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Anne in Avonlea 08 – Das letzte Jahr als Dorfschullehrerin

Erstellt von Werner Karl am 1. November 2009

das-letzte-jahr-als-dorfschullehrerinL. M. Montgomery, Marc Gruppe
Anne in Avonlea 08 – Das letzte Jahr als Dorfschullehrerin

Titania Medien, Leverkusen, 9/2008
1 Audio-CD, Hörspiel, Belletristik/Familienunterhaltung
ISBN 9783785736364
Laufzeit: ca. 76 Min./13 Tracks
Sprecher: Marie Bierstedt, Albert Werner, Dagmar von Kurmin, Regina Lemnitz, Cornelia Meinhardt u. a.
Musik von N. N.
Titelillustration von Firuz Askin

www.titania-medien.de/cms/
www.firuzaskin.com/start.htm

Es geht drunter und drüber in Avonlea. Ein heftiges Unwetter verwüstet das beschauliche Örtchen auf der kanadischen Insel Prinz Edward Island. Nachdem der Sturm vorüber ist und die Schäden begutachtet wurden, erwartet Anne die nächste Überraschung. Ginger, der freche Papagei von Mr. Harrison ist bei dem Unwetter gestorben, und plötzlich steht eine Frau vor Green Gables, die behauptet, die Ehefrau von Mr. Harrison zu sein. Kurz entschlossen zieht sie wieder bei dem vermeintlichen Junggesellen ein, den sie eigentlich nur wegen dem frechen Federvieh verlassen hatte. Anne besucht natürlich auch weiterhin ihre ältere Freundin Lavendar Lewis, und als eines Tages deren einstiger Verlobter, der Vater von Annes Musterschüler Paul Irving, erscheint und Anne bittet, ihn doch wieder mit Lavendar bekannt zu machen, ahnt Anne, dass eine weitere Versöhnung ins Haus steht… Der Abschluss der zweiten Staffel wartet mit einer Menge Veränderungen, im Positiven wie im Negativen, für Anne Shirley auf. Es kommt zu einem herzerweichenden Wiedersehen und einer traumhaften Hochzeit. Bei „Anne in Avonlea“ gibt es das Happy End, welches im wahren Leben nur allzu oft versagt bleibt, und die Serie ist daher sehr erfrischend für die Seele. Bei dem derzeitigen Boom an Horror-Hörspielen eine willkommene Abwechslung.

Dabei beginnt die 8. Folge wahrhaft dramatisch mit einem Unwetter, wie es die Bewohner von Avonlea noch nicht erlebt haben. Dabei kommt es auch zu Verlusten, wie der Papagei Ginger, der Anne immer frech als Karotte bezeichnet hat. Darüber hinaus dreht sich das Geschehen aber um das Zusammenführen von Liebenden, denn auch Annes beste Freundin Diana Barry verlobt sich. Besonders spannend bleibt es zwischen Anne und Gilbert. Obwohl Letzterer deutlich seine Gefühle zum Ausdruck bringt, bleibt die phantasievolle, kindliche Anne sehr zurückhaltend. Auf eine Hochzeit der beiden muss sich der Hörer also noch bis zum Frühjahr 2009 gedulden. Dann nämlich erscheint die dritte Staffel „Anne in Kingsport“. Insgesamt plant Titania Medien fünf Staffeln der Serie, also 20 Folgen. Im Herbst soll es direkt mit Staffel vier, unter dem Titel „Anne in Windy Poplars“ weitergehen. Bleibt die Qualität der Hörspiele den aktuellen Standards treu, was nicht anders zu erwarten ist, hat der Hörer eine Menge Vertonungen vor sich, auf die er sich freuen kann.

