Scherz

Frauen reden zuviel

Als in einer nur scheinbar noblen Pension ein Gast auf unnatürliche Weise stirbt, wird eine junge Frau als Sündengeiß missbraucht, bis ein findiger Polizist ein Komplott aufdeckt … – Auch dieser Krimi des Schriftstellers Seldon Truss ist es wert, der Vergessenheit entrissen zu werden: Mit viel Humor werden „Whodunit“-Klischees auf die Spitze getrieben, ohne dass dadurch Spannung und Handlungslogik leiden. Für die Fans des Genres ein Geheimtipp!

Ein Toter meldet sich

Als ein junger Kriminalreporter eine übel beleumundete Kaschemme erbt, kommt es dort zu Raub und Mord. Im Wettlauf mit Scotland Yard ermittelt der Reporter im Alleingang, wobei ihn eine hübsche Pfarrerstochter unterstützt. Dabei geraten die neugierigen Amateure in gefährliche Situationen … – Nicht klassischer aber sehr solider „Whodunit“ der britischen Krimi-Schule, dessen Plot aus heutiger Sicht ein wenig zu leicht durchschaubar gerät, was trockener Witz und unterhaltsam überzeichnete Figuren weitgehend wettmachen können.

Die Schattenhand

Anonyme Briefe sorgen dafür, dass sich die Bürger eines englischen Dorfes gegenseitig beschuldigen und belauern; als sich eines der Opfer umbringt und die Polizei erfolglos bleibt, mischt sich Amateur-Ermittlerin Jane Marple ein … – Der dritte Miss-Marple-Roman ist eigentlich keiner, da die berühmte Ermittlerin nur eine Gastrolle spielt. An der rätselkrimitypischen Spannung ändert dies nichts, auch wenn die von Christie präsentierte Anti-Dorfidylle stärker beeindruckt als die Auflösung.

Tragödie in drei Akten

Der scheinbar zufällige Tod eines Geistlichen erweist sich als Glied einer komplex verschlungenen Kette krimineller Taten, mit der einer alten Tragödie mörderisch neues Leben eingehaucht wird … – Im 16. Roman um den Privatermittler Hercule Poirot zeigt sich Agatha Christie auf der Höhe ihrer Krimi-Kunst: Plot, Story und Figurenzeichnung wirken nicht altmodisch, sondern zeitlos.

Polizeirevier 52, New York

Ein großer Gangster-Fisch will gegen das Syndikat aussagen, doch dessen Killer sind schneller. Dem blamierten Cop bleiben sechs Stunden, um seinen Kopf zu retten; er setzt das Wissen des Toten für einen privaten Feldzug ein … – Rasanter Polizei-Thriller, der ebenso spannend wie nüchtern vom Allein-gegen-alle-Kampf gegen das Böse erzählt. Seinen Klassikerstatus gewann der Roman durch die meisterhafte Verfilmung mit Steve McQueen in der Rolle des Polizisten („Bullitt“, 1968).

James Bond 007: Goldfinger

Der unheimliche Mr. Goldfinger plant die Goldreserven der westlichen Welt in seinen Besitz zu bringen. Sein Plan ist ebenso kühn wie genial, so dass es schon eines James Bond bedarf, um das Handwerk zu legen … – Das siebte 007-Abenteuer gehört zu den Besseren der Serie; der Plot ist spannend, die Figuren sind exotisch und lebendig. Dass die Handlung über weite Strecken auf (allzu) bewährte Strickmuster zurückgreift und in einem grotesken Finale endet, lässt sich verschmerzen.

Das Haus an der Düne

Als unter seinen Augen ein Mordanschlag verübt wird, fühlt sich Meisterdetektiv Hercule Poirot herausgefordert. Mit seinem treuen Gefährten Hastings lädt er sich selbst in das Haus an der Düne ein, welches von einer fidelen Gesellschaft bewohnt wird. Darunter befindet sich ein kaltblütiger Mörder, der sein Glück erneut versuchen wird … – Der Wettlauf mit dem genretypisch gut getarnten Übeltäter ist klassisch spannend, wird aber von den penetranten Possen des eingebildeten Poirot künstlich dramatisiert: ein ‚nur‘ mittelmäßiger Krimi der englischen „Queen of Crime“.

Der Totenvogel

Erst bizarre, dann zunehmend bösartigere und gefährlichere ‚Scherze‘ bringen Unruhe, Furcht und Streit in eine nur oberflächlich idyllische Landgemeinde; erst als ein Mord geschieht, findet sich endlich der Schlüssel zu einem buchstäblich wahnwitzigen Komplott … – Mischung aus „Whodunit“ und Psycho-Thriller; der Verfasser beherrscht beide Subgenres meisterlich und kreiert eine glaubhafte Atmosphäre stetig wachsender Paranoia, bis zum bitteren Ende der Krimi-Knoten kunstvoll aufgelöst wird: Lektüre mit enormem Fessel-Faktor.

Dreizehn bei Tisch

Warum hat Lady Edgware den verhassten Gatten erdolcht, obwohl der mit der Scheidung einverstanden war? Meisterdetektiv Hercule Poirot muss seine „kleinen grauen Zellen“ mächtig anstrengen, um einem (beinahe) perfekten Mordkomplott auf die Schliche zu kommen … – Der siebte Poirot-Roman bietet klassische britische Krimi-Kunst vom Feinsten; die Verfasserin lockt ihre Leser geschickt und gleich mehrfach auf falsche Fährten: ‚Gemütlicher‘ geht Mord wirklich nicht!

Die unheimliche Tafelrunde

Der Tod eines reichen Mannes während einer Séance ist nur der Auftakt einer Serie kapitaler Verbrechen, in die ein amateurdetektivisch aktiver Landarzt verwickelt wird, bis sie ihn selbst bedrohen … – Erstaunlich actionreicher Rätsel-Krimi; die Ereignisse überschlagen sich spannend, ohne die übliche Wer-war’s-Stimmung zu drücken, und eine gute Prise Mystery rundet das spannende Geschehen ab: ein unverdient in Vergessenheit geratener Krimi-Klassiker.