Themse kläglich scheitern lässt, so war und ist der daraus entstehende Unterhaltungseffekt so beträchtlich, dass „Drei Männer im Boot“ auch in Deutschland seit Jahrzehnten immer wieder aufgelegt wird.

Autor

Jerome Klapka Jerome wurde in Walsall, Staffordshire, am 2. Mai 1859, als jüngstes von vier Kindern in eine solide Mittelstands-Familie geboren. Das kleine Glück endete bereits 1861, als der Vater, der in Kohle und Eisen spekulierte, geschäftlichen Schiffbruch erlitt. Am Rande der Armut lebten die Jeromes zunächst in Stourbridge, bevor sie nach Poplar, einem wenig heimeligen Viertel im East End von London, zogen.

Im Alter von 14 verließ Jerome die Schule. Er arbeitete als Angestellter, Journalist, Schauspieler oder Schulmeister. Nebenbei versuchte er sich als Schriftsteller. Sein erstes Werk „On the Stage and Off“ erschien 1885 und erregte wie die ihm folgenden Schauspiele, Bücher und Magazinartikel nur mäßiges Aufsehen. Das änderte sich nachhaltig, nachdem Jerome 1889 „Three Man in a Boat“ veröffentlichte.

Er blieb ein fleißiger Schreiber, Kolumnist und Zeitschriften-Herausgeber, dem es allerdings nie wieder gelang, auch nur annähernd dem Erfolg seines berühmtesten Werkes nahe zu kommen. Selbstverständlich kehrten Harris, George und Jerome zurück; schon im 19. Jahrhundert wurde ein ohnehin rarer Erfolg gern fortgesetzt. „Three Men on the Bummel“ (in den USA: „Three Men on Wheels“) beschreibt eine wahrlich zwerchfellerschütternde Radtour durch das wilhelminische Deutschland des Jahres 1900. Dieses Werk hat seltsamerweise die Zeit nicht so gut überstanden, obwohl es keineswegs ‚schlechter‘ oder weniger unterhaltsam ist als sein Vorgänger.

Mit 57 Jahren zog Jerome 1916 in den I. Weltkrieg; das dort als Ambulanzfahrer in Frankreich Erlebte zeichnete ihn für den Rest seines Lebens. 1926 verfasste Jerome noch seine Autobiografie „My Life and Times“, bevor ihn ein auf einer Autoreise durch die Grafschaft Devon im folgenden Jahr ein Schlaganfall niederstreckte. Jerome K. Jerome starb am 14. Juni 1927 und liegt in Ewelne in Oxfordshire begraben.

Es gibt eine „Jerome K. Jerome Society“, die eine optisch schlichte, aber inhaltlich fabelhafte Website hält . Hier lässt sich die ganze Geschichte unserer drei Helden nachlesen; sie ist es wirklich wert!

[md]

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Teufelslist

Erstellt von Werner Karl am 19. August 2010

Christian Mørk
Teufelslist

(sfbentry)
Darling Jim, DK, 2006
Piper Verlag, München, 07/2010
TB, Krimi 5883
ISBN 978-3-492-25883-8
Aus dem Dänischen von Violeta Topalova
Titelgestaltung von semper smile, München unter Verwendung
eines Fotos von Karin Huber, creativ connect
Autorenfoto von Les Kaner

www.piper.de
www.christianmoerk.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Eine grauenhafte Entdeckung erschüttert die Bewohner des kleinen irischen Dorfes Malahide: In einem abgelegenen Haus werden drei Leichen gefunden. Die Polizei stellt fest, dass eine Frau in mittleren Jahren ihre beiden Nichten eingesperrt, gequält und langsam vergiftet hat und es den Mädchen kurz vor ihrem Ende gelang, die Tante tödlich zu verletzen. Der Zufall bringt die Wahrheit schließlich ans Licht. Der Postangestellte Niall entdeckt im Fach der unzustellbaren Sendungen das Tagebuch von Fiona Walsh, einer der Ermordeten. Natürlich ist ihm klar, dass er das Beweismittel zur Polizei bringen müsste, aber seine Neugierde ist größer, so groß, dass er beschließt, an den Ort des Geschehens zu reisen und das Vermächtnis der Walsh-Schwestern zu erfüllen, die nicht um Mitleid und Vergebung betteln, sondern wünschen, dass jemand erfährt, wie sich alles zugetragen hat.

Hals über Kopf verliebt sich Fiona in den attraktiven Jim, einen Geschichtenerzähler, der zusammen mit seinem Partner Tomo durch die Dörfer zieht. Nach einer heißen Liebesnacht möchte sie ihn wiedersehen, doch Jim hat sich bereits ein anderes hübsches Mädchen ausgesucht. In ihrer Eifersucht folgt Fiona den beiden und beobachtet, wie Tomo Wertgegenstände aus der Wohnung des Opfers stiehlt, während dieses in Jims leidenschaftlichen Armen abgelenkt ist.

