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Krähen 2

Erstellt von Werner Karl am 28. Juli 2010

Marie Sann & Guido Neukamm
Krähen 2

(sfbentry)
Tokyopop, Hamburg, 04/2010
TB, dt. Manga, Mystery
ISBN 978-3-86719-678-9
5 Farbseiten

www.tokyopop.de
www.kraehenmanga.de
www.marie-sann.de
www.comicdesign.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der Zufall führt Cassandra, die die Schule geschmissen hat und sich durch kleine Jobs über Wasser hält, Rif, der eine Musiker-Karriere anstrebt, und die mysteriöse Ice zusammen, die auf der Flucht vor unheimlichen Kreaturen ist. Nun sind die „Krähen“ auch hinter den beiden Jugendlichen her, die zu ungewöhnlichen Mitteln greifen müssen, wollen sie am Leben bleiben. Dass die Magie tatsächlich funktioniert, stellen sie bei der nächsten Begegnung mit den Krähen fest, aber damit kann man diese lediglich aufhalten und nicht unschädlich machen. In Folge schlagen die Feinde umso wütender zurück. Rifs Freundin Eileen, die zur falschen Zeit am falschen Ort ist, erleidet dasselbe Schicksal wie der Junge, in den sich Ice einst verliebt hatte und für den sie die Krähen hatte verlassen wollen. Ihr wird klar, dass das alles nur aufhört, wenn es gelingt, die Große Krähe in eine Falle zu locken, aber dafür sind weitere Opfer zu bringen …

Ein Jahr nach „Krähen 1“ erschien der zweite und abschließende Band. In Hinblick auf die ansprechenden, detailreichen Zeichnungen hat sich das Warten gelohnt. Marie Sann und Guido Neukamm verzichteten auf Tusche und Rasterfolie und schufen allein mit Blei- und Buntstift einen Manga, der ihre andere Gemeinschaftsarbeit, „Sketchbook Berlin“, in den Schatten stellt. Auch die düstere Story von „Krähen“ ist von einem ganz anderen Kaliber als die schrille Teenie-Komödie. Im Vordergrund steht die Handlung: Cas und Rif, zwei Szene-Kids, werden in ein gefährliches Abenteuer verwickelt, aus dem sie nicht mehr aussteigen können, es auch nicht wollen. Sie reflektieren nicht viel, sondern stellen sich sogleich auf die Seite von Ice und akzeptieren, dass sie zusammenhalten und die Magie als gegeben betrachten müssen, um selber mit heiler Haut davon zu kommen. Ob sie das wirklich schaffen?

Das Schicksal von Eileen lässt Zweifel aufkommen, aber die drei Teenager wollen nun erst recht kämpfen – es gibt keine Alternative. Ice hat längst an Dingen gerührt, die die Große Krähe zu gern geheim gehalten hätte. Es gibt tatsächlich einen Weg, die Krähen zu eliminieren, doch das Gelingen des Plans hängt von vielen Faktoren und einem großen Opfer ab. Alle offenen Fragen werden beantwortet. Das Ende kommt dann nicht ganz unerwartet, vermutlich hätte sich mancher Leser ein anderes gewünscht, aber es passt zu der Atmosphäre des Mangas und dem Handlungsverlauf. Interessiert man sich für die Werke westlicher Manga-Künstler und für Mystery-Tragödien, schätzt man zudem schöne Zeichnungen, wird man von diesem Zweiteiler nicht enttäuscht.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Peking – Zehn Gesichter einer Stadt

Erstellt von Werner Karl am 28. Mai 2010

pekingJi’an, Liang Yi, Liu Wei, Nie Jun, Cheng Cheng, Jian Yi, Zou Jian, Lu Ming, Song Yng, Wang Huan
Peking – Zehn Gesichter einer Stadt

(sfbentry)
Peking, China/Frankreich, 2008
Tokyopop, Hamburg, 11/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbiger Manhua, Drama
ISBN 978-3-86719-738-0
Aus dem Französischen von Thomas Schöner, ursprüngliche
Übersetzung aus dem Chinesischen von N. N.
Titelbild und einige Illustrationen von Benjamin, Zeichnungen und
weitere Illustrationen von den oben genannten Künstlern
Mit einem Vorwort der China-Expertin Francoise Hauser und einem Nachwort von Benjamin

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Titel erhältlich bei Buch24.de
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Im Jahr 2008 fanden die Olympischen Sommerspiele in Peking statt. Das gab China die Möglichkeit, seinen schlechten Ruf in der Weltöffentlichkeit ein wenig zu verbessern und dem Westen zu beweisen, dass man in der Moderne angekommen und nicht länger ein Entwicklungsland war. Aus diesem Grund sorgte man an den Sportstätten, vor allem aber in Peking, dafür, dass sich diese Orte in ihrem besten Licht präsentierten. Dass dafür über Jahrhunderte und Jahrzehnte gewachsene Strukturen zerstört wurden und viele arme Einwohner darunter leiden mussten, nahm man in Kauf. Zwar gelang es China, sich wunschgemäß zu präsentieren, aber nicht nur die Journalisten aus aller Herren Ländern stellten fest, das vieles davon nur Fassade war, und äußerten sich kritisch; auch junge Künstler zeigten in anrührenden und dramatischen Geschichten, dass hinter den Kulissen ganz andere Dinge geschehen sind

