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neuauflage

Kure-nai 4

Erstellt von Werner Karl am 2. September 2011

Kentaro Katayama (Autor), Yamato Yamamoto (Zeichnungen), Hideaki Koyasu (Szenario) & Daisuke Furuya
Kure-nai 4

(sfbentry)
Kure-nai – Comic Edition 4, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 04/2011
TB, Manga, Mystery, Drama, Action, Comedy, Romance
ISBN 978-3-8420-0144-2
Aus dem Japanischen von Yuko Keller
1 aufklappbare Farbseite

www.tokyopop.de
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http://dash.shueisha.co.jp/-kurenai/
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Im Samidareso wohnen junge Leute, die jede Menge Geheimnisse hüten. Einer von ihnen ist der Schüler Shinkuro Kurenai, der nebenbei als ‚Problemlöser„ arbeitet. Dieser Job hilft ihm über den Verlust seiner Familie hinweg, denn er kann seine Talente einsetzen, um anderen ein ähnlich tragisches Schicksal zu ersparen. Durch einen seiner Aufträge lernt er die kleine Murasaki Kuhoin kennen, die für ihr Alter sehr reif ist und in Shinkuro mehr als eine Art ‚großen Bruder„ sieht. Er hingegen ist sich der Gefühle, die ihm Murasaki, aber auch die anderen Mädchen, die ihm bei seinen heiklen Missionen hin und wieder beistehen, entgegenbringen, überhaupt nicht bewusst.

Noch komplizierter wird sein Verhältnis zu den anderen, als er Kirihiko Kirishima kennenlernt. Er ahnt nicht, dass sie in gewissen Kreisen als die Auftragskillerin ‚Guillotine„ bekannt ist. Shinkuro ist der erste Mensch, der nett zu Kirihiko ist, die bislang keinerlei Freunde hatte. Als die Akuu-Kompanie, für die sie arbeitet, einen Anschlag in einem Luxushotel der Kuhoins plant, in dem sich die kleine Gruppe gerade entspannt, stellt sie sich während des Kampfs auf deren Seite, was weit reichende Konsequenzen haben könnte …

„Kure-nai“ ist eine spannende Manga-Serie, die sich in erster Linie an Jungen ab 14 Jahre wendet, die Action und Mystery mögen, dazu Freude an ansprechenden Zeichnungen von hübschen Mädchen haben und dem subtilen Humor gegenüber dem Klamauk den Vorzug geben. Dadurch wird die Reihe auch für Leserinnen interessant, die genug haben von den zuckersüßen Shojo-Titeln nach Schema F.

Nach vier Bänden wird es trotz des Einführungsteils zu Beginn für Quereinsteiger langsam schwierig, in der Handlung Fuß zu fassen, da schon viel passiert ist und zu den Akteuren einige wesentliche Informationen gegeben wurden, die man kennen sollte, da entweder Bezug darauf genommen wird oder dadurch die Handlungsweisen und vielschichtigen Beziehungen erklärt werden. Noch lassen sich die Geschehnisse in übersichtliche Kapitel gliedern, doch die Ereignisse bauen aufeinander auf, und die Weichen für die nächsten Konflikte werden gestellt. Die Künstler haben sich große Mühe mit dem Charakter-Design gegeben, so dass jede Figur nicht nur optisch sondern auch von ihrem Verhalten her unverwechselbar und entwicklungsfähig ist.

Je mehr man über den Einzelnen erfährt, umso größer wird die Neugierde, welche Gründe dazu führten, dass sie alle im Samidareso, an einem neutralen Ort, gelandet sind und gefährlichen Jobs nachgehen, die Schüler nur in Comics und Mangas, nicht aber in der Realität haben. Vergleichbare Serien sind z. B. „Zeroin“, „Full Metal Panic!“ und „Spriggan“, doch die wenigsten erreichen die inhaltliche Qualität von „Kure-nai“, denn hier stimmt einfach alles: Die Story ist fesselnd und dramatisch, die Charaktere sind sympathisch und immer für eine Überraschung gut, die Themen sind an ein reiferes Publikum adressiert und wohl durchdacht, die Handlung ist nicht darauf ausgelegt, möglichst viele Panty-Shots zu provozieren, obwohl dem männlichen Auge durchaus etwas geboten wird, die heiteren Einlagen driften nicht in Albereien ab, und die Illustrationen sind ansehnlich. Von daher möchte man den Titel Lesern und Leserinnen ans Herz legen, die Action auf etwas gehobenerem Niveau zu schätzen wissen.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Vassalord 2

Erstellt von Werner Karl am 11. Juli 2011

Nanae Chrono
Vassalord 2

(sfbentry)
Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 12/2010
TB, Manga, Horror, SF, Action, Comedy
ISBN 978-3-8420-0036-0
Aus dem Japanischen von Kuni Ushio und Caroline Schöpf
1 Farbseite

www.tokyopop.de
http://chroblo.jugem.jp/
www.fwinc.co.jp/vassalord/index2.php
http://www.mag-garden.co.jp/comic-blade/avarus/top.html

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Charley, der Cyborgvampir/Vampirjäger, und sein Meister Johnny Rayflo reisen mit dem Flugzeug. Da Charley der Hunger überwältigt, verziehen sich beide auf die Toilette. Währenddessen bedroht eine der Passagierinnen die Crew, um ihre Bedingungen durchzusetzen: Sie verlangt, zum Frachtraum geführt zu werden. Weil Charley und Johnny sich streiten, fallen beide aus der Toilette in den Gang und bekommen dadurch eine Ahnung, was gerade vor sich geht. Dank Johnnys schnellen Schaltens kann er die Frau packen und selber die Rolle als Geiselnehmer erfüllen. Er fordert ebenfalls, zum Frachtraum geführt zu werden.