Prompt wird Fiona entdeckt, kann Tomo jedoch entkommen. Am nächsten Tag ist er tot – und tot sind auch einige Frauen aus der Umgebung. Ist Jim der Mörder? Fiona und ihre Schwestern Roisin und Aoife kennen die Antwort. Plötzlich sind sie in einem Albtraum gefangen: Jeder im Ort hält Jim für einen wunderbaren Menschen; keiner will hinter die schöne Fassade blicken. Er nistet sich sogar bei ihrer Tante Moira ein und spricht von Hochzeit. Nachdem Aoife vergewaltigt wurde, beschließen die Schwestern, dass Jim sterben muss …

Der Roman besticht durch den geschickten, abwechslungsreichen Handlungsaufbau. In der Rahmenhandlung sind die Protagonistinnen bereits tot. Als Leser erfährt man zusammen mit dem Postangestellten Niall – er liest die Tagebücher von Fiona und Roisin – durch Rückblenden nicht nur ihre Geschichte, sondern man begleitet anschließend Niall, der aktiv einige wesentliche Puzzleteile zusammenträgt, denn die Wahrheit geht noch ein ganzes Stück über die Motive der Beteiligten und den Ablauf der Tragödie hinaus, weiter noch, als man zunächst annahm.

Die Geschehnisse werden von Fiona und Roisin erzählt, von Niall und anderen reflektiert, teils sensationslüstern, meist jedoch ungern, denn alle haben in irgendeiner Form Schuld auf sich geladen, an die sie nicht erinnert werden wollen, sei es weil sie den schönen Worten Jims verfielen oder aus Eifersucht die Augen zugemacht haben, sei es dass sie gar Regeln abseits jeglicher Moral folgten. Weil man frühzeitig ahnt, was und wie es passiert ist – das klassische Eifersuchtsdrama, das in Erpressung, Gewalt und Mord gipfelt -, liegt der eigentliche Schwerpunkt auf den Details, die Niall aufspürt, indem er mit den Leuten redet und einer Fährte nachgeht, die das Rätsel um Jims Herkunft und Aoife, die kein Tagebuch hinterlassen hat und deren Leiche nicht gefunden wurde, löst.

Erste Hinweise, die zu Spekulationen einladen, liefern die ‚Geschichte in der Geschichte‘, denn was Jim seinen Zuhörern vorträgt, ist mehr als nur eine spannende Phantasie-Erzählung, ein mysteriöser Warner und Aoife selbst. Obwohl die Tat und ihre Hintergründe an sich vertrauter Stoff sind, lässt man sich schnell in die Handlung hineinziehen und mag den Roman nicht aus der Hand legen, bevor die letzte Seite gelesen ist. Die Tragödie wurde in Tagebuchform packend aufbereitet, mit Niall begibt man sich daraufhin auf eine gefährliche Schnitzeljagd und wird mit einigen Überraschungen belohnt.

„Teufelslist“ ist ein spannender Thriller, der inhaltlich und stilistisch überzeugt. Das Thema mag nicht neu sein, aber die Aufbereitung ist wirklich gelungen. Genre-Fans werden von der verschlungenen, vielschichtigen Story bestens unterhalten!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Ein Vampir zum Küssen

Erstellt von Werner Karl am 18. August 2010

Nicola Sternfeld (Hrsg.)
Ein Vampir zum Küssen

(sfbentry)
Piper Verlag, München, 05/2010
TB, Urban Fantasy 5823, Romantic Mystery
ISBN 978-3-492-25823-4
Der Auszug aus „Untot mit Biss” von Karen Chance wurde von
Andreas Brandhorst aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen
Titelgestaltung von Guter Punkt, München unter Verwendung von Motiven von Anke Koopmann und shutterstock

www.piper-fantasy.de
www.karenchance.com/
www.maike-hirsch.de
www.mopsfidele-zeiten.de
www.guter-punkt.de
www.ankeabsolut.de/
www.shutterstock.com

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Noch immer liegen verliebte Vampire im Trend, und so versuchen auch deutsche Autorinnen, dem Beispiel ihrer englischsprachigen Kolleginnen zu folgen und ihre Beiträge zur populären Romantacy beizusteuern. Wer nach dem Band „Ein Vampir zum Küssen“ greift, bekommt eine Anthologie, herausgegeben von Nicola Sternfeld, mit sechs Geschichten. Fünf stammen aus der Feder weniger bekannter dt. Autorinnen, und eine entpuppt sich als Auszug aus „Untot mit Biss“ von Karen Chance, die durch ihre „Cassie Palmer“-Reihe (ebenfalls Piper) auch hier einige Fans um sich scharen konnte. Schade, dass es keine eigenständige Kurzgeschichte ist, sondern sich um den Anfang von Bd. 1 handelt und damit auch noch auf dem Klappentext ausdrücklich geworben wird. Wer Cassie Palmers Abenteuer verfolgt, dürfte entsprechend enttäuscht sein und nach diesem missglückten Auftakt befürchten, dass die Storys insgesamt mehr versprechen, als sie halten können.

Karen Chance: „Untot mit Biss“
Eine Morddrohung schreckt Cassie Palmer auf. Wer will sie plötzlich tot sehen? Noch ehe sie Maßnahmen treffen kann, um ihr Leben zu retten, wird sie zur Gejagten, und ausgerechnet ihr Mitbewohner, der attraktive Toma, den sie schützen wollte, wartet mit einer dicken Überraschung auf.

Mina Wolf: „Bella Italia“
Leonie ist von ihrem Nachbarn Marcus fasziniert, obwohl – oder: weil er ein attraktiver Vampir ist. Nachdem sie sich für einige Tage um seine Wohnung kümmerte, während er unterwegs war, kommen sie einander näher. Marcus lädt sie sogar zu einer Reise durch Italien ein. Ob daraus mehr werden könnte?