Eine solche Sammlung ist „Peking – Zehn Gesichter einer Stadt“, die das in Bildern festhalten, was in den Jahren zwischen der Ernennung von Peking zum nächsten Austragungsort der Olympischen Spiele und der Ausführung geschehen ist, welche Veränderungen vor allem die Millionenstadt und ihre Bewohner in Kauf nehmen mussten. „Nicht sehr zivilisierte Pekinger“ leben traditionsgemäß in den Hutongs, den bereits seit Hunderten von Jahren bestehenden Vierteln mit den Wohnhöfen, die zwar eine Anbindung an die Straßen besitzen, aber den Menschen auch ein wenig Privatsphäre gönnen. Vor allem die Alten möchten die Freiheiten nicht aufgeben, die sie dadurch besitzen – wie etwa nur mit einer Hose bekleidet durch die Gegend zu laufen, gerade wenn die Sommer wieder besonders heiß sind, während die Jungen nichts dagegen haben, in ein Appartement in einem modernen Wohnsilo umgesiedelt zu werden, wo sie fließend Wasser, warm und kalt, und endlich auch Strom haben werden. Doch was ist wirklich erstrebenswerter? Die Geschichte wirft einen Blick in die kleinen beschaulichen Welten, die fast alle Wolkenkratzern und Einkaufzentren weichen mussten.

„Der Wunschkasten“ erinnert einen dicklichen Jungen daran, dass er vor zehn Jahren selbst an den olympischen Spielen teilnehmen wollte. Doch leider hat er diesen Vorsatz vergessen. Aber ist es wirklich zu spät, damit noch anzufangen, wenigstens um sich selbst etwas zu beweisen? „Ha, ha, ha”, erinnert an einen Zeitvertreib, dem die Pekinger jetzt wieder nachgehen, nachdem ihnen dieser unter Mao verboten worden waren: sich frühmorgens im Park zu treffen und das zu tun, was ihnen Spaß macht, angefangen von dem Chor, der eine Weise zum besten gibt, bis hin zu denen, die ungerührt ihre Tai Chi-Übungen durchführen oder einfach nur miteinander plaudern – eine lebendige Geselligkeit, die den Tag noch ein wenig lebenswerter macht. Weil ihm das Wasser nicht gefällt und die Teilnahmegebühren zu teuer sind, findet ein Großvater einen anderen Weg, um seiner Enkelin das Schwimmen beizubringen. Und schon bald bekommt die Phantasie beider Flügel.

Auch wenn man es nicht vermutet, sind Tischtennis, Kampfsport und ganz normale Leibesübungen die Sportarten, die von den meisten Chinesen ausgeführt werden. Aus diesem Grund schildert die Geschichte auch den Weg eines jungen Talents, das hofft, in nicht all zu ferner Zukunft auch an internationalen Wettkämpfen und vielleicht sogar den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Dann zerstört ein Unfall all seine Hoffnungen. Der junge Mann verzweifelt immer mehr und glaubt, er sei nutzlos, bis ihm ein alter Mann, der sein Haus und seinen Laden verliert, erinnert, dass es immer eine Möglichkeit gibt, um weiter zu machen. Denn hat er je daran gedacht, auch einmal seinen anderen Arm auszuprobieren? Die „Beijing Pistols“ stehen für eine Musikszene, die man in der Öffentlichkeit nicht gerne sieht, die sich aber gerade deswegen nicht unterkriegen lässt. So verliert die junge Band zwar alles, was sie hat – Anstellung und am Ende die Instrumente –, aber nicht ihren Mut und ihre Entschlossenheit.

„Die Liebe unter dem Mond des Herbstfestes“ erzählt von den vielen Millionen von Wanderarbeitern, die für einen geringen Lohn die Hochhäuser, Stadien und Einkaufszentren erbauten, die China später der Welt präsentierten. Welches Leid aber hinter den prachtvollen Bauten steckt, welchen Repressalien und noch viel Schlimmeres sich die Arbeiter aussetzen mussten und wie wenig sie selbst von dem Aufschwung haben, das verrät die Geschichte in melancholischen Bildern. Andere Beiträge thematisieren die Umweltverschmutzung durch die wachsende Anzahl von Autos in der Stadt, die Vermischung der traditionellen mit der westlichen Kultur und den Verlusten von Heimat und Identität, die viele Menschen hinnehmen mussten. Auch die beigefügten Illustrationen besitzen eine stille klagende Melancholie, die zeigen will, was alles verloren ging und so nicht wiederkehren kann.

Die Sammlung klagt nicht an, sie macht nur darauf aufmerksam, dass nicht alle Entwicklungen gut sind, auch wenn sich die Menschen den Gegebenheiten angepasst haben und einfach weiterleben. Wenn, dann stecken Kritik und Protest zwischen den Zeilen und in den Zeichnungen. Die Künstler überlassen es aber auch jedem Leser selbst, was er davon annehmen will. All diese Einblicke findet man wohl nicht in offiziellen Quellen, sie vermitteln aber auch dem westlichen Betrachter einen Eindruck von den tiefen Einschnitten, die gerade Peking und seine ‚kleinen Leute’ erlebten. Und das ist im Anbetracht der wachsenden Bedeutung von China umso interessanter, denn sie vertiefen den differenzierten Blick auf die Veränderungen und Entwicklungen, da sie aus dem Land selbst kommen.

„Peking – Gesichter einer Stadt“ ist eine gelungene und sehr anrührende Sammlung von Geschichten im Schatten eines von langer Hand vorbereiteten Ereignisses, die zeigen, wie das die kleinen Leute in der großen Hauptstadt miterlebt haben, bevor und während die Weltöffentlichkeit auf sie blickte.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)
 
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Japanisch Crashkurs

Erstellt von Werner Karl am 6. Mai 2010

japanisch-crashkurs-01María Ferrer (Text) & David Ramírez (Zeichnungen)
Japanisch Crashkurs 1

(sfbentry)
N. N., Spanien, 2005
Tokyopop, Hamburg, 11/2009
TB, Sachbuch, Sprachtrainer, europ. Manga
ISBN 978-3-86719-740-3
Aus dem Spanischen von Nicole Biarnés Kiefer