Allein im vorliegenden Hörspiel geben die Sprecher alles, um ihre Rollen glaubhaft darzustellen. Vor allem Marie Bierstedt, Dagmar von Kurmin, Regina Lemnitz und Cornelia Meinhardt sind schlicht genial in der Interpretation ihrer Figuren. Die männliche Belegschaft steht den Frauen dabei in nichts nach. Hier überzeugt natürlich Hein Ostermann als bärbeißiger Mr. Harrison und Simon Jäger als Gilbert Blythe die Hörer. Wer die hochwertigen Produktionen von Titania Medien kennt, weiß, dass er auch musikalisch und soundtechnisch einiges geboten bekommt.

Das Cover zeigt Anne vor ihrer Klasse, im letzten Jahr als Dorfschullehrerin. Die Kinder sehen von hinten allerdings alle irgendwie gleich aus, auch wenn es natürlich Variationen in der Kleidung gibt. Inhaltlich muss sich der Hörer erneut mit Eigenwerbung zufrieden geben. Wie wäre es mal mit ein paar Sprecherfotos, Studioaufnahmen oder einfach einigen Informationen zu den Romanen und der Autorin derselben? Titania Medien zieht wieder alle Register um die Hörer zufrieden zu stellen. Anne erlebt eine Fülle an Abenteuern und registriert, wie schnell sich die Welt um sie herum verändert. Anne ist erwachsen geworden, und wir freuen uns mit ihr zusammen auf weitere spannende Geschichten. (FH)

Titel bei Amazon.de:
Anne in Avonlea 08 – Das letzte Jahr als Dorfschullehrerin

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Ein rabenschwarzer Tag und seine Folgen

Erstellt von Detlef Hedderich am 1. Juni 2009

L. M. Montgomery, Marc Gruppe
Ein rabenschwarzer Tag und seine Folgen

Anne auf Avonlea 6
Titania Medien, Leverkusen, 9/2008,
1 Audio-CD, Hörspiel, Belletristik/Familienunterhaltung, 978-3-785-73634-0, Laufzeit: ca, 68 Min./13 Tracks, EUR 7.95
Sprecher: Marie Bierstedt, Aljosha Fritzsche, Maximilian Artajo und Albert Werner u. a.
Musik von N. N.
Titelillustration von Firuz Askin

www.titania-medien.de/cms/
www.firuzaskin.com/start.htm

Anne geht in ihrer Tätigkeit als Lehrerin an der Dorfschule von Avonlea richtig auf und ist allseits beliebt. Doch dann spielt ihr Anthony Pye einen wirklich üblen Scherz, und Anne verliert erstmals die Beherrschung. Ein wirklich rabenschwarzer Tag für die junge Lehrerin mit der blühenden Fantasie! Zu Hause sorgt schließlich Davy Keith für allerlei Aufregung, doch glücklicherweise hat Anne in Gilbert Blythe einen aufmerksamen und hilfsbereiten Freund gefunden, der sich bereitwillig ihre Sorgen anhört.

Annes Lebensgeschichte nimmt ihren Lauf, und der Hörer ist hautnah dabei, wenn die junge Frau heranreift und an ihren Aufgaben wächst. Die Arbeit mit den Kindern von Avonlea fordert Anne alles ab, und manchmal ist es schon schwer erträglich, wie gutmütig sie die übelsten Streiche von Davy Keith toleriert.

Bisweilen ist die Idylle von Avonlea enorm kitschig, doch der Charakter von Anne, liebenswert dargestellt von Marie Bierstedt, ist so sympathisch und naiv, dass man ihren Erlebnissen gerne lauscht. Zumal sie in dieser Folge wirklich menschlich reagiert und ihre hoch gesetzten Prinzipien angesichts der gemeinen Streiche Anthony Pyes kurzfristig über Bord werfen muss.

Und ganz langsam scheint sich für Anne auch in Herzensangelegenheiten so einiges zu tun. Besonders gelungen ist den Machern der Hörspiele die Atmosphäre des kleinen Örtchens vor gut einhundert Jahren.