Die Passagierin hat einen eindeutigen Vampir-Geruch, der jedoch nicht so prägnant ist wie bei anderen ihrer Art. Deswegen geht Rayflo davon aus, dass sie ein Neuling ist. Sie zeigt ihm und Charley eine Kiste, die sie ins Ausland verschiffen sollte und in der sich Körperteile von Menschenleichen befinden. Sie erklärt, dass sie dies alles tun muss, da sie bedroht wird. Plötzlich nimmt Rayflo den Geruch von Schießpulver wahr. Eine Bombe befindet sich im Flugzeug! Johnny gibt der Crew letzte Instruktionen, danach schneidet Charley ein Loch ins Flugzeug, und alle drei Vampire springen hinaus; die junge Vampirin jedoch eher unfreiwillig. In den Nachrichten wird von dem Flugzeugunglück berichtet, wobei die Polizei davon ausgeht, dass keiner der drei Beteiligten den Sturz überlebt hat.

Es wurde aus dem Grund auch kein Suchtrupp losgeschickt, und die Personen sind spurlos verschwunden. Johnny Rayflo ist einer der ersten Vampire und hat somit zusätzliche Kräfte, die denen jüngerer Vampire überlegen sind. Er ist meistens zu Scherzen aufgelegt, hat aber durchaus seine Geheimnisse und wirkt manchmal sehr traurig. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, Charley zu ärgern und anzubaggern. Charles J. Chrishunds alias Charley ist ein Cyborgvampir, der immer eine Pastorentracht trägt und als Vampirjäger auf eigene Rechnung arbeitet. Er trinkt ausschließlich Rayflos Blut, weil er hofft, seine Seele retten zu können, wenn er auf Menschenblut verzichtet. Sein größter Wunsch ist es, ein vom Vatikan anerkannter Pastor zu werden. Charley ist ein eher ruhiger und ausgeglichener Typ, wodurch es noch lustiger ist, wenn Johnny ihn ärgert oder er einen dummen Fehler macht. Johnny nennt ihn immer Cherry, was ihm jedes Mal zusetzt, da so in Japan nur Männer genannt werden, die noch Jungfrau sind.

Die Geschichte der beiden eher ungleichen Vampire ist zum einen lustig und sexy, zum anderen interessant, spannend und gruselig. Dieses super Mischverhältnis hat die Erfolgsautorin Nanae Chrono, die durch „Peace Maker“ und „Peace Maker Kurogane“ bekannt wurde, ausgezeichnet hinbekommen. LeserInnen ab 15 Jahre, die Mystery-Mangas mit einem leichten Hauch von Boys Love mögen, haben mit diesem Titel ein richtiges Sahnestück gefunden.

Als kleine Zugabe gibt es eine Extra-Geschichte mit dem Titel „Zoul Half“, die mit „Vassalord“ nichts zu tun hat. Es handelt sich hierbei ebenfalls um einen Mystery-Manga. Die Short-Story ist in der Sommerausgabe 2003 des Magazins „Comic Blade Masamune“ erschienen und füllt nun die letzten Seiten des vorliegenden Tankobons.

Copyright © 2011 by Rowena Weddehage (RW)

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Professor Layton und seine lustigen Fälle 1

Erstellt von Werner Karl am 9. Juli 2011

Naoki Sakura (Supervised by Level-5)
Professor Layton und seine lustigen Fälle 1

(sfbentry)
Layton Kyouju to Yukaina Jiken vol. 1, Japan, 2009
Tokyopop, Hamburg, 03/2011
TB, Manga, Rätsel-Krimi, Mystery, Comedy
ISBN 978-3-8420-0062-9
Aus dem Japanischen von Hirofumi Yamada
4 Farbseiten

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Professor Layton ist vielen als Figur eines Spiels für den Nintendo DS und Nintendo 3DS bekannt. Der englische Gentleman, der mit seinem Assistenten Luke Fälle löst, stellt die Spieler vor knifflige Rätsel, die es zu lösen gilt. Wie bei Nintendo üblich, beschränkt sich die Verwertungskette eines erfolgreichen Spiels nicht auf Handheld oder Konsole. Bücher, Filme und Mangas folgen, oft auch reales Spielzeug oder Serien.

Bei „Professor Layton“ ist es nicht anders. So kam in Japan 2009 ein Film mit dem Professor ins Kino, der in Deutschland jedoch erst 2010 und zudem lediglich im TV gezeigt wurde. Der vorliegende Manga ist sogar noch älter – das Original erschien 2008 in Japan, kommt aber erst jetzt in die deutschen Regale. Er enthält 14 Geschichten sowie 26 unterschiedlich schwere Rätsel und richtet sich dabei vornehmlich an junge Leser. Die Altersempfehlung auf dem Band beträgt dann auch 10+, während bei Amazon von 13 – 16 Jahre die Rede ist.

Vier Farbseiten stellen dem Leser die Personen sowie den Inhalt des Mangas vor, ehe die eigentlichen Geschichten beginnen. Diese sind von unterschiedlicher Länge. Sie sind recht einfach gezeichnet und eher simpel, angereichert mit sehr viel schlichtem Humor und unterbrochen von den Rätseln, die stets auf den folgenden Seiten aufgelöst werden. Wirklich sinnvoll in die Geschichte eingebunden sind diese Rätsel jedoch nicht immer, so dass man sich fragt, was das eigentlich soll. Auch haben sie nichts mit der Auflösung der Geschichten zu tun. Die Personen selbst agieren höchst tölpelhaft, auch Professor Layton. Das mag Kindern gefallen, aber die von Amazon angegebene Altersgrenze ist eindeutig zu hoch. Jeder über 12 Jahre wird sich nicht wirklich amüsieren.

