Ullstein

Die weiße Straße

Im Süden der USA wecken Rassisten die Geister der Vergangenheit, die Sühne für einen vor langer Zeit begangenen Lynchmord fordern. Zwischen allen Fronten versucht Privatdetektiv Charlie Parker, den aktuellen Tod eines Mädchens zu klären – und dabei am Leben zu bleiben … – Ungemein spannender, mit drastischen Gewaltszenen nicht sparender, atmosphärisch intensiver Thriller, in den sich Elemente des Phantastischen mischen. Wo es funktioniert, entsteht eine ebenso unheimliche wie poetische Zwischenwelt, in der die Lebenden und die Toten Seite an Seite existieren.

Polizisten leben gefährlich

In einer US-amerikanischen Großstadt eröffnet ein Mörder die Jagd auf Polizeibeamte, die er aus dem Hinterhalt niederschießt. Unter großem Druck auch der Medien versuchen die Kollegen, den Täter dingfest zu machen, bevor der nächste Cop zu Boden geht … – Schon der erste von insgesamt 55 Romanen um das 87. Revier bietet knappe, spannende, dabei gefühlsduselfreie aber keineswegs emotionslose Krimi-Unterhaltung und verdeutlicht, wieso die ein halbes Jahrhundert fortgesetzte Serie so erfolgreich war: ein moderner Klassiker.

Die Robinson-Morde

Auf einer dänischen Insel geht in einem Seniorenheim offenbar ein ‚Sterbehelfer‘ um. Eine zufällig anwesende Journalistin wird in das Geschehen verwickelt. Während die Polizei im Dunkeln tappt, kommt sie einem alten und ungesühnten Verbrechen auf die Spur, in das die meisten Inselbewohner verwickelt sind … – Skandinavien-Krimi der typischen Sorte, d. h. sorgfältig geplottet und mit mehr als einem Hauch Sozialkritik veredelt; trotz der relativen Ereignislosigkeit unterhaltsam aber kein Meilenstein des Genres.

Der Mordfall Skarabäus

In einem Privatmuseum wird ein Mann erschlagen; alle Spuren weisen auf den gelehrten Hausherrn hin, was in dieser übertriebenen Klarheit den skeptischen Privatdetektiv Philo Vance auf den Plan ruft … – Der fünfte Band der Vance-Serie ist ein höchst komplexer, beinahe abstrakter Rätsel-Krimi, der dennoch (und trotz des unsympathischen Helden) genrereinen, nostalgisch unterhaltsamen Lesestoff bietet.

Identity

Ein für die US-Regierung wertvoller aber todkranker Waffenexperte kommt in den Genuss eines Körpertausches, doch der Geist des ‚Vorgängers‘ ist noch sehr präsent und stürzt den wieder jungen Forscher in eine Krise, die ihn erst seine Identität und dann sein Leben zu kosten droht … – Wissenschaftsthriller mit SF-Elementen, dessen nicht unbedingt originelle Story temporeich und dicht erzählt wird. Längen im Mittelteil werden durch den gefälligen Stil und politisch hübsch unkorrekte Spitzen nur teilweise ausgeglichen: leichte Unterhaltung der zunehmend misslungenen Art.

Der Schläfer in der Wüste

Howard Carter öffnet 1922 das Grab des Pharaos Tutenchamun, der tatsächlich ein Vampir mit außerirdischen Ahnen ist und nunmehr befreit sein Unwesen in der Gegenwart treiben kann … – Gelungene Mischung aus Fakten und Fiktion, die dem berüchtigten „Fluch der Pharaonen“ eine ungewöhnliche ‚Erklärung‘ gibt: spannend, gut umgesetzt und stimmungsvoll in die gewählte Epoche eingepasst.

Märchenwald

Diesmal heißt der Autor Martin Krist seine Leser im Thriller „Märchenwald“ willkommen. Wie gewohnt erwarten den Leser hier mehrere Handlungsstränge und natürlich Ermittler. Im Schaufenster eines Friseursalons wird der Leichnam eines jungen Mannes gefunden. Erste Vermutungen gehen dahin, dass dieser bei einem versuchten Einbruch von einem großen herab fallenden Glassplitter durchbohrt wurde. Doch Paul Kalkbrenner und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Außerdem wird Kalkbrenner mit seinem Team zu einem Toten gerufen, der offenbar einen natürlichen Tod gestorben ist. Nur finden sich in seinem Umfeld Hinweise auf andere Verbrechen und diese sind mehr als unappetitlich.

In den Fängen des Meeres

Anno 1820 steht der junge Kapitän George Pollard vor einer glänzenden Karriere als Walfänger. Doch ein wütender Pottwal versenkt sein Schiff. Ohne Wasser und Lebensmittel beginnen die Überlebenden einander zu fressen. Nach der Rettung bleibt Pollard gezeichnet, er gilt als Unglück bringender „Jonas“ … – Eindrucksvolle Roman-Biografie gänzlich abseits der üblichen Kanonen-&-Klabautermann-Klischees der maritimen Unterhaltungsliteratur.

Das Mohnblütenjahr

Nicole ist schwanger. Allerdings steht ihre Schwangerschaft nicht unter einem guten Stern. Ihr langjähriger Freund David hat sich von Nicole getrennt, als sie ihm eröffnet hat schwanger zu sein. David wollte keine Kinder und fühlt sich nun hintergangen. In Nicole aber war der Wunsch nach einem Kind übermächtig. Und nun erfährt die werdende Mutter auch noch, dass ihr ungeborenes Kind an einem Herzfehler leidet. Dieser soll möglicherweise erblich bedingt sein, doch wer in der Familie hat einen solchen Herzfehler?