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Wer sich für Mangas interessiert, würde oft gern die Original-Ausgaben lesen, zum einen weil die Auswahl an Titeln sehr viel größer ist als bei den deutschen, amerikanischen und europäischen Verlagen, zum anderen weil durch die Übersetzung sehr viele Feinheiten verloren gehen. Leider bieten nur wenige Schulen Japanisch als Fremdsprache an, VHS-Kurse sind teuer und legen größeren Wert auf Konversation, und nicht jeder will oder kann Japanologie studieren. Die Verlage antworten auf das breite Interesse an der japanischen Sprache und dem Selbststudium durch verschiedene Lehrbücher. Häuser, die auch Mangas publizieren, wenden sich dabei gezielt an ihre Klientel mit Sprachtrainern, die kurze Comics als Hilfsmittel einsetzen und versuchen, ein spezifisches Vokabular zu vermitteln, das zur Lektüre der Original-Mangas befähigen soll. Gelegentlich werden diese Sprachtrainer durch Exkurse ergänzt, die Wissenswertes über den japanischen Alltag verraten, denn auch hier sollte man einige Grundkenntnisse besitzen, um verstehen zu können, worauf in vielen Geschichten Bezug genommen wird.

Allerdings setzt das selbständige Lernen mit Büchern eine hohe Selbstdisziplin voraus. Man muss immer am Ball bleiben, regelmäßig wiederholen, täglich üben und üben, sonst vergisst man das Wenige, was man im Kopf zu haben glaubt, binnen kürzester Zeit. Außerdem ist es mit einem Basiswortschatz allein noch lange nicht getan: Man muss die einzelnen Schriften beherrschen, von denen die Kanji (chinesische Schriftzeichen) die härtesten Nüsse sind, die es zu knacken gilt. Grammatikregeln, die sich vom Deutschen unterscheiden, gibt es natürlich auch. Der auf vier Bände angelegte „Japanisch Crashkurs“ ist ein weiterer Sprachtrainer für Manga-Fans. Wer zum ersten Band der Reihe greift, wird erst einmal durch eine winzige Schrift erschreckt, die den Gebrauch des Buchs erläutert und erste Basics erklärt.

Die Grundlagen – die japanischen Silben-Alphabete Hiragana und Katakana – findet man hinten. Diese sollte man sich als Erstes einprägen, um die Zeichen im Text erkennen und aussprechen zu können. Für die Kanji gibt es keine solche Tabelle; die muss man als solche lernen, wie sie auftauchen, und mit Hilfe der Furigana, den kleinen Aussprechhilfen, den Laut bestimmen, der nicht mit dem chinesischen identisch ist. Es geht dann auch gleich los mit den praktischen Übungen. Kurze Comics mit jeweils vier Panels stellen Alltagssituationen mit gängigen Dialogen und typischen Lautmalereien dar. Daneben findet man die Vokabeln und die komplett übersetzten Sätze. Auf die Lautschrift wird weitgehend verzichtet, da man die Alphabete schließlich beherrschen sollte. Nur Lautverschiebungen, die durch Partikel angezeigt werden, und andere Besonderheiten findet man erklärt. Anhand der Dialoge wird auch die Grammatik erläutert.

Aus der Schule sollte man die grammatikalischen Termini kennen, denn die Autorin, die selber Japanisch unterrichtet, hält sich nicht mit langwierigen Ausführungen auf, was konjugierte Verben, Umstandsworte, Syntagmen, temporale Präpositionen etc. sind. Wenn man hier bereits ins Schwimmen gerät oder grundsätzlich mit Sprachen auf Kriegsfuß steht, braucht man im Prinzip gar nicht erst mit dem Lernen nach diesem Buch zu beginnen – man kann sich den Kauf sparen. Alle Erläuterungen sehr übersichtlich und anschaulich gestaltet, aber man darf sich von dem großzügigen Layout und den lustigen Bildern nicht täuschen lassen, denn es wird enorm viel verlangt. Man sollte Sprachen leicht erlernen können und am besten schon einiges Grundwissen mitbringen – der reine Manga-Fan, der keine Ahnung hat, was hier auf ihn zukommt, ist mit diesem Lehrgang überfordert.

Wer Japanisch in der Schule erlernt oder/und ernsthaft plant, Japanologie zu studieren (und das nicht bloß, um Original-Mangas lesen zu können), kann Bücher dieser Art ergänzend einsetzen. Für die meisten anderen ist der vorliegende Lehrgang zu anspruchsvoll.

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

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Crazy Little Cactus 1

Erstellt von Werner Karl am 6. Mai 2010

crazy-little-cactus-01Nana Haruta
Crazy Little Cactus 1

(sfbentry)
Saboten no Himitsum, Japan, 2004
Tokyopop, Hamburg, 01/2010
TB, Manga, Romance, Comedy
ISBN 978-3-86719-838-7
Aus dem Japanischen von Kenichi Kusano und Radek Matuszak

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Was soll man tun, wenn man schon länger in einen Schulkameraden verliebt ist, der es aber einfach nicht blickt oder blicken will, wenn man ihm kleine, versteckte Hinweise auf die heimlichen Gefühle gibt? Dieser Frage muss sich Miku schon eine ganze Weile stellen. Denn schon seit Beginn des ersten Highschool-Jahres ist die ziemlich in ihren Klassenkameraden Kyohei verliebt. Aber der scheint gar nicht zu kapieren, was sie mit ihren Annäherungsversuchen deutlich machen will. Stattdessen geraten sie jedes Mal miteinander in Streit, wenn es ihm zu viel wird oder sie sich darüber aufregt, weil er wieder einmal auf Durchzug geschaltet hat.