Dies gilt auch für die Rätsel. Manche erfordern ein bisschen Grips, manche sind jedoch auch konstruiert, so dass man schon durch Zufall auf die Lösung kommen muss – einfach, weil nicht ganz klar ist, wie die Macher hier ticken. Wäre dies ein Adventure, wäre dies ein grober Fehler. Da aber die Rätsel nicht der Auflösung der Geschichten dienen, sondern aufgesetzt wirken, spielt das letztlich keine Rolle. Für Kinder, die am DS oder 3DS „Layton“ spielen, ist der Manga okay, der wirklich große Wurf ist dieses Buch aber nicht. Zu gekünstelt, zu sehr auf Humor gebürstet – das hätte deutlich besser sein können. Schade …

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen (GA)

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Kure-nai 3

Erstellt von Werner Karl am 9. Juli 2011

Kentaro Katayama (Autor), Yamato Yamamoto (Zeichnungen), Hideaki Koyasu (Szenario) & Daisuke Furuya
Kure-nai 3

(sfbentry)
Kure-nai – Comic Edition 3, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 02/2011
TB, Manga, Mystery, Drama, Action, Comedy, Romance
ISBN 978-3-86719-947-6
Aus dem Japanischen von Sascha Lück
1 aufklappbare Farbseite

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Nach einem Terror-Anschlag, dem alle seine Angehörigen zum Opfer fielen, unterzog sich Shinkuro Kurenai einer harten Ausbildung, um anderen helfen und sie vor einem ähnlichen Schicksal bewahren zu können. Indem er Benika Yuzawa, die sich damals seiner annahm, nacheifert, hofft er, einen Grund zu haben, am Leben bleiben zu wollen. Aber die Albträume und Ängste wollen ihn nicht loslassen, und insgeheim sucht er den Tod. Der erste Auftrag des Schülers ist, die siebenjährige Murasaki Kuhoin zu beschützen, die ihn als erste und einzige in völliger Verzweiflung nach dem wiederkehrenden Traum vom Ende seiner Eltern und seiner Schwester erlebt. Kurz blitzt in ihm der grausame Gedanke auf, das Kind zu töten und zu behaupten, es sei entführt worden, doch das Mädchen gibt ihm das, was er seither vermisste: Verständnis, Geborgenheit, menschliche Nähe.

Dieses Intermezzo schweißt die beiden mehr zusammen, als sie ahnen. In Konsequenz will Shinkuro Murasaki befreien, nachdem sie von ihrem Bruder entführt wurde, obwohl er gegen die Killer-Garde der mächtigen Familie praktisch chancenlos ist. Inzwischen kennt Shinkuro nämlich das grässliche Geheimnis der Kuhoins: Aufgrund eines genetischen Defekts können sich die Mitglieder des Clans nur untereinander fortpflanzen. Darum werden die Mädchen und Frauen im ‚Inneren Schrein„ von der Außenwelt abgeschottet; ihre Namen tauchen auch nicht in den Geburtsregistern auf, da die moderne Gesellschaft inzestuösen Beziehungen keine Toleranz entgegenbringt. Allerdings geht Ryuji Kuhoin selbst nach den Regeln seiner Familie zu weit, als er die Abwesenheit seines Vaters und seines älteren Bruders ausnutzt, um sich an Murasaki, die noch keine Frau ist, zu vergehen …

In „Kure-nai 3“ erfährt man weitere Details aus dem Leben des Titelhelden und über die Fähigkeiten, die ihm durch ein außergewöhnliches Training verliehen wurden. Diese Gaben braucht er dringend, um die kleine Murasaki zu retten, auf die ein furchtbares Schicksal wartet. Mit diesem verbunden ist das Geheimnis der Kuhoins, ein Tabu-Thema, das in Mangas jedoch gern verwendet wird („Saiyuki“, „Angel Sanctuary“ usw.). Gleichzeitig wird die Beziehung von Shinkuro und Murasaki definiert, und es sieht ganz so aus, als haben die anderen Mädchen, die einen wichtigen Platz in Shinkuros Leben einnehmen, durchaus Grund, eifersüchtig zu sein …, vor allem wenn das Kind eines Tages zur jungen Frau wird.

Im Moment jedoch spielen romantische Entwicklungen keine große Rolle. Shinkuro versucht, sich aus den Rivalitäten der Mädchen herauszuhalten, er merkt offenbar nicht einmal, welche Gefühle ihm entgegen gebracht werden – und die kleine Murasaki ist einfach jemand ganz Besonderes für ihn. Auch dieses Beziehungswirrwarr mit einem Hahn in einem Korb voller Hennen wird oft thematisiert („Magister Negi Magi“, „Oh! My Goddess“ etc.). Eingebettet ist dies alles in eine actionreiche Mystery-Story mit großem Potenzial. Praktisch jede Figur dürfte eine interessante Hintergrundgeschichte besitzen bzw. durch ein spezielles Ereignis mit Shinkuro verbunden sein, so dass reichlich Stoff für viele weitere spannende Kapitel vorhanden ist, die noch erzählt werden müssen.