Lisa Benning: „Bloody Mary“
Eigentlich wollte Marie nur zusammen mit Magda einen richtigen ‚Mädels-Urlaub‘ genießen, so wie früher, bevor ihre beste Freundin geheiratet und das kleine Paul-Ungeheuer in die Welt gesetzt hat. Aber die gemeinsamen Tage scheinen ein einziges Desaster zu werden. Dann lernt Marie den gut aussehenden Jonathan kennen und verfällt sogleich seinem Charme …

Maike Hirsch: „Take me with you“
Rachel verliebt sich in den Vampir Ryan, nachdem er ihr Vertrauen nicht missbrauchte und darauf verzichtete, sie zu beißen. Er scheint ihre Gefühle sogar zu erwidern, doch das Leben als Vampir schildert er ihr als nicht gerade rosig. Rachel muss sich entscheiden.

Regine C. Henschel: „Abrechnung mit einem Vampir“
Eine junge Frau sieht sich um die Früchte ihres Erfolgs betrogen, als ihr Lebens- und Geschäftspartner eigene Wege geht und sie längst durch eine andere ersetzt hat. Ein geheimnisvoller neuer Freund gibt ihr die Kraft, mit dem untreuen Freund Schritt für Schritt abzurechnen.

Stephanie Schätzl: „Suche Mann mit Biss“
Laura ist immer noch nicht über ihre große Liebe, einen Vampir, hinweg, der eines Tages spurlos aus ihrem Leben verschwand. Über eine Kontaktanzeige versucht sie, einen Vampir kennen zu lernen, der ihre hohen Erwartungen zu erfüllen vermag. Der junge, etwas linkische Sebastian ist zwar ganz nett, entspricht aber nicht ihren Vorstellungen. Der reife, weltmännisch auftretende Alexander kommt dem Ideal schon näher, hat dafür aber unangenehme Macken …

Die kurzen Inhaltsangaben nehmen es vorweg: Jede dieser Storys (ausgenommen der Beitrag von Karen Chance) ist eine waschechte Romanze, wie man sie als Kurzgeschichte in einschlägigen ‚Frauen-Magazinen‘ finden kann, und hätte auch ohne das phantastische Element funktioniert. Vergleichbare Themen findet man reichlich in der Belletristik und im Fernsehen. Weder der ‚Latin Lover‘, der der Auserwählten seine Heimat zeigt, noch der misslungene Urlaub mit Konsequenzen, weder die Frau am Scheideweg, die sich für ihr altes oder ein neues Leben entscheiden muss, noch die rachsüchtige Betrogene oder das Liebesglück über eine Kontaktanzeige inklusive Dreiecksbeziehung sind neu – nicht einmal in Verbindung mit Vampiren.

Kann man auf das phantastische Element verzichten und wird nicht müde, Vertrautes zu lesen, sucht man hauptsächlich nach leichten, vergnüglichen Romanzen, bei denen es keine Rolle spielt, ob der Love-Interest ein engagierter Arzt, ein Traumschiff-Kapitän, ein schmucker Wilderer oder eben ein Vampir ist, dann wird man seinen Spaß an der Anthologie haben. Sie erfüllt die Bedürfnisse junger, romantischer Leserinnen, die keinerlei Experimente wünschen. Die Freunde der Phantastik sind hingegen mit anderen Titeln besser beraten.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Gebrauchsanweisung für Peking und Shanghai

Erstellt von Werner Karl am 14. Juli 2010

Adrian Geiges
Gebrauchsanweisung für Peking und Shanghai

Piper Verlag, München, 10/2009
PB mit Klappbroschur, Sachbuch, Reise, Anekdoten, Kulturführer
ISBN 978-3-492-27577-4
Titelgestaltung von Büro Hamburg, Birgit Kohlhaas unter Verwendung von
Motiven von age fotostock/Look und Karl Johaentgers/Look (Detail am Himmelstempel in Peking, Nanjing Road in Shanghai)
Autorenfoto von privat

www.piper.de
www.adriangeiges.com

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Kaum ein Land hat sich in den letzten Jahrzehnten so sehr verändert wie China. Die radelnden ‚blauen Ameisen‟ gibt es schon lange nicht mehr. Allerdings, und das versäumt Adrian Geiges zu erwähnen, findet der Fortschritt nur in den Großstädten statt, in den Vorzeigestädten, welche von internationalen Touristen, Journalisten und Managern besucht werden, die man beeindrucken will. Wenig geändert hat sich hingegen bei der Reglementierung von oben, die durch mitunter aus dem Mittelalter stammende Strukturen erleichtert wird. Die Partei hat das Sagen, während sich das Volk fügen muss, Andersdenkende und Minoritäten (Tibeter) unterdrückt werden und Schlimmeres. Der Gast bemerkt hiervon wenig; nur wer einige Jahre in China verbringt, mag den einen oder anderen Auswuchs der Willkür erleben.

Adrian Geiges erzählt von seinen Erlebnissen in China, das er als Sinologie-Student, Auslandskorrespondent und Firmenleiter kennen lernte. Mit seiner Familie lebte er mehrere Jahre u. a. in Peking und Shanghai und wurde Zeuge von einem rasanten Wandel, der gerade in diesen beiden grundverschiedenen Städten besonders deutlich wird. Die Hauptstadt Peking ist seit Jahrhunderten das kulturelle Zentrum Chinas. Tradition vermischt sich mit Moderne; so manche profitierten von dem wirtschaftlichen Boom und bilden nun die Schicht der Neureichen. Die Olympischen Spiele und die damit verbundene Öffnung des Landes beschleunigten diesen Prozess, der in Shanghai sehr viel früher einsetzte. Dank des weltweit größten Hafens nimmt die weiter südlich gelegene Handelsstadt schon sehr viel länger am internationalen Wettbewerb teil, was ihr Gesicht nachhaltig prägte.