Auch die Versuche, ihn sich aus dem Kopf zu schlagen, scheitern immer wieder, gerade wenn Tage wie der Valentinstag näher rücken und sie nicht weiß, ob die liebevoll zubereitete Schokolade auch wirklich angenommen wird. Ihr Geständnis, Kyohei zu lieben, endet schließlich wirklich in einem Debakel. Miku zieht sich erst einmal frustriert zurück. Nicht einmal die Freunde können sie trösten. Da sie mit ihren Gefühlen schließlich immer noch nicht ins Reine kommt, sucht sie die Schuld schließlich bei Kyoheis Exfreundin Nami. Doch kann sie die Schuld so einfach auf die andere schieben? Oder sollte sie vielleicht nicht besser mit dieser sprechen, um mehr über den Jungen zu erfahren?

Wie man sich denken kann, wird die Geschichte um die Irrungen und Wirrungen unerhörter Liebe mit sehr viel Humor erzählt. Dabei steht vor allem die junge Heldin im Mittelpunkt, die sich gehörig abstrampelt und wirbt, aber letztendlich doch immer abblitzt. Sie bekommt oft genug ihr Fett weg, weil sie die Aktivere ist. Nach und nach bröckelt aber auch die Fassade des zunächst cool wirkenden Kyohei. Letztendlich besteht aber der ganze Band nur aus dem munteren Hin und Her zwischen den beiden Protagonisten. Zwar erlaubt die Geschichte eine erste Annäherung, aber da noch Fortsetzungen folgen werden, kann man sich sehr schnell denken, dass in der Beziehung der beiden das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde.

All das wird sehr schrill und hektisch erzählt, in einem Tonfall, der vor allem junge Mädchen ansprechen dürfte, die sich in der gleichen Lage befinden, denn gerade zwischen elf und vierzehn merkt man sehr oft, dass der umschwärmte Junge noch keinen Plan hat, was man eigentlich vor ihm will. Älteren dürfte das Trara eher ein Lächeln entlocken, da sie den Ausgang des Ganzen schon erahnen können und mit Sicherheit bereits Dutzende solcher Geschichten gelesen haben.

Alles in allem bietet „Crazy Little Cactus“ zwar keine besonders neue Geschichte aber dennoch humorvolle leichte Unterhaltung für alle jungen Mädchen, die selbst in der gleichen Lage wie Miku sind, waren oder hinein kommen (wollen).

Copyright 2010 © by Christel Scheja (CS)

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China Girls

Erstellt von Werner Karl am 5. Mai 2010

china-girlsRain, Fang Yili, Seduce, Guo Yuan, Little Thunder, Ma Xin, Ji Di, Xi Ying, Coco Wang, Liu Xing, Hu Rong, A Geng
China Girls

(sfbentry)
China/Frankreich, 2009
Tokyopop, Hamburg, 04/2010
PB mit Klappbroschur, vollfarbig, Manhua, Drama, Comedy
ISBN 978-3-86719-870-7
Aus dem Französischen von Thomas Schöner, ursprüngliche Übersetzung aus dem Chinesischen von Cecile Reverdy
Titelbild und Zeichnungen von de genannten Künstlerinnen
Mit einem Vorwort der China-Expertin Francoise Hauser

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Obwohl China durch die Öffnung zum Kapitalismus einen Schritt in die Moderne gemacht hat und eigentlich durch die Aussagen des Kommunismus die Gleichheit der Geschlechter leben müsste, sieht es im Land auch heute noch ganz anders aus. Wenngleich viele Frauen schon früh ihren Mann stehen müssen und nichts geschenkt bekommen, in Ausbildung und Qualifikation nicht hinter ihren Kollegen zurückstehen, werden sie immer noch benachteiligt, denn getreu der Lehren des Konfuzianismus herrscht in der Gesellschaft immer noch der Gedanke vor, das Frauen in erster Linie ins Haus gehören, um den Mann zu versorgen und die Kinder aufzuziehen. Gegebenenfalls können sie noch als schmückendes Beiwerk an der Seite eines reichen Mannes auftreten, sei es als Konkubine oder Ehefrau. So hat sich bis heute auch im Westen das Bild der zierlichen und gehorsamen Dienerin gehalten, der niedlichen Puppe, die zwar schön aussieht, aber sich bescheiden zurückzieht und zufrieden mit ihrem Dasein ist.

Dass es aber junge Frauen gibt, die dieses Schicksal nicht mehr durchmachen wollen und auf ihre Art und Weise zu rebellieren versuchen, zeigen die zwölf hier in diesem Band versammelten Geschichten. Die jungen Manhua-Zeichnerinnen packen Themen aus ihrer eigenen Lebenswelt an, erzählen von ihren Wünschen, Träumen und Hoffnungen, den Schlupflöchern, die sich manchmal bieten, aber auch den Schattenseiten ihres Lebens, der Bitterkeit und den Enttäuschungen, die sie einstecken müssen. Sie thematisieren Dinge, die die Öffentlichkeit gerne unter den Tisch kehren würden, wie etwa psychische Störungen, die sich längst nicht nur im Westen ausbreiten. Gerade in „Sie“ wird das sehr deutlich, als eine junge Frau von einem kleinen Mädchen verfolgt wird – oder annimmt, dass es so ist? Was hat das Kind vor? Will sie ihren Freund und sie auseinander treiben?

„Schlaf mein Schatz“ beginnt mit einem Märchen und zeigt auf rührende Weise, dass chinesische Frauen auch Freude daran habe, Mutter zu sein, und ihren Nachwuchs bewusst gerne aufziehen. In einer anderen Geschichte findet eine vom Leben enttäuschte und einfach nur dahin vegetierende junge Frau durch eine Blume, die sie für eine Freundin in Pflege nimmt, wieder Freude am Leben und erkennt, dass es ganz allein an ihr liegt, was sie aus ihrem Dasein macht, sowohl in der Firma als auch in der Freizeit. Ein molliges Mädchen wird von ihrem Freund zurück gestoßen, der sie als viel zu fett empfindet. Aus Verzweiflung beschließt sie, nichts mehr zu essen, was sie aber nur schwächt. Da kommt das Angebot einer kleinen Apfelkatze gerade recht … – das Ganze erweist sich schon bald als eine bitterböse Betrachtung des Schlankheitswahns, bei dem nicht wenige Frauen auf Angebote hereinfallen, die ihnen im Grunde nur trügerische Lügen vorspielen.