Die Zeichnungen sind klar und ansprechend. Die vielen Mädchen erfreuen vor allem die Augen der männlichen Leser – und es ist gar nicht mal notwendig, Blusenknöpfe aufplatzen und die Röckchen hoch fliegen zu lassen. Der Verzicht auf dröge Panty-Shots macht die Protagonistinnen eher noch attraktiver, und Murasaki im Maid-Kostüm nimmt die typischen Männer-Phantasien wunderbar auf die Schippe. Die harten Szenen, die mitunter schon zum Splatter tendieren, und das diesmalige Thema (Inzest) machen „Kure-nai“ zu einem Titel, der einem reiferen Publikum empfohlen wird. Leser, aber auch Leserinnen, die Titel wie „Code: Breaker“, „Blood+“ oder „Blood Alone“ schätzen, werden auch von dieser packenden Mystery-Serie begeistert sein.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Café Latte Rhapsody

Erstellt von Werner Karl am 2. Juli 2011

Toko Kawai
Café Latte Rhapsody

(sfbentry)
Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 03/2011
TB, Manga, Boys Love, Romance
ISBN 978-3-8420-0181-7
Aus dem Japanischen von Dorothea Überall
2 Farbseiten

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Toko Kawai wurde an einem 16. Oktober in Osaka, Japan geboren. Seit dem Jahr 2000 publizierte sie rund zehn romantische Boys Love-Titel, überwiegend One-Shots, darunter „Bond(z)“, „Loveholic“ und „Our Everlasting“.

Serizawa arbeitet in einer Buchhandlung. Eines Tages fällt ihm ein Kunde wegen seiner beeindruckenden Größe auf: Durch sein finsteres Gesicht erschreckt der Student Keito im ersten Moment seine Mitmenschen, doch lernt man ihn näher kennen, stellt man fest, dass er sehr freundlich und schüchtern ist. Als Keito in einer Gasse zwei ausgesetzte Kätzchen entdeckt, verspricht ihm Serizawa, ein Heim für die Tiere zu suchen. Er steht Keito auch bei, nachdem ihm drei Schüler heimlich ein Buch in die Tasche steckten und ihn des Ladendiebstahls bezichtigten. Seither sind sie Freunde – und bald mehr als das. Obwohl er nicht darüber spricht, leidet Serizawa insgeheim darunter, dass seine Kolleginnen und andere junge Frauen ständig mit Keito flirten. Umgekehrt kann dieser seine Eifersucht kaum bezähmen, als ein Ex von Serizawa auftaucht …

„Café Latte Rhapsody“ ist ein sehr schöner Manga, der die Geschichte zweier junger Männer erzählt, die sich zufällig kennen und schließlich lieben lernen. Ihre wachsende Zuneigung füreinander ist eingebettet in das alltägliche, nachvollziehbare Einerlei – Serizawa ist Angestellter, Keito Student -, das für beide zu etwas Besonderem wird, seit sie einander haben. Natürlich müssen sie auch mit Verlustängsten kämpfen, doch reden sie darüber, wodurch hausgemachte Dramen, mit denen so mancher Manga aufgepeppt wird, entfallen und die Handlung umso realistisch wirkt.

Der Titel bezieht sich auf Keitos Lieblingsgetränk, das auch Serizawa zu schätzen beginnt, seit er weiß, dass der Himmel durch das Licht der Galaxien in Wirklichkeit hellbraun ist wie der Milchkaffee. Keito nennt das Getränk ‚Cosmic Latte„ und sagt, er stelle sich vor, das Universum zu trinken. Ein netter Gedanke von Toko Kawai, der den sanften Charakter der Hauptfiguren und die Atmosphäre der Geschichte bestens zum Ausdruck bringt. Die Zeichnungen sind zart und personenbezogen. Hintergründe werden oft nur angedeutet. Im Vordergrund steht die innige Beziehung von Serizawa und Keito. Man weiß, was sie tun, aber die Details bleiben der Phantasie der Leserinnen überlassen, weshalb man den Band durchaus schon jüngeren Boys Love-Fans ab 14 Jahre oder zum Testen des Genres empfehlen kann.

Schätzt man Boys Love-Titel, in denen es mehr um große Gefühle als um explizite Szenen geht, sollte man „Café Latte Rhapsody“ eine Chance geben. Die Story ist realistisch und sehr romantisch, die jungen Erwachsenen sind sympathisch und glaubwürdig, die Illustrationen ansprechend. Findet man Gefallen an Serien wie „Kleiner Schmetterling“ von Hinako Takanaga oder „Ein Lehrer zum Verlieben“ von Nase Yamato, wird man auch von dieser Lektüre begeistert sein.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Love Giant 1

Erstellt von Werner Karl am 4. September 2010

Kasane Katsumoto
Love Giant 1

(sfbentry)
Ai no tetsujin, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 03/2010
TB, Manga, Erotik, Romance
ISBN 978-3-86719-860-8
Aus dem Japanischen von Yvonne Gerstheimer
Leseempfehlung: ab 16 Jahre!

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Kasane Katsumoto gehört zu den Mangaka, die in ihren Geschichten nicht die reine, romantische Liebe in den Vordergrund stellt, sondern es viel lieber handfest mag. Ihre Heldinnen sind der körperlichen Liebe nicht abgeneigt, auch wenn sie diese vielleicht zum ersten Mal erleben und erst ein wenig dazu genötigt werden müssen. Manchmal kann sie aber auch ein wenig anders als üblich sein, so wie in „Love Giant“ nachzulesen ist.

