Month – April 2017

Wildes Amerika

Vor 13000 Jahren wurde Nordamerika von Gletschereis geprägt und von Elefanten mit und ohne Fell, walrosszahnigen Raubkatzen, turmhohen Faultiere und bärengroßen Bibern bewohnt. „Wildes Amerika“ stellt die eiszeitliche Landschaft, die Pflanzen und vor allem die Tiere vor. Letztere präsentieren sich uns nicht nur als bleiche Knochen, sondern werden digital ins ‚Leben‘” zurückgerufen … – Begleitbuch zur BBC-Serie gleichen Namens; wissenschaftlich präzise aber inhaltlich simpel gestrickt. Das Interesse gilt eindeutig den à la „Jurassic Park“ nachgebauten Kreaturen, die qualitativ nicht mit den BBC-Sauriern der Serie „Im Reich der Giganten“ mithalten können: informativ aber nicht mitreißend.

Verbrechen in Mannersley

Als ein reicher Landadliger ermordet wird, gerät sein krimineller Neffe in Verdacht. Die einander widersprechenden Indizien kann ein Scotland-Yard-Inspektor mühsam entwirren, aber erst das Schicksal sorgt tief in den Minen eines Bergwerks für einen glatten Abschluss der Affäre … – Diese unentschlossene Mischung aus Krimi und Drama ist das Werk eines routinierten aber hastigen Vielschreibers, der seine Spannungselemente hintereinander schaltet, statt sie in den Dienst einer durchkonstruierten Handlung zu stellen: sehr altmodisch und höchstens gerade deshalb lesenswert.

Manga-Origami – 20 supersüße Figuren aus Papier falten

Keine Frage, sie sehen wirklich knuffig aus, die Mangas, die man mit Márcio Hideshi Noguchis und Seth Friedmans Anleitungen aus Manga-Origami – 20 supersüße Figuren aus Papier falten basteln kann. Das Spektrum der Figuren reicht von eher geläufigen Mangacharakteren wie der Ronin oder der Teepflückerin über das Gym Girl oder die Baseballspielerin, die sich am westlichen Leben orientieren, bis hin zum Dragon Girl oder der Fee aus dem Fantasybereich.

Walt

Walt ist einsam und unscheinbar; seine Zeit vertreibt er sich damit, fremde Frauen zu beobachten. Parallel dazu ermitteln zwei Polizisten im Fall einer verschwundenen Frau. Allmählich deutet sich an, dass Walt nicht so harmlos ist, wie er sich gibt … – Seine Geschichte erzählt Walt selbst: betont nüchtern und emotionslos, wobei sich Brüche ergeben, die einen unheilvollen Subtext hervortreten lassen: ein nur scheinbar ereignisarmer Psychothriller, dessen Spannung der Autor systematisch und sehr geschickt zu schüren versteht.

Mit Farbstiften malen und zeichnen – Step by step

Der Umgang mit Bunt- bzw. Farbstiften ist, neben dem Zeichnen mit dem Bleistift, das, was man als Erstes lernt, und was auch am Unkompliziertesten geht. Kein Kleckern, keine austrocknenden Farbtöpfchen, kein umständliches Hantieren mit Wasser oder anderen Lösungsmitteln. Vielleicht sehen es viele deshalb eher als Malwerkzeug für Kinder – völlig zu unrecht. Dass und wie es möglich ist, mit diesen Stiften Künstlerisches aufs Papier zu bringen beschreibt und zeigt die Autorin Brigitte Doege-Schellinger in dem Praxis-Workshop Mit Farbstiften malen und zeichnen – Step by step.

Die Robinson-Morde

Auf einer dänischen Insel geht in einem Seniorenheim offenbar ein ‚Sterbehelfer‘ um. Eine zufällig anwesende Journalistin wird in das Geschehen verwickelt. Während die Polizei im Dunkeln tappt, kommt sie einem alten und ungesühnten Verbrechen auf die Spur, in das die meisten Inselbewohner verwickelt sind … – Skandinavien-Krimi der typischen Sorte, d. h. sorgfältig geplottet und mit mehr als einem Hauch Sozialkritik veredelt; trotz der relativen Ereignislosigkeit unterhaltsam aber kein Meilenstein des Genres.

Madame Cléo und das grosse kleine Glück

Madame Cléo hat einst als Model in Paris gearbeitet. An diese Zeit denkt sie gerne und oft zurück. Irgendwann hat es sie dann nach Berlin verschlagen. Dort lebt sie in ihrer Altbauwohnung und schlägt sich mit Nachhilfestunden durchs Leben. Als der Vermieter beginnt das Haus und sämtliche Mietwohnungen in großem Umfang zu renovieren steht fest, dass die Miete in Kürze steigen wird. Für Madame Cléo kommen erste Gedanken darüber auf, dass sie dann wohl ihre Wohnung verlassen muss. Doch das will sie unbedingt vermeiden und macht sich auf die Suche…

Apokalypse Z – Zorn der Gerechten

Drei Überlebende der weltweiten wütenden Zombie-Apokalypse geraten erst unter religionsfanatische US-Südstaaten-Rassisten, deren Schlupfwinkel wiederum von einer fünften Kolonne nordkoreanischer Welteroberer angegriffen wird … – Der letzte Teil der „Apokalypse-Z“-Trilogie verblüfft primär durch den bizarren Plot, während es ansonsten horrortypisch (Untote) bzw. dramatisch (Menschen) zugeht: Lesefutter.

Und jetzt lass uns tanzen

Marguerite ist 78 Jahre alt als sie ihren Mann Henri verliert. Nie hat es für sie einen anderen Mann gegeben. Henri hat ihr Leben und ihren Tagesablauf bestimmt und einfach alles geregelt. Marguerite hat sich seinen Wünschen und Vorstellungen stets untergeordnet und ein Schattendasein geführt. Nun ist sie auf sich alleine gestellt und auch etwas verunsichert. Andersherum verspürt sie tief in sich den Drang Dinge jetzt vielleicht anders machen zu wollen, einmal über die Stränge zu schlagen. Doch daran hindert sie ihr Sohn, der wie sein Vater als Notar tätig ist und einfach alles regeln möchte.

Straße der Gewalt

Polizist Robicheaux ermittelt gegen einen Südstaaten-Monarchen, der zur Erhaltung von Reichtum und Macht auch über Leichen geht; diese Dreistigkeit wird erst heimlich und dann offen mit Druck, Drohungen und Gewalt geahndet, während im Hintergrund ein reumütiger Killer mörderisch nach Erlösung sucht … – Der 13. Dave-Robicheaux variiert das typische James-Lee-Burke-Thema vom einsamen Idealisten, der längst verschwundenen Werten nachhängt aber nicht davor zurückschreckt, das Gesetz zu biegen, um ihnen Geltung zu verschaffen: komplex, spannend und sehr stimmungsvoll, obwohl hin und wieder ein wenig zu weltschmerzhaft.