In „Bonbons“ trauert eine Frau um ihre verstorbene Tochter. Dabei begibt sie sich auf eine Reise in die Anderswelt, durch die sie lernt, dass es irgendwann einmal genug ist und das Leben auch mit einem Lachen weitergehen sollte und nicht nur mit ewiger Bitterkeit. Einen frechen Blick auf die britischen und chinesischen Marotten wirft die zwischen London und Peking hin und her pendelnde Coco Wang in „Geburt einer Künstlerin“. Dabei hält sie beiden Kulturen augenzwinkernd einen Spiegel vor. Dann ist da noch die Klassensprecherin, die bisher ganz gut in ihrer Klasse zurecht gekommen ist, nun aber einen immer und immer wieder kehrenden Traum hat, in dem sie von ihren Schulkameraden nicht mehr beachtet wird und am Ende ganz alleine bleibt. Warum hat sie das Gefühl, das genau das eigentlich die Wahrheit ist? Obwohl nur kurz erzählt und mit wenig Text verstehen, berühren die Zeichnungen durch ihre reine und klare Aussage.

Das sind nur einige Geschichten dieses zuerst in Frankreich erschienenen Bandes, der einen Einblick in die moderne Lebenswelt der Chinesinnen gibt. Es ist sehr leicht zu erkennen, dass gerade die jungen Frauen weit entfernt von dem Bild der gehorsamen und stillen Jungfrau sind, die immer im Schatten des Mannes steht. Auch wenn sie nicht immer selbstbewusst und unabhängig sind, so definieren sie sich doch aus sich selbst heraus, und die Geschichten berühren ihren Lebensalltag. Obwohl dann und wann Männer auftauchen, bleiben sie doch im Hintergrund. Die jungen Künstlerinnen zeigen, dass gerade die jungen Frauen in den Städten nicht viel anders leben als im Westen. Um ihrem Hund das Leben zu retten, gibt eine junge Frau sehr viel von ihrem hart verdienten Geld aus, etwas, was vor zwanzig Jahren noch undenkbar war. Aber sie will einfach den Gefährten nicht verlieren, der sie bei so vielen schönen Erlebnissen begleitet hat. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, doch sind die jungen Chinesinnen wirklich immer zur absoluten Selbstaufgabe bereit.

Alles in allem ist eine ruhige und berührende Sammlung entstanden, mit Geschichten, die tief in die Seelen der jungen Frauen schauen und auch dem Leser erlauben, durch ihre Augen einen Blick auf die Gesellschaft im Reich der Mitte zu werfen. Manchmal bedarf es dabei Vorstellungskraft, aber nichtsdestoweniger bleiben die Aussagen klar und deutlich bestehen. Daher sei allen empfohlen, die sich für das moderne China interessieren und mehr über die Gedankenwelt der Bevölkerung aus einer ganz besonderen Sicht erfahren wollen, einer, die sonst in der Öffentlichkeit immer noch oft genug schweigen muss, einen Blick in diesen Band zu werfen.

Copyright 2010 © by Christel Scheja (CS)

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Cherish

Erstellt von Werner Karl am 5. Mai 2010

cherishWataru Yoshizumi
Cherish

(sfbentry)
Japan, 2006
Tokyopop, Hamburg, 03/2010
Manga, Romance, Drama
ISBN 978-3-86719-859-2
Aus dem Japanischen von Thilo Waßmer

www.tokyopop.de
http://ribon.shueisha.co.jp/data/sensei/yoshizumi_sensei.html

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Manchmal steht nicht nur die Liebebeziehung der beiden Protagonisten im Mittelpunkt der Geschichte, sondern auch deren familiäres Umfeld. Gerade wenn es ein wenig außergewöhnlich ist, kann es die Romanze maßgeblich beeinflussen. Das bekommt Chihiro zu spüren. Sie hat kein normales Elternhaus, sondern wächst bei dem letzten guten Freund ihrer Mutter und dessen Partner auf. Seit ihre Mutter vor fünfzehn Jahren an Krebs gestorben ist, ziehen sie das Mädchen liebevoll auf und unterstützen sie, wo immer sie können. So hat sie inzwischen die Schule gut hinter sich gebracht und beginnt ein Studium.

Schnell findet sie durch ihre offene und freundliche Art gute Bekannte und Aufnahme in einem Club. Da aber erwartet sie eine unangenehme Überraschung: Eines der Mitglieder ist Masanori, ihr Ex-Freund aus der Mittelschule, der mit ihr gebrochen hat, als sie ihm von ihrem besonderen Elternhaus erzählt hatte. Nun ist sie hin und her gerissen, denn zum einen erwachen ihre Gefühle wieder mit voller Wucht, auf der anderen Seite kann sie ihm noch immer nicht verzeihen, dass er ihre Familie, so wie sie ist, nicht toleriert. Dennoch will sie ihm eine letzte Chance geben.