Die Auswahl der Sprecher ist wieder einmal großartig ausgefallen, insbesondere die Sprecher der Kinder machen einen erstklassigen Job. Hier seien vor allem Aljosha Fritzsche, Maximilian Artajo und Albert Werner genannt, denen man ihre Rollen ohne weiteres abnimmt. Da wurde nichts einfach abgelesen, sondern mit Inbrunst gespielt.
Die Texte werden untermalt und begleitet von einer atmosphärischen Geräuschkulisse und einem stimmigen Soundtrack, so dass auch diese Folge der Familienserie „Anne“ als voller Erfolg gewertet werden kann.

Firuz Askin schuf für dieses Hörspiel eine wundervoll heimelige Winteratmosphäre mit einer fröstelnden Anne auf dem Weg zur Schule. Eine angemessene Aufmachung für ein derart hochkarätiges Hörvergnügen.

Und wieder präsentiert Titania Medien familientaugliche Hörspielunterhaltung für Groß und Klein. Die Abenteuer von Anne sind zwar manchmal sehr kitschig, verbreiten aber immer einen natürlichen Optimismus. (FH)

Titel bei Amazon.de
Anne auf Green Gables – Anne in Avonlea / Folge 06: Ein rabenschwarzer Tag und seine Folgen: FOLGE 6

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Träumereien an französischen Kaminen

Erstellt von Detlef Hedderich am 9. April 2009

Richard von Volkmann-Leander
Träumereien an französischen Kaminen

22 Märchen aus der berühmten Sammlung des Autors
Titania-Medien, Leverkusen & Lübbe Audio, Bergisch-Gladbach, 10/2008
4 CDs, Hörbuch, Belletristik, Märchen, Fantasy, 978-3-7857- 3641-8, Laufzeit: ca. 255 Min., EUR 19.95
Gelesen von Arianne Borbach, Dagmar von Karmin, Evelyn Maron, Monica Bielenstein, Rita Engelmann, Viola Sauer, Christian Rode, Hartmut Neugebauer, Heinz Ostermann, Jochen Schröder und Jörg Löw
Cover von N. N.

www.luebbe-audio.de/
www.titania-medien.de/

Gerade im 19. Jahrhundert übten Märchen im Zuge der Romantik eine besondere Wirkung auf die Menschen aus, betrachtete man sie doch als volksnahes Erbe der Vergangenheit und literarisches Gut, das durch seine belehrende Natur vor allem den Kindern zugänglich gemacht werden musste, nachdem man sie ihrer erwachsenen Anteile beraubt hatte, wie es die Gebrüder Grimm taten.

In ihrer Tradition steht auch Richard von Volkmann-Leander (1830-1889), der sich vor allem Geschichten aus dem Westen Kontinentaleuropas zuwandte.

Da genau diese Märchensammlung heute nur noch wenig bekannt ist, hat sich Titania-Medien entschlossen, die phantasievollen und berührenden Geschichten aus der Versenkung zu holen. Elf Sprecher lesen die insgesamt zweiundzwanzig Geschichten.

„Die künstliche Orgel“ ist der ganze Stolz seines Erbauers, der glaubt, dass sie nur dann von allein erklingen würde, wenn ein im Herzen reines Brautpaar die Kirche betritt. Als das Instrument bei seiner Hochzeit schweigt, glaubt er, dass seine Frau die Schuldige sei und verlässt sie. Erst zehn Jahre später erkennt er seinen Fehler.

„Von der Königin die keine Pfeffernüsse backen konnte“ erzählt von einem König, der zunächst erwartet, dass seine Frau bestimmte Voraussetzungen erfüllt, dann aber doch Abstriche machen muss und am Ende erkennt, dass es letztendlich doch nicht darauf ankommt – genauso wie seine Frau, die ebenfalls einen Wunsch an ihn hatte.

„Wie sich der Christoph und das Bärbel immer aneinander vorbei wünschten“ berichtet, wie Gott einmal einem Pärchen, das sich besonders lieb hatte, einen Wunsch erfüllen wollte, der aber gründlich daneben ging.