Genauso wie sich Münchener und Berliner mit Klischees und Vorurteilen begegnen, besteht auch eine gewisse Rivalität zwischen Pekingern und Shanghaiern. Entsprechend ist das Buch in zwei Teile gegliedert, in denen der Autor seine Eindrücke beschreibt und sich bemüht, nicht zu werten, da jede Stadt ihre schönen und nachteiligen Seiten hat. Humorige Anekdoten, Zitate und knappe Exkurse in Geschichte – es wird z. B. an Entwicklungen und Erfindungen erinnert, die man in China lange vor dem Westen kannte, aber auch an düstere Kapitel, in denen wiederholt unzählige Menschen dem Fanatismus der jeweiligen Machthaber zum Opfer fielen – machen die „Gebrauchsanweisung für Peking und Shanghai“ zu einer interessanten, stellenweise erschütternden und dann wieder vergnüglichen Lektüre, die nun nicht wie Reiseführer auf Sehenswürdigkeiten hinweist, sondern sich den Eigenarten der Chinesen, insbesondere denen der Bewohnern der beiden Städte, widmet. Beispielsweise erfährt man, dass einst vergeblich versucht wurde, das Schriftsystem durch das westliche Alphabet und eine Lautschrift zu vereinfachen, was einen Künstler zu einer Geschichte inspirierte, die ausschließlich aus dem Wort ‚shi’ bestand, dessen zahlreiche Bedeutungen sich nicht in drei Buchstaben ausdrücken lassen.

Auch die Radkolonnen sind ein Phänomen von gestern, denn der Besitz eines Autos ist nicht mehr verboten, und wer es sich leisten kann, sucht sich ein Statussymbol aus dem Westen. Die Pekingente ist out; wer etwas auf sich hält, probiert viel lieber die kulinarischen Köstlichkeiten aus fernen Provinzen, selbst wenn deren ungewohnte Schärfe auf den Magen schlägt. Wer selbst im vergangenen Jahrzehnt China bereiste, kann so manche der Schilderungen bestätigen und in Erinnerungen schwelgen. Ist eine Reise geplant, findet man in diesem Buch eine lesenswerte Ergänzung zu den konventionellen Reiseführern. Auch für Sinologie-Studenten und für Angestellte, die für einige Wochen oder Monate nach China gehen, stellt der Band eine interessante und unterhaltsame Lektüre dar – und ist sehr zu empfehlen.
 
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Der Tote im Sumida

Erstellt von Werner Karl am 11. Juli 2010

Sujata Massey
Der Tote im Sumida
Rei Shimura 9

Girl in a Box, USA, 2006
Piper Verlag, München, 03/2010
TB, Krimi 5896
ISBN 978-3-492-25896-8
Aus dem Amerikanischen von Sonja Hauser
Titelgestaltung von Cornelia Niere, München unter
Verwendung eines Fotos von Trinette Reed/Getty Images
Autorenfoto von Jerry Bauer

www.piper.de
www.sujatamassey.com/

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Die Halbjapanerin Rei Shimura arbeitet seit geraumer Zeit für die OCI, einer kleinen Unterabteilung des CIA. Nachdem ein Kollege, der verdeckt in Japan ermittelte, unter dubiosen Umständen ums Leben kam, wird sie als Verkäuferin in das renommierte Kaufhaus Mitsutan, wo er als Model arbeitete, eingeschleust. Dort bekommt sie es mit viel harter Arbeit zu tun, mit eifersüchtigen Angestellten, die Rei ihre hervorragenden Englisch-Kenntnisse neiden, mit zudringlichen Vorgesetzten – und einem neuen Mord. Ausgerechnet einer der älteren Männer, der auf eine Affäre hoffte und sich mit Rei treffen wollte, wird tot in einem Wagen aufgefunden. Es wird gemunkelt, die Yakuza haben ihre Hände im Spiel.

Michael Hendricks, Reis Vorgesetzter, befürchtet, dass die junge Frau in großer Gefahr schwebt und folgt ihr nach Japan. Tatsächlich hat man ihr eine Wanze an pikanter Stelle untergeschoben. So recht will Rei allerdings nicht glauben, dass man sie im Visier hat, und so lässt sie sich zusammen mit ihrer Kollegin Miho auf ein Date mit zwei jungen Angestellten ein. Einer von ihnen vertraut Rei heikle Informationen an – es geht um Geldwäsche – und ist am nächsten Tag tot. Während Rei Eins und Eins zusammenzuzählen beginnt, wird Michael entführt. Einem Gespräch, das sie belauscht, kann sie entnehmen, dass ihn die Yakuza beseitigen sollen …

Ursprünglich war Rei Shimura eine Antiquarin, die sich als Hobby-Detektivin engagierte. Nachdem sie einige Fälle erfolgreich lösen konnte, macht Sujata Massey aus ihr eine Geheimagentin, die ein entsprechendes Training erhielt und der nun nützliches Equipment sowie wertvolle Informationsquellen zur Verfügung stehen. Gewissermaßen mutierte „Mrs. Marple“ zu „James Bond“ – ob das wirklich für mehr Spannung und Lesevergnügen sorgt, muss jeder für sich entscheiden. Die Autorin schildert die Ereignisse aus der Sicht der Hauptfigur und erlaubt dem Leser zudem, den einen oder anderen Blick auf die Kultur Japans zu werfen. Gerade das macht die Reihe um Rei Shimura zu einer reizvollen Lektüre, denn hier erzählt eine Insiderin, die auf eigene und die Erfahrungen Bekannter zurückgreift.