An Ogura ist kein Kind von Traurigkeit. Wie viele andere ihrer Mitschülerinnen hat sie bereits sexuelle Erfahrungen gesammelt. Anders als diese gibt sie sich aber nicht mit einem Jungen zufrieden, sondern flattert von einem zum anderen, als ob sie sich nicht binden wolle. Eines Tages trudelt eine Liebesbotschaft auf ihrem Handy ein, die eigentlich nicht an sie gerichtet ist. Sie stammt von Takeru Namba, einem Außenseiter, den Jungen und Mädchen aufgrund seiner immensen Größe fürchten. Sie nehmen einfach an, dass er so wild und brutal ist, wie er aussieht. Allerdings zeigen die Worte auf ihrem Handy ein ganz anderes Bild. Sie klingen zärtlich und innig, sanft und verlockend. Neugierig geworden wagt An den Schritt und beschließt, Takeru kennen zu lernen.

Tatsächlich ist dieser ganz anders, als gedacht, und schon bald entbrennt sie in tiefer Liebe zu ihm. Denn seine sanfte Zärtlichkeit und sein Beschützerinstinkt heilen sie von den Wunden, die andere geschlagen haben. Er will nicht über sie bestimmen, sondern sie vielmehr auf seinen Händen tragen und sie vor allem Unbill bewahren. Das macht ihn zu einem perfekten Partner und einem mehr als sinnlichen Liebhaber. In der Bonus-Geschichte nimmt Tsubaki einen Job in einem Büro an, um sich ein wenig Geld dazu zu verdienen. Der Chef ist ausgerechnet ein Jugendfreund, der anders als sie schon seinen Weg gemacht hat. Er zeigt sehr schnell, dass er an einer Wiederaufnahme ihrer Affäre interessiert ist. Aber will Tsubaki das noch, nachdem er sie schon einmal hat sitzen lassen?

In ihrer neuen erotischen Phantasie präsentiert Kasane Katsumoto erstmals einen jungen Mann, der nicht mit Drängen Sex fordert, sondern eher durch seine sanfte und unaufdringliche Art zum Ziel kommt. Er ist trotz seines Aussehens eine sanfte Seele, der Gewalt verabscheut und seine Liebe auf Händen trägt – ein weiteres Traumbild, das gerne aufgegriffen wird. Das stellt ihn ein wenig in Gegensatz zu den Typen, die die Künstlerin sonst immer auffährt, und die gerne die unschuldige Heldin notfalls mit ein wenig Gewalt zum Sex nötigen.

Damit bietet „Love Giant“ ein wenig Abwechslung zu dem üblichen Plot, auch wenn die Geschichte selbst wieder mit sehr vielen heißen Sex-Szenen garniert ist und am Ende in den üblichen Bahnen verläuft. Sowohl in der Haupt- als auch in der Bonus-Story schmilzt das ach so selbstbewusste und moderne Mädchen wieder dahin und spürt unbändige Lust, die sich natürlich erst danach in Liebe verwandelt. Wie immer ist der Manga ansprechend gezeichnet, aber das kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass er inhaltlich nur wenig aus der Masse der anderen Veröffentlichungen von Kasane Katsumoto heraus ragt „Love Giant“ bietet zwar anfangs ein wenig Abwechslung zu den sonst üblichen erotischen Phantasien der Mangaka, fällt aber letztendlich doch wieder in die üblichen Klischees und Handlungsmuster zurück.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Hauptfach Liebe 1

Erstellt von Werner Karl am 3. September 2010

Rie Honjoh
Hauptfach Liebe 1

(sfbentry)
Konna otoko wa Aisareru, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 08/2009
TB, Manga, Boys Love, Erotik, Romance
ISBN 978-3-86719-728-1
Aus dem Japanischen von Chihoko Oishi und Caroline Schöpf
Leseempfehlung: ab 18 Jahre!

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Mit „Hauptfach Liebe“ präsentiert Rie Honjoh eine typische Liebesgeschichte zwischen Jungen im Schülermilieu, die erst zueinander finden müssen. Wäre er doch nur so selbstbewusst und direkt wie Shogo, der Präsident des Schülerrats! Dann wäre vieles einfacher. Aber Retsu ist leider alles andere als mutig, wenn es darum geht, seine Gefühle zu äußern. Obwohl er den Karateclub der Seiryo Higashi High leitet, traut er sich schon seit der Mittelschule nicht, dem anderen seine Liebe zu gestehen. Er versucht viel lieber, ihm schrittweise näher zu kommen und bewirbt sich deshalb als Sekretär und Protokollführer im Schülerrat und wird sogar angenommen. Allerdings bleibt Shogo nicht lange verborgen, dass Retsu ihn mehr als nur anhimmelt.

Er fühlt sich nicht nur geschmeichelt, sondern auch von dem anderen angezogen. Deshalb beschließt er, die Sache nun selbst in die Hand zu nehmen – und das im buchstäblichen Sinne. Als er Retsu direkt darauf anspricht, druckst dieser zunächst herum. Erst als Shogo beginnt, sich vor ihm selbst zu befriedigen, brechen die Dämme, und der Chef des Karateclubs kann nicht länger an sich halten und gesteht seine Liebe. Das aber ist nur der Anfang, denn er braucht noch jede Menge Nachhilfe in Sachen Lust, Sex und zu der Erkenntnis, dass es gar nicht so schwer ist, sich seinen Leidenschaften zu stellen.

„Hauptfach Liebe“ ist sehr detailreich und schön gezeichnet, die jungen Männer sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch sehr gut voneinander zu unterscheiden. Ihre Gefühle sind auf den Gesichtern gut zu erkennen, und die Künstlerin verzichtet auf Albernheiten. Das täuscht zwar nicht darüber hinweg, dass die Geschichte im Grunde nur eingetretenen Pfaden folgt und die dutzendfach erzählte Geschichte eines Coming-Outs verfolgt, aber die Handlung weicht an einigen Stellen doch ein wenig vom Klischee ab, die Figuren entwickeln sogar einen gewissen Charakter und werden dadurch auch so sympathisch, dass man an ihren Gefühlen Anteil nimmt.