In der zweiten Geschichte, „Happyness“, begegnet der junge Autor Tsuda in seinem Verlag einer jungen Grafik-Designerin. Er bewundert bald mehr als nur ihre wunderschönen Hände, denn sie scheint eine junge Witwe zu sein und trotz eines Schicksalsschlags nicht die Freude am Leben verloren zu haben. Das beeindruckt ihn so sehr, dass er sich in sie verliebt und sie sanft umwirbt, nur um schließlich die Wahrheit zu erfahren, denn Einiges ist anders, als er denkt. Die beiden Geschichten von „Cherish“ sind erstaunlich erwachsen und realistisch beschrieben. Die Künstlerin verzichtet darauf, klischeehaft auf die Tränendrüsen zu drücken und plädiert still für Toleranz und Offenheit gegenüber den Menschen, die ein anderes Lebensmodell für sich gewählt haben, gerade in der ersten Geschichte.

Das ist auch die große Stärke des Bandes, denn man erlebt selten, dass man sich die Szenarien sogar im richtigen Leben vorstellen kann. Die Mangaka findet genau den richtigen Weg, um Spannung zu erzeugen, aber trotzdem unaufdringlich zu erzählen. Vieles kann man zwischen den Zeilen lesen – gerade die nur all zu menschlichen Missverständnisse entstehen so und werden auch auf diese Weise wieder aufgeklärt. Ebenso liebevoll sind die Zeichnungen gestaltet. Die Künstlerin verzichtet darauf, albern zu werden, bringt einen aber doch immer wieder zum Schmunzeln. Der Federstrich ist leicht und beschwingt, zart und detailreich und vertieft die Atmosphäre noch.

Daher sei „Cherish“ all jenen empfohlen, die auch einmal Romanzen genießen wollen, in denen weder der Klamauk regiert noch zu dick aufgetragen wird. Denn diese beiden Geschichten finden einen guten Mittelweg zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Copyright 2010 © by Christel Scheja (CS)

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Dream Fantasia 4

Erstellt von Werner Karl am 21. April 2010

dream-fantasia-4Sae Rom Ok
Dream Fantasia 4

(sfbentry)
Korea, 2008
Tokyopop, Hamburg, 01/2010
TB, Manhwa, Fantasy, Comedy
ISBN 978-3-86719-759-5
Aus dem Koreanischen von Suchin Hong und Benjamin Neuss
1 aufklappbare Farbseite

www.tokyopop.de
http://hangatic.pe.kr

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In ihren Träumen kann Hang-A die Zukunft sehen, allerdings muss sie die Visionen aufzeichnen – und eine anschließende Deutung ist schwer, da sie keine begnadete Künstlerin ist. Für ihre Freundin So-Dan verwahrt sie eine wertvolle Bildrolle, die den blaugrünen Drache, Beschützer des östlichen Reiches, birgt. Nachdem So-Dan wegen dieser Rolle entführt wurde, verlässt Hang-A ihr Heim, denn die Feinde kommen bestimmt wieder. Nach und nach findet Hang-A Freunde: den immer hungrigen Katzenjungen Nabi, Biryeong, den blaugrünen Drachen, der sie stets beschützt, Gayae, den Phönix und Hüterin des Südens, den dubiosen Händler Muyeong und das blinde Mädchen Hong-Hwi. Gemeinsam reisen sie nach Westen, denn Hang-A will den Weißen Tiger finden. Biryeong befürchtet, dass sie Schwierigkeiten bekommen werden, da der Weiße Tiger ihnen womöglich nicht freundlich gesonnen ist.

Wie Recht er hat, muss Hang-A erfahren, als einer der Reisegefährten plötzlich die Maske fallen lässt. Nabi versucht, Hang-A zu retten und stürzt in einen Abgrund. Unterdessen wird So-Dan in einem Palast, den sie von früher kennt, festgehalten. Ihre Entführer, die Zwillinge Ryu-Cheon und So-Ha, sprechen sie bereits mit ‚Herrin’ an. Was wird hier gespielt?

Man sollte „Dream Fantasia“ mit Bd. 1 beginnen, um zu verstehen, was eigentlich los ist und wer wer ist, denn in den letzten Kapiteln ist eine Menge passiert. Genauso wie z. B. in „Angel Diary“, „Demon Diary“, „Legends“ oder „The Legend of the Sword“ läuft die Handlung auf mehreren Ebenen ab, es gibt zahlreiche, sich ähnlich sehende Charaktere, und der rote Faden droht immer wieder über Einzelaktionen und Klamauk-Einlagen verloren zu gehen. Worauf die Geschichte hinaus will, ist immer noch nicht klar, da die Gegenspieler ihre Motive weiterhin für sich behalten.

Davon einmal abgesehen, ist „Dream Fantasia“ sehr hübsch und aufwändig gezeichnet – das trifft auf viele Manhwas zu, die in Deutschland erscheinen. Findet man Gefallen an androgynen Charakteren, verspielten Gewändern und einem historisch anmutenden Hintergrund, sollte man dem Titel eine Chance geben … und Geduld haben. In Korea liegen derzeit sechs Bände vor, und die Serie ist noch nicht abgeschlossen.

Vor allem Leserinnen zwischen 12 und 15 Jahren, die mehr auf die Bilder als die Handlung achten, werden Freude an „Dream Fantasia“ haben.