Wer sich z. B. für Mangas und Animes oder auch Romane japanischer bzw. in Japan lebender Autoren interessiert, ist mit den Themen vertraut, da sie in diesen ebenfalls immer wieder vorkommen: strenge Auswahlkriterien für Arbeitsuchende, harte Konditionen im Beruf, Mobbing, sexuelle Belästigung, strikte gesellschaftliche Konventionen, Ausgrenzung von Koreanern und Halbjapanern usw. Das Umfeld, in dem Rei Shimura agiert, ist fast schon interessanter als der Fall, den sie lösen muss. Tatsächlich gerät der Krimi gegenüber der detaillierten Milieu-Studie etwas ins Hintertreffen, zumal oft der Zufall hilft, die Zusammenhänge nicht immer ganz schlüssig sind und erst am Ende alle Puzzlestücke an die richtigen Plätze fallen.

Ebenfalls nachrangig wird die keimende Romanze behandelt, was jedoch angemessen ist, da Beziehungen zwischen Kollegen unerwünscht und die Beteiligten noch nicht ganz über ihre vorherigen Partner hinweg sind. Die Autorin schreibt routiniert und überzeugt vor allem mit den Passagen, die den japanischen Alltag beschreiben, während die Krimi-Handlung manchmal etwas bemüht wirkt. Trotzdem ist „Der Tote im Sumida“ ein weiterer unterhaltsamer Band aus der „Rei Shimura“-Serie, der durch seine interessanten Milieu-Schilderungen besticht und nebenbei auch noch mit einer kurzweiligen Story um sympathische Charaktere aufwartet. Krimi- und Japan-Freunden bietet Sujata Massey mittlerweile schon zehn Lektüren, die Lust auf mehr machen.
 
Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Der Todesflüsterer

Erstellt von Werner Karl am 6. Juli 2010

der-todesflustererDonato Carrisi
Der Todesflüsterer

Il Suggeritore, Italien, 2009
Piper Verlag, München, 03/2010
TB, Thriller 5770, Splatter
ISBN 978-3-492-25770-1
Aus dem Italienischen von Christiane von Bechtolsheim und Claudia Schmitt
Titelgestaltung von Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich
Autorenfoto von Elisabetta Catalano

www.piper.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Donato Carrisi studierte Jura und konzentrierte sich im Rahmen seiner Ausbildung besonders auf Kriminologie und Verhaltensforschung. Vorübergehend war er als Anwalt tätig, doch dann beschloss er, Drehbücher für Kino- und Fernsehfilme zu schreiben – mit Erfolg. „Der Todesflüsterer“, ein Thriller, ist sein Roman-Debüt und fußt auf seinen umfassenden Kenntnissen über Polizeiarbeit, Forensik, Täterprofile usw.

Ein grauenhafter Fund erschüttert die Bevölkerung: In einem Wäldchen werden die amputierten Arme von sechs jungen Mädchen gefunden, die seit einer Weile als vermisst gelten. Auch die Ermittler sind geschockt und befürchten, dass der Täter mit seinem bösen Spiel gerade erst begonnen hat. Mila Vazquez, die bereits erfolgreich einige Vermisstenfälle hatte lösen können, wird an die Mordkommission ausgeliehen. Die Vorgesetzten hoffen, dass sie das zuletzt entführte Kind, das vermutlich noch am Leben ist, rechtzeitig aufspüren kann. Die neuen Kollegen sind zunächst wenig begeistert von der unverhofften Verstärkung für ihr Team, doch Mila wahrt von sich aus Distanz, selbst dann noch, als sie von den meisten endlich akzeptiert wird.

Schließlich taucht die erste Leiche auf und mit ihr ein Verdächtiger. Gerade noch rechtzeitig durchschauen die Beamten die Masche des wahren Täters, der ihnen einen anderen Verbrecher lieferte – und es bleibt nicht nur bei dem einen. Während durch eine gefährliche Schnitzeljagd Delikte aufgedeckt werden, die ungelöst in der Ablage gelandet waren oder von denen niemand etwas geahnt hatte, werden die Ermittler mit ihren eigenen Traumata konfrontiert und kommen dem hochintelligenten Mörder kein bisschen näher. Und unaufhaltsam läuft die Zeit für das sechste Mädchen ab …

„Der Todesflüsterer“ ist mehr als nur ein Thriller. Eigentlich sind es viele Kriminalfälle die von einem perfiden Drahtzieher, der sich im Hintergrund hält, geschickt miteinander verwoben wurden. Der Sonderermittlerin Mila Vazquez, dem Profiler Goran Gavila und ihrem Team gelingt es nach und nach, die Botschaften zu verstehen, die ihnen der Unbekannte auf mannigfaltige Weise übermittelt. Sie erkennen auch, dass er sie auf die Spuren von anderen Verbrechern führt, doch es sind die dunkle Punkte in ihrer eigenen Vergangenheit, die er ans Licht holen will, wobei Borderline noch eine der harmloseren Ausprägungen ist. Zusammen mit den Ermittlern erlebt der Leser das pure Grauen. Was mit sechs vermissten Mädchen anfängt und auf einen Serienmörder verweist, steigert sich zu einem persönlichen Albtraum für jeden der Beteiligten, und keiner bleibt ungeschoren.

