Scherz

Das Erbe von Spiro Mound

1934 wird aus der Suche nach einem Mörder in einer kleinen Wüstenstadt eine Schatzsuche. Ein halbindianischer Gesetzesmann und eine junge Archäologin stellen sich gierigen Schurken in den Weg und geraten genretypisch in akute Lebensgefahr … – Der Plot von der Jagd auf einen alten Indianerschatz wird schlüssig und spannend entwickelt sowie zusätzlich geschickt mit dem Rückblick auf ein schwieriges Kapitel der jüngeren US-Geschichte kombiniert.

Abfahrt Pelham 1 Uhr 23

Skrupellose Gewaltverbrecher entführen eine U-Bahn (!) und fordern ein hohes Lösegeld. Während man sich außen um eine möglichst opferarme Lösung bemüht, steigt innen die Panik, zumal auch die Gangster Nerven zeigen … – Überaus spannender, auf das Verbrechen konzentrierter Thriller, der ohne Abschweifungen, temporeich und konsequent einen tatsächlich dramatischen Höhepunkt erreicht: kein Wunder, dass dieser Roman mehrfach verfilmt wurde!

Tödliche Post

Ausländertücke scheint hinter einer Verfolgung zu stecken, der eine junge Frau und ihre Pflegetochter ausgesetzt sind. Verkompliziert wird die Sache durch eine Erbschaft, deren Nutznießer durch Mord ausgedünnt werden … – Klassischer „Frau-in-Gefahr-aber-Mr.-Right-ist-nahe“ Thriller, der die Heldin geschickt unter Druck setzt und bis zuletzt für Verwirrung sorgt, wobei die Autorin für eine zunehmend beklemmende Atmosphäre des Verdachts und der Angst sorgt: ungeachtet vieler Klischees spannend.

Ein kerngesunder Tod

Im norwegischen Trondheim werden Nachwuchssportler per Doping zu Höchstleistungen gebracht – oder zu Tode, weshalb Kommissarin Anne-kin Halvorsen in ihrem dritten Fall gegen eine Mafia antritt, gegen die sich ihr klassisches Vorbild als geradezu schwatzhaft erweist … – Schon angejahrter aber inhaltlich keineswegs veralteter Krimi, dessen Autorin erfreulich zügig und ohne allzu ausgeprägten skandinavischen Weltschmerz ihr Garn spinnt.

Frauen reden zuviel

Als in einer nur scheinbar noblen Pension ein Gast auf unnatürliche Weise stirbt, wird eine junge Frau als Sündengeiß missbraucht, bis ein findiger Polizist ein Komplott aufdeckt … – Auch dieser Krimi des Schriftstellers Seldon Truss ist es wert, der Vergessenheit entrissen zu werden: Mit viel Humor werden „Whodunit“-Klischees auf die Spitze getrieben, ohne dass dadurch Spannung und Handlungslogik leiden. Für die Fans des Genres ein Geheimtipp!

Ein Toter meldet sich

Als ein junger Kriminalreporter eine übel beleumundete Kaschemme erbt, kommt es dort zu Raub und Mord. Im Wettlauf mit Scotland Yard ermittelt der Reporter im Alleingang, wobei ihn eine hübsche Pfarrerstochter unterstützt. Dabei geraten die neugierigen Amateure in gefährliche Situationen … – Nicht klassischer aber sehr solider „Whodunit“ der britischen Krimi-Schule, dessen Plot aus heutiger Sicht ein wenig zu leicht durchschaubar gerät, was trockener Witz und unterhaltsam überzeichnete Figuren weitgehend wettmachen können.

Die Schattenhand

Anonyme Briefe sorgen dafür, dass sich die Bürger eines englischen Dorfes gegenseitig beschuldigen und belauern; als sich eines der Opfer umbringt und die Polizei erfolglos bleibt, mischt sich Amateur-Ermittlerin Jane Marple ein … – Der dritte Miss-Marple-Roman ist eigentlich keiner, da die berühmte Ermittlerin nur eine Gastrolle spielt. An der rätselkrimitypischen Spannung ändert dies nichts, auch wenn die von Christie präsentierte Anti-Dorfidylle stärker beeindruckt als die Auflösung.

Tragödie in drei Akten

Der scheinbar zufällige Tod eines Geistlichen erweist sich als Glied einer komplex verschlungenen Kette krimineller Taten, mit der einer alten Tragödie mörderisch neues Leben eingehaucht wird … – Im 16. Roman um den Privatermittler Hercule Poirot zeigt sich Agatha Christie auf der Höhe ihrer Krimi-Kunst: Plot, Story und Figurenzeichnung wirken nicht altmodisch, sondern zeitlos.

Polizeirevier 52, New York

Ein großer Gangster-Fisch will gegen das Syndikat aussagen, doch dessen Killer sind schneller. Dem blamierten Cop bleiben sechs Stunden, um seinen Kopf zu retten; er setzt das Wissen des Toten für einen privaten Feldzug ein … – Rasanter Polizei-Thriller, der ebenso spannend wie nüchtern vom Allein-gegen-alle-Kampf gegen das Böse erzählt. Seinen Klassikerstatus gewann der Roman durch die meisterhafte Verfilmung mit Steve McQueen in der Rolle des Polizisten („Bullitt“, 1968).

James Bond 007: Goldfinger

Der unheimliche Mr. Goldfinger plant die Goldreserven der westlichen Welt in seinen Besitz zu bringen. Sein Plan ist ebenso kühn wie genial, so dass es schon eines James Bond bedarf, um das Handwerk zu legen … – Das siebte 007-Abenteuer gehört zu den Besseren der Serie; der Plot ist spannend, die Figuren sind exotisch und lebendig. Dass die Handlung über weite Strecken auf (allzu) bewährte Strickmuster zurückgreift und in einem grotesken Finale endet, lässt sich verschmerzen.