„Das keine bucklige Mädchen“ bekommt zuerst gar nicht mit, warum die Menschen auf der Straße sie so anstarren, weil ihre Mutter, die sie sehr liebt, ihr immer etwas anderes erzählt. Erst als die junge Frau stirbt und sich der Vater eine neue Gemahlin nimmt, bekommt es die Wahrheit zu spüren.

Das sind nur einige der teils amüsanten, aber oft auch berührenden Märchen, die auf eine stimmungsvolle altmodische Weise vorgetragen werden und mit einem zum Hintergrund der Märchen passenden Klangteppich unterlegt wurden, sei es Vogelgezwitscher oder der Klang eines barocken Orchesters. Umso leichter fällt es dem Zuhörer, in die wundersame Welt der weisen Könige und eigenwilligen Prinzessinnen einzutauchen, märchenhaften Glückskindern zu begegnen oder Mitleid erregenden Pechvögeln.

Eine ernsthafte Moral schwingt natürlich immer mit, wie in allen Märchen des 19. Jahrhunderts, die nicht nur zur Erbauung sondern auch zur Erziehung gedacht waren. Nicht selten haben die Geschichten sogar einen religiösen Inhalt, und dass nicht nur wenn der liebe Gott und seine Engel selbst Teil an den Erlebnissen haben. Oft genug werden auch die christlichen Ideale angesprochen. Besonders berührend wird dadurch wohl die Mär über „Das kleine bucklige Mädchen“, dem nicht – wie man zunächst erwartet -, im Leben Gerechtigkeit erfährt sondern erst nach seinem Tode.

Die Sprecher bieten sehr abwechslungsreiche und der Erzählung angepasste Vorträge. Deutlich zu merken ist aber, dass die Frauen die Texte zumeist gefühlvoller und sanfter vortragen als die Männer, die eher auf eine gewisse Lockerheit in der Rede und augenzwinkernden Humor setzen.

Heraus kommt ein Hörbuch, das sich sehen lassen kann, denn die „Träumereien an französischen Kaminen“ bieten nicht nur jungen sondern auch erwachsenen Lesern abwechslungsreiche und entspannende Unterhaltung, die im ersten Moment vielleicht altmodisch erscheint, aber in manchem an Aktualität nicht verloren hat. Vor allem die gelungene Inszenierung mit Musik und Geräuschen trägt viel zu der Atmosphäre bei, die man bei vergleichbaren Sammlungen sonst nicht in dieser Intensität findet. (CS)

Titel bei Amazon.de
Träumereien an französischen Kaminen: Märchen von Richard von Volkmann-Leander 4CDs

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Mira Kolschewski
2. Christian Wells
3. Franca Krimm
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Der Glöckner von Notre Dame Teil 1 + 2

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. März 2009

Victor Hugo
Der Glöckner von Notre Dame Teil 1 + 2

Gruselkabinett 28 + 29
Titania Medien, Leverkusen/Lübbe Audio, Bergisch Gladbach 10/2008
2 CDs, Grusel-/Mystery-Hörspiel,  978-3-7857-3637-1, Laufzeit: ca. 60 + 60 Min., EUR 17.95
Sprecher: Roland Hemmo, Udo Schenk, Christian Stark, Tommy Morgenstern, Kristine Walther, Julien Haggege, Patrick Bach, Anita Lochner, Erik Marie Werth, Matti Klem u. a.
Titelillustrationen von Firuz Askin

www.titania-medien.de
www.luebbe.de
www.firuzaskin.com/

Im Bereich der Mystery- und Grusel-Hörspiele wird vor allem ein Label regelmäßig für seine Produktionen ausgezeichnet. Titania Medien setzt, anders als viele seiner Konkurrenten, keine Eigenproduktionen oder Heftromane um, sondern hat sich ganz der Schauerromantik verschrieben. „Frankenstein“ und „Dracula“ wurden schon vertont, ebenso viele weitere Werke von Autoren des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Hin und wieder schleichen sich auch modernere Stücke ein, aber diese sind noch deutlich in der Minderzahl.