Erst am Ende schließt sich der Kreis, und es wird verraten, wer der Choreograph der schrecklichen Tragödie ist und wie er sie inszenieren konnte. Aufmerksame Leser erhalten durch den Prolog einen ersten Fingerzeig, und auch der italienische Titel lässt Spekulationen in die entsprechende Richtung zu. Obwohl die angeschnittenen Themen alles andere als schön sind und einige Szenen splattrige Züge tragen, vermag das Buch zu fesseln. Der Autor schreibt routiniert, beschönigt nichts und überzeugt vor allem durch die sachlich und detailgetreu geschilderte Polizeiarbeit, die vielschichtigen Charaktere und den genialen Plan des Täters. Das Ende ist angemessen. Schätzt man die Thriller der jüngeren Generation, in der vor allem die Ermittlungen im Vordergrund stehen und die Fakten Stück für Stück wie ein Puzzle zusammengetragen werden, bis die Lösung deutlich ist, dann wird man von „Der Todesflüsterer“ bestens unterhalten. Man sollte aber auch starke Nerven haben, denn die Schicksale der Opfer gehen einem nahe, und auch den Splatter muss man verkraften können. (3xPRT)

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Nachtgeister

Erstellt von Werner Karl am 5. Juli 2010

nachtgeisterRob Thurman
Nachtgeister
Cal & Niko 1

Nightlife, USA, 2006
Piper Verlag, München, dt. Erstausgabe: 05/2010
TB, Urban Fantasy 6734, Horror
ISBN 978-3-492-26734-2
Aus dem Amerikanischen von Barbara Röhl
Titelgestaltung von Guter Punkt, München unter Verwendung
eines Motivs von Chris McGrath/Agentur Uwe Luserke

www.piper-fantasy.de
www.robthurman.net/
www.guter-punkt.de

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Cal und Niko Leandros sind Halbbrüder. Während Nikos Vater ein normaler Mensch ist, der die Familie kurz nach der Geburt des Sohnes verließ, ist Cal, der Zweitgeborene, zur Hälfte ein Monster. Was ihre Mutter dazu bewog, sich mit einem Auphe einzulassen, können sich beide ebenso wenig erklären wie den Grund, weshalb die bizarren Wesen eine Hybride haben zeugen wollen. Cal ist daran gewöhnt, dass er von dunklen Schatten beobachtet wird, doch plötzlich versuchen die Monster, seiner habhaft zu werden. Seither sind er und Niko auf der Flucht. Die jungen Männer schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch und wohnen in preiswerten Zimmern. Sobald sie befürchten müssen, von ihren Verfolgern, insbesondere Cals Vater, aufgespürt zu werden, ziehen sie weiter.

Auch in New York finden sie keine Ruhe. Nachdem Nico einen Auphe tötete, will er schnellstens aufbrechen. Das Vorhaben scheitert daran, dass sie nicht genug Geld für einen Wagen haben. Allerdings entpuppt sich der eloquente Verkäufer als ein Puck. Noch nie haben Nico und Cal jemandem vertraut; entsprechend schwer fällt es ihnen, sich auf Robin Goodfellow einzulassen, der sich ihnen trotz der prekären Situation anschließen möchte, da er sich einsam fühlt.

Mit seinem Wissen versucht er zu helfen, kann aber nicht verhindern, dass sich ein Monster Cals Körper bemächtigt und ihn zwingt, Nico und seine Freunde gnadenlos anzugreifen. Es scheint nur einen Weg zu geben, diesen neuen Cal zu stoppen: Nico muss ihn töten, bevor Cal großes Unheil heraufbeschwört … Wer die Serie „Supernatural“ kennt, bekommt mit „Nachtgeister“, dem ersten Band der „Cal & Nico“-Reihe, eine Art Klon geboten. Sowohl der Hintergrund als auch die Personenkonstellationen weisen einige Parallelen auf, wenngleich die beiden Hauptfiguren nicht zu Jägern des Bösen werden und Rache üben wollen, sondern fliehen, sich verstecken und bloß kämpfen, wenn es notwendig ist. Sie möchten einfach nur am Leben bleiben und von den Auphe und den anderen Monstern in Ruhe gelassen werden. Die Autorin nimmt sich viel Zeit, ihre sehr gegensätzlichen Figuren vorzustellen, wobei sie die Geschehnisse aus der Sicht Cals beleuchtet. Es gelingt ihr, den Tonfall eines genervt-bockigen Teenagers zu treffen, der schneller redet und handelt, als er denkt.

Allerdings gerät sie dadurch auch ins Schwafeln, und so vergehen mehr als hundert Seiten, bis endlich etwas passiert, und auch danach weist der Roman immer wieder vermeidbare Längen auf. Obwohl sich die Ereignisse nun überschlagen, bleibt die Action eher Nebensache, weil in kleinen Häppchen enthüllt wird, was die Auphe im Sinn haben und wofür sie Cal brauchen. Natürlich ist nicht nur die kleine, bunt zusammengewürfelte Gruppe, die Cal und die Monster aufzuhalten versucht, in Gefahr sondern die ganze Menschheit. Opfer müssen gebracht werden, und vielleicht ist Nico sogar gezwungen, seinen Bruder zu töten. Man erfährt nur wenig über die Auphe und die anderen Fabelwesen, derer sich die Autorin bedient. Man kennt sie – Vampire, Trolle, Nachtelfen usw. – aus Märchen und Fantasy-Romanen, und doch sind sie ein wenig anders, sehr düster und bedrohlich, den Menschen und selbst einander selten wohl gesonnen. Schade, dass hier nicht ein wenig mehr ausgeholt wurde.