Copyright © 2010 Irene Salzmann (IS)

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Crimson Spell 2

Erstellt von Werner Karl am 21. April 2010

crimson-spell-2Ayano Yamane
Crimson Spell 2

(sfbentry)
Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 05/2008
TB, Manga, Boys Love, Fantasy
ISBN 978-386719-431-0
Aus dem Japanischen von Claudia Peter
1 Farbseite

www.tokyopop.de
http://yamaneayano.blog111.fc2.com/

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In einer anderen uns unbekannten Welt werden die Menschen von Dämonen geplagt. Ganze Dörfer werden zerstört und ihre Bewohner abgeschlachtet. Auch das Königreich Alsviez, in dem Prinz Valdrigue lebt, wird eines Tages von der Dämonenbrut angegriffen. Da normale Schwerter bei diesen Kreaturen nichts ausrichten können, bricht er das Siegel eines magischen Schwertes. Die Klinge von Yug Verund ist rot wie Blut und verleiht ihrem Besitzer die Fähigkeit, die Dämonen zu zerstören. Doch seit dieser mutigen Tat liegt ein Fluch auf Vald. Sobald er einschläft oder sein Bewusstsein verliert, verwandelt er sich selbst in einen Dämon und greift alles und jeden an, der sich in seiner Nähe befindet. Um den Bann loszuwerden, begibt sich Vald auf die Suche nach Halvir Froput, der als einer der besten Fluchbrecher bekannt ist. Nachdem Havi in Seleas Deel herausfand, wie das Schwert von Vald verflucht wurde, verlassen sie den Ort der Hexenmeister wieder. Havi muss sich nun auf die Suche nach einem schwarzen Zauberer machen, damit Vald diesen töten kann, um den Bann aufzuheben.

Auf ihrer Reise helfen sie einem einsamen Schwertkämpfer ohne Schwert, der sich gerade gegen einen Haufen Dämonen zur Wehr setzte. Am nächsten Morgen, als die Gefährten wach werden, ist der Fremde weg und mit ihm das gesamte Hab und Gut von Havi. Verärgert folgen sie seiner Spur und gelangen in ein Dorf, das von Dämonen angegriffen wird. Zwar gewinnen sie den Kampf, doch Havi wird bei der Aktion entführt. Nun ist es an Vald, ihn zu befreien. Ayano Yamane wurde am 18. Dezember in der Präfektur Hyogo, Japan geboren. Heute wohnt sie in der Präfektur Osaka, wo sie ihrem Beruf als Mangaka nachgeht. Ihre Werke gehören dem Genre Boys Love an. Boys Love, auf Doujinshi bezogen ‚Yaoi’ genannt, bezeichnet Beziehungen zwischen nicht zwangsläufig homosexuellen männlichen Protagonisten, deren Liebe in mehr oder minder expliziten Bildern beschrieben wird.

Yamane Ayano zeichnete 40 Doujinshis zum Basketball-Manga „Slam Dunk“ von Takehiko Inuoe, bevor ihr der Durchbruch gelang. Ihr erster professioneller Manga „You´re My Love Prize in Viewfinder“ machte sie zum Shooting-Star der BL-Szene. Der Titel war aufgrund seiner wunderschönen Zeichnungen so erfolgreich, dass er u. a. ins Deutsche, Englische und Italienische übersetzt wurde. Auf der Convention Yaoi-Con 2004 in San Francisco wurde die Mangaka als Ehrengast eingeladen. „Crimson Spell“, der neueste Streich von Ayano Yamane, gehört zu den 18+ Titeln. Dieser ist nicht nur ein Manga, den sich Homosexuelle angucken können, in erster Linie wendet er sich an Frauen, die das Genre Boys Love als sehr reizvoll und anregend empfinden.

Oft haben BL-Mangas gar keine Handlung, doch bei dieser Serie lässt sich tatsächlich eine erkennen. Zwei Gefährten, einer ein Ritter, der andere ein Magier, begeben sich auf eine gefährliche Reise, um den Fluch, der auf dem Ritter liegt, aufzuheben, wobei sie immer wieder auf Schwierigkeiten stoßen und neue Gefährten finden. Es sind aber trotz Handlung immer noch sehr viele erotische Szenen eingebaut, so muss z. B. der Magier Sex haben, um seine Energiereserven aufzuladen, und Valds dämonisches Alter Ego lässt sich auf diese Weise zähmen. Die Figuren sind dabei sehr attraktiv gezeichnet.

Die Zeichnungen sind sehr detailreich, d. h., man sieht wirklich alles. Aus diesem Grund sind alle Bände dieser Serie in Folie eingeschweißt. Wer Lust auf eine dicke Portion Erotik hat, ist bei diesem Manga goldrichtig.

Copyright © 2010 Rowena Weddehage (RW)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

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Love Cotton 1

Erstellt von Werner Karl am 8. Dezember 2009

love-cotton-1Chan Kashinoki
Love Cotton 1

Kabushikigaisha Love Cotton, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 8/2009
TB, Manga, Comedy, Romance
ISBN 9783867197489
Aus dem Japanischen von Kenichi Kusano und Radek Matuzak
2 Farbseiten

www.tokyopop.de

Eine besondere Faszination scheinen japanische Mangaka an dem Ausgangsthema zu haben, dass Eltern einfach in die Weltgeschichte reisen und ihre Kinder in der Obhut von Verwandten, allein oder in einem Internat zurück lassen. Ob das in der Wirklichkeit so möglich ist, sei dahin gestellt, aber es gibt ihnen die Möglichkeit, dass die Mädchen und Jungen schon früh ihre Flügel ausstrecken, um flügge zu werden. Auch in „Love Cotton“ bleiben Naru und ihr kleiner Bruder Furu zu Hause zurück, weil die Eltern unbedingt nach Kenia reisen wollen. Das Mädchen hat keine Lust, sich schon wieder eine neue Umgebung anzutun und will auch ihr Geschwisterchen, das noch mitten im Babyalter ist, beschützen. So zieht sie mit ihrem Bruder zu ihrer Oma, die Mühe hat, sie alle drei zu versorgen, weil ihre Boutique eher schlecht als recht läuft.

Da hat Naru eine Idee. Sie will auf eigenen Füßen stehen und bald Karriere machen. Und warum nicht im Bereich der Mode? So sieht sie sich genauer unter ihren Mitschülern um, überredet die hübsche Rin, bei ihr als Verkäuferin und Model zu arbeiten, gewinnt den schüchternen und unscheinbaren Tadashi als Schneider und den kunstsinnigen Mirai als Designer. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind die vier von der Idee begeistert und beschließen, sie in die Tat umzusetzen. Am Tag der Eröffnung tut auch der süße kleine Furu seinen Teil dazu, um die passenden Kundinnen anzulocken und die „Love Cotton“ wird ein voller Erfolg. Auch wenn noch nicht so viel Geld in die Kasse kam – der Grundstein für ein ganz besonderes Modelabel ist gelegt.

