Rotbuch

Abschied in Dunkelblau

Bootseigner Travis McGee fahndet für eine betrogene Frau nach dem gestohlenen Familienerbe. Er gerät an einen mörderischen Heiratsschwindler, der es gar nicht schätzt, dass ihm jemand die Tour vermasselt, und soll auf dem Grund des Ozeans enden … – Der erste Band einer insgesamt 21-bändige Serie ist ein solide geplotteter Thriller und einem reizvoll angeknacksten Helden, der eigentlich ein Ritter und stets bereit ist, schönen Frauen zu helfen; leider neigt McGee zum Philosophieren, und was einst beinahe Literaturqualität erreichte, klingt heute platt und peinlich: ein zwiespältiges, immerhin endlich ungekürztes Vergnügen.

Abschied ohne Küsse

Ein kleiner Gangster will den Selbstmord seiner Tochter aufklären, wird in eine Falle gelockt und steht plötzlich als Mörder dar. Von der Polizei bedrängt, tritt er die Flucht nach vorn an und gerät in ein Komplott, das sein Leben endgültig zu zerstören droht … – Spannender und schneller Thriller im Gangster-Milieu für hartgesottene Leser: Sympathieträger gibt es nicht, Intrigen und Gewalt bestimmen die Szene – eine angenehme Abwechslung zu den Schmuse-und-Schwätzer-Krimis der Bestsellerlisten.

Leichen zum Fest

Ein offensichtliches Kuckuckskind will sich in eine reiche Familie einschleichen. Als es dabei zu einem Mord kommt, betätigt sich eine ehemalige Striptease-Tänzerin wieder einmal als Detektiv … – Schmalzig und ohne roten Faden reiht Autorin Fennelly in ihrem bisher (glücklicherweise) letzten Roman einfach Episoden aneinander, kommt nie auf den Punkt und reizt ihre Leser bis zur Weißglut: ein absolut missratenes Machwerk!

In einer seltsamen Stadt

In Baltimore treibt ein Mörder sein Unwesen, der sich vom Dichter Edgar Allan Poe inspirieren lässt. Privatdetektivin Tess Monaghan erkennt, dass sich dahinter handfeste finanzielle Interessen krimineller Natur verbergen … – Eleganter Krimi mit weiblicher Detektivin, die primär ihrem Job nachgeht, statt plakativ die moderne Musterfrau des 21. Jahrhunderts zu mimen. Viel Lokalkolorit aus Baltimore fließt in die Handlung ein. Insgesamt als Thriller keine Offenbarung aber ein mit leichter Feder geschriebenes, über die gesamte Distanz unterhaltendes und amüsantes Werk.

Küss mich, Tod

Durch einen dummen Zufall kommt die Mafia dem hartgesottenen Privatdetektiv Mike Hammer in die Quere. Er verfällt in den für ihn typischen Blutrausch und bläst zum rücksichtsfreien Großangriff, in den er das lasche FBI, die korrupte Politik und alle seine übrigen Lieblingsfeinde gleich mit einbezieht … – Selbstjustiz-Thriller der für Literaturkritiker & Tugendbolde besonders üblen Art, d. h. vorsätzlich politisch unkorrekt, tückisch verderbt und höllisch unterhaltsam.

Tod mit Zinsen

Privatdetektiv Mike Hammer gerät in einen Mafia-Krieg. Außerdem gilt es die Kleinigkeit von 89 Milliarden gut versteckten Dollars zu finden, deren Existenz die Mafia schier rasend werden lässt … – Fünf Jahrzehnte nach seinem Debüt ist Mike Hammer längst zum Anachronismus geworden. Statt den vergeblichen Versuch zu wagen, seine modernen Nachfolger durch noch mehr Brutalität zu übertrumpfen, lässt ihn Verfasser Spillane ein bisschen älter und klüger durch eine ebenso absurde wie turbulente Handlung kapriolen.

Tote kennen keine Gnade

Die Sekretärin/Geliebte niedergeschlagen, eine verstümmelte Leiche im Büro, einen Killer, das FBI, die CIA, eine eiskalte Staatsanwältin und die Mafia im Genick: ein ganz normaler Tag im Leben des Privatdetektivs Mike Hammer, der auf diese Herausforderungen mit völliger Ignorierung von Recht und Gesetz sowie rücksichtsloser Gewalt reagiert … – Auch in seinem 12. Fall ist Mike Hammer ganz der Alte, aber Spillane weiß das irrwitzige Treiben in halbwegs lesbare Prosa zu fassen und liefert einen nostalgisch-ironischen Nachtrag zu seiner geliebten und gehassten Serie ab.

Hardcore Angel

Eine ehemalige Porno-Aktrice gerät der osteuropäischen Mafia in die Quere, überlebt das nur knapp und wird als Mörderin verdächtigt. Mit einem schlagkräftigen Gefährten nimmt sie auf der Suche nach Rehabilitation & Rache den Kampf mit den Strolchen auf … – „Noir“-ähnlicher Krimi, dessen Plot im US-Rotlichtmilieu spielt, weshalb die sich ansonsten unkonventionell gebende Autorin mit moralischen Wallungen nicht spart; dies ergibt einen unterhaltsamen, sachte ‚verruchten‘ Pulp-Thriller für Leser, die lieber gefiltert mit den hässlichen Schattenseiten der Realität konfrontiert werden möchten.

Post Mortem

Allan Guthrie Post Mortem Originaltitel: Two-Way Split (Rockville/Maryland : Point Blank Press 2004/Edinburgh : Polygon, an imprint of Birlinn Limited 2005) Übersetzung: Gerold Hens Dt. Erstausgabe (geb.): September 2008 (Rotbuch Verlag) 285 S. ISBN-13: 978-3-8678-9043-4 Als Taschenbuch: Januar 2010 (Wilhelm Heyne Verlag/TB Nr. 40727) 285 S. ISBN-13: 978-3-453-40727-5 Das geschieht: Robin Greaves, wenig erfolgreicher Kleinkrimineller […]

Das Ende der Straße

Ein altes Geheimnis der Mafia droht aufzufliegen, als ein pensionierter Polizist seine tot geglaubte Jugendliebe wiederfindet. Der Kampf gegen die aufgeschreckten Schurken wird gnadenlos geführt und kann nur mit dem Sieg oder dem Tod einer Partei enden … – Der (angeblich) letzte Roman des Pulp-Altmeisters Spillane zeigt noch einmal dessen Stärken und Schwächen: ein unterhaltsames aber altmodisches, nur scheinbar ins 21. Jahrhundert transportiertes Garn, das sein Erscheinen primär dem durch den Tod endgültig zementierten Spillane-Ruhm verdankt.