Ein paar schnoddrige Kommentare weniger oder der Verzicht auf die wiederholten Beschreibungen von Nicos Zopf, dann hätte man den Monstern deutlichere Konturen verleihen können. Auf dem Klappentext wird eine Romanze angedeutet, doch zumindest in diesem ersten Band ist davon nicht viel zu bemerken, so dass „Nachtgeister“ nicht in die Rubrik der ‚Paranormal Romances„ fällt, was angesichts der schieren Flut entsprechender Titel eine willkommene Abwechslung bedeutet. Letztlich hätte die Handlung spürbar gewinnen können, wäre sie insgesamt straffer durchgezogen und weniger zerredet worden. Fans von TV-Serien wie „Supernatural“, „Blood Ties“ und „Akte X“ werden vielleicht gern einen Blick in diese neue Mystery-Reihe werfen wollen. Auch für die Freunde des phantastischen Genres, die etwas anderes als Liebesgeflüster zu lesen wünschen, mag der Titel interessant sein. Um jedoch richtig zu fesseln, müsste sich die Geschichte von „Cal & Nico“ aber noch um einiges steigern.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Der Kuss des Engels

Erstellt von Werner Karl am 4. Juli 2010

der-kuss-des-engelsSarah Lukas
Der Kuss des Engels

Piper Verlag, München, 03/2010
HC mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Romantic Mystery, Urban Fantasy
ISBN 978-3-492-70205-8
Titelgestaltung von Guter Punkt, München unter Verwendung
von Motiven von Anke Koopmann und shutterstock
Karte von N. N.

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Sophie Bachmann hat ihren Verlobten Rafael verloren: Er wurde erschossen. In der Hoffnung, in einer anderen Umgebung mit dem Schicksalsschlag irgendwie fertig zu werden, geht sie nach Paris, um dort einen Sprachkurs zu besuchen, der ihr beruflich von großem Nutzen ist. Trotz des anspruchsvollen Unterrichts und der malerischen Kulisse gelingt es ihr jedoch nicht, Abstand zu gewinnen. Sie ist sogar schon nahe dran, ihrem Leben ein Ende zu setzen, als …

… sie an Bord eines Schiffes auf der Seine einen Mann erblickt, der Rafe zum Verwechseln ähnlich sieht. Obwohl der Verstand Sophie sagt, dass ein Toter unmöglich zurückkehren kann, füllt sich ihr Herz mit Hoffnung. Tatsächlich begegnet sie dem vermeintlichen Rafe immer wieder, aber sein Verhalten, das völlig anders und arrogant ist, hält sie davon ab, ihn anzusprechen. Obendrein bemerkt er sie, doch scheint er sie nicht zu erkennen. Der mysteriöse Jean Méric, der sie aus einer heiklen Situation rettete, rät ihr, sich unbedingt von Rafe fernzuhalten.

Als Jean, nach dem Grund gefragt, andeutet, dass dieser ein gefallener Engel ist, will Sophie ihm nicht glauben und lässt sich mit dem Mann ein, der zwar bestreitet, Rafe zu sein, aber akzeptiert, dass sie ihn so nennt. Als ihr nach und nach Zweifel kommen, will Rafe sie nicht mehr gehen lassen. Was Sophie nun über seine wahre Natur herausfindet, ängstigt sie – und doch kann sie ihn nicht einfach aufgeben, jetzt erst recht nicht. Ist es wahr, was Jean behauptet, und es gibt wirklich keine Erlösung von der Verdammnis? In letzter Zeit nahm die Zahl der Romantic Fantasy- und Romantic Mystery-Titel stetig zu. Erst waren es die Vampire, die die Frauenherzen eroberten, nach ihnen kamen die Werwesen, und nun sind es die Engel.

Tatsächlich hat es auch schon in früheren Jahren so manchen phantastischen Roman gegeben, in denen eine junge Frau einem edlen Vampir begegnet, der sie vor seinesgleichen und anderen finsteren Kreaturen beschützt und schließlich ihre Liebe gewinnt (Freda Warrington: „Das Blut der Liebe“), in denen ein Mann an einen Werwolf-Clan gerät und zwischen Zuneigung und dem Wunsch, das Geheimnis zu lüften, schwankt (Tanith Lee: „Die Kinder der Wölfe“) oder in denen ein Engel eine Menschenfrau als Gefährtin begehrt und seine Arroganz überwinden muss, bevor sie ihn erhört (Sharon Shinn: „Erzengel“). „Der Kuss des Engels“ ist weit weniger phantastisch als jene Romane, die mit den traditionellen Elementen aus Fantasy, Horror und SF aufwarten. Die wenigen Wendungen zum Mysteriösen dienen allein dazu, eine an sich konventionelle Liebesgeschichte mit etwas Phantastik aufzupeppen, wie es mittlerweile schon in fast allen Genres Gang und Gäbe ist.

Zweifellos hätte die Handlung auch ohne das Engels-Motiv funktioniert, und eine bodenständige Lösung, wie sie immer wieder angedeutet wird, wäre möglich gewesen. Die Autorin konzentriert sich auf die Gefühle ihrer Hauptfigur, Sophie Bachmann, die zunächst verzweifelt Ablenkung sucht, dann an Selbstmord denkt, unerwartet Hoffnung schöpft und schließlich hin und her gerissen ist, wem und was sie glauben soll. Die Wahrheit, die Jean ihr schonend zu vermitteln versucht, klingt zu bizarr, so dass sie lieber Rafe vertrauen möchte. Auch als sie sein wahres Wesen endlich erkennt, will sie ihn nicht fallen lassen und gerät dadurch in noch größere Gefahr, als Jean und selbst Rafe ahnen. Rafe ist nicht der einzige gefallene Engel. Außer ihm gibt es andere, die Pläne schmieden, sich nach Freiheit und Macht sehnen, Vergnügen am Bösen haben. Motive aus der Kabbala, der Bibel und den Apokryphen kommen ins Spiel, werden aber nicht so weit getrieben wie beispielsweise in den „Omen“-Filmen.