In der Bonusgeschichte „Heldengeschichte einer Heulsuse“ gewinnt ein Mädchen, das in eine Jungenklasse kommt, die Mitschüler für sich, indem sie einfach weiter so bleibt, wie sie ist, und sich nicht krampfhaft zu verändern bemüht. „Love Cotton“ ist ein Manga, der weniger auf Liebesgeschichten setzt als auf Freundschaft und Zusammenhalt zwischen denen, die sich zusammen tun, um etwas gemeinsam aufzubauen. Das ist vor allem in der Hauptgeschichte bemerkbar, die märchenhaft und ohne sonstige Schwierigkeiten zeigt, dass man nur einen starken Willen, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz braucht, um sein Ziel zu erreichen. Und in der Bonusgeschichte zeigt sich, das Jungen auch ganz nett sein können, wenn sie jemanden zum Beschützen haben. Romanzen deuten sich zwar an, sind aber kein Hauptthema.

Wie kein anderer Manga atmen diese Geschichten den typischen japanischen Geist, was manchmal auf westliche Leser etwas befremdlich und reaktionär wirken mag, aber trotzdem recht unterhaltsam sein kann. Alles in allem richtet sich der erste Band von „Love Cotton“ an jüngere Manga-Leserinnen, denen Freundschaft und Träume noch viel wichtiger sind als die erste Liebe und die gerne immer wieder über ihre Lektüre lachen möchten.

Christel Scheja (CS)

Titel bei Amazon.de:
Love Cotton 1

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Bakuman 1

Erstellt von Werner Karl am 8. Dezember 2009

bakuman-1Tsugumi Ohba
Bakuman 1

Bakuman, Vol. 1, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 8/2009
TB, Manga, Drama, Comedy
ISBN 9783867197571
Aus dem Japanischen von Yuki Kowalski
Titelillustration und Zeichnungen von Takeshi Obata

www.tokyopop.de

Tsugumi Ohba und Takeshi Obata gelten seit ihrem Welterfolg „Death Note“ als Shooting Stars unter den japanischen Mangaka. Ihnen ist etwas gelungen, was nur wenige schaffen: durch eine spannende Geschichte nicht nur Leser im eigenen Land sondern auch im Westen zu fesseln und Lust auf mehr zu machen. Nach ihrer zweiten Serie „Blue Dragon“, die nach einem bekannten Videospiel entstand, wenden sie sich nun einem weitaus irdischeren Thema zu, das durchaus autobiographische Züge haben könnte.

„Bakuman“ erzählt die Geschichte zweiter Schüler, die sich von blutigen Anfängern zu einem Erfolgsteam hocharbeiten. Moritaka Mashiro kann zwar sehr gut zeichnen und hätte das Talent, auch mehr daraus zu machen, aber er plant nicht, sich wie sein Onkel auf das Wagnis einzulassen und Mangaka zu werden, sondern einen ganz normalen Lebensweg zu beschreiten. Doch das Schicksal will es anders. In Gestalt des aufgeweckten und manchmal etwas nervigen Akito Takagi, bekommt er jemanden an die Seite, der ihm ständig davon in den Ohren liegt, sein Leben doch nicht als langweiliger Angestellter in einer Firma zu vergeuden, sondern etwas aus seinem Talent zu machen.

Akito findet zumindest ein Argument, dass Moritaka auch nicht aus dem Sinn geht: Er wird seinen Schwarm Miho Azuki nur dann beeindrucken können, wenn aus ihm etwas Besonderes wird, denn sie stammt aus gutem Hause und wird sicher nicht nur einen einfachen Bürohengst haben wollen. Moritaka sucht Gegenargumente, doch die gehen ihm bald aus. Selbst als er Akito vom traurigen Schicksal seines Onkels erzählt, der zwar lange als Mangaka gearbeitet hat, aber nie wirklich glücklich geworden ist, wird es nicht besser, sondern eher schlimmer. Denn nach und nach entdecken die beiden, dass ihrer aller Leben viel enger miteinander verwoben ist, als sie dachten. Tatsächlich ist das Mädchen, für das Moritakas Onkel sich in das Abenteuer des Comiczeichnens gestürzt hat, keine andere als Mihos Mutter.

Mit leichter Feder, gewohnt dichter Atmosphäre und dem Blick für die kleinen aber feinen menschlichen Seiten ihrer Helden setzen Tsugumi Ohba und Takeshi Obata die Geschichte vom Werdegang zweier Mangaka in Szene und sparen dabei nicht mit Anspielungen auf eigene Serien, sich selbst und den Markt. Warmherzig, ein wenig humorvoll und vor allem realistisch zeigen sie, dass aller Anfang schwer ist, auch wenn die Verwandtschaft einem erstaunlicherweise keine Steine in den Weg legt, sondern auch noch mit allen Kräften unterstützt. Denn als sich die beiden Protagonisten an die Arbeit machen, merken sie, dass vieles doch nicht so einfach von der Hand geht, wie sie zunächst dachten. Das macht „Bakuman“ zu einem unterhaltsamen und interessanten Blick in die Welt der Manga-Zeichner. Zwei, die es wissen müssen, verschweigen nicht, was alles auf die Künstler zukommt, die einen solchen Weg anstreben. Sie plaudern aus dem Nähkästchen und vergessen dabei auch nicht, eine stimmungsvolle Geschichte zu erzählen.

Christel Scheja (CS)

Titel bei Amazon.de:
Bakuman 1

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