In der 28. und 29. Ausgabe der Reihe hat man sich eines Buches angenommen, das nur bedingt zur Schauerromantik gehört, aber durchaus einen gewissen Gruselfaktor besitzt: „Der Glöckner von Notre Dame“.

Der Roman von Victor Hugo ist der Allgemeinheit nicht zuletzt durch mehrere berühmt-berüchtigte Verfilmungen, unter anderem die der Disney-Studios, bekannt, die z. T. sehr stark verfremdet wurden. Das auf zwei CDs von etwa 120 Min. Gesamtlaufzeit aufgeteilte Hörspiel hält sich dagegen bewusst eng an die Vorlage und beginnt bereits im Jahr 1466.
Der junge und ehrgeizige Geistliche Claude Frollo eilt durch das von der Pest heimgesuchte Land um Paris zu seinem Elternhaus, um nach seinen Angehörigen zu sehen. Retten kann er jedoch nur seinen kleinen Bruder Jean, der noch nicht angesteckt worden ist.

Im darauf folgenden Jahr rettet er ein missgestaltetes Findelkind vor abergläubischen Stadtbewohnern, die in ihrem Abscheu gegenüber dem kleinen, verwachsenen Jungen die höchste Christenpflicht vergessen. Claude wird für beide zu einem strengen, aber fürsorglichen Vater, auch wenn sein Geist und Verstand in den kommenden Jahren hoch hinaus will. Frollo wendet sich den dunklen Künsten und der Alchemie zu, während er in der Kirche Karriere macht und gut sechzehn Jahre später bereits Erzdiakon der größten Kathedrale der Hauptstadt ist und Kontakt mit dem König pflegt.

Während sein Bruder Jean das Leben genießt und ganz anders geworden ist, als es sich Frollo erhofft hat, ist Quasimodo ihm immer noch treu ergeben. Der Verwachsene ist inzwischen der Glöckner.

Doch mit dem ‚Fest der Narren’ im Jahre 1482 verändert sich alles. Quasimodo wird von der boshaften Menge zum Narrenpapst erklärt. Frollo weist ihn zwar zurecht, wird dabei aber auch auf die junge Zigeunerin ‚La Esmeralda’ aufmerksam, die in den Straßen tanzt und mit ihrer Ziege Kunststücke aufführt. Er befiehlt Quasimodo, sie zu ihm zu bringen.

Doch diese entbrennt in Liebe zu dem schmucken Hauptmann Phoebus, der sie vor dem vermeintlichen Unhold rettet. Damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf, das durch Eifersucht und Leidenschaft, Hass und Liebe viele Menschen in den Tod reißen wird.

Wie in „Frankenstein“ begegnet der Zuhörer auch in „Der Glöckner von Notre Dame“ einem Wesen, dass allein durch sein Aussehen verachtet, verhöhnt und gefürchtet wird. Quasimodo sieht vielleicht wie ein Ungeheuer aus, ist aber eigentlich die sanfteste und reinste Seele von allen. Doch auch er kann das Spiel aus Intrigen und Leidenschaften nicht aufhalten.

Eigentlich ist Victor Hugos Roman ein Sittengemälde aus dem 15. Jahrhundert und bis auf die Missgestalt von Quasimodo frei von phantastischen Inhalten, aber nichtsdestoweniger ein Klassiker. Und durch seine insgesamt sehr düstere Stimmung und viele negative menschliche Leidenschaften, die man auch in den meisten Werken der Schauerromantik wieder findet, kann man durchaus auch einmal ein Auge zudrücken. Die Umsetzung der Geschichte ist – anders als bei den Filmen – ungewöhnlich ruhig. Das Hörspiel nimmt sich sehr viel Zeit, um die Vorgeschichte zu erzählen und damit zu zeigen, dass Claude Frollo, der später eher als ernster und kontrollierter Verstandesmensch auftritt, durchaus auch seine menschlichen Seiten hat. Zumindest in der Jugend besitzt er ein mitfühlendes Herz, das frei von Furcht zu sein scheint.