Spannung und Grauen kommen nur vage auf, denn „Der Kuss des Engels“ ist nun mal in erster Linie eine Liebesgeschichte. Es gelingt der Autorin, das weibliche Publikum ab 15 Jahre, das sich für Romantacy begeistert, durch die Herz-Schmerz-Story und eine Dreiecksbeziehung der Marke ‚clean„ zu fesseln. Die regelmäßig eingeflochtenen Beschreibungen von Paris, durch die Sarah Lukas wissen lässt, dass sie dort war, tragen wenig zur Handlung bei und lassen auch nicht die Kulisse im Kopf entstehen, hemmen manchmal sogar den Fortgang der Geschichte. Darüber kann man allerdings leicht hinwegsehen. Alles in allem ist „Der Kuss der Engel“ ein Liebesroman mit einem Hauch Phantastik, der sich an eingefleischte Fans der Romantic Mystery wendet und ihnen all das bietet, was sie sich wünschen. Hingegen werden die Erwartungen der Hardcore-Mystery- und Horror-Leser von diesem Titel nicht erfüllt.

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Zombies für Zombies – Ein Ratgeber für Untote

Erstellt von Werner Karl am 3. Juli 2010

zombies-fur-zombiesDavid Murphy
Zombies für Zombies – Ein Ratgeber für Untote

Zombies for Zombies, USA, 2009
Piper Verlag, München, dt. Erstausgabe: 09/2009
TB, Fantasy 6703, Horror-Parodie
ISBN 978-3-492-26703-8
Aus dem Amerikanischen von Irene Holicki
Titel- und Innenillustrationen von Daniel Heard

www.piper-fantasy.de
www.davidpmurphy.com
www.danielheard.com

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Wer die einschlägigen Filme und Bücher kennt, weiß es längst: Sie sind unter uns! Sie: die Zombies – Wesen, mit langsam verfaulenden Körpern und scharfen Zähnen, schweigsame Untote, die sich langsam, aber unaufhaltsam bewegen und angetrieben werden von ihrer unstillbaren Gier nach Menschenfleisch. Vielleicht ist der Nachbar schon infiziert, und passt man nicht auf, gibt er das Virus an einen weiter oder steht eines unschönen Tages vor der Tür und beißt einem in die Schulter. Nun kann man nichts mehr machen: Die Wandlung ist unaufhaltsam! Doch möchte man auch als Zombie Klasse haben und nicht etwa durch schlechte Manieren, unpassende Kleidung, unschönes Knurren und Sabbern etc. unangenehm auffallen, dann findet man in „Zombies für Zombies“ einen nützlichen „Ratgeber für Untote“.

In zwölf Kapiteln wird erklärt, was zu tun ist, wenn man mit dem Provo-Virus angesteckt wurde und wie man sich auf das Dasein als Zombie seelisch und körperlich vorbereitet. Wer sich nicht ganz sicher ist, ob er infiziert wurde, kann dies anhand einer Checkliste überprüfen. Am besten findet man sich ganz schnell mit dem Unvermeidlichen ab. Welche Veränderungen auf einen zukommen, wird ausführlich beschrieben. Fehlen einem gar Teile des Gehirns oder alles, muss man sich keine Gedanken machen, für Zombies geht es auch ohne weiter, und man lebt vielleicht sogar angenehmer, da man sich keinerlei Sorgen mehr macht wegen Rassismus, Sprachbarrieren, verpassten Aufstiegschancen etc.

Das Buch gibt zudem ausführliche Tipps, wie man auch als Zombie ein erfülltes Sexualleben haben kann, wie man manierlich isst, welche Höflichkeitsregeln nie aus der Mode geraten und welche Sportarten geeignet sind. Sogar an Rezepte für beispielsweise „Hirnbraten“ und „Rührhirn mit Ei“ wurde gedacht. Die Texte werden durch viele große und kleine cartoonhafte Illustrationen, die zum Thema passen, aufgelockert – das Cover ist repräsentativ für den Innenteil. Wie in Ratgebern üblich, finden sich Tabellen, Fragebögen zum Ankreuzen, Extra-Tipps, die durch kursive Schrift oder schwarz unterlegte Kästchen hervorgehoben werden, Interviews, Anekdoten u. v. m. Das Ganze liest sich sehr witzig, wenngleich manche Passagen auf den typischen Amerikaner zugeschnitten sind und der deutsche Zombie nicht so ganz den Clou versteht.

„Zombies für Zombies“ ist ein lustiges Mitbringsel für einen eingefleischten Horror-Fan oder auf einer Halloween-Party. Man wird das Buch eher nicht wie einen Roman Seite für Seite lesen, sondern immer wieder darin blättern, mal hier und da einige Stellen lesen und vor Freunden zitieren. Hat man Spaß an makaberem Humor und Parodien, wird die Lektüre von „Zombies für Zombies“, das zudem sehr ansprechend gestaltet ist, viel Vergnügen bereiten.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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