Ob die hohe Alternseinstufung gerechtfertigt ist, sei dahingestellt, da der Band fast schon weniger Sex enthält als manche Titel ab 16 Jahre, aber insgesamt wendet er sich doch an ältere LeserInnen, die mehr an dem Innenleben der Figuren interessiert sind und weitestgehend realistische Darstellungen mögen und bereits verstehen. Gerade die unspektakuläre, warmherzige und glaubwürdige Darstellung der Charaktere und ihrer Beziehung hebt „Hauptfach Liebe“ ein wenig aus der Masse gleichartiger Boys Love-Titel heraus und ist daher einen Blick wert.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Krähen 2

Erstellt von Werner Karl am 28. Juli 2010

Marie Sann & Guido Neukamm
Krähen 2

(sfbentry)
Tokyopop, Hamburg, 04/2010
TB, dt. Manga, Mystery
ISBN 978-3-86719-678-9
5 Farbseiten

www.tokyopop.de
www.kraehenmanga.de
www.marie-sann.de
www.comicdesign.de

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Der Zufall führt Cassandra, die die Schule geschmissen hat und sich durch kleine Jobs über Wasser hält, Rif, der eine Musiker-Karriere anstrebt, und die mysteriöse Ice zusammen, die auf der Flucht vor unheimlichen Kreaturen ist. Nun sind die „Krähen“ auch hinter den beiden Jugendlichen her, die zu ungewöhnlichen Mitteln greifen müssen, wollen sie am Leben bleiben. Dass die Magie tatsächlich funktioniert, stellen sie bei der nächsten Begegnung mit den Krähen fest, aber damit kann man diese lediglich aufhalten und nicht unschädlich machen. In Folge schlagen die Feinde umso wütender zurück. Rifs Freundin Eileen, die zur falschen Zeit am falschen Ort ist, erleidet dasselbe Schicksal wie der Junge, in den sich Ice einst verliebt hatte und für den sie die Krähen hatte verlassen wollen. Ihr wird klar, dass das alles nur aufhört, wenn es gelingt, die Große Krähe in eine Falle zu locken, aber dafür sind weitere Opfer zu bringen …

Ein Jahr nach „Krähen 1“ erschien der zweite und abschließende Band. In Hinblick auf die ansprechenden, detailreichen Zeichnungen hat sich das Warten gelohnt. Marie Sann und Guido Neukamm verzichteten auf Tusche und Rasterfolie und schufen allein mit Blei- und Buntstift einen Manga, der ihre andere Gemeinschaftsarbeit, „Sketchbook Berlin“, in den Schatten stellt. Auch die düstere Story von „Krähen“ ist von einem ganz anderen Kaliber als die schrille Teenie-Komödie. Im Vordergrund steht die Handlung: Cas und Rif, zwei Szene-Kids, werden in ein gefährliches Abenteuer verwickelt, aus dem sie nicht mehr aussteigen können, es auch nicht wollen. Sie reflektieren nicht viel, sondern stellen sich sogleich auf die Seite von Ice und akzeptieren, dass sie zusammenhalten und die Magie als gegeben betrachten müssen, um selber mit heiler Haut davon zu kommen. Ob sie das wirklich schaffen?

Das Schicksal von Eileen lässt Zweifel aufkommen, aber die drei Teenager wollen nun erst recht kämpfen – es gibt keine Alternative. Ice hat längst an Dingen gerührt, die die Große Krähe zu gern geheim gehalten hätte. Es gibt tatsächlich einen Weg, die Krähen zu eliminieren, doch das Gelingen des Plans hängt von vielen Faktoren und einem großen Opfer ab. Alle offenen Fragen werden beantwortet. Das Ende kommt dann nicht ganz unerwartet, vermutlich hätte sich mancher Leser ein anderes gewünscht, aber es passt zu der Atmosphäre des Mangas und dem Handlungsverlauf. Interessiert man sich für die Werke westlicher Manga-Künstler und für Mystery-Tragödien, schätzt man zudem schöne Zeichnungen, wird man von diesem Zweiteiler nicht enttäuscht.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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Peking – Zehn Gesichter einer Stadt

Erstellt von Werner Karl am 28. Mai 2010

pekingJi’an, Liang Yi, Liu Wei, Nie Jun, Cheng Cheng, Jian Yi, Zou Jian, Lu Ming, Song Yng, Wang Huan
Peking – Zehn Gesichter einer Stadt

(sfbentry)
Peking, China/Frankreich, 2008
Tokyopop, Hamburg, 11/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbiger Manhua, Drama
ISBN 978-3-86719-738-0
Aus dem Französischen von Thomas Schöner, ursprüngliche
Übersetzung aus dem Chinesischen von N. N.
Titelbild und einige Illustrationen von Benjamin, Zeichnungen und
weitere Illustrationen von den oben genannten Künstlern
Mit einem Vorwort der China-Expertin Francoise Hauser und einem Nachwort von Benjamin

www.tokyopop.de

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Im Jahr 2008 fanden die Olympischen Sommerspiele in Peking statt. Das gab China die Möglichkeit, seinen schlechten Ruf in der Weltöffentlichkeit ein wenig zu verbessern und dem Westen zu beweisen, dass man in der Moderne angekommen und nicht länger ein Entwicklungsland war. Aus diesem Grund sorgte man an den Sportstätten, vor allem aber in Peking, dafür, dass sich diese Orte in ihrem besten Licht präsentierten. Dass dafür über Jahrhunderte und Jahrzehnte gewachsene Strukturen zerstört wurden und viele arme Einwohner darunter leiden mussten, nahm man in Kauf. Zwar gelang es China, sich wunschgemäß zu präsentieren, aber nicht nur die Journalisten aus aller Herren Ländern stellten fest, das vieles davon nur Fassade war, und äußerten sich kritisch; auch junge Künstler zeigten in anrührenden und dramatischen Geschichten, dass hinter den Kulissen ganz andere Dinge geschehen sind

