Month – Mai 2018

Das Souvenir des Mörders

John Rebus, eigensinniger Polizist aus dem verregneten Edinburgh, legt sich dieses Mal mit diversen Vorgesetzten, der Presse, einem schottischen Mafiapaten und gleich zwei psychopathischen Serienkillern an, wobei der eine den anderen jagt und töten will  – Der achte Rebus-Roman ist – der Originaltitel deutet es bereits an – ein besonders düsteres und trauriges Kapitel der Rebus-Saga. Mit sarkastischem Witz vermeidet der Verfasser indes jeglichen Trübsinn und spinnt ein spannendes, höchst komplexes, manchmal überkompliziertes Garn.

Eine Liebe in Apulien

Viola ist vom Leben enttäuscht. Ihr Freund hat sie betrogen, ihren Job hat sie verloren und nun erreicht sie auch noch der Anruf, dass ihre geliebte Großmutter Adele verstoben ist. Gemeinsam mit ihren Eltern macht sich Viola auf den Weg nach Apulien, zum alten Gutshof der Großmutter. Dort hat Viola in ihrer Kindheit unbeschwerte Zeiten verbracht an die sie sich gerne erinnert. Auch jetzt fühlt sie sich sofort wieder wohl und angekommen, doch leider überschatten die anstehende Beerdigung und der gesamte Zustand des alten Gutshofes dieses Gefühl.

Zu nah

Detective Frankie Sheehan ermittelt wieder, obwohl sie noch von schlimmen Erinnerungen an ihren letzten Fall verfolgt wird. Fast wäre sie selbst gestorben. Der Ermittlerjob bedeutet ihr jedoch alles und so ist sie froh, dass sie den Dienst beim Dubliner Police Department wieder aufnehmen darf.
Beim neuen Fall deutet zunächst alles auf einen Selbstmord hin. Die bekannte Wissenschaftlerin Eleanor Costello wird erhängt in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Doch was zunächst wie ein Selbstmord aussieht, stellt sich als etwas ganz anderes heraus …

Jacks Rache

Jüngling Jack muss als gemeiner Matrose vor dem Mörder seiner Eltern flüchten. Auf hoher See reift er zum Mann, erlebt unzählige Abenteuer und kehrt schließlich heim, um den Strolch zur Rechenschaft zu ziehen und seine wahre Liebe zu befreien … – Was klingt wie eine Sammlung einschlägiger Klischees, ist auch eine, wobei die unbekümmerte Fabulierkunst des Autorenpaares trotzdem für Unterhaltung sorgt: kunterbuntes, nur bedingt die historischen Tatsachen streifendes Seemannsgarn.

Schatten über Bedford Square

Der Mord an einem Straßenverkäufer entpuppt sich als erpresserischer Schachzug in einem Intrigenspiel, dessen Betreiber menschenunwürdige aber lukrative Geschäfte sichern wollen … – Auf ihre Spur setzt sich in seinem 19. Fall Inspektor Pitt, der wie üblich von seiner klugen Gattin Charlotte unterstützt wird: schwulstreicher „Lady Thriller“ vor historisierender Kulisse; Gefühle werden zelebriert, bis der durchaus überzeugende Plot unter einer dicken Seifenschaumschicht erstickt.

Expedition zu fremden Welten – 20 Milliarden Kilometer durch das Sonnensystem

Mit Expedition zu fremden Welten – 20 Milliarden Kilometer durch das Sonnensystem hält man ein überaus informatives und reich bebildertes Buch über unsere kosmische Heimat in Händen, über die Sonne, die Planeten und die Monde, sowie die zahllosen Objekte wie Kleinplaneten, Asterioden, Kometen, die unser Sonnensystem durchsetzen und umgeben. Beginnend mit einem allgemeinen Kapitel über das Sonnensystem, seinen Aufbau, seine Entstehung, die Entstehung von Planeten, einer Übersicht über die Keplerschen Gesetze (Gesetze der Planetenbewegung) u.v.m. führt das Autorenteam Leserinnen und Leser ab dem 2. Kapitel (Merkur und Venus) von den inneren, den sonnennahen Himmelskörpern, bis an die äußersten Grenzen des Sonnensystems, zum Kuipergürtel und der Oortsche Wolke.

Wie Schatten über totem Land

Die Befreiung zweier Schwestern aus der Gewalt eines sadistischen Irren endet 1902 als blutige Orgie grotesker Gewalt, wobei sich die Unterschiede zwischen Verbrechern und Rettern zunehmend verwischen … – Quasi existenzieller Western, der die archaische Landschaft als Bühne eines Geschehens nutzt, das die Allgegenwart des Bösen im Menschen nicht nur darstellt, sondern förmlich zelebriert und dabei (pseudo-) literarisch aufpimpt; der Verfasser ist bemerkenswert einfallsreich, wenn es darum geht, Gewalt in Worte zu fassen: als Historien-Horror unterhaltsam.

Hölle auf Erden

Nach eigener Auskunft ist Charlotte Matheson gestorben und in der Hölle gelandet, bis der Teufel sie entließ. Die Polizei geht von einer Gruppe weltlicher sowie irrer Fanatiker aus, die aus ihrer Sicht ‚böse‘ Menschen entführt und foltert … – Parallel dazu erzählt Autor Mosby die Geschichte eines psychisch aus der Bahn geworfenen Polizisten, wobei die beiden Handlungsstränge final zusammenfinden: Spektakuläre Effekte sind wichtiger als Logik, und die Figuren neigen zu dramatischer Labilität; primär routiniert bringt Mosby sein krudes Garn über die Runden: Thriller-Futter.