Umso deutlicher wird die Veränderung, als er in Liebe zu der schönen ‚La Esmeralda’ entbrennt und einen heftigen Kampf mit dem Dämonen in seinem Inneren ausfechtet. Indem er all die Jahre das, was ein menschliches Leben auch noch ausmacht, verleugnete, wird er nun entsprechend heftig von diesen Bedürfnissen eingeholt. Seine unkontrollierten Ausbrüche setzten das Verhängnis erst in Gang.

Das Hörspiel arbeitet die Dramatik dieser Augenblicke mehr heraus als die eigentlichen Geschehnisse. Esmeraldas Verhaftung, ihre Verurteilung und Rettung, schließlich auch ihr Tod nehmen nur mehr ein Viertel der Geschichte ein. Das alles ist in der gewohnt hohen Qualität von Titania Medien umgesetzt. Die Sprecher machen ihre Arbeit ausgezeichnet und erfüllen die Figuren mit Leben. Auch die Geräuschkulisse und die Musik sind stimmig, so dass man problemlos in dieser düsteren Welt versinken kann.

Auch wenn man nicht die Dynamik der Filme erwarten sollte, so ist doch „Der Glöckner von Notre Dame“ nicht nur eine werkgetreue sondern auch spannend aufbereitete Umsetzung des Klassikers von Victor Hugo, die man sich nicht entgehen lassen sollte. (CS)

Titel bei Amazon.de
Gruselkabinett (28 / 29): Der Glöckner von Notre Dame

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BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete  in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.

Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!

Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!

Die Gewinner der Preisrätseltitel:

1. Marion Will
2. Michaela Schöpf
3. Patrick Krohn-Laupers

Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!
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Der Fall Charles Dexter Ward, Teil 1 + 2

Erstellt von Günther Lietz am 14. Februar 2009

H. P. Lovecraft, Marc Gruppe (Skript)
Der Fall Charles Dexter Ward, Teil 1 + 2

Gruselkabinett 24 + 25
Titania Medien, Leverkusen, 4/2008
2 CDs im Pappschuber, Hörspiel, Horror, 978-3-7857-3550-3, Laufzeit: ca. 137 Min., EUR 15.95
Titelgestaltung von Firuz Askin
Musik von N. N.
www.titania-medien.de
www.firuzaskin.com/start.htm

Der junge Charles Dexter Ward benimmt sich zunehmend merkwürdiger. Einst ein eifriger, gelehriger Schüler wird er immer verschlossener, zurückgezogener, erledigt nur die notwendigsten Arbeiten und zieht sich ansonsten fast gänzlich in seine privaten Studien zurück, die sich mit Alchemie und kruden wissenschaftlichen Experimenten befassen.

Besorgt bitten seine Eltern den befreundeten Hausarzt Dr. Willet um Hilfe. Gemeinsam finden sie heraus, dass Charles die beängstigenden Forschungen seines Vorfahren Joseph Curwen fortführt, der als Hexenmeister verschrien war und von aufgebrachten Bürgern einst getötet wurde. Nun scheint Charles von einer merkwürdigen Besessenheit befallen zu sein. Doch weitaus gespenstischer ist der Umstand, dass sich Joseph Curwen und Charles Dexter Ward bis aufs Haar gleichen…

H. P. Lovecrafts berühmteste Erzählung als atmosphärisches Hörspiel von Titania Medien präsentiert sich als edel aufgemachte Doppel-CD in einem kunstvollen Pappschuber. Marc Gruppe hat es geschafft, aus der schwierigen und bisweilen trockenen Vorlage des Schriftstellers ein spannendes und äußerst kurzweiliges Hörspielskript zu konzipieren.