Eine solche Sammlung ist „Peking – Zehn Gesichter einer Stadt“, die das in Bildern festhalten, was in den Jahren zwischen der Ernennung von Peking zum nächsten Austragungsort der Olympischen Spiele und der Ausführung geschehen ist, welche Veränderungen vor allem die Millionenstadt und ihre Bewohner in Kauf nehmen mussten. „Nicht sehr zivilisierte Pekinger“ leben traditionsgemäß in den Hutongs, den bereits seit Hunderten von Jahren bestehenden Vierteln mit den Wohnhöfen, die zwar eine Anbindung an die Straßen besitzen, aber den Menschen auch ein wenig Privatsphäre gönnen. Vor allem die Alten möchten die Freiheiten nicht aufgeben, die sie dadurch besitzen – wie etwa nur mit einer Hose bekleidet durch die Gegend zu laufen, gerade wenn die Sommer wieder besonders heiß sind, während die Jungen nichts dagegen haben, in ein Appartement in einem modernen Wohnsilo umgesiedelt zu werden, wo sie fließend Wasser, warm und kalt, und endlich auch Strom haben werden. Doch was ist wirklich erstrebenswerter? Die Geschichte wirft einen Blick in die kleinen beschaulichen Welten, die fast alle Wolkenkratzern und Einkaufzentren weichen mussten.

„Der Wunschkasten“ erinnert einen dicklichen Jungen daran, dass er vor zehn Jahren selbst an den olympischen Spielen teilnehmen wollte. Doch leider hat er diesen Vorsatz vergessen. Aber ist es wirklich zu spät, damit noch anzufangen, wenigstens um sich selbst etwas zu beweisen? „Ha, ha, ha”, erinnert an einen Zeitvertreib, dem die Pekinger jetzt wieder nachgehen, nachdem ihnen dieser unter Mao verboten worden waren: sich frühmorgens im Park zu treffen und das zu tun, was ihnen Spaß macht, angefangen von dem Chor, der eine Weise zum besten gibt, bis hin zu denen, die ungerührt ihre Tai Chi-Übungen durchführen oder einfach nur miteinander plaudern – eine lebendige Geselligkeit, die den Tag noch ein wenig lebenswerter macht. Weil ihm das Wasser nicht gefällt und die Teilnahmegebühren zu teuer sind, findet ein Großvater einen anderen Weg, um seiner Enkelin das Schwimmen beizubringen. Und schon bald bekommt die Phantasie beider Flügel.

Auch wenn man es nicht vermutet, sind Tischtennis, Kampfsport und ganz normale Leibesübungen die Sportarten, die von den meisten Chinesen ausgeführt werden. Aus diesem Grund schildert die Geschichte auch den Weg eines jungen Talents, das hofft, in nicht all zu ferner Zukunft auch an internationalen Wettkämpfen und vielleicht sogar den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Dann zerstört ein Unfall all seine Hoffnungen. Der junge Mann verzweifelt immer mehr und glaubt, er sei nutzlos, bis ihm ein alter Mann, der sein Haus und seinen Laden verliert, erinnert, dass es immer eine Möglichkeit gibt, um weiter zu machen. Denn hat er je daran gedacht, auch einmal seinen anderen Arm auszuprobieren? Die „Beijing Pistols“ stehen für eine Musikszene, die man in der Öffentlichkeit nicht gerne sieht, die sich aber gerade deswegen nicht unterkriegen lässt. So verliert die junge Band zwar alles, was sie hat – Anstellung und am Ende die Instrumente –, aber nicht ihren Mut und ihre Entschlossenheit.

„Die Liebe unter dem Mond des Herbstfestes“ erzählt von den vielen Millionen von Wanderarbeitern, die für einen geringen Lohn die Hochhäuser, Stadien und Einkaufszentren erbauten, die China später der Welt präsentierten. Welches Leid aber hinter den prachtvollen Bauten steckt, welchen Repressalien und noch viel Schlimmeres sich die Arbeiter aussetzen mussten und wie wenig sie selbst von dem Aufschwung haben, das verrät die Geschichte in melancholischen Bildern. Andere Beiträge thematisieren die Umweltverschmutzung durch die wachsende Anzahl von Autos in der Stadt, die Vermischung der traditionellen mit der westlichen Kultur und den Verlusten von Heimat und Identität, die viele Menschen hinnehmen mussten. Auch die beigefügten Illustrationen besitzen eine stille klagende Melancholie, die zeigen will, was alles verloren ging und so nicht wiederkehren kann.

Die Sammlung klagt nicht an, sie macht nur darauf aufmerksam, dass nicht alle Entwicklungen gut sind, auch wenn sich die Menschen den Gegebenheiten angepasst haben und einfach weiterleben. Wenn, dann stecken Kritik und Protest zwischen den Zeilen und in den Zeichnungen. Die Künstler überlassen es aber auch jedem Leser selbst, was er davon annehmen will. All diese Einblicke findet man wohl nicht in offiziellen Quellen, sie vermitteln aber auch dem westlichen Betrachter einen Eindruck von den tiefen Einschnitten, die gerade Peking und seine ‚kleinen Leute’ erlebten. Und das ist im Anbetracht der wachsenden Bedeutung von China umso interessanter, denn sie vertiefen den differenzierten Blick auf die Veränderungen und Entwicklungen, da sie aus dem Land selbst kommen.

