2020 – Die Tunisreise Edition 2020 – (Kalender)

Leuchtende neben verhaltenen Farben, reduzierte Formen, orientalisches Flair. Das sind Attribute, die Aquarelle der Tunisreise bestens beschreiben und insbesondere die des vorliegenden Kalenders Die Tunisreise Edition 2020 von Weingarten. Gerade die Arbeiten Mackes (Bilder vom Januar, März, Mai, Juli, September und November) zeichnen sich durch besonders kräftige Farben aus, durch klarere Formen und mehr Gegenständlichkeit im Vergleich zu Klees Bildern.

2020 – Harry Potter Lesezeichen & Kalender 2020 – (Kalender)

Der Harry Potter Lesezeichen & Kalender 2020 ist, in aller Kürze, klein und fein, mit Starfotos (vermutlich) aus der Zeit des 5. Harry-Potter-Films (Harry Potter und der Orden des Phönix). Die einzelnen Monate sind mit einem tabellarischen, übersichtlichen Kalendarium ausgestattet und die Seiten zum Herauslösen perforiert. Der Druck ist gut und das Papier dick genug, sodass die einzelnen Monate stabile Lesezeichen abgeben und sich nicht zu schnell abgreifen.

Alle diese Welten

Im Abschlussband der „Bobieversum“-Trilogie kämpfen der ‚Ur-Bob‘ und seine ‚Klone‘ erneut galaxisweit gegen hungrige Aliens, die sich die ohnehin stark reduzierte Menschheit in ihre Speisekammern hängen will. Zwar wird die Handlung zu ihrem Ende gebracht, wobei Schwung und Ideenreichtum weitgehend aufgebraucht wirken: vor allem für Leser der Auftaktbände unterhaltsam, aber insgesamt aufgrund allzu vieler versäumter Chancen auch enttäuschend.

Beethovens Locke

1827 wurde Ludvig van Beethoven auf dem Totenbett eine Locke vom Haupt geschnitten. 1995 tauchten diese Haare wieder auf und wurden zum Mittelpunkt einer spektakulären, von den Medien ausgeschlachteten Untersuchung, welche die wahre Ursache von Beethovens Ende klären sollte. Parallel dazu recherchierte man aufwändig den historischen Weg der berühmten Locke in die Gegenwart … – Autor Russell Martin folgt beiden Untersuchen, die rasch den Charakter kriminalistischer Nachforschungen annehmen. Trotz lückenhafter Quellen können die meisten Rätsel gelöst werden. Wie das gelang – oder manchmal nicht -, schildert Martin in dieser spannenden, manchmal etwas pathetischen Mischung aus Sachbuch und Thriller.

Schneetiger

Eine Geschichte des Bergsteigens im Himalaya aus der Sicht der nepalesischen Sherpas, die den großen, weißen Forschern jahrzehntelang Arsch & Gepäck auf die höchsten Gipfel dieser Welt hinterher trugen, bis sie sich emanzipierten und für den eigenen Ruhm zu kraxeln begannen … – Sehr gut und vor Ort recherchiertes, durch viele Interviews mit bisher kaum oder gar nicht befragten Zeitzeugen angereichertes Sachbuch, das eine Lücke in der Himalaya-Historie schließt und Licht auf viele bisher unbekannte Kapitel wirft, was nebenbei manchen gefeierten Berghelden plötzlich recht unvorteilhaft beleuchtet.

Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel

Vor fast einem Jahrtausend verschwand eine bedeutende Reliquie. Sie könnte einem kriminellen Kirchenfürsten den Weg auf den Papststuhl bahnen, weshalb dieser zwei Wissenschaftler, die sich ihm idealistisch in den Weg stellen, die Mafia auf die Hälse hetzt … – Einer jener Munkel-Thriller, deren Autoren im Kielwasser von Dan Brown nach Lesern fischen, die den Vatikan gern als Brutstätte uralter Geheimnisse und Intrigen sehen. Der Plot ist – freundlich ausgedrückt – unkompliziert und die Figurenzeichnung flach wie die sprichwörtliche Briefmarke, was die unfreiwillige Komik des Werkes nicht ausgleichen kann.

Drei Mann im Boot … Ganz zu schweigen vom Hund!

Drei junge Engländer beschließen Ende des 19. Jahrhunderts eine vierzehntägige Bootsfahrt die Themse hinauf. Sie alle haben den angelsächsischen Sinn fürs Abenteuer gepachtet, ihn aber bisher nie unter Beweis stellen müssen, was ihre Kahnpartie in eine endlose Kette peinlicher, urkomischer, mit knochentrockenem Humor geschilderter Zwischenfälle verwandelt … – Klassischer Bestseller des humoristischen Romans, der frisch wie am ersten Tag wirkt. Die Schilderung einer Bootsreise gewinnt zusätzlichen Charme als nostalgischer Rückblick in eine längst versunkene „gute, alte Zeit“.

Der Freund, der keiner war

Das Attentat auf das World Trade Center weckt bei einem alten Bankier die Erinnerung an einen vor vielen Jahren auf einem anderen Kontinent begangenen Mord. Er reist zurück in die alte Heimat, um sich mit seiner Tat auseinanderzusetzen … – Kein Roman, sondern eine auf Buchformat geblähte Novelle, die auf den Leuchtturm-Ruf ihres Verfassers als literarischer Mahner und Denker setzt, aber nur eine weitere, recht zäh lesbare Reflexion über das Kapitalthema Schuld & Sühne darstellt.

Shirker

Ein ausgebrannter Spekulant gerät im neuseeländischen Auckland zufällig auf die Spur eines womöglich unsterblichen Serienmörders. Fasziniert und auf der Suche nach einem neuen Lebensinhalt kommt er diesem mit fatalen Folgen zu nahe … – Mit kühlen Worten und knappen Sätzen erzählt der Autor nicht nur einen (phantastischem) Thriller, sondern schildert auch ein sinnleeres Großstadtleben. Das Ergebnis ist konsequent düster, rätselhaft und sehr spannend; kurzum: ein gar nicht alltägliches Lesevergnügen.

Die verlorene Stadt

Im vierten Teil der „Mortal-Engines“-Serie führt Autor Reeve sämtliche Handlungsstränge zusammen, und die Schicksale der Hauptfiguren werden aufgeklärt. Das erfordert deutlich mehr Buchseiten als bisher, doch das Finale gelingt = wird spannend und einfallsreich vorbereitet und inszeniert, weshalb man als Leser mit einem lachenden und einem weinenden Auge bzw. dem Wunsch nach einer Veröffentlichung auch der Prequel-Trilogie zurückbleibt!