Die Handlung beginnt mit einer atmosphärisch sehr dichten Szene aus der Vergangenheit, in der geschildert wird, wie die Bewohner von Providence Jagd auf Curwen machen, bevor die Perspektive umschwenkt auf die Ereignisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in dem die Geschichte hauptsächlich spielt.

Die Besetzungsliste dieser aufwendig produzierten Doppel-CD ist erstaunlich kurz, was aber eher an der überschaubaren Anzahl der mitwirkenden Personen liegt. In der Rolle des Hausarztes Willet, der zugleich als Erzähler fungiert, brilliert Ernst Meincke, der mit seiner markanten und bedächtigen Stimme für diesen Part mehr als geeignet ist. Fans der Serie „Star Trek – The Next Generation“ kennen seine Stimme als die von Captain Picard, gespielt von Patrick Stewart. Eine schauspielerische Glanzleistung indes liefert Frank ‚Ethan Hawke’ Schaff ab, der den Charles Dexter Ward bzw. Joseph Curwen mimt. Den Fanatismus und den Wahnsinn, den diese Figuren im Laufe der Handlung entwickeln, vermag Schaff authentisch zu vermitteln. Erwähnt werden müssen an dieser Stelle noch die Sprecher Cornelia Meinhardt und Hans-Werner Bussinger, die als Wards Eltern auftreten und eine sprachliche Glanzleistung absolvieren. Mit der Auswahl dieser Schauspieler und Sprecher hat das Label abermals ein glückliches Händchen bewiesen.

Hinzu kommt die Entscheidung, eine Erzählung des großartigen Autors Lovecraft als Hörspiel zu vertonen, was längst überfällig erschien, zumal sich in den letzten Folgen des „Gruselkabinetts“ eine gewisse Eintönigkeit in Sachen Handlungsgerüst bemerkbar machte. Häufig ging es um eine unglückliche Liebe, die durch einen unseligen Pakt in Gefahr geriet. Lovecraft hatte schon immer seinen eigenen Stil, der bis heute beispiellos geblieben ist und viele Schriftsteller dazu animierte, sich seinem Mythos anzuschließen und diesen auszuschmücken oder fortzuführen. Unter der Federführung von Marc Gruppe wurde daraus ein exorbitantes Hörvergnügen, welches von einer Film reifen und klangvollen Musik untermalt wird, das jedem Tim Burton-Film zur Ehre gereicht.

Selten wurde der Stoff von Lovecrafts Geschichten perfekter wiedergegeben, ohne dabei die Atmosphäre und die Subtilität der Vorlage einzubüßen. Mit „Der Fall Charles Dexter Ward“ erreicht das Label Titania Medien einen neuen Höhepunkt in der Geschichte seines Schaffens.

Wie oben bereits erwähnt verspricht die äußere Gestaltung genau das, was später durch den Inhalt bestätigt wird. Die Detail verliebten Kunstwerke Askins sind wahre Meisterwerke, und immer noch darf sich Titania Medien rühmen, die – mit Abstand – besten Hörspiel-Cover zu besitzen, die derzeit im deutschen Tonträger-Handel zu finden sind.

„Gruselkabinett 24 + 25“ liefert eine meisterhafte Vertonung eines der besten Bücher, die von Howard Phillips Lovecraft verfasst wurden. Die Novelle wurde in perfekter Art und Weise in ein dramatisches Hörspielskript umgewandelt, ohne dabei den subtilen Horror zu vernachlässigen. Eine Handvoll erstklassiger Sprecher und ein Oscar verdächtiger, bombastischer Soundtrack fesseln den Hörer von der ersten bis zur allerletzten Minute. (FH)

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Gruselkabinett (24/25) – Der Fall Charles Dexter Ward

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