„Peking – Gesichter einer Stadt“ ist eine gelungene und sehr anrührende Sammlung von Geschichten im Schatten eines von langer Hand vorbereiteten Ereignisses, die zeigen, wie das die kleinen Leute in der großen Hauptstadt miterlebt haben, bevor und während die Weltöffentlichkeit auf sie blickte.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
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Japanisch Crashkurs

Erstellt von Werner Karl am 6. Mai 2010

japanisch-crashkurs-01María Ferrer (Text) & David Ramírez (Zeichnungen)
Japanisch Crashkurs 1

(sfbentry)
N. N., Spanien, 2005
Tokyopop, Hamburg, 11/2009
TB, Sachbuch, Sprachtrainer, europ. Manga
ISBN 978-3-86719-740-3
Aus dem Spanischen von Nicole Biarnés Kiefer

www.tokyopop.de

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Wer sich für Mangas interessiert, würde oft gern die Original-Ausgaben lesen, zum einen weil die Auswahl an Titeln sehr viel größer ist als bei den deutschen, amerikanischen und europäischen Verlagen, zum anderen weil durch die Übersetzung sehr viele Feinheiten verloren gehen. Leider bieten nur wenige Schulen Japanisch als Fremdsprache an, VHS-Kurse sind teuer und legen größeren Wert auf Konversation, und nicht jeder will oder kann Japanologie studieren. Die Verlage antworten auf das breite Interesse an der japanischen Sprache und dem Selbststudium durch verschiedene Lehrbücher. Häuser, die auch Mangas publizieren, wenden sich dabei gezielt an ihre Klientel mit Sprachtrainern, die kurze Comics als Hilfsmittel einsetzen und versuchen, ein spezifisches Vokabular zu vermitteln, das zur Lektüre der Original-Mangas befähigen soll. Gelegentlich werden diese Sprachtrainer durch Exkurse ergänzt, die Wissenswertes über den japanischen Alltag verraten, denn auch hier sollte man einige Grundkenntnisse besitzen, um verstehen zu können, worauf in vielen Geschichten Bezug genommen wird.

Allerdings setzt das selbständige Lernen mit Büchern eine hohe Selbstdisziplin voraus. Man muss immer am Ball bleiben, regelmäßig wiederholen, täglich üben und üben, sonst vergisst man das Wenige, was man im Kopf zu haben glaubt, binnen kürzester Zeit. Außerdem ist es mit einem Basiswortschatz allein noch lange nicht getan: Man muss die einzelnen Schriften beherrschen, von denen die Kanji (chinesische Schriftzeichen) die härtesten Nüsse sind, die es zu knacken gilt. Grammatikregeln, die sich vom Deutschen unterscheiden, gibt es natürlich auch. Der auf vier Bände angelegte „Japanisch Crashkurs“ ist ein weiterer Sprachtrainer für Manga-Fans. Wer zum ersten Band der Reihe greift, wird erst einmal durch eine winzige Schrift erschreckt, die den Gebrauch des Buchs erläutert und erste Basics erklärt.

Die Grundlagen – die japanischen Silben-Alphabete Hiragana und Katakana – findet man hinten. Diese sollte man sich als Erstes einprägen, um die Zeichen im Text erkennen und aussprechen zu können. Für die Kanji gibt es keine solche Tabelle; die muss man als solche lernen, wie sie auftauchen, und mit Hilfe der Furigana, den kleinen Aussprechhilfen, den Laut bestimmen, der nicht mit dem chinesischen identisch ist. Es geht dann auch gleich los mit den praktischen Übungen. Kurze Comics mit jeweils vier Panels stellen Alltagssituationen mit gängigen Dialogen und typischen Lautmalereien dar. Daneben findet man die Vokabeln und die komplett übersetzten Sätze. Auf die Lautschrift wird weitgehend verzichtet, da man die Alphabete schließlich beherrschen sollte. Nur Lautverschiebungen, die durch Partikel angezeigt werden, und andere Besonderheiten findet man erklärt. Anhand der Dialoge wird auch die Grammatik erläutert.

Aus der Schule sollte man die grammatikalischen Termini kennen, denn die Autorin, die selber Japanisch unterrichtet, hält sich nicht mit langwierigen Ausführungen auf, was konjugierte Verben, Umstandsworte, Syntagmen, temporale Präpositionen etc. sind. Wenn man hier bereits ins Schwimmen gerät oder grundsätzlich mit Sprachen auf Kriegsfuß steht, braucht man im Prinzip gar nicht erst mit dem Lernen nach diesem Buch zu beginnen – man kann sich den Kauf sparen. Alle Erläuterungen sehr übersichtlich und anschaulich gestaltet, aber man darf sich von dem großzügigen Layout und den lustigen Bildern nicht täuschen lassen, denn es wird enorm viel verlangt. Man sollte Sprachen leicht erlernen können und am besten schon einiges Grundwissen mitbringen – der reine Manga-Fan, der keine Ahnung hat, was hier auf ihn zukommt, ist mit diesem Lehrgang überfordert.

Wer Japanisch in der Schule erlernt oder/und ernsthaft plant, Japanologie zu studieren (und das nicht bloß, um Original-Mangas lesen zu können), kann Bücher dieser Art ergänzend einsetzen. Für die meisten anderen ist der vorliegende Lehrgang zu anspruchsvoll.

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
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